FDP und Frauenförderung

Da wollte ich gerade Twitter dicht machen und ein paar Runden Birth of the Empires spielen, da fällt mein Blick auf einen Tweet, der sich mit dem Thema FDP und Frauenquote befasst.

Ein Kommentar von Elsabeth Niejahr in der Wirtschaftswoche (Archiv). Betrachten sie, geneigte Leser, diesen Beitrag als eine Art offenen Leserbrief und einen Appell an die FDP.

Die FDP will bis zu Ihrem Parteitag Mitte Mai Vorschläge für die Förderung von Frauen in den eigenen Reihen vorlegen. Eine gute Idee – falls die Liberalen drei Fehler vermeiden.

Es mag die ein oder anderen Leser meines Blogs überraschen, aber ich habe Grundsätzlich kein Problem damit, wenn Frauen gefördert werden – solange man nicht diskriminiert und solange man vergleichbare Förderungen auch für Männer anbietet.

Die FDP macht es ihren Kritikern gerade ziemlich leicht. Wer zu Beginn einer Legislaturperiode erst einmal zahlreiche Posten in der Fraktion und der Partei verteilt, um dann anschließend eine Diskussion darüber zu beginnen, wie denn bloß mehr Frauen in wichtige Ämter gelangen könnten, der darf sich über Spott nicht beschweren.

Komma weil? Zu dem Zeitpunkt waren mehr Männer als Frauen in der Partei. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass dann auch mehr Männer als Frauen am besten für die Positionen geeignet waren. Warum sollte man vorher eine Diskusion darüber starten, wenn doch eh klar ist, dass man nach Eignung vorgeht und wer da jetzt die Posten bekommt?

Und wenn die Parteispitze dann auch noch eine seit Wochen anhaltende internationale Debatte über Gleichstellung und Frauenrechte ignoriert, macht sie es all jenen noch einmal leichter, die die Liberalen ohnehin neanderthalerhaft finden.

In der Tat wäre es Sache der FDP gewesen, darauf hinzuweisen, dass die #metoo Bewegung derartig rückschrittig ist, dass sie ganz gepflogen Menschenrechte, wie das Recht als Unschuldig zu gelten und das Recht auf ein faires Verfahren nach den geltenden Gesetzen, ignoriert. Dass die FDP dazu schwieg muss man ihr vorwerfen. Auch dass sie ihre Stimme nicht intensiver gegen Gleichstellungspolitik erhebt, die doch das Menschenrecht auf Gleichberechtigung und die Diskriminierungsfreiheit (Artikel 7) torpediert. Dies muss man einer liberalen Partei zum Vorwurf machen (was ich hiermit tue).

Wenn es um Debatten über Männer, Frauen und ihre Rollen in Familie, Arbeitswelt und Parteien geht, ist die FDP nicht auf der Höhe der Zeit.

Dass nicht nur viele junge Frauen und Männer sich ganz selbstverständlich als Feministinnen bezeichnen, sondern auch Staatschefs wie der kanadische Premier Justin Trudeau, ist immerhin auch einigen Liberalen aufgefallen.

Es bezeichnen sich auch ganz viele junge Frauen und Männer als Christen, Juden, Moslems, Nazis, Kommunisten, Sozialisten, Marxisten, Kapitalisten, Gamer, Atheisten, Menschen, junge Frauen, junge Männer …

Der Feminismus beschreibt nicht „die Höhe der Zeit“ wenn es um „Männer, Frauen und ihre Rollen in Familie, Arbeitswelt und Parteien geht“. Der Feminismus ist nur eine Ideologie die eine von vielen Möglichkeiten beschreibt, wie das Ganze zu betrachten ist. Er ist nicht die einzig wahre Lösung. Tatsächlich steht das feministische Konstrukt auf extrem wackeligen Beinen und hat mit der Realität so ziemlich nichts zu tun. Viele Feministen glauben, dass wir in einem Patriarchat leben, dass in Deutschland Frauen unterdrückt werden würden und dass Geschlecht nur ein soziales Konstrukt wäre. Glaube ist hier wirklich das richtige Wort.

Zudem ist der Feminismus mit

  • seiner Unterwanderung des Rechtsstaates
    (#metoo, #teamginalisa, #matressgirl)
  • den Angriffen auf die Kunstfreiheit
    (#gamergate, das Gomringer-Gedicht, das Hylas-Bild und Pinkstinks.de)
  • dem Angriff auf demokratische Prinzipien
    (Geschlechterquote in Aufsichtsräten als Wahlmanipulation, die Urwahl der Partei Die Grünen, die jetzige Forderung nach Gesetzen zur Wahlmanipulation im Bundestag)
  • dem Kampf gegen Gleichberechtigung
    (Quotenregelungen, Bundes- / Landesgleichstellungsgesetze)
  • dem Angriff auf die Menschenwürde und damit einhergehend die  gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    (#aufschrei, #metoo, den Konzepten von toxischer Maskulinität, menspreading, Patriarchat…)
  • dem Kampf gegen das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit
    (Grid Girls, Models, Geschlechterrollen, Familienmodelle)
  • dem Angriff auf Freiheit von Wissenschaft und Lehre
    (Gender Studies)

wohl kaum als liberal oder gar fortschrittlich anzusehen.

Dass der Frauenanteil in der eigenen Partei trotz aller Erneuerungsrhetorik seit vielen Jahren auf niedrigem Niveau stagniert, merken sie auch.

„Erneuern“ heißt nicht zwangsläufig „mehr Frauen“. Das ist eine Möglichkeit wie man etwas erneuern kann, aber halt auch nur eine von vielen. Und was heißt hier „trotz“ vielleicht „gerade wegen“.

Thomas Sattelberger, ehemals Telekom-Personalvorstand, heute FDP-Bundestagsabgeordneter und einer von zwei Männern in der neuen Frauen-Kommission seiner Partei sagt, es sei Zeit für die FDP, sich von Dogmen zu verabschieden.

Eine merkwürdige Wortwahl ist doch „Mehr Frauen in Spitzenpositionen nötigenfalls mit Quote“ auch ein Dogma. Damit wir uns nicht falsch verstehen „Jeder nach seiner Fasson ohne Diskriminierung“ ist auch ein Dogma. Die Frage ist nur: Welches davon ist liberaler? (Tipp für Feministen: Letzteres)

Wer bei Diskussionen über die Arbeit der Zukunft ernst genommen werden wolle, brauche nicht nur i-Pads und Twitter-Accounts sondern Ideen für Arbeitszeitmodelle und Beförderungsmechanismen, die Männern und Frauen nützen.

Bis zum zweiten Komma hätte ich es unterschrieben, aber dann… Es soll nicht Männern und Frauen nützen, sondern denen die wollen und können – oder besser: es sollte.

Und die sollten auch innerhalb der eigenen Organisation angewendet werden.

Wenn es dem Prinzip der Bestenauslese hilft: jop.

Das kann funktionieren, wenn die Liberalen drei Fehler vermeiden:
Erstens wäre zu klären, warum eigentlich mehr Frauen mitmachen und sich idealerweise auch aufstellen lassen sollten.

Das ist eine sehr wichtige Sache zu klären. Warum sollte das Geschlecht und nicht Inhalt und Befähigung wichtig sein?

Bei Wahlen wird eine weibliche Spitze schließlich nicht unbedingt honoriert. Dass Frauen vorzugsweise andere Frauen wählen, ist eine verbreitete Fehlannahme. Tatsächlich hatte, beispielsweise, Ex-Kanzler Gerhard Schröder im Wahljahr 2005 mehr weibliche Anhänger als seine damalige Konkurrentin Angela Merkel. Frauen machen ihre Stimmabgabe nicht häufiger vom Geschlecht der Kandidaten abhängig als Männer, warum sollten Sie auch?

Auch eine sehr berechtigte Frage. Die meisten Frauen (wie auch die meisten Männer) sind ja auch keine Sexisten und interessieren sich für Inhalte, Können und Haltungen und eher weniger bis gar nicht für das Geschlecht.

Es gäbe andere Gründe für Änderungen, zum Beispiel, dass immer häufiger Frauen Feminismus vor allem als Freiheitsversprechen verstehen.

Das ist leider wahr und zeugt von einer flächendeckenden Fehlinformierung im Bezug auf den Feminismus. Der Feminismus ist dogmatisch und totalitär, vor allem weil seine Grundannahmen (Unterdrückung der Frau, Patriarchat, die reine soziale Konstruktion des Geschlechtes) vollkommen ohne Realitätsbezug sind.

Wer, wenn nicht eine liberale Partei, sollte sich dafür interessieren? Dass jeder und jede Einzelne aus seinen und ihren Anlagen das Mögliche machen kann, unabhängig von Herkunft und Rollenerwartungen, sollte eigentlich ein FDP-Thema sein.

Weshalb man dann über Frauen/Männer reden sollte und Frauen gezielt fördern / deren Anteil erhöhen sollte ist mir schleierhaft. Es geht doch um individuelle („jeder und jede“) Entfaltung nicht um Kollektive (Frauen bzw. Männer).

Zweitens sollten die Liberalen sich vor gängigen Ausreden hüten, wonach Parteipolitik nun einmal am Abend und am Wochenende stattfinde und daher für berufstätige Frauen mit Familie besonders unattraktiv sei. Das Problem haben alle Parteien, aber keine andere sieht dabei so schlecht aus wie die FDP.

Nun, erstens wäre die Frage: Findet sie primär am Abend / Wochenende statt? und daraus folgend: Wenn ja, warum? Könnte es was mit Arbeitszeiten zu tun haben?

Und zweitens: Auch wenn die FDP schlechter (wenn man das überhaupt so nenen kann) dabei abschneidet als andere Parteien, wäre das nicht trotzdem eine Stellschraube an der man drehen könnte?

CDU und CSU haben schließlich noch ein Spezialproblem, mit dem FDP-Chef Christian Lindner sich nicht herumärgern muss: Weil so viele Unionsabgeordnete in ihren Wahlkreisen vorn liegen und als direkt gewählte Parlamentarier in den Bundestag gelangen, können ihre Parteichefs von CDU und CSU über die Kandidatenlisten kaum Einfluss auf den Frauenanteil der Unionsfraktion nehmen. Dieses Problem haben die Liberalen nicht.

Das hier, war übrigens der eigentliche Grund, warum ich diesen Leserbrief hier schreibe. Die CDU/CSU hat als „das Problem“, dass sie so viele direkt gewählte Parlamentarier haben und damit keinen Einfluss auf den Frauenanteil. CDU/CSU hat also „das Problem“, dass das Volk viele Direktmandate gewählt hat, sie hat „das Problem“ Demokratie. Ich fasse es einfach nicht. Wie kann man eine demokratische Wahl als „das Problem“ bezeichnen?

Viel mehr hat die FDP das Problem, dass Demokratiefeinde ihnen jetzt nahelegen, dass Menschenrecht auf Gleichberechtigung auszuhebeln und antidemokratisch zu handeln, in dem sie basierend auf belanglosen Geburtsmerkmalen ihre Liste schreiben.

Drittens könnte die FDP beim Frauenthema weiterkommen, wenn es gelänge, einen eklatanten Widerspruch in der eigenen Argumentation zu überwinden. Frauenquoten gelten vielen FDP-Politikern als leistungsfeindlich. Gerade viele Frauen in der FDP betonen gern, dass sie den Aufstieg nicht wegen ihres Geschlechts geschafft haben. Oft sind es die gleichen Politikerinnen, die es ganz selbstverständlich finden, dass bei der Postenvergabe ein Ausgleich zwischen Nord und Süd, Ost und West, Jungen und Alten gefunden werden muss. Welchem Politiker wird schon vorgeworfen, dass er einen Job nur bekam, weil er aus Baden-Württembergs oder Nordrhein-Westfalen stammt? Regionalproporz bestimmt viele politische Entscheidungen, nur müssen die Nutznießer sich selten dafür rechtfertigen.

Das ist kein Widerspruch. Ein Mensch, der aus einer bestimmten Region kommt, kennt sich mit dieser oft besser aus bzw. hat dort Kontakte. Das ist für Volksvertreter sehr wichtig um entsprechende Politik zu machen. Vor allem, da wir ja nicht ohne Grund aus den einzelnen Wahlkreisen Vertreter wählen. Es kann eine Qualifikation sein. Wir haben in unserem Grundgesetz (und den Menschenrechten) aber das Gebot der Gleichberechtigung. Damit ist das Geschlecht für die Politik und die Gesetzgebung eigentlich unerheblich und stellt daher auch keine potentielle Qualifikation dar.

Die in der FDP verbreitete Haltung, Frauenquoten seien leistungsfeindlich, stellt alle Geförderten unter Generalverdacht.

Zu Recht. Die Frage wird immer (außer bei den Entscheidungsträgern) mitschwingen: Bist Du hier, weil du besser warst oder weil die Quote es so wollte?

Dabei hält sich niemand nur wegen seines Geschlechts auf Dauer in einem Amt, dem er nicht gewachsen ist.

Das ist richtig, aber „dem Amt gewachsen sein“ und „die beste Person für das Amt sein“ sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Ersteres ist die Minimalanforderung, letzteres die Elite.

Quoten sind Türöffner, mehr nicht.

Naja, sie sind auch antiliberal (um nicht zu sagen totalitär), verstoßen gegen das Menschenrecht auf Gleichberechtigung und das Diskriminierungsverbot und gegen das Grundgesetz Artikel 3 (Gleichberechtigung; außer Art.3 Absatz 3 Satz 2) und Artikel 33 Absatz 2 (Bestenauslese). Aber ansonsten, sind sie nur Türöffner – für Leute, die nicht am Besten geeignet sind.

Einen Vorteil habende Liberalen: Sie können von Erfolgsgeschichten anderer Parteien lernen.

Welche Erfolge? Welche Parteien? CDU/CSU und SPD haben bei den letzten Bundestagswahlen massiv eingebüst. Linke und Grüne konnten zwar leicht zugewinnen, sind aber beide hinter FDP und AfD, die beide 2013 an der 5% – Hürde scheiterten, zurückgeblieben.

Könnte es daher vielleicht sein, dass diese Geschlechtersache für das Volk, dem Souverän dieses Staates, vielleicht  – nur vielleicht – vollkommen irrelevant ist? Wie Sie selbst schrieben: „Dass Frauen vorzugsweise andere Frauen wählen, ist eine verbreitete Fehlannahme. […] Frauen machen ihre Stimmabgabe nicht häufiger vom Geschlecht der Kandidaten abhängig als Männer, warum sollten Sie auch?“

Warum sollte eine liberale Partei also liberale Prinzipien über den Haufen werfen um ein Ziel zu erhalten, dass weder vom Volk als Ganzes, noch von Frauen im speziellen gewünscht ist?

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Kakophonie des femistischen Schalls

Bezugnehmend auf den Text von Simone Schmollack in „der Freitag“

(Archiv )

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/opa-erzaehlt-vom-krieg

 

Lieber Jens Jessen,

nachdem Sie so viel Feuer gekriegt haben in der vergangenen Woche für Ihren Text in Ihrem Blatt, der Zeit, nein besser für Ihre Wutschrift zu #metoo, möchte ich Ihnen Danke sagen. Danke für Ihre Ehrlichkeit. So viel Offenheit und so viel Frust sprechen selten aus Texten aufgeklärter, liberaler, an der Demokratie festhaltender Menschen. Insbesondere wenn es um Tretminen geht wie Feminismus, Frauen, sexualisierte Gewalt. Aus Angst vor einem Shitstorm, halten sich die meisten Gegnerinnen und Gegner der #metoo-Bewegung und des Feminismus – außer vielleicht jene aus dem rechtspopulisitschem Spektrum – mit Äußerungen, wie Sie sie gewagt haben, vornehm zurück.

Das spricht nicht gerade für die #metoo Bewegung und Feministen, wenn sie auf Kritik und ablehnenden Gefühlsäußerungen direkt mit einem Shitstorm antworten oder? Der Ruf besagter Leute muss echt schlecht sein, wenn aufgeklärte, liberale und demokratische (!) Menschen lieber nicht ihre Meinung sagen. Gehört die Meinungspluralität doch zu den Eckpfeilern der Demokratie. Wenn es nicht sogar die tragende Säule der Demokratie ist.

