Random Thoughts

Wenig durchdacht und dennoch möchte sie gerne verbreiten.


Hatespeech

Ich möchte hier

1.: auf meinen Blogeintrag vom 9.August 2016 hinweisen „Meinungsfreiheit“ der ziemlich klar darlegt, warum das gar nicht so albern ist.

und 2.: aus der Broschüre besagter Stiftung zitieren:

Bin ich denn gleich ein Nazi, nur weil ich …/wo ist meine Meinungsfreiheit, wenn ihr meine Kommentare löscht?
Nehmen wir an, dass diese „bewusst nicht so genau“ definierte Hatespeech die Meinungsfreiheit einschränkt, also sich außerhalb des existierenden gesetzlichen Rahmens bewegt, dann ist es Hatespeech wenn man sich darüber beschwert.
Wir haben also einmal die Variante, alle Kritiker dieser „NoHateSpeech“ Kampagne als Rechte-was-auch-immer hinzustellen und die andere Variante, Kritik am Resultat auch als Hatespeech zu brandmarken.
Da ist das von erzählmirnix genannte ja fast noch harmlos.

Gender Pay Gap

Der GPG lässt sich ja durch diverse Dinge erklären. Unter anderem durch unterschiedliche Berufswahl, durch unterschiedliche Arbeitsfelder, durch mehr Fokus auf Work-Life Balance seitens der Frauen usw. .
Klassisch frauendominierte Berufe sind HeilerziehungspflegerIn, ErzieherIn, KrankenpflegerIn, AltenpflegerIn. All diese Berufe werden vergleichsweise nicht gut bezahlt. Und das ist kein Geheimnis. Wir haben alle Zugang zu Arbeitsämtern, alle Zugang zum Internet und zudem können wir auch mit Menschen die in diesen Bereichen arbeiten sprechen. Ich habe – glaube ich – noch keinen Menschen getroffen, der das nicht wusste (außer Kleinkindern und Menschen mit mittelgradiger oder schwerer geistiger Behinderung die das Konzept von viel und wenig teilweise gar nicht verstehen). Dafür braucht man keine Patriarchats-Goldkarte.
Nun stellt Geld aber in unserer Gesellschaft eine sehr wichtige Ressource dar. Man kann es gegen Waren und Dienstleistungen eintauschen und ist auch ein Indikator für Status und Leistungsfähigkeit.
Wenn sich also Frauen für diese weniger gut bezahlten Jobs entscheiden, obwohl sie wissen müssten, dass sie weniger gut bezahlt sind, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
1.: Frauen sind tendenziell dumm
2.: Frauen haben andere Möglichkeiten an Geld zu kommen
Da ich ersteres ehrlich gesagt für ziemlich absurd halte, ich das aber dennoch nicht ohne Belege ausschließen möchte, sei gesagt, dass Männer und Frauen in etwa gleich hohe IQ Werte hatten. An mangelnder Intelligenz kann es also nicht liegen.
Es muss also für Frauen andere möglichkeiten geben an Geld zu kommen. Also zum Beispiel Ehemänner oder unterhaltspflichtige Väter.
Daraus folgt: Frauen ist bewusst, dass sie auch Geld von außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit bekommen und erwarten können. Daher können sie sich bei der Berufswahl mehr auf das konzentrieren, was sie machen wollen und auf eine angenehme Work-Life Balance achten. Mit anderen Worten: Dieser Teil des GPG ist kein Zeichen für die Unterdrückung der Frau – er ist ein Zeichen für Luxus.

Flüchtlingskrise
Die Flüchtlingskrise beherrscht seit mittlerweile über einem Jahr mal mehr mal weniger unsere Medienlandschaft. Zu Beginn war es oft so, dass man das Gefühl hatte, dass jegliche Kritik an der Haltung der Bundesregierung als Hatespeech/Naziparolen/Rassismus abgetan wurde. Dies weicht immer mehr auf, da -leider- immer mehr dieser Menschen eingestehen muss, dass einige der Kritiken und Befürchtungen durchaus zutreffend waren.
Zu glauben, dass eine Offene-Grenze Politik von einer Terroristen-Organisation wie ISIS, die auch militärisch operiert, nicht genutzt wird um Terroristen einzuschleusen ist … naiv.
Nun bin ich per se eigentlich für offene Grenzen. Die Frage ist, liegt es in diesem Fall nicht in unserem Interesse zu schauen, wer denn da in unser Land kommt? Wollen wir Terroristen in unserem Land?
Oder weniger egoistisch gedacht: Der Flüchtlingsstrom besteht/bestand zur überwältigenden Mehrheit aus tatsächlichen Flüchtlingen und Migranten und nur vereinzelten Terroristen.
Nun wovor fliehen denn die Flüchtlinge? Doch wohl vor einer der Mächtegruppen wie z.B. das Assad-Regime, die „moderaten“ Rebellen, Russland oder halt eben auch ISIS.
Wäre es nicht unsere Aufgabe für den Schutz der Asyl- (also Schutz-) Suchenden zu sorgen, indem wir Terroristen herausfiltern?
Ein anderer Gedankengang: Ein plötzlicher Anstieg von, sagen wir mal, 1 mio Menschen in einem Jahr bringt für ein Land mit ca. 80mio Einwohnern Probleme mit sich. Das ist ganz normal.
Nehmen wir mal ein rein fiktives und idealisiertes Beispiel: Zusätzlich zu den normalen Geburten in unserem Land gibt es plötzlich 1 mio Geburten mehr. Babys sind doch eigentlich was tolles. Alle diese Geburten geschehen in gut situierten, bildungsnahen Familien, biodeutsch seit 10 Generationen, mit stabilem sozialem Umfeld und einer liebevollen Partnerschaft der Eltern und alle Kinder sind gesund.
Dennoch würden schon vor der Geburt die Probleme anfangen. Durch Risikoschwangerschaften, Berufsverbote und Mutterschutzgesetz fallen Arbeitskräfte weg. Die Arbeitsleistung wird geschmälert.
Binnen drei Jahren müssen für 1 mio Kinder Kindergartenplätze geschaffen werden. Diese müssen aber nicht nur personell sondern auch baulich vorhanden sein.
Das Problem zieht sich weiter in die Grundschulen und später weiterführenden Schulen.
Man hat ein Problem mit völlig überlaufenen Kinderärzten und Hebammen. Möglicherweise ist kein Platz im Krankenhaus zum gebären. Wieviele Arbeitskräfte fallen aus, weil diese Personen sich dafür entscheiden, für das Kind zu sorgen?
Und was ist dann wenn die Kinder ins Berufsleben einsteigen wollen. 1 mio Extraarbeitsplätze müssen auch erstmal geschaffen werden.
Natürlich bringen diese 1 mio Kinder auch gute Dinge mit sich, aber ich wollte hier nur aufzeigen, dass selbst etwas tolles wie Kinder in dieser Menge eine Belastung für ein Land und eine Gesellschaft darstellen können und Probleme mit sich bringen. Diese kann man allerdings nur beheben, wenn man sie auch addressiert und addressieren darf.
Bei „den Flüchtlingen“ handelt es sich aber nun nicht um eine einheitliche Demographie, die mit besten Voraussetzungen in diese Gesellschaft kommen.
Sonder es handelt sich um Menschen, die ihre eigene Kultur mitbringen, die sich von unserer unterscheidet. Ein Aushandlungsprozess ist von nöten. Aber sie kommen nicht nur aus einem Kulturkreis, sondern aus vielen. Sie kommen aus unterschiedlichen Nationen, sprechen viele verschiedene Sprachen und und und. Allein in Sachen Kommunikation gibt es viel zu tun. Was ist mit psychischen Problemen? Wie können wir jemandem helfen Kriegstraumata aufzuarbeiten, wenn wir nicht mit ihm/ihr sprechen können?
Allein um Flüchtlingen zu helfen müssen wir Probleme ansprechen können und dürfen.
Hier geht es aber nicht nur um Flüchtlinge, sondern auch um die, die das bezahlen und die die Flüchtlinge aufnehmen sollen. Auch deren Stimmen müssen gehört werden, sonst scheitert das Ganze. Hier ist wirklich gefragt, nicht sofort mit billigen Memes oder „du Rechtsradikaler“ zu antworten, sondern Kritiken und Befürchtungen ernst zu nehmen. Und sie einfühlsam und sachlich anzunehmen und auszuräumen.
Mit dem Holzhammer „du Nazi“ wird das nichts.

Unterhalt trotz Scheidung die 2.

Um noch einmal auf meinen Blogpost vom 11. August zurückzukommen…

Ich habe heute noch einmal mit dem Mann meiner Arbeitskollegin gesprochen und dieser hat mir es nochmal bestätigt, dass ich das so korrekt wiedergegeben habe. Er hat aber auch betont, dass das Ganze auch schon etwa 10 Jahre her ist, so dass er das natürlich auch nicht korrekt wiedergegeben haben könnte.

Kommen wir also zuerst zu den Fragen die ich gestellt habe:

  • Kann ein Mann derartig zur Verantwortung gezogen werden, für ein Kind, dass nicht seins ist und wo die Mutter auch offen sagt, dass es nicht seins ist?

Dazu schrieben Radaffe, kardamom und RW, dass eine Vaterschaftsanfechtung binnen Zweijahresfrist möglich ist und diese mit dem ersten begründeten Zweifel, spätestens ab der Geburt, beginnt. Solange wie die Anfechtung nicht rechtsgültig ist, ist der mutmaßliche Scheinvater jedoch zu Unterhalt verpflichtet, kann dieses aber vom biologischen Vater – sofern bekannt – zurückfordern.

Dies ist in diesem Fall nicht geschehen. Der Scheinvater zahlt noch heute den Unterhalt. Warum das so ist weiß ich allerdings nicht.

  • Gilt rechtlich derjenige als Vater, der zum Zeitpunkt der Empfängnis oder zum Zeitpunkt der Geburt mit ihr verheiratet ist?

Dazu verlinkte mir kardamom §1592 BGB, der die Vaterschaft regelt.

Vater eines Kindes ist der Mann,

1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder
3. dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 182 Abs. 1 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gerichtlich festgestellt ist.

