Genderwahn in der Frankfurter Rundschau

In der Frankfurter Rundschau wurde heute der Artikel veröffentlicht „Genderwahn“ Die rechte Angst vorm Holzpenis (von Norbert Mappes-Niediek).

Dies unter dem Text:

Die Mythen der Rechten

Verschwörungstheorien und „Lügenpresse“-Rufe: Rechte Parolen und was dahinter steckt.
An dieser Stelle muss ich schonmal anmerken, dass Kritik am Genderwahn durchaus auch von der linken Seite kommt (z.B. Arne Hoffmann oder mir). Der Blogger Phaislum hat dies einmal unter Anti-Feministen und Männerrechtlern ausgewertet, und ist zu folgendem Ergebnis gekommen:
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Hierbei ist natürlich zu beachten, dass diese Auswertung auf seine Follower beschränkt ist und nicht repräsentativ ist. ABER, sie zeigt doch eine deutliche Tendenz dahingehend, dass es sich primär um (links-)libertäre Menschen handelt, die den Genderwahn angreifen.
Doch beginnen wir mit dem Text. Zuersteinmal ist mir nach dem ersten überfliegen aufgefallen, dass ich keinen einzigen Link gefunden habe, der die Fakten untermauert. Mjaaaa, dass ist falsch ausgedrückt. Ich habe keinen einzigen Link gefunden, der irgendetwas mit dem Artikel zu tun hätte, es ist kein einziger eingebaut.
Jetzt aber endlich zum Inhalt. Zuerst wird über einen Vorfall in Salzkotten berichtet:
Es geschah in Salzkotten, einer wenig bekannten Kleinstadt im Niemandsland zwischen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Scheinbar hatte, womöglich in einer Art aufklärerischem Furor, eine Behörde ihre Muskeln spielen lassen. Zwei Mütter wurden ins Gefängnis gesteckt, weil sie sich weigerten, ihre Kinder dem Sexualunterricht auszusetzen.
Das ist eine etwas saloppe Erklärung der Ereignisse. Hier der Bericht einer lokalen Zeitung, die scheinbar einen etwas höheren journalistischen Anspruch hat, als die Frankfurter Rundschau. Ich wollte zuerst schreiben, dass mir klar ist, dass es sich hierbei um einen Kommentar oder eine Meinung handelt (man beachte die Polemik), da es sich ganz klar so ließt. Allerdings ist es nirgendwo so gekennzeichnet…
Dürfen nicht auch liberale Zeitgenossen zweifeln, ob es sinnvoll ist, Achtjährige im Onanieren zu unterrichten oder sie Kondome über Holzpenisse streifen zu lassen?
Das ist in meinen Augen eine etwas irritierende Frage. GERADE liberale Zeitgenossen, sollten Dinge anzweifeln dürfen. Für liberale Menschen stellt sich nicht einmal die Frage ob sie dies dürfen. Interessant ist übrigens hier der Unterschied zwischen „Achtjährige im Onanieren zu unterrichten“ (sexuelle Handlung unterrichten) und „Kondom über Holzpenis streifen“ (Verhütung unterrichten).
Regine Schwarzhoff vom Elternverein NRW hört da am „Nottelefon“ ihrer Organisation jedenfalls immer wieder schreckliche Geschichten, und so schaffte es die engagierte Mutter, die Geschehnisse über die Grenzen des Lipper Landes hinaus bekannt zu machen.
Wenn diese Frau immer wieder entsprechende Geschichten an ihrem Nottelefon hört, kann dann nicht irgendetwas dran sein? Wir sprechen hier ja immerhin von „Mythen der Rechten“.
Die eingesperrten Salzkottenerinnen stießen auf eine vorbereitete Öffentlichkeit. Sexualisierung von Kindern hat als Problem in jüngster Zeit eine große Karriere gemacht. In Baden-Württemberg und in der Schweiz führten Elternproteste gegen Lehrpläne schon zu Parlamentsdebatten. Wer kann da wissen, was sich irgendwo ein progressistischer Provinzamtsleiter in seinem Überschwang alles ausdenkt? Und ist Gefängnis nicht in jedem Fall weit übertrieben?
Nun, wenn es entsprechende Elternproteste schon mehrfach gab und sich Eltern beim Nottelefon beklagen, dann muss man doch eigentlich davon ausgehen, dass es hier ein ernstzunehmendes Problem gibt. Oder? Wenn selbst in den Parlamenten schon Debatten geführt werden? Ist dann nicht diese sehr saloppe Ausdrucksweise vielleicht etwas unangemessen? Kann es dann sein, dass es sich hierbei NICHT um einen „Mythos der Rechten“ handelt?
Übrigens unterschlagen sie dabei, dass mindestens eines der betroffenen Kinder ziemlich verstört gewirkt haben soll (vgl. unten verlinkte Artikel).

