AGG und die Tagesschau

Eigentlich brauchen wir kein Anti-Diskriminierungsgesetz, denn es steht ja schon alles im Grundgesetz Artikel 3.

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Aber da steht auch, das der Staat auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirkt. Genau das tut das AGG bei Frauen und bei allen Anderen die diskriminiert werden, durchaus erfolgreich – vor allem im Job.

Die Arbeitgeber wollen keine Gesetzesverschärfung sondern setzen auf Freiwilligkeit. Wie prima das funktioniert, zeigt der zähe Kampf um die Frauenquote. Wer privilegiert ist, mag eben nicht gerne darauf verzichten. Und wer nie Diskriminierung erfahren hat, weil er männlich, weißhäutig, sichtbar Biodeutsch, christlich oder säkular, nicht behindert und nicht schwul ist, der weiß eben nicht wie es ist angestarrt, lächerlich gemacht, ausgegrenzt und benachteiligt – kurz – diskriminiert zu werden. Im Job, bei der Wohnungssuche, im Alltag. Klar, Dummheit und Borniertheit lassen sich nicht per Gesetz verbieten. Aber das AGG zeigt den Diskriminierten, dass der Staat auf ihrer Seite ist. Rechte aber, nutzen nur etwas, wenn man sie auch durchsetzen kann. Eine Klage verlangt verdammt viel von Betroffenen, zumal wenn sie sich gegen den eigenen Arbeitgeber wendet. Deshalb ist die Vorgeschlagene Gesetzesänderung die Verbandsklage zuzulassen gut und überfällig. Und, wo wir gerade dabei sind, was hört man eigentlich von ‚Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit‘? Steht auch auf dem Papier.

Das hier ist das Transcript von diesem Beitrag, damit man das einmal in voller Länge und ohne Unterbrechung genießen kann.

Ich war ehrlich gesagt ziemlich wütend über diesen nicht ganz zwei-minütigen Kommentar. Wie dumm kann ein Mensch eigentlich sein habe ich mich gefragt. Merkt diese Person gar nicht wie sich selbst ins Knie beißt. Man überlege mal:

„Das Grundgesetz sagt: Niemand darf bevorzugt oder benachteiligt werden.“

Um dann zu sagen:

„Die Arbeitgeber wollen keine Gesetzesverschärfung, sondern setzen auf Freiwilligkeit. Wie prima das funktioniert, zeigt der zähe Kampf um die Frauenquote.“

Dass die Frauenquote aber ein Vorteil ist (und nein, wir reden hier nicht über die Geschlechterquote, die ist anders zu betrachten), der exklusiv Frauen zustehen würde, bleibt dabei unerwähnt. Frauen würde damit X bis 100% des betreffenden Feldes per Gesetz zustehen, während Männern nur 0 bis 100-X % des Feldes zustehen würde. Zudem würden, zu Gunsten der Quote, Männer einen Job nicht bekommen, weil sie das falsche Geschlecht haben. Ganz großes Tennis. Man merkt, dass diese Person Gleichberechtigung absolut verstanden hat und weiß, was Diskriminierung ist…

„Wer privilegiert ist, mag eben nicht gerne darauf verzichten. Und wer nie Diskriminierung erfahren hat, weil er männlich, weißhäutig, sichtbar Biodeutsch, christlich oder säkular, nicht behindert und nicht schwul ist, der weiß eben nicht wie es ist angestarrt, lächerlich gemacht, ausgegrenzt und benachteiligt – kurz – diskriminiert zu werden. Im Job, bei der Wohnungssuche, im Alltag.“

Klar, weil Biodeutsche, weiße, heterosexuelle, christliche, nicht behinderte Männer natürlich nie Opfer von Mobbing werden, weil sie nie lächerlich gemacht werden, weil sie nie ausgegrenzt werden, weil sie nie angestarrt werden, weil sie nie benachteiligt werden. Was für ein Schwachsinn. All diese Dinge können auch weißen, heterosexuellen, christlichen/atheistischen, biodeutschen Männern wiederfahren. Es gibt Gesetze, die gegen sie, weil sie Männer sind, diskriminieren (das BGleiG, §1631 BDB, §183 StGB als Beispiele).