  • Gilt es wirklich noch als „in der Ehe befindlich“, wenn man im Trennungsjahr ist?

Dazu schrieb Christian, dass man die Scheidung erst nach dem Trennungsjahr einreichen kann. Was durch §1565 BGB bestätigt wird. Womit wir hier vermutlich tatsächlich einen Erinnerungsfehler haben.

Bleibt mir den Kommentatoren zu danken.

 

Dave Rubin und Blaire White

Ich hatte eigentlich vor heute noch einmal Bezug auf meinen gestrigen Blogeintrag zu nehmen. Der Text ist auch weitestgehend fertig. Jedoch sehe ich morgen den Mann meiner Arbeitskollegin nocheinmal, so dass ich ihn nochmal drauf anhauen kann, ob ich alles korrekt wiedergegeben habe und ob sein Arbeitskollege die entsprechenden Maßnahmen ergriffen hat.

Deshalb schiebe ich heute ein – meiner Meinung nach – sehr gelungenes Interview von Dave Rubin mit Blaire White ein. Ich kann seine Show nur wärmstens empfehlen.

Unterhalt trotz Scheidung

Da ich heute noch weniger Zeit zum bloggen habe als gestern (und ich mir eigentlich vorgenommen habe jetzt täglich was zu bringen), möchte ich heute etwas teilen, was mir der Mann meiner Arbeitskollegin erzählt hat. Er erzählte von einem seiner Arbeitskollegen, dem Folgendes wiederfahren sein soll:


Er war früher Monteur und war dann auch hin und wieder mal für eine ganze Woche, selten auch mal zwei oder drei Wochen weg. Einmal hatten sie einen Großauftrag in Russland, wo sie dann 3 oder 3,5 Monate waren.

Als er nach Hause kam, beichtete ihm seine damalige Frau, dass sie im zweiten Monat schwanger sei. Das Kind konnte also nicht von ihm sein. Er setzte sie daraufhin vor die Tür und reichte am nächsten Tag, keine 24h nachdem er in Deutschland wieder gelandet war, die Scheidung ein.

Diese wurde dann tatsächlich recht schnell vollzogen. Jedoch, wegen des Trennungsjahres, wurde das Kind noch während der Ehe geboren, womit er noch für das Kind verantwortlich war. Er gilt daher rechtlich als der Vater des Kindes und muss Unterhalt zahlen.


Ich bin ehrlich gesagt nicht sonderlich versiert in Väterrechtsangelegenheiten und da ich diese Geschichte auch nur aus zweiter Hand habe, bin ich nicht sicher, ob das alles so stimmt (zumal ich das hier aus dem Gedächtnis krame). Es klang auch so, dass diese Ereignisse auch schon einige Zeit zurückliegen.

Ich weiß, das rechtlich derjenige als Vater gilt, der mit der Frau verheiratet ist.

Aber jetzt meine Fragen dazu (vielleicht ließt das ja jemand, der das beantworten kann):

  • Kann ein Mann derartig zur Verantwortung gezogen werden, für ein Kind, dass nicht seins ist und wo die Mutter auch offen sagt, dass es nicht seins ist?
  • Gilt rechtlich derjenige als Vater, der zum Zeitpunkt der Empfängnis oder zum Zeitpunkt der Geburt mit ihr verheiratet ist?
  • Gilt es wirklich noch als „in der Ehe befindlich“, wenn man im Trennungsjahr ist?

 

AGG und die Tagesschau

Eigentlich brauchen wir kein Anti-Diskriminierungsgesetz, denn es steht ja schon alles im Grundgesetz Artikel 3.

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Aber da steht auch, das der Staat auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirkt. Genau das tut das AGG bei Frauen und bei allen Anderen die diskriminiert werden, durchaus erfolgreich – vor allem im Job.

Die Arbeitgeber wollen keine Gesetzesverschärfung sondern setzen auf Freiwilligkeit. Wie prima das funktioniert, zeigt der zähe Kampf um die Frauenquote. Wer privilegiert ist, mag eben nicht gerne darauf verzichten. Und wer nie Diskriminierung erfahren hat, weil er männlich, weißhäutig, sichtbar Biodeutsch, christlich oder säkular, nicht behindert und nicht schwul ist, der weiß eben nicht wie es ist angestarrt, lächerlich gemacht, ausgegrenzt und benachteiligt – kurz – diskriminiert zu werden. Im Job, bei der Wohnungssuche, im Alltag. Klar, Dummheit und Borniertheit lassen sich nicht per Gesetz verbieten. Aber das AGG zeigt den Diskriminierten, dass der Staat auf ihrer Seite ist. Rechte aber, nutzen nur etwas, wenn man sie auch durchsetzen kann. Eine Klage verlangt verdammt viel von Betroffenen, zumal wenn sie sich gegen den eigenen Arbeitgeber wendet. Deshalb ist die Vorgeschlagene Gesetzesänderung die Verbandsklage zuzulassen gut und überfällig. Und, wo wir gerade dabei sind, was hört man eigentlich von ‚Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit‘? Steht auch auf dem Papier.

Das hier ist das Transcript von diesem Beitrag, damit man das einmal in voller Länge und ohne Unterbrechung genießen kann.

Ich war ehrlich gesagt ziemlich wütend über diesen nicht ganz zwei-minütigen Kommentar. Wie dumm kann ein Mensch eigentlich sein habe ich mich gefragt. Merkt diese Person gar nicht wie sich selbst ins Knie beißt. Man überlege mal:

„Das Grundgesetz sagt: Niemand darf bevorzugt oder benachteiligt werden.“

Um dann zu sagen:

„Die Arbeitgeber wollen keine Gesetzesverschärfung, sondern setzen auf Freiwilligkeit. Wie prima das funktioniert, zeigt der zähe Kampf um die Frauenquote.“

Dass die Frauenquote aber ein Vorteil ist (und nein, wir reden hier nicht über die Geschlechterquote, die ist anders zu betrachten), der exklusiv Frauen zustehen würde, bleibt dabei unerwähnt. Frauen würde damit X bis 100% des betreffenden Feldes per Gesetz zustehen, während Männern nur 0 bis 100-X % des Feldes zustehen würde. Zudem würden, zu Gunsten der Quote, Männer einen Job nicht bekommen, weil sie das falsche Geschlecht haben. Ganz großes Tennis. Man merkt, dass diese Person Gleichberechtigung absolut verstanden hat und weiß, was Diskriminierung ist…

„Wer privilegiert ist, mag eben nicht gerne darauf verzichten. Und wer nie Diskriminierung erfahren hat, weil er männlich, weißhäutig, sichtbar Biodeutsch, christlich oder säkular, nicht behindert und nicht schwul ist, der weiß eben nicht wie es ist angestarrt, lächerlich gemacht, ausgegrenzt und benachteiligt – kurz – diskriminiert zu werden. Im Job, bei der Wohnungssuche, im Alltag.“

Klar, weil Biodeutsche, weiße, heterosexuelle, christliche, nicht behinderte Männer natürlich nie Opfer von Mobbing werden, weil sie nie lächerlich gemacht werden, weil sie nie ausgegrenzt werden, weil sie nie angestarrt werden, weil sie nie benachteiligt werden. Was für ein Schwachsinn. All diese Dinge können auch weißen, heterosexuellen, christlichen/atheistischen, biodeutschen Männern wiederfahren. Es gibt Gesetze, die gegen sie, weil sie Männer sind, diskriminieren (das BGleiG, §1631 BDB, §183 StGB als Beispiele).

Erzählen sie das den psychisch kranken Männern, denjenigen, die Hartz IV bekommen, denen, die ihr Kind nicht sehen dürfen.

 „Klar, Dummheit und Borniertheit lassen sich nicht per Gesetz verbieten. Aber das AGG zeigt den Diskriminierten, dass der Staat auf ihrer Seite ist.“

Ist das so, warum bestehen dann die anderen Gesetze, die genau das nicht tun? Wie das BGleiG?

„Rechte aber, nutzen nur etwas, wenn man sie auch durchsetzen kann. Eine Klage verlangt verdammt viel von Betroffenen, zumal wenn sie sich gegen den eigenen Arbeitgeber wendet.“

Und vor allem, wenn man als Mann gegen Diskriminierung klagt. Ich mein, es ist ja nun nicht so, dass allenthalben behauptet würde, dass wir ja sooo privilegiert seien. Verstehen sie mich nicht falsch, ich würde nie so eine Schmalspurrhetorik anwenden und behaupten Männer würden unterdrückt werden. Nein, diesen geistigen Tiefflug überlasse ich Feministen, aber man kann schlicht nicht leugnen, dass es mehrere Gesetze gibt, die Männer benachteiligen. Übrigens bleibt mir jede Feministin, die ich bisher dazu aufgefordert habe mir auch nur ein Recht oder ein Gesetz zu zeigen, dass Frauen nicht haben, bzw. diese benachteiligt. Bisher haben alle versagt.

„Deshalb ist die Vorgeschlagene Gesetzesänderung die Verbandsklage zuzulassen gut und überfällig.“

Ok, es wird also demnächst einen eigenen Wirtschaftsbereich für solche Klagen geben?

„Und, wo wir gerade dabei sind, was hört man eigentlich von ‚Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit‘? Steht auch auf dem Papier.“

Was ist damit? Haben die Gewerkschaften geschlechtsspezifische Tarifverträge abgeschlossen?

 

Meinungsfreiheit

Am 5.8.2016 ist in der Berliner Zeitung der Kommentar „Ach ja, die Meinungsfreiheit“ von Christian Bommarius erschienen.

In Deutschland ist die Meinungsfreiheit in Gefahr. Seit  Hassbotschaften, Schmähungen, Diffamierungen, Rufmorde und Morddrohungen das Internet und soziale Netzwerke wie Facebook überschwemmen, seit  rassistische Pöbeleien gegen Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer, gegen Politiker, Lehrer, Pfarrer, Journalisten etc., die Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer vor den Pöbeleien in Schutz nehmen, inzwischen fast zum guten Ton gehören, seit also immer mehr Rassisten, AfD- und Pegida-Anhänger, Rechtsradikale und Rechtsextremisten das Netz in eine Fäkaliengrube verwandeln,  ist die Meinungsfreiheit in Gefahr wie nie zuvor – bedroht allerdings nur von allen, die dem Hass öffentlich entgegentreten.

