Weltraumaffen 31.07.2016

 

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Tropes vs. Reality: Weil ein Aufschrei nicht reicht – Die Einleitung

Begeben wir uns nun in die eigentliche Materie von Tropes vs. Reality. In diesem Video gibt es einen kurzen Überblick über die Form des Buches und wir (d.h. die Weltraumaffen und ich) besprechen die Einleitung. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung rufen, dass wir – gemessen an Buchrücken und Cover  – eine emotional ansprechende Sprache erwarten müssen. Dieses Buch verspricht uns aber auch einen modernen/neuen Feminismus, also gewissermaßen eine Neuordnung der Problemfelder, weshalb wir hier auf der Hut sein müssen um Sachliches vom Emotionalen zu trennen. Was sich gut und richtig anhört, kann auch rundheraus falsch sein, oder sogar, bei näherer Betrachtung, moralisch verwerflich. Hierbei erinnere ich als Beispiel einfach einmal an den Unterschied zwischen sexueller Gewalt und sexualisierter Gewalt. Wobei letzteres auch Dinge wie anzügliche Witze, ungewollte Anmache, diskriminierende Werbung und ähnliches miteinschließt. Dinge, die Teilweise nicht einmal etwas mit etwas Sexuellem und/oder Gewalt zu tun haben. Hierbei wird die Bedeutung von sexueller Gewalt durch das sehr ähnlich klingende sexualisierte Gewalt sehr stark verwässert, bzw. eigentlich wenig beachtenswerte Vorfälle wie anzügliche Witze in den Status von Gewalt erhoben.

Doch so viel zum Vorwort meinerseits zu diesem Video. Beginnen wir mit der Besprechung von Anne Wizoreks „Weil ein #aufschrei nicht reicht – Für einen Feminismus von Heute“.

Das Buch ist grob in drei Teile unterteilt. Die Einleitung unter dem bereits bekannten Motto „Feminismus? Fuck yeah! – Ein Bekenntnis“, dann „Teil I – Don’t call it a comeback! Eine feminisische Agenda für jetzt“ mit sieben Kapiteln und „Teil II – Wir sind viele, ein Rekrutierungsversuch“ mit weiteren sieben Kapiteln. Hierbei möchte ich Kapitel 13 „Mitmachen für Männer. Was es heißt ein guter Verbündeter zu sein“, weil dieser Titel allein im ersten Kapitel schon Relevanz bekommt.

Jedes der 14 Kapitel ist noch einmal, zur thematischen Abgrenzung, in Unterkapitel unterteilt. Naturgemäß überlappen sich die einzelnen Themen die in einem solch breiten Feld abgedeckt werden müssen, weshalb dieser Versuch der Sortierung durchaus nicht unsinnig ist. Wie gut die Umsetzung erfolgt ist jedoch abzuwarten.

Es folgt eine Danksagung, ein Glossar und Anmerkungen (die sich aus tatsächlichen Anmerkungen und Quellenangaben zusammen setzen).

Eine schöne Geste ist übrigens die Widmung „Für Papa & Mama“ (S.4).

Doch nun – endlich – zur Einleitung, zum Bekenntnis. Sie bekennt nämlich, dass es ihr nicht leicht fällt „für bedrucktes Papier zu schreiben“ (S.7). Zum einen weil man Texte visuell besser unterstützen, das Geschriebene durch Kommentare und Anmerkungen erläutern und einfacher Quellenangaben machen kann. Bei diesen (also den Quellenangaben) fällt auf, dass erstaunlich viele Links verwendet werden. Dies ist ungewöhnlich für ein Buch, da es sich bei Internet und Buch um sehr unterschiedliche Medien handelt, entbehrt aber, im Rahmen ihres Netzfeminismus, nicht einer gewissen Logik. Dies versetzt uns hier auch in die wundervolle Lage, viele dieser Links selbst auszuprobieren und die Quellen auch in diesen Videos sichtbar zu machen. Besonders interessant werden bestimmt die Twitterlinks werden, die geschätzt 1/5 aller 427 Anmerkungen/Quellen ausmachen.

Ich kann nachvollziehen, dass diese Schreibart ungewohnt ist und daher schwerfällt. Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Im Anbetracht der Tatsache, dass sie Neue deutsche Literatur und Allgemeine vergleichende Literaturwissenschaften studierte (wenn auch nicht abschloss), ist dies jedoch sowohl im fachlichen Sinne ein Armutszeugnis, als auch, dass sie in dieser Zeit unter Garantie „für bedrucktes Papier“ schreiben musste und durchaus ohne Kommentare und spätere Anmerkungen schriftlich argumentieren und sich präzise ausdrücken musste. Auch lässt mich die auffällig viele Verwendung von Twitterlinks an der fachlichen Kompetenz zweifeln.

Nun ja, vielleicht ist sie auch nur aus der Übung geraten – oder dies war der (wirkliche) Grund warum sie das Studium nicht abschloss.

Zudem macht sie noch eine Fußnote, warum sie den Gender Gap bei „Leser_innen“ benutzte. Es ist derselbe Grund warum ich das generische Maskulinum verwende. Es ist inklusiv.

Anschließend beschreibt sie kurz, dass sie durch das Internet lernte, dass das wofür sie steht feministisch ist.

Anschließend kommt sie zu dem Grund warum sie, trotz Eingeständnis ihrer Unerfahrenheit in diesem Bereich ein Buch schreibt. Es haben sie wohl immer wieder Menschen gefragt, worum es im Feminismus überhaupt geht, wo sie anfangen sollen, wenn sie sich für Feminismus interessieren. Da war dann wohl „stets der Wunsch da, einfach ein Buch hinter dem Rücken hervorzuzaubern und zu sagen: ,Genau hier!‘ “ (S.8). Sie führt weiter aus, dass dies „natürlich“ ihr „ganz eigener und aktueller Blick“ ist und viele Themen „nicht immer in der Ausführlichkeit besprochen werden, die ihnen gebührt, aber dieses Buch soll als Einstieg dienen in eine Welt […] Die wunderbare Welt des Feminismus.

Wir können hier, gepaart mit dem Untertitel des Buches „Für einen Feminismus von Heute“ also definitiv sagen, dass Frau Wizorek ein Grundlagenbuch zu schreiben gedachte. Dass wir hier grundlegende Annahmen des Feminismus erwarten können aber auch Basiswissen. Denn was nutzen Annahmen ohne Fakten die diese stützen? Jedoch müssen wir hier eine Einschränkung machen. Es handelt sich nicht um ein wissenschaftliches Grundlagenwerk. Es handelt sich nicht zwangsläufig um ein faktengebundenes Grundlagenwerk, sondern um ein Grundlagenwerk aus einer persönlichen möglicherweise faktenbasierten, möglicherweise teilweise faktenbasierten Sichtweise eines Individuums, nämlich von Frau Wizorek. An dieser Stelle müssten wir also schon „Für einen Feminismus von Heute“ in „Für einen Feminismus von Anne Wizorek“ umändern und anprangern, dass der Untertitel irreführend ist. Es sei denn natürlich, dass sie ihren Feminismus als einzig wahren bezeichnet und jegliche Abweichung davon als, nun ja, veraltet, nicht-feministisch bzw. nicht den richtigen Feminismus.

Recht bezeichnend, meiner Ansicht nach, ist der folgende Absatz, in dem sie beschreibt, dass sie über Blogs wie Feministing.com und amerikanische Aktivistinnen wie Jaclyn Friedman und Jessica Valenti (beides Autorinnen dieses Blogs) gelernt hat was Feminismus ist und dass dieser ihre Wünsche wiederspiegelt. „Dank ihnen entdeckte ich meine Leidenschaft für Geschlechtergerechtigkeit.

Nun ist Jessica Valenti für dieses Bild berühmt berüchtigt. Ich bade in Männertränen. Ob dies wirklich als Gerechtigkeit verstanden werden kann sei dahingestellt. Zudem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass sie auf die Frage:
„Wie überzeuge ich meinen Vater/meinen Freund/meinen Ehemann, dass Feminismus noch immer wichtig ist? Normalerweise sind das nette Menschen die Ungerechtigkeiten in der Welt sehen.“
„Sei Dir gewiss, dass Du nicht gegen eine Wand sprichst, dass sie dich nicht nur aufziehen wollen. Diese Leute gibt’s im Leben jeder Feministin. Interagiere nicht mit diesen Personen, sie sind wie Real-Life Trolle. Distanziere Dich von diesen“.

Was natürlich bei Ehemann, Vater, Bruder, Freund… die allesamt scheinbar gute Leute sind, ein äußerst fragwürdiger Ratschlag ist. Ein Ratschlag den man eher in einem Kult oder einer Sekte erwarten würde. Zudem sprach sie sich dafür aus, die Gehälter von Männern zu kürzen und die dafür von Frauen zu erhöhen. Also bewusst ungleich zu bezahlen. Ob dies Gerechtigkeit ist? Ich denke der geneigte Zuschauer wird mir darin zustimmen, dass dem nicht so ist. Wenn Jessica Valenti Frau Wizoreks Interesse für „Geschlechtergerechtigkeit“ weckte, können wir uns auf massives Unrecht einstellen.

Doch zurück zu den letzten beiden Absätzen der Einleitung. Für Frau Wizorek „ist feministisches Engagement daher bereits aus eigener Erfahrung nicht zwingend mit der Kenntnis sämtlicher Theoriewerke verbunden.“ Sie möchte daher einen Einblick liefern, was Feminismus bedeutet, warum er wichtig ist/gebraucht wird und wie vielfältig die Möglichkeiten zur Veränderung für jeden von uns sind.

Als wir von den Weltraumaffen über diese Passage sprachen, gerade den ersten Teil, waren wir uns darin einig, dass Frau Wizorek scheinbar wohl nicht einmal, die feministische Theorie versteht und dass dies im direkten Wiederspruch zum 12 Zeilen darüber angepriesenen Grundlagenwerk steht. Allerdings muss ich hier, wo ich jetzt diesen Blog schreibe eingestehen, dass dies nicht das ist was Frau Wizorek sagt. Sie trifft nämlich keine Aussage darüber, ob sie diese JETZT kennt, sondern nur das man es nicht für das feministische Engagement braucht. Zudem spricht sie von sämtlichem Theoriewerk. Nicht explizit vom feministischen. Dies müssen wir allerdings im Kontext dieses Buches und des bisher gesagten postulieren. Dennoch, selbst, wenn wir von feministischem Theoriewerk ausgehen, brauche ich nicht „sämtliches“ für feministisches Engagement. Es gibt ja unterschiedliche Bereiche in denen sich Feminismus engagiert.

Es gibt unterschiedliche Bereiche, unterschiedliche Lösungsansätze, unterschiedliches Theoriewerk – und diese sind nicht alle feministisch. Es gibt auch Lösungsansätze außerhalb des Feminismus. Und es gibt unterschiedliche Lösungsansätze im Feminismus. Es gibt Feministen die Prostitution verbieten wollen und welche die es (überall) legalisieren wollen. Man muss aber weder Feminist sein um diese Positionen zu haben, noch um sich in einem bestimmten Bereich mit Feministen an eine Seite zu stellen. Die Sache ist: Es gibt ein Problem, es gibt Lösungsansätze (feministische und nichtfeministische). Feminismus als solcher ist dafür vollkommen irrelevant. Wenn ich ein Problem beheben will, dann suche ich nach dem für mich am erfolgversprechendsten Lösungsansatz. Dies ist etwas was jeder tun sollte. Dafür bedarf es keinen Feminismus. Er wird daher nicht „dringend gebraucht“ und die „vielfältigen Möglichkeiten zur Veränderung“ die der Feminismus bietet sind demnach auch nicht für jeden von uns.

Sie schließt die Einleitung damit ab, dass sie zeigen möchte, „dass die Frage „Wo anfangen?“ manchmal weniger wichtig ist als das Anfangen selbst.“

Schön gesagt aber meistens ist die Frage „Wo anfangen?“ schon der Anfang, denn du fragst dich, wie du geplant vorgehen kannst. In diesem Sinne. Bis zum nächsten Mal.


Tropes vs. Reality: Weil ein #aufschrei nicht reicht – Der Einband

 

Männerprivilegien 121- 167

Und der letzte Teil der Männerprivilegien Reihe. Diesmal 121 -167.

