Agora – Hypatia von Alexandria

Der Film Agora ist einer meiner Lieblingsfilme überhaupt. Warum? Wenn ich das mal sagen könnte. Der Film ist gleichermaßen Kritik an religiösen Eiferern und ein Plädoyer für Wissenschaft, Philosophie und Humanismus.

Der Film dreht sich um die Mathematikerin, Philosophin und Astronomin Hypatia von Alexandria. Ist jedoch recht frei im Umgang mit ihrem tatsächlichen Leben. Vor allem, weil man über dieses Leben kaum etwas weiß.

Interessanterweise bin ich bei meinem Versuch diesen Blogeintrag mit etwas mehr Hintergrundwissen zu unterfüttern auf folgendes gestoßen (Wikipedia):

Eine Einschätzung von Hypatias philosophischen, mathematischen und astronomischen Leistungen ist angesichts der sehr ungünstigen Quellenlage spekulativ und problematisch. Christian Lacombrade betont, dass Hypatia ihren Nachruhm den Umständen ihres Todes verdanke, nicht ihrem Lebenswerk. Eine Gegenposition zu dieser skeptischen Einschätzung ihrer Bedeutung ist in der feministischen Forschung anzutreffen, wo sich insbesondere Henriette Harich-Schwarzbauer mit ihrer 1997 in Graz vorgelegten Habilitationsschrift Hypatia von Alexandria. Die Testimonien zur alexandrinischen Philosophin profiliert hat. Im feministischen Diskurs werden die antiken Texte zu Hypatia unter dem Gesichtspunkt der Genderforschung interpretiert. Ihr Schicksal erscheint als Beispiel dafür, „wie man mit der weiblichen Intellektualität und wie man mit weiblicher Autorschaft umzugehen pflegte“. So wie Hypatias Leichnam zerstückelt wurde, so sei auch ihre Lebensleistung durch die Überlieferung zerstückelt worden. „Sie der Vergessenheit zu überantworten, war Kalkül.“

Es ist unbestritten, dass Hypatia Kontakte zu vielen wichtigen Menschen in Alexandria hatte (u.A. dem Statthalter aber auch dem Bischof von Ptolemais). Sie hat Mathematik, Philosophie und Astronomie betrieben und war damit hoch angesehen, es ist nahezu sicher, dass sie auch unterrichtete. Und das als Frau in der damaligen Zeit. Und das über einen längeren Zeitraum. Hypathia ist ungefähr 60 Jahre alt geworden. Einen Großteil davon wird sie in ihrer Funktion als Lehrerin, Mathematikerin… zugebracht haben.

Dementsprechend muss man wohl dem Herrn Lacombrade wiedersprechen: Ihr Lebensleistung war mit relativer Sicherheit außergewöhnlich. Dass ihr Tod einen derartigen Nachruhm einbrachte, in diesen kritischen Zeiten religiösen Machtsrebens und unhumanen Verhaltens zeugt davon, dass sie eine bedeutende Person war, die viel Wertschätzung und hohes Ansehen erlangt hatte.

Dementsprechend ist das Zitat von Frau Harich-Schwarzbauer auch eher … nichtssagend … , denn offensichtlich ging man mit der weiblichen Intellektualität und der weiblichen Autorenschaft ganz gut um. Vor allem wenn man bedenkt, das (laut Wikipedia) ihr Lehrer möglicherweise der Sohne der Philosophin Sosipatra gewesen sein könnte.

Dass Hypatia umgebracht und zerstückelt wurde kann nicht zwangsläufig auf ihre Weiblichkeit, sondern vielmehr auf ihren Einfluss zurückgeführt werden. Sie war eine Person des öffentlichen Interesses. Über Stadt- und Landesgrenzen hinaus war sie bekannt. Sie hatte mächtige Freunde in der christlichen Kirche im Adel und bei bekennenden nicht-Christen. Sie derartig niederträchtig umzubringen war ein Zeichen der Macht in einem Machtkampf zwischen Kirche und Staat. Es war ein empfindlicher Schlag gegen den Statthalter Alexandrias. Das gleiche Schicksal hätte mit relativer Sicherheit auch einen Mann in ihrer Position ereilt.

Dass allerdings ein solcher Mord sie der Vergessenheit überantworten würde, bzw. dies einkalkuliert war, ist – na sagen wir mal – scheiße dämlich. Es kann doch kein Mensch wirklich glauben, dass eine Person mit diesem Ansehen, mit diesen Kontakten, auf bestialische Weise umgebracht wird und dies dann nicht bekannt wird. Dass ein solcher Mord einer ohnehin schon außergewöhnlichen Person nur noch mehr Aufmerksamkeit bringt, steht außer Frage. Und ich behaupte, dass dies auch der christliche Mob damals wusste. Ich glaube sogar, dass sie das nicht nur wussten, sondern diese zusätzliche Aufmerksamkeit sogar einkalkulierten. Getreu dem Motto: „Schaut her, wir können die Vertraute des Statthalters ermorden und der kann uns gar nichts. Wir haben hier das Szepter in der Hand!“

Auch das über ihre Lehren und ihre Arbeit wenig bis gar nichts überliefert ist, ist nicht verwunderlich. Immerhin gab es damals durchaus Dinge wie Bücherverbrennungen usw. . In Zeiten religiöser und ideologischer Eiferer wird als erstes das kritische Denken und die Wissenschaft angegriffen.

Aber davon abgesehen: Es sind rund 1500 Jahre seit damals vergangen. Bibliotheksbrände und Zeit fordern ihre Opfer.

Zudem wissen wir nicht einmal, ob sie jemals etwas schriftlich veröffentlicht hat. Möglicherweise, war die Schärfe ihres Geistes und ihre Lehre das, was sie berühmt machte und nicht ihre Forschung.

