Der Gender Pay Gap

Auf Alles Evolution gab es am 3. Februar 2017 einen Beitrag zum Gender Pay Gap.  Dazu sind mir ein zwei Gedanken gekommen, ich hatte sie aber nicht verschriftlicht, weil Zeit.

Ähnlich ging es mir bei einem Beitrag von Asemann am 25.1.2017. Dort habe ich immerhin noch angekündigt, dass ich dazu noch etwas schreiben würde und habe zwei-drei Anmerkungen verfasst.

Was mich jetzt dazu bewegt zuschreiben ist – mal wieder – Twitter.

Nun gab es natürlich direkt wieder Menschen (wie mich), die das Bundesministerium für feminist sucial fucking justice auf die kleinen aber feinen Unzulänglichkeiten in diesem Themenkomplex hinwieß.

Und jetzt kommt der Knaller. Das BMFSFJ hat ein PDF veröffentlicht, in dem folgendes zu lesen ist (Seite 3) :

Der Wert kann als Obergrenze interpretiert werden, da der bereinigte Gender Pay Gap möglicherweise geringer ausfallen würde, wenn weitere lohnrelevante Eigenschaften – wie etwa Angaben zum tatsächlichen Ausmaß der Berufserfahrung und der Erwerbsunterbrechungen – im Rahmen der Analysen zur Verfügung gestanden hätten.
Also erstmal nichts mit „durchschnittlich 7%“. Laut BMFSFJ selbst ist 7% eine Obergrenze.
Und dann folgt auch noch zwei mögliche Erklärungen, nämlich
– das tatsächliche Ausmaß der Berufserfahrung
– Erwerbsunterbrechungen
die bei der Analyse NICHT berücksichtigt wurden, weil nicht bekannt. Aber unerheblich sind die bestimmt nicht.
Aber es kommt noch traumhafter, die Leute von der „Equal Pay Day“ Initiative (die interessanterweise vom BMFSFJ mit-initiiert wurde) schreiben auf ihrer Equal Pay Day Wiki:
Danach bleiben, nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, noch 7 Prozent Verdienstunterschied bestehen – von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiographien. Aber auch hier können nicht alle Ursachen, wie z.B. Erwerbsunterbrechungen und Elternzeiten oder die individuelle Verhandlungsstärke, berücksichtigt werden
Erwerbsunterbrechungen und Elternzeiten gehören demnach nicht zu den Erwerbsbiographien – was man ja eigentlich annehmen sollte – und das individuelle Verhandlungsgeschick wird auch als möglicher Grund genannt.
Wenn man diese Sachen zu Grunde legt, dann muss der GPG noch deutlich weiter einschrumpfen, wenn nicht gar auf Null sinken. Aber was würde passieren, wenn sich der Gehaltsunterschied in die andere Richtung öffnen würde, wenn man diese Faktoren betrachtet?

Kommen wir zu den Gedanken, die mir bei Asemann gekommen sind. Dort wurde die Seite des Statistischen Bundesamtes verlinkt. Wer behauptet, dass der unbereinigte Gender Pay Gap auf Diskriminierung beruht, der soll mir Folgendes erklären:
In den Wirtschaftszweigen „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseiti­gung von Umweltverschmutzungen“ (1 %) sowie „Verkehr und Lagerei“ (5 %) fiel der Gender Pay Gap relativ gering aus.
Wie kann es sein, dass in massiv männerdominierten Wirtschaftszweigen der GPG so gering ist, während
Auch im Gesundheits- und Sozialwe­sen, wo traditionell Frauen stärker vertreten sind als Männer, [die] Verdienstunterschiede mit 23 % relativ hoch [waren].
Wenn wir eine flächendeckend sexistische Gesellschaft wären, die gegen Frauen diskriminiert , dann müsste der GPG doch in männerdominierten Berufen recht groß ausfallen oder? Und nein, liebes Bundesamt für Statistik, „Hier waren allerdings nur wenige Frauen beschäftigt.“ ist kein Argument, da es sich um durchschnittliche Stundenlöhne handelt.
Wer meint, dass der unbereinigte GPG auf Diskriminierung gegen Frauen beruht muss erklären, warum in  der“ „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftli­chen und technischen Dienstleistungen“ (32 %)“ der GPG am größten ist, da wo die Leute selbst für ihr Einkommen verantwortlich sind.

Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht eine mögliche Antwort zu mindestens einer Sache hätte. Der GPG im Gesundheits- und Sozialwesen.