Das ist eine sehr einseitige Darstellung. So dürfte – denke ich – die Problematik Julia Schramm weitestgehend bekannt sein. Aber nicht nur bei ihr scheint es Doppelstandards zu geben, was Hass bzw. Hetze ist. Ich habe das schon einmal besprochen in dem Beitrag: „Ist das noch Hetze oder schon Meinungsfreiheit?„. Auch in meinem gestrigen Beitrag „Emma Watsons UN Rede“ geht es um Hass gegen Männer. Rassismus gibt es nicht nur von Rechts, sondern auch von Links.

Der Duden sagt zum Rassismus:

(meist ideologischen Charakter tragende, zur Rechtfertigung von Rassendiskriminierung, Kolonialismus o. Ä. entwickelte) Lehre, Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen

Ich denke hier spontan an den intersektionalen Feminismus, in dem Weiße als priviligiert angenommen werden und somit nicht-weiße (vor allem Schwarze) als unterpriviligiert. Rassismus per Definition – und das von Links.

Wie ich auch schon in „Genderwahn in der Frankfurter Rundschau“ schrieb, kommt Kritik an vielen Dingen aber nicht nur von Rechts. Auch bei diesem Thema kommt viel Kritik auch von Links. Genauer gesagt, von Linksliberalen. Und man kann sich versichert sein, dass Leute wie ich sich durch sinngemäße Aussagen „nur Rechte Pöbler kritisieren das“ ziemlich diffamiert fühlen. Dass unsere Kritik direkt in die rechte Ecke gestellt wird schadet auch unserem Ruf (Rufmord).

Denn ob sie es glauben oder nicht: Kritik kann durchaus berechtigt sein. Es steht ja nicht nur zur Debatte, DASS gegen Hass und Pöbeleien vorgegangen wird, sondern auch das Wie, das Wer, das Warum, die wissenschaftliche Grundlage und wer das Ganze finanziert. Es steht auch zur Debatte, was denn überhaupt Hatespeech ist. Das sind alles relevante Dinge die besprochen – und ja – auch kritisiert werden dürfen.

Und wenn sehr viele Liberale – auch Linksliberale – befürchten, dass die Meinungsfreiheit in Gefahr gerät, dann sollte man sich mal etwas ernsthafter mit den Kritiken auseinander setzen und nicht einfach die Linkspopulistenmaske aufsetzen und alle Kritiker als rechte Pöbler denunzieren.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) bedroht die Meinungsfreiheit, weil er den Druck auf Facebook erhöht,  Hasskommentare schneller und systematischer als bisher zu löschen.

Nun, was sind denn Hasskommentare? Sehen sie, das ist eines der wichtigen Probleme. In der Broschüre „Hetze gegen Flüchtlinge in Sozialen Medien“ wird auf PDF S.7 ausgeführt, was diese Hetze ist. Große Teile davon fallen nicht in den Bereich der Volksverhetzung und/oder anderer strafrechtlich relevanter Bereiche. Herr Maas hat hier also gar nichts zu melden als Bundesminister und schon gar nicht Druck auf Facebook etc. auszuüben. Das steht ihm schlicht und ergreifend nicht zu.

Mich würde zum Beispiel massiv interessieren, wie

– Gegenüberstellung »Wir« und »Die«[…]

– Abwertende Bezeichnungen: z.B. »Wirtschaftsflüchtling« suggeriert, dass das Grundrecht auf Asyl hier von Menschen ausgenutzt werde, die nur aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen, nicht, weil sie Schutz vor Verfolgung suchen.[…]
-(Nationalistische) Relativierungen: Was ist mit »unseren« Kindern/Obdachlosen etc.?[…]
-Die da oben/die Lügenpresse – erzählen uns eh nicht die Wahrheit[…]
– Bin ich denn gleich ein Nazi, nur weil ich…/wo ist meine Meinungsfreiheit, wenn ihr meine Kommentare löscht?

Dinge sind, die als Hasskommentare zu werten sind. Ist jetzt im Fußballstadion „Deutschland EINS die Andern NULL“ Hetze? Ist jetzt die Differenzierung zwischen Leuten die Schutz vor Krieg/Verfolgung suchen und Leuten, die wegen Armut fliehen Hetze? Ist die Frage nach meinem Recht auf Meinungsfreiheit, nachdem meine Kommentare gelöscht wurden, wirklich schon Hetze? Sind das wirklich die Hasskommentare? Wenn das der Standart ist, dann tut Facebook gut daran eben NICHT so schnell zu löschen und dem Druck von Heiko Maas nicht nachzugeben.
Sie wird von der staatlich geförderten und gemeinnützigen Amadeu-Antonio-Stiftung bedroht, die soeben eine Broschüre mit Hinweisen veröffentlicht hat, wie mit der „Hetze gegen Flüchtlinge in sozialen Medien“ umzugehen sei.
Für mich – und scheinbar auch viele andere – klingt das eher nach Willkür.
Was? Der wagt es nachzufragen, was mit seinen Rechten ist? Dieser Hetzer!
Was? Der differnziert zwischen christlich geprägter, muslimisch geprägter und hinduistisch geprägter Kultur? Dieses Rassistenschwein!
Was? Der sagt, dass die Medien nicht die Wahrheit erzählen? Rechtsextremistischer Holocaustleugner!
Was? Der fragt, ob man nicht auch anderen Hilfsbedürftigen helfen sollte? AfD und Pegida-Anhänger!
Wenn dann allerdings eine Mitarbeiterin der Stiftung den Tod tausender Zivilisten durch Bomber Harris feiert (siehe „Ist das noch Hetze…“) und diese rassistische und vor allem menschenverachtende Widerwärtigkeit als „Witz“ betituliert, dann fällt einem erstens eine Passage aus besagte Broschüre ein:
Oft wird rassistische Hetze auch als Satire oder Humor getarnt oder im Nachhinein als Ausrede benutzt, es sei ja nur witzig gemeint gewesen.
und zweitens ist dann die Frage zu stellen, ob eine derartige Person überhaupt die nötige Seriösität für ein solch heikles Thema mitbringt.
Und da haben wir noch nicht einmal von Frau Kahanes Stasivergangenheit gesprochen. Und die Stasi ist ja nun nicht gerade bekannt dafür, Meinungsvielfalt zu tolerieren. Diese Vergangenheit hat einen äußerst üblen Beigeschmack, wenn es sich um die Frage der Meinungsfreiheit handelt.
Die Frage, ob solche Mitarbeiterinnen aber nun geeignet sind im staatlichen Auftrag eine solche Kampagne durchzuführen, ist also sehr wohl begründet.
Ich möchte hier mal auf die NoHateSpeech Kampagne (immerhin unterstützt von Council of Europe und vom BMFSFJ) hinweisen. Die definieren Hate Speech (also Hassrede) wie folgt:

Definitionen von Hate Speech

Es gibt keine einheitliche Definition von Hate Speech, weder in Deutschland noch international. Im Gesetzbuch wird Hate Speech (noch) nicht spezifisch erwähnt – verurteilt werden Beleidigungen oder Volksverhetzung. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass online haten erlaubt ist…, falls jemand auf die Idee käme.

Kein Witz! Die gehen gegen etwas vor, von dem es keine klare Definition gibt. Das öffnet Willkür schlicht und ergreifend Tür und Tor.

 

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Bedroht wird sie auch von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der auf Twitter für die Empfehlungen der Stiftung geworben hat. Bedroht wird sie von jedem, der Hass und Rufmord nicht für rhetorische Arabesken des demokratischen Diskurses hält, sondern für Hass und Rufmord.
Wie gesagt, was die Stiftung als „Hass“ bezeichnet ist vielfach schlicht und ergreifend einfach kein Hass und auch kein Rufmord. Sie gehen AUCH gegen Hass und Rufmord vor. Aber halt eben auch gegen Leute die Fragen stellen, die Kritik äußern und – im Falle der Wirtschaftsflüchtlinge – sogar besser differenzieren. Wenn Thomas de Maiszière für solch eine Stiftung wirbt, dann kann man mit Fug und Recht behaupten, dass hier eine Diskussion von Nöten ist.
Wenn das BMFSFJ eine Bewegung unterstützt, die nicht einmal definieren kann, wogegen sie überhaupt vorgeht, dann ist hier eine Diskussion von Nöten.

