HALTET EUCH VON DIESEN GEISTESKRANKEN FERN

Mir wurde folgender Tweet in die Timeline gespült:

( Archiv )

Dabei handelt es sich um den Twitteraccount folgender Institution „Der Paritätische – Selbsthilfe Kontaktstelle„.  In der Biographie des Twitteraccounts lässt sich folgendes lesen:

Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung bei KO-Tropfen und/oder illegaler Pornografie

Warum das interessant ist? Weil Frau Lohfink behauptete, dass ihr KO-Tropfen verabreicht wurden, und weil von ihr illegale Pornografie erstellt wurde, für die die Betreffenden Männer ja auch verurteilt wurden.

Ich möchte einen Teil des Tweets hier hervorheben: „… ein fantastischer Text…„.

Nun gibt es für „fantastisch“ zwei Bedeutungen.

1.: von Illusionen, unerfüllbaren Wunschbildern, unwirklichen, oft unklaren Vorstellungen oder Gedanken beherrscht und außerhalb der Wirklichkeit oder im Widerspruch zu ihr stehend

2.: großartig und begeisternd

Dies sind zwei sehr abweichende Bedeutungen. Die eine sagt, dass etwas besonders gut ist, die andere, dass etwas realitätsfern ist. Ist letzteres der Fall, habe ich ehrlich gesagt nichts einzuwenden. Ist aber ersteres der Fall kann ich nur sagen: Haltet euch von diesen Geisteskranken fern.

Womit wir es hier zu tun haben, wird deutlich, wenn das Wort im Kontext von „…schockierendste Urteil d Jahres…“ betrachtet wird. Offensichtlich ist gemeint, dass dieser Text großartig ist.

Also bitte liebe Frauen: HALTET EUCH VON DIESEN GEISTESKRANKEN FERN!

Ich erkläre jetzt, warum. ( Archivlink des Kommentars ; Dieser Text ist NICHT von „Der Paritätische“ wird von diesem aber als fantastisch bezeichnet und verbreitet.)