Gegenteil von Sexualisierung

Alle Gedanken, die sich bei der Nachricht aus Salzkotten einstellen, gehen am Problem komplett vorbei. Tatsächlich hatte das Amtsgericht in Paderborn eine Geldstrafe verhängt, die die Eltern sich weigerten zu zahlen. Wenn jemand nicht zahlt, geht das in Deutschland seinen Gang und entfernt sich rasch vom ursprünglichen Anlass.
Nun ich habe das gegoogelt (sexualkunde salzkotten) und habe mir ein paar Nachrichten dazu durchgelesen. (Welt, Neue Westfälische 1, Neue Westfälische 2, Medrum, Kopp-Verlag, Gesundheitliche Aufklärung, Focus, Familien-Schutz e.V. ). Alle diese Nachrichten befassen sich mit diesem oder ähnlichen Fällen. Und bis auf bei Familien-Schutz e.V. (und Focus, die gar nicht über Gefängnisstrafen reden) wird bei allen Nachrichtenseiten darauf hingewiesen, dass diese Gefängnisstrafen Erzwingungshaften sind, weil das Bußgeld nicht bezahlt wurde. Selbst eher rechte wie Eva Herman (Kopp-Verlag) und Medrum (Christliches Informationsforum) schreiben das so. Das weiß man natürlich nicht, Herr Mappes-Niediek, wenn man nur die Überschriften ließt.
Schon der aber war ganz anders als unterstellt: Die Kinder hatten überhaupt nicht „aufgeklärt“ werden sollen. Vielmehr ging es darum, sich ein Theaterstück mit dem Titel „Mein Körper gehört mir“ anzuschauen. In dem Stück geht es darum, dass Kinder sich nicht ungefragt von Erwachsenen küssen, streicheln, anfassen lassen müssen – also um das exakte Gegenteil von Sexualisierung.
Nun, das ist aber nicht das Argument, dass ich lese. Das Argument ist vielmehr, dass diese Präventionsmaßnahme nicht ausreichend ist. So argumentiert Frau Herman (s.o.) sinngemäß, dass man jeden Menschen unabhängig vom Alter sexuell stimulieren kann. Dies ist ja meist eher ein positives Gefühl. Was ist, wenn das Kind überhaupt kein Problem damit hat, dass es derartig berührt wird? Daraus würde sich – nach dem gelernten Inhalt – ergeben, dass sexuelle Handlungen mit einem Kind in Ordnung sind – sofern das Kind das will.  (Hier noch ein Video zum Theaterstück.)
In diesem Video wird ebenfalls sehr viel Wert auf das „Nein-Gefühl“ gelegt. Da es hier um den Schutz geht wären die Baptisten dennoch die besseren Beschützer, denn:
»Sexualität ist bei uns kein Tabuthema, aber wir lehren unsere Kinder ein biblisches Sexualverhalten der Schamhaftigkeit, Keuschheit – und dass Sexualität ausschließlich in die Ehe gehört. Diese Erziehung schützt sie vor Missbrauch. Durch diese Erziehung wissen die Kinder, was richtig und was falsch ist. Sie wissen damit, dass jeder Mensch, der ihnen sexuell naht, dies nicht in Übereinstimmung dessen tut, was Gott und die Eltern wollen …«
Wenn Sexualität ausschließlich in die Ehe gehört, dann ist jede sexuelle Handlung, egal durch wen, außer dem Ehepartner, falsch. Das ist meiner Ansicht nach überbeschützend für eine Person im Erwachsenenalter, die dann keine nicht-Ehe Beziehung führen kann, aber gerade für ein Kind sind so alle Eventualitäten abgedeckt – inklusive der Eventualität, dass das Kind den sexuellen Kontakt will.
Doch nicht nur das. Es wird argumentiert, dass
„Das Kind […] von jeglicher Sexualethik emanzipiert [wird]. Für das Kind gilt die sexuelle Libertinage, die sich ausschließlich an seinem Gefühl – also der Lust – orientiert.“
Ich würde jetzt daraus lesen, dass befürchtet wird, dass VergewaltigerInnen herangezüchtet werden, denn das eigene Gefühl bei sexuellen Handlungen ist durchaus wichtig, aber auch das Gefühl des Anderen. Und dieses Gefühl findet in dem Theaterstück keine Betrachtung. Ich halte diese Argumentation jedoch für Unsinn, da es sich bei diesem Theaterstück um Situationen handelt wo ein Mensch etwas mit dem Kind macht und das Kind das Recht hat dazu „Nein“ zu sagen und sich zu entfernen. Das andere das selbe Recht haben sollten Kinder dieser Altersstufe (3. & 4. Klasse = 8-10 Jahre) verstehen. Zumal diese auch schon dem egozentrischen Weltbild entwachsen sein sollten und Gefühle, Bedürfnisse und Perspektiven anderer wahrnehmen können sollten (vgl. Piaget).
Abgesehen von alle dem ging es aber sehr wohl um Aufklärung, denn die Existenz von einvernehmlichen und missbräuchlichen sexuellen Handlungen gehört zur Aufklärung dazu. In den anderen Fällen in Salzkotten ging es zudem übrigens um den gesamten Sexualkundeunterricht an der Schule, wozu dieses Theaterstück gehört.