Rechte und Verschwörungstheoretiker

Das ist irre? Zumindest ist es das gemeinsame Credo aller, die kein Pardon mehr kennen, wenn jemand einen Zusammenhang von Flüchtlingsschutz und Menschenwürde behauptet, aller, die die Zurückweisung von Hass und Rufmord zur „Zensur“ erklären.
Wie ich bereits erläutert habe, geht es hier um mehr als nur den Kampf gegen Hass und Rufmord. Das ist ihrerseits eine ziemlich drastische Vereinfachung des Gesamtproblems. Es geht nicht nur um den Kampf gegen Hass und Rufmord. Es geht nicht nur um den Kampf gegen Hetze. Es geht auch um Willkür, Doppelstandards und das zum Schweigen bringen sachlicher Kritik.
Die Welt, Herr Bommarius, ist eben nicht nur schwarz und weiß und diese Diskussion schonmal gar nicht.
In diesem Lager – präziser wäre: Kampfgemeinschaft – stehen die rechtsradikale Zeitung Junge Freiheit und der Publizist Roland Tichy („Es ist ein peinliches (sic!) Netz  der Zensur, das hier über Deutschland gelegt wird und  im Zusammenspiel mit den Parteien und vielen Medien glänzend funktioniert.“), die islamophobe „Achse des Guten“ um Henryk M. Broder, Anhänger der rechtsextremen „identitären Bewegung“, der auf die Verbreitung von Verschwörungstheorien spezialisierte Kopp-Verlag mit seinem fast schon ulkigen Chefverschwörungstheorienverbreiter Udo Ulfkotte („Zensur-Republik Deutschland: So sollen Bürger eingeschüchtert werden“), der rassistische Blog „politically incorrect“  und  was sich derzeit sonst noch auf dem Markt intellektueller Unredlichkeit und  trostloser Unanständigkeit tummelt.
Nachdem also alle, die Kritik an diesen Stiftungen Bewegungen und Verhaltensweisen geäußert haben als rechtsradikale, rechtsextreme, islamophobe, rassistische Verschwörungstheoretiker betituliert wurden, wird also auch noch intellektuelle Unredlichkeit und trostlose Unanständigkeit unterstellt.
Ziemlich anmaßend für jemanden, der bisher nur alle Kritiker in dieses Spektrum gestellt hat und sich nicht einmal mit den Argumenten dieser Menschen auseinandergesetzt hat.
Geht es intellektuell noch unredlicher?
Es ist ziemlich unanständig gleich alle Kritik ins rechte Spektrum zu schicken.
Ist ihnen vielleicht das Zitat von Evelyn Beatrice Hall ein Begriff?
Ich missbillige, was Sie sagen, aber ich werde bis zum Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen
Ist Ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass auch politisch linke Menschen nach diesem Prinzip leben könnten? Die Meinung von Rechten nach diesem Prinzip verteidigen? Vermutlich nicht. Ein liberales Mindset ist Ihnen vermutlich nicht gegeben.
Sie alle werfen Maas, der  Amadeu-Antonio-Stiftung und anderen, denen der Schutz der Menschenwürde etwas bedeutet, vor,  die Republik in eine „Stasi 2.0“ zu verwandeln und mit dem „peinlichen Netz der Zensur“ zu knebeln.
Nun, wir haben hier zwei Güter die wir gegeneinander aufwiegen müssen: Menschenwürde und Meinungsfreiheit. Dazu hat übrigens das Bundesverfassungsgericht erst kürzlich eine Entscheidung getroffen. Daraus:
1. Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit schützt nicht nur sachlich-differenzierte Äußerungen. Vielmehr darf Kritik auch pointiert, polemisch und überspitzt erfolgen. Einen Sonderfall bilden herabsetzenden Äußerungen, die sich als Formalbeleidigung oder Schmähung darstellen. In diesen Fällen ist ausnahmsweise keine Abwägung zwischen der Meinungsfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht notwendig, weil die Meinungsfreiheit regelmäßig hinter den Ehrenschutz zurücktritt. Diese für die Meinungsfreiheit einschneidende Folge gebietet es aber, hinsichtlich des Vorliegens von Formalbeleidigungen und Schmähkritik strenge Maßstäbe anzuwenden.
Mit anderen Worten: Kritik darf pointiert, überspitzt und polemisch erfolgen (also im Prinzip ist fast alles ok, was die Amadeu Antonio Stiftung als Hetze betituliert). Wenn sie persönlich aber angreift, ist sie weniger wichtig als die Menschenwürde. ABER weil die Meinungsfreiheit so wichtig ist, müssen hier !!!!strenge!!!! Maßstäbe angewendet werden. Ein „Es gibt keine einheitliche Definition von Hate Speech“ reicht da nunmal wirlich nicht aus.
Oder anders ausgedrückt: Das Bundesverfassungsgericht ist auf Seiten der Kritiker dieser Stiftung, des Bundesjustizministers, des Bundesaußenministers und der NoHateSpeech Bewegung. Sind die Richter dort auch alle rechtsradikale, rechtsextreme, islamophobe, rassistische Verschwörungstheoretiker?

Die zwei Arten der Zensur

Es gibt zwei Arten der Zensur – die Vor- und die Nachzensur.  Der Satz des Grundgesetzes, mit dem  die Allianz der Hass-Verteidiger fortwährend den Vorwurf unzulässiger Zensur begründet, steht in Art.5 Abs.1: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Verboten ist damit – was eigentlich jeder Bürger, zumindest aber jeder sogenannte  Publizist wissen sollte –  allein die Vorzensur.
Das Bundesverfassungsgericht bezieht sich auch auf Art.5 Abs. 1. Na das ist ja interessant. Wenn ich also überspitzt formulierte, polemische oder pointierte Aussagen treffen darf und die Kritisierten Gruppierungen und Minister mir sagen „ne is nicht“ und teilweise sogar sagen „das muss gelöscht werden“, dann handelt es sich ja wohl um eine Zensur meiner Meinung. Und ob ein Kommentar strafbar ist, entscheiden immernoch Gerichte und nicht Facebook oder Heiko Maas. Wir haben nicht umsonst eine Gewaltenteilung.
Die hat weder Maas noch die Amadeu-Antonio-Stiftung noch sonst jemand gefordert. Die Nachzensur hingegen ist nicht nur in vielen Fällen zulässig, sondern in jeder Rechtsordnung geboten und unter anderem im Strafrecht verwirklicht: Ohne die Strafbarkeit der Beleidigung, der üblen Nachrede, der Verleumdung oder der Volksverhetzung würde jedes Gemeinwesen unweigerlich in dem Pfuhl der Niedertracht versinken, dessen Schutz die „Zensur“-Schreier wutbebend verlangen.
Ich wiederhole mich der Vollständigkeit halber: Es geht hier nicht nur um Kommentare die Straftaten sind, es geht auch um Kommentare die durch die Meinungsfreiheit abgedeckt sind. Es geht auch darum, dass ein Minister die Unterdrückung/Löschung von Kommentaren fordert, die möglicherweise gar nicht strafbar sind. Wenn also ein Bundesministerium eine Kampagne unterstützt, die gegen strafrechtlich möglicherweise nicht relevante Kommentare vorgeht, wenn eine staatlich finanzierte Stiftung Hassrede derartig definiert, dass sie großteiligt durch das Recht auf Meinungsfreiheit geschützt ist und dennoch dagegen staatlich finanziert vorgangen wird. Dann haben wir ein enormes Problem.
Wenn ein Bundesministerium sich gegen Kommentare stelllt, die von der Meinungsfreiheit gedeckt sind und nicht strafbar sind, dann haben wir es mit einem Verstoß gegen die Meinungsfreiheit zu tun. Es kann nicht sein, dass ein Bundesministerium meint darüber befinden zu müssen, wie Menschen ihre Meinung zu äußern haben.
Es ist bemerkenswert, dass Publizisten und Journalisten, die  ihren Lesern fortwährend großmäulig die Welt erklären und in Untergangszenarien beschreiben – der Islam, Gender, Merkel,  Schwule etc. –,  nicht einmal das  kleine 1 x 1 der Staatsbürgerkunde beherrschen.
Und ebenso ist es bemerkenswert, dass Publizisten und Journalisten, die ihren Lesern fortwährend großmäulig die Welt erklären und in Untergangsszenarien beschreiben – Rechte, Islamophobe, Weiße, Männerrechtler – nicht einmal grundlegende Recherche zu einem Thema betreiben um die Argumente und Bedenken der Kritiker herauszubekommen.
„Die Meinungsfreiheit wird in diesem Land durch Artikel 5 des Grundgesetzes besonders geschützt. Das heißt auch, dass man Meinungen, die man nicht teilt und rundweg ablehnt, aus rechtlicher Perspektive hinnehmen muss. Eine Anzeige macht daher nur Sinn, wenn es sich um einen strafrechtlich relevanten Beitrag handelt.“ So steht es in den Empfehlungen der Amadeu-Antonio-Stiftung, für die Maas und de Maizière aus gutem Grund öffentlich werben.
Richtig. Aber wie bereits erwähnt, geht es hier nicht nur um strafrechtlich relevante Dinge, sondern auch eben um durch die Meinungsfreiheit gedeckte Dinge.
Es geht nicht darum, Meinungsäußerungen zu unterdrücken,
Also der Herr Maas hat nicht zu Facebook sinngemäß gesagt: „Wenn du nicht schneller das Richtige löschst, gibts Ärger mit der EU.“?
Interessant ist aus diesem Artikel folgende Passage:
Sie [Facebook, Twitter, Google] sollten Beiträge, die Nutzer wegen des Verdachts auf Volksverhetzung melden, binnen 24 Stunden auf Grundlage des deutschen Rechts prüfen.
Diese Konzerne sollen innerhalb von 24h den Straftatbestand der Volksverhetzung erkennen und löschen. Wofür unsere Gerichte Wochen und Monate brauchen.
Und wenn sie diese vollkommen absurde Vorgabe nicht erfüllen droht Herr Maas mit mehr Regulierungen… .
Wenn also Facebook/Twitter/Google sich mehr Regulierungen ersparen wollen, müssen sie zwangsläufig alles, was im Bereich Volksverhetzung liegen könnte, löschen. Quasi im vorauseilendem Gehorsam müssen sie strenger sein, als die deutsche Justiz und so durch die Meinungsfreiheit abgedeckte Kommentare löschen – weil Minister Maas das gesagt hat. Mit anderen Worten: Heiko Maas erzwingt eine Nachzensur die strenger ist als die rechtlichen Vorgaben – was die Meinungsfreiheit beschränkt – und was seine Kompetenzen als Bundesjustizminister überschreitet. Wir haben die Gewaltenteilung nicht ohne Grund. Seine Aufgabe als Mitglied der exekutiven Gewalt befähigt ihn nicht, Fachfremde zur judikativen Gewalt zu zwingen und schon gar nicht, von ihnen zu verlangen härter und schneller zu sein, als die eigentliche judikative Gewalt.(1)
aber Ziel muss es sein, der Welle von Hass, Hetze, Niedertracht und Einschüchterung, in der die freie Meinungsäußerung zu versinken droht, etwas entgegenzusetzen. Es ist höchste Zeit.
Wir arbeiten dran. Es wäre nett, wenn jemand wie Sie uns nicht darin behindert. Ich kann den Hass nämlich nicht bekämpfen, wenn ich die Meinungen der Leute nicht lesen kann. Ich kann den Hass nicht bekämpfen, wenn ich nicht gegenargumentieren kann. Ich kann den Hass nicht bekämpfen, wenn alle Kritiker durch Leute wie sie verunglimpft und denunziert werden und gar nicht glauben können, dass es noch Leute gibt, die an einer sachlichen Diskussion interessiert sind. Wir durchbrechen diesen Hass nicht mit Mauern, sondern mit Offenheit, damit, dass wir Argumente und Meinungen ernst nehmen.
Zu lange haben wir leute die anderer Meinung waren einfach als „das isn Rechter“ abgetan. Zu lange haben wir diese Menschen ausgelacht und ins Abseits gedrängt. Zu lange haben wir uns in einen Kokon aus Selbstherrlichkeit verkrochen. Zu lange haben wir jedes bisschen Kritik an „Ausländern“ oder „Flüchtlingen“ mit Nazivergleichen bombardiert.
Es wird Zeit, dass wir die Größe besitzen und den Dialog wieder öffnen – und wir müssen hoffen, dass die Anderen, diesen Dialog annehmen.
(Das war jetzt laut Amadeu Antonio Stiftung Hatespeech, ich hab zwischen wir und die unterschieden.)

