Nochmal Meinungsfreiheit

Nachdem ich mich schon am 6.Juli und am 9. August schon mal mit dem Thema Meinungsfreiheit beschäftigt habe, möchte ich das nochmal tun. Es geht um einen Beitrag von Carsten Dobschat auf MobileGeeks.de mit dem Titel „Es gibt keine schleichende Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern eine reale!„. Dieser stellt eine Antwort auf Thomas Neys „Die schleichende Einschränkung der Meinungsfreiheit #NoHateSpeech“ dar.

Ich möchte hier nicht mehr auf jeden einzelnen Punkt eingehen, wie ich es am 9.August tat, sondern eher ein paar allgemeine Dinge sagen und diese an ein paar Punkte anlehnen.

Das erste Allgemeine ist, dass ich durchaus mit der Überschrift dieses Kommentars konform gehe. Es gibt eine reale Einschränkung der Meinungsfreiheit. Und auch die Begründung, dass diese Einschränkung durch Einschüchterung von Statten geht, kann ich nachvollziehen und bin ebenso der Meinung, dass dies für einen freien Diskurs aufhören muss.

Womit ich allgemein nicht konform gehe, ist diese Aussage:

Wir haben ein Problem mit einer realen und massiven Einschränkung der freien Meinungsäußerung durch Rechtsextreme, die alles tun, um jeden zum Schweigen zu bringen, der es wagt ihren Äußerungen zu widersprechen. Und wer anfängt hier Tatsachen zu verdrehen und ausgerechnet denen den Willen zur Einschränkung der Meinungsfreiheit unterstellt, die versuchen, es wieder jedem möglich zu machen angstfrei die eigene Meinung zu sagen, der macht sich – ob gewollt oder nicht – mitschuldig an dieser realen Unterdrückung der freien Meinungsäußerung.

Nicht nur Rechtsextreme versuchen andere zum Schweigen zu bringen. Da wird zum Beispiel mal eine Scheibe eingeworfen, oder Leute, die der AfD den Raum geben sich zu treffen eingeschüchtert/denunziert oder es wird eine Hauswand beschmiert, weil jemand es wagt der AfD den Raum zu geben, Meinungen zu äußern.  Und ja ich weiß, später kommt noch ein ganzer Abschnitt darüber, dass Rechte doch viel mehr Gewalttaten verbrochen haben als Linke und das die daher ein größeres Problem sind… blabla BLA!

Jede dieser Akte, ist dazu geeignet die Meinungsfreiheit einzuschränken. Absolut. Die Leute zensieren sich selbst, passen mehr darauf auf, was sie sagen, wie sie es sagen und halten aus Furcht vielleicht sogar lieber ganz die Klappe. Das ist sowohl bei linken Taten, wie auch natürlich bei rechten Taten der Fall. Absolut. Uneingeschränkt – und uneingeschränkt scheiße.

Das ändert aber nichts daran, dass man Leute, Stiftungen und Bundesministerien kritisieren darf, die diesen Zustand beheben wollen. Nicht unbedingt, WEIL sie ihn beheben wollen, sondern zum Beispiel wie. Man darf sehr wohl in Frage stellen, ob sie dazu geeignet sind soetwas zu tun. Ob sie objektiv genug sind (denn ob sie es glauben oder nicht: Meinungsfreiheit gilt für JEDEN Menschen, unabhängig von der politischen Orientierung). Und man darf sehr wohl in Frage stellen ob das der richtige Weg ist.

Wir stellen keinen Diskurs her, in dem wir Meinungen verbieten und schon gar nicht, in dem wir alle die Kritik an den Methoden äußern in die echte Ecke stellen. Ja ich rede über Sie Herr Dobschat. Sind sie noch ganz bei Trost auf der einen Seite zu sagen: „Uhhh Rechtsextreme unternehmen alles um andere Meinungen zum Schweigen zu bringen.“ um dann zu sagen „Und jeder der nicht diesen Weg hier verfolgt, ist Schuld an der Unterdrückung der Meinungsfreiheit.“?