Ich hatte schon an zwei Stellen (1, 2) beschrieben, dass in diesem Bereich tatsächlich gegen Frauen diskriminiert wird – und das es dafür nachvollziehbare Gründe gibt.

Nun ist es so, dass es für meine Branche keine bindenden Tarifverträge gibt. Die Caritas AVR ist an den TVöD angelehnt und ist damit auch der vergoldete Bentley unter den Arbeitgebern. Andere Arbeitgeber in meiner Branche handeln die Löhne individuell aus oder haben einrichtungsinterne Rahmenverträge. Doch wie hängt das zusammen?

Man stelle sich vor, dass mich alle Arbeitgeber haben wollen, weil ich ein Mann bin (siehe Link 1). Ich habe also die freie Auswahl an Arbeitsplätzen. Und ich wähle natürlich – wer würde es nicht tun – den Arbeitgeber, der mir finanziell am meisten gibt (ganz zu schweigen von den anderen Möglichkeiten, die ein so großer Arbeitgeber bietet). Das heißt aber auch, dass der Caritasverband überproportional viele Männer anzieht, während die schlechter bezahlenden Einrichtungen ihre Lücken mit Frauen auffüllen müssen. All diese Firmen bezahlen zwar ihren weiblichen Arbeitnehmer genausoviel wie ihren männlichen (also keine Lohndiskriminierung), aber im Durchschnitt der Branche kommt es dann zu diesem Effekt.

#Rasenmähergegensexismus und Selbstreflektion

In der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“ erschien am 11. Januar 2017 ein Artikel über den Twitter-Hashtag #RasenmäherGegenSexismus von Elsa Koester (Archiv).

In diesem Artikel sind meines Erachtens mehrere Fehler enthalten. Der zweitgröbste – und mittlerweile wirklich nervigste – ist der Fehler Männerrechtler als „Maskulinisten“ zu bezeichnen. Das ist, wie auch schon hunderttausende Male von diversen Menschen angemerkt, falsch. Es müsste Maskulist heißen und es wäre wirklich mal langsam an der Zeit, dass dies bei den Feministen ankommt.

Der gröbste ist jedoch der, dass die Autorin nicht mit dem Twitterer gesprochen hat. Es ist kein Problem diesen zu erreichen. Ich habe das auch geschafft und konnte ihm einige Fragen stellen. Daher kann ich hier seine Meinungen als auch meine Meinungen wunderbar wiedergeben.

Twitter ist eine komische Sache. Plötzlich ist der da, auf Platz zwei: Der Hashtag #RasenmähergegenSexismus. Worum es geht, wird nach einem ersten Blick auf die vielen Tweets nicht so richtig klar. OK, man merkt: Hier tummeln sich irgendwie Sexisten und Maskulinisten, um sich über Antisexismus, Feminismus, über transgeschlechtliche Menschen und über Genderpolitik im Allgemeinen lustig zu machen.

Nun es machen sich auch Antisexisten über „Antisexismus“, Feminismus und über Genderpolitik lustig. Tatsächlich ist Antisexismus der Auslöser des Ganzen gewesen. Oder besser gesagt: Das Veräppeln oder Trollen von Sexisten.

(Archiv)

Das hier ist der Auslösertweet. Das feministische Magazin „Edition F“ sucht eine/n Praktikanten/in und wird darauf hingewiesen, dass Männer in deren Redaktion unterrepräsentiert sind. Das wäre ja nun bei Feministen, die „Geschlechterparität“ bzw. „Gleichstellung“ bzw. „Gleichberechtigung“ wollen eigentlich ein vollkommen legitimer Hinweis. Vor allem, weil ein solches Magazin natürlich mit gutem feministischen Beispiel vorangehen sollte. Nun ist der Hinweis natürlich nicht gerade freundlich formuliert. Wie Teresa Brücker ja auch direkt anmerkt. Sexist genannt zu werden ist eine Beleidigung. Das Dumme ist nur, dass genau diese Rhetorik auch gerne von Feministen angewendet wird. ‚Frauen sind nicht gleich repräsentiert? Das ist institutionalisierter Sexismus!‘ ‚Frauen sind in MINT-Fächern immer noch unterrepräsentiert vertreten? Sexistische Strukturen!‘ „Transparenz alleine reicht nicht, um die verkrusteten sexistischen Strukturen in der Arbeitswelt aufzubrechen“.

Dies ist übrigens meine Interpretation gewesen, die Diplomrasenmäher bestätigte:

1

»#Rasenmähergegensexismus ist erst der Anfang. Intersektional müssen wir auch #TRANSMÄHER* mitnehmen: die zum Mopped umgebauten Rasenmäher!«, steht da zum Beispiel. Das Sternchen ist ein Seitenhieb auf eine bestimmte Form des Genderns, das neben Männern und Frauen auch Transgeschlechtliche einbeziehen will, etwa bei Rasenmäher*innen.