(1) Update 16.August 2016:  Laut diesem Text soll den betreffenden Firmen juristische Fachkräfte zur Verfügung stehen, die mit dieser Aufgabe betraut werden. Damit wären diese leute zu mindest nicht fachfremd. Auch ist die Aussage „zur judikativen Gewalt zwingen“ stark überspitzt, da sie ja, bis auf die Löschung, keine Strafen aussprechen.

Den in der Task Force vertretenen Unternehmen stehen juristische Fachkräfte zur Verfügung, die erforderlichenfalls eine juristische Prüfung vornehmen können.

Emma Watsons UN Rede

Emma Watsons Rede von der UN Women (Transcript, Video) ist ja mittlerweile fast 2 Jahre her. Man möchte daher meinen, dass ich sehr spät damit bin, diese zu besprechen, und man hätte damit Recht. Allerdings ist genau diese Rede der Grund warum ich mich nicht als Feminist bezeichne und auch, warum ich so entschieden gegen Feminismus bin.

Ich möchte nur einzelne Elemente daraus besprechen, die ganze Besprechung wäre meiner Meinung nach zu langwierig.

And, the more I spoke about feminism, the more I realized that fighting for women’s rights has too often become synonymous with man-hating. If there is one thing I know for certain, it is that this has to stop.

Also, je mehr sie über Feminismus sprach, realisierte sie, dass der Kampf für Frauenrechte ein Synonym für Männerhass wurde. Dies müsse stoppen.

Ich fand diese Aussage ziemlich gut. Zum einen, weil ich mich damals tatsächlich noch als Feminismus-Sympathisant bezeichnet hätte, zum anderen weil Männerhass natürlich zu stoppen hat.

Allerdings, wenn man näher drüber nachdenkt möchte sie hier ja nicht Männerhass stoppen, sondern dass der ‚Kampf für Frauenrechte‘ aka Feminismus nicht ein Synonym für Männerhass sein soll.

I’ve seen young men suffering from mental illness, unable to ask for help for fear it would make them less of a man. In fact, in the UK, suicide is the biggest killer of men between 20 to 49, eclipsing road accidents, cancer and coronary heart disease. I’ve seen men made fragile and insecure by a distorted sense of what constitutes male success. Men don’t have the benefits of equality, either.

Sie spricht also davon, dass Männer zwischen 20 und 49 am häufigsten durch Suizid sterben.

Auch dies war für mich eine gute Aussage, denn diese Männer bringen sich ja nicht aus Spaß um, sondern weil sie keinen anderen Weg mehr sehen. Menschen beenden ihr Leben nicht einfach so.

I want men to take up this mantle so that their daughters, sisters, and mothers can be free from prejudice, but also so that their sons have permission to be vulnerable and human too, reclaim those parts of themselves they abandoned, and in doing so, be a more true and complete version of themselves.

„Ich möchte, dass sich Männer dem annehmen, so dass ihr Töchter, Schwestern und Mütter frei von Vorurteilen sein können, aber auch, dass ihre Söhne auch die Erlaubnis haben verletzlich und menschlich zu sein. Die Teile von ihnen, die sie angestoßen haben zurückzuholen und so eine ehrlichere und komplettere Version ihrer selbst zu sein.“

An dieser Stelle hatte sie mich verloren. Jungs haben also nicht die Erlaubnis menschlich zu sein? Sie sind nur irgendwie halbmenschlich? Und schuld daran sind natürlich Männer, weil die sich nicht anstrengen. Die sind übrigens auch Schuld daran, dass es Vorurteile gegen Frauen gibt müsst ihr wissen.

Das ist eine tolle Aussage: Ihr Männer verbockt uns das Leben, ihr seid schuld. Aber irgendwie müssen wir euren Suizid in den Griff bekommen.

We are struggling for a uniting word, but the good news is, we have a uniting movement. It is called HeForShe.

Zum Schluß weißt sie halt noch mal auf die HeForShe also ErFürSie Bewegung hin.

Um ihre Rede mal grob zusammenzufassen: Ich bin Feministin. Feminismus wurde zu oft zum Synonym für Männerhass. Das muss aufhören. Männer bringen sich in extrem hohen Maße selbst um. Männer sind Schuld daran, dass Frauen mit Vorurteilen konfrontiert sind und Jungs nicht emotional sind. Deshalb sollen sie sich nicht um ihre eigenen Probleme kümmern, sondern zu ihren eigenen Problemen, die sie in Massen sich selbst töten lässt, sollen sie sich noch um die Probleme von Frauen kümmern -> HeForShe.

Und da wundert sich noch jemand, dass Feminismus zum Synonym für Männerhass geworden ist.

 

 

 

Genderwahn in der Frankfurter Rundschau

In der Frankfurter Rundschau wurde heute der Artikel veröffentlicht „Genderwahn“ Die rechte Angst vorm Holzpenis (von Norbert Mappes-Niediek).

Dies unter dem Text:

Die Mythen der Rechten

Verschwörungstheorien und „Lügenpresse“-Rufe: Rechte Parolen und was dahinter steckt.
An dieser Stelle muss ich schonmal anmerken, dass Kritik am Genderwahn durchaus auch von der linken Seite kommt (z.B. Arne Hoffmann oder mir). Der Blogger Phaislum hat dies einmal unter Anti-Feministen und Männerrechtlern ausgewertet, und ist zu folgendem Ergebnis gekommen:
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Hierbei ist natürlich zu beachten, dass diese Auswertung auf seine Follower beschränkt ist und nicht repräsentativ ist. ABER, sie zeigt doch eine deutliche Tendenz dahingehend, dass es sich primär um (links-)libertäre Menschen handelt, die den Genderwahn angreifen.
Doch beginnen wir mit dem Text. Zuersteinmal ist mir nach dem ersten überfliegen aufgefallen, dass ich keinen einzigen Link gefunden habe, der die Fakten untermauert. Mjaaaa, dass ist falsch ausgedrückt. Ich habe keinen einzigen Link gefunden, der irgendetwas mit dem Artikel zu tun hätte, es ist kein einziger eingebaut.
Jetzt aber endlich zum Inhalt. Zuerst wird über einen Vorfall in Salzkotten berichtet:
Es geschah in Salzkotten, einer wenig bekannten Kleinstadt im Niemandsland zwischen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Scheinbar hatte, womöglich in einer Art aufklärerischem Furor, eine Behörde ihre Muskeln spielen lassen. Zwei Mütter wurden ins Gefängnis gesteckt, weil sie sich weigerten, ihre Kinder dem Sexualunterricht auszusetzen.
Das ist eine etwas saloppe Erklärung der Ereignisse. Hier der Bericht einer lokalen Zeitung, die scheinbar einen etwas höheren journalistischen Anspruch hat, als die Frankfurter Rundschau. Ich wollte zuerst schreiben, dass mir klar ist, dass es sich hierbei um einen Kommentar oder eine Meinung handelt (man beachte die Polemik), da es sich ganz klar so ließt. Allerdings ist es nirgendwo so gekennzeichnet…
Dürfen nicht auch liberale Zeitgenossen zweifeln, ob es sinnvoll ist, Achtjährige im Onanieren zu unterrichten oder sie Kondome über Holzpenisse streifen zu lassen?
Das ist in meinen Augen eine etwas irritierende Frage. GERADE liberale Zeitgenossen, sollten Dinge anzweifeln dürfen. Für liberale Menschen stellt sich nicht einmal die Frage ob sie dies dürfen. Interessant ist übrigens hier der Unterschied zwischen „Achtjährige im Onanieren zu unterrichten“ (sexuelle Handlung unterrichten) und „Kondom über Holzpenis streifen“ (Verhütung unterrichten).
Regine Schwarzhoff vom Elternverein NRW hört da am „Nottelefon“ ihrer Organisation jedenfalls immer wieder schreckliche Geschichten, und so schaffte es die engagierte Mutter, die Geschehnisse über die Grenzen des Lipper Landes hinaus bekannt zu machen.
Wenn diese Frau immer wieder entsprechende Geschichten an ihrem Nottelefon hört, kann dann nicht irgendetwas dran sein? Wir sprechen hier ja immerhin von „Mythen der Rechten“.
Die eingesperrten Salzkottenerinnen stießen auf eine vorbereitete Öffentlichkeit. Sexualisierung von Kindern hat als Problem in jüngster Zeit eine große Karriere gemacht. In Baden-Württemberg und in der Schweiz führten Elternproteste gegen Lehrpläne schon zu Parlamentsdebatten. Wer kann da wissen, was sich irgendwo ein progressistischer Provinzamtsleiter in seinem Überschwang alles ausdenkt? Und ist Gefängnis nicht in jedem Fall weit übertrieben?
Nun, wenn es entsprechende Elternproteste schon mehrfach gab und sich Eltern beim Nottelefon beklagen, dann muss man doch eigentlich davon ausgehen, dass es hier ein ernstzunehmendes Problem gibt. Oder? Wenn selbst in den Parlamenten schon Debatten geführt werden? Ist dann nicht diese sehr saloppe Ausdrucksweise vielleicht etwas unangemessen? Kann es dann sein, dass es sich hierbei NICHT um einen „Mythos der Rechten“ handelt?
Übrigens unterschlagen sie dabei, dass mindestens eines der betroffenen Kinder ziemlich verstört gewirkt haben soll (vgl. unten verlinkte Artikel).