Grandios finde ich auch diesen Teil:

Aus dem Zusammenhang gerissen

Alleine schon das verkürzte Zitat „Eine Anzeige zu viel, ist besser als eine zu wenig“ mit dem der Eindruck erweckt werden soll, die Amadeu Antonio Stiftung würde mehr oder weniger dazu aufrufen alles anzuzeigen, was einem nicht gefällt, gibt die ganze Richtung des Beitrags vor.

Nett aus dem Zusammenhang gerissen, denn in dem Artikel steht:

Wird demnach eine Aussage als „Hatespeech“ identifiziert, so soll diese zur Anzeige gebracht oder – wenn eine strafrechtliche Ahndung nicht möglich ist – den Betreibern sozialer Netzwerke gemeldet und von diesen anschließend gelöscht werden. Im Netz rät die Stiftung im Zweifel immer zur Anzeige. „Eine Anzeige zu viel, ist besser als eine zu wenig„.

[Hervorhebung nicht im Original]

Es wäre natürlich ein Leichtes gewesen nichts dazu zu schreiben, „aber das passt natürlich nicht ins Bild von der bösen Zensur-Stiftung dem bösen freie Meinungsäußerungsunterdrücker.


Eine „Nachzensur“ (Beschlagnahmung, Verbot oder Beschränkung der Verbreitung bereits erschienener Veröffentlichung) gab es schon immer und ist eben auch grundgesetzkonform. Sei es aus Gründen des Jugendschutzes, wegen Beleidigungen, Persönlichkeitsrechten usw. – eine Nachzensur hat es immer gegeben und irgendwie kam früher kaum einer auf die Idee zu behaupten, dass dadurch die Meinungsfreiheit eingeschränkt würde.

Und hier ist genau der Knackpunkt und jetzt ließ bitte sehr aufmerksam: Die AAS wendet sich ausdrücklich gegen rechte Hetze. Sie wendet sich ausdrücklich in nahezu allem was sie macht gegen rechts. Womit ich persönlich erst einmal kein Problem habe. Erst einmal. Ich bekomme damit ein Problem, wenn diese Stiftung staatlich unterstützt wird. Denn der Staat hat jede Meinung zu schützen. JEDE.

Man braucht aber keinen Doppeldoktor in theortischer Physik um sich ausrechnen zu können, dass eine Stiftung, die schon immer aktiv gegen Rechts war nun auch gegen Rechts agieren wird. Und unterschiedliche Standards anlegen wird. Eine so offensichtlich parteiliche Stiftung wird auch parteilich agieren. Das ist aber für eine Stiftung, die durch Bundesministerien finanziert und unterstützt wird, dann doch eher subgenial. Und das die Stiftung Hatespeech seeehr weit fasst, ist auch eher bedenklich. Tatsächlich ist das, wenn man die eindeutige politische Ausrichtung der Stiftung betrachtet, nicht nur bedenklich, sondern geradezu ein Beweis für die mangelnde Qualifikation der Stiftung hier -staatlich unterstützt – zu agieren.

Und ich denke hier fällt Ihnen auch etwas wichtiges auf: Bei dem von Ihnen angeführten Dingen geht es um Meinungsfreiheiteinschränkungen, die von Privatpersonen durchgeführt werden. In dieser Debatte geht es um staatlich finanzierte und unterstützte Meinungsfreiheitseinschränkungen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.


Natürlich wird auch kritisiert, dass die Broschüre keine exakte Definition, am besten noch eine Schablone dafür bietet, was Hatespeech ist und was nicht. Hätte man den oben genannten Text oder auch nur die Broschüre aufmerksam gelesen, dann wüsste man, dass es eben eine solche Definition nicht geben kann. Es ist von so vielen Faktoren abhängig, von Land zu Land, von Kultur zu Kultur gibt es Unterschiede, es ist abhängig von der Situation, davon zu wem etwas und von wem es gesagt wird – eine solche allgemeingültige Definition gibt es einfach nicht, daher kann eine solche auch nicht in der Broschüre stehen.