Richterin zu Gina-Lisa Lohfink: „Ich kann keine Gewalt erkennen“

Die erneute Verurteilung von Gina-Lisa Lohfink ist ein historisches Urteil. Die patriarchale kapitalistische Gesellschaft ist darauf angewiesen, Frauen mundtot zu machen und ihnen Gerechtigkeit zu verweigern. Der Schauprozess gegen Lohfink markiert eine Grenze dieser Gesellschaft.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht wo ich anfangen soll. Nehmen wir an wir leben in einer patriarchalen kapitalistischen Gesellschaft. Wie kommt es dann, dass eine Frau Richterin wird, eine Frau Staatsanwältin wird und ein Mann Frau Lohfink verteidigt?
Wie kann es sein, dass diese Gesellschaft darauf angewiesen ist, Frauen mundtot zu machen, wo doch Frau Lohfink ständig ihr Gesicht in die Kameras gehalten hat und mehr mit der Presse und den Medien sprach als vor Gericht. Sie wurde definitiv nicht mundtot gemacht. Tatsächlich schien es vielmehr so, als wären sehr viele – inklusive Ihnen selbst – lediglich an ihrer Version interessiert und nicht an der Version der beiden Männer, die der Vergewaltigung beschuldigt wurden. Und es ist eher so, dass Sie die Stimmen der Staatsanwältin und der Richterin mundtot machen wollen, in dem sie das als „Schauprozess“ bezeichnen. SIE sollten sich was schämen, diese Frauen mundtot machen zu wollen.
Da sie offensichtlich ein Problem mit der „patriarchalen kapitalistischen Gesellschaft“ haben muss ich postulieren, dass Sie das „angewiesen sein“ projizieren. Soll heißen: Sie sind darauf angewiesen, dass Frauen schweigen, wenn diese Ihrem Narrativ wiedersprechen. Selbst dann, wenn es mehrere Frauen sind und selbst dann, wenn es Beweise gibt. Doch zu denen kommen wir gleich.
Wenn es ein Video von deiner Vergewaltigung gibt; wenn du dort deutlich hörbar Nein und Hört auf sagst; wenn alle Täter darauf identifizierbar sind; wenn die Täter unmittelbar nach der Tat dieses Video ins Internet stellen, um dich zu verhöhnen; wenn du dazu noch mehrere zehntausend Euro für Anwälte ausgeben kannst – dann lass die Anzeige bleiben, es hat keinen Sinn. Vergewaltigung, das gibt es im Strafgesetzbuch und in Mythen, aber nicht in der Realität, so lautet die Quintessenz der erneuten Verurteilung Gina-Lisa Lohfinks in Berlin.
Lediglich für Leute, die ein bestimmtes Narrativ verfolgen. Denn alle anderen haben sehr wohl gehört, dass mehrere Prozessbeteiligte (unter anderem Frauen) darin übereinstimmen, dass diese Worte sich nicht auf den Sex insgesamt, sondern auf das Filmen und/oder eine der (versuchten) Sexpraktiken bezogen hat.
Was man wissen sollte, ist, dass Worte nicht in einem Vakuum existieren. Sie sind nicht kontextlos.
Also entweder ignorieren Sie die Stimmen der Frauen oder Sie wollen diesen Fakt nicht wahrhaben. Beides ist – freundlich ausgedrückt – ziemlich schwach Ihrerseits. Sollten Sie diesen Fakt nicht wahrhaben wollen, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens, Sie machen dies aus Böswilligkeit und zweitens, Ihnen fehlt das Verständnis für dieses Konzept – was sie zu einem Arschloch oder zu einem Soziopathen machen würde.
Übrigens berichtet auch der Stern darüber, das dieser Kontext wichtig ist (Hervorhebung nicht im Original):
Der in den Videoclips deutlich zu hörende, drei Mal gesprochene Satz „Hör auf!“ reicht dem Gericht nicht als Beweis für eine Vergewaltigung. Sie könnte ja damit auch die akute Handlung gemeint haben, die der betreffende Mann in diesem Moment setzte – etwa der Versuch, seinen Penis in ihren Mund zu stecken – nicht den Geschlechtsverkehr an sich, diese Möglichkeit sieht zumindest die Staatsanwältin. Eine Detailsuche, die zur Wahrheitsfindung notwendig ist.
Ich zitiere das nur, weil sie später den Stern, als einziges deutsches Blatt bezeichnen, dass eindeutig pro-Lohfink Stellung bezieht.
Das sie nun aber noch Frauen anraten nicht anzuzeigen werte ich als pure Polemik, andernfalls wäre ganz klar etabliert, dass Sie ein wiederwärtiges Arschloch sind.
Selten waren die Chancen so gut für ein historisches Urteil, selten wäre es für Gericht und Presse so einfach gewesen, der Frau zu glauben – der man noch nicht einmal hätte glauben müssen, brachten die Täter selbst die Beweise ihrer Tat mit.