 

 

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The Red Pill Movie Deutschlandpremiere

Die Deutschlandpremiere kann bei 2360€ starten. Dieses Ziel ist erreicht HURRA!!!

Momentan haben 75 Unterstützer 2873€ gespendet. Damit ist das Ziel erreicht. Sogar 513€ drüber. Wenn man jetzt weiterspendet kann man bis 4040€ als nächstes Ziel spenden um einen größeren Saal zu bekommen.

Falls aus meinem Schreiben jetzt nicht so der Enthusiasmus rauskommt – gut beobachtet.

Das letzte Mal, als ich geschaut habe, fehlten noch knapp 600€. Der Stand war irgendwo bei 1760€ – bei 66 Unterstützern. Das heißt, dass 9 Unterstützer knapp 1100 € gespendet haben. Das kommt mir ungewöhnlich vor. Im Schnitt hätten diese 9 Personen 122,22€ gespendet.

Ich habe Bedenken, dass diese Unterstützer – oder die 1-2 Großunterstützer-, das Funding sprengen könnten, in dem sie kurz vor Ende ihre Spende zurückziehen. Warum das eine Taktik ist? Weil das Primärziel so erreicht zu sein scheint und so Leute, die vorher gezweifelt haben von einer Spende abgehalten werden „weil es ja nicht mehr notwendig ist“.

Deshalb kann ich nur darum bitten weiter zu spenden, um das Projekt sicherzustellen. Es kann natürlich auch nichts weiter dahinter stecken und es kann sich um ehrliche Spender handeln. Dennoch würde eine Unterstützung nicht schaden. Ein zweites Ziel ist in Sicht UND:

Realistisch ist damit zu rechnen, dass nicht exakt 2.360 oder 4.040 Euro zusammenkommen. Wenn der Betrag irgendwo dazwischen liegt, bekommen die ersten 236 Unterstützer eine Eintrittskarte und die übrigen ihr Geld zurück. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Entsprechendes gilt, wenn auch die 4.040 Euro überschritten werden sollten. Die ersten 404 Unterstützer bekommen eine Eintrittskarte und die übrigen ihr Geld zurück.

 

Random Thoughts Nr. 2 -Quickie

Thema: Jenna Behrends

„Da, wo Frauen in unserer Gesellschaft noch immer herabgewürdigt werden als Frauen, da trifft das auf eine ganz klare Haltung, ablehnende Haltung durch die Bundesregierung“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Heißt das jetzt, dass „Frau“ eine Herabwürdigung ist?


 

Thema: Anschläge in Dresden

Wer auch immer diese Sprengsätze gezündet hat ist ein mieses Arschloch. Nein wirklich. Ich weiß, es gab keine Toten, es gab keine Verletzten. Lediglich einige Sachschäden. Dennoch: Warum glaubt eigentlich irgendwer, dass Gewalt hier die Lösung ist?


 

Thema: #sexismusinparteien

Der FDP-Politiker @capslockchris wurde in einer politischen Debatte um Gleichberechtigung als „süß“ bezeichnet. Dieser empörende Skandal ereignete sich am 27.09.2016

Ein Rücktritt von Twitter wäre für @das_sebi das mindeste. Zudem eine öffentliche Entschuldigung.


 

Thema: #nichtegal

Zensiert euch selbst, sonst wird der Staat es tun!

http://archive.is/0nKgM

 

Debatte über Sexismus in der CDU

allesevolution hatte gestern einen Beitrag zu dieser Debatte, der recht ähnliche Gedanken wiederspiegelte, die ich auch hatte. Und heute lese ich bei Deutschlandfunk ein Interview ( Archiv ) mit meiner Herzensfeministin Anne Wizorek über dieses Thema. Und ich habe mir überlegt, ich klinke mich einfach mal in dieses Interview ein. Nur so zum Spaß.


 

„Das würde männlichen Kollegen schlichtweg nicht passieren.“ – „Stimmt, man würde einen Mann, der solche Vorwürfe erhebt, auslachen.“

Die CDU-Politikerin Jenna Behrends ist nach eigenen Angaben vom Berliner Parteichef Frank Henkel als „große süße Maus“ bezeichnet worden. Das sei kein Graubereich mehr, sondern Sexismus, sagte die Aktivistin Anne Wizorek im DLF. Sie nannte es erschreckend, dass sich die Frauen-Union nicht mit Behrends solidarisch zeige. Der Blogger  Stapel Chips hingegen hält es für absolut nicht erschreckend und auch nicht sexistisch.
Anne Wizorek und Stapel Chips im Gespräch mit Mario Dobovisek

Damit werde das Verhalten als okay legitimiert, kritisierte Wizorek. Es sei zudem sichtbar, wie stark verinnerlicht Sexismus in der Partei sei. Ein Fall, wie ihn Behrends schilderte, würde männlichen Kollegen nicht passieren.

Laut Stapel Chips wird das Verhalten dadurch nicht legitimiert, es wird lediglich nicht als Sexismus bezeichnet, der sich hier nunmal nicht zeige. Er kritisiert zudem die Verwässerung des Begriffes.

Wizorek lobte Äußerungen des CDU-Generalsekretärs Peter Tauber, der eingestand, dass es solche Probleme in der Partei gebe. Nun müsse es aber auch Lösungsvorschläge geben, forderte Wizorek. Als Möglichkeit nannte sie eine Kontaktperson, an die sich betroffene Mitglieder wenden könnten.

Auch Stapel Chips findet das Einräumen von Problemen im Umgang miteinander durchaus positiv. Jedoch sollte es keine „Petzstelle“ geben, sondern eher einen Verhaltenscodex, der eine Richtlinie (keine Regel) für das Verhalten miteinander vorgibt.

Wizorek ist Initiatorin der Twitter-Kampagne #Aufschrei, mit der Sexismus im Alltag angeprangert wurde.

Stapel Chips ist Mit-Initiator der Twitter-Kampagne #article7, mit der Sexismus im Gesetz und im System angeprangert wurde.