Vermutlich hat er diese Broschüre aufmerksam gelesen und ist daher zu dem logischen Schluß gekommen, dass dies alles extrem variable, sogar subjektive Kriterien sind und daher ein Vorgehen gegen diese subjektiv als Hatespeech empfundene Äußerung als Willkür empfunden werden kann.

Wir haben daher Gesetze, an die man sich halten muss. Zitat Thomas Ney:

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […]. Eine Zensur findet nicht statt. So regelt es Artikel 5 des Grundgesetzes. Diese Rechte finden – so bestimmt es der Artikel weiter – ihre Schranken nur in allgemeinen Gesetzen und dem Recht der persönlichen Ehre. Entsprechend kennt das deutsche Recht eine Vielzahl von Paragraphen, die die Grenzen dieses Grundrechts definieren: Volksverhetzung (§ 130 StGB), Beleidigung (§ 185 StGB), üble Nachrede (§ 186 StGB) und Verleumdung (§ 187 StGB), sowie der Aufruf zur Straftat (§ 111 StGB) sind nur einige der Straftatbestände, die die Überschreitung der Meinungsfreiheit sanktionieren.

Hier sind die möglichst objektiven Kriterien niedergelegt, die die freie Meinungsäußerung beschränken und wo der Staat in diese eingreifen darf.

Wenn also diese staatlich finanzierte Stiftung die Definition möglichst weit hält und sich in der Broschüre „Hetze gegen Flüchtlinge“ sogar Beispiele finden, die definitiv nicht in den strafrechtlich relevanten Bereich fallen, dann ist Sorge um die Meinungsfreiheit im Land wahrlich angebracht. Z.B.:

Abwertende Bezeichnungen: z.B.  »Wirtschaftsflüchtling« suggeriert, dass das Grundrecht auf Asyl hier von Menschen ausgenutzt werde, die nur aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen, nicht, weil sie Schutz vor Verfolgung suchen.
Ist das denn falsch? Gibt es nicht Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen hier hinkommen und Asyl beantragen? Ich meine die Stuttgarter Zeitung will mit Vorurteilen gegen Flüchtlinge aufräumen und sagt: Die gibt es. Die tagesschau schreibt das auch. Und auch die Welt schreibt dies. Mit Verlaub, wenn es aus unterschiedlichen Quellen, mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung mit unterschiedlichen Interessensbereichen bestätigt wird, dass es sowas gibt, dann kann man doch davon ausgehen, dass dies ein Fakt ist. Sind Fakten Hetze?

Eine konstruktive Debatte ist der Austausch von Meinungen und Argumenten auf eine Art und Weise, die ohne Beleidigungen, Hass und Diskriminierung auskommt.
Na, wie wäre es dann damit nicht alle Kritiker gleich als Rechte einzustufen? Jemandem nicht Quotemining zu unterstellen während man gerade Quotemining betreibt? Wie wäre es dann damit sich sowas hier
Was ist gleich noch mal eine konstruktive Debatte? Da fehlt es also auch an einer Definition? Ehrlich jetzt? Bitte: Eine konstruktive Debatte ist der Austausch von Meinungen und Argumenten auf eine Art und Weise, die ohne Beleidigungen, Hass und Diskriminierung auskommt. Ist doch nicht so schwer, kann man wissen, ganz ohne Broschüre.
zu sparen? Geht es noch abwertender?
Ich schreibe unter einem Pseudonym weil ich Angst habe, dass das was ich auf diesem Blog schreibe, negative Konsequenzen für mich im realen Leben haben kann. Ja, weil ich der Meinung bin, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollen und ich mich daher gegen den Feminismus stelle. Weil ich der Meinung bin, dass jede Meinung geschützt werden muss, auch die, die ich nicht teile. Weil ich ein liberales Gedankengut vertrete habe ich Angst vor negativen Konsequenzen im realen Leben. Ich habe Angst davor, dass mir wieder ein Antifa Trupp auflauert, ich habe Angst davor als Rechter diffamiert zu werden. Ich stelle mich im Augenblick massiv gegen linksextreme, autoritäre Ansichten und verteidige die Rechte von politisch Rechten.