Diese Beweise waren mehrere Videos, die – zu mindets laut Aussage mehrerer Prozessbeteiligter keine Vergewaltigung zeigten. Und zudem auch zeigten, dass Frau Lohfink mit ziemlicher (nicht absoluter) Sicherheit nicht unter dem Einfluss von KO-Tropfen stand.
Des Weiteren muss man sich Fragen, warum zwei Menschen sich selbst bei dieser strafbaren Handlung filmen sollten um das dann Medien anzubieten. Spätestens an dieser Stelle muss man sich die Frage stellen: Zeigt das gesamte Videomaterial nicht etwas anderes als in diesen kurzen Schnipseln?
Auch wenn die erneute Verurteilung zu 20.000 Euro nicht die Vergewaltigung betraf – die Verhandlung in Berlin wurde von Anfang an darum geführt: „Die Frage [nach der „Falschverdächtigung“] wurde jedoch nur ein einziges Mal erörtert, am letzten Verhandlungstag, und zwar von Lohfinks Verteidiger“, merkt der Stern in einem lesenswerten Kommentar zum Urteil an – und ist damit so ziemlich das einzige deutsche Blatt, das klar pro-Lohfink Stellung bezog.
Nun, Frau Lohfink Beschuldigte die Beiden sie vergewaltigt zu haben. Daher ist es ziemlich sinnvoll zu etablieren, OB sie vergewaltigt wurde. Wäre dies der Fall gewesen, hätte man nämlich auch ein neues Verfahren eröffnen müssen.
Zudem ging es nämlich auch darum, was Frau Lohfink sonst noch so tat und welche Beweise es sonst noch so gab. Ich zitiere mal schamlos den Legal Tribune Online
Die Erinnerung setze bei K.o.-Tropfen schlagartig aus, Betroffene erinnerten sich meist an das Geschehen unmittelbar vor der Einnahme und irgendwann setze die Erinnerung wieder ein.  Ein bruchstückhaftes Zurückkommen der Erinnerung, wie es Lohfink angegeben hatte, schloss Binschek-Domaß hingegen aus. “ Das wäre zum Beispiel etwas was sie behauptete: Sie sei mit KO-Tropfen abgeschossen worden und die Erinnerungen seien nachher zurückgekommen.
Schließlich hat das Gericht das Nachtatverhalten der Angeklagten gewürdigt. Bei einer Zeugenvernehmung ein halbes Jahr nach dem Vorfall habe Lohfink angegeben, sie sei am Tag nach dem Vorfall bei ihrer Gynäkologin gewesen. Diese sei von den Wunden „geschockt“ gewesen. Nachgereicht habe sie ein Attest vier Jahre später, am heutigen Montag. Dieses sei auf den 14.06.2012, mithin mehr als zehn Tage nach der fraglichen Nacht datiert. Wunden stellte die Frauenärztin nicht fest. Das Attest enthalte die Feststellung: „keine körperlichen Merkmale“.“
Diese Geschichte beginnt mit Lohfinks Strafanzeige wegen unerlaubter Verbreitung von Ton- und Bildaufnahmen, die einvernehmlichen Sex zwischen Gina-Lisa Lohfink und den beiden Männern zeigen. „Einvernehmlich“ – so steht es in dem Fax, das Lohfinks damaliger Rechtsanwalt am 8. Juni 2012 um 13.42 Uhr an die Staatsanwaltschaft Berlin schickt.
Für einvernehmlichen Sex sprechen auch die zärtlichen Textnachrichten, die Gina-Lisa Lohfink nach der Nacht, in der sie vergewaltigt worden sein soll, an Pardis F. geschickt hat. „Geht’s dir gut? Ich vermisse dich“. Oder: „Würde jetzt so gerne in deinen Armen einschlafen. Kuss“.
Als sie einige Wochen nach der umstrittenen Nacht von der Polizei vernommen wird, macht sie widersprüchliche Angaben. Da ist zum Beispiel von einem Besuch bei einer Frauenärztin und dem Hausarzt und Attesten die Rede. Die Ärztin habe gesehen, dass da Wunden seien und sei „total geschockt“ gewesen. Die Verletzungen beschreibt Lohfink als „so ein bisschen am Hals“, weil die Männer sie gewürgt hätten, „da waren so Kratzer und ein bisschen rot und ein bisschen rot an der Backe“. Ihrer Managerin hingegen, die sie unmittelbar nach jener Nacht mit den beiden Männern in Empfang genommen hat, sind keine Verletzungen aufgefallen.
Wir haben also eine ganze Menge Indizien und Beweise, die gegen Frau Lohfink sprechen. Ein dreiviertel Stunde hat die Richterin für ihre Urteilsbegründung gebraucht und sie hat dabei bestimmt nicht über das Wetter geredet.