An dieser Stelle würde ich den Anhängern der #metoo Bewegung und des Feminismus raten, sich mal ernsthaft Gedanken über ihr Verhalten zu machen.

Danken will ich Ihnen auch für die Klarheit, mit der Sie Ihr Männer- und Frauenbild erläuterten. Ebenso dafür, dass Sie mit uns Ihr Wissen zu Feminismus und feministischer Rhetorik teilen.

Ich muss gestehen, dass ich den hinter-Paywall-Text nicht gelesen habe, aber ihr Text ist ohne dieses Vorwissen auch beantwortbar.

Frauenabwertung allerorten

Ihr wütendes Manifest ist ein Beleg dafür, wie festgefahren das bürgerliche Milieu, dem ich Sie zurechnen würde, mittlerweile ist, wie beharrungskonsistent und beratungsresistent es sich angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen zeigt.

Möglicherweise, weil diese gesellschaftlichen Entwicklungen nicht gewünscht sind? Nehmen wir mal die #metoo Bewegung als Beispiel. Ich bin weder der Erste noch der Letzte, der anmerkt, dass sich die #metoo Bewegung einen Scheiß um den Rechtsstaat schert. Weder die Unschuldsvermutung noch das Recht auf ein faires Verfahren nach den Gesetzen die in dem betreffenden Land gelten, sind für diese Bewegung interessant. Nur so nebenbei: Das sind Menschenrechte (Artikel 8, 10, 11 ).
Und ich denke, dass sind sehr gute Menschenrechte. Menschenrechte, die geschaffen wurden, um Lynchjustiz und Mobmentalität (so etwas wie die #metoo Bewegung) zu verhindern.

Das verwirrt mich, denn sind es nicht aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger, die die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen wollen?

Aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger nehmen an einer menschenrechtsverletzenden Bewegung wie #MeToo nicht teil. Wir sind darüber aufgeklärt, dass s.g. Hexenjagten eher suboptimal sind.

Ihre Streitschrift zeigt auch, wie ängstlich manche Männer offenbar gegenüber Frauen sind. Nicht Frauen grundsätzlich, aber doch jenen gegenüber, die laut und selbstbewusst erzählen, was ihnen – mit Männern – passiert ist und sich jetzt öffentlich dagegen wehren, statt wie bislang leise darunter zu leiden.

Oh, natürlich, es sind nur Frauen die selbstbewusst, ganz harmlos, erzählen was ihnen passiert ist. Hat natürlich keine Konsequenzen für die Männer. Es besteht natürlich nicht die Möglichkeit, dass diese selbstbewussten Frauen lügen könnten, oder Sachen übertrieben darstellen könnten. Und natürlich ist es auch ein richtig gutes „sich wehren“ wenn man Anschuldigungen einfach mal rumposaunt, anstelle das entweder in der Situation zu machen oder über den Rechtsweg. Tut mir leid das sagen zu müssen, aber wer zu feige für das „Sich-Wehren“ in der Situation oder über den Rechtsweg ist, der ist nicht selbstbewusst.

Mir zeigt Ihr Text, wie stark Misogynie hierzulande offensichtlich noch ausgeprägt ist – und das offenbar über Parteigrenzen und sämtliche soziale Milieus hinweg. Und wie nötig der Aufklärungsbedarf ist darüber, was #metoo, Frauen und der Feminismus wollen.

Eigentlich kann der Text bestenfalls (oder schlimmstenfalls) zeigen, wie stark Misogynie bei Herrn Jessen ausgeprägt ist. Ich bin jedoch sehr gespannt, was SIE sagen, was #metoo, Frauen und der Feminismus wollen. Gerade bei „Frauen“ bin ich gespannt, denn meiner Erfahrung nach mit den Frauen in meinem Leben, wollen die alle unterschiedliche Sachen.

Welche Rolle Männer dabei spielen, erleben Sie augenscheinlich auf eine spezielle Weise. Männer gehören dem „falschen Geschlecht“ an, schreiben Sie: „Heute ist alles, was Männer tun, sagen, fühlen oder denken, falsch.“ Sie sehen sich einer „offen zur Schau getragenen Feindseligkeit“ ausgesetzt, einer, bei der „es keine schuldlosen Männer“ mehr gebe: „Jeder Mann ein potenzieller Vergewaltiger.“ „Böse können nur Männer sein.“

Ich finde die Feminist*_InnenX immer witzig, die sagen, dass Männer auch mal ihre Gefühle äußern sollen und über ihre Gefühle reden sollen. Hier beschreibt also ein Mann eine gefühlte, tief verwurzelte Männerfeindlichkeit (Misandire) in der Gesellschaft. Und Sie Frau Schmollak haben nichts weiter zu tun, als kurz vorher Herrn Jessen Frauenfeindlichkeit vorzuwerfen. Aber offensichtlich will er einfach nur gemocht werden – von Frauen. Er möchte von Frauen nicht als potenzieller Vergewaltiger, als böser Mensch oder als falsch wahrgenommen werden. Jap, sehr frauenfeindlich.

Ich musste mir die Augen reiben angesichts solcher Empfindungen. Ist das wirklich ein Text vom April 2018? Und nicht vielleicht einer aus den frühen Achtzigern?

Da sind wir schon zwei, die sich die Augen reiben mussten. Allein aus den von Ihnen zitierten Sachen und ihrem Kommentar dazu, musste ich mich ernsthaft fragen, wie man derart empathielos sein kann.

Also einer von der Sorte „Schwanz-ab-Schwarzer“ und „Männer-Albtraum“. Solche Zuschreibungen musste die feministische Ikone Alice Schwarzer jahrzehntelang ertragen, weil sie sich für Frauenrechte einsetzte.

Ich weiß, dass das jetzt viele irritieren wird, aber „sich für Frauenrechte einsetzen“ ist nicht zwangsläufig etwas Gutes. Man könnte zum Beispiel für das Recht kämpfen, anderen Menschen einfach so den Kopf abschneiden zu dürfen. Exklusiv für Frauen. Dann wäre das auch ein „Frauenrecht“. Aber mit Sicherheit kein Gutes.
Und Alice Schwarzer hat auch nicht nur nette Sachen von sich gegeben und gefordert. Einfach so zu tun als wäre sie ein Unschuldslamm ist… unredlich.
Zudem sagt das nichts darüber aus, ob die Aussagen des Herrn Jessen dennoch eine akkurate Beschreibung der aktuellen Realität sind. Schon bemerkenswert. Herr Jessen beklagt die Dämonisierung von Menschen, weil diese geboren wurden, wie sie geboren wurden und sie sagen „ABER ALICE SCHWARZER….“

Wohlgemerkt in einer Zeit, in der Frauen und Männer im Kampf um Gleichstellung noch sehr weit voneinander entfernt waren – im Gegensatz zu heute, wo es weitgehend gesellschaftlicher Konsens ist, dass alle Menschen die gleichen Rechte, Chancen und Pflichten haben sollten.

Das mit den gleichen Rechten, Chancen und Pflichten ist aber nur Konsens in nicht-feministischen Kreisen. Feministen haben mit alledem ein extremes Problem. So haben sie zum Beispiel erfolgreich die Gleichberechtigung (gleiche Rechte) zum Wohle der Gleichstellung (gleiche Ergebnisse) im Bereich der Aufsichtsräte (Geschlechterquote) untergraben. Oder wenn es um die Bundes- und Landesgleichstellungsgesetze geht. Auch diese stehen in direktem Widerspruch zu dem Menschenrecht auf Gleichberechtigung. Denn darin steht, dass „Frauen bevorzugt“ behandelt werden müssen. Dies ist naturgemäß gleichfalls beides ein Angriff auf die Chancengleichheit. Und wenn ich mir die Pflichten ansehe, braucht man nicht weiter gucken als zum Thema GPG. Habe ich bei Feministinnen eher den Eindruck, dass sie wollen, dass Frauen keine Pflichten haben.

So viel zumindest hat der Feminismus – oder der „feministische Volkssturm“, wie Sie im Nazi-Jargon formulieren – schon erreicht.

Nein, das hat sich als Gegenbewegung zum Feminismus etabliert. Aber schön mal wieder nebenbei die Opposition in die rechte / Nazi- Ecke gestellt. Kommt ein feministischer Artikel der sich mit der Kritik am Feminismus beschäftigt auch mal ohne sowas aus? Könnt ihr Feministen nicht mal einmal die Argumente / Aussagen des Verfassers auseinandernehmen ohne IHN anzugreifen. Das ist keine gesunde Debattenkultur. Aber wenn Sie es so haben wollen… Der einzige Grund, warum Feministen nicht moralisch auf einer Ebene mit Nazis und Islamisten stehen ist, dass diese im Gegensatz zu Feministen wissen was sie da machen. Feministen sind schlicht zu und dumm.

Von einer annähernden Gleichberechtigung von Frauen und Männern indes sind wir noch weit entfernt.

Stimmt. Noch immer steht im Grundgesetz, dass der Staat Männer zu einem Dienst zwingen kann, Frauen aber nicht (Art. 12a). Noch immer steht im Grundgesetz, dass Mütter (nicht Väter oder gar Eltern) Anspruch auf Schutz und Fürsorge der Gesellschaft haben (Art. 6(4)), noch immer ist das Recht auf Körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit und sexuelle Selbstbestimmung von Jungs nicht geschützt (§1631d BGB) im Gegensatz zu dem von Mädchen (§226a StGB). Noch immer gibt es Gesetze wie das Bundesgleichstellungsgesetz oder die Landesgleichstellungsgesetze, die gegen das Menschenrecht der Gleichberechtigung auf infame Weise verstoßen. Dazu muss man natürlich wissen, dass Gleichberechtigung kein Kollektivrecht, sondern ein Individualrecht ist.

Aber dazu komme ich später. Ich möchte noch ein wenig bei der Abwertung von Frauen bleiben, die – trotz aller Fortschritte und Gesetze, die in den vergangenen Jahren verabschiedet wurden – so tief verwurzelt ist, dass sie selbst bis weit in linke Kreise hineinreicht.

Feministen (die sich ja als „links“ bezeichnen) sind da ganz groß drin. Sie behandeln Frauen, als ob sie zu doof wären eigene Entscheidungen für ihr Leben treffen zu können. Man muss sich vorstellen, dass diese angeblichen „für-Frauen-Kämpfer“ ständig ein großes Fass aufmachen, weil sie mit den Entscheidungen nicht zufrieden sind, die Frauen treffen. Ich spreche natürlich vom Gender Pay Gap. Ich meine, da gibt es wirklich Feministen die glauben, dass wir in unserer kapitalistischen Gesellschaft – wo Geld eine der wichtigsten Ressourcen ist – Frauen beibringen, in schlechter bezahlte soziale Berufe zu gehen. Und das Frauen das auch nicht verstehen und da einfach mitlaufen… Oder bei #metoo, wo so getan wird, als ob Frauen nicht kalkuliert Sex aber auch Lügen einsetzen könnten, um Vorteile zu erhalten.

Abgesehen von den wenigen Sexisten, die es gibt, sind Feministen die einzigen, die Frauen konstant abwerten.

Unabhängig davon, dass der Feminismus so ziemlich die frauenverachtendste Bewegung ist, die die Menschheit je gesehen hat, finde ich es bemerkenswert, wie selbstverständlich es für Sie ist, dass Sie eine Einstellungsänderung erwarten, nur weil es Gesetze gibt. Ich hoffe Ihnen ist klar, dass in der BRD das Volk das Souverän ist und der Staat es nicht zu erziehen hat? Demokratie und so…

Das empfinde ich als besonders tragisch, weil sich Linke ob ihrer politischen Gesinnung für besonders aufgeklärt und sozial gerecht halten und dem Gleichstellungsgedanken verpflichtet fühlen.

Das ist nicht korrekt. Links-Autoritäre fühlen sich dem Gleichstellungsgedanken verpflichtet. Links-Libertäre dem Menschenrecht der Gleichberechtigung.

Sehen Sie, die Sache ist so: jeder Mensch ist ein Individuum. Ein Individuum, dass auf Grund seiner Erfahrungen, Wünsche, Talente, Eigenschaften und Ziele Entscheidungen trifft. Diese Entscheidungen ähneln sich oft mit denen anderer Menschen, aber es gibt keine zwei Menschen weltweit, die immer die gleichen Entscheidungen treffen. Deshalb müssen für alle die Spielregeln, die Rechte, gleich sein. Bei offenem Ergebnis. So die Links-Libertären (genau genommen alle Libertären).

Es kann also dazu kommen, dass man, wenn man Menschenkollektive mit einem willkürlich gewählten Merkmal (egal ob Brillenträger/nicht Brillenträger oder arm/reich oder Mann/Frau oder Schwarz/Weiß oder Jude/Arier oder Libertär/Autoritär oder…) miteinander vergleicht, man unterschiedliche Ergebnisse bekommt. Diese unterschiedlichen Ergebnisse sind kein Beweis für ungleiche Rechte/Chancen/Pflichten (wobei das mit den Chancen bei arm/reich theoretisch ja aber praktisch nicht stimmt). Sie können ein Indiz dafür sein aber genauso auch ein Indiz für das Gegenteil.

Gerade was Männer und Frauen angeht ist die Evidenz überwältigend, dass sie – auch auf Grund biologischer Unterschiede – tendenziell unterschiedliche Entscheidungen in ihrem Leben treffen, die natürlich zwangsläufig zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Ich weiß, wovon ich rede, ich arbeite mein Leben lang in linken und linksliberalen Zeitungen und Strukturen.

Spricht nicht gerade für Ihr soziales Umfeld, wenn Sie mich fragen. Vielleicht kommen Sie zu uns Libertären. Wir sind nicht so assi.

Antifeministische Züge und die Geringschätzung gegenüber Frauen äußern sich dort nicht auf so plumpe Art und Weise, wie es Frauen über Männer bei #metoo berichten. Auch nicht in 50er-Jahre-Sätzen wie „Eine Frau kann das nicht“. Ebenso wenig würden linke Männer heute eine Frau mit sexistischen Sprüchen belegen oder sie sexuell belästigen. Weibliche Abwertung geht hier subtiler vonstatten.

Oha, Selbsterkenntnis?

Da wird gern mal süffisant gelächelt, vor allem wenn Frauen etwas Feministisches in die Runde werfen oder Diskriminierung beklagen.

Wenn sie etwas Feministisches sagen ist das nicht zwangsläufig etwas was mit Frauen zu tun hat. Oder sind jetzt Schwule, Transpersonen, bisexelle Männer usw. nicht mehr so wichtig für die feministische Bewegung? Naja, man zückt sein Schutzschild halt nur wenn man es braucht, ansonsten lässt man es in der Ecke liegen (#notyourshield). Zudem ist „etwas Feministisches“ im Regelfall auch nichts, was logisch oder realitätsnah wäre.

Auch beklagte Diskriminierungen müssen nicht zwangsläufig tatsächliche sein. Nur weil eine Frau einen Job nicht bekommen hat, muss das nicht daran liegen, dass sie eine Frau ist. Es kann auch daran liegen, dass sie schlechter war.

Frauen erleben, dass sie nachgeäfft und ihre Argumente abgetan werden als politisch nicht vollständig durchdrungen.

Frauen TEH EM erleben das. Genau. Wie haben sie nochmal auf die Äußerungen von Herrn Jessen reagiert? Prüfen Sie Ihre Reaktion mal anhand Ihres Maßstabes.

Um Frauen nicht gleich „abzubürsten“, fallen schon mal Sätze wie: „Super Idee, aber die vom Kollegen X finde ich noch besser.“

Ich musste mir die Augen reiben angesichts solcher Empfindungen. Ist das wirklich ein Text vom April 2018? Gibt es immer noch Menschen, die eine schlimmstenfalls höfliche Floskel bestenfalls ein Lob gegenüber einer Person, die eine Frau ist, als Geringschätzung von Frauen begreifen?

Frauen werden oft aus informellen Runden ausgeschlossen, es werden in erster Linie Männer als Experten empfohlen.