Es folgt dann noch das, was man „moving the goal-posts“ nennt. Wo am Anfang noch fälschlich behauptet wird, dass die Kinder nicht aufgeklärt werden sollten, geht es zum Schluss um Sexualisierung. Interessanterweise ist vorher in der Auseinandersetzung mit dem Fall nie von „Sexualisierung“ die Rede. Nun mag Herr Mappes-Niediek andere Überschriften gelesen haben als ich (ich habe nur die erste Seite der Google Suche bemüht, eindeutig ein Fehler meinerseits), aber ich habe weder in den Überschriften noch den Artikeln etwas über „Sexualisierung“ gelesen.
Ich weiß allerdings, dass diese Aussage außerhalb dieses Falles mehrfach getroffen wurde, es kann also durchaus sein, dass er auch hier erhoben wurde.
Zu guter Letzt noch: Wenn sie einen Fall nehmen um einen „Mythos der Rechten“ zu belegen, könnten sie dann nicht einen Fall nehmen, der etwas aktueller ist, als einer von vor sechs Jahren? Ich mein ja nur… Das würde ihr Gestammel vielleicht etwas glaubwürdiger machen. Denn so muss ich einfach postulieren, dass Sie hier einen Mythos unterschieben wollen, der so gar nicht existent ist, bzw. gar nicht diese Relevanz besitzt.
Damit nicht genug der Ungereimtheiten: Die Beschwerdeführer in Salzkotten waren russlanddeutsche Angehörige einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde. Bundesweit in Schutz genommen wurden sie aber ausgerechnet von einer Szene, die Zuwanderern aus fremden Kulturkreisen ein mittelalterliches Verhältnis zur Sexualität unterstellt.
Nun, ich denke hier entsteht die Ungereimtheit bei Ihnen allein, da Sie nicht anerkennen, dass es auch in rechten Kreisen durchaus Menschen gibt die differenzieren können. Andererseits kann es natürlich sein, dass diese aus dem gleichen Glauben heraus (Christentum) argumentieren. Zudem ist natürlich noch eine Möglichkeit, dass sie nach dem recht einfachen Prinzip „Der Feind meiner Feinde ist mein Freund – zu mindest auf dieser Ebene“ gehandelt haben.
Direkt drei Erklärungen? Krass, was so alles passiert, wenn man mal seinen Verstand einschaltet.
Muslimischen Eltern wird der Schwimmunterricht für ihre Töchter zum Prüfstein für Integrationswilligkeit.
Ähhh, wo kommt das denn jetzt her? Wo ist der Zusammenhang? Wird das hier ein Talking-Points abarbeiten?
Ich versuche das mal in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen – und bitte verzeihen Sie mir, wenn ich nicht den treffe, den Sie wollten… Bei den Baptisten ist Sex außerhalb der Ehe verboten. Genauso wie es in manchen Glaubensrichtungen des Islam verboten ist, dass die Frau unverschleiert in der Öffentlichkeit ist und sich nur dem Ehemann unverschleiert zeigen darf. Habe ich das so richtig? Nun hier geht es – obwohl es auch um Sexualität geht – um zwei unterschiedliche Dinge. Bei dem einen geht es um Aufklärung und sexuelle Handlungen, bei dem anderen um Kleidungsvorschriften.
Auch die Geschichte mit den Holzpenissen, die aus der Schweiz kommt, erwies sich als grob verdreht. Geht es um Sex, werden Widersprüche nicht als störend empfunden. Nur emotional muss alles passen.
Auch hier stellt sich mir die Frage: HÄ? Ersteinmal wäre es sinnvoll in irgendeiner Form darzulegen, was denn nun bei den Holzpenissen verdreht war. Sie haben weder dargelegt, was in diesem Zusammenhang behauptet wurde, noch was tatsächlich richtig war. Wie wärs mit ein paar mehr Infos? Und vor allem: Quellen?
Wo waren denn bisher die Wiedersprüche? Es gab – angeblich – sachliche Fehler. Aber wenn jemandem falsche Informationen vorliegen, dann wird er zu einem falschen Urteil kommen. Das ist nur normal und kein Widerspruch.
Ich möchte an dieser Stelle sehr deutlich machen, dass Sie grundlegend darin versagt haben:
a) Die Fakten auf den Tisch zu legen
b) Die gegenseitigen Annahmen angemessen zu repräsentieren
c) Die gegenseitigen Argumente angemessen zu repräsentieren
d) Ihre eigenen Gedankengänge schlüssig aufzuschreiben
Mit anderen Worten: Sie schreiben wie ein blutiger Anfänger – was mich ehrlich gesagt bei Ihrer Karriere massiv  wundert.
Geschlechtlichkeit nimmt seit etwa 2005 in Europas neuen rechten Organisationen und Parteien hinter der Zuwanderung den zweiten Platz ein.
Wieder: Hä? Meinen Sie damit, dass das ein Themenschwerpunkt ist?
Religion ist dabei nicht das Thema: Radikale Baptisten wie die aus Salzkotten werden von einer Mehrheit auch der Rechten eher beargwöhnt.
Nur so ein Gedanke: Kann es sein, dass die meisten Rechten dann vielleicht nicht radikal sind, sondern eher moderat und daher radikales ablehnen? Oder das viele Rechte katholisch sind (keine Ahnung ob das so ist, kann ich mir aber gut vorstellen), wobei Baptisten evangelisch sind – womit dann Religion wieder eine Rolle spielen würde?
Und zu guter Letzt: Ist es theoretisch möglich, dass die Mehrheit der Rechten einen Autoritären Standpunkt vertritt, während radikale Baptisten eher einen libertären Standpunkt vertreten – oder umgekehrt?