121. If you’re never promoted, it’s not because of your gender.
??? Wir haben Bleichstellungsgesetze die Beförderungen (und Einstellungen) nach Geschlecht sortieren. Und das ganze auch zum Vorteil von Frauen. Wir haben eine Geschlechterquote. Also sag ich mal spontan WEIBLICHES PRIVILEG.
122. You’re less likely to be penalized for not putting up with sexual harassment and misogyny from co-workers and bosses – they’re often normalized as part of the workplace, with one survey showing 1 in 3 women experiencing harassment at work.
What? Wenn mir mein Arbeitskollege oder meine Arbeitskollegin (gerade als ich noch bei Siemens gearbeitet habe) an den Hintern gefasst hat und ich mich beschwert habe, dann wurde ich ausgelacht, dass ich mich über so eine Kleinigkeit aufrege. Und soll ich Dir was sagen? Männer sind häufiger betroffen. Weibliches Privileg.
123. You’re less vulnerable to gender norms trapping you in financial abuse – for women in relationships with abusive men, society’s idea of men as breadwinners can make financial abuse go unnoticed and more difficult to recover from.
Korrekt, dafür gibt es das Geschlechter-Norm der unschuldigen Frau, das schon viele Frauen missbraucht haben um das Opfer zu spielen, nachdem sie ihrem Mann das Leben zur Hölle gemacht haben. – Und erhol dich mal als Mann von dem Vorwurf von häuslicher Gewalt bzw. Vergewaltigung. Da habe ich leiber einen finanziellen Engpass.
124. If you’re careless with money, it’s not attributed to your gender.
Stimmt. Ich habe das allerdings noch nie auf Frauen bezogen gehört. Also das die Person schlecht mit Geld umgehen kann, weil sie eine Frau ist. Ich habe schon oft gehört, dass DIESE Frau schlecht mit Geld umgehen kann, aber nie, dass das ein negatives Geschlechterstereotyp über Frauen allgemein ist.
125. Hiring managers in well-paid fields like science and technology look for “masculine stereotypes” that lead them to view you as more favorable than a woman candidate. Gender biases make them judge the same qualifications more positively for men.
Von den maskulinen Stereotypen steht da nichts. Und ich habe eine Studie gefunden, die genau das Gegenteil behauptet.  Interessanterweise gibt es auch gender-biases, was die Sprache angeht.
126. You can get upset at work without people blaming your emotions on “hormones,” “PMS,” or “being oversensitive.”
Stimmt, es ist schon nett, wenn die das meistens nicht deinem Charakter zuschreiben sondern Ausreden für dich erfinden. Weibliches Privileg.
127. You’re less likely to have your failures at work as a sign that your gender shouldn’t be doing this type of work. This is especially true in male-dominated industries and leadership positions.
Ich arbeite in einem extrem frauendominierten Beruf und das Gleiche (Geschlechter getauscht) kommt auch bei mir vor.
128. You can take jobs like service industry positions in restaurants or bars without worrying about normalized sexual harassment based on your gender.
Noch ein Comic? Oh Frau.  Das einzige was dabei wirklich „Harassment“ ist, ist der Klaps auf den Po. Bei dem anderen muss ich davon ausgehen, dass du mal wieder gerade PMS hast oder deine Tage oder einfach hypersensibel. Das ist jetzt wirklich nichts, was Männer nicht auch erleben würden.
129. You’re not assumed to be responsible for menial “lady” tasks, like decorating for the office party.
Das stimmt. Dafür erwartet man von mir, dass ich die schweren Sachen trage, mich um die Technik kümmere und nebenher dann auch mal den Damen unter die Arme greife. Muss wirklich hart sein die Deko zu machen.
130. You’re less likely to be addressed with demeaning language at work, and more likely to be addressed with respect – unlike women who are referred to as “girls” or called nicknames reflecting stereotypes of women as intellectually inferior, like “honey” and “sweetheart.”
Ich finde es immer interessant, wenn sich Feministinnen darüber aufregen, dass „Girl“ oder „Mädchen“ abwertend ist. „YOU GO GIRL“, „GIRLPOWER“, „Mädchenmannschaft“…
Dazu dann der ausgewählte Link. Ein Traum. „Wenn mich jemand der mich gut kennt „Sweety“ nennt ist das ok, weil er weiß, dass ich so bin.“ Wenn also jemand anderes das mitbekommt und weiß dass ihr euch gut kennt, kann er davon ausgehen, dass du eine „Sweety“ bist. Womit die Voraussetzung (weiß das es so ist) erfüllt ist. Zudem ist ein Arbeitsumfeld ein Arbeitsumfeld in dem man zusammenarbeiten muss und ein möglichst entspanntes Verhältnis zueinander braucht. Fast schon freunschaftlich.
Das du das nicht begreifst und die beleidigte Leberwurst spielst, zeigt, dass du dafür nicht geeignet bist.
131. You can look up to professional role models of your gender in your field and see them lauded for their achievements, not just their appearance.
Wenn das Wörtchen „just“ nicht wäre würde ich dir zustimmen. Aber so nicht. Das ist Bullshit.
132. You’re not stuck between the stereotype of your gender being dependent on a partner and the shame directed at women who choose to be or have to be.
Wer beschämt denn Frauen, die sich abhängig von ihren Partnern machen oder abhängig von denen sind? Außer Feministinnen fällt mir da niemand ein. Alle anderen wissen, dass Partner abhängig voneinander sind. Dafür ist eine Partnerschaft da.
133. You’re more likely to be remembered for your own work accomplishments, rather than your marriage or appearance.
Weil ich im Regelfall auch mehr erreiche. Also kein Privileg sondern ein Verdienst.
134. Your gender is more represented in higher paid positions. For instance, women are fewer than 5% of Fortune 500 CEOS.
siehe 133
135. You can have your skills recognized in well-paid positions like tech fields. For instance, researchers found that women software developers (who make up a very small percentage of the field) had their coding work rated higher than men in a study – unless they revealed their gender.
Die Studie ist ja schon nicht ganz so klug aufgebaut. Zuerst wird ein Durchschnitt berechnet, der Frauen als besser darstellt. Dann wird geguckt, ob Frauen irgendwie besser oder schlechter sind !im Durchschnitt!, was sie waren. Dann wird zwischen Frauen aufgeteilt, die ein neutrales Profil haben und welchen wo klar ist, dass es Frauen sind. Und bei letzteren gibt es schlechtere Bewertungen. Jetzt wäre die Frage interessant: Sind die Frauen, die explizit sagen, dass sie Frauen sind einfach vielleicht im Schnitt schlechter im Coden, als die, die das nicht tun?
Aber diese Frage wurde nicht gestellt, womit dieses angenommene „Privileg“ auf sehr wackligen Füßen steht.
136. You’re more likely to have your work cited in journalism and political science. Women experts are cited so rarely that some political scientists created Women Also Know Stuff to encourage people to also include the expertise of women.
Frauen machen 1/3 der Journalsmus-Arbeitskräfte aus. Ist bei einer Gruppe von 100 Personen die Wahrscheinlichkeit größer oder kleiner, als bei einer einzelperson, dass da ein besonders Guter bei ist? Ist bei einer Gruppe von 64 Personen die Wahrscheinlichkeit größer oder kleiner, als bei einer Gruppe von 36 Personen dass da jemand Gutes bei ist?
Wenn wir eine Gesamtgruppe haben, in der eine Teilgruppe eine deutliche Mehrheit darstellt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass diese die Besten (und auch schlechtesten) hervorbringt.
Wenn wir jetzt eine Gessmtgruppe von – sagen wir mal – 100 000 Journalisten in den USA haben. davon sind dann 64 000 männlich und 36 000 weiblich. Und nehmen wir mal eine Verteilung von besonders gut/schlecht an, die von der Intelligenz abhängig ist (ein extrem dummer Mensch wird normalerweise nicht als Experte eingeladen werden. Nun sind Männer im Bereich der Hochbegabten aber 5x mehr vertreten. Das heißt: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein hochbegabter Mann unter den Experten ist, ist allein bei der Anzahl der Personen schon doppelt so hoch (wenn wir von einer Gleichverteilung der Hochbegabten ausgehen würden), tun wir aber nicht, weil wir es ja besser wissen und kommen daher auf den Faktor 10. Das in deinem ersten Link also 6 Männer als „Beleg“ für was auch immer angeführt werden, ist… sagen wir mal… undurchdacht. Natürlich ist es ein Privileg FÜR DIESE MÄNNER, dass Männer im Schnitt intelligenter sind und mit höherer Wahrscheinlichkeit Hochbegabt sind, aber der Rest von uns hat nicht soviel davon.
137. You’re less likely to have people justify not hiring people of your gender with the belief that there are simply “no qualified candidates” of your gender in the field.
Weil keiner einen Aufstand macht, wenn Männer unterrepräsentiert sind. Dann braucht man auch nichts zu begründen. Weibliches Privileg sag ich dazu.
138. You’re less likely to work in jobs that commodify “pleasant” emotions, with roles that give “service with a smile,” like flight attendants, assumed to be “natural” roles for women.
Stimmt, weil ich mir andere Jobs aussuche udn Frauen sich eher diese Jobs aussuchen. Es ist fast so, als wenn diese das wollten…
139. You’re not expected to put in unpaid emotional labor, like maintaining office harmony, in addition to your work duties. People don’t believe that your gender is just more suited to this often unrecognized and uncompensated work.
Bitte was? Hast du noch alle Latten am Zaun? Als wenn die Förderung des teamdynamischen Prozesses eine Frauenaufgabe ist. Als wenn man nur von Frauen erwarten würde, dass man ein Arbeitsklima erschafft indem man gemeinsam Arbeiten kann. Das wird von ALLEN Arbeitnehmern erwartet.
140. You’re less likely to have clients and colleagues ask someone of another gender a question that should’ve been directed to you. In one survey, 88% of senior-level women in Silicon Valley reported this happening.
Du sagst hier wieder, dass es unwahrscheinlicher ist, dass so etwas mir passiert. Hast aber keine Vergleichende Statistik. Also nope. Das zweite ist: Nur weil sich die Kunden oder Kollegen an einen Mann gewendet haben, heißt das nicht, dass sie sich an ihn gewendet haben, weil er ein Mann ist.
Es kann auch einfach vorkommen, dass die Leute nicht wissen, an welche Abteilung etwas gehen muss und wählen dann die falsche. Dabei ist es dann schlicht Zufall, dass in der einen eine Frau sitzt und in der anderen ein Mann.

Childhood and Education

141. People give you toys that are more likely to be educational, to develop a range of skills, and to let you imagine a range of career possibilities – while toys considered “girls’ toys” are often limited to beauty, housework and childcare.
Und was hält Mädchen davon ab sich vergleichbare Spielzeuge zu wünschen? Kann man mit „Beauty“ keine Karriere machen? Kann man damit nichts für die Zukunft lernen? Also zum Beispiel Modedesign, Kosmetik, Hairstylist, Modeln. Oder mit Hausarbeit? Zum Beispiel Koch, Hotelier, Gastronomie? Kann man mit Kinderpflege nicht auch was lernen? Zum Beispiel Erzeiher, Heilerziehungspfleger, Krankenpflege, Altenpflege, Erziehung deiner eigenen Kinder?
Wie scheiße dämlich bist du eigentlich?
142. You can be assertive without being told to “not be so bossy.”
Wenn ich herrisch oder rechthaberisch bin, dann sagt man mir das im Regelfall auch. Wenn ich selbstbewusst bin sagt man mir das auch. Selbes gilt für Frauen. Nur weil du „bossy“ genannt wirst, ist das kein Geschlechterproblem. Es ist DEIN Problem weil DU bossy bist.
143. Adults compliment you more for your abilities rather than only your looks, and you’re not taught that the most important thing about you is your appearance.
Stimmt. Das Frauen mit ihrem Aussehen aber eine ganze Menge erreichen können was Männer jedoch nicht können, unterschlagen wir hier aber mal.
144. School dress codes don’t suggest that your body is inherently shameful or unprofessional, unlike girls who are told that it’s up to them to cover up.
Ah ja, weil Männerkleidung so oft so kurz geschnitten ist. Wenn sich Jungs genauso freizügig anziehen würden wie Mädchen, gäbe es für sie ebenfalls entsprechende Dresscodes. Wobei wir natürlich nicht unterschlagen wollen, dass es auch Dresscodes für Jungs gibt.
145. Your grades don’t depend on your appearance – studies show that girls are given higher grades based on physical attractiveness, reinforcing that their value is in their looks, not their brains.
146. You get more “esteem building” rewards in school, like being called on first even when you’re not raising your hand.
Das ist interessant. Trotzdem fallen immer mehr Jungs zurück in unserem Bildungssystem. Trotz all dieser „Vorteile“ die Jungs in unserem Bildungssystem genießen brechen sie häufiger ab und erhalten weniger oft das Abitur. Schenken wir Mädchen einfach die Bildung?
147. You get a higher amount and quality of attention from teachers, like more substantive feedback that improves your learning.
Ach ja, und die Mädchen können da nicht zuhören? Ansonsten s.o.
148. Your energetic behavior and creative energy is encouraged or dismissed with phrases like “boys will be boys.” Girls are taught to be “lady-like,” which includes being more reserved and less outspoken.
Zero Tolerance. Mehr müsste ich eigentlich nicht sagen. Aber ich setz noch einen drauf: Rethalin. Das Verhalten von Jungs wird pathologisiert und kriminalsiert. Weibliches Privileg.
149. You’re not told that you’re supposed to be bad at math and science because of your gender.
Das was du da verlinkst entspricht nicht dem was du schreibst. Die Mädchen fühlten sich so, als ob das so sein sollte. Niemand hat ihnen gesagt, dass sie schlecht sein sollen.
150. People are more likely to respect your bodily autonomy – they don’t say things like “your father’s going to need a shotgun” to imply that your sexuality belongs to men throughout your life.
Nur damit ich das richtig verstehe: Die körperliche Autonomie von Männern wird höher eingeschätzt als die von Frauen, weil zusätzlich zu dem Schutz den du selbst deiner körperlichen Autonomie angedenkst noch ein Mann mit Waffe abgestellt wird um diese zu schützen. Ein Mann der sich zwischen Dich und jemandem der deine körperliche Autonomie angreift stellen soll und seine für Dich aufopfern soll. Ja klingt total plausibel.
Deshalb ist die Genitalverstümmlung von Jungs in den USA und Deutschland auch erlaubt, während die von mädchen verboten ist. Deshalb kann sowohl die USA als auch Deutschland ihre männlichen Bürger zum Kriegsdienst zwingen.
Ich würde sagen, dass wir die körperliche Autonomie von Frauen weitaus höher einschätzen, als die von Männern.
151. Clothing made for you doesn’t reinforce stereotypes of your gender as “too pretty” to be smart.
Kauf halt die Kleidung, die das nicht macht.
152. You aren’t raised to believe your gender is inherently more delicate or weak with phrases like “you throw like a girl.”
Hier geht es um eine objektive Tatsache. Oder sollen wir beim Sport nicht mehr zwischen Frauen und Männern trennen? Das würde die Feministinnen freuen…
153. As you’re growing up, you have more positive role models of your gender to choose from in media, history books, fiction, and more.
Das wage ich anzuzweifeln. Die dargestellten Männer sind nämlich entweder arg übertrieben tuff (Jahn McClane) oder arg übertriebene Trottel (Homer Simpson). Einfach jemanden, der normal gut ist gibt es kaum.
154. Academic resources are more likely to cite the work of people of your gender.
siehe 136
155. If you’re in college, you’re more likely to be judged as knowledgeable by your peers.
Und das bringt mir was?
156. If you’re in college, you’re more likely to have professors respond to your inquiries, especially if you’re white.
Scheint zu stimmen. Und hier würde ich sagen, gibt es WIRKLICH ein Problem.
157. At school, you can learn about your gender’s contributions to the world without needing extra electives or men’s studies departments to be included in the curriculum.
Das was mein Geschlecht dieser Welt zugeführt hat wird nicht besprochen, sondern was Individuen, die Zufällig mein Geschlecht haben, dazu beigetragen haben.
Das sind halt Fakten.
Es ist ein weibliches Privileg, das wir Womens Studies haben, die sowas unnötigerweise in das Curriculum reinpressen.