Der Autor des Gastbeitrags stellt sich nun also hin und erklärt allen Ernstes eine Broschüre, deren Ziel es ist, den Austausch von Meinungen auf konstruktive und hassfreie Art zu betreiben, zu einer „schleichenden Einschränkung der Meinungsfreiheit“?

Nun, die Broschüre ist von der AAS. Die AAS wird durch das BMFSFJ gefördert. Bundesjustizminister Heiko Maas schrieb das Vorwort zu der Broschüre und das Bundesinnenministerium hat diese Broschüre weiterverbreitet. Wenn aber die Stiftung finanziell vom BMFSFJ teilweise abhängig ist und sowohl Bundesminister als auch Bundesministerium involviert sind – also die Regierung – dann kann man schon davon ausgehen, dass auch ein regierungskritischer unliebsamer Kommentar mal gelöscht wird bzw. zum löschen von diesen „Experten“ vorgeschlagen wird. Jaja, Aluhut und so. Aber sind wir mal ehrlich: So ganz weit weg von der Realität ist das nicht. Zu mindest nicht die Möglichkeit.

Inwiefern wird die Meinungsfreiheit eingeschränkt, wenn man nicht mehr behaupten sollte, „die Juden“ wären an allem schuld? Oder wie wird die Meinungsfreiheit eingeschränkt, wenn man nicht mehr unwidersprochen sagen kann, dass am besten alle Asylbewerber doch bitte ersaufen mögen, bevor sie das europäische Festland erreichen? Da sehe ich keine Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Wundervoller Strohmann hier. Glaubst Du wirklich, dass hier solche Beispiele verteidigt werden? Glaubst Du wirklich, dass das das ist, worüber sich so viele aufregen? Wie oben erwähnt: Willkür ist das Problem.

Wenn man ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür schafft, dass Sprache und die Art und Weise, wie man miteinander kommuniziert eben durchaus verletzend und diskriminierend sein können, wenn man dafür arbeitet, dass die teilweise nun wirklich ins widerlichste abgestürzten Diskussionen im Netz wieder konstruktiv und sachlich geführt werden, dann ist das keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern ein echter Beitrag für Meinungsfreiheit.

Was verletzend ist, ist immernoch subjektiv. Was „widerlich abgestürzt“ ist, ist immernoch subjektiv. Und wie sie richtig bemerkt haben: teilweise. Es gibt noch viele Bereiche, wo sachlich und konstruktiv diskutiert wird. Aber wie oben schon erwähnt: Für die AAS sind auch sachlich richtige Dinge Hatespeech, wenn es ihnen in den Kram passt.

Wenn hier objektive Standards, die für alle gelten angesetzt werden würden, dann – ok. Aber das ist nicht der Fall. Es gibt aber dadurch eine berechtigte Befürchtung von Willkür. Und willkürliche Maßstäbe sind ganz bestimmt nicht förderlich für einen Diskurs.


Aber bei aller Kritik gibt es auch etwas, das ich positiv hervorheben möchte:

Man könnte es aber auch mal ganz nüchtern betrachten: Weder stehen die beiden bei Facebook im Büro und zensieren Postings, noch besteht die Stiftung nur aus diesen beiden Personen. Ganz im Gegenteil, in der Stiftung und an der Broschüre arbeiten eine große Zahl an Menschen aus den verschiedensten Berufen und mit den verschiedensten Biografien mit, eben nicht nur eine linksextreme Antideutsche, der es viel zu oft selbst an den Fähigkeiten zu konstruktiven Debatten mangelt und eine Ex-Stasi-IM.

Das hier ist zu mindest sachlich korrekt.


Und vor allem das Gerede von einer „Verschwörung gegen die Meinungsfreiheit“ lassen und ständige Wiederholen irgendwelcher Theorien, dass Mitarbeiter der Stiftung Listen mit zu löschenden Beiträge an Facebook schicken oder Listen zu blockierender Twitter-User pflegen. Es ist bei der AAS recht einfach, sich darüber zu informieren, was sie so alles tun oder nicht tun, man muss es nur wollen.