Von der „Sexualisierung“ führt vielmehr eine gefühlsmäßige Brücke über die Homosexualität zum Gender Mainstreaming.Verbunden sind die auf den ersten Blick so unterschiedlichen Themen über das Gefühl, die eigene sexuelle Natur werde manipuliert. Arglose Kinder werden sexualisiert, unsichere Jugendliche verschwult. Männer werden verweiblicht, Frauen vermännlicht.

Nehmen wir an, Sie hätten recht, dass Sexualisierung, Homosexualität und Gender Mainstreaming in rechten Kreisen über eine Gefühlsmäßige Brücke verbunden wären (wofür Sie vielleicht einen Beleg hätten anbringen sollten, also eine Quelle).

Wenn ich ein Kind vor mir habe, dass verstört auf den Sexualkundeunterricht reagiert (vgl. oben verlinkte Nachrichtenseiten), dann kann ich davon ausgehen, dass dieses Kind etwas erlebt habt, was mit dem bisherigen Wissens- und/oder Entwicklungsstand nicht kompatibel ist. Ob dies nun ein positiver oder negativer neuer Aspekt ist, sei erst einmal dahingestellt. Aber gegenüber dem ursprünglichen Zustand des Kindes hat hier eine (als Begriff wertneutral gemeinte) Manipulation stattgefunden. Wenn wir hier jedoch von „verstört“ sprechen, dann muss die Diskrepanz zwischen dem vorherigen und späteren Zustand entweder enorm gewesen sein und/oder dem vorherigen Zustand widersprochen haben. Aus der Perspektive der Eltern, muss dies also eine erhebliche Manipulation gewesen sein, die ihrem Kind schadete. (Ich bin an dieser Stelle unsicher gewesen ob ich diesen Perspektiv-Wechsel erwähnen sollte, da Sie ja bisher jegliches Empathievermögen haben vermissen lassen und ich mir nicht sicher war, ob es dann sinnvoll ist, dies zu erwähnen. Da aber auch noch andere diesen Blog lesen…)
Wir haben es hier also, aus Sicht der Eltern, in der Tat mit einer zu frühen Sexualisierung zu tun, die dem Entwicklungs- und Wissensstand des Kindes nicht entspricht. Natürlich kann man nun darüber diskutieren, ob die Eltern jetzt nicht dem Kind alles falsch beigebracht haben … blablabla …
Aber es handelt sich bei Ihrem Geschreibsel ja mehr um eine allgemeine Aussage. Weshalb ich mich etwas mehr von dem obigen Beispiel lösen sollte. Also… möglicherweise – da jeder Mensch unterschiedlich ist – haben die Eltern ja auch den richtigen Weg gewählt? Möglicherweise war im Rahmen des Erziehungsstils der Eltern ein anderer Zeitpunkt für diese Information vorgesehen? Möglicherweise ist es nicht gut bei einem solch sensiblen Thema Kinder klassenweise über einen Kamm zu scheren, sondern diese individuell, ihrer Reife entsprechend, zu schulen? Und wer könnte das besser als die Eltern?
Um nochmal kurz zu dem obigen Beispiel zurückzukehren: Man kann einem Kind auch beibringen „Nein“ zu sagen, ohne dass man dies auf sexuelle Handlungen beziehen muss.