Hihihi, Rasenmäherinnen… Es gibt nur DER Rasenmäher. Rasenmäher haben kein anderes Geschlecht. Es gibt keine transgeschlechtlichen Rasenmäher… Aber sowas kann schon mal passieren, wenn man sich keine Gedanken macht. Ich sehe das Frau Koester nach. Aber ich würde sagen: Auch hier vollkommen zurecht veräppelt.

Viele der Tweets richten sich außerdem gegen das feministische Online-Magazin »editionf« und gegen dessen Redaktionsleiterin Teresa Bücker. »Aufruf an die #Rasenmäherarmy!!! Belästigt diese Frau mit dem Hashtag #RasenmähergegenSexismus«, dieser Tweet scheint ganz am Anfang der Hasswelle zu stehen[1]. Geschickt wurde er von dem Account »Diplomrasenmäher«. Was aber ist der Anlass für diese Hetze?

Nun, ich habe wie gesagt einfach mal gefragt und folgende Antwort bekommen:

3

Warum so viele andere „hetzten“? Ich denke, dass viele Menschen mittlerweile die Nase voll haben vom Feminismus. Auf der einen Seite sagen Feministen, dass sie gegen Sexismus wären, fordern aber gleichzeitig geschlechtsspezifische Sonderrechte wie die Frauenquote. Dann wird davon geredet, dass Frauen unterdrückt wären, weil z.B. jede 3. Frau Opfer von Gewalt wird. Aber was ist denn dann mit Männern? Diese werden deutlich häufiger Opfer von Gewalt. Der Wehrdienst, den sehr viele Männer mitmachen mussten, bringt es mit sich, dass man als Mann im Zweifel zum Kriegsdienst gezwungen werden kann. §1631d BGB erlaubt ausdrücklich die Genitalverstümmlung… Verzeihung „Beschneidung“ von Jungs. Sind Männer also die UnterdrücktenPlus? Wenn man das aber anbringt bekommt schnell so antworten wie ‚Ach du mit deinem Whataboutism‘ oder ‚Das ist a nur derailing‘.

Im Männerrechtsbereich gibt es noch viele Probleme. Allein schon bei den Gesetzesfassungen. Wie oben genannt der §1631d BGB und im Vergleich dazu §226a StGB, der weibliche Genitalverstümmlung verbietet. Andere Paragraphen, die nicht geschlechtsneutral sind, sind z.B. Art. 12a unseres Grundgesetzes, Art 6(4) GG, §185 StGB und das Bundesgleichstellungsgesetz. Es ist sehr bemerkenswert, dass man, wenn man sowas anbringt als „reaktionär-konservative Männerrechtler“ bezeichnet wird.

Wenn ich eine Ideologie oder Bewegung habe, die für sich in Anspruch nimmt für Gleichberechtigung/Gleichstellung/Geschlechtergerechtigkeit zu sein und sich lieber mit #Breitmachmacker beschäftigt, als mit Gesetzen, die tatsächlich diskriminieren und sogar noch neue Gesetze fordern, die ebenfalls diskriminieren, dann muss man sich nicht wundern, wenn der Widerstand gegen eine solche Bewegung wächst. Und da die meisten Menschen Sexismus (und Rassismus) verabscheuen – und ich meine wirklich verabscheuen – werden solche Leute auch gerne mal… unfreundlich… behandelt. Diese „Hetze“ ist eine Hetze gegen den Sexismus der Feministen. Es geht darum Feministen zu ärgern. Und es scheint, als wenn viele Leute der Ansicht sind, dass sie es sich redlich verdient haben mit ihrer sexistischen Politik.

Auch die Redakteurin Bücker kann sich keinen Reim darauf machen, was der Hashtag genau aussagen soll. Sie habe den Ursprung der Hasswelle nicht gefunden, sagt die Feministin gegenüber »nd« – vermutet dahinter aber gut vernetzte sexistische Trolle, die das am Mittwoch verabschiedete Gesetz zur Lohngerechtigkeit zum Anlass nehmen, das feministische Magazin und Feministinnen ins Visier zu nehmen.