Gegenteil von Sexualisierung

Alle Gedanken, die sich bei der Nachricht aus Salzkotten einstellen, gehen am Problem komplett vorbei. Tatsächlich hatte das Amtsgericht in Paderborn eine Geldstrafe verhängt, die die Eltern sich weigerten zu zahlen. Wenn jemand nicht zahlt, geht das in Deutschland seinen Gang und entfernt sich rasch vom ursprünglichen Anlass.
Nun ich habe das gegoogelt (sexualkunde salzkotten) und habe mir ein paar Nachrichten dazu durchgelesen. (Welt, Neue Westfälische 1, Neue Westfälische 2, Medrum, Kopp-Verlag, Gesundheitliche Aufklärung, Focus, Familien-Schutz e.V. ). Alle diese Nachrichten befassen sich mit diesem oder ähnlichen Fällen. Und bis auf bei Familien-Schutz e.V. (und Focus, die gar nicht über Gefängnisstrafen reden) wird bei allen Nachrichtenseiten darauf hingewiesen, dass diese Gefängnisstrafen Erzwingungshaften sind, weil das Bußgeld nicht bezahlt wurde. Selbst eher rechte wie Eva Herman (Kopp-Verlag) und Medrum (Christliches Informationsforum) schreiben das so. Das weiß man natürlich nicht, Herr Mappes-Niediek, wenn man nur die Überschriften ließt.
Schon der aber war ganz anders als unterstellt: Die Kinder hatten überhaupt nicht „aufgeklärt“ werden sollen. Vielmehr ging es darum, sich ein Theaterstück mit dem Titel „Mein Körper gehört mir“ anzuschauen. In dem Stück geht es darum, dass Kinder sich nicht ungefragt von Erwachsenen küssen, streicheln, anfassen lassen müssen – also um das exakte Gegenteil von Sexualisierung.
Nun, das ist aber nicht das Argument, dass ich lese. Das Argument ist vielmehr, dass diese Präventionsmaßnahme nicht ausreichend ist. So argumentiert Frau Herman (s.o.) sinngemäß, dass man jeden Menschen unabhängig vom Alter sexuell stimulieren kann. Dies ist ja meist eher ein positives Gefühl. Was ist, wenn das Kind überhaupt kein Problem damit hat, dass es derartig berührt wird? Daraus würde sich – nach dem gelernten Inhalt – ergeben, dass sexuelle Handlungen mit einem Kind in Ordnung sind – sofern das Kind das will.  (Hier noch ein Video zum Theaterstück.)
In diesem Video wird ebenfalls sehr viel Wert auf das „Nein-Gefühl“ gelegt. Da es hier um den Schutz geht wären die Baptisten dennoch die besseren Beschützer, denn:
»Sexualität ist bei uns kein Tabuthema, aber wir lehren unsere Kinder ein biblisches Sexualverhalten der Schamhaftigkeit, Keuschheit – und dass Sexualität ausschließlich in die Ehe gehört. Diese Erziehung schützt sie vor Missbrauch. Durch diese Erziehung wissen die Kinder, was richtig und was falsch ist. Sie wissen damit, dass jeder Mensch, der ihnen sexuell naht, dies nicht in Übereinstimmung dessen tut, was Gott und die Eltern wollen …«
Wenn Sexualität ausschließlich in die Ehe gehört, dann ist jede sexuelle Handlung, egal durch wen, außer dem Ehepartner, falsch. Das ist meiner Ansicht nach überbeschützend für eine Person im Erwachsenenalter, die dann keine nicht-Ehe Beziehung führen kann, aber gerade für ein Kind sind so alle Eventualitäten abgedeckt – inklusive der Eventualität, dass das Kind den sexuellen Kontakt will.
Doch nicht nur das. Es wird argumentiert, dass
„Das Kind […] von jeglicher Sexualethik emanzipiert [wird]. Für das Kind gilt die sexuelle Libertinage, die sich ausschließlich an seinem Gefühl – also der Lust – orientiert.“
Ich würde jetzt daraus lesen, dass befürchtet wird, dass VergewaltigerInnen herangezüchtet werden, denn das eigene Gefühl bei sexuellen Handlungen ist durchaus wichtig, aber auch das Gefühl des Anderen. Und dieses Gefühl findet in dem Theaterstück keine Betrachtung. Ich halte diese Argumentation jedoch für Unsinn, da es sich bei diesem Theaterstück um Situationen handelt wo ein Mensch etwas mit dem Kind macht und das Kind das Recht hat dazu „Nein“ zu sagen und sich zu entfernen. Das andere das selbe Recht haben sollten Kinder dieser Altersstufe (3. & 4. Klasse = 8-10 Jahre) verstehen. Zumal diese auch schon dem egozentrischen Weltbild entwachsen sein sollten und Gefühle, Bedürfnisse und Perspektiven anderer wahrnehmen können sollten (vgl. Piaget).
Abgesehen von alle dem ging es aber sehr wohl um Aufklärung, denn die Existenz von einvernehmlichen und missbräuchlichen sexuellen Handlungen gehört zur Aufklärung dazu. In den anderen Fällen in Salzkotten ging es zudem übrigens um den gesamten Sexualkundeunterricht an der Schule, wozu dieses Theaterstück gehört.
Es folgt dann noch das, was man „moving the goal-posts“ nennt. Wo am Anfang noch fälschlich behauptet wird, dass die Kinder nicht aufgeklärt werden sollten, geht es zum Schluss um Sexualisierung. Interessanterweise ist vorher in der Auseinandersetzung mit dem Fall nie von „Sexualisierung“ die Rede. Nun mag Herr Mappes-Niediek andere Überschriften gelesen haben als ich (ich habe nur die erste Seite der Google Suche bemüht, eindeutig ein Fehler meinerseits), aber ich habe weder in den Überschriften noch den Artikeln etwas über „Sexualisierung“ gelesen.
Ich weiß allerdings, dass diese Aussage außerhalb dieses Falles mehrfach getroffen wurde, es kann also durchaus sein, dass er auch hier erhoben wurde.
Zu guter Letzt noch: Wenn sie einen Fall nehmen um einen „Mythos der Rechten“ zu belegen, könnten sie dann nicht einen Fall nehmen, der etwas aktueller ist, als einer von vor sechs Jahren? Ich mein ja nur… Das würde ihr Gestammel vielleicht etwas glaubwürdiger machen. Denn so muss ich einfach postulieren, dass Sie hier einen Mythos unterschieben wollen, der so gar nicht existent ist, bzw. gar nicht diese Relevanz besitzt.
Damit nicht genug der Ungereimtheiten: Die Beschwerdeführer in Salzkotten waren russlanddeutsche Angehörige einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde. Bundesweit in Schutz genommen wurden sie aber ausgerechnet von einer Szene, die Zuwanderern aus fremden Kulturkreisen ein mittelalterliches Verhältnis zur Sexualität unterstellt.
Nun, ich denke hier entsteht die Ungereimtheit bei Ihnen allein, da Sie nicht anerkennen, dass es auch in rechten Kreisen durchaus Menschen gibt die differenzieren können. Andererseits kann es natürlich sein, dass diese aus dem gleichen Glauben heraus (Christentum) argumentieren. Zudem ist natürlich noch eine Möglichkeit, dass sie nach dem recht einfachen Prinzip „Der Feind meiner Feinde ist mein Freund – zu mindest auf dieser Ebene“ gehandelt haben.
Direkt drei Erklärungen? Krass, was so alles passiert, wenn man mal seinen Verstand einschaltet.
Muslimischen Eltern wird der Schwimmunterricht für ihre Töchter zum Prüfstein für Integrationswilligkeit.
Ähhh, wo kommt das denn jetzt her? Wo ist der Zusammenhang? Wird das hier ein Talking-Points abarbeiten?
Ich versuche das mal in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen – und bitte verzeihen Sie mir, wenn ich nicht den treffe, den Sie wollten… Bei den Baptisten ist Sex außerhalb der Ehe verboten. Genauso wie es in manchen Glaubensrichtungen des Islam verboten ist, dass die Frau unverschleiert in der Öffentlichkeit ist und sich nur dem Ehemann unverschleiert zeigen darf. Habe ich das so richtig? Nun hier geht es – obwohl es auch um Sexualität geht – um zwei unterschiedliche Dinge. Bei dem einen geht es um Aufklärung und sexuelle Handlungen, bei dem anderen um Kleidungsvorschriften.
Auch die Geschichte mit den Holzpenissen, die aus der Schweiz kommt, erwies sich als grob verdreht. Geht es um Sex, werden Widersprüche nicht als störend empfunden. Nur emotional muss alles passen.
Auch hier stellt sich mir die Frage: HÄ? Ersteinmal wäre es sinnvoll in irgendeiner Form darzulegen, was denn nun bei den Holzpenissen verdreht war. Sie haben weder dargelegt, was in diesem Zusammenhang behauptet wurde, noch was tatsächlich richtig war. Wie wärs mit ein paar mehr Infos? Und vor allem: Quellen?
Wo waren denn bisher die Wiedersprüche? Es gab – angeblich – sachliche Fehler. Aber wenn jemandem falsche Informationen vorliegen, dann wird er zu einem falschen Urteil kommen. Das ist nur normal und kein Widerspruch.
Ich möchte an dieser Stelle sehr deutlich machen, dass Sie grundlegend darin versagt haben:
a) Die Fakten auf den Tisch zu legen
b) Die gegenseitigen Annahmen angemessen zu repräsentieren
c) Die gegenseitigen Argumente angemessen zu repräsentieren
d) Ihre eigenen Gedankengänge schlüssig aufzuschreiben
Mit anderen Worten: Sie schreiben wie ein blutiger Anfänger – was mich ehrlich gesagt bei Ihrer Karriere massiv  wundert.
Geschlechtlichkeit nimmt seit etwa 2005 in Europas neuen rechten Organisationen und Parteien hinter der Zuwanderung den zweiten Platz ein.
Wieder: Hä? Meinen Sie damit, dass das ein Themenschwerpunkt ist?
Religion ist dabei nicht das Thema: Radikale Baptisten wie die aus Salzkotten werden von einer Mehrheit auch der Rechten eher beargwöhnt.
Nur so ein Gedanke: Kann es sein, dass die meisten Rechten dann vielleicht nicht radikal sind, sondern eher moderat und daher radikales ablehnen? Oder das viele Rechte katholisch sind (keine Ahnung ob das so ist, kann ich mir aber gut vorstellen), wobei Baptisten evangelisch sind – womit dann Religion wieder eine Rolle spielen würde?
Und zu guter Letzt: Ist es theoretisch möglich, dass die Mehrheit der Rechten einen Autoritären Standpunkt vertritt, während radikale Baptisten eher einen libertären Standpunkt vertreten – oder umgekehrt?