Religion (And the Lack Thereof)

158. If you’re religious, you’re much more likely to have religious leaders of your gender, with every major religion led by men.
Stimmt. Und ich werde mit Freuden mit dir daran arbeiten Religionen abzuschaffen.
159. If you’re religious, you’re less likely to be assumed incapable of choosing your religion for yourself, like when people assume that Muslim women need “saving.”
Das hat nichts damit zu tun, dass wir Frauen nicht die Wahlfreiheit der Religion zu gestehen wollen oder dass wir sie als unfähig wahrnehmen ihre Religion auszuwählen, sondern das wir (Männer und Frauen unserer Gesellschaft) Hijab und Burkah eher als Freiheitseinschränkend betrachten und die Frau in Freiheit sehen wollen.
160 If you’re religious, you’re less likely to have your beliefs attributed to “irrationality” and scientific ineptitude natural for your gender.
Stimmt. Frauen sind de facto emotionaler als Männer. Er sagt: Frauen sind de facto emotionaler als Männer. Frauen sind daher eher empfänglich für Religion und eher weniger empfänglich für Vernunft und Fakten. Wie der verlinkte Artikel ja wundervoll belegt.
161. If you’re religious, you’re less likely to have your holy texts like the Bible interpreted in ways that justify mistreating people of your gender – like silencing women – and less likely to have passages that affirm your gender ignored.
Stimmt, einer Gründe warum wir Religionen abschaffen müssen- und einer der Gründe, warum wir davon ausgehen, dass die Hijab aufgezwungen wird (siehe 159).
162. If you’re religious, you can find a place of worship that doesn’t treat your gender as inferior. For instance, feminist Christian churches exist, but in many areas, the only options for worship are churches that follow patriarchal traditions.
Es gibt feministische Kirchen? Krass.
Aber egal. Ich weiß nciht in welche Kirchen du so gehst, aber wenn ich in die Kirche gehe, dann haben alle dort frei Platzwahl und bis auf das oben schon angesprochene Hirarchiegebilde das Frauen ausschließt (siehe 158) sehe ich da keine Diskriminierung. Interessanterweise ist in der christlichen Religion eine der größten Glaubensrichtungen die Verehrung der Heiligen Mutter Gottes – die Marienverehrung.
163. If you’re not religious and looking for community, male leadership also dominates the public atheist domain, and leaders often perpetuate sexism in atheist circles, too.
Ich habe hier keine Sexismus gesehen. Weiso ist es sexismus wenn zwei Leute Sex haben? Ansonsten verweise ich auf die Antworten 160 und 136.
164. You’re not excluded from atheism based on the idea that “rationality” is not characteristic of your gender.
Ähm Feminismus heißt nicht Frau. Feministinnen sind irrational.
165. You can be part of atheist communities without risking gender-based harassment.
Du wirst aber nciht wegen deines Geschlechtes beleidigt, sondern die Beleidigung wird auf Grund deines Geschlechtes gewählt. Wenn das selbe Verhalten vorliegt würde ein Mann Dick/Schwanz genannt werden, wohingegen eine Frau Pussy/Fotze genannt werden würde.
166. Sacred and religious figures and deities like the Christian God are usually portrayed as your gender.
Stimmt, es gibt aber sehr wohl auch weibliche Heilige. Die wichtigste habe ich schon erwähnt die Gottesmutter Maria.
167. You can practice a religion that centers around your gender without facing harassment and backlash. For instance, women-centered sects of Paganism and Wicca sometimes have to deal with misogyny.
Hast du nicht gerade die meisten großen Religionen als Frauenfeindlich abgetan? Ist die atheistische Bewgung kein Backlash gegen die großen Religionen? Denkst du eigentlich noch bevor du schreibst?

Männerprivilegien 81-120

Teil 3 der MP-Reihe mit den Privilegien 81 -120.

81. Romantic films are less likely to portray a character of your gender being stalked as a sweet sign of affection, which creates toxic norms around harassment and intrusion as a way of pursuing you.
Du hast das Privileg, dass dein Geschlecht nicht als stalkende Creeps in romantischen Filmen dargestellt wird… . Jetzt mal ehrlich: DAS SOLL EIN PRIVILEG SEIN?
82. Comedians of your gender don’t face stereotypes of your gender as universally “unfunny.”
Richtig. Weil männliche Comedians meistens lustig sind, während weibliche es halt meistens schlicht und ergreifend nicht sind.
Es gibt natürlich sehr gute weibliche Comedians aber die bekommen die Anerkennung für ihren humor trotz des Stereotyps.
83. You can use the internet without being harassed.
Nein. „Overall, men are somewhat more likely than women to experience at least one of the elements of online harassment[…]
84. You can be an online gamer without being harassed, threatened, or demeaned.
Nein. „Men—and young men in particular—were more likely to report online gaming as the most recent site of their harassment.“
85. In online gaming, you can play characters of your gender that aren’t hypersexualized.
Ah ja, weil Männer nie übertrieben muskulös, mit einem Knackarsch oder in irgendeinerweise Körperbetont dargestellt werden. Schatz, wenn das einzige Spiel das du gespielt hast Minesweeper ist, dann solltest du vielleicht deine Schotten dicht machen, wenn du keine Ahnung hast.
86. Your gender is more represented in film, with women making up 12% of protagonists, 29% of major characters, and 30% of speaking characters in the top 100 grossing films.
Scheint zu stimmen – und in wiefern hat das jetzt irgendwelche Vorteile? Ich meine: Was ist wenn ich zufällig die Filme gut finde, die zufällig auch mehr weibliche Charaktere haben? Was ist, wenn die Filme in den Top 100 gelandet sind, weil mehrheitlich Männer ins Kino gegangen sind und sich diese Filme angeschaut haben? Was ist wenn mehrheitlich Frauen diese Filme gesehen haben, weil sie Männer sehen wollten?
87. People of your gender in the media can age naturally without scrutiny, even being said to get “finer with age.” Women in industries like modeling, acting, and TV journalism are more likely to be pushed out of their careers as they age
Stimmt.
88. Your gender is more represented in the documentary industry, with people more likely to trust men with documentaries and give them funding, resources, and recognition for their projects.
Mehr repräsentiert: Scheint zu stimmen. Da es sich aber um Dokumentationen handelt ist das ja vollkommen Latte, weil ja Dokumentationen auf Fakten beruhen sollten. Und diese ändern sich ja nicht, nur weil ein anderes Geschlecht da gerade Regisseur ist.
Zu den anderen Vorwürfen haben wir in dem verlinkten Artikel nur ein paar Meinungen die sagen: Ja, ich habe das Gefühl, dass das so ist.
Womit wir also sagen können, dass Teil 1 kein Privileg ist, weil es keinen Effekt hat und Teil 2 nicht als Privileg bezeichnet werden kann, weil wir dafür keine Beweise haben.

Politics and Law

89. If a person of your gender isn’t elected to public office, it’s not because of their gender.
Also wir haben Parteien mit spezielle Listen, die dafür geschaffen wurden, dass mehr Frauen in die Politik und in Amt und Würden kommen. Deine Aussage ist also falsch. Diese Listen sorgen natürlich dafür, dass genausogut qualifizierte oder sogar besser qualifizierte Männer in der Rangliste abrutschen und so eher nicht gewählt werden. Das nennen wir dann ein weibliches Privileg.
90. A political candidate of your gender doesn’t have to face media scrutiny that reinforces gendered stereotypes of not being suited for leadership.
Schon wieder ein Comic? Männer werden nach ihren Geschlechterstereotypen durchaus auch bewertet. Aber meistens wird die Führungsqualität angezweifelt, weil sich eine Person als unfähig zu führen herausgestellt hat.
91. A political candidate of your gender isn’t scrutinized more for his appearance than his abilities.
Es muss dieses männliche Privileg sein, dass man bei Frauen die Führungskraft einfach annimmt und den politischen Gegner nur auf anderem Wege angreifen kann…
Do you see what I just did there?
92. A political candidate of your gender won’t be penalized by the idea that they can’t balance both family life and public office.
Doch, durchaus.
93. Politicians of your gender aren’t said to have their abilities negatively affected by bodily functions like menstruation.
Da das ja auch nicht der Fall ist, ist das sogar korrekt. Interessanterweise gibt es sowas wie Regelschmerzen und Endometriose (63), du weißt schon, diese Schmerzen, die so schlimm sind wie die eines Herzinfarktes. Du erinnerst dich?
Oder willst du mir sagen, dass Schmerzen, die so schlimm sein können wie ein Herzinfarkt, nicht deine Fähigkeiten beeinträchtigen?
94. Fictional media is more likely to show your gender in positions of political leadership, giving the public the impression that you’re naturally born to be in charge.
Während ersteres vermutlich sogar stimmt, ist letzteres eine Aussage die du nicht belegt hast. Übrigens sagt die Anzahl, wie oft dein Geschlecht in politischer Führungsposition vertreten wird (gerade im Fiktionalen bereich) nichts darüber aus, ob es gut oder schlecht führt.
95. Political leaders of your gender aren’t judged for not demonstrating “lady-like” behavior that’s the opposite of qualities that public views as leadership skills, like confidence or “not being afraid to speak your mind.”
Ne, sie werden dafür verurteilt nicht Gentleman-Like zu handeln.
Übrigens: Wenn es dich anpisst, dass du als  Führungsperson als nicht lady-like betrachtet wirst dann fehlt dir das Selbstvertrauen, dass du dafür brauchst in einer Führungsposition zu sein. Mit anderen Worten: Das ist dein geringstes Problem.
96. You don’t have politicians primarily of another gender making laws to control your gender’s bodies.
Stimmt, das hat in deutschland dazu geführt, dass am 12.12.2012 die Genitalverstümmlung von Jungs erlaubt wurde. WUHUUUU.
Aber da du vermutlich auf Abtreibung anspielst: Es ist halt nicht nur dein Körper, sondern auch Leben und Zukunft eines Kindes und die Zukunft des Vaters, dass hier mit reinspielt.
97. There are more lawmakers of your gender determining the rules we all have to live by. For instance, women make up not even 20% of Congress.
Interessant. und trotzdem sind sowohl die USA als auch Deutschland wirtschaftlich extrem erfolgreich, sehr liberal, demokratisch und mit einem vergleichsweise hohen Lebensstandart. Hmmmm. Und das ganze auch noch demokratisch gewählt mit über der Hälfte der Wahlbeteiligten von weiblicher Natur…
Es scheint fast so, als wenn es ein Privileg von Männern UND Frauen ist in einem Land zu leben indem mehrheitlich Männer an der Macht sind.
98. There are more judges and justices of your gender determining how laws should be implemented. For example, the Supreme Court has included 108 men and only 4 women.
Und trotzdem bekommen Männer schwerere Strafen für das gleiche Verbrechen und sitzen deutlich häufiger im Bau.
Mir scheint dieses angebliche Privileg also nichts zu bringen und eher ein weibliches Privileg zu sein.
100. You can have strong political opinions without people calling you a “feminazi” or judging you for being “opinionated.”
Ne, die würden mich einen Nazi, ein Arschloch, einen rechtsradikalen Wichser, einen Spinner oder sonst wie nennen.
101. You can express your political opinions without people saying you’re just doing it to impress men or are otherwise unqualified to make political decisions because of your gender.
Stimmt, mir als Mann sagt man ich würde sowas tun um wahlweise Frauen in den Arsch zu kriechen oder weil ich ein frauenfeindliches Arschloch bin. Und ironischerweise hast Du, seltenst dämliche Autorin,  in Nr. 96 genau das suggeriert.

Workplace and Economy

102. You can make choices to have both career and family without people assuming it’s a challenge or an unusual achievement for you to “have it all.”
Sie wissen, das es ein Problem ist, aber es interessiert meistens nicht. Nur weil das bei Frauen von Interesse ist und daher viele helfen wollen, heißt das nicht, dass für uns kein Prolem existiert.
Weibliches Privileg.
103. You’re not insulted for going “against your gender’s nature” for choosing to have a career, but not children.
Naja, wenn ich mit einer Frau zusammen bin und keine Kinder habe, wird man entweder unterstellen, dass ich schwul sei und die Frau nur als Tarnung hätte (was manche Menschen durchaus als Beleidigung betrachten), oder dass ich unfruchtbar wäre (was viele ebenfalls als Beleidigung ansehen würden).
Du siehst: Nö.
104. If you choose to have children, you’re not questioned about how having a family would hurt your ability to do your job.
Stimmt, man geht einfach davon aus, dass ich den Job uneingeschränkt so weiter machen kann und wenn ich das nicht kann bekomme ich Ärger dafür. Ich habe zu funktionieren. keinen Interessiert ob das klappt – im Gegensatz zu Frauen. Wir nenn das ein weibliches Privilig.
105. As a parent, you get more professional opportunities – avoiding the “Motherhood Penalty” that hurts women’s careers if they have children.
Stimmt.
106. You’re less likely to take on childcare costs if your children have a mother you don’t live with.
Jap, das liegt daran, dass Frauen auch eher das Sorgerecht zugesprochen bekommen. Weshalb sie die Ausgaben machen müssen. Nun müssen Männer natürlich auch Kindergelb bezahlen. Da diese dies aber oft nicht zahlen können (weil sie halt auch nciht gerade wohlhabend sind, kommen sie oftmals direkt in den Bau.
Ich würde das ehrlich gesagt nicht wirklich als Privileg bezeichnen.
107. You’re paid more for your work. On average, white women earn 78 cents to white men’s dollar, with wages going down to 64 cents for Black women, 54 cents for Latina women, and 59 cents for Native American and Alaska Native women.
Du würdest das Selbe bekommen, wenn du die selben Berufsfelder wählen würdest, genauso hart verhandeln würdest, genauso viele Stunden arbeiten würdest und die selbe Qualifikation hättest.
Das ist kein Privileg, dass ist redlich verdient.
108. You get more financial support for your work – like more financing for resources, more funding for start-ups, more lab and office space.
Also deine verlinkten Quellen sagen, dass alles dafür getan wird, dass Frauen in diese Bereiche kommen und sich dort etablieren, dass sie in manchen Bereichen (und Universitäten allgemein) deutlich überrepräsentiert sind – und sie häufiger die Forschung verlassen. Wenn also trotz überproportional vielen Frauen und trotz viel Arbeit Frauen in diese Berufe zu kriegen, Frauen diese Berufe nicht so oft wählen und auch schneller wieder verlassen, warum sollte ich dann mehr Geld in sie reinpumpen?
109. You’re assumed to be the leader of your household – so you can avoid stereotypes like assuming you’d have to “check with your husband” about taking a promotion.
Hahahhahahahahahhahahahhahahhaaa. Schatz, wir haben das 18. Jahrhundert schon lange verlassen.
110. If you have a “man’s” name on your resume, you’re more likely to get an interview for a more prestigious job than if you had a “woman’s” name.
Stimmt. Rssultiert auch daraus, dass Mentorenprogramme häufig von Männern angeboten werden (siehe „Privileg“ darüber) und sie bei einer Frau im Labor Angst haben ,üssen, dass ihr Ruf ruiniert wird, weil sie irgendwelche Gerüchte in die Welt setzt.
111. You’re more likely to work in “formal employment,” which is government regulated to insure wages and certain rights, and less likely work in “pink collar jobs,” like domestic labor, which are considered “women’s work” and have less stability, job security, and pay.
Stimmt, weil ich mich darauf eher nicht so bewerbe. Würdest du dich auf was anderes bewerben hättest du das Problem nicht.
112. You have a lower risk of living in poverty. 1 in 7 women and 4 in 10 single-mother families are poor, with the poverty rate for Native American, Black, and Latina women at almost double the rate for white women.
Jap und man kommt daraus, indem man dafür arbeitet und entsprechende Entscheidungen trifft. Also kein Privileg sondern erarbeitet.
113. If you’re a single father, that doesn’t put your household at the highest risk for poverty – lone mother households are most susceptible.
Ich habe dazu das hier gefunden und das sagt ziemlich eindeutig, dass Männer, wenn sie denn das Sorgerecht bekommen, eher aus einer Scheidung herauskommen und (daher Unterhalt bekommen), während Frauen eher nicht verheiratet waren und daher auch nur geringen bis keinen Anspruch haben. Und das sagt auch ziemlich eindeutig, dass es meist an den Entscheidungen liegt die diese Frauen treffen. Also kein Privileg sondern verdient.
114. You can negotiate for raises, promotions, and more without being seen as too aggressive.
Frauen können das auch, du darfst halt nicht zu aggressiv sein.
115. You’re not stereotyped at work as not belonging in higher paid roles, like being mistaken for the nurse if you’re the doctor, or for a secretary when you’re a lawyer.
Das stimmt.
116. You can put little time into your appearance without a negative impact on your work life, like having people believe you’re unprofessional or not put together.
Das ist sicherlich richtig. Das erste Wichtige ist aber, dass man gepflegt aussehen muss. Makeup alleine reicht nicht. Du kannst das ja im Gesicht verschmieren doer schlecht auftragen, wirkt genauso scheiße.
Das zweite Wichtige ist, dass sich sehr viele Frauen schminken. Durch diese Schminke die Durchschnittsfrau gepflegter aussieht, als sie eigentlich ist, womit der Durchschnitt angehoben wird. Womit eine ungeschminkte Frau ungepflegter aussieht.
Ja das ist ein männliches Privileg. Danken wir den Frauen dafür, dass wir es haben.
117. You can spend less on products to maintain your “professional” appearance. Women are expected to spend more on clothing, accessories, and beauty products, even when they’re earning less.
Nein, es wird von ihnen erwartet, dass sie professionell aussehen, dass muss nicht zwangsläufig teurer sein und es muss auch nicht zwangsläufig mit Accessoirs zu tun haben. Zudem hängt das vom Job ab. Wenn du an einer Drehbank arbeitest interessiert es keinen, was für Armbänder o.Ä. du umhast. Es interessiert, dass du KEINE umhast. Auf einer Ölplattform oder in einem Kohleberkwerk interessiert es keine Sau ob du Schminke drauf hast.
118. You can be assertive at work without being labeled “bitchy” or “bossy.”
Wenn du selbstbewusst bist, dann bist du keine Zicke. Wenn du eine Zicke bist, bist du eine Zicke. Hör auf eine Zicke zu sein.
119. You’re more likely to be perceived as a leader.
Stimmt.
120. You can benefit from “good ol’ boy” networks that are the key to many paths to success.
Und du von Frauenquoten, Bundesgleichstellungsgesetzen, Frauenförderprogrammen, Frauenverbänden und der Angst von Männern vor soizialer Ausgrenzung und Beendung der Karriere, weil dich irgendeine unqualifizierte Zicke Sexist genannt hat, weil du ihr gesagt hast, dass sie unfähig ist zu führen.