Zu den anderen drei Bereichen würde ich gerne Kommentieren, aber da diese vollkommen ohne Zusammenhang zum bisherigen stehen, kann ich auf nichts genaueres eingehen.

Mit den Publizistinnen Gabriele Kuby und Eva Herman, der Journalistin Birgit Kelle und dem Blogger Hadmut Danisch hat die sexualpolitische Bewegung ihre Meinungsführer.

Ein paar Links mit entsprechenden Beispielen wären hier echt einfach gut gewesen.

Das Internet-Portal „Wikimannia“ baut mit zig Artikeln an einem in sich schlüssigen Denkgebäude.

Hatten sie nicht vorhin geschrieben „Geht es um Sex, werden Widersprüche nicht als störend empfunden. Nur emotional muss alles passen.“ Wie passt das zusammen, wo doch das von Wikimannia von Ihnen als „in sich schlüssig“ beschrieben wird, also keine Widersprüche hat?

In Österreich schuf sich die frühere FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz mit einem schmalen Sachbuch über „MenschInnen“ eine Fangemeinde. Solche Galionsfiguren gibt es einige. Am bekanntesten ist die 75-jährige Dale O’Leary in den USA.

Es gibt also in Deutschland, Österreich und den USA Menschen, die diese „rechte“ sexualpolitische Bewegung unterstützen. Zudem Kinder, die auf diese Politik verstört reagieren und einen haufen Eltern, die mit dem Status Quo auch nicht konform gehen. Ok – got it.

Das Urproblem bildet in der rechten Gedankenwelt die Unterscheidung zwischen „Sex“ und „Gender“, den englischen Wörtern für das biologische und das soziale – oder bloß grammatische – Geschlecht.

Ahhhh, jetzt kommen wir also endlich voll zum Thema „Genderwahn“. Sehen Sie, gerade Kritiker des Genderismus oder des Genderwahns verstehen, dass es hier eine Unterschied gibt, aber auch – und das ist wichtig – eine Verknüpfung.

Schauen wir uns erst einmal Testosteron und Estrogen an. Beide haben Einfluss auf unser Verhalten. So fördert Testosteron Lebenslust, Antrieb, aber auch Aggressivität und dominierendes Verhalten. Wohingegen Estrogen auf den Zyklus der Frau, den Östrus (also die „Brunftzeit“ der Frau), die Menopause und die Wechseljahre. Diese beiden Stoffe haben also schon Einfluss auf unser Verhalten.

Wir wissen, ganz allgemein, dass unser psychischer Zustand Einfluss auf unseren Körper haben kann (z.B. psychosomatische Beschwerden) und dass uns körperliche Schmerzen sprichwörtlich in den Wahnsinn treiben können.

Wir wissen, dass wir psychische Krankheiten mit Tabletten eindämmen können, wo also Wirkstoffe Einfluss auf unser Verhalten nehmen.

Mit anderen Worten: Wir wissen, dass unser Verhalten auch von unserem Körper abhängig ist. Und da Männer mehr Testosteron haben als Frauen und Frauen mehr als Estrogen als Männer, sind hier signifikante Unterschiede im Verhalten zu erwarten.