 

Das Interview in voller Länge:

Mario Dobovisek: Mitgehört haben jetzt aber Anne Wizorek, Bloggerin und Frauenrechtlerin. Bekannt wurde sie vor drei Jahren mit der „Aufschrei“-Diskussion bei Twitter. Wir erinnern uns in dieser Zeit auch an eine junge Journalistin, an Rainer Brüderle und an den Herrenwitz.
Und Stapel Chips, Blogger und Männerrechtler. Bekannt wurden Sie nicht wirklich, aber was nicht ist kann ja noch werden. Guten Morgen, Frau Wizorek und Herr Chips.
Anne Wizorek: Guten Morgen.
Stapel Chips: Guten Morgen.
Dobovisek: Einen Graubereich nannte Nadine Schön das gerade, was Jenna Behrends da beschreibt. Sehen Sie das auch so, einen Graubereich?
Wizorek: Das was in dem Offenen Brief beschrieben wird, finde ich, zählt nicht zu einem Graubereich. Das sind vielleicht eher als, na ja, jetzt nicht sexuell übergriffige Situationen einzustufende Situationen. Aber ein Graubereich ist es nicht, wenn eine Frau als große süße Maus bezeichnet wird oder ihre Reputation daran festgemacht wird, ob sie jetzt mit Männern in der Partei geschlafen hat oder nicht. Das würde mit männlichen Kollegen schlichtweg nicht passieren und insofern ist das kein Graubereich, sondern Sexismus.
Chips: Es ist sicherlich, da stimme ich Frau Wizorek zu, kein Graubereich jemanden als große süße Maus zu bezeichnen. Das ist ein Kosename, den man sich in einer privaten Beziehung gibt, aber nicht in einer professionellen. Dies jetzt aber schon Richtung „sexuell übergriffig“ zu schieben ist schon ziemlich krass – und ziemlich unverschämt Frau Wizorek.
Interessant finde ich, dass sie der Meinung sind, dass ihr sexuelles Verhalten in ihrem professionellen Umfeld nicht zu ihrer Reputation beitragen sollte. Sollten ihre Handlungen nicht ihre Reputation beeinflussen Frau Wizorek? Soll sie ein Spielball – ein Objekt -„des Patriarchats“ sein oder ein Subjekt sein und eigenständig handeln? Und natürlich die Konsequenzen – positive wie negative – tragen.
Zudem gab es ja nicht nur Gerüchte über ihr Sexualverhalten, sondern auch über die des vermeintlichen Sexualpartners. Glauben sie wirklcih, dass eine solche Affaire seiner Karriere nicht schaden würde? Vor allem wenn man bedenkt, wie die anderen Parteimitglieder Frau Behrends scheinbar wahrnehmen, dann war sie ja auch nicht die angenehmste Parteikollegin.
Zum Thema Sexismus: Sie benutzen das Wort ständig, aber ich denke nicht, dass sie wissen was es wirklich bedeutet.
Wenn ein Mann in einem solchen Fall einen Sexismusvorwurf erheben würde, würde man ihn auslachen. Ich stimme ihnen also auch hier zu. Einem Männlichen Kollegen würde so etwas nicht passieren.

Dobovisek: Wundert es Sie, dass sich im Moment viele Politikerinnen ganz offensichtlich zurückhalten?

Wizorek: Was ich sehr erschreckend finde ist, dass tatsächlich jetzt auch von der Frauenunion wirklich ein klar nichtsolidarisches Zeichen kommt. Das trifft sicherlich nicht auf alle zu, aber auf die Vorstandsebene, denke ich mal, schon. Und da sehen wir halt auch, wie stark verinnerlicht der Sexismus noch mal ein Problem ist. Es geht ja nicht nur um Männer, die sexistisches Verhalten an den Tag legen, sondern auch Frauen, die das Verhalten auch noch verinnerlichen und als okay legitimieren.

Chips: Ist ihnen eigentlich mal in den Sinn gekommen, dass diese Frauen „Sexismus“ nicht „verinnerlicht“ haben, sondern dass sie – angenommen hier würde es tatsächlich um Sexismus gehen – die Situation nutzen um eine unliebsame Konkurentin auszuschalten. Dass sie diesen Frauen vorwerfen, derartig manipuliert zu sein und ihnen nicht einmal in den Sinn kommt, dass diese Frauen aus Eigeninitiative so handeln könnten, die Situation nutzen könnten zeigt wieder, dass sie Frauen nur als Objekte wahrnehmen.

Von daher wundert es mich überhaupt nicht, dass Frau Behrens so wenig Unterstützung in dieser „Sexismus“-Sache bekommt. Wie ich bereits sagte, scheint sie ja nicht die umgänglichste Person gewesen zu sein. Dazu dann noch ihr ungewöhnlich schneller Aufstieg, da kann sich die ein oder andere Person schonmal sorgen um die eigene Karriere machen und diese Gelegenheit dann nutzen.

 

„Es ist total wichtig, dass Jenna Behrends diesen Schritt gemacht hat“

Dobovisek: Das ist mir auch aufgefallen, dass es ja nicht nur um Angriffe von Männern gegen Frauen geht, sondern auch um Angriffe von Frauen untereinander. Da fällt mir sofort das blöde Wort „Stutenbissigkeit“ ein. Aber wie bedeutsam ist das in der Politik?

Chips: Der Begriff ist zwar sehr negativ konnotiert, aber dennoch zutreffend. In der Politik und auch innerparteilich geht es um Macht und Machtpositionen. Entweder aus Eigeninteresse, aus Machtgeilheit, oder weil man die Macht benötigt um das Leben der Menschen zu verbessern. Aber es geht immer um Macht. Um wichtige(re) Positionen.