Ich habe oben schon die Erklärung gegeben, die der konkrete Auslöser war (durch Diplomrasenmäher bestätigt). Ich befürchte sie werden das als Unsinn abtun, aber ich kann Sie nur darum bitten ihr eigenes Verhalten und das ihrer Bewegung mal zu reflektieren. Stehen Sie wirklich für das was sie behaupten zu stehen oder tun sie es nicht? Müssten sie nicht auch für Geschlechterparität sorgen, wenn Männer unterrepräsentiert sind, wenn sie Geschlechterparität fordern wo Frauen unterrepräsentiert sind? Sind ihre Methoden alles gleich als sexistisch, konservativ, reaktionär, wasauchimmer zu bezeichnen, wirklich der richtige Weg? Kann es nicht vielleicht auch vollkommen unschuldige Motive und Hintergründe für Dinge geben, die ihnen auf den ersten Blick missfallen? Kann es nicht vielleicht sein, dass ihre „reaktionär-konservativen“ Gegner die Dinge tun, die sie tun, weil sie glauben, dass es das Richtige ist? Weil sie glauben, dass sie etwas Gutes tun? Weil sie glauben, dass man nicht auf Grund eines Geburtsmerkmales diskriminieren sollte? Sie können sich sicher sein, die meisten Menschen glauben von sich, gut zu sein.

»Maskulinisten sind in den sozialen Medien sehr gut vernetzt. Da sind einzelne gut in der Lage, von sich aus einen Shitstorm loszutreten«, erklärt Bücker.

4

Maskulinisten sind reaktionär-konservative Männerrechtler. Eine so große Twitterflut wie heute habe sie jedoch noch nicht erlebt. Gut und gerne 500 Hass-Trolle habe sie an einem Tag blockieren müssen. Auf Twitter schickt sie eine Kritik an der langsamen Löschpolitik des Unternehmens hinterher: »Spätestens dann, wenn ein Hass-Troll-Hashtag auf der 1 trendet, merkt man, dass Twitter in Deutschland kein Team mehr hat.«

Und das ist genau wieder der Punkt, den Diplomrasenmäher kritisiert (wie auch viele andere). Viele Feministen sind nicht bereit für eine Konversation, wo gleich der Blockbutton rausgehauen wird. Ich bin von Leuten geblockt, mit denen ich nie interagiert habe. Warum? Was soll das? Oder andererseits bin ich von Leuten nach oder während einer Diskussion geblockt worden, obwohl ich keine Schimpfworte oder Beleidigungen verwendet habe. Frau Bücker hatte Diplomrasenmäher nach ~3 Tweets blockiert. Und hier wird die langsame Löschtaktik kritisiert? Bitte geht’s noch? Trollen ist Satire/Humor. Gerne auch mit einer Prise Sarkasmus oder Zynismus. Und das muss erlaubt sein, ohne gleich gelöscht zu werden. Und ja, ich weiß, jetzt wird auf zig Tweets verwiesen die total schlimm sind… Lesen Sie sich aber doch erst mal bei Gelegenheit die (chronologisch) ersten, sagen wir mal 200 Tweets durch und lachen sie herzhaft. Das ist derart eindeutiges humoristisches trollen, dass man das wohl kaum als Hetze bezeichnen kann. Aber auch wenn Stichprobenartig mal weitersucht, findet man kaum bis gar keine Hetztweets. Natürlich gibt es diese (vergleiche auch [1]), aber warum das eine Großlöschaktion seitens Twitter zur Folge haben sollte, ist nicht nur schleierhaft, sondern absolut absurd. Ich möchte fast behaupten, dass sie mit der Kritik an ihrer Bewegung nicht zurechtkommen und diese Kritik gelöscht sehen wollen anstelle eine Selbstreflektion zu wagen (diese ist bei der durchschnittlichen Feministin allerdings auch äußerst schmerzhaft).

Die Trolle nutzen als Aufhänger für ihre Tweets ein Foto, das »editionf« vergangene Woche zur Bewerbung eines freien Praktikumsplatzes gepostet hat. Das Bild zeigt die Redaktion. Darauf sind viele Frauen zu sehen – und nur eine Person, die als männlich zu identifizieren ist. Das scheint Maskulinisten ordentlich provoziert zu haben.

Nein, es ist, wie oben schon beschrieben, der Doppelstandart, den Feministen gerne anlegen. Sind Frauen unterrepräsentiert, dann ist das Sexismus und Diskriminierung. Sind Männer hingegen unterrepräsentiert ist alles ok.

Auf Twitter geht dieses Foto nun mit angeblichen Löhnen versehen herum, die die einzelnen Redakteur*innen verdienen sollen. Teresa Bücker werden 4000 Euro im Monat zugeschrieben, ihren weiblichen Kolleginnen jeweils 3000 Euro, dem männlichen Kollegen gerade einmal 450 Euro.