Ist es bei diesen informellen Runden verboten, dass Frauen dabei sind? Wird ihnen gesagt, wenn sie teilnehmen wollen, dass man sie lieber nicht dabeihaben will?

Sind diese Männer vielleicht Experten? Haben diese Männer mehr Ahnung und/oder können ihr Wissen besser rüberbringen? Sehen Sie: Das meine ich mit „nicht jede angenommene Diskriminierung ist auch eine tatsächliche“.

Kritisieren Frauen das, heißt es rasch: keine kompetente Frau gefunden.

Und? War es so? Ernsthaft jetzt. Sie haben möglicherweise von dem Bestätigungsfehler oder Confirmation-Bias gehört. Ein Problem das nahezu alle Menschen betrifft. Man nimmt Daten und Fakten zu einer Vorannahme leichter auf und betrachtet diese weniger kritisch als welche, die der eigenen Vorannahme zu wider laufen. Oft werden diese Daten und Fakten auch so hingebogen, dass sie zur Vorannahme passen. Feministen haben meist als Vorannahme, dass Frauen unterdrückt sind/gegen Frauen nahezu überall diskriminiert wird. Dementsprechend würde es mich nicht wundern, wenn tatsächlich keine kompetente(re) Frau gefunden wurde und sie diese Tatsache(nbehauptung) in ihr Narrativ der unterdrückten Frau gezwängt haben.

In Sitzungen sprechen vor allem Männer, und das so lange, bis keine Frau mehr Lust hat, auch etwas zu sagen.

Sehr schlimm. Man kann natürlich nicht sagen, dass man auch noch gerne was sagen würde und sich der Sprecher bitte etwas kürzer fassen soll. Es ist natürlich eine Geringschätzung von Frauen, dass die Männer keine Gedanken lesen können und in der Sitzung sich auf das Gesagte konzentrieren und nicht auf das Gefühlsleben einer Person die eigentlich professionell genug sein sollte, sich mit Worten artikulieren zu können. Und nein, dass hier war keine Geringschätzung von Frauen, sondern von dem Individuum Simone Schmollack, das zufällig eine Frau ist.

Bekommen Frauen Kinder, werden sie – zack, zack – in die Ecke gestellt: als Mutter nicht mehr zu gebrauchen.

Aha. Das habe ich noch nie erlebt und ist auch das erste Mal, dass ich das gehört oder gelesen habe.

Geht es um sexualisierte Gewalt, die linke Männer selbstredend verabscheuen, wird dennoch die Täter-Opfer-Zuschreibung häufig umgedreht: Frauen wehren sich einfach nicht gut genug.

Schon schlimm, dass „linke Männer“ Frauen als Subjekte sehen und nicht als reine Objekte. Schon schlimm, dass „linke Männer“ die Selbstwirksamkeit von Frauen herausstellen und sie darin unterstützen wollen Handlungsfähig zu bleiben. Diese Geringschätzung von Frauen als Nicht-Objekt ist wirklich schlimm. Sehen Sie was ich meinte mit „Der Feminismus ist die frauenverachtendste Bewegung die die Menschheit je gesehen hat“?

Außerdem negiert die Handlungsfähigkeit von weiblichen Opfern nicht die Handlung von männlichen Tätern. Das man sowas einfaches noch erklären muss…

Patriarchat als Matrix

In einem Verlag, der sich als links und feministisch empfand und in dem ich mal gearbeitet habe, wurden Frauen grundsätzlich als „Tante“ bezeichnet. Kolleginnen, die sich das verbeten haben, hatten schnell den Ruf der „unbefriedigten Zicke“ weg. Das sagte natürlich niemand laut, aber das wussten alle.

Niemand hat gesagt, dass diese Kollegin eine „unbefriedigte Zicke“ war und trotzdem wussten alle das? Klingt nicht gerade logisch.

Linke Männer machen das sicher nicht bewusst. Sie merken schlicht nicht, wie sie agieren. Weil sie glauben, aufgrund ihrer politischen Bildung und Überzeugung längst feministisch zu arbeiten und zu leben – zumal mit erwerbstätigen Partnerinnen, mit denen sie sich Kinderbetreuung und Hausarbeit teilen. Verdeckte Frauenabwertung ist das generische Maskulinum der Linken.

Schon geil. Also rechte Männer sind ja feminismuskritisch und damit anti-Frau. Und linke Männer, die davon überzeugt sind feministisch zu sein, sind sich schlicht nicht bewusst, dass sie Frauen geringschätzen. Wie war das nochmal mit der Aussage von Herrn Jessen? „Heute ist alles, was Männer tun, sagen, fühlen oder denken, falsch.“ Danke für die Bestätigung seines Punktes.

Den Satz der feministischen Bloggerin Anne Wizorek „Das Patriarchat umgibt uns förmlich wie die Matrix aus dem gleichnamigen Film“ mögen Sie, lieber Herr Jessen, als zu mächtig empfinden, als Ideologie, die „Männer als Besitzer der Macht“ beschreibt. Zugegeben, der Satz hat Wucht.

In erster Linie ist der Satz vollkommener Quatsch. Wir leben in keinem Patriarchat.

Dazu ein paar Fakten, jenseits von #metoo, aus der täglichen Welt von Frauen:

Frauen verdienen in Deutschland bis zu 21 Prozent weniger als Männer,

Ich könnte jetzt lang und breit erklären, warum der GPG Schwachsinn ist, ich könnte mich kurzfassen (Stichwort: Verdienen) oder ich könnte eine genauso fehlerhafte Aussage treffen:

Laut destatis (https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_024_133pdf.pdf?__blob=publicationFile)

arbeiten Männer im Schnitt 39,7h / Woche und Frauen 30,9h / Woche. Frauen arbeiten demnach 22,2% weniger als Männer. Bekommen unfairerweise aber nur 21 % weniger und nicht 22,2% wie es sein müsste.

 sie leisten den größten Teil der Sorge- und Pflegearbeit.

Und? Wir legen also unsere Zukunft (Kinder) in die Hände von Frauen.

Sie haben noch lange nicht so viel zu sagen wie Männer, obwohl das Bündnisse und Vereine wie FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte), Pro Quote, Pro Quote Film, Pro Quote Medizin und, und, und das seit Ewigkeiten fordern.

Tja, liebe individuelle Frauen, erhört doch endlich mal die Forderungen der ganzen Bündnisse und Vereine und sagt etwas. Ach ihr wollt nicht? Ihr habt da kein Interesse dran? Ihr wollt keine 70 Stunden Woche? Ihr wollt nicht die ganzen Mühen um in die absolute Spitze zu kommen? Ihr wollt keine Filme drehen und die Kardiologie ist nichts für euch? Aber die Feministen wollen das so und deshalb habt ihr euch denen zu fügen. Ihr dürft keine eigenen Wünsche und Vorstellungen haben. Gehorcht dem Feminismus. SOFORT. Denn der Feminismus umgibt euch, aber nicht wie die Matrix, sondern wie eine eiserne Jungfrau.

Im Bundestag sind mit knapp 31 Prozent so wenig Frauen vertreten wie zum letzten Mal 1998.

Scheiß Demokratie aber auch. Und das bei ~51% weiblicher Wähler.

90 Prozent der Alleinerziehenden sind Mütter,

Hier möchte ich keinen bissigen Kommentar abgeben, sondern einfach nur das Wechselmodell empfehlen.

die Zahl der Frauen, die von ihrer Rente nicht leben können, steigt stetig.

Wenn sie doch nur 8,8h pro Woche mehr gearbeitet hätten…

Bemerkenswert finde ich ja auch, dass Sie später beginnen werden aufzuzählen, wie viel der Feminismus schon alles erreicht hat und wieviele Fortschritte er gemacht hat und das ein gesellschaftlich Wandel eingesetzt ist und… hier sagen sie, dass das doch nicht so geil ist. Läuft.

Ich möchte das an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen, all das können Sie in Ihrem eigenen Blatt nachlesen, das schreiben Ihre Kolleginnen und Kollegen immer wieder auf, mit hart recherchierten Zahlen und Fakten.

Und drölfmalsooft kann man in der Kommentarspalte darunter einer Pulverisierung der „hart recherchierten Zahlen und Fakten“ lesen.

Sie wissen also um die Misere, Herr Jessen.

An diesem kurzen Satz ist so viel falsch….

1.: Nur weil in seinem „eigenen Blatt“ etwas steht heißt es nicht, dass er es gelesen haben muss.

2.: Welche Misere?

3.: Nehmen wir an, alle die Beispiele die sie genannt haben, wären so korrekt. Es hätte absolut keinen Einfluss darauf, dass Männer auch Probleme haben. Und es wäre absolut bedeutungslos gegenüber der Art wie sie (#metoo und Feminismus) versuchen diese Probleme zu lösen – und genau dieser Art galt die Kritik von Herrn Jessen.

Und trotzdem meinen Sie, dass es „heute nicht um die Gleichberechtigung der Frauen, sondern um den ideologischen Triumph des totalitären Feminismus“ geht.

Sie selbst schreiben ja auch nicht von der Gleichberechtigung, sondern von der Gleichstellung. Gleichberechtigung ist eine liberale Politik und Gleichstellung eine totalitäre. Und in diesem Kampf Freiheit vs. Unterdrückung liegt uns natürlich daran, den totalitären Feminismus nicht siegen zu lassen, so wie es Ihnen darum geht zu triumphieren.

Ich finde es sehr bemerkenswert, wie Sie es schaffen Herrn Jessens Text laufend zu belegen, während Sie sich gleichzeitig den Anschein geben, dagegen zu argumentieren. Respekt.

Wenn das, was Frauen heute wollen – tatsächlich gleichberechtigt sein, auf allen Ebenen, in allen Phasen und in allen Bereichen ihres Lebens –, „totalitärer Feminismus“ ist, dann bitte mehr davon. Her mit dem Triumph, her mit dem „Hass hinter einem Hashtag“.

Nun, das ist ja nicht der totalitäre Feminismus. Der Gleichstellungsfeminismus, der mit den Quoten, der, der einen feuchten Fick darauf gibt, „was Frauen wollen“, das ist der totalitäre Feminismus. Sie wissen schon, der mit den Shitstorms nachdem man eine abweichende Meinung geäußert hat.

Übrigens wie anmaßend und arrogant ist es eigentlich von Ihnen, dass Sie zu wissen glauben, was Frauen wollen? Wer gibt Ihnen / dem Feminismus die Autorität, im Namen der Frauen zu sprechen? Wurden sie gewählt? Gab es ein Gremium, dass Sie berufen hat? Gab es wenigstens eine Umfrage?

Aber ich kann Sie beruhigen, lieber Jens Jessen, es wird weder einen Frauenaufstand geben noch den von ihnen herbeigeschriebenen und befürchteten Hass.

Entschuldigung? Ist ihnen entgangen, dass mehrere Menschen bereits durch die #metoo Bewegung in den Tod gebullied wurden? Ist Ihnen entgangen, dass es regelmäßig feministische Shitstorms gibt? Das ist absolut nicht „herbeigeschrieben“ von Herrn Jessen.

Aber ich stimme Ihnen zu. Es wird keinen Frauenaufstand geben – außer gegen den Feminismus. Denn außer diesem gibt es für Frauen als Gruppe nichts zu beklagen.

Nicht weil Frauen keinen Aufstand könnten oder die besseren Menschen wären – Frauen können hassen, oh ja, sehr tief sogar. Aber Feministinnen und Feministen haben es nicht nötig, so tief in die Grabenkiste zu greifen, wie Sie das getan haben.

Nein, alle Argumente die Feministen haben sind absolut wasserdicht. Deshalb wird auch nicht alle Nase lang erwähnt, dass Feminismuskritik ja total rechts ist und deshalb gibt’s auch nie Shitstorms und so weiter. Nein, ihr benennt das Übel das ihr bekämpft nicht nach Männern/Vätern und es werden auch keine Neologismen wie mensplaining erfunden oder Konzepte wie „toxische Männlichkeit“. Und es geht auch nie darum, „was Frauen von Männern“ erdulden müssen. Es gab nie einen #killallmen und es gibt keine Feministen, die Männer hassen. Nein, auch sind Feministen immer gut und rein und unschuldig und ganz gerecht und machen immer alles richtig und so.

Feministinnen und Feministen geht es nicht darum, eine Front aufzumachen und Frauen gegen Männer (oder andersherum) auszuspielen.

Ob es ihnen darum geht oder nicht ist egal. Tatsache ist: Sie machen es.

Sie wollen, dass es Frauen und Männern gleichermaßen gut geht. Das ist zugegeben ein schlichter Satz. In seiner Schlichtheit ist der Satz aber wahr.

Echt? Na da finde ich die flächendeckenden Proteste gegen die Genitalverstümmlung von Jungen aber ohrenbetäubend Leise. Auch der feministische Aufschrei gegen die deutlich niedrigere Lebenserwartung von Männern ist in seiner Stille kaum zu überbieten. Und lass uns gar nicht erst von dem trommelfellschonenden Ignorieren der Tatsache reden, dass Männer wesentlich häufiger an einer Sucht erkranken, weil es für sie der letzte Notnagel ist mit ihrem scheiß Leben fertig zu werden. Dieses Ignorieren gepaart mit dem dröhnen Schall der Kopfbewegung einer Ameise, der sinnbildlich für den Einsatz von Feministen im Bezug auf die dreifach höhere Suizidrate von Männern steht (weil sie mit ihrem Leben nicht mehr klar kommen), und der wummernden Geräuschlosigkeit in Bezug auf die deutlich höhere Todes- und Unfallrate im Berufsleben von Männern erzeugt eine Kakophonie der absoluten Ruhe, was den feministischen Kampf für ein gleichermaßen gutes Leben von Frauen und Männern angeht.

Wir hatten für das gleichermaßen gute Leben von Männern und Frauen mal ein Konzept entwickelt. Die so genannten Menschenrechte. Sie wissen schon, die Dinger die euch einen Scheiß interessieren.

Zum Schluss muss ich Sie allerdings doch noch etwas verunsichern. Viele junge Menschen, Frauen wie Männer, haben das längst begriffen.

Das ist schlecht, denn dann sind sie fehlinformiert.

Sie gehen vorsichtiger miteinander um, als es Ihre und meine Generation getan haben. Viele Junge gendern Ihre Sprache und leben ganz selbstverständlich eine soziale, ökologische und Geschlechtergerechtigkeit.

Nein, sie leben eine Gleichstellung. Gleichstellung ist meistens nicht gerecht. Woher übrigens plötzlich die Ökologie hier zu suchen hat wird wohl ewig ein Mysterium blei… Nein, natürlich nicht. Feministen haben die Tendenz dazu alles Gute für sich zu beanspruchen und alles Negative weit von sich zu weisen, denn Feministen sind rein und gut und fehlerlos und heilig und wissen alles und sind ohne Fehl. Deshalb müsst ihr ihnen folgen, folgt dem heiligen Feminismus nur er wird euch zur Erlösung und Reinheit und ins Licht führen, denn er ist überhaupt nicht totalitär.

Die meisten jungen Menschen, die ich kenne, verstehen Ihre Wutschrift überhaupt nicht. Ihnen kommt Ihr Text vor wie einer, bei dem Opa vom Krieg erzählt.

Also einen Augenzeugenbericht bzw. Erfahrungsbericht aus erster Hand zu einem Thema von dem sie selbst bestenfalls theoretisch bescheid wissen? Das ist ein nettes Lob.

 

#Maleprivilege by @smokemoney11

 

Archiv

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1)Wenn du nachts nach Hause gehst musst du nicht checken ob dir jemand folgt

Stimmt, wie du auch nicht.

2)Wenn du alleine im Wagon sitzt ist es nicht vor allem besorgniserregend

Wieso sollte es besorgniserregend sein, alleine in einem Wagon zu sein? Ist doch niemand da der einem was tun könnte.

3) wenn du viel oder laut redest wird die Beurteilung davon nicht an deinem Geschlecht fest gemacht

#mensplaining

4) du kannst physisch mehr Raum einnehmen

Sprach die 30 jährige 45kg Frau zu dem 3 Monate alten 4kg Jungen. Oder ist das #fatshaming?

5) du brauchst in überfüllten Bahnen weniger Angst haben gegrabscht zu werden

Stimmt, ich werde eher zusammengeschlagen.