Fallen biologisches und soziales Geschlecht nicht zusammen, kann man auf den Gedanken kommen, beide hätten nichts miteinander zu tun.

Kann man. Das wäre aber eine sehr einfache Antwort und wie ich oben dargelegt habe: Falsch.

Dann kann man sich, so legt es die US-Philosophin Judith Butler nahe, selber aussuchen, ob man Mann, Frau oder etwas Drittes sein möchte.

Haben sie schon mal etwas von Eigen- und Fremdwahrnehmung gehört? Nur weil ich mir aussuche X zu sein, heißt das nicht, dass andere mich auch als X wahrnehmen. Und selbst wenn sie es tun würden hieße das nicht per se, dass X auch Fakt ist.

Eine besondere Herausforderung ist für die Naturrechtler entsprechend die Transsexualität, das Gefühl mancher Menschen, sie lebten im falschen Körper – ein Thema, das ebenfalls seit rund zehn Jahren eine ungeahnte Konjunktur erlebt, nur eben in liberalen Kreisen.

Sie meinen, das Problem, dass sich körperliche Entwicklung und die Entwicklung des Gehirnes im Mutterleib zeitlich unterscheiden? Was ist übrigens ein Naturrechtler?

Oder waren sie in der irrigen, selten dämlichen Annahme, dass soziales und biologisches Geschlecht voneinander getrennt zu betrachten sind? Dann erklären sie mir doch mal, wieso wir die klassischen Geschlechterrollen in nahezu jeder menschlichen Kultur wiederfinden? Selbst in Matriarchaten. Wie kann es sein, dass man bei fast allen Säugetierarten die klassischen Geschlechterrollen findet? Wie kann das sein, wenn es nicht eine genetische Prädisposition gibt?

Politisch ist das Hauptangriffsziel der Rechten die Homo-Ehe.

Das scheint zu stimmen. Angela Merkel sagte einmal: „Für mich persönlich ist Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau.“

Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht ganz, warum man diesen Begriff ‚Ehe‘ nicht auch auf homosexuelles Zusammenleben erweitern sollte, aber diese politische Debatte ist in meinen Augen auch eher eine Prinzipienfrage als eine rechtliche Frage.

Aber ein Frage an Sie: Sind Frau Merkel und die anderen Abgeordneten der CDU, CSU und FDP ein Lügenpresse rufendes und rechte Parolen schreiendes Verschwörungstheoretikergebilde, wie sie es so schön ihre Überschrift geschrieben haben?

Sexualität ist von der Natur determiniert, so der Grundgedanke. Was abweicht, ist künstlich.

Das ist interessant, ist doch ein wichtiger Spruch der LGBT Bewegung „Born this way“. Weiterhin ist interessant, dass Sexualität ein Oberbegriff ist, der, ohne nähere Beschreibung, alle Spielarten der Sexualität (inklusive Homosexualität)  umschreibt. Wenn ein Begriff aber alles abdeckt, kann davon nichts abweichen.

Gender Mainstreaming

Alles was auf der Unterscheidung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht aufbaut, wird unter dem Schlagwort „Genderwahn“ attackiert – ein Wort, das es zusammen mit dem verwandten „Genderwahnsinn“ im deutschen Google auf mehr als 100 000 Treffer bringt.
Nun, wie ich gerade dargelegt habe, sind beide aber auch eng miteinander verknüpft, weshalb eine vollkommene Abkapselung bzw. eine reine soziale Konstruktion halt – mit Verlaub – Bullshit ist.
Ich finde es übrigens hoch interessant, wie Sie Geschlecht und Sexualität zusammen in eine Topf schmeißen und kräftig umrühren. So mit differenzieren und Nuancen haben Sie es nicht so, oder?

Der Bann trifft Genderforschung und dafür vorgesehene Lehrstühle,

Nun, warum sollte man Geld im wissenschaftlichen Bereich für etwas ausgeben, das jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt?

vor allem aber das „Gender Mainstreaming“, die Gleichstellungspolitik, die sich die meisten liberalen Staaten auf die Fahne geschrieben haben.