Und? Stimmen diese Einschätzungen so grob? Also jetzt mal ohne Spaß. Ich denke zwar nicht, aber das wäre doch wirklich mal interessant gewesen, zumindest eine Tendenz zu beschreiben. Warum nicht mit gutem Beispiel vorangehen? Neben den Löhnen dann auch noch die Position dazu (wegen der Vergleichbarkeit) und gut ist.

Anlass für diese Fotomontage ist vermutlich das am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Gesetz zur Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern. Es sieht vor, dass Frauen in Firmen ab 200 Mitarbeitern Auskunft darüber einfordern können, was ihre männlichen Kollegen in gleichwertiger Position verdienen. Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sollen zudem verpflichtet werden, betriebliche Maßnahmen zur Herstellung von Lohngleichheit einzuführen.

Auch wenn ich weiß, dass hier auf die Fotomontage eingegangen wird, möchte ich doch erwähnen, dass Diplomrasenmäher (der als einziger namentlich erwähnt wird) dieses Gesetz nicht als Hintergrund seiner Tweets hatte:

5

Die LINKE hatte das Gesetz als unzureichend kritisiert. »Transparenz alleine reicht nicht, um die verkrusteten sexistischen Strukturen in der Arbeitswelt aufzubrechen«, sagte die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Cornelia Möhring, dem »nd«. Den Maskulinisten scheint aber selbst dieses Informationsrecht zu weit zu gehen.

Ich bin selbst „Maskulist“ und halte dieses Gesetz für eine gar nicht mal schlechte Idee. Denn der Punkt ist folgender: Feministen glauben, dass die Unterschiede in Gehalt und Führungspositionen auf Sexismus beruhen. Sie nehmen eine Diskriminierung von Frauen an und fordern daher als „Ausgleich“ entsprechende Gesetze wie die Frauenquote. Diese beseitigen aber nicht die möglicherweise vorhandene Diskriminierung. Sie fügen eine weitere hinzu. Um die Diskriminierung effektiv bekämpfen zu können, muss man den vermeintlich Geschädigten die Möglichkeit geben, Beweise zu sammeln. Dies wird mit diesem Gesetz möglich. Es ist zwar extrem unausgereift, aber in meinen Augen ein eher guter Schritt. [2]

Teresa Bücker nimmt den Aufruhr gelassen. Twitter erlaube es schließlich, Hashtags zu blockieren. So ist es auch für Feminist*innen möglich, einen ruhigen Tag in den sozialen Medien zu verbringen.

Ich würde mich tatsächlich fragen, was ich falsch mache, wenn ich täglich mit so etwas konfrontiert bin. An irgendeinem Punkt muss man sich doch mal fragen, warum die Leute so auf mich reagieren. Und vielleicht, nur vielleicht, liegt es ja an mir.

__

[1]

Falls jemand sich wundert, dass dieser Tweet nicht zu finden ist. Er wurde gelöscht, da Diplomrasenmäher der Ansicht war, dass dieser Tweet ihm rechtliche Probleme bereiten könnte.

Ich habe ihn später gefragt ob dies der einzige Grund war, worauf er folgendes Antwortete:

2

Der Tweet in dem sich Diplomrasenmäher distanziert ist dieser:


[2] Hier stand vorher: „Dumm ist natürlich nur, dass mal wieder nur Frauen dieses Sonderrecht haben sollen…“

Das ist falsch. Das Auskunftsrecht gilt für Männer und Frauen. Siehe hier.

 

Lebenszeichen

Guten Abend mein sehr verehrten Damen und Herren. Liebe Leser.

Ich wollte mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben und zwei Dinge bloggen, die noch etwas dringender ausstehen. Ich bin derzeit mit Studium und Arbeit derartig voll ausgelastet, dass ich die verbliebene Zeit lieber mit Freunden oder einem guten Film verbringe, als mich stundenlang an einen Blogpost zu setzen. Andere mögen hier andere Prioritäten haben, aber das ist meine ;-).