6) wenn dich in öffentlichen Räumen jemand belästigt (verbal/physisch) musst du nicht Abwegen inwiefern deine Reaktion die Situation für dich schlimmer macht

Doch.

7) du hast nicht das Gefühl im akademischen Feld deine Kompetenz wegen deines Geschlechts extra beweisen zu müssen

Weil ich weiß, dass das Gefühl im akademischen Feld nicht relevant ist sondern Fakten.

8) du brauchst weniger Angst vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu haben

Doch, siehe hier.

Zusammengefasst: Männer sind häufiger Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

9) und weniger sorgen dass dir die Schuld gegeben wird wenn du outcallst

Weil ich mir vorher überlege, inwiefern meine Reaktion die Situation für mich schlimmer machen könnte.

10) du braust dir keine Gedanken machen ob du wegen deines Aussehens eingestellt/ nicht-eingestellt wurdest

Wer zu nem Vorsdtellungsgespräch nicht gepflegt kommt, ist selbst schuld – unabhängig des Geschlechtes.

11) du kannst dir sicher sein, dass die Möglichkeit dass du schwanger wirst nichts mit der Entscheidung zu tun hat ob du eingestellt wirst

Das ist wahr.

12) du brauchst dir keine Sorgen machen dass falls du vergewaltigt wirst irgendwer deiner Kleiderwahl als wichtigen Faktor sieht

Schön (ganz ehrlich), dass Du anerkennst, dass Männer vergewaltigt werden können. Ist unter Feministen nicht so üblich.

Und du hast recht. Meistens gehen die Menschen bei vergewaltigten Männern davon aus, dass das in der Gefängnisdusche beim Seife aufheben passiert. Da ist man naturgemäß nicht begleidet.

13) wenn du viele sexpartner*innen hast bist du keine schlampe

Stimmt, ein Arschloch.

14) wenn du weniger hattest nicht prüde

Stimmt, ein Looser.

15) wenn du selbstsicher auftrittst wird das nicht als aggressiv gewertet

Auch selbstsichere Frauen werden nicht als aggressiv betrachtet. Aggressive Menschen werden als aggressiv betrachtet.

16) wenn du stark deine Meinung vertrittst bedeutet dass das du dir in deinen Ansichten sicher bist und nicht dass du stur bist

Es sei denn ich vertrete meine Meinung stark, obwohl es einen Haufen Gegenbeweise oder Gegenargumente gibt.

17) Leute auf der Straße sagen dir nicht dass du mehr Lächeln sollst

Stimmt, niemand interessiert sich für meine Gefühlsalage.

18) du kennst das Gefühl nicht, dass wenn jmd. dich auffordert mehr zu Lächeln dir die Emotion untersagt wird die sich in dem Moment auf deinem Gesicht wiederspiegel.

Stimmt man bittet mich nicht zu Lächeln, man nennt mich entweder direkt einen Jammerlappen oder man interessiert sich nicht.

19) keiner erhebt Anspruch auf deinen Körper!!!!!

Aha? Mir war irgendwie so, als wenn die meisten Kindersoldaten und Sklaven Männer wären. Mir ist so als wäre da diese #HeForShe Kampagne, das Beschützer/Versorger Rollenmodell usw. wo auf meinen Aktivismus und meine Arbeitskraft (meinen Körper) abgeziehlt wird.

20) wenn du schlecht drauf bist wird es nicht auf Hormone oder Köperfunktionen zurückgeführt – zB auf die Periode

Stimmt, die Ausrede hab ich nicht. Und es kann bei mir auch nicht tatsächlich daran liegen.

21) wenn du sauer bist und oder laut wirst entwertet es keiner in dem er sagt „du bist süß wenn du sauer bist“

Ne, es bekommen alle Angst und nennen mich aggressiv und unterdrückend.

22) du kannst erwarten für deine Arbeit das gleiche Geld oder mehr als andere Geschlechter zu bekommen

Das ist hart erarbeitet und daher kein Privileg.

23) du wirst im Haushalt nicht mehr Arbeit leisten

Als?

Also ich wohne alleine und bei mir mache ich 100% der Arbeit im Haushalt.

24) es wird auch nicht von dir erwartet

Wenn ich zu Hause bleibe und das Kind hüte / weniger Zeit auf der Arbeit bin, dann mache ich mehr im Haushalt und das wird auch von mri erwartet. Du weißt schon: Partnerschaftliches Verhalten, Arbeitsteilung, Teamwork und so.

25) auch vorrangig für Kindererziehung verantwortlich zu sein nicht

Weshalb mir, wenn es zu einer Trennung kommt, das Sorgerecht bzw. der Umgang verwehrt werden kann, so dass ich mein Kind nicht sehen kann. Gaaanz tolles Privileg.

26) deine Entscheidung keine Kinder zu bekommen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird nicht fortwährend hinterfragt

Stimmt.

27) keiner denkt du bist die Quoten-Frau in deinem Betrieb die nur deswegen eingestellt wurde

Stimmt, bedank dich beim Feminismus dafür. Wenn es übrigens eine Männerquote geben würde, würde man das bei mir vermutlich auch denken – es seid enn ich bin halt einfach gut…

28) deine Stimme wird gehört mehr als die aller anderen

Liegt daran, dass ich

a) die deutsche Sprache ganz gut beherrsche

und

b) mit zunehmendem Alter sowohl Männer als auch Frauen höhere Frequenzen nicht mehr so gut wahrnehmen können und Frauen nunmal eine höhere Stimme (im Schnitt) haben.

29) dir wird nicht schon als Kind eingeredet dass du dafür verantwortlch dafür bist ob du vergewaltigt wird

Stimmt, mir wird eingeredet, dass ich WEIL ich ein Mann bin ein Vergewaltiger bin. Übrigens wird DIR die Verantwortung für die mögliche Vergewaltigung auch nicht zugeschoben.

30) auch dein Alkohol/Drogen Konsum hat nichts damit zu tun ob dich jemand belästigt

Äh, doch.

31) mehrer tausend Menschen gehen nicht jährlich auf die Straße um dir dein Recht über deinen Körper abzusprechen Stichwort marsch für das Leben

Also die Leute vom Marsch für das Leben wollen Dir das Recht auf einen eigenen Körper absprechen?

Spaß beiseite. Ist Dir eigentlich klar, dass in anderen Bereichen, Männern das Recht auf Entscheidungen über den eigenen Körper genommen ist (Stichworte Wehrpflicht und Genitalverstümmlung).

32) in der Regel werden Eigenschaften die deinem Geschlecht zugerordnet werden nicht abwertend konnotiert

Männern wird zum Beispiel die Eigenschaft zugeordnet, nur im Interesse von Männern Politik zu machen, was – auch wenn die Prämisse schon falsch ist – als Unterdrückung angenommen wird.

Männern wird die Eigenschaft zugeordnet Frauen zu unterbrechen #Mensterrupting.

Männern wird die Eigenschaft zugeordnet zuviel Platz im ÖPNV einzunehmen #menspreading.

Männern werden die folgenden Eigenschaft zugeordnet: empathielos, rücksichtslos, aggressiv, brutal, potenzieller Vergewaltiger.

Soll ich weitermachen?

33) die die für das Vertreten der Interessen in der Gesellschaft verantwortlich sind haben vorrangig dein Geschlecht (checkt Bundestagsquoten)

Nur Sexisten interessieren sich für das Geschlecht, der Rest interessiert sich für Inhalte. Oder anders ausgedrückt: Was für eine Politik wird denn gemacht?

34) die Die Gesetze schreiben damit auch

Das muss der Grund sein warum es keine einzige rechtliche Benachteiligung von Frauen gibt, aber einige für Männer (Stichworte: Genitalverstümmlung, Wehrpflicht, Unterstützung als Eltern, Quoten, Bundesgleichstellungsgesetz, Exhibitionismus, Familienrecht usw.).

35) Rechtssprechung ist auch immernoch männerdominiert

Und das bringt genau was?

36) Jobs in denen dein Geschlecht dominiert sind in der Regel besser bezahlt (im Gegensatz zu zB. Pflege und Erziehungsberufen)

Stichwort: Mehrwert.

36) du wirst seltener .Opfer von Stalking

Stimmt.

Aber wenn ich Opfervon Stalking werde, ist die wahrscheinlichkeit deutlich geringer, dass man mir hilft.

37) masturbation wird nicht stigmatisiert oder tabuisiert

Das Stimmt. Auch bei Frauen übrigens. Da das also auf alle zutrifft…

38) ganz großes Stichwort hier pornos gucken

Frauen können auch Pornos gucken und sind ~ ein drittel der Konsumenten. Wo ist hier das Privileg?

39) Pornos zielen hauptsächlich auf dein Vergnügen ab / female-pleasure ist eine kleine Nischen-Kategorie

Echt? Ich hab den Eindruck, dass zum Beispiel Lesben-Pornos ziemlich beliebt sind (auch bei Frauen) und da geht es nur um female-pleasure.

40) wenn du bestimmte Haare an deinem Körper nicht entfernst wird dir nicht die Zugehörigkeit zu deinem Geschlecht abgesprochen

Hier brauch ich mal Hilfe. Was für Haare? Und wer spricht Dir die Zugehörigkeit zu Deinem Geschlecht ab?

Wenn Du den Damenbart meinst, dann wirf noch einmal einen genauen Blick auf das Wort.

41) Verhütung ist idR immernoch weniger deine Sache als andersrum

Das Stimmt, zum einen weil es weniger nicht-permanente Verhütungsmethoden für Männer gibt, zum anderen weil ich natürlich nicht schwanger werde.

42) von dir wird nicht erwartet eine nachgewiesen für dich schädliche Verhütungsmethode zu verwenden einfach um auf das Kondom verzichten zu können

Stimmt nicht.

43) von dir wird auch nicht erwartet irgendwelche kosten für Verhütungsmittel die deine Partnerin anwendet damit ihr Sex haben könnt zu übernehmen

Stimmt nicht. Außerdem ist das immernoch Sache der Paare.

44) Hygieneartikel marketed to your gender sind günstiger auch wenn das gleiche drin ist

Du willst mir also sagen, dass Du so leicht beeinflussbar bist, dass du das teurere Produkte kaufst, obwohl es gleich ist? Oder unterscheiden sich die Artikel doch?

45) deine Kosten für Hygieneartikel bzg der Periode fallen weg möchte nicht wissen was das im Jahr alles kostet

Das ist wohl wahr.

46) du wirst immer und überall angesprochen Stichwort generisches Maskulinum

Das schöne bei solchen Formulierungen ist, dass es nur eines Gegenbeweises bedarf, um die Prämisse zu wiederlegen.

Übrigens: Das generische Maskulinum spricht alle an.

47) selbst in der Verfassung

Artikel 3 Absatz 2

48) daher kommt auch das Privileg Gegenderte Sprache unnötig zu finden

Ungeachtet der Tatsache, dass es auch Frauen gibt, die diese Sprache überflüssig finden und es Männer gibt, die diese NICHT überflüssig finden, sind Gefühle kein Privileg.

48) gerne auch in Worten „Mannschaft“ „Feuerwehrmann“ „herrlich“ „fachmännisch“ könnte ewig weiter machen

s.o.

49) wenn du einen akademischen Titel hast spielt dein Geschlecht bei der Anrede eine weniger große Rolle: Prof. Dr. Müller vs FRAU prof. Dr. Müller

Da gehe ich konform. Ich verstehe auch nicht, warum ein Frau davor gesetzt wird. Wobei HERR Prof. Dr. Müller durchaus nicht unüblich ist.

50) du wirst nicht Opfer von mansplaning

Ich werde auch nicht Opfer von Koboldflüchen.

52) […] du bekommst keine Komplimente für deine Kleider Wahl oder dein Aussehen in unpassenden Umfeld (academia, Arbeitsplatz)

Stimmt, ich bekomme keine Komplimente für…

Ernsthaft jetzt?

53) du wirst weniger unbezahlten Arbeit leisten (Haushalt Kinder) die sowieso nicht im gleichen Maße geschätzt wird wie bezahlte

Erst zu letzterem: Das ist eine Behauptung die derartig weit von der Realität entfernt ist, dass du es vermutlich aus einem Fantasybuch, der Bibel oder einer feministischen Schrift hast.

Zu ersterem: Stimmt, allerdings Leiste ich mehr bezahlte Arbeit und habe weniger Zeit für meine persönliche Entspannung.

54) du wirst auch weniger emotionale Arbeit leisten in deinen Beziehungen ( wenn du hetero bist)

Emotionale Arbeit? Ne, ich kann mich beherrschen und schmeiße nicht wegen jedem Scheiß nen hissyfit.

55) es wird nicht als professionell erachtet Schuhe zu tragen die deinem körper schaden

In meinem Berufsfeld wird das auch nicht als professionell erachtet.

56) wenn du „übergewichtig“ bist ist es weniger schlimm gesellschaftlich gesehen

Siehe „Privileg“ 4 *hüstel*

57) die Diät-Industrie richte sich nicht vorrangig an dich

Stimmt. Aber ich kauf auch nichts, was ich nicht haben will. Angebot und Nachfrage und so.

58) das gleiche bei plastischer Chirurgie

Siehe oben

59) von dir wird nicht erwartet auszuweichen

Doch wird es. Das nennt man Höflichkeit und die wird von allen erwartet. Aber wenn Dir das schon zu anstrengend ist…

60) wenn du schlecht drauf bist denkt keiner es liegt daran dass du schon lange nicht mehr richtig gefickt wurdest

Aber wenn ich gut drauf bin denken alle, meine Freundin hätte mich mal wieder ran gelassen.

61) du brauchst dir um die Worte „zickig“ und „hysterisch“ keine Gedanken zu machen sie werden nicht auf dein Geschlecht angewendet

Bei uns heißt es Bockig (von männliche Ziege; äquivalent dazu zickig von Zicke -> weibliche Ziege). Hysterisch ist übrigens ein Wort, dass auch auf Männer angewendet wird, wenn auch seltener, weil Männer im Regelfall nicht so schnell hysterisch werden.

62) wenn du jemanden datest der erheblich jünger ist ist das normal

Ja ist es. Bei Dir nicht? Sagt Dir der Begriff: Toy Boy etwas?

63) du läufst nicht Gefahr als eklig dafür Betrachter zu werden oder dass die jüngere Person nur dein Sex-toy ist

Ähmmm. Hier entlang gehts zur Realität, einmal nähertreten bitte. Danke.

64) Danke an dir wird beim sex nicht die passive Rolle zugeschrieben „gefickt werden“ selbst der medizinische Begriff „Penetration“ impliziert das

Männer werden durchaus auch gefickt (Stichwort: Reiterstellung).

65) von dir wird nicht erwartet bei der Ehe deinen Nachnamen abzugeben

Ich komme aus dem Erzkonservativen Münsterland und selbst hier wird as nicht von der Frau erwartet.

66) wenn du ein Kind bekommst und deiner Partnerin und du einen unterschiedlichen Namen haben ist die Wahrscheinlichkeit größer dass das Kind deinen Nachnamen bekommt

Öhm. NEIN.

Das Kind bekommt den Nachnamen der Mutter. Wenn ich mein Kind nicht anerkenne (sofern ich nicht mit der Frau verheiratet bin) geht das auch nur, wenn die Mutter mich als Vater bestätigt UND der Namensgebung zustimmt.

67) in einer heterosexuellen Beziehung ist die Chance wesentlich geringer Gewalt zu erfahren

Männer sind rund die Hälfte der Opfer häuslicher Gewalt. Bei schwulen Paaren ist die Gewaltrate niedriger als bei lesbischen Paaren.

68) und falls du Gewalt erfährst oft aus Selbstverteidigungsgründen deiner Partnerin

In 70% der wechselseitigen Gewalt ist die Frau diejenige, die als erstes Gewalt anwendet. zudem benutzt sie häufiger Gegenstände (oder Waffen) als Waffen.