Dass Lohfink nun dafür, die Tat angezeigt zu haben und von ihrer Schilderung nicht abgerückt zu sein, zu 20.000 Euro verurteilt wird, und dass sie tausendfach durch Zeitungen, Fernsehen, Radio und Internet paradiert wird, macht dieses Urteil historisch.
Stimmt, es ist das erste Mal, dass eine Falschbeschuldigerin derartig blosgestellt wurde.
Bis zum letzten Tag nutzten Staatsanwältin und Richterin den Prozess und die Öffentlichkeit, um Lohfink zu verhöhnen und bloßzustellen: „Ich nehme Ihnen Ihren Filmriss einfach nicht ab“, sagte die Staatsanwältin. Immer wieder unterstellt sie, Lohfink ginge es nur um die mediale Aufmerksamkeit. Ja, sie hätte ein eigenes Interesse an dieser Anzeige, wie der Stern die Staatsanwältin zitiert:
Lohfink habe wohl mit der Anzeige wegen Vergewaltigung versucht, ihren Ruf zu retten, denn [!] die Aufnahmen seien durchaus heftig – „Das ist kein Blümchensex.“ Doch sei es keine Vergewaltigung, was in den Videoschnipseln zu sehen sei: „Wer etwas Anderes sieht, der belügt sich selbst.“
[[Einschub] Ich möchte an dieser Stelle etwas einschieben, was nichts mit der Argumentationsführung oder dem Fall direkt zu tun hat.
Der Stern zitiert die Staatsanwältin mit „Das ist kein Blümchensex.“ und „Wer etwas Anderes sieht, der belügt sich selbst.“. Alles andere drumherum (also auch „…denn die Aufnahmen…„) ist allenfalls eine sinngemäße Wiedergabe. Kein wörtliches Zitat. Da sie allerdings ein Zitat angekündigt haben und diesen Teil  hervorgehoben haben, der nicht zum Zitat gehört, ist „[!]“ etwas irreführend.]
Sie werfen nun diesen beiden Frauen vor, sich moralisch falsch zu verhalten. Sie hätten Frau Lohfink verhöhnt und sie bloßgestellt. Nun, ersteinmal ist das „bloßstellen“ bzw. nicht-bloßstellen Sinn eines Verfahrens. Es geht darum herauszufinden ob sich jemand in einer strafrechtlich relevanten Weise verhalten hat oder nicht. Es geht darum diese Vorwürfe zu beweisen, bzw. sie zu entkräften. Beweist man also eine Straftat, stellt man diese Person in gewisser Weise bloß. Nun hat Frau Lohfink natürlich selbst massiv ins mediale Horn gestoßen und selbst den Bundesjustizminister in den Gerichtssaal geholt. Die Aufmerksamkeit hat sie selbst auf dieses Verfahren gelenkt.
Wie die zitierten Sachen aber auch die sinngemäßen Wiedergaben eine Verhöhnung darstellen, ist mir schleierhaft. Die Staatsanwältin zeigt meines Erachtens Empathie mit Frau Lohfink, in dem sie eine durchaus nachvollziehbare Begründung für ihr Verhalten darlegt.
Es geht nicht nur darum, dass hier die Verteidigerin von Staat und Ordnung eine absolut schwachsinnige Geschichte kolportiert – Lohfink wäre durch das Video ihrer eigenen Vorliebe für „heftigen“ Sex überführt worden und hätte sich durch die Anzeige zu reinigen versucht –;
Ist das so schwachsinnig? Eine Frau hat Sex und glaubt, dass die Sexualpraktiken, die durchgeführt wurden ihr gesellschaftlichen Schaden zufügen können. Sie ist mit der Veröffentlichung dieser Videos (nicht einmal mit ihrer Erstellung) nicht einverstanden. Dies geschieht dennoch. Jetzt muss sie den vermeintlich entstandenen Schaden beheben und behauptet, dass dies kein einvernehmlicher harter Sex war sondern Vergewaltigung. Das ist jetzt nicht unbedingt eine absolut schwachsinnige Geschichte, sondern eine durchaus nachvollziehbare.
der Prozess fand unter gesellschaftlichen Bedingungen statt, in einem Umfeld, in dem die Staatsanwältin wusste, dass weder Gericht, noch Presse noch Öffentlichkeit sie in solchen Beschimpfungen des Opfers zurechtweisen würden.
Ist das so? Es gab also keine Blogs die pro-Lohfink schrieben? Es gab kein #teamginalisa? Es gab keine Bundesfrauenministerin, die sich in das #teamginalisa schlug? Es gab keine Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude? Es gab keine Bundestags-Partei, die sich zu Gina Lisa Lohfink bekannt hat?
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie man noch ignoranter gegenüber der Realität sein kann. Sie haben hier definitiv den Highscore geknackt.
Der gegen Lohfink geführte öffentliche Schauprozess endet nicht zufällig in der Täter-Opfer-Umkehr: ihre angebliche Falschanzeige sei, so die Staatsanwältin, ein „Hohn für echte Vergewaltigungsopfer“ (Der Standard, 25.08.).