 

Das erste Thema ist Jan Deichmohles „Die Unterdrückung der Männer“. Ich hatte ihm versprochen dazu ein Review zu machen und hatte auch schon einiges vorbereitet, aber letztendlich kommt es immer auf die selben drei Sachen zurück. Erst einmal zwei positive Dinge:

1.: Das Buch ist sehr anschaulich in seiner Beweisführung und ich habe persönlich keinen faktischen Fehler gefunden

2.: Das Buch ist nachvollziehbar und gut in seiner Argumentation

Und nun das Negative:

3.: Das Buch ist teilweise stark übertrieben geschrieben. Ich habe mir an mehreren Stellen gedacht: „Geht es nicht eine Nummer kleiner?“ Z.B.: (S.33) „Was für eine unmenschliche Verachtung jeder erfährt, das er als Mann wagt, sich zu beklagen – klagen ist ein Vorrecht weiblicher, selektionsdominanter Frauen -, was für gehässige, gefühlsfaschistische Ausfälle Opfer der Diskriminierung […]
Nicht, dass ich nicht grundlegend zustimmen würde, aber das Buch soll ja Leute überzeugen und da würde ich tatasächlich eine etwas weniger drastische Wortwahl nehmen.

Fazit: Ein gutes, faktenorientiertes Buch. Gut lesbar (für Leute, die bereits in diese Richtung denken) aber eher abschreckend für Leute, die tendenziell eher feministisch denken.


 

Das Zweite Thema ist eine Klarstellung zu meinem Beitrag „Der Wert der Weiblichen Sexualität„, den ich zugegebenermaßen sehr… schlecht… geschrieben habe. Dazu werde ich auch noch einige Fragen beantworten, die ich „in naher Zukunft“ beantworten wollte *hüstel*.

Mein Punkt den ich zu machen gedachte ging NICHT dahin, dass die sexuelle Selektion von Frauen nicht stimmt. Der Punkt ging NICHT dahin, dass Frauen, wegen früherer monogamer Ehen usw., heute nicht mehr die Wahl hätten oder sonst etwas in dieser Richtung.

Mein Punkt, den ich machen wollte war der, dass es durchaus Männer und Frauen gab und gibt, die diese Wahl anzweifeln und übertreten. Dass es gesellschaftliche Konstrukte gab, die diese Wahl umgingen. Ein klassisches Beispel wäre dafür natürlich die Vergewaltigung einer Frau durch einen Mann. Ein Mann umgeht die Wahl der Frau, indem er sich ihr aufzwingt. Aber ich habe auch ein anderes Beispiel aufgeführt, das der Ehe. Diese war lange Zeit keine Verbindung aus Liebe sondern nahezu immer arrangiert und/oder durch andere (den Vater) abgesegnet. Ich behaupte einfach mal, dass die meisten Väter einen möglichst guten Mann für ihre Tochter ausgesucht haben, der sie versorgen konnte. Möglicherweise sogar einen, der durch längeres Werben bereits das Herz der jungen Dame erobert hatte, aber dennoch lag hier die entgültige Entscheidung eben nicht in ihren Händen.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass diese relativ kurze Phase unserer Evolution, die anderen 2,8 mio Jahre ausradiert. Natürlich nicht. Das heißt natürlich auch nicht, dass sich Männer nicht anstrengen mussten um als möglichst gute Partie zu gelten. Natürlich mussten sie das.

Das heißt nur, dass die Selektion durch die Frauen eben nicht uneingeschränkt stattgefunden hat, sondern, dass diese Selektion von anderen stellvertretend übernommen wurde und das auch, selbstverständlich, nicht immer zu ihrer Zufriedenheit. Und das dieser Unstand als eine Unterdrückung wahrgenommen wird/werden kann, ist durchaus nicht fern leigend. Ich hoffe ich konnte das diesmal etwas deutlicher machen.

Zu den Fragen die mir gestellt wurden:

1.) Erkläre Begrifflichkeit „niedriger genetischer Standard“

Ich bin bei meinen Erklärungsversuchen (hingeschrieben, gelöscht, hingeschrieben…) immer wieder über das Wort „Standard“ gestolpert und ich muss zu dem Schluß kommen: Das Wort ist falsch gewählt. Was ich mit diesem Begriff ausdrücken wollte war, dass ein Mann Gee in sich tragen kann, die für die Umgebung eher suboptimal sind oder Krankheiten begünstigen oder in sich tragen (Erbkrankheiten). Oder anders ausgedrückt: schlechte Gene.

2.) In welcher wissenschaftlich bewiesener Norm, Regelung ist dies hinterlegt,
was ist dann ein hoher genetischer Standard und wie misst man ihn?

s.o. Standard war das falsche Wort. Dennoch möchte ich darauf eingehen wie man ihn (d.h. die schlechten Gene) misst. Wenn ich mit meinen angeborenen Fähigkeiten/Interessen in meinem Umfeld gut oder sehr gut zurecht kommen, dann habe ich gute Gene. Die selben Gene könnten in einem anderen Umfeld aber von  Nachteil sein, weshalb sie dort dann schlechte Gene wären.