 

Tropes vs. Reality: Weil ein #aufschrei nicht reicht – Der Einband

Zusammen mit einigen Weltraumaffen und speziell Solanum habe ich mich entschlossen eine „In Depth Analysis“ und Interpretation von Anne Wizoreks Buch „Weil ein #aufschrei nicht reicht“ (1) zu machen. Dieses Projekt ist etwas eingeschlafen, u.A. weil wir dies als Videoformat machen wollten und das… doof ist.

Die in dieser Videoreihe angesprochene Kritik sollte also ein Sammelsurium unterschiedlicher Meinungen und Interpretationen darstellen, wobei sich, bei der Besprechung der Einleitung und des ersten Kapitels herausgestellt hat, dass wir doch in ähnlichen Bahnen denken und sich die Unterschiede in der Denkweise eher in einer erweiterten Analyse, denn in vollkommen unterschiedlicher Interpretation geäußert hat.

Nun möchte ich diese Reihe in Blogform wieder aufleben lassen und gelegentlich ein Kapitel des Buches vorstellen und besprechen.
Dieser erste Beitrag der Reihe Tropes vs. Reality ist jedoch von mir allein verfasst und befasst sich lediglich mit Cover, Klappentext, Buchrücken und Autorennotiz. Also in Kurzform: Dem Einband, denn dieser soll dem potenziellen Leser (2) ja vermitteln, was er von diesem Buch zu erwarten hat. Daher gehe ich hier auch speziell auf Form und Gestaltung ein, was in späteren Beiträgen (allein des Umfanges wegen) nicht mehr erfolgen wird.

Zuerst das Cover:

Standartmäßig werden hier die Autorin und der Verlag genannt, dazu in Schwarz „weil ein #Aufschrei nicht reicht“ und in Rot als Untertitel „für einen Feminismus von Heute“. Wobei beides vor dem Hintergrund eines grünlichen Hashtag-Zeichens auf weißem Grund zu sehen ist.

Hiervon lassen sich meiner Ansicht nach zwei Dinge ableiten.
1.: Es handelt sich um ein Werk, das veraltete Punkte des Feminismus (also überwundene Probleme; Fehler in feministischer Annahme etc.) benennt und somit den heutigen Feminismus von diesem Ballast befreit. Und zudem auch neue Probleme benennt, die so früher noch kein Thema des Feminismus waren.
2.: Da das Wort #Aufschrei so hervorgehoben ist, können wir auch emotionale Sprache und einen Versuch emotionaler Bindung erwarten. Wer sich also ein reines Faktenwerk wünscht, sollte auf der Hut sein.

Kommen wir zum Buchrücken:

Sofort sticht ins Auge, dass der Buchrücken sehr schlicht gehalten ist und abgesehen von Textformation (Schriftgröße, Farbe, Großschreibung ganzer Wörter) es keinerlei Verzierungen gibt. Der Text erscheint durchgängig auf weißem Grund. Es beginnt mit einem in Rot und durchweg großgeschriebenen FEMINISMUS? Gefolgt von (in schwarz) FUCK YEAH! Dies soll vermutlich die Kurzform von „Ist Feminismus wirklich noch notwendig?“ „Aber selbstverständlich!“ sein. Was die Frage aufwirft, wen Frau Wizorek mit diesem Buch ansprechen möchte. Kinder? Jugendliche? Erwachsene? Die Art und Weise der Formulierung, inklusive der Sprachwahl, lassen auf ein eher jüngeres Zielpublikum schließen.

Es folgt ein kurzer Text worum es im Feminismus geht. Nicht um die Frauenfrage, nicht um Frauen gegen Männer, sondern um: Sich eine bessere Gesellschaft wünschen, Diskriminierung abschaffen und Status Quo in den Arsch treten.

Wir können hier allerdings nur hoffen, dass „eine bessere Gesellschaft“ definiert wird, bzw. die Teilziele benannt werden, damit dies auch erreichbar ist. Was dann allerdings die Frage aufwirft: Wenn diese bessere Gesellschaft erreicht ist, ist sie dann nicht der Status Quo? Wenn wir Diskriminierung abgeschafft haben, ist das dann nicht der Status Quo? Wir werden es hoffentlich im Buch erfahren.

Es folgt ein kurzer Abschnitt über den #aufschrei (1, 2, 3, 4). Die eine „breite Diskussion um sexualisierte Gewalt und Diskriminierung in unserer Gesellschaft“ ausgelöst hat und gezeigt hat/haben soll, „dass wir von Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt sind“.

Hier werden gleich zwei Schlagwörter eingeführt. Zum einen sexualisierte Gewalt. Dieser Begriff ist nicht zu verwechseln mit sexueller Gewalt. Laut der Dipl.-Psych. Dr. Angelika Treibel: „„Sexuelle Gewalt“ umfasst jede Form sexueller Grenzverletzung als Verstoß gegen das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Unversehrtheit der eigenen sexuellen Grenzen.“ Diese Gewalt ist sowohl ein wissenschaftlicher als auch ein juristischer Begriff und stellt eine Strafbare Handlung dar. Wohingegen sexualisierte Gewalt dieses zwar einschließt, aber über diese Dinge hinausgeht und auch Dinge wie frauenfeindliche Sprache, Anmache, unerwünschte Einladungen/Briefe, anzügliche Witze, diskriminierende Werbung usw. einschließt . Die DPSG schreibt in ihrer Arbeitshilfe „Aktiv gegen sexualisierte Gewalt – Prävention und Interaktion in der DPSG“: „Eine Grenzverletzung ist ein unangemessenes Verhalten und nach dem Strafgesetzbuch (StGB) keine Straftat. Nicht jede Grenzverletzung ist sexuell motiviert oder wird bewusst durchgeführt.
Eine Grenzverletzung ist aber auch Teil der sexualisierten Gewalt (in Abgrenzung zur sexuellen Grenzverletzung bei sexueller Gewalt). Das heißt mit anderen Worten: Wir haben in beiden Publikationen Inhalte zur „sexualisierten Gewalt“, die entweder nichts mit Sex oder sexueller Integrität zu tun haben und/oder mit Gewalt.

 

Das zweite Schlagwort (oder Buzzword) ist Geschlechtergerechtigkeit. So zeigt Irene Pimminger in ihrer Ausarbeitung zum Thema Geschlechtergerechtigkeit auf, dass Gerechtigkeit ein… dehnbarer… Begriff ist. Gerechtigkeit könnte bedeuten, dass das Ergebnis gleich ist (z.B. 50/50 Aufteilungen der Geschlechter in jedem Arbeitsumfeld) oder auch, dass die Grundlagen für alle gleich sind (Chancen- und Wahlfreiheit; bei offenem Ergebnis).
Geht man aber etwas tiefer, so stößt man unweigerlich auf das BMFSFJ.
Das Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt dar, dass Geschlechtergerechtigkeit bzw. Gendermainstreaming als Leitbild bedeutet, „bei allen gesellschaftlichen und politischen Vorhaben die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern grundsätzlich und systematisch zu berücksichtigen. […] Gender Mainstreaming bedeutet also, zu berücksichtigen, dass eine Entscheidung für Frauen und Männer verschiedene Auswirkungen haben kann. Das soll auf allen Entscheidungsebenen geschehen. Deshalb heißt es Mainstreaming. Das Ziel ist die Gleichstellung, also die praktische Verwirklichung der formal gleichen Rechte von Frauen und Männern.
Die Aufgabe scheint also zu sein, bei unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen der Geschlechter, Chancen- und Wahlfreiheit zu erhalten und dennoch das gleiche Ergebnis für beide zu erzielen.
Ich hoffe, dass diese sehr spannende Anforderung und dieses hehre Ziel in diesem Buch gut besprochen werden.

 

Es folgt (in Rot geschrieben) die Aussage, dass Frau Wizorek, die aktuelle Stimme des Feminismus ist. Dies spricht in meinen Augen nicht gerade für den Feminismus, wenn man sich solch linguistische Entgleisungen wie „Feminismus? Fuck Yeah!“ Und „Dem Status Quo in den Arsch treten“ anschaut. Aber sei es drum. Wie gesagt, vermutlich ist ein jüngeres Publikum angesprochen, was allerdings die Frage aufwerfen würde, ob Feminismus etwas für Erwachsene ist.

 

Da wir gerade von Frau Wizorek sprechen, gehen wir direkt über zur Autorennotiz. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Frau Wizorek 33 Jahre alt und wird als Protagonistin des modernen Feminismus, als netzaktiv, international und erfrischend direkt beschrieben. Wobei man bei dieser Wertung geteilter Meinung sein kann. Wozu ich jedoch ausdrücklich Stellung beziehen möchte ist „Sie ist Initiatorin des Hashtags #aufschrei“. Dieser wird auch – mit einem Sprung zum Klappentext – in selbigem erwähnt: „Mit dem Twitter-Hashtag #aufschrei löst Anne Wizorek […]“. Hiermit wird ganz eindeutig impliziert, dass sie DIE Initiatorin ist, tatsächlich aber ist sie nur eine der Initiatorinnen. So gehört Jashna Lisha Strick ebenso mit dazu wie Nicole von Horst und Anna-Katharina Meßner. (1, 2)
Zum Klappentext. Dieser ist auch wieder schlicht gehalten und die einzigen irgendwie gearteten Hervorhebungen sind das in Rot geschriebene „#aufschrei“ und „Geschlechtergerechtigkeit für alle!“.
Eine interessante Aussage ist folgende: „Geschlechtergerechtigkeit ist weiterhin eine Utopie“.
Eine Utopie bezeichnet ein Ideal ohne Grundlage, das wirklichkeitsfern ist, nicht zu erreichen ist oder schlichtweg ein Wunschbild ist (1,2,3). Dies ist insofern interessant, da ja Geschlechtergerechtigkeit grob vereinfacht bedeutet: Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen (individuellen?) Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern, bei gleichen Chancen und Wahlmöglichkeiten das gleiche Ergebnis zu erzielen.

Das klingt für mich sehr utopisch, aber wir haben ja noch das ganze Buch vor uns, indem dies in ein realistischeres Bild gerückt werden kann.

 

Es folgt eine kurze Einführung die als Zitat gekennzeichnet ist. Im Kontext des Buches steht zu vermuten, dass es von Frau Wizorek stammt.
Darin gibt es einige Punkte die ich kurz ansprechen möchte. Sie spricht über die „immer wieder auftauchende Abwertung als Mädchen“ als sie schon längst erwachsen war. Nein! „Führerschein und Wahlberechtigung besaß“. Zum einen möchte ich anmerken, dass „You go girl“ und „Girlpower“ (Girl englisch = Mädchen) feministische Begriffe sind und die Mädchenmannschaft ein feministischer Blog bzw. ein feministischer Verein ist. Somit kann „Mädchen“ sehr wohl auch in positiverer Form benutzt werden. Hier geht es aber um die abwertende Verwendung des Begriffes. Dazu sei angemerkt, dass junge Männer, die sich kindisch und ungebührlich Verhalten oftmals als Junge (Boa, Junge…) oder als (Scheiß-)Kerl bezeichnet werden. Ohne die genaueren Umstände zu kennen, in denen Frau Wizorek abwertend als Mädchen bezeichnet wurde lässt sich also postulieren, – gerade in Bezug auf ihre bisher hier gezeigte Ausdrucksweise – dass sie sich kindisch benommen hat. Dies ist aber natürlich spekulativ.