Wizorek: Es ist natürlich insofern bedeutsam, dass, wenn jetzt jemand, wie Jenna Behrends es getan hat, sich mit dieser Kritik äußert, sie leider nicht automatisch damit rechnen kann, auch Unterstützung zu erfahren. Ich glaube zwar schon, dass wir einerseits jetzt auch viel positive Reaktionen sehen, aber wir sehen ja leider auch Leute, die das wieder herunterspielen, die ihre Glaubwürdigkeit infrage stellen, die ihr auch wieder einen Aufmerksamkeitswillen einfach nur vorwerfen, wo man sich aber auch fragen muss, na ja, wer will denn, bitte, mit Sexismus-Vorwürfen oder Sexismus-Kritik allein irgendwie im Rampenlicht stehen? Das ist nichts Schönes, aber es ist total wichtig, dass Jenna Behrends diesen Schritt gemacht hat und dass sie jetzt diese Debatte angestoßen hat.

Chips: Ich muss ihnen erneut zustimmen. Es war wichtig, dass sie es angesprochen hat. Es war wichtig wie sie ihren offenen Brief verfasst hat. Denn so konnte die ganze Bevölkerung sehen, dass es hier definitiv noch eine andere Seite der Medallie gibt, die Frau Behrens in ein sehr negatives Licht rücken. Und zwar in ein solch negatives, dass selbstbewusste, starke Frauen mit solch einer Frau nichts zu tun haben wollen.

„Das reflexhafte Abwehren und Negieren, das haben wir jetzt hier nicht“

Dobovisek: Welche Unterschiede sehen Sie jetzt zur Debatte von vor drei Jahren?

Wizorek: Ich denke, dass reflexhafte Abwehren und Negieren, dass es Sexismus nicht gibt, das haben wir jetzt hier nicht. Das finde ich eine positive Entwicklung. Wenn jetzt Peter Tauber sagt, ja natürlich gibt es das in unserer Partei, dann ist das schon mal was anderes als zu sagen, ja damit haben wir kein Problem.

Andererseits würde ich mir natürlich auch von ihm wünschen, oder auch von Leuten in seinen Positionen, dass er das Problem auch entsprechend ernst nimmt und vielleicht auch schon mal Lösungsvorschläge anbietet.

Es kann nicht dabei bleiben, einfach nur anzuerkennen, dass das Problem da ist, sondern dann auch konkret zu überlegen, wie können wir das jetzt als angehen als Partei in diesem Fall.

Chips: Auch hier stimme ich im groben zu. Allerdings möchte ich betonen, dass ich auch von einer Frau Behrens erwarte, dass sie entsprechende Lösungsvorschläge anbietet. Ich würde gerne wissen wie sie reagiert hat, als sie „große süße Maus“ genannt wurde. Wie hat SIE sich verhalten um das Problem zu lösen. Hat sie die Personen direkt angesprochen? Hat sie ein innerparteiliches Statement veröffentlicht, dass Bezug auf die Gerüchte nimmt?

Ich werte „keine reflexhaft Abwehr und Negieren, dass es Sexismus nicht gibt“ allerdings etwas anders. Auch bei der #Aufschrei-Debatte wurde die Existenz von Sexismus weder negiert noch abgewehrt. Es wurd versucht deutlich zu machen, dass es kein systemisches oder rechtliches Problem ist. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die meisten Menschen sich nie haben etwas in dieser Hinsicht zu Schulden kommen lassen und das es um Fälle von Individuen zu Individuen geht.

Dass hier eine solche Abwehr oder Negierung nicht stattfindet, liegt daran, dass es derartig offensichtlich absurd ist. Ich darf einmal aus ihrem offenen Brief zitieren?

„Auf den ersten Blick verstehe ich den Missmut, den du gegenüber politischen Quereinsteigern wie mir hegst. Es fühlt sich nicht fair an, wenn man die jahrelange Ochsentour auf sich nimmt, um dann auf einem hinteren Listenplatz zu landen und leer auszugehen. Wenn du dieses Thema offen auf dem Nominierungsparteitag ansprichst, während ich nach meiner Bewerbungsrede alleine auf dem Podium stehe (Wortlaut: „Wie viele Plakate haben Sie denn schon in Ihrem Leben geklebt, Frau Behrends?“), dann kann ich darauf immerhin reagieren. Dann kann ich dir erklären, dass mein Ortsverband mich vorgeschlagen hat, weil er daran glaubt, dass eine junge Frau gut für die Wahlliste und die spätere Fraktion ist und es eine Qualifikation gibt, die sich nicht in der Zahl aufgehängter Plakate bemisst. Der Rest ist dann Ortsverbandsarithmetik und ja: auch Frauenquote.“

Hat sie irgendein Argument, irgendeine Qualifikation, irgendwas vorgelegt, dass zeigt, dass sie Qualifiziert ist? Nein, nichts. Außer, dass sie eine Frau ist. Sie ist seit nicht einmal einem Jahr in der Partei und ist auf einen als sicher geltenden Listenplatz im Kreisverband gewählt worden. Mit der einzigen Qualifikation Frau. Ach ja und eine Quote die Frauen nach vorne bringen soll…

„Das Problem zu adressieren wäre ein erster wichtiger Schritt“

Dobovisek: Wie müssten Lösungsvorschläge Ihrer Meinung nach aussehen?

Wizorek: Nun ja, das muss natürlich die Union für sich selber definieren. Aber allein, wie es vielleicht auch andere Parteien haben, dann Ansprechpersonen zu haben, die dann in dem Fall kontaktiert werden können, mit denen man sich erst mal austauschen kann, das wäre, glaube ich, schon mal ein wichtiger Schritt, sozusagen innerhalb der Partei da eine Infrastruktur aufzubauen und vor allem das klar als Problem zu adressieren und immer auch mitzudenken, wie können sie dem begegnen. Das wäre schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Chips: Ich denke man muss die Parteimitglieder in Eigenverantwortung nehmen. Einerseits gehören sich solche Maus-Sprüche natürlich nicht, genauso wie diese Gerüchte kontraproduktiv sind, andererseits ist es auch Sache der betroffenen Männer und Frauen, diese Dinge dort zu addressieren, wo sie hingehören. Nämlich in Richtung der Täterin bzw. des Täters. Eine Petzstelle einzurichten wäre ziemlich kindisch. Wenn überhaupt etwas gemacht werden müsse, dann wäre eine Art Verhaltenscodex angemessen. Eine Richtlinie, keinesfalls eine Regelung, wie man miteinander umgehen soll.