3.) In wieweit steigt die potenzielle lebensbedrohliche Situation (Faktor) einer Geburt unter dem Aspekt das beide Basenpaare hälftig am Erzeugnis beteiligt sind?

Ich verstehe ehrlich die Frage nicht im Zusammenhang mit meinem Text.

4.) In wieweit erhöht sich z. B. die Todgeburtsrate (Faktor) bei einem Partner mit „genetisch niedrigem Standard“??

Das würde ganz erheblich von Hilfen, Umfeld und den Genen abhängen. Man kann jedoch ziemlich eindeutig sagen: Je schlechter die Gene im Bezug auf Gesundheit, desto höher das Risiko.

5.) Mit welcher Biotech ermittelt die Frau den sog. „niedrigen genetischen Standard“
Genomauszählung im Kopf vielleicht?

Die Polemik mal Beiseite lassend: Die Biotech nennt sich Optik. Recht einfaches Prinzip. Alle Merkmale die wie attraktiv finden, finden wir nicht aus sich heraus attraktiv, sondern weil sie gewisse gute/schlechte Eigenschaften oder halt eben Gene wiederspiegeln. So wird die überwältigende Mehrheit aller Menschen einen sportlichen Körper attraktiver finden. Ganz gleich ob es ein männlicher oder weiblicher Körper ist, von dem wir reden. Dieser Körper ist besser für Aktivitäten geeignet und sichert so die physiologische Gesundheit des Kindes. Viele intelligente Menschen haben eine hohe Stirn, weshalb diese ein Indikator für Intelligenz ist usw. .

Natürlich sind diese Dinge nicht unumstößlich und natürlich auch fehlerhaft. Ein Mensch der zu Fettleibigkeit neigt, kann durch hartes Training einen sportlichen Körper bekommen, aber dennoch die genetische Prädisposition für Fettleibigkeit weitervererben.

5.) Is that true ? „Und soweit gehe ich noch absolut konform“
Ist dieses Mitgehen nicht selektierend, inhuman, Rassenbereinigt?

Selektierend? Ja.Deshalb nennt man es auch natürliche Selektion.

Inhuman? Nein. Warum auch? Eine Frau möchte für ihr Kind einen möglichst optimalen Vater haben, damit das Kind eine möglichst hohe Überlebenschance hat. Ich nenne das eher human.

Rassenbereinigt? Wie kommst Du denn auf das schmale Brett?

Artikelsammlung: 27.11.2016

Geschlechterallerlei:

Jungs & Mädchen:

Mammonmagazin:

kuckucksvater:

man tau

Videos:

Angst vor dem weiblichen Urteil

Ich war vor etwa drei Wochen auf einer Geburtstagsfete und dort haben wir uns natürlich auch über Politik und das Weltgeschehen unterhalten. Unter anderem natürlich auch über Islamisten, Selbstmordattentäter usw. .

Dabei wurden auch die üblichen Witze gerissen. „72 Jungfrauen? Da muss man auf die Ewigkeit aber ganz schön haushalten.“ – „72 Jungfrauen heißt auch 72 Schwiegermütter. – Und niemand hat gesagt, dass die Jungfrauen hübsch sind.“

Daraufhin fragte eine Freundin, warum Männer eigentlich so auf Jungfrauen stehen würden. Wir waren uns relativ schnell einig, dass das auf die anwesenden Männer nicht zu traf.

Dennoch ist es unzweifelhaft, dass die Jungfräulichkeit auf viele Männer einen gewissen Reiz ausübt. Wir hatten mehrere Erklärungsansätze die alle vielleicht zu einem gewissen Grad zutreffen bzw. bei individuellen Männern zutreffen. So haben wir kurz darüber philosophiert, ob es Männer gibt, die einfach „der Erste“ sein wollen. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es diese Sorte Mann bestimmt gibt. Wir haben überlegt, dass die Jungfräulichkeit einer Frau vor diesem Geschlechtsakt natürlich auch ein Indikator dafür ist, dass ein möglicherweise entstehendes Kind tatsächlich auch das seine ist (wo dann die Frage wäre wie man die Jungfräulichkeit beweisen will. Und nein, das Jungfernhäutchen oder Hymen ist dafür kein eindeutliger Indikator.)

Womit aber alle anwesenden Männer als Erklärung konform gingen war folgende: Sie hat keinen Vergleich.

Sie kann nicht vergleichen ob Du besser oder schlechter warst als jemand davor. Tatsächlich fand ich die Erklärung sogar sehr naheliegend, denn das ist tatsächlich etwas, was mir auch hin und wieder Sorgen gemacht hat mit einer neuen Freundin. Oder anders ausgedrückt: Bin ich gut genug für diese Frau im Vergleich zu anderen Männern?