 

Im Folgenden spricht Frau Wizorek über sexuelle Belästigungen eines Professors, die von den männlichen Studenten als Vorteil für Frau Wizorek und Nachteil für sich selbst (also die männlichen Studenten) empfunden wurde. Natürlich bewegen wir uns auch hier im Bereich der Spekulation. Ob es sich tatsächlich um sexuelle Belästigungen handelte sei dahingestellt. Denn zum einen kennen wir die tatsächlichen Handlungen nicht, zum anderen wissen wir nicht wieviel die männlichen Studenten mitbekommen haben (die schwirrten ja nicht 100% der Zeit um Frau Wizorek herum) bzw. wieviel Frau Wizorek diesen erzählt hat. Wir haben hier also ein Wahrnehmungsproblem und auch ein Kommunikationsproblem. Entweder auf Seiten von Frau Wizorek oder auf Seiten ihrer Kommilitonen. Wobei Frau Wizorek natürlich hätte klarstellen können, was sie erlebte. Es scheint so, als hätten die Kommilitonen die „sexuelle Belästigung“, die Frau Wizorek erlebte, eher als eine Art sexuelles Interesse des Professors empfunden. Und dies wäre dann sehr wohl ein Vorteil.

 

Das Zitat schließt mit „Für eine Welt, in der Mädchen und Frauen mehr zugetraut wird als Schminken und Schuhkauf. Für eine Welt, in der Jungen und Männer Gefühle zeigen können, die über Fußballjubel hinausgehen.
Ich denke nicht, dass ich hier über die oberflächliche, stereotypische, unreflektierte und undifferenzierte Wahrnehmung der Welt, die uns Frau Wizorek hier präsentiert eingehen muss. Ich erwarte jedoch eine Besserung.


(1) S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 2014; Weil ein #aufschrei nicht reicht – Für einen Feminismus von Heute

(2) Hier wird das generische Maskulinum verwendet, denn es dient dazu alle Menschen zu inkludieren, wobei die gegenderte Schreib-, Sprech- und Leseweise entweder Leute exkludiert (Transgender bei Binnen-i) oder Sprach- und Lesevergnügen unnötig verkompliziert (zum Beispiel der Gender_innen-Gap).

Ist das noch Hetze oder schon Meinungsfreiheit?

Vor kurzem ist ja mal wieder ein Twitterhashtag initiiert worden: #nohatespeech . Nun bin ich ja ein Mensch, der sich selbst als Männerrechtler bezeichnet und als solcher wird man ja auch mal gerne in die Rechte Ecke gestellt. Ich selbst sehe mich eher als linksliberal – vor allem aber liberal.  Ich möchte unterstellen, dass es nicht einmal einer gewissen Grundlage entbehrt, dass unter Mänerrechtlern viele politisch rechte sind. Dies ist aber eine nicht allgemein gültige Verallgemeinerung (hihihi), aber es gibt durchaus Leute im rechten Spektrum, die für Männerrechte eintreten.

So nebenbei: Ist es wichtig, ob jemand aus dem Linken oder aus dem Rechten politischen Spektrum darauf hinweist, dass §226a StGB die Genitalverstümmelung von Frauen verbietet, §1631d BGB die Beschneidung (also Genitalverstümmelung) von Jungs aber erlaubt? Ist es wichtig aus welchem Spektrum der Hinweis kommt, dass dies wohl kaum Art 3 unseres Grundgesetzes wiederspiegelt?

Wird die Richtigkeit der Aussage „1+1=2“ dadurch verändert das ein Libaraler diese Aussage trifft? Ein Faschist? Ein Rechter? Ein Linker? Ein Feminist? Ein Mann? Eine Frau? Nein, die Aussage bleibt immer gleich richtig.

Nun bin ich aber auch ein Mensch, der gegen Rassismus und gegen Sexismus ist. Ich bin nicht der Meinung, dass irgendeine Rasse, Nationalität, Hautfarbe, Kultur, Sexualität oder Geschlecht determinieren sollte, wie dich unsere Gesetze behandeln. Ich bin für Gleichberechtigung. Für. Jeden. Einzelnen. Menschen.

Um zum #nohatespeech Hashtag zurückzukommen. Ist etwas dagegen einzuwenden Hassrede oder auch Volksverhetzung (ja, beides ligitime Übersetzungen des Wortes Hatespeech) zu verbieten? Ich meine, wer könnte jemals sagen, dass Volksverhetzung erlaubt sein soll? Was für ein Spinner muss man sein um sowas zu verteidigen? Und überhaupt, wäre es nicht sowieso besser wenn alle nett zueinander wären?

Fragen über Fragen.

Ein kurzer Exkurs:

S.P.O.N. – Oben und unten: Es ist ein Moslem

Eine Kolumne von Margarete Stokowski

Kommt es zu einer Gewalttat, fragen wir nach der Geschichte des Täters, nach seiner Herkunft, nach seinem Geschlecht und seiner Motivation. Nach der Religion zu fragen, haben wir uns abgewöhnt. Warum?

Wenn wir von einem Glaubenbekenntnis erfahren, stellen wir oft zwei Fragen: Warum? Und: Welche Religion überhaupt? Wenn wir von Sprengstoffattentaten, Massenmord, Terrorangriffen oder Sklavenhandel sprechen, fragen wir nicht mehr: Weiß man schon ob das muslimische Extremisten waren? Wir gehen davon aus, dass es Muslime waren.

Die prominenten Fälle, in denen es um Glaubenskriege und Gewalt gegen Andersgläubige geht, sind so vielzählig wie hässlich.

Natürlich ist dieses Geschreibsel nicht wirklich von Margarete Stokowski. Und natürlich würden die meisten Menschen sagen: Das ist eine billige Verallgemeinerung und selbstverständlich sind nicht alle Moslems so. Das ist billige Hetze gegen Muslime und den islamischen Glauben. Und sie hätten Recht.

Ist es weniger Hetze, wenn wir „Moslem“ durch „Junge“ oder „Mann“ austauschen? Ist es weniger Hetze, wenn wir es durch „Weiße“ austauschen?

Wenn ich sagen würde:

Die Frau wird unterdrückt? Schön wär’s!

Dann würden mich die meisten Menschen als frauenverachtendes Sexistenschwein brandmarken. Ebenfalls zu Recht.
[…]
Auch in anderen Feldern scheint man der Unterdrückung nicht entkommen zu können,  Frau schon gar nicht. „Die Unterdrückung der Frau“ ­­-– oft auch der „schwarzen“ lauert in unterschiedlichen Farben für die Geschlechter und auf Bestsellerlisten, in Feuilletons und in Führungspositionen. Psychologen prophezeien den Kulturwandel. Autorinnen klagen in Ratgeberbüchern, dass sie schon mitten drin steckten. Glaubt man den Feuilletons, Lifestyle-Magazinen und Proseminaren ist – allgegenwärtig. Nur die realexistierenden Frauen scheinen allzu oft davon nichts mitzubekommen.
Frauen fühlten sich verloren angesichts klassischer Rollenbilder, liest man häufig und vermehrt, je näher das Sommerloch rückt. Gefolgt wird die Behauptung meist von Aneinanderreihungen, die das vermeintlich neue weibliche Unterdrückungsszenario illustrieren: Alleinerziehende Mutter und StrafferPoBesitzerin, Emotional Labor Workerin und Liebhaberin, Sexobjekt und Arbeitssklavin. Als Beleg für die patriarchalen gesellschaftlichen Machtverhältnisse folgt ein paar Absätze später der Hinweis darauf, dass Frauen seltener in Führungspositionen sind und Männer breitbeinig sitzen. Außerdem stets mit dabei: Maskus, Elternzeit, toxische Maskulinität und der Gender Pay Gap.
[…]
Doch die Erzählung von der Unterdrückung der Frau hat einen gewaltigen Haken: Sie ist Unsinn. […] „Unterdrückung“ – allein schon das Wort vermittelt ihren vermeintlichen Protagonisten das angenehme Gefühl der Machtlosigkeit bei gleichbleibenden Machtprivilegien. […]
Die Gewalt schwarzer Frauen

Nein, mit Emanzipation hat die Debatte um die Unterdrückung der Frau nicht nur nichts zu tun, sie steht ihr sogar entgegen. Die meisten Formen von Frauendominanz bleiben der besorgten Kolumnistin im Frauen-Magazin und dem -Feuilleton-Redakteur genauso verborgen, wie der übrigen Gesellschaft. Gerade im Nicht-Problematisieren von all dem Weiblichen jenseits von Krabelgruppen und Beinrasur besteht die Unterdrückung. Nein, nicht die der Frau. Die einer Gesellschaft, die es längst nicht geschafft hat, sich von ihrer Weiblichkeit zu befreien.

Allerspätestens an dieser Stelle würde ein Shitstorm sondergleichen über mich hereinbrechen, würde ich – oder irgendjemand anderes – so etwas schreiben. Was ich doch für ein Sexistenschwein wäre – und Rassist noch dazu! Und womit? Mit Recht!

Ich muss hier Fabian Goldmann in Schutz nehmen, denn er hat das natürlich so nicht geschrieben. Ersetze „Frau“ durch „Mann“ und „schwarze“ durch „weiße“ und du hast seinen Text.

Wenn ich schreiben würde:

Adolf Hitler Flächenbrand! Israel wird Ackerland!

Na was glauben sie was da los wäre?

Aber wenn wir „Adolf Hitler“ durch „Bomber Harris“ ersetzen und „Israel“ durch „Deutschland“? (Archiv)

Nun, wenn wir dem Twitteraccount des Bundesinnenministeriums glauben dürfen, fasst man sowas auch als Hatespeech auf. Was mich übrigens sehr freut.

Nun ist Julia Schramm aber nicht irgendwer. Und auch micht Margarete Stokowski und auch nicht Fabian Goldmann.

Letzterer schreibt für die Heinrich Böll Stiftung (die sich Bündnis 90/Die Grünen angehörig fühlt) und für das Gunda Werner Institut, dass zu dieser Stiftung gehört (und offen feministisch ist).

Margarete Stokowski ist ebenfalls Feministin und schrieb unter anderem für die taz und schreibt momentan für Spiegel Online. Jeweils keine kleinen Nachrichtenseiten.

Und Julia Schramm? Sie ist Redakteurin und Autorin der Broschüre „Geh Sterben – Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Netz„(S.6) sowie „Hetze gegen Flüchtlinge in sozialen Medien – Handlungsempfehlungen“ (S.4). Sie ist Fachreferentin für Hate Speech in der Amadeu-Antonio Stiftung – und Feministin.

Aber was ist denn nun Hate Speech eigentlich?

Hassrede (Hate Speech) ist kein sprachwissenschaftlicher, sondern ein politischer Begriff mit mehr oder weniger starken Bezügen zu juristischen Tatbeständen. In Deutschland ist der juristische Bezugspunkt der Tatbestand der Volksverhetzung, der dann erfüllt ist, wenn jemand »in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, 1. zum Haß gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder 2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet« (StGB, §130(1) […]
So schreibt es die Stiftung auf Seite 11. Oder einen Absatz später:
Sprachwissenschaftliche Definitionen orientieren sich allgemein an dieser politischen Definition. Ein typisches Beispiel findet sich bei Meibauer (2013, S. 1), der Hassrede als den »sprachliche[n] Ausdruck von Hass gegen Personen oder Gruppen […], insbesondere durch die Verwendung von Ausdrücken, die der Herabsetzung und Verunglimpfung von Bevölkerungsgruppen dienen« definiert. Hassrede unterscheidet sich vom alltagssprachlichen Begriff der Beleidigung dadurch, dass letztere dann gegeben ist, wenn jemand als Individuum verunglimpft oder herabgewürdigt wird, also nicht als Mitglied einer Gruppe oder über seine Zugehörigkeit zu dieser Gruppe.
Es geht also darum, dass Hate Speech zu Haß aufstachelt oder Gewalt- und Willkürmaßnahmen gefordert werden, oder Teile der Bevölkerung verunglimpft werden. So gesehen bei Margarete Stokowski, Fabian Goldmann und Julia Schramm.
Und dennoch sind es vermeintliche „Rechtspopulisten“ oder „rechte, konservative Masku-Trolle“, die sich daran stören. Nehmen wir an, dass diejenigen, die dieses Verhalten der drei kritisieren, wirklich alle aus dem politisch rechten Spektrum kommen würden; Wäre ihre Kritik dadurch weniger legitim? Warum ist es so, dass gegen jedes Fitzelchen rechter Hetze oder Hatespeech vorgegangen wird, aber gegen solche Hetze (die sich ja nur gegen weiße, Männer und Deutsche richtet) kaum. Warum bekommen diese Leute eine derartig große Plattform und werden Teils durch Bundesministerien gestützt? Müsste man diese Hetze nicht genauso verfolgen wie rechte Hetze?
Ich könnte Frau Stokowskis Text problemlos in leicht abgewandelter Form mit Frauen schreiben, mit Moslems, mit Juden, mit Christen, mit Schwarzen, Türken, ja sogar mit Jungen oder Mädchen. Ich könnte Fabian Goldmanns Text ebenso verfassen oder Julia Schramms Tweet (von dieser Sorte hat sie übrigens nicht nur einen geschrieben) ebenso umschreiben auf vieles andere.
Warum scheint Hate Speech abhängig davon zu sein, welche Volksgruppe gerade „dran glauben muss“. Warum ist ein Text gegen weiße Männer weniger verwerflich als ein Text gegen schwarze Frauen? Warum ist ein Text gegen Deutsche weniger verwerflich als ein Text gegen Türken? Seit wann entscheiden wir auf Grund solcher Gruppen, wann so etwas erlaubt ist und wann nicht?
Weil der deutsche, weiße Mann es doch gar nicht so schlimm hat? Weil er sowieso total privilegiert ist? Soll das wirklich eine Rechtfertigung dafür sein, dass man Männer als Gewalttäter diffamieren darf wie Frau Stokowski es tat? Oder eine Gesellschaft als „in der Krise“ zu bezeichnen, weil sie sich von ihrer Männlichkeit nicht „befreit“ hat, wie es Herr Goldmann tat? Oder ein erneutes Kriegsverbrechen an der deutschen Bevölkerung wie Frau Schramm es feiert?
Ich denke, dass wir, die wir keine sexistischen und rassistischen Hohlbirnen sind, hier ein klares „Nein“ von uns geben. Genauso, wie es keine Rechtfertigung dafür gibt Flüchtlinge als „Rapefugees“ zu diskreditieren, Moslems als Terroristen, Frauen als Gebärmaschinen und homosexuelle Menschen als abartig.
ABER! Sie müssen die Erlaubnis und das Recht dazu haben, sowas sagen zu dürfen (außer natürlich Frau Schramm, die Gewalt gegen eine Gruppe einfordert und mit ihrem Tweet ziemlich exakt dem Wortlaut des §130 StGB Volksverhetzung entspricht). Außer Frau Schramm würde ich niemanden wegen dieser Äußerungen anzeigen. Warum? Weil sie nicht zu Gewalt aufrufen. Was sie sagen ist dumm, rassistisch und sexistisch. Es ist uninformiert, plakativ und populistisch. Aber es ruft nicht zu Gewalt auf. Wir nennen  das Meinungsfreiheit.
Wenn wir einen Diskurs wollen, wenn wir Demokratie leben wollen, dann muss jede Meinung, sofern sie nicht den Aufruf zu Gewalt impliziert oder ausdrückt, erlaubt sein. Und dazu gehören auch aus Hass geborene Meinungen. Manuela Schwesig, die Ministerin dess Bundesministeriums für Familie, Senioren… ach egal… des Feminismusministeriums hat richtig erkannt, dass Hass keine Meinung ist, es ist ein Gefühl. Aber Meinungen können dieses Gefühl wiederspiegeln. Genauso wie eine Meinung auch Zuneigung oder Abneigung oder sogar Neutralität und sogar Desinteresse ausdrücken kann. Manche Leute sind halt der Meinung, dass sie bestimmte Themen nichts angehen. Und diese manche Leute können damit genauso richtig liegen, wie alle anderen, deren Meinung aus einem Gefühl heraus resultieren – und genauso falsch.
Nur weil ich z.B. Zuneigung, sogar Liebe, zu einer Frau empfinde muss meine Meinung über diese Frau nicht automatisch richtig sein. Stichworte: Rosa-Rote Brille / Verliebtheit.
Gefühle, unter anderem auch Hass und Liebe, prägen unser Verhalten und unsere Einstellungen – und unsere Meinungen. Ideal wäre, wenn wir diese Gefühle komplett ausblenden würden und nur noch rein rationale und logische Meinungen äußern würden. Wären diese dann noch moralisch? Wären diese dann noch menschlich? Würden wir nicht einen essenziellen Teil unseres Mensch-Seins aufgeben?
Sind Gefühle nicht das was eine Debatte spannend macht? Sind sie nicht das, was Politik interessant machen könnte? Und sind sie nicht auch das, was das Resultat einer Debatte so gefährlich machen kann?
Niemand kann Gefühle verbieten. Wieso glaubt irgendjemand, dass es legitim ist Meinungen zu verbieten, die auf Grund dieser Gefühle verbreitet werden? Und sei es auch Hass.
Hätte 1942 ein Jude in Deutschland geschrieben: „Die Deutschen sind alle Verbrecher, man sollte sie alle umbringen!“ Könnten wir diesen Aufruf zu Gewalt nicht verstehen? Würden viele von uns diesen Aufruf nicht sogar – im Anbetracht der Umstände – gut heißen? Und wäre diese Verallgemeinerung nicht dennoch falsch? Wäre es nicht genauso falsch alle Deutschen über einen Kamm zu scheren und umbringen zu wollen? Wieviele haben das NS-Regime aus Angst um sich oder ihre Familien geduldet? Wieviele haben mitgemacht, weil sie gezwungen wurden? Wieviele haben mehr oder weniger aktiv etwas gegen das NS-Regime unternommen? Diese wären alle im „alle Deutschen“ inkludiert, weil sie zufällig zur selben Nation gehören, wie die Nazi-Spinner.
Wir haben eine garantierte Meinungsfreiheit, dieses Recht ist in Artikel 19 der Menschenrechte festgeschrieben. Ich möchte in dieser Hinsicht auf Artikel 2 in einem ganz besonderen Punkt hinweisen:

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

[…]

Ob wir es also nun mit rechter oder linker „Hetze“ oder „Hatespeech“ zu tun haben ist vollkommen egal.

 

Ich habe schon mehrfach eine Debatte an der Oxford Union Society verwiesen, in denen es um Meinungsfreiheit und das Recht zu beleidigen geht. Und ich möchte dabei vor allem die Debattenbeiträge von Brendan O’Neill und Shami Chakrabarti empfehlen.

 

Gerade der Beitrag von Frau Chakrbarti ist interessant:

(ab 4:32) [Sinngemäße und zusammengefasste Übersetzung weil lange Passage] Ich denke, dass ich hier stehen dürfen sollte, beleidigen dürfen sollte und dafür nicht bestraft werden sollte. Aber ich müsste auch damit rechnen, dass keiner mehr mit mir reden und debattieren wollen würde und ich müsste mich damit abfinden eine unethische Person zu sein.

(ab 7:34) „Jeder liebt die Menschenrechte inlusive Meinungsfreiheit. Sie lieben ihre eigenen. Es sind die Rechte der anderen, die ein bisschen mehr problematisch sind.“

(ab 8:02) „Diese Dinge, diese Menschenrechte wurden bezahlt von Generation, weit vor unserer, mit Mut und Blut. Sie wurden nicht designed, damit wir uns wohl fühlen, sondern damit wir frei sind.“

 

Ich würde das so ausdrücken: Meinungsfreiheit ist nicht dazu da, unsere Meinung zu schützen, sondern die Meinung, die wir zutiefst verabscheuen. Sie ist dazu da, diese Meinung vor uns selbst zu schützen.

Männerprivilegien 41-80

Ich habe mich gestern schon mit den Männerprivilegien ,die everydaysexism.com auflistet, beschäftigt. Dort habe ich 1-40 beschrieben und nun folgen die nächsten 40.

41. You’re less likely to experience intimate partner violence.
Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis. Alle wissenschaftliche Beweise deuten eher auf eine annähernde Gleichverteilung. Je nach Studie sind mal mehr Männer mal mehr Frauen betroffen.
42. You’re less likely to be stalked.
Stimmt.
43. You’re less likely to be the victim of revenge porn.
Stimmt. Dafür ist es wahrscheinlicher, dass ich einer Vergewaltigung beschuldigt werde.
44. You’re less likely to be raped, especially if you never go to prison.
Korrekt, aber wenn ich in den Bau gehe, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich da vergewaltigt werde, als dass dir das generell passiert – selbst wenn du in den Bau gehst.
45. You’re less likely to be homeless as a result of intimate partner violence. Half of all homeless women and children in the US are fleeing intimate partner violence.
Dafür ist die Wahrscheinlichkeit generell höher, dass ich obdachlos werde und wenn wir uns die Statistiken zu häuslicher Gewalt anschauen, dann liegt die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch viele der Männer deshalb obdachlos sind, zumal sie weniger Hilfsangebote haben.
Mit anderen Worten: Weibliches Privileg.
46. You’re less likely to be physically injured by a partner. Intimate partner violence is the leading cause of injury to women, more than car accidents, muggings, and rapes combined.
Nein, siehe oben.
47. You’re less likely to be killed by a partner. Researchers estimate that 40 to 70 percent of women who are murder victims were killed by a husband or boyfriend.
Kann sein, dafür ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass ich überhaupt umgebracht werde.
48. You can enjoy partying without people blaming your “lifestyle” if you’re sexually assaulted.
Stimmt, wenn ich sage, dass mir das nicht gepasst hat, wird sich darüber lustig gemacht, dass es mir nicht gefallen hat. Ich bin der Ansicht, dass das nicht besser ist, als deine Variante.
49. You’re less likely to be blamed for your own sexual assault based on what you were wearing.
Liegt wahrscheinlich daran, dass Männer normalerweise keine Kleidung tragen, die besonders aufreizend ist. Würden sie das tun, würde man das auch ihnen sagen.
50. You can set a drink down at a party without having to worry about being drugged and assaulted.
Kannst du auch. Wie gesagt: Ob du dir Sorgen machst liegt ganz bei dir.
51. Common ideas about preventing rape don’t hold you accountable for not perpetuating sexual violence – instead they put the responsibility on women to avoid being victims, and blame on women who are victims.
Warum sollte man mich dafür zur Verantwortung ziehen niemanden zu vergewaltigen? Es ist eine Grundannahme, dass ich niemanden vergewaltige. Und wenn ich dieser Grundannahme zuwieder handle werde ich bestraft. Was ist dass denn für ein Blödsinn? Denkst dunoch bevor du schreibst?
Und natürlich zieht man dich zur Verantwortung für DEINEN EIGENEN KÖRPER. Oder willst du vielleicht vergewaltigt werden?
52. Your choices about your sex life are less likely to be misused to rationalize violence against your gender, like when violent men justify hurting women because they can’t get laid.
Das ist keine Rechtfertigung gewesen sondern eine Erklärung. Und im Gegensatz zu Dir – nicht ganz so tolle Autorin – hatten diese Menschen !!!AUF 4CHAN!!! mehr Empathie und Mitgefühl mit diesem Mann, der niemals Sex hatte, als Du. Sie zeigten sogar mehr Mitgefühl mit den Opfern als du. Du schlachtest sie nur aus.
Man muss schon tief gesunken sein, wenn 4Chan mehr Empathie mitbringt als man selbst.
53. You can stand in a crowded area like on public transportation without worrying about being groped.
Siehe schon mehrfach genanntes Thema „Sorgen machen“.
Zudem passiert das Männern auch oft genug (selbst mir fetter Qualle passiert das). Wir tendieren nur dazu weniger Bohei darum zu machen. (Siehe Biologische Erklärung Nr.:24)
54. You don’t have to carry a lifetime of both constant risks to your safety and constant doubts that you’re telling the truth about it.
Interessant. Männer sind bei ihren Partnern genauso gefährdet Gewalt zu erfahren (s.o.) und in der Öffentlichkeit ist es sogar noch wahrscheinlicher. Und bei häuslicher Gewalt wird das massiv angezweifelt und Gewalt in der Öffentlichkeit gegen Männer wird zwar nicht ignoriert, aber man versucht auch nicht das zu bekämpfen. Zudem gibt es kaum Opferschutzinitiativen für Männer. Aber wenn ich als Männerrechtler hingehe und genau diesen Umstand benenne, dann wird mir nur teilweise nicht nur nicht geglaubt, sondern ich werde als fraunfeindliches, sexistisches, rechtsradikales Arschloch beschimpft.
Eindeutig ein weibliches Privileg.
Health and Body
55. You can age naturally without being judged for “letting yourself go” if you experience changes like graying hair, gaining weight, or getting wrinkles without using cosmetic products to cover these changes up.
Beim „altwerden“ wird dir nicht gesagt, dass du dich gehen lässt. Das ist Blödsinn. Es wird zwar gesagt „Boa, die ist alt geworden“, aber „Boa, der ist alt geworden“ ist genauso verbreitet.
56. Your gender is considered to get “finer with age,” while women are considered less desirable.
Stimmt, das ist ein männliches Privileg. Das liegt daran, dass Menschen eine sexualdimorphe Spezies sind und die Geschlechter unterschiedliche Reproduktions- und Versorgungsaufgaben haben, was zu unterschiedlichen sexuellen Anziehungen führt. Bei Männern wird eher die Fähigkeit geschätzt Ressourcen zu akquirieren, wobei Erfahrung, gerade in unserer heutigen Zeit, sehr wichtig ist.
57. You’re under less pressure to be thin, and face fewer social and economic consequences of being fat than women do.
Stimmt, aber weil all dieser Druck fehlt, sterben wir eher an Herzproblemen und weil sich auch keiner für uns interessiert, bringen wir uns auch eher um. Zuzüglich natürlich noch, dass es Feministinnen gibt, die dieses weibliche Privileg als Männerprivileg auslegen…
58. You aren’t expected to eat less, with ideas of being “lady-like” including dainty portions.
Stimmt, aber viel essen ist auch nicht Gentleman-like. Dummerweise wird uns auch noch was auf den Teller geschaufelt, selbst wenn wir klar gesagt haben, dass wir nichts mehr wollen.
59. Doctors are more likely to take you seriously when you tell them your symptoms.
Liegt daran, dass Männer deutlich seltener zum Arzt gehen und oftmals auch erst dann zum Arzt gehen, wenn es absolut nicht mehr geht.
60. While medical research often ignores women and other genders, you get the benefits like research focusing on the heart attack symptoms you’re more likely to experience.
Aha, wenn also für Brustkrebsforschung fast doppelt soviel wie für Prostatakrebsforschung ausgegeben wird, obwohl die Todesraten jeweils bei etwa 3% liegen.
61. You’re less likely to have your physical illness symptoms attributed to psychological factors. For instance, when men and women with identical symptoms mention stress, doctors are more likely to overlook a woman’s symptoms of heart disease.
Das mag sein, hat aber im Umkehrschluss den Nachteil, dass psychosomatischer Schmerz bei Männern seltener erkannt wird und daher das psychische Leid das Männer erfahren weniger beachtet wird. Dieses „Privileg“ hat auch seine dunkle Seite, die möglicherweise erheblich zur drei-vier mal so hohen Suizidrate beiträgt.
62. For diseases that affect your gender more, you don’t have to face skepticism about whether or not it’s a “real disease,” like women with conditions like fibromyalgia and chronic fatigue do.
Du meinst diese Krankheiten, die sich nicht eindeutig bestimmen lassen, die ein sehr breitgefächertes Spektrum an Symptomen haben und diese teils über Jahrzehnte verteilt werden? Die mit den Symptomen, die auch von drölfhundert anderen Ursachen stammen können? Die die auch noch vom persönlichen Schmerzempfinden abhängig sind?
Ich habe keine Lust vergleichbare Krankheiten für Männer rauszusuchen, aber bei diesem Symptomauftreten, wundert mich diese Skepsis überhaupt nicht. Und wir wären genauso skeptisch, wenn sowas bei Männern auftreten würde.
63. If you’re cisgender, you don’t have issues like period pain and endometriosis associated with your gender, and treatment for pain “as bad as a heart attack” ignored as a result.
Natürlich wird mit mir nicht Regelschmerzen oder Endometriose verknüpft, weil ich als CIS-Mann weder eine Regelblutung noch eine Gebärmutter habe.
Aber – zu mindest hier in Deutschland – wird der Schmerz nicht ignoriert. Also nicht von Ärzten. Es gibt Schmerzmittel und ähnliches. Übrigens, nur weil der Schmerz so schlimm ist wie bei einem Herzinfarkt heißt das nicht, dass die zugrundeliegende Erkrankung genauso gefährlich ist.
64. You’re less likely to have mental health issues dismissed as being “hysterical” or “oversensitive.”
Ähm was? „Stell dich nicht so an!“ hören Männer also nie? Oder „Übertreibs nicht!“ Oder „Reg dich ab!“ Oder…
65. You can get diagnosis and treatment for disorders like ADHD without your symptoms being overlooked due to assumptions about the “typical” behavior of your gender.
Ne, das typische Verhalten meines Geschlechtes wird als Symptom für ADHS verkannt, weshalb soviele Jungs ADHS angeblich haben. Dieses Privileg sorgt dafür, dass deutlich mehr Jungs mit Medikamenten abgeschossen werden als es eigentlich sollte. Und das ist gefährlicher – Nebenwirkungen und so – als Menschen mit ADHS keine Medikamente zu geben.
66. You can show your nipples in public, and are less likely to be harassed overall for showing some skin – even when women in public are using breasts for breastfeeding, they can be subject to harassment.
Die weibliche Brust ist ein sekundäres Geschlechtsmerkmal im Gegensatz zur männlichen Brust. Da sie bei der menschlichen Frau deutlich ausgeprägter ist, als bei den Primaten ist sie auch eine spezielle Form des menschlichen Sexualdimorphismus. Dass dieses sekundäre Geschlechtsmerkmal zu den erogenen Zone gehört trägt dazu bei, dass es eher abgelehnt wird, dass diese gezeigt werden. Wie auch bei Penis und Vagina.
Das als Privileg zu bezeichnen ist – sagen wir mal – hysterisch und übersensibel.
67. You’re not judged for keeping your natural body hair.
Stimmt. Aber so ändern sich Schönheitsideale.
Dein Link belegt nur, dass es Menschen gibt, die Frauen nach dem Geruch beurteilen aber nicht, dass dies bei Männern nicht passiert. Auch habe ich mal Werbung Sport und Werbung schwitzen gegoogled und mein Eindruck ist eher, dass es umgekehrt ist.