Man kann da auch etwas rumklicken und kommt dann zu diesem Beitrag hier über die Task Force.

Darin steht:

Die Task Force soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden, um die Gespräche über gemeinsame Handlungsmöglichkeiten aller Beteiligten weiterführen zu können.

Handlungsmöglichkeiten aller Beteiligten? Das ist sehr vage. Kann vieles bedeuten. Natürlich kann das vollkommen harmlos sein, aber auch, dass die AAS die Betreuung der Facebookmoderation übernimmt. Vielleicht ist es dann doch ganz sinnvoll auf Interessenskonflikte (Finanzierung) und mangelnde Objektivität hinzuweisen. Oder? Bevor das Kind in den Brunnen fällt meine ich.

Bezeichnend ist auch folgendes:

„Dass Google und Facebook gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, indem sie digitale Zivilgesellschaft unterstützen, die Kommunikation mit ihren demokratischen Nutzern und Nutzerinnen verbessern und Hassrede wirksamer entgegentreten wollen, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Netzkultur von Achtung und Respekt, die konstruktive demokratische Diskurse ermöglicht“, sagt Simone Rafael, Chefredakteurin von Netz-gegen-Nazis.de, „doch auch die Politik und die  Strafverfolgungsbehörden müssen das Internet als Handlungsraum ernst nehmen und  Volksverhetzung und Bedrohung dort schnell und in allen angezeigten Fällen ahnden – denn der Eindruck eines ‚rechtsfreien Raums‘, der gerade bei rechtspopulistischen und rassistischen Nutzern und Nutzerinnen entstanden ist, trägt entscheidend zur wachsenden Verbreitung von Hassrede bei.“

[Hervorhebung nicht im Original]

Nur weil die Fälle als Volksverhetzung oder Bedrohung angezeigt werden, heißt es nicht, dass dies auch strafrechtlich der Fall ist. Hier wird suggeriert, dass alles angezeigte auch die entsprechende Straftat ist („in allen angezeigten Fällen„). Was natürlich absurd ist. Frau Rafael möchte Anzeige = Strafe einführen, was mir persönlich einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt.

Ich hoffe, dass ich hier nur zuviel hineininterpretiere, gerade vor dem Hintergrund von

Das vorliegende Ergebnispapier gibt das gemeinsame Grundverständnis der Task Force-Mitglieder wieder und enthält konkrete Empfehlungen, wie der Verbreitung von Hassbotschaften im Internet unter voller Wahrung der Grundrechte, insbesondere der Meinungsfreiheit, entgegengewirkt werden kann.

[…]

Die Meinungsfreiheit ist für den demokratischen Prozess von besonderer Bedeutung. Sie schützt alle rechtmäßigen Meinungsäußerungen, selbst wenn sie anstößig sind. Alle gesellschaftlichen Akteure sind gefordert, rassistischer Stimmungsmache und fremdenfeindlichen Vorurteilen entschlossen entgegenzutreten. Dafür ist Counter Speech ein wirkungsvolles Instrument. Auch ist gesellschaftliches Engagement gefragt. Die in der Task Force vertretenen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen sind auch insoweit zum gemeinsamen Handeln entschlossen.

Sämtliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Hassrede sollten im Lichte der Menschenrechte betrachtet werden. Die Beteiligten betonen, dass Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung unerlässliche Voraussetzungen für die vollständige Entwicklung der Persönlichkeit sind. Sie sind für jede Gesellschaft wesentlich und stellen die Grundlage jeder freien und demokratischen Gesellschaft dar.

hoffe ich darauf.


Bei der Lektüre dieses Textes ist mir auch aufgefallen, dass ich eine Fehler gemacht habe, den ich im Anschluss korrigieren werde. Und zwar habe ich im Blogpost „Meinungsfreiheit“ gesagt:

Seine Aufgabe als Mitglied der exekutiven Gewalt befähigt ihn nicht, Fachfremde zur judikativen Gewalt zu zwingen und schon gar nicht, von ihnen zu verlangen härter und schneller zu sein, als die eigentliche judikative Gewalt.