69) wenn du alterst und man es dir ansieht ist es keine Schande

Geht Frauen genauso. Es ist eien Schande, wenn man zwanghaft versucht jung zu bleiben…

70) deine Symptome werden von Ärzten ernster genommen

Deshalb sterben Männer früher, haben häufiger Herzinfarkte, eine höhere Suizidrate und weniger Krankheitstage…

71) Du darfst Oberkörperfrei in der Öffentlichkeit rumlaufen

Volle Zustimmung. Frauen sollten das auch tun dürfen.

72) deinen freien Oberkörper auf Instagram zu zeigen verletzt keine Richtlinien und wird deshalb gelöscht

Weil es keine Richtlinien verletzt wird es gelöscht? Merkwürdig.

Dir ist aber schon bewusst, dass die weibliche Brust ein sekundäres Geschlechtsorgan ist?

73) du brauchst nicht befürchten dass dein freier Oberkörper sexualisiert wird

Das liegt aber daran, dass ich dick bin. Wenn ich Six-Pack und Muskelpakete hätte…

Warum eigentlich befürchten? Entsteht dadurch schaden?

74) es wird als weniger eklig erachtet wenn du schwitzt

Schwitzende Frauen sind sexy.

75) als vorrangige Nationalmannschaft eines Landes wird grundsätzlich die deines Geschlechts erachtet

Männer sind schneller und muskulöser als Frauen. Das macht den Sport schneller und dynamischer und deshalb spannender zu gucken.

Aber in wiefern ist es ein Privileg für mich?

76) der Großteil der Hauptcharaktere in Filmen haben dein Geschlecht

Sowohl die guten, als auch die bösen.

Wie bereits oben gesagt: nur Sexisten achten auf das Geschlecht, der Rest achtet auf Inhalte.

77) dir wird in der Regel nicht suggeriert dass dein geschlecht nur da ist um zu gefallen/ am Rande gut auszusehen

Stimmt, mir wird suggeriert, dass mein geschlecht überflüssig und mängelhaft ist.

78) wenn du hetero und cis bist ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering dass dir online mit Vergewaltigung gedroht wird

Viel wichtiger ist noch, dass ich a) nicht damit hausieren gehe, welche sexuelle Orientierung ich habe, b) nicht damit hausieren gehe, welches Geschlecht ich habe, c) nicht damit hausieren gehe, welche Geschlehctsidentität ich habe, d) nicht alles unter diesen Gesichtspunkten…

Ach lassen wir das. Viel wichtiger ist, dass ich mich online auch nicht wie ein Arschloch aufführe. Aktion – Reaktion. Du verstehst?

79) In Videospielen dominieren männlichen Helden

Helden dominieren immer, sonst wären sie keine Helden.

79) in Videospielen sind Männer nie Belohnungen

Sie sind die die umgemetzelt werden.

81) du kannst Karriere machen und eine Familie haben ohne dass in frage gestellt wird ob das denn überhaupt klappen kann

Weil alle von Dir erwarten, dass Du die Karriere über deine Kinder stellst, obwohl du lieber bei deinen Kindern wärst.

82) von dir wird nicht erwartet dass du das Baby-Jahr nimmst

Meist wird es untersagt.

83) falls du es doch tust oder 1 Teil davon erhältst du ungleich l mehr Praise dafür als die Mutter des Kindes

Weil ich es gegen Gesellschaftliche Konventionen durchgesetzt habe? Es also erarbeitet habe und es daher kein Privileg ist?

84) falls es darum geht dass 1 Elternteil zuhause bleibt ist es unwahrscheinlich dass es von dir erwartet wird

Man erwartet, dass ich nicht bei meiner Familie bin um Geld für meine Familie ranzuschaffen. Geil!

85) I’m umkehrschluss ist es auch unwahrscheinlicher dass du von deiner Partnerin finanziell abhängig bist, finanzielle Abhängigkeit erschwert eine Trennung aus einer toxischen Beziehung

Wenn wir Kinder haben, dann ist es wahrscheinlich, dass ich den Besitz den ich mehrheitlich erwirtschaftet habe teilen muss UND mein Kind nicht mehr so oft sehe.

DAS erschwert eine Trennung aus einer „toxischen“ / gescheiterten Beziehung.

86) wenn du viel Geld ausgibst hat das für andere nichts mit deinem Geschlecht zu tun

Aha, da hat er sich also eine vierreifige Schwanzverlängerung gekauft! Muss der was kompensieren?

87) wenn du viele Klamotten hast auch nicht

Äääääh?

88) bei Schuhen auch nicht

Ääääääääääääääääääääääääh?

89) wenn du in deinem Beruf scheiterst wird es nicht als Beweis angeführt dass dein Geschlecht in diesem Job nix zu suchen hat

Es sei denn ich scheiter in einem frauendominierten Beruf.

90) schon als Kind wurdest du mehr für deine Fähigkeiten gelob als für dein Aussehen

WENN ich den lobenswerte Fähigkeiten habe. Sonst werde ich gar nicht gelobt.

91) du kannst Priester werden

Können Frauen auch.

92) wenn du in der Öffentlichkeit irgendwo hinpinkelst ist das normal Danke an

Und wird nicht gern gesehen.

93) wenn du dich mit deinem Chef gut verstehst wird dir nicht vorgeworfen dass du mit ihm schläfst Danke an

Es sei denn mein Chef ist eine Chefin.

94) wenn du befördert worst wird dir nicht vorgeworfen dass du dich hochgeschlafen hast

Das passiert bei Frauen auch nur, wenn es keine andere Erklärung für ihren Aufstieg gibt.

95) dein Geschlecht ist kein Synonym für schwach (Du mädchen!)

Sondern für Verrohung (Kerl)

96) die Gefahr dass dir jemand etwas in den Drink tut beim weggehen ist weitaus geringer

Stimmt.

97) Spielzeug dass an dein geschlecht gemarktet ist ist günstiger

Dann kauf das, dass nicht an dein Geschlecht „gemarktet“ ist.

98) du brauchst dir keine Gedanken über die pink tax zu machen

Du Dir auch nicht.

99) wenn du dich dafür entscheidest deinen Intimbereich nicht zu rasieren ist das keine Kategorie auf Porno Seiten, einf mal gucken „Hairy“

Ob ich das mache oder nicht hat keinen Einfluss auf die Existenz von Kategorien auf Pornoseiten. Genausowenig ob Du das machst.

100) schon als Kind wurde dir und Frauen suggerier das ein bisschen übergriffigkeit nicht so schlimm ist sonder Ausdruck deiner Zuneigung „Was sich liebt das neckt sich“ „wenn er dich ärgert bedeutet das er mag dich“

Also necken bzw. ärgern = übergriffig. Alles klar.

101) die Chance ist geringer dass du von alters-Armut betroffen sein wirst

Stimmt. Dafür knechte ich auch mein Leben lang. Ich knechte auch länger. UND ich habe nicht so lange was davon weil ich früher sterbe. Statistisch gesehen.

Also kein Privileg sondern verdient.

#MeToo

Was soll man zu #MeToo noch sagen, was nicht längst gesagt wurde? Ist das Thema bereits zerredet und von jedem Winkel betrachtet worden? Ich muss gestehen – ich weiß es nicht.

Ich habe mich in den letzten Wochen relativ rar gemacht, vor allem, weil ich derzeit nicht in meiner eigentlichen Wohnung wohne, sondern in einem 16m² Apartment (inklusive Küche und Bad) mit einem Internet, dass so stabil ist, wie ein aus Strohalmen gebauter Eiffelturm in Originalgröße ohne Fundament und Verbindung zwischen den einzelnen Halmen. Ich denke, dass das in den kommenden Wochen wieder besser wird.

Ich schiebe das ein, weil ich tatsächlich in den vergangenen Wochen zwar viele Artikel wahrgenommen habe, die sich um #MeToo drehten, aber nur noch wenige gelesen habe.

#MeToo und die Debatte

Es gibt Menschen die nennen die Ereignisse um #MeToo eine Debatte und wieder andere, die das verneinen. Ich meine in mindestens zwei Fällen darüber gestolpert zu sein, dass Leute behauptet haben, dass die Kritik an #MeToo nieder gebrüllt werden würde (und wenn ich mich nicht ganz täusche, habe ich selbige Aussage auch getroffen, kann sie aber nicht wiederfinden). Doch denke ich, dass dies mittlerweile nicht mehr derartig der Fall ist. Die Kritik an #MeToo ist mittlerweile sehr vielfältig, kommt aus unterschiedlichen politischen Lagern und sowohl von Männern als auch Frauen. Genauso kommt die Befürwortung von #MeToo aus unterschiedlichen politischen Lagern (mit #120dB als vermeintlich rechtem Ableger) und auch von Männern und Frauen. Mit Fug und recht kann man behaupten, dass hier zumindest unterschiedliche Argumente publiziert werden – und das ist weit näher an einer Debatte, als das was wir unter #aufschrei oder #imzugpassiert oder Ähnlichem erlebt haben.

Das Aufbrechen von Machtstrukturen.

Die damalige Frauenministerin Katharina Barley wird in der taz folgendermaßen zitiert: „Wer hat wann was getan – am Ende geht es nicht um eine Hand auf einem Knie, sondern es geht um Macht. Übergriffe sind eben nicht nur Einzelfälle, sondern Ausdruck der Machtstrukturen, aus denen heraus bestimmte Rollenbilder entstehen.“ (Archiv)

In EditionF (Archiv) kommen gleich mehrere Feministinnen zu Wort:

Dabei geht es fast immer um Macht, Machtgefälle und Machtmissbrauch. In Hollywood, in Unternehmen und in der Politik. Diese teilweise über Jahrhunderte geformten Machtstrukturen müssen wir aufbrechen.“ Jenna Behrends

„Ich halte es für möglich, dass es da draußen genauso viele Männer wie Frauen gibt, die die üblichen Unterdrückungs- und hierarchischen Machtspielchen nicht mehr ertragen.“ Lisa Ortgies

„Oder um mit Beauvoir zu argumentieren: Die Komplizenschaft mancher Frauen mit der institutionalisierten Herrschaft des Patriarchats zeigt sich in diesem Zusammenhang mancherorts leider immer noch.“ Katja Kipping

„Deswegen muss die Relevanz noch mal klar gemacht werden: Es geht nicht (nur) um Sex, es geht nicht (nur) um Hollywood. Es geht um Machtstrukturen, die überall (wirklich überall!) zu finden sind, und die man nur im Ganzen angehen kann.“ Barbara Vorsamer

„Körper und Macht: Natürlich geht es bei der #Metoo-Debatte um unsere Körper. Und es geht um Macht. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die in den allermeisten Fällen von Männern ausgeht und Frauen in ihrer Freiheit einschränkt. Das hat etwas mit Machtgefällen zu tun.“ Terry Reintke

Und so weiter…

Aber auch in anderen Publikationen wie zum Beispiel dem Handelsblatt (Archiv; Original) wird von Machtstrukturen geredet:

„Aber im Kern geht es bei der #MeToo-Debatte um Macht. Um Machtmissbrauch, um Machtstrukturen und um Machtgefälle, die schamlos und würdelos ausgenutzt werden. „

Geht es denn meiner Meinung wirklich um das Aufbrechen von Machtstrukturen? Ja und nein. Wenn es um Machtstrukturen zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz geht, könnte man sagen, dass es sich dabei um ein Aufbrechen von Machtstrukturen handelt – mit Einschränkungen. Denn in der überwältigenden Mehrheit der bekannten Fälle geht es um eine männlicher Chef/Strar – weibliche Untergebene/(noch) nicht Star. Es geht nicht um: Weiblicher Chef/Star – männlicher Untergebener/(noch) nicht Star.

Es geht also um die Machtstrukturen von mächtigen Männern und weniger mächtigen Frauen am Arbeitsplatz. Wobei hier natürlich Kevin Spaceys männliches Opfer und Jennifer Lawrences weibliche Täterin Ausnahmen bilden.

Und selbst wenn man in Betracht zieht, dass die Übergriffe teils Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte zurückliegen und es mehr als nur einen Hinweis darauf gibt, dass sich Männer schon länger gegen falsche Behauptungen absichern (Grundschullehrer, die nicht in die Nähe der Schüler-Toiletten gehen, Lehrer, die die Klassenzimmertür offen lassen, Chefs, die nicht alleine mit einer Frau in einem Raum sein wollen, allgemein Männer, die nicht alleine mit einer Frau in den Fahrstuhl gehen, usw.) so gab es (und gibt es auch heute noch) Männer, die ihre Machtposition im Berufsleben ausnutzen. Doch denke ich, dass diejenigen, die ihre Macht jetzt in der angeprangerten Weise ausnutzen, wesentlich weniger werden. Und auch diejenigen, die ihre Macht nicht entsprechend ausnutzen (weder früher, noch jetzt, noch in der Zukunft) werden (noch) vorsichtiger im Umgang mit Frauen sein.

In sofern sind die Machtstrukturen aufgebrochen worden.

Andersherum, wird durch diese erhöhte Vorsicht auch gewissen Frauen die Möglichkeit genommen ihre Sexualität (ihre sexuelle Macht) zu nutzen, um Vorteile zu erhalten.

Auf einer anderen Ebene, nämlich der sozialen Ebene, sind Machtstrukturen zementiert worden. Schon früher haben sich primär Männer gegen falsche Beschuldigungen abgesichert, denn der Vorwurf einer sexuellen Belästigung oder gar Vergewaltigung konnte und kann auch heute deinen Ruf zerstören, wie wir wunderbar bei #MeToo gesehen haben. Mächtige, hoch angesehene Männer mussten ihren Hut nehmen, wurden teils in den Suizid getrieben (Archiv 1Archiv 2).

Diese soziale Macht ist somit offensichtlich nicht unerheblich und lag primär bei Frauen. Das hat sich auch kaum geändert, außer, dass jetzt wirklich jeder weiß, dass Frauen diese Macht haben.

Macht und Machtmissbrauch

Aber wie es mit Macht nun mal ist: Es gibt immer Menschen – egal ob Männer oder Frauen – die diese Missbrauchen. Der Macht, die eigene Position zu nutzen um sexuelle Gefälligkeiten einzufordern, wird nun die soziale Macht massiv entgegen gesetzt, dass sich so etwas nicht gehört und daher eine absolute Vernichtung der Reputation und der Lebensleistung als gerechtfertigt wahrgenommen wird – auch ohne Beweise.

Und das wiederum öffnet Machtmissbrauch (diesmal primär durch Frauen) Tür und Tor. Wenn ich etwas unredliches (Falschbeschuldigung) machen kann ohne das diese Handlung negative Auswirkungen auf mich hat, es aber das Opfer (beschuldigte Person) beruflich wie sozial vernichten kann, dann habe ich alle Anreize geschaffen, Macht zu missbrauchen. Minimaler Einsatz bei maximalem Effekt. Jetzt kann eine freiwillige zwei-Wochen Praktikantin einem etablierten, guten, umgänglichen, männlichen Chef das Leben zerstören, weil ihr gerade danach ist.

Das ist gefährlich. Brandgefährlich. Nicht umsonst haben wir Menschenrechte etabliert wie die Unschuldsvermutung. Nicht umsonst haben wir einen Rechtsstaat etabliert, wo neutrale Profis (Richter) das Urteil über Strafen im Rahmen eines Gesetzes fällen. Nicht umsonst hat in diesem Rechtsstaat jeder das Recht auf einen professionellen Verteidiger. Zumindest vor Gericht.

Doch diese Rechtsstaatlichkeit wurde mit #MeToo vollständig ausgehebelt. Nicht umsonst wird von Hexenjagden geredet (Archiv).

Nehmen wir an, Manager XY hätte Frau YZ die Hand auf das Knie gelegt und ihr vielleicht auch spontan und überraschend einen Kuss auf den Mund gegeben, was sie wiederum nicht wollte… Rechtfertigt das ernsthaft, dass er das verliert, wofür er sein Leben gearbeitet hat? Rechtfertigt das, ihn sozial und beruflich zu vernichten? Vielleicht sogar ihn in den Suizid zu treiben?

Rollenstereotype

Feminist*_InnenX sprechen gerne davon, dass sie Rollenstereotype aufbrechen wollen. Die Geschlechterrollen gehören abgeschafft, so schallt es aus ihren Reihen. Für den Mann galt einmal, dass er der zu respektierende Herr des Hauses sein soll. Der Beschützer und Versorger der Familie.