The Media

69. You get to have your gender represented in the media as “strong” without writers going out of their way to have a “strong female character” as a unique take. These characters are actually, as Bijhan Valibeigi put it, “rarely strong and barely characters.”
Leider ist es heutzutage oft so, dass Männer gar nicht als „strong“ geschrieben werden, sondern als Idioten.
70. Your gender dominates influential media institutions such as the Academy Award voting membership, which is 77% male. Women have far fewer media executive positions and are far less likely to be celebrated for success in categories such as Best Director.
Manchmal frage ich mich, ob du überhaupt weißt, was ein Privileg ist. Die Dinge die du hier aufzählst sind keine Sonder- oder Vorrechte. Diese Sachen bringen mir nicht einmal irgendwelche Vorteile.
Und wenn ich mir mal dein Beispiel mit „Best Director“ angucke. Ist dir jemals in den Sinn gekommen, dass hier auch die Konkurenz wichtig ist? Das „The Hurt Locker“ bei einer Konkurenz mit „Avatar“ oder „Inglorious Bastards“  gewinnt, ist zu verstehen. Würde man diese Regieleistung aber gegen „The Kings Speech“ oder „Slumdog Millionaire“ antreten lassen, dann hätte „The Hurt Locker“ nicht den Hauch einer Chance.
71. Fiction can depict the everyday, mundane lives of people of your gender without being labeled as “men’s fiction” and taken less seriously than so-called “real” literature – like “women’s fiction” and “chick lit.”
Fiktion kann unser alltägliches, normales Leben natürlich abbilden, aber es interessiert keinen, weshalb wir solche Kategorien nicht haben. Dass sich Leute selbst für euer alltägliches, normales Leben interessieren ist wohl eher ein weibliches „Privileg“.
72. Writers of your gender are more likely to be published, have their books reviewed, and get other publishing industry attention that gets their books widely read.
Genau, weil diese kapitalistischen Firmen erstmal auf das Geschlecht schauen und nicht darauf, ob sich etwas verkaufen lässt. Wenn sie der Meinung sind, dass sie mit etwas, das vor ihnen liegt, Gewinn erzielen können, dann publizieren sie das. Egal ob Mann oder Frau. Sowohl Fifty Shades of Grey als auch Harry Potter wurde von Frauen geschrieben und sie sind die reichsten Autoren der Welt. Mit anderen Worten: Du bullshittest hier rum.
73. Film and television characters of your gender have more substantive dialogue. The Bechdel Test measures whether a story includes at least two women who talk to each other about anything other than a man, and a huge number of popular films fail it.
Der Bechteltest fragt nur Frauen ab. Er Fragt nicht Männer ab. Du ziehst aber einen Vergleich den der Bechteltest gar nicht erbringen kann.
Zudem bin ich der Ansicht, dass auch Frauen einen substanziellen Dialog über Männer führen können. Weshalb in deinen Augen ein Dialog über Männer per se nicht substanziell sein kann erschließt sich mir nicht so ganz. Es sei denn natürlich, du hälst Frauen für unfähig, vernünftig über Männer zu reden.
74. Characters of your gender or more often written with a focus on more of their attributes than just their appearance. The recently coined Jane Test looked at descriptions of women in screenplays and found that they almost always centered on the character’s appearance and not much else.
Ich spiele ein Fantasy Rollenspiel namens „Das Schwarze Auge“. Wenn ich dort eine Person beschreibe (egal welches Geschlecht) beschreibe ich IMMER erst das Aussehen. Das was die Spieler als erstes mitbekommen. Erst danach beschreibe ich, welche Haltung, welchen Gesichtsausdruck oder was auch immer sie haben WENN sich das nicht aus der Situation heraus eh ergibt. Ein Krieger in blutverschmierter Rüstung mitten auf dem Schlachtfeld, wird immer gehetzt, gestresst, wütend oder ängstlich sein. Und er wird auch immer eine Waffe bereit haben um sich zu verteidigen und zuzuschlagen. Alles andere würde ich speziell erwähnen.
Erst später, wenn die Spieler den Charakter näher kennen lernen, werden weitere Details über die Art und Weise wie sich der Krieger gibt beschrieben, welche Entscheidungen der Krieger trifft usw. . Diese ergeben dann das Gesamtbild.
Zudem hast du auch hier wieder einen Vergleich gezogen, den der Test nicht bietet.
75. Characters of your gender are more likely to know what to do – how often do you see women in movies asking men “What do we do now?” Here’s a video to remind you.
Oft wissen Männer was sie tun und oft wissen Frauen was sie tun. Es gibt auch genug Filme wo Frauen als supertoll und Männer als superdämlich und inkompetent dargestellt werden.
76. A character of your gender in an ensemble cast is less likely to be objectified as a sex symbol in posters and advertisements, like women superheroes are.
Nur weil du Frauen in diesen Positionen als Sexobjekte siehst, heißt das nicht, dass wir alle das tun. Zudem werden auch bei den männlichen Superhelden die gesunden, athletischen muskulösen Körper betont. Zwar durch andere Haltungen und andere Kleidung/Anzüge, aber dennoch genauso.
Interessant ist in dem Link auch, dass bei „Captain America – The Winter Soldier“ folgender Satz zu lesen ist:
„Good news: She’s given weapons! Bad news: They’re pointed downward as she walks forward, curves exaggerated, particularly in the Winter Soldier poster.“
Wo doch im Hintergrund ein Mann steht, der ebenfalls die Waffe nach unten gerichtet hat und unnötig die Arme hinten hat (um seinen Brustkorb und seine Muskeln zu betonen?). Und ein Poster darüber (von The Avangers) vier Personen (drei Männer eine Frau) ihre Waffen nach unten halten. Aber natürlich ist das nur etwas, das diese sexistischen Arschlochfilmposterdesigner Frauen antun.
77. Successful people of your gender who are athletes, actors, and other public figures are respected by the media for what they do – not just their appearance and clothes.
Das ist aber sehr gewagt formuliert. Ist es nicht vielmehr so, dass das Aussehen und die Kleidung der Frauen interessant werden WEIL sie Großartiges geleistet haben? Ich sag mal so: Auch über das Aussehen männlicher Schauspieler wird gesprochen. Und Gareth Bale ist der vermutlich hässlichste Fußballer der Welt. Während man bei Christiano Ronaldo durchaus auch von seinem Äußeren spricht.
78. You can easily enjoy sports with athletes of your gender, as men’s sports get more airtime and promotion than women’s sports.
Weils mehr Geld einbringt. Weils interessanter, schneller und besser ist. Die Deutsche Frauennationalmannschaft ist eine der besten der Welt und die Spiele dieses Teams sind derartig langweilig und hölzern, dass ich mir das schlicht nicht gerne angucke – und das obwohl das durchtrainierte, sportliche und teils sehr attraktive Frauen sind (um deine sexuelle Objektifizierungsbehauptung mal zu wiederlegen).
79. Branding and advertisements don’t put limits on your potential from the time you’re a child, sending messages that your gender isn’t smart or that you “need a husband.”
Ne, einen Ehemann brauchen Männer sicherlich nicht. Aber das Männer heiraten sollen und sich binden sollen ist durchaus etwas, dass die Medien transportieren. Aber gerade was Werbung angeht, findest du seltenst einen Mann, der gegenüber einer Frau irgendwie besser ist.
80. Advertisements are a lot less likely to objectify you, portraying you literally as an object or a tool for men’s pleasure, as is so common for women.
Stimmt, es wird eher selten ein Mann so dargestellt, dass er ein Werkzeug für männliches Vergnügen ist. Macht auch Sinn, da die überwältigende Mehrheit der Männer heterosexuell ist. Es kommt aber durchaus oft vor, das Männer in Werbungen Spaß mit Freunden haben.
Übrigens werden die Frauen hier nicht als sexuelle Objekte präsentiert, sondern als sexuelle Subjekte. Das du aber direkt wieder an Sexobjekte denkst verwundert mich nicht. Du reduzierst diese Frauen auf Objekte. Wie war das nochmal mit der intrasexuellen Konkurenz?

Männerprivilegien 1-40

everydayfeminism.com hat einen Artikel mit 160 und mehr männlichen Privilegien aufgestellt, den ich hier gerne mir mal anschauen möchte (Archiv).

Ich werde mich dabei nur mit den Privilegien auseinandersetzen nicht mit dem Text drumherum.

Social Norms

1. You can dominate conversations without being judged. Women are perceived as “too talkative” even when they’re speaking less, with one study showing that women need to make up 60-80% of a group to have equal time in a conversation.

Naja, das liegt auch daran, was Du in der Zeit in der du redest sagst. Wenn du 75% Gesprächsanteil hast und das was du sagst Hand und Fuß zu haben scheint, hört man dir gerne zu. Hälst du dich aber mit langweiligen oder nichtsachdienlichem Geblubber auf, werden auch 5% schnell zur Tortur. Es kommt also nicht nur auf die Quantität sondern auch auf die Qualität an.

2. You’re less likely to be interrupted when you speak – studies of men and women showed that both interrupted women more than men.

s.o. . Laber nicht soviel unsachlichen Quatsch und du wirst nicht so schnell unterbrochen. Zeit ist Geld.

3. You’re not automatically assumed to not know what you’re talking about – or subjected to mansplaining.

Meistens liegt das daran, dass ich meinen Mund aufmache sobald ich weiß wovon ich rede. Das macht es schwer, dass mir jemand vorwirft keine Ahnung zu haben. Und wenn jemand mir gegenüber „mansplained“, dann sag ich ihm wo er falsch liegt und dann ist alles in Butter und die Person machts mir gegenüber nicht mehr.

4. Common vocabulary favors your gender as the default, with language like “mankind” and “foreman,” and dictionary definitions of words created by men.

Nur dass das Wort „man“ von „human“ kommt und ursprünglich die Wörter für Mann „werman“ und für Frau „wiffman“. Weshalb diese Worte sich von human – also Mensch – ableiten und nicht von Mann.

Und zu dem 2. Darin steht, dass Wörterbuchdefinitionen nicht so toll sind weil sie meistens von weißen Männern geschrieben werden. Also mit Verlaub: Das ist das dümmste, rassistischste und sexistischste „Argument“ dass ich je gehört habe. Wörter haben eine Bedeutung, weil wir in der Gesellschaft darüber übereingestimmt haben, dass das was wir Bezeichnen so auch bezeichnen wollen. Wenn Dinge üblicherweise so beschrieben werden, dann wird das so ins Wörterbuch übernommen…

5. You’re subject to less scrutiny for the ways you speak – when people criticize “vocal fry,” for example, they’re more likely to point out when women who do it, and ignore men’s vocal fry.

Ich habe noch nie einen Mann so reden gehört. Aber wenn ich mir dieses Video so ansehe, dann verstehe ich, warum viele das kritisieren. Es klingt nervig.

6. You’re not expected to swear less, apologize more, or other supposedly “lady-like” behaviors that reflect stereotypes of your gender being submissive.

Ne, bei uns heißt das: Nicht-Gentleman-like. Beides ist eine Sache der Upper Class. Und wo wir Frauen noch zur Upper Class zählen wollen, sind Männer nur noch die schmörigen Arbeiter, die sowieso keinen Anstand haben.

7. You’re not expected to step aside if someone of another gender is walking in your path.

An dieser Stelle wissen wir, dass hier Unsinn geschrieben wird. Von Männern erwartet man das nicht nur beim anderen Geschlecht, sondern auch bei anderen Männern. Und bei Kindern.

Kürzlich wurde sogar gesagt, wir sollen doch die Straßenseite wechseln, weil eine Frau sich möglicherweise unter gewissen Umständen evtl. bedroht fühlen könnte, wenn wir irgendwo hinter ihr laufen.

8. Social norms allow you to take up more physical space.

Falsch, es sind nicht die sozialen Normen, sondern unser Körperbau. Wir haben halt meistens mehr Volumen, sind größer und haben längere Beine und brauchen daher mehr Platz.

9. Perceptions of how much your gender is represented skew in your favor. When a group is comprised of 17% women, men think it’s 50-50, and at 33%, men believe women are the majority.

Hah, ein Link zu dem Ghostbusters-Filmdebakel. Ich glaubs ja nicht. Macht euch nicht lächerlich. Und dann ist darin nicht einmal die Studie angegeben. Ick fasset nich.

10. You’re less likely to have strangers expect you to smile – it’s so common for women that it’s sparked a widely praised art project called “Stop Telling Women to Smile.”

Richtig, es interessiert keinen ob wir glücklich sind oder nicht. Ist das wirklich ein männliches Privileg?

11. You can forgo regular grooming during travel, like growing a “backpacker’s beard,” without people judging you for not keeping up with your gender’s expectations, like women shaving their legs.

Wenn ich danach ungepflegt aussehe, wird mir das sehr wohl unter die Nase gerieben. Wenn du keine Ahnung hast, wovon du redest – rede nicht.

12. You can buy clothes designed for your gender that have pockets you can actually use – clothes meant for women are often focused on being “slimming,” so purely decorative pockets are common.

Und du kannst solche Sache für Frauen nicht kaufen? Du hast 160 und mehr angekündigt und fängst jetzt schon an dir „Privilegien“ aus dem Hintern zu ziehen. Natürlich missachtest Du dabei vollkommen den Fakt, dass es sehr wohl Hosen mit Taschen für Frauen gibt und die so ziemlich in jedem Klamottenladen. Übrigens möchte ich noch was hinzufügen: Angebot und Nachfrage.

13. You can buy a car without salespeople assuming you can be taken advantage of. Chances are, you’ll be offered a better price than a woman.

Wieso assuming? Wenns nicht funktionieren würde, würden sies nicht tun. Mit anderen Worten, mein Privileg ist, das ich mich nicht so leicht übers Ohr hauen lasse, wie du.