Was man auf keinen Fall tun sollte ist, dass Verhalten von Individuen der ganzen Partei zu unterstellen, wie es hier geschehen ist. Man muss sich das mal überlegen: Eine Partei, die eine eigene Organisation hat, die sich um Frauenbelange kümmert (Frauenunion), die eine Frauenquote hat und die eine Frau, weil sie Frau ist, auf einen sicheren Listenplatz wählt. Dieser Partei wird Sexismus vorgeworfen.

Das Problem hier ist nicht Sexismus, sondern dass Frau Behrends sich das infantile feministische Verhalten zu eigen gemacht hat und Fehler nur bei anderen sucht und nie bei sich selbst. Wenn sie abgesägt wird, weil sie sich menschlich falsch verhalten hat, dann ist das ihrer Meinung nach Sexismus. Es MUSS daran leigen, dass sie eine Frau ist, es kann gar nicht daran liegen, dass sie selbst Fehler gemacht hat…

Dobovisek: Kurz zum Schluss. Sie sind selbst in keiner Partei aktiv. Was hält Sie davon ab?

Wizorek: Weil ich unter anderem mitgekriegt habe, wie junge Frauen in Parteien – und das beschränke ich jetzt mal nicht auf die Union – behandelt werden. Insofern bin ich lieber als Aktivistin von außen tätig.

Chips: Ich bin ehrlich gesagt zu faul dafür, auch wenn ich schon einmal mit den Weltraumaffen über das Gründen eines Vereins oder einer Partei gesponnen habe. Zudem würde dieses Engagement mich Zeit kosten, die ich für Arbeit, Studium, Freunde und Hobbies benötige – und natürlich auch meinen Internetaktivismus.

Eine schöne Sache ist hierbei, dass ich hier nur für mich selbst verantwortlich bin. Ich muss mich keinen Vereins- oder Parteistatuten beugen, sondern kann schreiben was ich will.

Was mich ganz bestimmt nicht davon abhält in eine Partei zu gehen, ist, wie Männer in Parteien behandelt werden. Wo Frauen weil sie Frauen sind mir vorgezogen werden, wo Quoten eingeführt werden, die andere auf Grund eines Geburtsmerkmales mir vorziehen usw. .

Dobovisek: Die Bloggerin und Frauenrechtlerin Anne Wizorek. Vielen Dank für das Interview heute Morgen.

Wizorek: Gerne!

Dobovisek: Und der Blogger und Mänerrechtler Stapel Chips. Auch ihnen vielen Dank für das Interview heute Morgen.

Chips: Bitte, gern geschehen.

Gnarf (Meinungsfreiheit zum x. Mal & #nichtegal die 4.)

Ich habe gerade unter einem Youtubevideo einen Kommentar verfasst, aber scheinbar darf ich bei diesem Kanal keine Links posten. Daher hier mein Kommentar mit Links und in den Youtubekommentaren ein Verweis (leider kein Link) auf diesen Blog.


 

Ich bin durchaus ebenfalls kritisch zu dieser Kampagne.
Zum einen bin ich, was Meinungsfreiheit angeht ziemlich radikal. Die einzige Einschränkung der Meinungsfreiheit die es meiner Meinung nach geben sollte, ist der direkte Aufrug zur Gewalt. Alles andere sollte meiner Ansicht nach erlaubt sein.
Du solltest Dich irgenwo hinstellen können und wütend und schaum triefend alle möglichen Leute beleidigen können, ohne dass der Staat dir dafür was kann. Du must den Holocaust leugnen dürfen, die rechtliche Ungleichbehandlung auf Grund von Geburtsmerkmalen wie Hautfarbe oder Geschlecht fordern dürfen (da bin ich sogar noch extremer als die Menschenrechte; vgl. Artikel 7 International Bill of Human Rights http://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte#artikelgleichheitvordemgesetz [Ja liebe Feministinnen, ihr dürft mir dafür danken, dass ich eure Aufhetzung zur Diskriminierung verteidige]) und Dich wie ein Arschloch verhalten dürfen.
Du musst halt nur damit rechnen, dass du entsprechenden Gegenwind bekommst und keiner mehr was mit dir zu tun haben will. Denn es gibt halt Resonanz auf zwei Ebenen: Die soziale Ebene (keiner will mehr was mit Dir zu tun haben) und die rechtliche Ebene (Strafe/nicht Strafe).

Zu Artikel 5(2) unseres Grundgesetzes:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/bvg16-048.html
daraus:
„1. Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit schützt nicht nur sachlich-differenzierte Äußerungen. Vielmehr darf Kritik auch pointiert, polemisch und überspitzt erfolgen. Einen Sonderfall bilden herabsetzenden Äußerungen, die sich als Formalbeleidigung oder Schmähung darstellen. In diesen Fällen ist ausnahmsweise keine Abwägung zwischen der Meinungsfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht notwendig, weil die Meinungsfreiheit regelmäßig hinter den Ehrenschutz zurücktritt. Diese für die Meinungsfreiheit einschneidende Folge gebietet es aber, hinsichtlich des Vorliegens von Formalbeleidigungen und Schmähkritik strenge Maßstäbe anzuwenden.“
So die Aussage also durchaus nicht falsch ist, muss man doch darauf hinweisen, dass „strenge Maßstäbe“ angewendet werden müssen, wenn es um Meinungsfreiheit geht. Das hat das Bundesverfassungsgericht bereits mehrfach entschieden. In diesem konkreten Fall war eine Staatsanwältin als „dahergelaufen“ bzw. „durchgeknallt“ bezeichnet worden. Nun werden die Meisten hier nicht von „Hass“ reden, wogegen diese Kampagne vorgeht. Aber dazu kommen wir jetzt.