Gleichstellungspolitik ist keine liberale Politik. Gleichstellungspolitik sorgt – richtig gemacht – für 50/50 Ergebnisse unter berücksichtigung der Gleichberechtigung. Dass diese s.g. „Gleichstellungspolitik“ im Augenblick Frauen auf mindestens 50% bringen will, aber Unterrepräsentiertheiten von Männern ignoriert (sie wissen schon, die andere Hälfte der Menschheit, für die die Menschenrechte auch gelten sollten) trägt nicht gerade zu ihrem guten Ruf bei. Dennoch haben wir es hier mit einem Fokus auf Ergebnisse zu tun. Nicht mit einer Gleichheit der Rechte und Möglichkeiten. Mit anderen Worten: Wir haben es beim Gender-Mainstreaming, wie er aktuell durchgeführt wird, mit einer autoritären Politik zu tun.

Wie erklären sie sich sonst ein Bundesgleichstellungsgesetz, dass Männer benachteiligt?

Dabei hat Gender Mainstreaming mit dem Verwischen von Geschlechtsunterschieden so wenig zu tun wie das Sensibilisieren von Kindern mit Sexualisierung. Stärker als frühere feministische Ansätze lässt Gender Mainstreaming Unterschiede gerade gelten.

Richtig gemacht ja. Aber nicht mit dem stümperhaften, unsinnigen Quatsch den wir gerade haben. Quoten und Gleichstellungsgesetze. Man muss sich das mal rein tun. Es wird, dank dieser Gesetze, gegen Menschen diskriminiert, weil sie das falsche Geschlecht haben. Sehr liberal. Sehr toll. Ganz großer Applaus. Widersprüche scheinen sie im Rahmen von Gleichstellungspolitik nicht zu stören. Hauptsache emotional passt alles.

Statt Verschiedenheit einzuebnen, soll die Lebenswelt so eingerichtet werden, dass alle daran teilhaben können.

Zum Beispiel in dem man Männern das aktive und passive Wahlrecht bei der Wahl der/des Frauenbeauftragten verwehrt (s.o.)?

Wenn Frauen nicht für den Gemeinderat kandidieren, weil der sich immer spätabends in verrauchten Hinterzimmern trifft, wird die Sitzung eben in ein anderes Ambiente verlegt.

Aha, das macht also Gendermainstreaming? Wäre mir neu. Haben sie dazu vielleicht eine Que… natürlich haben Sie keine.

Sie meinen also, dass dazu eine politische Entscheidung notwendig ist? Wie wäre es vielleicht mit einer Frau, die sich in den Gemeinderat wählen lässt und sagt: ‚Vielleicht wäre ein seriöseres Ambiente unserer Arbeit zuträglich.‘ Oder vielleicht: ‚Ich bin eine gewählte Vertreterin, aber hier will ich nicht arbeiten, wir müssen uns einen anderen Platz suchen.‘

Männer und Frauen sollen bleiben dürfen, wie sie sind, aber nach für beide fairen Regeln spielen.

Wie gesagt, dass ist dann nicht das Gender Mainstreaming das wir hier erleben. Das Gender Mainstreaming was wir hier erleben ist zutiefst unfair.

„Der 150-jährige Kampf der Frauen für Gleichberechtigung“, so Gabriele Kuby, sei gerechtfertigt gewesen. „Aber dann wurde das umformuliert in Gleichstellung.“ Das war für Kuby der Sündenfall: Teilen Männer und Frauen erst ihre Sphären und Domänen in Arbeitswelt und Privatleben, so verlieren sie „Bindung und Identität“ und wissen am Ende nicht mehr, ob sie Männchen oder Weibchen sind.

Ich kann die Begründung von Frau Kuby nicht unterstützen, sehr wohl aber, dass Gleichstellung der Sündenfall des Feminismus ist. Gleichstellung ist nämlich nicht gleich Gleichberechtigung – und das ist es ja, wofür Feminismus eigentlich angeblich steht.

In dem Argument steckt allerdings ein Widerspruch. Wenn die Natur alles so fest vorgibt, wie die Rechten behaupten, lassen die Geschlechtsidentitäten sich eben auch durch gemeinsame Lebenswirklichkeit nicht verwischen.

Kann es dann vielleicht sein, dass dies (also dass das Geschlecht nur genetisch bedingt ist) überhaupt nicht das ist, was „die Rechten“ sagen? Kann es vielleicht sein, dass Sie einen Strohmann aufgebaut haben, gegen den sie argumentieren?

Eigentlich also könnten die Anti-Gender-Fighter ganz entspannt bleiben, wenn in Schulen „in Frankreich“ Jungen dazu angehalten werden, zum Empathie-Training einen Tag lang im Rock zur Schule zu kommen.