Erzählen sie das den psychisch kranken Männern, denjenigen, die Hartz IV bekommen, denen, die ihr Kind nicht sehen dürfen.

 „Klar, Dummheit und Borniertheit lassen sich nicht per Gesetz verbieten. Aber das AGG zeigt den Diskriminierten, dass der Staat auf ihrer Seite ist.“

Ist das so, warum bestehen dann die anderen Gesetze, die genau das nicht tun? Wie das BGleiG?

„Rechte aber, nutzen nur etwas, wenn man sie auch durchsetzen kann. Eine Klage verlangt verdammt viel von Betroffenen, zumal wenn sie sich gegen den eigenen Arbeitgeber wendet.“

Und vor allem, wenn man als Mann gegen Diskriminierung klagt. Ich mein, es ist ja nun nicht so, dass allenthalben behauptet würde, dass wir ja sooo privilegiert seien. Verstehen sie mich nicht falsch, ich würde nie so eine Schmalspurrhetorik anwenden und behaupten Männer würden unterdrückt werden. Nein, diesen geistigen Tiefflug überlasse ich Feministen, aber man kann schlicht nicht leugnen, dass es mehrere Gesetze gibt, die Männer benachteiligen. Übrigens bleibt mir jede Feministin, die ich bisher dazu aufgefordert habe mir auch nur ein Recht oder ein Gesetz zu zeigen, dass Frauen nicht haben, bzw. diese benachteiligt. Bisher haben alle versagt.

„Deshalb ist die Vorgeschlagene Gesetzesänderung die Verbandsklage zuzulassen gut und überfällig.“

Ok, es wird also demnächst einen eigenen Wirtschaftsbereich für solche Klagen geben?

„Und, wo wir gerade dabei sind, was hört man eigentlich von ‚Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit‘? Steht auch auf dem Papier.“

Was ist damit? Haben die Gewerkschaften geschlechtsspezifische Tarifverträge abgeschlossen?

 

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3 Gedanken zu “AGG und die Tagesschau

  1. Ich bin aus einer Gewerkschaft ausgetreten, weil diese (IGBCE namentlich) plötzlich meinte, feministische Positionen vertreten zu müssen. Bisher war ich davon ausgegangen, dass die Leutchen meine sozialen Interessen als Arbeitnehmer vertreten. Dann wurde ich in den Publikationen dieser Gewerkschaft agitiert. Das war pure politische Propaganda. Ich sollte es doch bitte als Selbstverständlichkeit ansehen, dass man sich um gender, diversity, jegliche Art von Diskriminierung und andere Dinge kümmere. Wozu auch meine finanziellen Beiträge sehr willkommen wären.
    Tja, und dann bin ich raus. Fiel mir nicht ganz leicht, da ein simpler Arbeitnehmer schon eine Gewerkschaft braucht zur Vertretung seiner Interessen. Aber eine politische Agitationstruppe brauche ich nicht. Insofern war das Mißbrauch meiner Beitragsgelder.
    Abgesehen davon wäre es absurd, wenn ich Mitglied in einer Organisation wäre, die weiße heterosexuelle Männer als das Übel der Welt ansieht. Wo ich doch genau so ein weißer, heterosexueller Mann bin.
    Wenn alle so handeln würden wie ich, wären die Gewerkschaften natürlich erheblich schwächer. Das war eigentlich nicht der Sinn meines Schrittes. Aber, was hätte ich sonst tun sollen?

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  2. „Wie dumm kann ein Mensch eigentlich sein habe ich mich gefragt. “

    s. http://zitate.net/albert-einstein-zitate, gleich das erste 😉

    Aber diese Frage stelle ich mich auch immer wieder, wenn ich wieder einmal einen elementaren logischen Denkfehler in feministischen Argumentationen serviert bekommen. Ich weiß keine Antwort, ich bin manchmal nur fassungslos. Irgendwie scheint logisches Denken und Argumentieren ersetzt worden zu sein durch weibliches Fühlen und aus dem Bauch heraus entscheiden. Definitionsmacht im weiteren Sinn.

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