In meinen Augen durchaus positive Dinge.

All dies wurde im Laufe der Jahre negiert. Der Mann soll nicht mehr Versorger sein, wenn es nach Feminist*_InnenX geht. Das ist ja auch ganz schlimm, das Männer mehr verdienen (GPG und so), weil sie es wollen und Frauen es eben nicht wollen. Der Mann ist auch nicht mehr Beschützer, denn wie wir an den ganzen „Anti-Sexismus“ Hashtags wie #MeToo, #aufschrei und wie sie alle heißen gesehen haben, beim Thema häusliche Gewalt und auch in anderen Bereichen sehen (http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-8955202.html ) wird der Mann als Gruppe immer mehr zum gewaltbereiten, Trieb gesteuerten, Macht besessenen Sexmonster degradiert und verliert somit jeglichen Respekt, der ihm gebührt.

Diese Degradierung des Mannes, die Zerstörung aller positiven Attribute, bei gleichzeitiger Verweigerung der Möglichkeit für neue positive Eigenschaften ist vielleicht der Grund dafür, das der Feminismus immer häufiger als Synonym für Männerhass verwendet wird bzw, Feminist*_InnenX Männerhass vorgeworfen wird. #MeToo ist nur ein Baustein in der Dämonisierung des Mannes.

Wir sind auf einem merkwürdigen Pfad in der Geschichte der Menschheit. Errungenschaften wie Unschuldsvermutung, Rechtsstaat, Individualismus und Menschenrechte werden zu Gunsten von Schuldig weil angeklagt, Mobjustiz und Kollektivismus. Alles Dinge, die sich als amoralisch und nicht geeignet Gerechtigkeit zu bringen erwiesen haben. Alles Dinge, die mehr Schaden angerichtet haben, als dies sie nutzten. Wir entwickeln uns gesellschaftlich zurück.

Schuldzuweisungen und Risikominimierungen

Ich habe auf Achgut.com den Artikel „Vergewaltigung – Opfer ohne Lobby“ (Archiv) gelesen, der im Original hier (Archiv) erschienen ist. Diesen Artikel finde ich weitestgehend ziemlich gut, bis auf zwei Sachen. Ansonsten möchte ich für diesen Artikel eine Leseempfehlung aussprechen.

Das könnte einem selbst nicht passieren, weil man doch nicht um diese Zeit an diesem Ort sein würde. Dann erreicht einen die nächste Meldung eines gewalttätigen, sexuellen Übergriffes auf eine Seniorin auf einem Friedhof am helllichten Tag, oder am Bankautomaten, oder vormittags auf dem Weg in den Gottesdienst, oder beim Walken auf einem ländlichen Fahrradweg in der Mittagszeit oder an der eigenen Haustür, wo das Opfer im Hausflur vergewaltigt wird – von einem Fremden in gewohnter Umgebung. Müssen da nicht zwangsläufig Zweifel an der eigenen Einschätzung aufkommen? Ja, das Thema betrifft jede Frau, sie kann

prinzipiell überall und zu jeder Zeit zum Opfer werden.

Das ist prinzipiell richtig gesagt. Prinzipiell kann jede Frau zu jeder Zeit zum Opfer [eines gewalttätigen, sexuellen Übergriffes] werden. Genau wie das bei jedem Hund, jeder Katze, jedem Mann, jedem Kind und jedem Baum der Fall ist.

PRINZIPIELL ist das so. Das heißt nicht, dass hinter jeder Ecke ein/e Vergewaltiger/in steckt. Das in jedem Flur jemand ist, der auch nur daran denkt dich zu begrabschen. Das an jedem Bankautomaten jemand ist, der dir die Kleidung vom Leib reißt.

Hier statistische Wahrscheinlichkeitswerte anzuführen, erweckt den Verdacht, das
Thema zu scheuen und sich nicht mit dem latenten Bedrohungspotenzial auseinandersetzen zu wollen.

Sie nicht anzuführen weckt den Verdacht Angst schüren zu wollen.

Jetzt mal Hand aufs Herz: Neben meiner Wohnung steht ein großer Baum. Schon seit über 40 Jahren steht der da. Es stürmt gerade. Der Baum könnte abknicken und auf meine Wohnung stürzen. Dieses latente Bedrohungspotential ist da. Mein Kühlschrank ist schon relativ alt, es könnte einen technischen Defekt geben und meine Wohnung könnte abbrennen. Wenn ich die Wohnung verlasse könnte mir jemand das Portemonaie klauen. Wenn ich am Straßenverkehr teilnehme könnte es sein, dass mich jemand (absichtlich oder aus versehen) umfährt. Es kann passieren, dass ich Schwimmen gehe, einen Krampf bekomme und ertrinke. Es kann passieren, dass ich mich beim Essen verschlucke und ersticke.

Wir sind von potenziellen Gefahren umgeben. Alles birgt ein gewisses Gefahrenpotenzial. Allerdings ist die Frage „Wie hoch ist das Gefahrenpotenzial?“ sprich: „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?“  unheimlich wichtig zur Einschätzung der Gefahr.

Auch ist der zu erwartende Schaden relevant. Ich gehe vorsichtiger mit meiner Geldbörse um, wenn ich da 100+ € drin habe, als wenn ich da nur ein paar Cent drin habe.

Es ist kein Zufall, dass gerade Frauen vermehrt Hundeabwehr-Spray, Schrill-Alarme, Kubotane (oft eine Schlag- oder Stichwaffe in Form eines Stiftes) und dergleichen mehr kaufen und in ihren Handtaschen deponieren. Es ist kein Zufall, dass Frauen versuchen, weniger Angriffsfläche zu bieten und Risikosituationen weitestgehend zu vermeiden.

Eine Risikominimierung ist ganz normal. Des begegnet uns in den alltäglichsten Situationen. Der Stuhl X ist besonders rückenschonend und verringert so die Gefahr von Schäden am Rücken. Das technische Gerät ist so gebaut, dass es vor Spritzwasser geschützt ist und so auch, nach dem das Bier in direkter Nähe ausgelaufen ist, voll funktionstüchtig und verursacht durch einen Kurzschluss kein Feuer. Der Sicherungskasten trägt Sicherung im Namen.

Was will man hier eigentlich vermitteln? Das Risikominimierung was schlimmes ist? Zivilisation ist Risikominimierung.

Dem geneigten Leser und auch der genigten Leserin werden bis hierher viele Parallelen zur Anti-Terror Debatte aufgefallen sein. „Risikopotential ist ja sowieso immer da“ und „es ist viel wahrscheinlicher, dass dir X passiert, als dass dich ein Terrorist umbringt“.

Und bis jetzt habe ich die Argumentation genauso … schwammig … geführt. Klar: Gefahrenpotential ist immer da und wird auch nie ganz verschwinden. Das heißt nicht, dass man nicht daran arbeiten sollte das Potenzial zu verringern. Risikominimierung.

Gleichzeitig gebt es natürlich einen eklatanten Unterschied zwischen Taschendiebstahl und sexueller Gewalt – der angerichtete Schaden. genauso wie es einen Unterschied zwischen „ein Krampf im Bein und darum ertrinken“ und sexueller Gewalt gibt – die Täterschaft.

Sowohl bei der sexuellen Gewalt, als auch beim Terrorismus gibt es eine/n Täter/in (auch mal mehrere). Es gibt also zwei Stellschrauben mit denen ich das Risiko verringern kann. Ich kann versuchen dafür zu sorgen, dass man nicht zum Opfer wird und ich kann versuchen, dass man nciht zum Täter wird. Also Schutz- und Präventionsprogramme. Deshalb bewaffnen sich auch Frauen immer mehr, weil sie somit die Wahrscheinlichkeit senken können, zum Opfer zu werden. Es ist eine Risikominimierung. Zu mindest aber der Versuch einer solchen.

Vor diesem Hintergrund regt mich „Es ist kein Zufall, dass gerade Frauen[…]“ ziemlich auf, denn ein paar Zeilen später folgt das Fazit des Artikels:

Bisher setzt man hierzulande noch viel zu sehr auf das, was Frauen tun könnten, um Vergewaltigungen zu verhindern: Bestimmte Orte meiden, gemeinsam joggen oder spazieren gehen, keine fremden Männer anlächeln und am besten nicht zu später Stunde in zu enger oder freizügiger Bekleidung.

Das sind Möglichkeiten der Risikominimierung. Damit jemand nicht zum Opfer wird. Ähnlich wie Haustür / Fahrrad abschließen. Was ist denn schlimm an Risikominimierung?

 Es sind Politiker, Richter und (Staats-)Anwälte, aber auch Journalisten, die maßgeblich mitbestimmen, in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben wollen: In einer Gesellschaft, in der das Opfer einer Vergewaltigung selbst Schuld hat, weil
es allein joggt oder spät nach Hause kommt oder zur abendlichen Stunde noch den Hund laufen lässt.

Vielleicht liegt es daran, dass ich aus dem erzkonservativen Münsterland komme, aber hier bedeutet „Handlungsempfehlung zur Vermeidung eines Übels“ nicht „Schuldzuweisung“. Und natürlich sagen Richter, Politker, (Staats-)Anwälte usw. laufend: „Aha, Du warst also Nachts leicht bekleidet im Park, als du vergewaltigt wurdest? Na dann lassen wir den Vergewaltiger mal Laufen. Der kann ja nix dafür.“

Wenn ich ohne zu gucken über eine Rechts-vor-links- Kreuzung fahre und jemand rast mir ins Auto, obwohl ich Vorfahrt hatte, dann ist die Frage durchaus berechtigt, warum ich nicht geguckt habe. Aber die Schuld hat trotzdem der, der die Vorfahrt genommen hat.

Wer hat eigentlich diesen Mythos erfunden, dass solche Handlungsempfehlungen eine Schuldzuweisung sind.

Und dann gibt es da noch eine ganz besonders wichtige Sache zu zu sagen. Dadurch, dass diese Möglichkeiten der Risikominimirung an die Hand gegeben werden, können die Frauen Akteure bleiben. Selbst nach einem Vorfall. „Diese und jene Dinge kann ich beeinflussen, damit die Welt für mich sicherer ist.“ Ist wesentlich positiver als „Es gibt nichts was ich tun kann um diese Welt sicherer zu machen, so dass ich in ihr leben kann.“ Man nennt das: Erlernte Hilflosigkeit.

Wer Frauen aus der Eigenverantwortung für ihren eigenen Körper entlässt, degradiert sie zum Objekt.

 

Halleluja, die Heilige Femquisition wird uns retten

Guten Morgen

Dieser Post ist als eine Ergänzung zu „Berauscht von Macht“ (Archiv) zu verstehen.

Ich bin über ein Video von Philip DeFranco auf einige Tweets von Amber Tamblyn aufmerksam geworden (Archiv)

THREAD: Rose McGowan is a friend and while I support her kind of movement, I do not support any woman (or man) shaming or taunting the movements of other women who are trying to create change. Telling us to all wear Marchesa? This is beneath you, Rose.

You don’t have to support and stand with us, but we stand and support you. You may take below the belt shots at us but we will not take them at you in return.

Our movement is big. And a black dress is just the beginning of the darkness that will be drained from every industry across the country by the time we’re done. That’s a promise.

And we stand together in this fight, shoulder to shoulder, weapon to weapon, woman to woman (and man), body to burned body. And our arms are open. And our hearts two fold. And our fire will be a universal scorch. Heed the mantra:

Zu deutsch:

Rose McGowan ist eine Freundin und obwohl ich ihre Art von Bewegung unterstütze, unterstütze ich Frauen (und Männer) nicht, die Bewegungen anderer Frauen die Veränderung herbeiführen wollen, mit Hohn und Spott überziehen. Wir sollen alle Marchesa tragen? Das ist unter deiner Würde Rose.

Du musst nicht an unserer Seite stehen und uns unterstützen, aber wir unterstützen Dich. Du magst uns unter der Gürtellinie treffen, abert wir werden das nicht mit Dir machen.

Unsere Bewegung ist groß. Und ein schwarzes Kleid ist nur der Anfang der Dunkelheit, die aus jeder Industrie im Land gesogen sein wird, wenn wir fertig sind. Das ist ein Versprechen.

Und wir stehen zusammen in diesem Kampf, Schulter an Schulter, Waffe an Waffe, Frau an Frau (und Mann), Körper an verbranntem Körper. Und unsere Arme sind offen. Und unsere Herzen zweifach. Und unser Feuer wird eine allgemeine Brandwunde sein. Hört das Mantra: #VeränderungKommt

HALLELUJA!!! HALLLELUJAAAAAAAAAA!!!

Mal ehrlich, das klingt doch nach religiösen Fanatikern oder? Der Aufruf zu Säuberungsaktionen. Dazu die Kriegsrhetorik um dann gleich drauf einzuschwenken, dass man selbst ja nur ganz lieb ist.

Die Femquisition wird euch alle holen.

 

Berauscht von Macht

Seit gestern Abend habe ich mir fest vorgenommen etwas über #metoo zu schreiben. Ich weiß allerdings bis zum jetzigen Zeitpunkt ehrlich nicht, was ich von diesem 7mrd-Köche-Brei halten soll. Und ich muss ehrlich sagen. Der „moral outrage“ ist relativ emotionslos an mir vorbeigegangen. Möglicherweise, weil nach #aufschrei, #ausnahmslos, #imzugpassiert und wie sie nicht alle heißen, das wirklich keine neue Sache war. Und auch bei #GamerGate z.B. waren sexuelle Belästigungen usw. ja durchaus Thema.

Es gab Menschen, die davon sprachen, dass „das Tabu gebrochen“ wurde. Das „endlich das Schweigen beendet ist (Z.B.: DeutschlandfunkArchiv). Doch welches Schweigen? Welches Tabu?

2013: #aufschrei (deutschsprachig)

2014: #Gamergate und #NotYourShield (weltweit), #YesAllWomen, #Shirtgate (Dr. Matt Taylor) (jeweils international)

2015: Sir Tim Hunt

2016: #kölnhbf (weltweit), #ausnahmslos, #imzugpassiert, #neinheißtnein (jeweils deutschsprachig), #WhenIWas, #NotOkay (jeweils international) und Sexualstrafrechtsverschärfung in Deutschland

Gerade 2016 hatte eine Unmenge an „Anti-Sexismus“ Hashtags und Themen (Jenna Behrends z.B.), die allesamt durchaus auch in den Medien diskutiert wurden und somit auch den Nicht-Twitterern ein Begriff wurden.

Man kann weder in Deutschland noch in den USA davon reden, dass ein Tabu gebrochen wurde. Gerade im Bezug auf #metoo mit dem direkten Bezug zu Hollywood finde ich das merkwürdig.

Courtney Love hat 2005 was dazu gesagt. Seth Macfarlane hat bei DEN OSCARS 2013 auf Harvey Weinsteins Verhalten und in einer Family Guy Episode auf Kevin Spacys Verhalten mehr als nur deutlich angespielt. Selbst der erzkonservative, jüdischstämmige Nazischwule Milo Yiannopoulus hat Anfang diesen Jahres Pädophilie-Probleme in Hollywood angesprochen.

Und machen wir uns nichts vor. Auch das Konzept der Besetzungscouch ist weder neu noch nur ein Gegenstand von Witzen. Zudem brauchen wir auch nicht so zu tun, als wenn nur Männer ihre Machtposition missbraucht hätten um an Sex zu gelangen, sondern dass es mit Sicherheit auch Frauen gibt, die Sex eingesetzt haben um die „Macht der Männer“ zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Ich kann mir diesen plötzlichen Ausbruch in Hollywood nur durch eine Art „Mexican Standoff“ erklären: Jede/r wusste, dass die anderen genauso Dreck am Stecken hatten wie man selbst und jede/r wusste das die anderen es auch wussten.Wie sonst ist zu erklären, dass ein so außergewöhnlich talentierter und erfahrener (und beim Publikum beliebter) Schauspieler wie Kevin Spacy aus einem Film kurz vor Veröffentlichung herausgeschnitten wird?

Und dann geschah etwas, was diesen Mexican Standoff zerrissen hat. Doch was war es? Das irgendwelche Frauen mal den Mund aufgemacht haben? Nichts Neues, gab es vorher schon. Das Männer den Mund auf gemacht haben? Dito.