Ihnen fehlt es offensichtlich an Empathie. Sie haben ja wohl erkannt, dass die Staatsanwältin die Position vertritt, dass Frau Lohfink gelogen hat. Jetzt versetzen wir uns in die Lage dieser Frau. Sie geht davon aus, dass Frau Lohfink gelogen hat. In ihren Augen ist Frau Lohfink eine Täterin, eine Falschbeschuldigerin. Mit dieser Überzeugung im Hinterkopf schauen wir uns jetzt echte Vergewaltigungsopfer an. Ist da nicht die Befürchtung gerechtfertigt, dass bei diesen deutlich kritischer nachgeschaut wird, als es vorher der Fall war?
Ist es vor diesem Hintergrund nicht höhnisch zu nennen, dass Frau Lohfink derartig viel öffentliche und mediale Unterstützung erfahren hat, aber viele echte Opfer nur die üblichen Opferhilfen?
Das ist billig gesagt nach einer Prozessführung, die durch durch Zurückweisung aller Beweise nur eins bewiesen hat – dass es so etwas wie Vergewaltigung zwar in den Strafgesetzbüchern, in Märchen und in den Köpfen von Frauen, aber nicht in der Realität gibt.
Ach so, darum gibt es bei Vergewaltigungsanzeigen auch nie Schuldsprüche. Sie übertreiben es massiv mit Ihrer Polemik.
Memo an mich: Jemand der derartig realitätsfern ist nicht mit Sarkasmus kommen.
Also noch mal… *räusper*
In Deutschland werden jährlich mehrere tausend Menschen wegen Vergewaltigung verurteilt. Und ich möchte behaupten: Die meisten zu Recht. Diese Tatsache allein zeigt, dass Vergewaltigungen durchaus in der Realität vorhanden sind und nicht nur in Märchen oder in den Kopfen von Frauen. Zudem, nur so nebenbei, können auch Männer vergewaltigt werden.
Die Ignoranz gegenüber der Beweislage, ihre gehässige Umdeutung, die schmierigen Attacken des Gerichts gegen Lohfink, stehen im Widerspruch zu den bürgerlichen Idealen von Gerechtigkeit, Unparteilichkeit und Gleichheit,
Dieser Absatz ist ein Musterbeispiel an Projektion. Offensichtlich gab es eine ganze Menge Beweise und Indizien die gegen Frau Lohfink sprachen. Diese ignorieren Sie ganz galant. Sie deuten diese um verleumden in gehässiger und schmieriger Weise Richterin und Staatsanwältin.
Richterin und Staatsanwältin dann auch noch zu unterstellen, dass sie ungerecht gehandelt hätten (wo doch Recht ihr Beruf ist), das ist schon dreist. Das die Staatsanwältin selbstverständlich parteilich ist (als Anwältin des Staates), der zum Schutz seiner Bürger und Bürgerinnen vor Falschbeschuldigungen anklagt, ist ja wohl nicht vorzuwerfen. Und dass ihre Argumente und Beweise besser waren, als die von Frau Lohfink und ihrer Verteidiger, wird auch letztendlich die Richterin überzeugt haben. Die Beweisvideos hat sie durchaus auch gesehen und entsprechnd bewertet.
Was das Ganze mit Gleichheit zu tun haben soll, ist mir schleierhaft.
und verweisen auf die dunkle Seite der kapitalistischen Gesellschaft.
Ähm was? Was hat eine Gesellschaft in der es jedem Menschen erlaubt ist Produktionsmittel zu besitzen und daraus Kapital zu erwirtschaften mit diesem Prozess zu tun?
Natürlich könnten wir den Fall Lohfink als einzelne Justizposse betrachten — und damit vergessen, mit welcher Energie die gesamte Öffentlichkeit, Presse und Justiz hier dahinter stand; wir könnten den Fall als Einzelfall betrachten — und damit vergessen, dass täglich solche Prozesse geführt werden, und die Verurteilung und Verhöhnung des Opfers gerade Vorbildcharakter für tausend andere Fälle haben wird.
Und das ist auch gut so. Alle Falschbeschuldiger und Falschbeschuldigerinnen sollten so offen bloßgestellt werden. Für solche Spinner fordere ich ausdrücklich den Pranger.
Spaß beiseite.
Sie befassen sich also die ganze Zeit mit diesem Fall um jetzt zu sagen, eigentlich geht es nicht darum, sondern um all die anderen Fälle. Nun, wenn wir gerecht und unparteilich und gleich vorgehen wollen, dann müssen wir jeden Fall vor Gericht als Einzelfall betrachten und zu jedem einzelnen Fall Beweise für und gegen die Anschuldigung suchen und bewerten.