Die Kampagne möchte ja auch in Schulen gehen und die Schüler dort unterrichten, was Hatespeech/Hass ist und wie man dagegen vorgehen kann. Es handelt sich also mit nichten nur um ein paar Youtuber die sich gegen Hass aussprechen. An sich ist das nicht verkehrt, da Medienkompetenz ein durchaus wichtiges Thema ist und auch in den Schulen behandelt werden sollte.

Schauen wir uns doch mal das Unterrichtsmaterial an:
https://storage.googleapis.com/nichtegal-downloads/workshops/NichtEgal_Unterrichtsmodul_Hassrede_im_Netz_ist_NichtEgal.pdf

(S.2): „Hass kann sich unterschwellig äußern oder sich deutlich in Beschimpfungen und Drohungen ausdrücken.“
Daran ist erstmal so noch nicht ganz so viel einzuwenden. Allerdings wird hier schon eine Verwischung vorgenommen („unterschwellig“).
Nehmen wir an, ich hätte tatsächlich unterschwelligen Hass gegen jemanden/eine Gruppe [also zum Beispiel bei mir Feministen]. Wenn ich nun argumentiere und meine Meinung äußere, sie mit Quellen belege und versuche einen möglichst sachlichen Diskurs zu fördern, dabei aber mein Hass auf diese Gruppe durchschimmert, ist dieser Hass dann ein Problem?

(S.5): „Hassrede (Hate Speech) ist kein sprachwissenschaftlicher, sondern ein politischer Begriff mit mehr oder weniger starken Bezügen zu juristischen Tatbeständen. In Deutschland ist der juristische Bezugspunkt der Tat-bestand der Volksverhetzung,[…]“
Auch hier wieder eine Verwischung: „mehr oder weniger starke Bezüge“. Wie stark denn? Wo beginnt Hatespeech? Wo beginnt Hass?

(S.6): „Hate Speech konkret zu definieren oder zu katalogisieren, ist kaum möglich, denn was Hate Speech ist, ist immer vom Kontext abhängig. […] Sprache wird in erster Linie in dem Rahmen, in dem sie angewandt wird, zu Hate Speech.“
Auch hier wieder eine Verwischung. Es natürlich absolut richtig ist, dass Worte Kontextabhängig sind, haben wir hier keine klaren Vorgaben, was denn nun Hatepeech eigentlich ist.

„Grundlage für Hate Speech ist immer eine bestehende Diskriminierung von Gruppen aufgrund von Hautfarbe, Gender, Sexualität, ethnischem Hintergrund oder Religion. Hate Speech funktioniert nur, wenn sie eine kollektiv verankerte Abwertung anspricht und in Einklang mit gesellschaftlicher Diskriminierung steht. […]“
Also zum Beispiel wenn ich sage: ‚§226a StGB verbietet die Genitalverstümmlung von Mädchen, §1631d BGB erlaubt die Genitalverstümmlung von Jungs, dass ist keine Gleichberechtigung, dass ist eine Diskriminierung gegen Jungs/Männer.‘ (Diskriminierung auf Grund von Gender) und der Andre Teilzeit (ja, der von der Kampagne) in seinem Video „Sätze die Feministen nicht hören wollen“ sagt, dass der „Heterosexuelle weiße CIS-Boy in dir sich auch mal diskriminiert fühlen möchte“, dann ist das Hatespeech? OK.
( https://www.youtube.com/watch?v=FN5cUF-Kojs )

„Grundsätzlich gilt zu fragen: Wie wird eine Bezeichnung benutzt? Wird das Wort schwarz abwertend verwendet mit Bezug auf Schwarze Menschen? Wird ‚Mädchen’ als Beleidigung benutzt, weil ein Verständnis vorliegt, demzufolge Mädchen minderwertig seien?“
Und hier wirds dann haarig. Denn: Ist es immer klar, ob etwas abwertend gemeint ist? Meinte Andre Teilzeit „Hetero weißer CIS-Boy“ abwertend? Meist ist sowas klar. Aber nehmen wir mal das Wort „Ausländer“. Es hat eine doch recht negative Konnotation, weshalb wir heute oft sagen „Migranten“ oder „Menschen mit Migrationshintergrund“. Die Freundin meines Bruders ist Französin. Wenn ich sage „sie spricht nur sehr schlecht Deutsch, sie ist halt eine Ausländerin“, dann sage ich etwas objektiv richtiges. Sie kommt aus einem anderen Land, sie kann daher kein gutes Deutsch (Ist-Stand). Auf Grund der negativen Konnotation könnte man mir jetzt aber unterstellen, dass ich sie deshalb nicht leiden kann oder sie deshalb abwerte oder ihr keine Entwicklung ihrer Sprachfertigkeiten zustehe. Alles Unsinn. Aber so ist das halt mit der Interpretation.