Von der „Sexualisierung“ führt vielmehr eine gefühlsmäßige Brücke über die Homosexualität zum Gender Mainstreaming.Verbunden sind die auf den ersten Blick so unterschiedlichen Themen über das Gefühl, die eigene sexuelle Natur werde manipuliert. Arglose Kinder werden sexualisiert, unsichere Jugendliche verschwult. Männer werden verweiblicht, Frauen vermännlicht.

Nehmen wir an, Sie hätten recht, dass Sexualisierung, Homosexualität und Gender Mainstreaming in rechten Kreisen über eine Gefühlsmäßige Brücke verbunden wären (wofür Sie vielleicht einen Beleg hätten anbringen sollten, also eine Quelle).

Wenn ich ein Kind vor mir habe, dass verstört auf den Sexualkundeunterricht reagiert (vgl. oben verlinkte Nachrichtenseiten), dann kann ich davon ausgehen, dass dieses Kind etwas erlebt habt, was mit dem bisherigen Wissens- und/oder Entwicklungsstand nicht kompatibel ist. Ob dies nun ein positiver oder negativer neuer Aspekt ist, sei erst einmal dahingestellt. Aber gegenüber dem ursprünglichen Zustand des Kindes hat hier eine (als Begriff wertneutral gemeinte) Manipulation stattgefunden. Wenn wir hier jedoch von „verstört“ sprechen, dann muss die Diskrepanz zwischen dem vorherigen und späteren Zustand entweder enorm gewesen sein und/oder dem vorherigen Zustand widersprochen haben. Aus der Perspektive der Eltern, muss dies also eine erhebliche Manipulation gewesen sein, die ihrem Kind schadete. (Ich bin an dieser Stelle unsicher gewesen ob ich diesen Perspektiv-Wechsel erwähnen sollte, da Sie ja bisher jegliches Empathievermögen haben vermissen lassen und ich mir nicht sicher war, ob es dann sinnvoll ist, dies zu erwähnen. Da aber auch noch andere diesen Blog lesen…)
Wir haben es hier also, aus Sicht der Eltern, in der Tat mit einer zu frühen Sexualisierung zu tun, die dem Entwicklungs- und Wissensstand des Kindes nicht entspricht. Natürlich kann man nun darüber diskutieren, ob die Eltern jetzt nicht dem Kind alles falsch beigebracht haben … blablabla …
Aber es handelt sich bei Ihrem Geschreibsel ja mehr um eine allgemeine Aussage. Weshalb ich mich etwas mehr von dem obigen Beispiel lösen sollte. Also… möglicherweise – da jeder Mensch unterschiedlich ist – haben die Eltern ja auch den richtigen Weg gewählt? Möglicherweise war im Rahmen des Erziehungsstils der Eltern ein anderer Zeitpunkt für diese Information vorgesehen? Möglicherweise ist es nicht gut bei einem solch sensiblen Thema Kinder klassenweise über einen Kamm zu scheren, sondern diese individuell, ihrer Reife entsprechend, zu schulen? Und wer könnte das besser als die Eltern?
Um nochmal kurz zu dem obigen Beispiel zurückzukehren: Man kann einem Kind auch beibringen „Nein“ zu sagen, ohne dass man dies auf sexuelle Handlungen beziehen muss.

Zu den anderen drei Bereichen würde ich gerne Kommentieren, aber da diese vollkommen ohne Zusammenhang zum bisherigen stehen, kann ich auf nichts genaueres eingehen.

Mit den Publizistinnen Gabriele Kuby und Eva Herman, der Journalistin Birgit Kelle und dem Blogger Hadmut Danisch hat die sexualpolitische Bewegung ihre Meinungsführer.

Ein paar Links mit entsprechenden Beispielen wären hier echt einfach gut gewesen.

Das Internet-Portal „Wikimannia“ baut mit zig Artikeln an einem in sich schlüssigen Denkgebäude.

Hatten sie nicht vorhin geschrieben „Geht es um Sex, werden Widersprüche nicht als störend empfunden. Nur emotional muss alles passen.“ Wie passt das zusammen, wo doch das von Wikimannia von Ihnen als „in sich schlüssig“ beschrieben wird, also keine Widersprüche hat?

In Österreich schuf sich die frühere FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz mit einem schmalen Sachbuch über „MenschInnen“ eine Fangemeinde. Solche Galionsfiguren gibt es einige. Am bekanntesten ist die 75-jährige Dale O’Leary in den USA.

Es gibt also in Deutschland, Österreich und den USA Menschen, die diese „rechte“ sexualpolitische Bewegung unterstützen. Zudem Kinder, die auf diese Politik verstört reagieren und einen haufen Eltern, die mit dem Status Quo auch nicht konform gehen. Ok – got it.

Das Urproblem bildet in der rechten Gedankenwelt die Unterscheidung zwischen „Sex“ und „Gender“, den englischen Wörtern für das biologische und das soziale – oder bloß grammatische – Geschlecht.

Ahhhh, jetzt kommen wir also endlich voll zum Thema „Genderwahn“. Sehen Sie, gerade Kritiker des Genderismus oder des Genderwahns verstehen, dass es hier eine Unterschied gibt, aber auch – und das ist wichtig – eine Verknüpfung.

Schauen wir uns erst einmal Testosteron und Estrogen an. Beide haben Einfluss auf unser Verhalten. So fördert Testosteron Lebenslust, Antrieb, aber auch Aggressivität und dominierendes Verhalten. Wohingegen Estrogen auf den Zyklus der Frau, den Östrus (also die „Brunftzeit“ der Frau), die Menopause und die Wechseljahre. Diese beiden Stoffe haben also schon Einfluss auf unser Verhalten.

Wir wissen, ganz allgemein, dass unser psychischer Zustand Einfluss auf unseren Körper haben kann (z.B. psychosomatische Beschwerden) und dass uns körperliche Schmerzen sprichwörtlich in den Wahnsinn treiben können.

Wir wissen, dass wir psychische Krankheiten mit Tabletten eindämmen können, wo also Wirkstoffe Einfluss auf unser Verhalten nehmen.

Mit anderen Worten: Wir wissen, dass unser Verhalten auch von unserem Körper abhängig ist. Und da Männer mehr Testosteron haben als Frauen und Frauen mehr als Estrogen als Männer, sind hier signifikante Unterschiede im Verhalten zu erwarten.

Fallen biologisches und soziales Geschlecht nicht zusammen, kann man auf den Gedanken kommen, beide hätten nichts miteinander zu tun.

Kann man. Das wäre aber eine sehr einfache Antwort und wie ich oben dargelegt habe: Falsch.

Dann kann man sich, so legt es die US-Philosophin Judith Butler nahe, selber aussuchen, ob man Mann, Frau oder etwas Drittes sein möchte.

Haben sie schon mal etwas von Eigen- und Fremdwahrnehmung gehört? Nur weil ich mir aussuche X zu sein, heißt das nicht, dass andere mich auch als X wahrnehmen. Und selbst wenn sie es tun würden hieße das nicht per se, dass X auch Fakt ist.

Eine besondere Herausforderung ist für die Naturrechtler entsprechend die Transsexualität, das Gefühl mancher Menschen, sie lebten im falschen Körper – ein Thema, das ebenfalls seit rund zehn Jahren eine ungeahnte Konjunktur erlebt, nur eben in liberalen Kreisen.

Sie meinen, das Problem, dass sich körperliche Entwicklung und die Entwicklung des Gehirnes im Mutterleib zeitlich unterscheiden? Was ist übrigens ein Naturrechtler?

Oder waren sie in der irrigen, selten dämlichen Annahme, dass soziales und biologisches Geschlecht voneinander getrennt zu betrachten sind? Dann erklären sie mir doch mal, wieso wir die klassischen Geschlechterrollen in nahezu jeder menschlichen Kultur wiederfinden? Selbst in Matriarchaten. Wie kann es sein, dass man bei fast allen Säugetierarten die klassischen Geschlechterrollen findet? Wie kann das sein, wenn es nicht eine genetische Prädisposition gibt?

Politisch ist das Hauptangriffsziel der Rechten die Homo-Ehe.

Das scheint zu stimmen. Angela Merkel sagte einmal: „Für mich persönlich ist Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau.“

Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht ganz, warum man diesen Begriff ‚Ehe‘ nicht auch auf homosexuelles Zusammenleben erweitern sollte, aber diese politische Debatte ist in meinen Augen auch eher eine Prinzipienfrage als eine rechtliche Frage.

Aber ein Frage an Sie: Sind Frau Merkel und die anderen Abgeordneten der CDU, CSU und FDP ein Lügenpresse rufendes und rechte Parolen schreiendes Verschwörungstheoretikergebilde, wie sie es so schön ihre Überschrift geschrieben haben?

Sexualität ist von der Natur determiniert, so der Grundgedanke. Was abweicht, ist künstlich.

Das ist interessant, ist doch ein wichtiger Spruch der LGBT Bewegung „Born this way“. Weiterhin ist interessant, dass Sexualität ein Oberbegriff ist, der, ohne nähere Beschreibung, alle Spielarten der Sexualität (inklusive Homosexualität)  umschreibt. Wenn ein Begriff aber alles abdeckt, kann davon nichts abweichen.