Wie soll „im Rock zur Schule kommen“ meine Empathie steigern? Ich meine wenn es da derartiges als Empathie-Training gibt, dann wissen die meisten eh von diesem Training und es hat keine Auswirkungen. Überdies macht ein Rock noch keine Frau (vgl. Schotten, Gothic).

Was mich aber eher interessiert ist: Ist das ganze freiwillig? Also müssen die Jungen am Empathietraining teilnehmen? Müssen sie den Rock tragen? Müssen Frauen auch ein Empathietraining machen? Und so ganz nebenbei: Gibt es das wirklich (Google hat mir keine Treffer gegeben)?

Im schlimmsten Fall gibts das wirklich, ist nur auf Jungs beschränkt und Pflicht. Dann wäre es aus zwei Gründen sexistisch
1.: Weil nur Jungs das machen müssten
2.: Weil angenommen werden würde, dass Jungs keine/unzureichend Empathie besitzen

Und es wäre autoritär, weil Menschen zu diesen Dingen gezwungen wären, obwohl sie dieses vermutlich nicht wollen.

Unausgesprochen bleibt die Frage, wer die große sexuelle Gleichmacherei eigentlich betreibt. Die Befunde – dass Männer verweiblicht und Frauen vermännlicht werden – sind meistens im Passiv formuliert; Ross und Reiterin werden selten genannt.

Nun, wer hat denn gesagt, dass Männer verweiblicht und Frauen vermännlicht werden? Ich habe nicht umsonst mehrfach auf das Fehlen von Quellen hingewiesen. Viel besser sind Sie da also auch nicht. Sie haben zwar ein paar Namen in den Raum geworfen, aber was wer, wo konkret gesagt hat: Fehlanzeige.

Der Islam ist es ausnahmsweise nicht.

Was hat der schon wieder damit zu tun? Kannst Du zumindest einen zusammenhängenden Gedanken fassen? Vermutlich nicht. Hauptsache emotional passt alles.

Von Kuby ist zu erfahren, dass es eine „kleine Gruppe“ war, die 1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking den Urknall zündete. Mit einem Trick: Die Konferenz wurde verlängert, und die eher skeptischen Vertreterinnen aus der Dritten Welt konnten es sich nicht leisten, ihre Flüge umzubuchen.

Und stimmt das? Ich meine, wenn das so wäre, dann wären gerade benachteiligte Frauen, die doch mehr Hilfe benötigen von diesem Entscheidungsprozess ausgeschlossen gewesen.

Hinter der Manipulation stand einmal mehr Judith Butler. Kuby stellt sie als „Amerikanerin, Jüdin, Lesbe“ vor. Wer sich richtig gruseln will, stößt im Netz auf die „jüdische Lesbe“ Pauline Moreno, die ihren Adoptivsohn verhexte: „Schon mit sieben Jahren wollte sich der arme Junge selbst verstümmeln, um eine Frau zu werden wie seine beiden lesbischen Mütter.“ Fast schien es, als hätte der „ewige Jude“ endlich ausgedient. Wenn allerdings „Bindung und Identität“ in Gefahr sind, muss er wieder ran.

BÄM Nazikeule. Haben Sie für diese sehr abwegigen Gedankengänge eigentlich… Warum frage ich eigentlich?

Ich habe selbst mal wieder Google bemüht und versucht entsprechende Quellen zu finden. Und ich habe zwar durchaus dummes Zeug über diesen Fall gelesen, inklusive, dass sie dem Kind eine Gehinwäsche verpasst hätten. Aber von Hexerei habe ich nichts gelesen. Übrigens wenn es so schlimm ist, dass Pauline Morenos Glaubensrichtung erwähnt wird, warum ist es dann nicht schlimm, wenn sie weiter oben extra erwähnen, dass es Baptisten sind? Gerade in Pauline Morenos Fall ist es -relativ- wichtig, dass sie Jüdin ist, da es in den USA nicht unüblich ist, dass von einem Rabbi eine Homoehe geschlossen wird. Zumal sich dieser Fall lange vor der Öffnung der allgemeinen Politik für die Homoehe ereignete.

 

Für mich ließt sich dieser Artikel wie eine Bilderbuchbeschreibung von Projektion.

Und zu Guter letzt müssen sie jetzt noch erklären, wo hier die Angst aus der Überschrift abgeblieben ist. Angst wurde kein einziges Mal erwähnt. Wo ist die abgeblieben?

Fragen über Fragen, die uns dieser scheinbar absolut unfähige Autor wohl nie beantworten wird.

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Genderwahn in der Frankfurter Rundschau

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