Ich denke diese Angst davor nicht den Ansprüchen der Frau zu genügen ist etwas, das viele Männer in sich tragen.

Mir ist dieses Gespräch wieder eingefallen, als ich heute Nachmittag die SE von Herr der Ringe gesehen habe. Im ersten Teil gibt es dort eine Szene, in der alle im Wirtshaus sind. Als sie sich von der  Wirtin Rosie verabschieden sagt einer der Gäste zu ihr: „Good night, sweet maiden of the golden ale.“ Woraufhin Sam etwas erbost vor sich hin brummelt (was ich schlicht nicht verstehe 😉 und darauf dann Frodo antwortet: „Don’t worry Sam. Rosie knows an idiot when she sees one.“ Worauf Sam mit einem wenig begeisterten Blick antwortet „Does she?“

Ich finde diese Szene eigentlich sehr bezeichnend und drückt glaube ich ziemlich gut aus, wie sich viele Männer gegenüber ihren angebeteten Frauen fühlen. Sie haben Angst vor einem negativen Urteil – Angst vor Zurückweisung.

 

Random Thoughts: Berlin Special

Da ich ja nun aus Berlin zurück bin, möchte ich ein paar Gedanken und Impressionen dazu zum Besten geben.


Attraktivität Berlins

Um es mal freundlich zu sagen: Berlin ist eine der häßlichsten Städte die ich kenne. Und das Schlimme ist, dass ich jedes mal aufs Neue davon überrascht bin WIE häßlich Berlin ist. Dieses Siffloch. Aber der Irish Pub „Murphys“ ist gut. (Und für meine Leserinnen: Da arbeitet ein richtig hübscher Barkeeper 😉 )


#aufschrei

Warum zum Geier findet man diesen gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeitshashtag im Deutschen Technikmuseum?

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Currywurst:

Wenn es etwas gibt was Berliner nicht können, dann ist das Currywurst. Ich habe acht (8!) verschiedene Currywurststände ausprobiert. Inklusive dreien von dieser Liste . Ich meine: Sollten Berliner das nicht können? Immerhin wurde die Currywurst doch in Berlin erfunden.


Spielwiese:

Es gibt einen Laden in Berlin, der sich „Die Spielwiese“ nennt. Das konzept ist, dass man pro Stunde die man da ist etwas bezahlt und da dann Spiele spielen kann mit einem Getränk dabei. Man kann da auch Spiele kaufen oder leihen. Hat was.


Pergamon Museum:

Es ist zwar schade, dass im Augenblick nur ein Flügel des Pergamonmuseums geöffnet hat, aber dieser alleine hat sich schon gelohnt. Das Ischtar Tor ist ja mal unheimlich beeindruckend und die Exponate schon sehr erlesen. ich bin begeistert.

Artikelsammlung 20.11.2016

Ab morgen kommen wieder regelmäßige Blogeinträge (also täglich). Heute erst einmal nur eine kleine Sammlung von Artikeln, Blogbeiträgen und Videos. Übrigens: Ich verlinke hierbei eigentlich nie nach genderama, weil vermutliche alle meine Leser diesen Blog auch lesen und es dort primär eine Linksammlung ist, mit nur kurzem Kommentar. Dennoch sei der Blog von Arne Hoffmann wärmstens empfohlen.


Sebastian Wessels über #TheRedPillMovie

Jungs & Mädchen: Die Angst vor der Wahrheit 1

Jungs & Mädchen: Die Angst vor der Wahrheit 2

Jungs & Mädchen: Die Angst vor der Wahrheit 3

Geschlechterallerlei: Hillary Clintons Niederlage

Geschlechterallerlei: Von der Bewegung zum Apparat

Geschlechterallerlei: Warum ich auch Cicero applaudiere

Geschlechterallerlei: Warum ich den Nachdenkseiten applaudiere

Geschlechterallerlei: Laurie Penny

Emannzer: Frank Walter Steinmeier

Aufschrei: Sheconomy

Interview mit Jörg Kachelmann

 

Videos:

Mammonmagazin Safespace #023

Mammonmagazin: Safespace #024

TL;DR: Male Birth Control

Rob Dyke: Why would you put that on the Internet #113

Studie Brulé: Interview Cassie Jaye

MrWissen2Go: Wie links ist Deutschland

Bleilo: Selbstgerechte Gerechtigkeitskrieger

Rubin Report: Jordan Peterson