Bei dem Womens-March entstand der Eindruck, dass Feministinnen die Angst schüren wollten, dass Frauen nun alle Rechte entzogen werden würden. Was wäre, wenn diese Feministinnen tatsächlich diese Angst haben, also wirklich davon überzeugt sind, dass mit Trump die Frauenrechte abgeschafft werden und sich daher nun gedacht haben: ‚Scheiß wat druff, wir ham eh nix mehr zu verliern.‘

Sollte das wiederum stimmen, dann müsste man sich jetzt eigentlich (gerade als Feministin) fragen, warum sich die beschuldigten Männer nicht wehren, warum ihre patriarchale Macht sie nicht schützt.

Warum werden mächtige Männer im Patriarchat so abgesägt? Wo doch das Patriarchat ein System ist, das Männer bevorzugt und schützt?

Warum werden mächtige Männer gesellschaftlich ausgestoßen wegen solcher Beschuldigungen? Wo wir doch in einer Rape Culture leben?

Wie kann es sein, dass die Beschuldigung durch arme, unterdrückte Frauen das Abrücken von der Unschuldsvermutung zur Folge hat? Die Unschuldsvermutung ist ja nicht weniger als ein Menschenrecht.

Wenn ich genauer drüber nachdenke… Selbst wenn meine Annahme wie es zu dieser Eruption gekommen ist nicht stimmt, müssten sich Feministen diese Fragen gefallen lassen und beantworten.

Wo ist das Patriarchat, dass diese Männer schützt? Wie können diese Anschuldigungen (flächendeckend) als negativ empfunden werden, wo wir doch angeblich in einer Rape-Culture leben?

Und vor allem: Warum dreht sich die gesamte Debatte über den Machtmissbrauch von Männern gegenüber Frauen, wenn doch auch – wie in Kevin Spacys Fall – angeblich Jungs Opfer sind oder in Jennifer Lawrences Fall, Frauen die Täter.


 

Time Magazin hat #metoo zur „Person des Jahres“ gekührt (bzw. natürlich die Frauen dahinter). Nun ist dies nicht zwangsläufig als Ehrung zu verstehen. Es geht laut Wikipedia um Menschen, die „die Welt im jeweiligen Jahr maßgeblich verändert oder bewegt haben – zum „Guten“ oder zum „Schlechten“. “

Vermutlich der Grund warum sich sowohl Adolf Hitler als auch Josef Stalin auf dieser Liste befinden. Und jetzt eben auch #metoo (wenn gleich die Redaktion des Time Magazines davon ausgeht, dass es etwas Positives/Gutes war).

Natürlich hat #metoo nicht einen solchen Schaden angerichtet wie Hitler oder Stalin. Und natürlich ist es richtig wenn Menschen für Fehlverhalten bestraft werden. Aber dieses Maß wurde hier weit überschritten.

Wie ich bereits erwähnte, wurde hier die Unschuldsvermutung ausgehebelt. Menschen (vor allem Männer) mussten ihre Posten räumen, wurden ausgeschlossen, vorloren die Früchte jahrelanger, harter Arbeit, weil sie beschuldigt wurden. Nur beschuldigt. Nicht verurteilt. Letztendlich führte dies auch dazu, dass sich ein britischer Politker in Folge der Anschuldigungen das Leben nahm.

Diese #metoo Kampagne zerstört Leben. Nicht nur den Ruf, Familienleben, Partnerschaften sondern auch richtig. Gleichzeitig gibt es Menschen wie Jakob Augstein, die diese Entwicklung positiv beschreiben und überhaupt kein Problem damit haben, dass Unschuldige „unter die Räder kommen“ (Archiv).


 

Als Jack Thomson in den USA wegen „Gewalt in Videospielen“ gegen Games vorging, bastelte jemand ein Beat-Him-Up Game. Selbiger jemand bastelte ein vergleichbares Spiel mit Anita Sarkeesian, als sie wegen „Sexismus in Videospielen“ gegen Videospiele vorging. Dies passte einer Dame namens Stephanie gar nicht und sie entfesselte den SJW-Twittermob um sein Leben zu zerstören. Potenzielle Arbeitgeber sollten informiert werden usw. Ich möchte hier auf ein Video von Vernaculis (englisch) verweisen, der das in 40 Minuten auseinandernimmt. Sowohl das Video, als auch der Kanal sind eine absolute Empfehlung.

Ich schrieb oben bereits über Dr. Matt Taylor und Sir Tim Hunt. Dr. Taylor trug ein Hemd, dass manche SJWs/FeministInnen als „sexistisch“ ansahen und bedekcten ihn mit einem Shitstorm. Dr. Taylor entschuldigte sich daraufhin unter Tränen.

Sir Tim Hunt machte einen Witz über sich selbst, dann einen über Frauen um dann ernsthaft den Beitrag von Wissenschaftlerinnen zu preisen. Er verlor alle seine Posten und dachte über Suizid nach.

Und jetzt hatten wir den nächsten SJW/FeministInnen – Shitstorm. Die Pornodarstellerin August Ames hatte verkündet, dass sie keine Sexszenen mit Darstellern drehen würde, die Schwulenpornos gemacht hätten. Nun sollte man meinen, dass „her body her choice“ und „only a clear and laud consent is consent“ Rufer das verstehen würden. Aber nö. Natürlich nicht, das ist nämlich homophob, muss man wissen. Deshalb: Shitstorm. Kurze Zeit später ist sie tot aufgefunden worden. Sie hat sich erhängt.


 

Wenn diese moralingetränkte Hysterie nicht aufhört wird es bald noch mehr Tote geben. Und nicht nur welche, die sich selbst das Leben nehmen, sondern welche, die getötet werden. FeministInnen haben längst jedes Maß verloren.

Ich bin prinzipiell der Ansicht, dass Menschen die Dinge tun die sie tun, nicht tun, weil sie böse sind. Und so ist meine einzige Erklärung für diese immer häufiger auftretenden Shitstorms und „Anti-Sexismus Hashtags“, dass diese Feministinnen berauscht von Macht sind. Sie bekommen nicht mehr mit, welche Schäden sie anrichten. Sie bekommen nicht mehr mit, dass sie Menschen töten.

 


Notrufnummern für Suizidgefährdete bieten Hilfe für Personen, die an Selbstmord denken – oder sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen. Die Nummer der Telefonseelsorge in Deutschland ist: 0800 111 0 111.

Gestern war International Mens Day…

… und ich habe nichts geblogt, kein Video gemacht. Warum? Weil ich es verbockt habe etwas vorzubereiten. Ganz großes Tennis meinerseits.

Ich habe auch wenig getwittert, weil 1. Arbeit und 2. habe ich meinen Vater zum Frühstück eingeladen.

 

Normalerweise würde ich so eine Kleinigkeit nicht bloggen, aber ich dachte mir „etwas musst Du schon sagen“.

Gleichberechtigung und Demokratie? Lächerlich

In Anlehnung an meinen vorherigen Blogpost (Archiv) möchte ich noch einmal kurz auf „Berliner Erklärung 2017“ eingehen (Archiv).

Frauenverbände sind alarmiert und befürchten, eine Jamaika-Koalition wird an den Zuständen wenig ändern und die Gleichberechtigung von Frauen und Gesellschaft nicht ausreichend fördern. Ein Beispiel: Die  FDP lehnt die Frauenquote konsequent ab.
Eine Quote ist nicht – und kann niemals – Gleichberechtigung der Geschlechter fördern. Eine Quote kreiert ein Setting , in dem es ok sein soll, gegen Menschen zu diskriminieren, weil sie geboren wurden wie sie geboren wurden. Deshalb ist das Ablehnen einer Quote mehr Kampf für Gleichberechtigung, als das Fordern einer Quote.
Doch kommen wir zu „Berliner Erklärung 2017“
Die 17 Frauenverbände, darunter unter anderem der Deutsche Frauenrat (DF), der Verbund deutscher Unternehmerinnen (VdU) oder  der Deutsche  Juristinnenbund (DJB),haben daher den  gemeinsamen Forderungskatalog „Berliner Erklärung 2017“  aufgestellt und mahnen die Gleichstellungspolitik der verhandelnden Koalitionspartner an.
Aha. Also Juristinnen, Unternehmerinnen und der deutsche Frauenrat.
Außerdem soll die kommende Regierung ein konformes Paritätsgesetz auf den Weg bringen, um den Frauenanteil im Bundestag zu erhöhen. „Wir brauchen Regelungen für die Politik. Das funktioniert offenbar nicht von selbst“, sagte Lukoschat.
Verstehe ich das richtig? Per Gesetz soll das Wahlergebnis manipuliert werden? Ernsthaft? Wahlmanipulation per Gesetz?
Können wir jetzt offiziell sagen, dass der Feminismus eine Demokratie und Verfassungsfeindliche Ideologie ist? Antwort: Nicht erst seit heute…
Maria Wersig, Präsidentin beim Deutschen Juristinnenbund, betonte,  es sei wichtig Demokratie und Gleichstellung ins Verhältnis miteinander zu setzen.
Hier möchte ich Hadmut Danisch (Archiv) zitieren, der das schon nett zusammengefasst hat (und über den ich auch an diesen Artikel gekommen bin):
Die setzt Demokratie und Gleichstellung als Gegensätze (sind sie ja auch) und fordert, Demokratie zugunsten von Gleichstellung abzubauen. Also eine marxistisch-sozialistische Diktatur mit Planwirtschaft nach Schema der DDR.
Danke Hadmut.
Schließlich sei die Gleichstellung von Mann und Frau auch im Artikel 3 des Grundgesetzes verankert.
Nein, da ist Gleichberechtigung (gleiche Chancen und Möglichkeiten bei offenem Ergebnis; Ein liberales System) verankert und nicht Gleichstellung (ungleiche Chancen und Möglichkeiten um ein gleiches Ergebnis zu erzielen; Ein autoritäres System).
Es sei ein Versagen der Parteien, dass so wenige Frauen nun im Parlament säßen, man müsse das regulieren, so Wersig.
Das ist eine haltlose Unterstellung und ich würde allen Parteien raten diese Frau wegen übler Nachrede anzuzeigen.

Aber nicht alles was gefordert wird ist verfassungs- und demokratiefeindlicher Müll. Nein, es gibt auch gute Forderungen (wobei es, wie Herr Danisch das schon sagte, schon dreist ist, dass diese nicht demokratisch legitimierten Verbände meinen sich in Koalitionsverhandlungen einzumischen). Z.B.:

Außerdem wolle man eine gerechtere Bezahlung zum Beispiel in der Pflege,
„Gerechtere“ ist vielleicht nicht das Wort das man nehmen sollte- „bessere“ wäre besser. Zudem würde ich hier die Kirchen entmachten, denn viele Pflegejobs gibt es bei kirchlichen Verbänden (Caritas, Diakonie) und hier hat man kein Recht auf einen Betriuebsrat (allenfalls eine Mitarbeitervertretung) und kein Streikrecht…
transparente Prüfverfahren zur geschlechterdifferenzierten Lohnanalyse in Unternehmen
Volle Zustimmung. Die Löhne sollten transparenter überprüft werden können – vor allem, damit ihr mit eurem GPG Gejaule endlich aufhört.
Einführen des Pflichtfaches Wirtschaft und Lebensökonomie und Informatik/Technik in der Schule
Volle Zustimmung – ohne bissigen Kommentar.
Aber dann gibts auch wieder Unsinn dabei.
Noch immer würden  bei den Mädchen Verkäuferin und medizinische Fachkraft als beliebtester Beruf angegeben, bei den Jungs sei das der Beruf des Mechatronikers. In typischen Frauenberufen verdiene man aber immer auch deutlich weniger, so Grosse-Leege.
Und obwohl sie schlechter bezahlt werden, wollen Mädchen trotzdem in den Beruf? Merkwürdig. Es ist ja fast so, als wäre Geld ihnen gar nicht so wichtig. Es ist ja fast so, als wären sie der Meinung, dass für den Job, den sie machen wollen, die Bezahlung angemessen, ja geradezu GERECHT, wäre.
Die Verbände fordern zudem die Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form. Die Lohnsteuerklasse V führt zu einem niedrigeren Nettoeinkommen und benachteiligt überwiegend Frauen.
Ihr wisst schon was eine (Ehe-)Partnerschaft ist oder?

REVERSE Reality „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“

Es ist am 9.11.2017 folgende Nachricht aufgetaucht: Bundesministerium fördert Gender-Forschung mit knapp einer Million Euro (Archiv)

Nach dem Lesen dieses Schriftstückes, habe ich mich gefragt, ob ich irgendwie im falschen Film bin, doch der Reihe nach. (Und die Reihe ist lang.)

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE.

Schauen wir uns doch mal das Projekt „REVERSE“ erst einmal an (Archiv). [Zur Abgrenzung zum Artikel „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“ sind die Zitate von der Beschreibung des REVERSE-Projektes in kursiv gehalten]

Hintergrund

Angesichts einer als krisenhaft wahrgenommenen Modernisierung der Geschlechterverhältnisse formiert sich aktuell in Deutschland gegen den sog. „Gender-Wahn“ (Wahlplakat der AfD 2013) ein breites Spektrum, das sich gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse (Bsp.: Homosexualität) richtet.

Dieses BREITE SPEKTRUM formiert sich bestimmt nicht, weil die Arbeit der Genderia so toll ist. Nur mal so ein Gedanke: Wenn sich ein breites Spektrum gegen das Gendergedöns formiert, kann es dann vielleicht sein, dass das was ihr tut immer weniger mit der Lebensrealität der meisten Menschen in Deutschland zu tun hat? Und das nicht in der Form von Weltraumforschung, sondern in der Form, dass Eure Forderungen und Ergebnisse Einfluss auf das Leben der Menschen nehmen, die diese nicht für gut befinden.

Es ist relativ typisch, dass Vertreter der „Modernisierung der Geschlechterverhältnisse“ ihre Gegner in die rechte Ecke stellen, obwohl es Unmengen an politisch Linken Feminismuskritikern gibt. Was diese gemein haben ist, dass es sich bei diesen Linken (und auch feminismuskritischen Rechten) um libertäre Menschen handelt. Menschen, die sich nicht alles vorschreiben lassen wollen.

Und es handelt sich um Menschen, die an Tatsachen interessiert sind. Sie wissen zum Beispiel, dass Homosexualität kein Geschlecht ist, sondern eine sexuelle Orientierung.

Zwar adressieren die entsprechenden Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse.

Also, diese Diskurse werfen brisante Fragen auf. Spielen die in der gleichen Liga wie die Diskurse darüber ob Genderstern*innen oder Gendergap_innen inklusiver sind, oder geht es doch eher um die strukturelle Benachteiligung von Jungen in der Schule, dem Hinweis darauf, dass „Man muss dem Opfer glauben“ ein direkter Angriff auf das Menschenrecht der Unschuldsvermutung (Art. 6 Absatz 2) ist. (Freuen wir uns auf die nächsten Hexenverbrennungen.) Die Tatsache, dass unser Bundesgleichstellungsgesetz an mehreren Punkten gegen unser Grundgesetz und das Menschenrecht der Gleichberechtigung verstößt (Archiv).

Zugleich bedrohen sie jedoch den gesellschaftlichen

Zusammenhalt, indem Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher bzw. sexueller Identität als neue politische Spaltungslinie verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt werden.

Ich bitte um Verzeihung, aber als Feminist*_Inx anderen vorzuwerfen, die Geschlechterpolitik ideologisch aufzuladen zeigt von einem extremen Mangel an Selbstreflektion. Anderen vorzuwerfen, anhand der geschlechtlichen bzw. sexuellen Identität zu spalten, ist – gerade im Hinblick auf den intersektionalen Feminismus – eine bodenlose Frechheit.

Natürlich werden die „Errungenschaften“ von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt. Und das ist auch gut so, denn nichts ist zwangsläufig gut oder gar perfekt. Es gibt immer Raum nach oben und es gibt auch immer falsch eingeschlagene Wege. Zum Beispiel wenn man gegen diverse Menschenrechte verstößt.