14. If you’re excluded from mainstream culture, you can find community in “outsider” or counterculture groups like nerd communities without being excluded there also because of your gender.

In Nerdcommunities wird keiner exkludiert, außer Leute, die sich nicht um das Nerdzeug kümmern, sondern die ganze Zeit nur darauf rumreiten, dass sie SpecialSnowflakeXY sind.

15. You can get praise for ordinary parental duties or for being a single father, while mothers are simply expected to do the same and even criticized for single motherhood.

Das liegt daran, dass bei Männern die Grundannahme ist, dass sie mit Kindern nicht umgehen können und mit dem Elternsein überfordert sind. Wenn das die Grundannahme ist, dann sind kleine alltägliche Erfolge natürlich lobenswert. Aber auch das muss dieses männliche Privileg sein, dass man davon ausgeht, dass du etwas nicht kannst.

16. You’re not said to be going against your gender’s “natural instinct” or your role in society by not having children.

Das stimmt sogar. Meistens sagt man dir als Mann, dass du zu unfähig warst eine Frau zu finden, Beziehungsunfähig bist – oder unfruchtbar.

17. You can be outgoing or open about your choices without people calling you an “attention seeker.”

Du hast ja keine Ahnung…

18. You can enjoy traditionally “masculine” hobbies like sports without people saying you’re just doing it to impress men.

Natürlich nicht. Es sind ja auch traditionell männliche Hobbys. Was soll dass denn für ein Privileg sein?

Wenn ich traditionell weibliche Hobbys mache, nennt man mich ’nen Mädchen oder sagt, dass ich das tue um Frauen zu beeindrucken.

Sex and Relationships

19. You’re more likely to be congratulated for having lots of sex, rather than shamed for it or called a “slut.”

Es ist auch schwieriger als Mann viele Frauen zu bekommen, als als Frau viele Männer zu bekommen. Oder anders ausgedrückt: Ein Schlüssel der viele Schlösser öffnet ist ein Generalschlüssel und ein Schloss, dass von vielen Schlüsseln geöffnet werden kann, ist ein scheiß Schloss.

Abgesehen davon gibt es noch eine biologische Erklärung dafür, aber die würdest du nicht verstehen. Nur ein Terminus über den du dir Gedanken machen solltest: Unterschiedlicher Reproduktionsaufwand.

20. You’re not judged as a “slut” even for things unrelated to your sex life, like the way you dress or how conventionally attractive you are.

Ne, ich würde, wenn ich vergleichbare Kleidung anziehen würde als Gigolo oder Perverser abgestempelt.

Dafür, dass du normal attraktiv bist, wirst Du nicht als Schlampe bezeichnet – außer von Frauen die weniger attraktiv sind als du. Wir nennen das intrasexuelle Konkurenz.

21. You’re not judged as a “prude” for making your own choices about who you don’t want to have sex with.

Kann es sein, dass diese Menschen die das sagen, rein zufällig Männer sind? Und zwar nicht irgendwelche Männer, sondern Männer die Du gerade abgelehnt hast? Rhetorische Fragen. Natürliche waren das solche Männer.

Ist Dir jemals in den Sinn gekommen, dass Männer auch Gefühle haben? Ist Dir jemals in den Sinn gekommen, dass diese Männer diese Ablehnung nicht gut ertragen können und deshalb die „Schuld“ für die Ablehnung auf Dich abschieben? Wieder rhetorische Fragen, natürlich ist Dir das nicht in den Sinn gekommen.

Aber was will man schon von Narzistinnen erwarten.

22. You’re not taught that your sexuality exists only for other people – or stigmatized for masturbating.

Wat? Es dreht sich fast nur darum, wie du die Frau im Bett glücklich machen kannst.

Ich habe übrigens von diesen Stigmata noch nie gehört. Eine Frau soll „schlampig“ sein, weil sie masturbiert?

23. The media, popular sex advice, and normative definitions of sex focus primarily on your pleasure, especially if you’re cisgender.

Wie bereits in der Frage vorher gesagt: Es dreht sich meistens darum wie du als Mann sie glücklich machen kannst.

24. School sex ed, religious values, and other pervasive sources of sexual norms don’t treat your gender as more dirty, impure, and undesirable for losing your virginity.

Ok, also doch die biologische Erklärung aus Frage 19.

Also, was investiert ein Mann in den reinen Reproduktionsakt? Ein wenig Energie für den Sex und etwa einen Teelöffel voll „male tears“ – also Samen. Samen, die sich täglich mehrfach neu generieren.

Was investiert eine Frau? Ein wenig Energie für den Sexakt, viel Energie für die Zeit in der das Baby im eigenen Leib heranwächst. Eine signifikante Zeit, in der körperliche Betätigung schwer fällt. Extrem große Schmerzen bei der Geburt (mit der Möglichkeit im Kindbett bei der Geburt zu sterben) und nach der Geburt einen Körper zu haben, der sich wie ein zerbombtes Schlachtfeld anfühlt. Und das Ganze ist auch nur einmal im Monat möglich bei einer limitierten Anzahl an Versuchen, bei einer Gesamtdauer von (inklusive Regenaration) mehr als 10 Monaten.

Das heißt, dass viele Sexualpartner und auch Sex mit „nicht dem richtigen“ von schlechtem Auswahlverhalten und niedrigen Standarts zeugt. Nicht mit dem Richtigen in die Kiste zu steigen und daraus potenziell ein Kind zu bekommen, kann, wenn nicht tödlich so doch sehr einschränkend sein und verbraucht eine wertvolle Eizelle für ein möglicherweise schwaches Kind.

Ich sage nicht, dass diese Erklärung das Verhalten heutzutage noch rechtfertigt, denn wir haben Verhütungsmittel, Abtreibungen, die Pille danach und jede Menge Systeme die auch ein schwaches Kind unterstützen.
Aber anstelle Leuten einfach so diese Sachen vor die Füße zu rotzen solltest du dir vielleicht überlegen, diese Dinge sachlich zu erklären und sie nicht zu „shamen“, denn dieser Instinkt war notwendig um den Fortbestand unserer Art zusichern.

Aber ja, DAS ist ein männliches Privileg. Übrigens wäre das männliche Äquivalent, dass du als Versager giltst, wenn du noch nie Sex hattest.

Dafür knüpfe ich an obere Erklärung an. Die Frau muss also einen möglichst geeigneten Sexualpartner finden. Wenn du also viel Erfolg bei Frauen hast, empfinden dich viele Frauen als würdig, dass du mit ihr Sex hast. Also viele Sexualpartner = Viel Reproduktionswert für Männer. Viele Sexualpartner = niedrige Standarts für die Frau.

25. Most pornography is made with your gender in mind (and it creates some pretty damaging ideas about women and other genders).

Jop, weil Frauen immer an Sex kommen können wann sie wollen und Männer nicht. Um also anderweitig Druck ablassen zu können wird mehr für Männer produziert. Ironischerweise habt ihr in „Privileg 22“ etwas verlinkt, dass ich gerne zitieren möchte:

According to What Do Women Want: Adventures in the Science of Female Desire by Daniel Bergner, one in three porn users is a woman, women’s eyes linger on erotic imagery in studies as much as men’s do, and cis women’s vaginas become lubricated in response to watching all kinds of sexual videos.“

Also Frauen gucken sogar Pornos, die nicht für sie gemacht sind. Scheint so, als würden sie da trotzdem Spaß dran haben. Und das sind dann nicht mal wenige. Fast 33% aller Pornonutzer sind weiblich. Das würde nicht funktionieren, wenn es nicht auch was für sie dabei gäbe – in entsprechenden Mengen und Variationen.

26. You can be open about enjoying sex without people feeling automatically entitled to having sex with you.

Stimmt, ein Privileg, dass auch Frauen genießen.

27. You can make changes to your appearance like a haircut or dye without assumptions that you’re doing it for men.

Stimmt, normalerweise wird angenommen, dass ich das dann für Frauen und nicht für Männer mache.

28. People don’t assume something’s wrong with you if you don’t want to get married – or insist you must be lying, and warn you that “time is running out.”

Stimmt, weil die Ehe etwas ist, dass für einen Mann enorme (soziele) Verpflichtungen mit sich bringt, die eine Frau nicht hat. (Lebensende mit drei Buchstaben? – Ehe / Junggesellenabschied – der letzte Tag in Freiheit).

29. You’re not expected to change your name if you get married or questioned if you don’t.

Also ich lebe in einer sehr konservativ-katholischen Gegend und selbst hier ist es vollkommen normal, dass eine Frau ihren Namen behält, ein Doppelname angenommen wird, oder sogar der Mann den Namen übernimmt.

Ich weiß nicht in welchem Jahundert du stecken geblieben bist, aber wir hier haben schon 2016.

30. Products like Viagra exist with the aim of helping cisgender men maintain their sex lives as they get older, and social norms congratulate you for doing so. There is far less support for women to continue being sexual beings as they age.

Nope. Viagra ist für Männer mit Erektionsstörungen gedacht. Das hilft natürlich auch älter werdenden Männern, aber die sind nicht die Zielgruppe. Übrigens bekommt jeder Mensch anerkennung für etwas, dass in seinem Zustand (z.B. hohes Alter) normalerweise nur noch schwer oder selten möglich ist.

31. You can be expressive about your sexuality in conversation, art, music, and more, without people accusing you of “using your body to get by.”

Das passiert nur bei Leuten, die in Konversationen, Kunst, Musik (eine Kunstform…) und anderem halt auch sonst nichts zu bieten haben. Männer würden damit nicht durchkommen. Aber das muss dieses männliche Privileg sein, dass man Leistung bringen muss um seine Sexualität zur Schau stellen zu dürfen – wenn du nicht als Perverser verschrien wirst.

32. You can participate in kink, BDSM, and other alternative sexual practices without being judged as a “slut” or facing assumptions that you’re not in control of your own sexual choices.

Gnihihihihi. Nur ein Wort: Domina.

33. You can be non-monogamous without people judging you for going against your gender’s “nature.”

Siehe 24.

34. If you’re in a relationship with someone of another gender, you’re not expected to do more emotional labor in the relationship.

In einer Beziehung leiste ich keine emotionale Arbeit, dass stimmt. Es ist mir ein Vergnügen und eine Freude meine Partnerin emotional zu unterstützen und ihr zu helfen. Sie glücklich zu machen. Weißt du, dass nennt sich dann Partnerschaft.

Nur narzistische, beziehungsunfähige Arschlöcher würden emotionale Unterstützung in einer Beziehung“Arbeit“ nennen.

35. Getting married to someone of another gender doesn’t mean more domestic labor for you – studies show that husbands add an average of 7 extra hours of housework a week for their wives.

Ok,  dafür arbeite ich als Mann mehr außerhalb meines Hauses. Und dann gucken wir uns doch nochmal etwas mehr an:
„Excluded from these „core“ housework hours were tasks like gardening, home repairs, or washing the car.“
Achso, die notwendigen Dinge die typischerweise Männer machen, wurden aus der Definition von Hausarbeit herausgenommen…

Well, fuck you too.

Gendered Harassment and Violence

36. You’re less likely to be the target of street harassment. The majority of women have experienced street harassment in their lives, and most of the men who do are queer or gender non-conforming.

Dafür ist es wahrscheinlicher, dass mir physischer Schaden zugefügt wird. Wir können gerne tauschen.

37. You can have a casual, friendly interaction with a stranger, like exchanging a smile or responding to a greeting, without worrying about that stranger taking it as a sexual invitation and telling you to “lighten up” if you don’t.

Wenn das ein Mann ist, ist das für mich eher unwahrscheinlich – stimmt. Wenn’s ne Frau ist muss ich – um mal genauso zu übertreiben wie du – Angst haben, dass sie mich der Vergewaltigung bezichtigt.

38. You can turn down a date without worrying about being verbally attacked, physically assaulted, or even killed.

Kann ich, du auch. Nur weil du dir Sorgen machst, heißt das nicht, dass diese begründet sind. Übrigens, wenn jemand ein Date ablehnt, muss er mit verletzten Gefühlen und zu mindest verbalen Attacken rechnen. Das gilt für beide Geschlechter und geht von beiden Geschlechtern auch aus (vgl. Privilieg 21).

39. You can drink in a bar alone unbothered. In many other public spaces, including bookstores, coffee shops, festivals, and more, a woman alone is often assumed to be available for men to talk to and harass.

Es ist in unserer Gesellschaft üblich, dass, wenn ein Mann an einer Frau interessiert ist (und auch wenn sie Interesse via Körpersprache signalisiert), dass er zu ihr rübergeht und sie anspricht. Wenn sich ein Mann für dich interessiert, wird er versuchen den Mut zu fassen und zu dir rüberzugehen. Wenn du alleine bist, ist natürlich die Peinlichkeit einer Ablehnung nicht so hoch und er fasst eher den Mut.

Was das „Belästigen“ angeht, kommt dies durchaus auch für Männer vor.

40. You can travel alone without worrying about being targeted for violence because of your gender.

Wie oben schon erwähnt: Das du dir Sorgen machst sagt nichts darüber aus, ob diese Sorge notwendig ist. Und wie ebenfalls weiter oben erwähnt: Bei Männern ist es wahrscheinlicher das es passiert. Wenn es bei Männern also wahrscheinlicher ist und sich diese trotzdem weniger Sorgen als du machen, dann solltest du dich eines kleinen Reality-Checks unterziehen. Möglicherweise leidest du unter paranoider Schizophrenie.

Medienkritik Teil 5: Antifeministische Frauen – Brigitte

 

Artikel:
http://www.brigitte.de/frauen/gesells…

Politische Richtung:
https://www.politicalcompass.org/

Sorgerecht:
http://www.recht-finanzen.de/contents…

Gender Pay Gap:
http://de.statista.com/statistik/date…
http://www.wiwo.de/erfolg/zukunftdera…
https://www.destatis.de/DE/PresseServ…

Malala und ihr Vater:
http://www.welt.de/politik/ausland/ar…
http://www.berliner-zeitung.de/panora…

Jessica Valenti:
http://www.theguardian.com/commentisf…

Medienkritik Teil 4: Sexuelle Belästigung Tagesschau

 

Ich habe diese Nachricht erst gerade gelesen. Da ich morgen früh in Urlaub fahre und mein PC immer sehr lange mit der Verarbeitung eines Videos und dem Hochladen braucht, habe ich dies ohne Script kommentiert. Ich hoffe ihr verzeiht mir das.

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Quellen:
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Tagesschauartikel: Jede fünfte Arbeitnehmerin betroffen
http://www.tagesschau.de/inland/sexuelle-belaestigung-105.html

Definition Sexuelle Belästigung Uni Tübingen
http://www.uni-tuebingen.de/sexuelle-belaestigung/sb-01.html