Übrigens muss ich noch etwas korrigieren. Sie schrieben „des Opfers“, Frau Lohfink hat allerdings zwei Menschen victimisiert, weshalb es „der Opfer“ heißen muss. Ich bin mir natürlich im Klaren darüber, dass sie glauben, dass Frau Lohfink das Opfer ist, allerdings ist „Glaube“ hier das richtige Wort.
Die Suche nach einem adäquaten Begriff dieses Urteils, der es nicht als zufälliges Einzelereignis abtut sondern es als Ausdruck einer allgemeinen gesellschaftlichen Herrschaft wahrnimmt, ist nicht trivial.
Nun, wie wäre es mit „ein Urteil das den Schutz des Volkes vor Falschbeschuldigung, Willkür und Ausnutzung des Justizsystems schützt“? Oder etwas einfacher“rechtsstaatliches Urteil“?
Sie führt nicht nur über das freiheitlich-gleiche Selbstbild der bürgerlichen Gesellschaft hinaus, sondern auch über die Begriffe, mit denen historisch die Kritik an diesen Verhältnissen daherkam.
Wir erinnern uns, dass Frau Lohfink wegen Falschbeschuldigung angeklagt wurde, dass die Beweisvideos scheinbar keine Vergewaltigung beweisen, sondern eher das Gegenteil. Wir erinnern uns, dass alle Beweise und Indizien gegen sie sprachen. Wir erinnern uns, dass sie das Recht hatte weitere Beweise vorzulegen, Aussagen zu tätigen und vor Gericht gehört zu werden. Sie hat all dies nicht oder nur beschränkt wahrgenommen. Sie hatte die gelegenheit sich zu verteidigen. Sie behauptete Vergewaltigt worden zu sein. Es gibt scheinbar ausreichend Beweise, dass dies nicht stimmt. Alles weißt darauf hin, dass sie sehr wohl Kenntnis von der Zeit hat in der sie angeblich vergewaltigt wurde und keine 12 Stunden Erinnerungslücke hat. Was ziemlich deutlich macht, dass wir es hier mit einer Falschbeschuldigung zu tun haben. Die Beweise wurden vorgelegt, dass sie eine Falschbeschuldigerin ist. Sie hat es versäumt Gegenbeweise zu bringen, die Zweifel an den beweisen gegen sie gesäht hätten.
Daher ist dieses Urteil ein Urteil, dass zeigt, dass die Freiheit der Bevölkerung wertgeschätzt wird. Es zeigt, dass Frauen nicht automatisch geglaubt wird, nur weil sie Frauen sind (was eine ziemlich gleiche Sache im Vergleich zu Männern ist) und zeigt somit, dass Willkür hier nicht waltet. Also mit anderen Worten ein rechtsstaatliches Urteil.
So sprach man früher gern von Klassenjustiz, wenn Anarchisten und Kommunisten von faschistischen Richtern und der faschistischen Presse verhöhnt und verurteilt wurden, und vielleicht drängt sich für diese öffentliche Maßregelung einer Frau – aller Frauen – und das Freisprechen der Täter – aller Männer, aller männlichen Sexualität – die Formel Geschlechterjustiz als naheliegend auf;
Sie vergleichen die Richterin und Staatsanwältin mit Faschisten? Ernsthaft? Nach dem was Sie hier ins – Verzeihen sie den Ausdruck – Internet gekotzt haben? Haben Sie noch alle Latten am Zaun? Direkt wird dann auch noch von dieser einen Frau auf alle Frauen geschlossen und von diesen beiden Männern auf alle Männer.
Das ist krank. Und ich meine das nicht abwertend sondern vielmehr als Analyse des Geschriebenen. Sie sind geisteskrank. Vermutlich eine Form paranoider Schizophrenie.
doch schon darin, wie schwer und sperrig dieses Wort über die Lippen kommt, verweist es auf die grundlegende Schwierigkeit, die wir haben, diese die Unterdrückung von Frauen in die alten Begriffe der Herrschaftskritik einzupacken.
Es haben sich also zwei Frauen daran beteiligt eine Frau zu unterdrücken und ein Mann hat versucht sie zu verteidigen. Alles klar. Scheint so als ob Frauen Frauen unterdrücken.
Das ist schon der Wahnsinn, wie das alles funktioniert.
Geschlechterjustiz, was soll das sein? Gibt es hier ein Geschlecht, das das andere mit täglicher Gewalt, drakonischen und unfairen Gesetzen bestraft?
Nun, tatsächlich ist es so, dass Menschen beiderlei Geschlechts täglich gegen Menschen des anderen Geschlechts Gewalt ausüben. Menschen beiderlei Geschlechtes können Richter, Staatsanwälte oder Rechtsanwälte werden – und sind dies auch. Sie können also auch Leute des jeweils anderen Geschlechtes entsprechend der Gesetze bestrafen. Die Gesetze werden allerdings ebenfalls von Frauen und Männern, nahezu immer in Zusammenarbeit, erstellt. Es gibt diverse unfaire Gesetze, aber mir wäre keines bekannt, dass Frauen benachteligen würde. Und abgesehen von Art. 12a des Grundgesetzes ist mir kein Gesetz bekannt, dass drakonisch zu nennen wäre.