Vor allem ist dieses „Argument“ von selbst ernannten Progressiven zutiefst konservativ: „Oh nein, ihr stellt den Status Quo in Frage.“

Mal zusammengefasst: Ihr teilt die Menschen nach Geschlecht und Sexualität ein. Fordert Privilegien auf Basis dessen. Greift Grundrechte an. Bemerkt, dass sich ein breites Spektrum an Kritik bildet. Schiebt diese Kritik stumpf in die rechte Ecke und werft dann anderen vor, die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben?

Nicht zuletzt sehen sich Einzelpersonen und Institutionen, wie z.B. Geschlechterforscher*innen, Frauen-/Gleichstellungsbeauftragte oder politische Aktivist*innen, zunehmend mit anti-feministischen Angriffen und Drohungen konfrontiert.

Ahh, damsel in distress mal wieder. ‚Wir armen Opfer von bösartigen antifeministischen Monstern, sie bedrohen uns. Zu Hülf, zu Hülf!!!‘

Womit wird denn gedroht? Mit Gerichtsverfahren gegen eure grundgesetzwidrige und menschenrechtsverachtende (verzeihung) Genderkacke? Was wird denn angegriffen? Eure Argumente vielleicht. Ach ne, von 20 000 Zuschriften die da so kommen stand in einer, dass ihr was „aufs Maul bekommt“ oder so.

Mal zusammengefasst: Ihr teilt die Menschen nach Geschlecht und Sexualität ein. Fordert Privilegien auf Basis dessen. Greift Grundrechte an. Bemerkt, dass sich ein Breites Spektrum an Kritik bildet. Schiebt diese Kritik stumpf in die rechte Ecke und wundert euch dann, dass ihr nicht nur freundliches Feedback bekommt? Wie es in den Wald hineinruft…

Diese Phänomene und Diskurse gefährden die Geschlechtergerechtigkeit und die Akzeptanz von Pluralität als normative Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.

Der normative Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung ist die MEINUNGSpluralität. Und diese scheinen Sie mit diesem Projekt unterbinden zu wollen. Geschlechtergerechtigkeit ist kein normativer Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung (außer im Bezug auf gleiches aktives und passives Wahlrecht).

Außerdem ist der Begriff „Geschlechtergerechtigkeit“ irreführend. Gerechtigkeit ist eine schwierige Sache. Ist es gerecht, wenn ich 50/50 Ergebnisse anstrebe, dabei aber gegen Individuen diskriminiere? Oder ist es gerecht, wenn ich nicht gegen Individuen diskriminiere, bei offenem Ergebnis, was die Geschlechterverteilung angeht? Ersteres wäre Gleichstellungspolitik, letzteres Gleichberechtigungspolitik.


Soviel zum Hintergrund des REVERSE Projektes. Zurück zum eigentlichen Artikel.

Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, die Forscherinnen und Forscher als Gefährdung für die Demokratie einschätzen.

Bitte was? Ich möchte hier einmal kurz auf meinen Blogpost „Demokratie“ vom 23. Oktober 2017 hinweisen (Archiv), wo ich darstelle wie Feministen sich darüber beschweren, dass nicht genug Frauen in den Bundestag gekommen sind – nach freien, gleichen und geheimen Wahlen in einer repräsentativen Demokratie. Es wird offen darüber nachgedacht, ob man nicht das Männerwahlrecht abschaffen solle. Aber anti-feministische Diskurse (gaaanz gefährlich: Meinungspluralität) sind eine Gefährdung für Demokratie. Klar.

„In politischen und medialen Debatten wird die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse häufig als Krise dargestellt“, sagt Prof. Dr. Annette Henninger, die das Projekt REVERSE leitet.

Veränderung bringt immer Unsicherheit mit sich, das ist normal und auch ersteinmal nicht schlimm. Schlimm wird es erst, wenn diese Unsicherheit nicht addressiert wird, dann hat man eine Krise. Man hat auch eine Krise, wenn man das Geschlechterverhältnis nur einseitig „modernisiert“ die andere Seite aber vollkommen ignoriert. Beides ist in der aktuellen Situation der Fall. Unsicherheiten von Männern werden weggewischt, Benachteiligungen von Männern billigend in Kauf genommen.

„Oftmals ist von einem regelrechten ‚Gender-Wahn‘ die Rede, der Menschen in ihren Werten und ihrer Mündigkeit angreife.

Für Gender-Wahn hatte ich ja schon das Beispiel mit dem Stern* und dem Gap_. Das mutet doch recht wahnhaft an, sich über solche Trivialitäten Gedanken zu machen. Dazu dann noch Ampelmännchen oder diese ständigen geschlechtsspezifischen Negativzuschreibungen a la menspreading, manterrupting, mansplaining, hepeating usw. . Oder die Fokussierung auf Frauen als Opfer. Auch hier möchte ich mal wieder auf einen Blogpost von mir verweisen „Wohnungslosigkeit im Patriarchat“ (Archiv).

 

Für „Menschen in ihren Werten“ gibt es zwei Interpretationsmöglichkeiten. Entweder Werte in Form von Moral oder Werte in Form von Wertigkeit des Menschen bzw. Über-/Untermensch.

Zu Moral / Werte: Wenn ich es als einen grundlegenden Wert ansehe , dass man gegen keinen Menschen diskriminieren darf, dann ist so etwas wie das Bundesgleichstellungsgesetz ein Angriff auf diesen Wert.
Wenn ich der Ansicht bin, dass Männer und Frauen gleichwertig sind, dann ist ein Angriff auf freie, gleiche und geheime Wahlen mit Bezug auf das „Geschlechterergebnis“ ein Angriff auf diesen Wert.

Zu Wertigkeit von Menschen: Ich denke ich muss jetzt nicht die intersektionale Feminismus… Verzeihung… Nazi-Keule rausholen um zu erklären, warum das scheiße ist.

 

Nehmen wir für „Mündigkeit“ mal das Beispiel Gender Pay Gap.

FeministIn: „Oh nein, Frauen bekommen 21% weniger Geld als Männer. Frauen werden unterdrückt.“
Mensch der Frauen als mündig ansieht: „Das liegt an den Lebensentscheidungen die Männer und Frauen treffen. Frauen entscheiden sich z.B. häufiger für schlechter bezahlte Berufe.“
FeministIn: „Frauen treffen diese Entscheidungen aber nur, weil die Gesallschaft ihnen das so beibringt. Es wird von ihnen erwartet in Pflegeberufe zu gehen.“
Mensch der Frauen als mündig ansieht: „Selbst wenn das so wäre (was es nicht ist, weil sonst würden Frauen nur in solche Berufe gehen und andere Berufe wie alle Variationen von Kauffrauen z.B. kämen nicht/nur selten vor), dann müsste immernoch geklärt werden, wie wir es schaffen, dass in unserer kapitalistischen Gesellschaft, in der Geld eine unheimlich wichtige Ressource ist, Frauen beizubringen, auf diese Ressource zu verzichten. Eine Möglichkeit wäre anzunehmen, dass Frauen zu dumm sind (was ich nicht glaube) um zu kapieren, dass besser bezahlter Job = mehr Geld ist. Die andere Möglichkeit wäre, dass Frauen das sehr wohl kapieren (was ich glaube), aber auf das Geld zu Gunsten von etwas anderem Verzichten. Zum Beispiel: Zufriedenheit. Wenn man Frauen in ihrer Mündigkeit ernst nehmen will, muss man sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind zwischen Geld und Zufriedenheit abzuwägen. Gerade vor dem Gesichtspunkt, dass sie sich darauf verlassen können, dass sie aus anderen Quellen (z.B. Partner) Geld bekommen können.“
FeministIn: „Da kannste mal das ausgeklügelte Patriarchats-System sehen. Was nicht alles gemacht wird, um Frauen in diese Richtung zu lenken. Das ist gar nicht ihre eigene, informierte [Anmerkung der Redaktion: mündige] Entscheidung, sondern die des Patriarchates. Frauen sind Objekte des Patriarchats!!!“

So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen.“

Naja, das ist beides ja auch nicht ganz abwegig. Zur unwissenschaftlichkeit der Gender Studies hat Sciencefiles etwas geschrieben (was passenderweise auch diesen Artikel als Hintergund hat; Archiv).

Interessant wäre hier eine Aufschlüsselung WARUM diese sprache als Kulturfrevel bezeichnet wird. Hier einmal ein Interview mit einem Sprachwissenschaftler im Deutschlandfunk (Archiv). Daraus möchte ich nur eine Sache besonders hervorheben (wegen der demokratiefeindlichkeit die Anti-Feministen untergeschoben werden soll): „Sie erkennen nur noch Texte an, die nach ihrer Regel, die es im Deutschen nicht gibt, die frei erfunden ist, einen gegenderten Text enthält. Da muss man rechtlich gegen vorgehen, meiner Meinung nach, kann man auch. Solche Eingriffe in die Sprache sind typisch für autoritäre Regimes, aber nicht für Demokratien.

Gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse formiere sich aktuell politische Kritik von rechts, die teils auch im konservativen oder liberalen Lager auf Zustimmung stoße.

Oder um es mit den Worten aus dem Hintergrundtext des Projektes zu beschreiben: „ein breites Spektrum“.

Ich stelle mir gerade die Frage, was wohl in einem Kopf falsch laufen muss, wenn man aus allen Ecken des politischen Spektrums (außer der autoritären Linken) Feuer bekommt und man immernoch glaubt, dass das was man tut total gut und beschützenswert ist. Ach ja, man will ein autoritäres Regime, dass einen feuchten **** auf den Willen der Bevölkerung gibt. Aber Anti-Feministen sind demokratiefeindlich oder so.

„Zwar adressieren diese Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse“, sagt Henninger. „Die Art und Weise, wie diese Themen verhandelt werden, bedroht zugleich aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Sie meinen sowas wie bei der #metoo Debatte, wo jedes Quäntchen an Kritik am Frau = Opfer, Mann = Täter Narrativ niedergebrüllt wurde? Wo sexuelle Belästigung, Sexismus und unverschämtes Verhalten wild durcheinandergerührt wurde und wenn daran Kritik kam wurde es auch niedergebrüllt.

Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Meinungen diktiert werden. Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Politik von oben diktiert wird.
Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt mit euch, weil ihr die Gesellschaft aus dem Diskurs ausschließt.

Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher beziehungsweise sexueller Identität seien verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften würden zum Teil sehr aggressiv in Frage gestellt.

Ah wat? Echt? Naja, hab ich oben ja schon was zu geschrieben, weils aber lange her ist einmal in Kurzform. Wie es in den Wald hineinruft so schallt es auch heraus.

Neu sei auch, dass Geschlechterforscherinnen und -forscher zunehmend mit persönlichen Drohungen konfrontiert seien. „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft. Das gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie.“

Natürlich. Wenn ihr fordert, dass rechtsstaatliche Prinzipien zu Gunsten von „Schuldig weil angeklagt“ aufgeweicht werden sollen. Wenn ihr fordert, dass Menschenrechte wie Gleichberechtigung verletzt werden sollen, dann kann man davon ausgehen, dass die Menschen nicht sonderlich begeistert sind. Aber wir wiederholen uns. Seid einfach keine autoritären, menschenverachtenden, demokratiefeindlichen Arschlöcher, dann sind wir auch wieder nett zu euch.


Ich möchte an dieser Stelle aus den bisher zitierten Sachen noch zwei Dinge besonders hervorheben.

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE. Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, […]

 

So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen

Also:

  • Gruppe A (Anti-Feministen) bezeichnet Gruppe B (Gender“forscher“) als unwissenschaftlich und ideologisch.
  • Gruppe B wirft Gruppe A vor demokratiefeindlich zu sein.
  • Gruppe C (BMBF, verantwortlich für Bildung und Forschung) gibt Gruppe B (die als unwissenschaftlich und ideologisch in der Kritik stehen) Geld um Gruppe A (die von Gruppe B als demokratiefeindlich betrachtet wird) zu analysieren.

Was könnte schief laufen? Wer genehmigt sowas? Irgendjemandem muss doch im Bundesministerium aufgefallen sein, dass das schief gehen wird. Du hast zwei Gruppen, die sich offensichtlich nicht ausstehen können und als Bundesministerium drückst Du der einen Geld in die Hand und der anderen nicht. Das funktioniert wirklich nur wenn man es entweder mit Idioten zu tun hat oder an einem gesellschaftlichen Diskurs nicht interessiert ist und alles dafür tun will, dass der Kurs von Gruppe B eingeschlagen wird/bleibt. Oder anders ausgedrückt: Wenn man an einem demokratischen Austausch nicht interessiert ist.


 

Im Projekt REVERSE („Krise der Geschlechterverhältnisse? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“) soll diese Entwicklung innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit genauer analysiert werden. An dem interdisziplinären Forschungsprojekt sind die Fächer Politikwissenschaft, Psychologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Europäische Ethnologie sowie die Erziehungswissenschaft beteiligt.

Bitte bitte nehmen sie meinen Text mit dazu.

Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien zu Anti-Feminismus in der Wissenschaft, zur Debatte um „Frühsexualisierung“, zur Ethnisierung von Sexismus sowie zu Diskursen über Mutterschaft durchgeführt. Das Ziel: Die verschiedenen Dimensionen des Anti-Feminismus auszudifferenzieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Ich kann die Handlungsempfehlung jetzt schon geben: Entkräften sie die Argumente der Gegenseite wo es nötig ist. Finden sie Konsens wo es möglich ist. Stimmen sie der Gegenseite zu wenn es richtig ist. Sie wissen schon. Gesellschaftlicher Austausch. Demokratie. So ne Sachen halt.

Aber es klingt so, als wenn sie das nicht meinen. Welche Handlungsempfehlungen wollen sie darüber hinaus geben? Denkverbote? Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Keine Plattform bieten? Warum zum Geier sind sie eigentlich der Ansicht, dass aus diesen Forschungsergebnissen Handlungsempfehlungen entwickelt werden müssen. Sollte die Forschung nicht ergebnisoffen sein. Ach ne, dass wäre ja wissenschaftlich…

„Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur empirischen Analyse anti-feministischer Bewegungen und Diskurse in Deutschland – bisher eine Forschungslücke.

Nein. Wichtig wäre der Beitrag nur, wenn er wissenschaftlich wäre. Dieser Punkt ist auf Grund der offensichtlichen ideologischen Färbung und auf Grund der offensichtlichen negativen Haltung zum Forschungsobjekt nicht gegeben.

Wir möchten Erkenntnisse darüber gewinnen, was genau am Wandel der Geschlechterverhältnisse als krisenhaft empfunden wird,

Kurz zusammengefasst: Der Wandel der Geschlechterverhältnisse ist undemokratisch, menschenrechtsverletzend und autoritär. Überweisen sie mir bitte 1 Millionen Euro liebes BMBF.

wie anti-feministische Diskurse vor diesem Hintergrund mobilisierend wirken und wie der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder gestärkt werden kann“, sagt Henninger.

Wie es mobilisierend wirkt? Menschenrechte werden mit Füßen getreten, auf die Demokratie gespuckt. Natürlich machen Menschen etwas dagegen. Euer wiederwärtiges Verhalten ist es, was Menschen mobilisiert. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist stark. Nur ihr verliert die Verbindungen dazu. Ihr kappt diese Verbindungen. Baut Brücken keine Mauern.

Für das Vorhaben erhält das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg über 975.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Prof. Dr. Henninger und ihr Team haben Anfang Oktober ihre Forschungsarbeit aufgenommen.

Oh, „nur“ 975.000€. Die nehm ich aber auch gerne.

Den Rest schenke ich mir. Ist schon lang genug.

Fassen wir zusammen: Die Texte bezüglich des Hintergrundes des REVERSE Projektes sowie der Genehmigung der 975.000€ belegen, dass die dem Anti-Feminismus vorgeworfenen Dinge (Spaltung der Gesellschaft, demokratiefeindlichkeit, Angriff auf Wertigkeit von Menschen sowie deren Mündigkeit) auf die derzeitigen Genderideologen zutreffen. Zudem belegen sie die Vorwürfe der Anti-Feministen von Unwissenschaftlichkeit und ideologischer Durchdringung. Ich würde sagen: Da hat man sich selbst ins Knie geschossen.