(S.7): „Als ‚Hate Speech‘ bezeichnet man menschenfeindliche Äußerungen, die zu Gewalt, Ausgrenzung oder Benachteiligung gegenüber einer Person oder eine Gruppe von Menschen aufrufen, z.B. Volksverhetzung oder Leugnung des Holocaust.“
Das wäre doch mal eine recht deutliche Definition, wenn nicht direkt danch und zugehörig das hier stehen würde:

„Hate Speech kann […] in unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten und muss immer im jeweiligen Kontext gedeutet werden. Das kann es schwierig machen, sie sofort zu erkennen, da je nach Thematik Hintergrundwissen zu entsprechenden politischen und historischen Bezügen benötigt wird.
Einzelne Begrifflichkeiten können aus unterschiedlichen Perspektiven sozialer und gesellschaftlicher Position verschieden interpretiert und bewertet werden. Individuelle Beleidigungen können mit Hate Speech verknüpft sein. Hate Speech kann emotional und rational formuliert sein.“

Auch hier wieder die Verwischung. Hier kann jemand ohne sein Wissen Hatespeech begehen, nur weil ihm einige Informationen fehlen, von deren Existenz er vielleicht nicht mal gewusst hat. Hatespeech kann, aus einer anderen Perspektive betrachtet gar keine Hatespeech mehr sein oder andersherum: eine vollkommen normale Aussage kann aus einer anderen Perspektive Hatespeech sein (Mikroaggressionen anyone?). Das kann sogar durch die gesellschaftliche Position eine Veränderung sein. Noch mehr verwischen geht gar nicht.

Das Problem ist daher, dass man Hatespeech nahezu willkürlich vorwerfen kann mit diesen „Definitionen“. Hier wird nicht nur sensibilisiert, sondern es wird hypersensibilisiert. Alles kann Hatespeech sein…

(S.9): „„Meinungsfreiheit muss es auch mal ertragen können, dass ich Feministinnen scheiße finde.“
Eines der Beispiele (man muss hierbei beachten, dass hier explizit nicht „alle“ steht, wie in den anderen Beispielen). Warum zum Geier soll jemand jemanden nicht auf Grund des Gedankengutes (Feminismus) scheiße finden dürfen? Es muss erlaubt sein Ideen zu diskutieren und zu kritisieren. Nichts anderes fordert diese Kampagne ja im Kern. Und wenn ich der Meinung bin, dass Feministen (und hier in der überwiegenden Mehrheit weibliche Vertreter dieser Idiologie) sich scheiße verhalten und scheiß Meinungen von sich geben, dann muss ich die halt durchaus auch scheiße finden dürfen.

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Nun ist dieses schwammige natürlich ein Problem, aber kein rechtliches. Denn weder rufen die Youtuber dazu auf zu löschen, noch gegenzuhaten, noch außerhalb des strafrechtlich relevanten Rahmens anzuzeigen. Wie aber schon richtig bemerkt ist Familienministerin Schwesig mit involviert. Aber auch die Amadeu Antonio Stiftung (AAS) und der No-Hate-Speech Bewegung sind unterstützer dieser Kampagne. Zwei der Definitionen, die wir lesen durften, stammen übrigens von der Stiftung. Ach ja, das Bundesministerium finanziert übrigens auch „strategische Stiftungsprojekte“ der AAS ( https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wir-ueber-uns/partner/ ).

Und jetzt wirds knifflig. Wie Du richtig im Video angemerkt hast, ist #nichtegal nicht die erste Kampagne ihrer Art. Da gab es zum Beispiel #nohatespeech.

Diese Kampagne wird bis Ende 2017 vom BMFSFJ (Ministerin Schwesig) finanziell unterstützt und das Bundesjustizministerium ist mit in dem „Nationalen Kampagnen Komitee“.
https://no-hate-speech.de/de/netzwerk/das-nationale-kampagnen-komitee-in-deutschland/
Interessant ist auch hier die Definition: „Es gibt keine einheitliche Definition von Hate Speech, weder in Deutschland noch international. Im Gesetzbuch wird Hate Speech (noch) nicht spezifisch erwähnt – verurteilt werden Beleidigungen oder Volksverhetzung. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass online haten erlaubt ist…, falls jemand auf die Idee käme.“
Die wissen nicht einmal wogegen sie vorgehen.
Im Komitee sind weiterhin die AAS, Teile der #Aufschrei-Clique, die Neuen deutschen Medienmacher und netz-gegen-nazis (Partner der AAS) ( https://no-hate-speech.de/de/netzwerk/ ).

Bei #Ausnahmslos waren Bundesjustizminister Maas (Initiator) und Schwesig (Unterstützerin) involviert. Zudem noch die #Aufschrei-Clique.

Es gibt eine „Taskforce“ für Facebook, die ebenfalls von Maas initiiert wurde und wo auch die AAS beteiligt ist. Momentan noch als Stiftung die Leute schult, später vielleicht noch als „Trusted Reporter“. Was das dann zu bedeuten hat und wie das wirkt? Man weiß es nicht.
( http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/task-force-gegen-hassinhalte-im-internet-es-gibt-noch-viel-zu-tun-10780 )

Dann gab es noch die #OrganisierteLiebe, bei der die Neuen deutschen Medienmacher und die #Aufschrei-Clique involviert waren. Diese ist jedoch weitestgehend verpufft.

Und ich denke, dass deshalb #nichtegal soviel abbekommt. Es ist eine Kampagne von vielen, die „gegen Hatespeech“ vorgeht. Und es finden sich überall die selben Nasen wieder. Entweder hast du die AAS, das BMFSFJ (Schwesig), oder das Bundesjustizministerium (Maas) mit drin – oder die #Aufschrei-Clique (wobei Julia Schramm von der AAS ja auch recht dicke mit der Clique ist…).
Das Problem ist, dass diese beiden Bundesministerien bzw. diese beiden Minister auf breiter Front gewisse Aussagen unterbinden wollen. Auch unterschwellige Sachen. Auch Sachen, die erst durch einen Perspektivwechsel zu „Hatespeech“ werden usw. . Es ist schlicht und ergreifend nicht Aufgabe des Staates zu erziehen. Es ist nicht Aufgabe von Bundesministern sich hier einzumischen.
Man muss sich halt auch die Frage stellen: Steckt da mehr hinter, als nur der Wunsch nach weniger Hass? Setzen wir doch mal die Aluhüte auf. Was wäre wenn diese Minister die Bevölkerung so hypersensibel machen wollen, dass sie die Unterstützung der Bevölkerung dahingehend bekommen, dass sie Gesetze erlassen können, die die Meinungsfreiheit weiter einschränken könnten.
https://www.heise.de/tp/news/Intolerantes-Toleranzpapier-2014716.html
http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2009_2014/documents/libe/dv/11_revframework_statute_/11_revframework_statute_en.pdf

TheRedPill Movie Deutschlandpremiere

Viele werden es schon wissen, aber im Augenblick gibt es eine Kickstarterkampagne für eine Deutschlandpremiere des Red-Pill Films.