Gender Mainstreaming

Alles was auf der Unterscheidung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht aufbaut, wird unter dem Schlagwort „Genderwahn“ attackiert – ein Wort, das es zusammen mit dem verwandten „Genderwahnsinn“ im deutschen Google auf mehr als 100 000 Treffer bringt.
Nun, wie ich gerade dargelegt habe, sind beide aber auch eng miteinander verknüpft, weshalb eine vollkommene Abkapselung bzw. eine reine soziale Konstruktion halt – mit Verlaub – Bullshit ist.
Ich finde es übrigens hoch interessant, wie Sie Geschlecht und Sexualität zusammen in eine Topf schmeißen und kräftig umrühren. So mit differenzieren und Nuancen haben Sie es nicht so, oder?

Der Bann trifft Genderforschung und dafür vorgesehene Lehrstühle,

Nun, warum sollte man Geld im wissenschaftlichen Bereich für etwas ausgeben, das jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt?

vor allem aber das „Gender Mainstreaming“, die Gleichstellungspolitik, die sich die meisten liberalen Staaten auf die Fahne geschrieben haben.

Gleichstellungspolitik ist keine liberale Politik. Gleichstellungspolitik sorgt – richtig gemacht – für 50/50 Ergebnisse unter berücksichtigung der Gleichberechtigung. Dass diese s.g. „Gleichstellungspolitik“ im Augenblick Frauen auf mindestens 50% bringen will, aber Unterrepräsentiertheiten von Männern ignoriert (sie wissen schon, die andere Hälfte der Menschheit, für die die Menschenrechte auch gelten sollten) trägt nicht gerade zu ihrem guten Ruf bei. Dennoch haben wir es hier mit einem Fokus auf Ergebnisse zu tun. Nicht mit einer Gleichheit der Rechte und Möglichkeiten. Mit anderen Worten: Wir haben es beim Gender-Mainstreaming, wie er aktuell durchgeführt wird, mit einer autoritären Politik zu tun.

Wie erklären sie sich sonst ein Bundesgleichstellungsgesetz, dass Männer benachteiligt?

Dabei hat Gender Mainstreaming mit dem Verwischen von Geschlechtsunterschieden so wenig zu tun wie das Sensibilisieren von Kindern mit Sexualisierung. Stärker als frühere feministische Ansätze lässt Gender Mainstreaming Unterschiede gerade gelten.

Richtig gemacht ja. Aber nicht mit dem stümperhaften, unsinnigen Quatsch den wir gerade haben. Quoten und Gleichstellungsgesetze. Man muss sich das mal rein tun. Es wird, dank dieser Gesetze, gegen Menschen diskriminiert, weil sie das falsche Geschlecht haben. Sehr liberal. Sehr toll. Ganz großer Applaus. Widersprüche scheinen sie im Rahmen von Gleichstellungspolitik nicht zu stören. Hauptsache emotional passt alles.

Statt Verschiedenheit einzuebnen, soll die Lebenswelt so eingerichtet werden, dass alle daran teilhaben können.

Zum Beispiel in dem man Männern das aktive und passive Wahlrecht bei der Wahl der/des Frauenbeauftragten verwehrt (s.o.)?

Wenn Frauen nicht für den Gemeinderat kandidieren, weil der sich immer spätabends in verrauchten Hinterzimmern trifft, wird die Sitzung eben in ein anderes Ambiente verlegt.

Aha, das macht also Gendermainstreaming? Wäre mir neu. Haben sie dazu vielleicht eine Que… natürlich haben Sie keine.

Sie meinen also, dass dazu eine politische Entscheidung notwendig ist? Wie wäre es vielleicht mit einer Frau, die sich in den Gemeinderat wählen lässt und sagt: ‚Vielleicht wäre ein seriöseres Ambiente unserer Arbeit zuträglich.‘ Oder vielleicht: ‚Ich bin eine gewählte Vertreterin, aber hier will ich nicht arbeiten, wir müssen uns einen anderen Platz suchen.‘

Männer und Frauen sollen bleiben dürfen, wie sie sind, aber nach für beide fairen Regeln spielen.

Wie gesagt, dass ist dann nicht das Gender Mainstreaming das wir hier erleben. Das Gender Mainstreaming was wir hier erleben ist zutiefst unfair.

„Der 150-jährige Kampf der Frauen für Gleichberechtigung“, so Gabriele Kuby, sei gerechtfertigt gewesen. „Aber dann wurde das umformuliert in Gleichstellung.“ Das war für Kuby der Sündenfall: Teilen Männer und Frauen erst ihre Sphären und Domänen in Arbeitswelt und Privatleben, so verlieren sie „Bindung und Identität“ und wissen am Ende nicht mehr, ob sie Männchen oder Weibchen sind.

Ich kann die Begründung von Frau Kuby nicht unterstützen, sehr wohl aber, dass Gleichstellung der Sündenfall des Feminismus ist. Gleichstellung ist nämlich nicht gleich Gleichberechtigung – und das ist es ja, wofür Feminismus eigentlich angeblich steht.

In dem Argument steckt allerdings ein Widerspruch. Wenn die Natur alles so fest vorgibt, wie die Rechten behaupten, lassen die Geschlechtsidentitäten sich eben auch durch gemeinsame Lebenswirklichkeit nicht verwischen.

Kann es dann vielleicht sein, dass dies (also dass das Geschlecht nur genetisch bedingt ist) überhaupt nicht das ist, was „die Rechten“ sagen? Kann es vielleicht sein, dass Sie einen Strohmann aufgebaut haben, gegen den sie argumentieren?

Eigentlich also könnten die Anti-Gender-Fighter ganz entspannt bleiben, wenn in Schulen „in Frankreich“ Jungen dazu angehalten werden, zum Empathie-Training einen Tag lang im Rock zur Schule zu kommen.

Wie soll „im Rock zur Schule kommen“ meine Empathie steigern? Ich meine wenn es da derartiges als Empathie-Training gibt, dann wissen die meisten eh von diesem Training und es hat keine Auswirkungen. Überdies macht ein Rock noch keine Frau (vgl. Schotten, Gothic).

Was mich aber eher interessiert ist: Ist das ganze freiwillig? Also müssen die Jungen am Empathietraining teilnehmen? Müssen sie den Rock tragen? Müssen Frauen auch ein Empathietraining machen? Und so ganz nebenbei: Gibt es das wirklich (Google hat mir keine Treffer gegeben)?

Im schlimmsten Fall gibts das wirklich, ist nur auf Jungs beschränkt und Pflicht. Dann wäre es aus zwei Gründen sexistisch
1.: Weil nur Jungs das machen müssten
2.: Weil angenommen werden würde, dass Jungs keine/unzureichend Empathie besitzen

Und es wäre autoritär, weil Menschen zu diesen Dingen gezwungen wären, obwohl sie dieses vermutlich nicht wollen.

Unausgesprochen bleibt die Frage, wer die große sexuelle Gleichmacherei eigentlich betreibt. Die Befunde – dass Männer verweiblicht und Frauen vermännlicht werden – sind meistens im Passiv formuliert; Ross und Reiterin werden selten genannt.

Nun, wer hat denn gesagt, dass Männer verweiblicht und Frauen vermännlicht werden? Ich habe nicht umsonst mehrfach auf das Fehlen von Quellen hingewiesen. Viel besser sind Sie da also auch nicht. Sie haben zwar ein paar Namen in den Raum geworfen, aber was wer, wo konkret gesagt hat: Fehlanzeige.

Der Islam ist es ausnahmsweise nicht.

Was hat der schon wieder damit zu tun? Kannst Du zumindest einen zusammenhängenden Gedanken fassen? Vermutlich nicht. Hauptsache emotional passt alles.

Von Kuby ist zu erfahren, dass es eine „kleine Gruppe“ war, die 1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking den Urknall zündete. Mit einem Trick: Die Konferenz wurde verlängert, und die eher skeptischen Vertreterinnen aus der Dritten Welt konnten es sich nicht leisten, ihre Flüge umzubuchen.

Und stimmt das? Ich meine, wenn das so wäre, dann wären gerade benachteiligte Frauen, die doch mehr Hilfe benötigen von diesem Entscheidungsprozess ausgeschlossen gewesen.

Hinter der Manipulation stand einmal mehr Judith Butler. Kuby stellt sie als „Amerikanerin, Jüdin, Lesbe“ vor. Wer sich richtig gruseln will, stößt im Netz auf die „jüdische Lesbe“ Pauline Moreno, die ihren Adoptivsohn verhexte: „Schon mit sieben Jahren wollte sich der arme Junge selbst verstümmeln, um eine Frau zu werden wie seine beiden lesbischen Mütter.“ Fast schien es, als hätte der „ewige Jude“ endlich ausgedient. Wenn allerdings „Bindung und Identität“ in Gefahr sind, muss er wieder ran.

BÄM Nazikeule. Haben Sie für diese sehr abwegigen Gedankengänge eigentlich… Warum frage ich eigentlich?

Ich habe selbst mal wieder Google bemüht und versucht entsprechende Quellen zu finden. Und ich habe zwar durchaus dummes Zeug über diesen Fall gelesen, inklusive, dass sie dem Kind eine Gehinwäsche verpasst hätten. Aber von Hexerei habe ich nichts gelesen. Übrigens wenn es so schlimm ist, dass Pauline Morenos Glaubensrichtung erwähnt wird, warum ist es dann nicht schlimm, wenn sie weiter oben extra erwähnen, dass es Baptisten sind? Gerade in Pauline Morenos Fall ist es -relativ- wichtig, dass sie Jüdin ist, da es in den USA nicht unüblich ist, dass von einem Rabbi eine Homoehe geschlossen wird. Zumal sich dieser Fall lange vor der Öffnung der allgemeinen Politik für die Homoehe ereignete.

 

Für mich ließt sich dieser Artikel wie eine Bilderbuchbeschreibung von Projektion.

Und zu Guter letzt müssen sie jetzt noch erklären, wo hier die Angst aus der Überschrift abgeblieben ist. Angst wurde kein einziges Mal erwähnt. Wo ist die abgeblieben?

Fragen über Fragen, die uns dieser scheinbar absolut unfähige Autor wohl nie beantworten wird.