Die Task Force legt im Ergebnispapier fest:

Den in der Task Force vertretenen Unternehmen stehen juristische Fachkräfte zur Verfügung, die erforderlichenfalls eine juristische Prüfung vornehmen können.

Zu mindest ist so sichergestellt, dass hier nicht fachfremde am Werk sind.


Und dann lese ich etwas weiter und stolpere über was? Genau. Meine Befürchtung:

Die in der Task Force vertretenen Unternehmen fördern das breitangelegte Melden und „Flaggen“ von Inhalten, insbesondere über Partnerschaften mit NGOs, indem sie die jeweiligen Unternehmensrichtlinien, den Meldeprozess und beschwerdefähige Inhalte verdeutlichen; solche Partnerschaften können die Unterstützung durch die in der Task Force vertretenen Unternehmen umfassen, die es Partnerorganisationen erlaubt, die Rolle eines „Trusted Reporters“ oder einen ähnlichen Status zu übernehmen.

Wenn diese NGOs (also auch die AAS) aber „Trusted Reporters“ sind, also „vertrauenswürdige Melder“, dann haben wir meinungsfreiheitstechnisch ein Problem. Da diese Stiftung ja schon … Tendenzen hat.

Die in der Task Force vertretenen Unternehmen stellen sicher, dass ihre Mitarbeiter angemessen geschult werden, insbesondere durch den regelmäßigen Austausch mit bestehenden deutschen Beschwerdestellen / NGOs. Dies umfasst die Sensibilisierung und Bewusstseinsschaffung für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Situationen.

Wenn eine solche Stiftung dann auch noch entsprechend die Mitarbeiter schult, dann haben wir nicht nur von Seiten der Trusted Reporters ein Problem mit der Objektivität. Diese brauchen dann gar nicht mehr selbst tätig zu werden.


tl;dr

Meinungsfreiheit gilt für jeden Menschen. Für alle Menschen müssen die gleichen Maßstäbe angesetzt werden. Eine stark linkslastige, von der Regierung bezahlte NGO (ist es dann eigentlich noch eine Non-Governmental Organisation) wie die Amadeu Antonio Stiftung kann diesem Anspruch nicht gerecht werden.

Willkürliche Maßnamen sind zu erwarten. Gerade als Mitglieder im Status der „Trusted Reporters“ können wir hier wenig Objektivität erwarten.

Kritik ist also durchaus richtig und durchaus wichtig. Und am besten noch bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

 

Advertisements

5 Gedanken zu “Nochmal Meinungsfreiheit

  1. „.. Kritik ist also durchaus richtig und durchaus wichtig. Und am besten noch bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist ..“

    Es bleibt zu hoffen, dass das Kind nicht schon im Brunnen liegt. Im Hinblick auf die letzten Monate habe ich da wenig Hoffnung, dass hier noch etwas zu retten ist.

    Dieser Fatalismus gründet sich u.a. auf diesem ‚Duophirat‘ Schwesig/Maas nebst solchen infantilen Fußsoldatinnen Wizorek & Co., die in ihrem Leben nichts geleistet, aber schon viel im Sinne der PC verbrochen haben.

    Wie auch immer: Mögen deine Worte an der richtigen Stelle Gehör, besser noch eine Einsicht finden. Mein Glaube daran ist allerdings sehr begrenzt mittlerweile.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Nochmal nochmal Meinungsfreiheit | stapelchipsblog

  3. herzlich gelacht hab ich über folgende Passage: „Dass Google und Facebook gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, indem sie digitale Zivilgesellschaft unterstützen, die Kommunikation mit ihren demokratischen Nutzern und Nutzerinnen verbessern und Hassrede wirksamer entgegentreten wollen, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Netzkultur von Achtung und Respekt, die konstruktive demokratische Diskurse ermöglicht“,

    Ist das noch DDR 2.0 oder schon China 2.0.16?

    Gefällt mir

  4. Pingback: Nochmal nochmal nochmal Meinungsfreiheit | stapelchipsblog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s