Zum Zeitpunkt dieses Schreibens steht der Kontostand 595€ und 26 Unterstützern (also ca. 23€/Person). Benötigt werden allerdings 2360€. Ein erreichbares Ziel an sich. Es bräuchte bei gleicher Spendenbereitschaft „nur“ noch ca. 77 Personen.

 

Infos zum Film:

https://www.facebook.com/RedPillMovie/?fref=nf

http://www.theredpillmovie.com/

#nichtegal die 3.

Ich habe heute überlegt, warum die #nichtegal Kampagne so schlecht angekommen ist.

Letztendlich haben wir es mit einigen Youtubern zu tun, die dazu aufrufen etwas entspannter auf Youtube zu sein. Das ganze Unterstützt von Youtube und als Schirmherrin Manuela Schwesig (nur Schirmherrin, keine Finanzierung durch das BMFSFJ).

Zudem wollen Sie ja noch in Schulen gehen, was an sich auch nicht so schlimm ist, da Medienkompetenz durchaus wichtig ist. Und dazu gehört eben auch, angemessen mit anderen Menschen online zu kommunizieren.

Natürlich gibt es im Unterrichtsmaterial einige Probleme, die ich teils in meinem Video schon dargelegt habe, teils unter dem Video in den Kommentaren zu finden sind.

Das größte Problem ist sicherlich die vollkommene Beliebigkeit der Definition von Hass bzw. Hatespeech. Es ist Perspektivenabhängig, Kontextabhängig, kann unterschwellig oder direkt sein oder – jetzt kommts – rational (!) oder emotional sein. Hasssprache oder Hass kann rational sein. Naja… da hat sich jemand Gedanken gemacht.

Zudem wurde halt in einem der Beispiele gesagt, dass „Meinungsfreiheit muss es aushalten, dass ich Feministinnen scheiße finde.“Hatespeech ist.

Dennoch, auch wenn dies beides in meinen Augen große Fehler sind, verwundert es doch wie Erdrutschartig das Ding auf Twitter zerlegt wurde.

An dieser Stelle möchte ich übrigens darauf aufmerksam machen, dass die Leute hinter dem Twitteraccount #Nichtegal (meinem Eindruck nach) zwar oftmals etwas naiv, aber dafür dann doch recht souverän geantwortet haben. Zu mindest scheinen sie sich besser mit Social Media auszukennen und mehr Medienkompetenz zu haben als die Leute hinter #nohatespeech.

Und da treffen wir dann auf das Problem, warum dieser Hashtag derartig zerlegt wurde. Es gab dieses Jahr schon mehrere Versuche sowas zu etablieren. Angefangen von #Ausnahmslos über #OrganisierteLiebe über #nohatespeech. Zudem dann noch die „Taskforce“ von Heiko Maas. #Ausnahmslos schien eine Aktion gewesen zu sein, die durch Bundesjustizminister Heiko Maas initiiert wurde und von der „#Aufschrei-Clique“ durchgeführt wurde (und durch Schwesig unterstützt wurde). #OrganisierteLiebe kam aus dem selben Camp und den „Neuen deutschen Medienmachern“(NdMm; Verbindung über die Republica). Es folgte die Taskforce (durch Minister Maas und mit der Amadeu Antonio Stiftung). Dann kam #nohatespeech. Diesmal unter der Fuchtel vom BMFSFJ und mit den NdMm und der #Aufschrei-Clique . Sowohl das BMFSFJ als auch der Heiko sind bei der Amadeu Antonio Stiftung involviert. Als Unterstützer und auch als Vorwortschreiber. Julia Schramm con der AA-Stiftung hat zudem auch direkte Kontakte zur #Aufschrei-Clique. Diese Clique war mit Manuela Schwesig zusammen im #TeamGinaLisa verbunden (weshalb Frau Schwesig verdammt nochmal zurückzutreten hat). Frau Schwesig wiederum ist Schirmherrin der #nichtegal Kampagne, die wiederum auch von der AA-Stiftung und der #nohatespeech Kampagne unterstützt wird…

Oder in übersichtlich:

#Ausnahmslos: Maas, Schwesig, #Aufschrei-Clique
#OrganisierteLiebe: #Aufschrei-Clique, NdMmTaskforce: Maas, AA-Stiftung
#nohatespeech: Schwesig/BMFSFJ, AA-Stiftung, NdMm, Maas, #Aufschrei-Clique
#TeamGinaLisa: #Aufschrei-Clique, Schwesig

und jetzt #nichtegal: Schwesig, AA-Stiftung, #nohatespeech

Jetzt kann man natürlich sagen: Toll, dass sich Schwesig und Maas so gegen Rechts einsetzen. Kann man – sollte man nicht. Warum sind so viel Kampagnen notwendig? Soll hier der Eindruck entstehen, dass es eine „Breite Front“ gegen Rechts gibt? UNd jedesmal ist die Definition von Hatespeech verwaschen, jedesmal ist nicht klar, wogegen man eigentlich vorgeht. Und jedesmal sieht man die selben Leute dahinter. Und jedes Mal entspannt sich eine Diskussion um die Meinungsfreiheit.

Und jedesmal stellen sich Rechte jeder coleur und Linksliberale gegen diese Meinungsdiktatur. Frau Schwesig. Herr Maas. Was soll der Scheiß?