Sind Frauen und Männer nicht in allen Angelegenheiten gleichgestellt, sind die Gesetze nicht ohne Bezug aufs Geschlecht formuliert?
Nein, sind sie nicht. Beispiele gefällig?
Art. 6 (4)
Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
Art. 12a [Auszug]
(1) Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.
(4) Kann im Verteidigungsfalle der Bedarf an zivilen Dienstleistungen im zivilen Sanitäts- und Heilwesen sowie in der ortsfesten militärischen Lazarettorganisation nicht auf freiwilliger Grundlage gedeckt werden , so können Frauen vom vollendeten achtzehnten bis zum vollendeten fünfundfünfzigsten Lebensjahr durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes zu derartigen Dienstleistungen herangezogen werden. Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden
(1) Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
und zum Vergleich §1631d BGB
(1) Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen[…]
Und als letztes Beispiel noch §183 StGB
(1) Ein Mann, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Müsste es dann nicht unmöglich sein, dass eine Frau als Richterin bzw. Staatsanwältin diese Justiz gegen andere Frauen exekutiert?
Selbst wenn man postulieren würde, dass tatsächlich alle Gesetze gleich wären, muss es selbstverständlich möglich sein, dass eine Frau als Richterin bzw. Staatsanwältin diese Justiz gegen andere Frauen exekutiert. Oder sollen jetzt Frauen nicht mehr Fälle bearbeiten dürfen, in denen eine Frau angeklagt wird?
Die Unterdrückung – hier zugespitzt als gerichtliche Repression – ist subtiler, und nicht in solchen äußerlichen Begriffen einer Klassen- und Herrschaftskritik, die immer nur eine Kritik der Herrschaft von Männern über Männer war, auszudrücken.
Stimmt. Der Ausdruck für diese Form der Unterdrückung ist: Wahnvorstellung.
An solchen Punkten muss man beginnen, Bücher zu lesen. Seit den 1970er Jahren haben Frauen in den fortgeschrittensten kapitalistischen Ländern – USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland – herausgearbeitet, wie die moderne, aufgeklärte kapitalistische Gesellschaft notwendig auf der Ausgrenzung und dem Stummmachen von Frauen beruht.
Wer jetzt noch Zweifel an der Geisteskrankheit dieser Person hat, der sollte sich vielleicht auch Untersuchen lassen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Die aufgeklärte, moderne und kapitalistische Gesellschaft beruht notwendigerweise auf die Ausgrenzung und das Stummmachen von Frauen.
Ich vermute, dass so Hillary Clinton und Jill Stein zur Präsidentschaftskandidatinnen der USA wurden, Theresa May Premierministerin von Großbritannien wurde und Angela Merkel mehrfach wiedergewählte Bundeskanzlerin wurde. Ich vermute, dass deshalb der Feminismus so wenig Einfluss hat und so gut wie nie Frauen in Dokumentationen, Reportagen, Kolumnen, Kritiken, Radiosendungen und Fernsehen ihre Meinung kundtun dürfen. Und natürlich kann man nur deshalb im Internet seine Meinung nur äußern, wenn man die kapitalistische Patriarchat-Goldkarte hat.
Dass das Zurverfügungstehen von Frauen – für Hausarbeit, Kinder, und eben für den gewaltsamen Fick – notwendig ist zur Funktion dieser Gesellschaft wie jedes individuellen männlichen Individuums, ihres gesellschaftlichen Selbstverständnisses wie ihres sozialen Zusammenhalts.
Fehlen da Kommata? Ich finde mich ja schon schlimm, mit der Verschachtelung meiner Sätze, aber das ist wirklich hirnwindungzerstörend.
Wieso sollte ein gewaltsamer Fick notwendig sein für die Funktion dieser Gesellschaft oder eines jeden männlichen Individuums (Du wiederwärtiges Sexistenschwein). Wieso sollte dieser gewaltsame Fick notwendig sein, für das männliche gesellschaftliche Selbstverständnis oder des männlichen sozialen Zusammenhalts.
Bist Du noch ganz bei Trost? Brennst Du eigentlich? Was für ein widerliches Arschloch bist Du eigentlich, dass Du ALLEN Männern unterstellst, dass sie ihr gesellschaftliches Selbstverständnis und ihren sozialen Zusammenhalt, sogar ihre Funktion, über das Zurverfügungstehen von Frauen für einen gewaltsamen Fick bekommen?
Und falls jetzt jemand kommt und sagt, dass sich das „gewaltsamer Fick“ nicht notwendigerweise auf alles Aufgeführte bezieht: Erstens steht da ein „und“ und zweitens wäre das nur bei einem dieser Aufgeführten Dinge schon Scheiße genug.
Ja, ja Bruder. Fick sie, fick sie härter“: die Vergewaltigung als Selbstbestätigung und zugleich Sozialritual männlicher Verbrüderung. Die Berichte beschreiben, wie sich die Täter gegenseitig wie bei einem Fußballspiel angefeuert hatten.
Genau, weil nämlich Männer Vergewaltigung so toll finden. Was für ein krankes sexistisches Arschlochkind muss man eigentlich sein um solche abstoßenden Unterstellungen ins Internet zu stellen.
Ach, da war ja was mit dem Sarkasmus… Männer finden Vergewaltigung nur im absoluten Ausnahmefall in Ordnung. Menschen, die Vergewaltigung toll finden, betrachten wir in unserer Gesellschaft als psychisch gestört. Und ganz bestimmt hilft eine Vergewaltigung nicht dabei sich sozial zu verbrüdern.
Diese versteckte Grundlage kommt im Selbstverständnis der liberalen Gesellschaft und im Bewusstsein des einzelnen Mannes nicht vor. Sie kommt nicht vor in Lehrbüchern, sie kommt nicht vor in offiziellen Geschichtsbüchern, und sie kommt nicht vor in der medialen Repräsentation dieser Gesellschaft.
*Bastelt sich Aluhut*
Sie wird klar benannt in den Schriften so verschiedener Autorinnen wie Simone de Beauvoir, Andrea Dworkin und Roswitha Scholz. Der Kapitalismus kann weder materiell, noch kulturell, noch psychologisch im einzelnen Individuum funktionieren, ohne die Abspaltung und Unterdrückung des Weiblichen.
Wieso jetzt wieder Kapitalismus? Und wieso zum Geier sollte eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in der jeder das recht hat Produktionsmittel zu besitzen und daraus Kapital zu erwirtschaften nicht im einzelnen Individuum funktionieren, ohne das man das weibliche abspaltet und unterdrückt?
Das würde nur Sinn ergeben, wenn Du davon ausgehst, dass „weiblich“ gleich „unfähig“ ist.
Wohlgesonnene Stimmen mögen versuchen, diese Kritik zu umgehen, indem sie den Fall Gina-Lisa zu einem Anachronismus erklären – zu einem Rückfall in die 60er-Jahre-BRD, als Vergewaltigung in der Ehe offizielles Recht war, ebenso, dass Frauen zur Ausübung eines Berufs die Einwilligung des Mannes benötigten. Aber das ist grundfalsch. Der Schauprozess gegen Lohfink ist die Realität der fortgeschrittenen bürgerlichen Gesellschaft im 21. Jahrhundert.
Einer Gesellschaft, in der einer Person das Recht gegeben wird in einem fairen Gerichtsverfahren, sich gegen vorgebrachte Beweise und Anschuldigungen zu verteidigen. Einer Gesellschaft, die im Rahmen des Gesetzes urteilt und Beweise für eine Verurteilung verlangt. Einer Gesellschaft in der einem Geschlecht nicht bedingungslos alles geglaubt wird.
Wenn ich mich jetzt wieder zum Sarkasmus hinreißen lassen würde, würde ichs chreiben „Eine ganz, ganz schlimme Gesellschaft.“
Der sexistische Gehalt dieses Prozesses war ein höchst moderner. Lohfink wurde nicht, wie es die Staatsanwaltschaft und die Presse der 60er getan hätten, als schuldige Verführerin dargestellt, die an ihrer Entehrung selbst schuld war, sondern der sexistische Prozess beruhte darauf, sie als die freie und gleiche Geschäftsfrau vorzuführen, die die Frau in der postmodernen Geschlechterideologie sein sollte.
Da diese gar nichts tun kann, wozu sie nicht ihre Einwilligung gegeben hätte, gab es keine Möglichkeit mehr, die ihr angetane Gewalt auch nur wahrzunehmen.
Oder aber, ihr wurde keine Gewalt angetan.
Die Individualisierung mündet in den grenzenlosen Zynismus gegen das Opfer, und die Verhöhnung ihres Leidens, auf den Gängen zum Gerichtssaal wie tausendfach im Internet. Nicht dieser Prozess ist ein Anachronismus, sondern die kapitalistische Gesellschaft selbst, die auf der Unterdrückung von Frauen beruht.
Schon wieder Kapitalismus. Ich glaube langsam, dass Du keine Ahnung hast, was das Wort bedeutet.
Dass die kapitalistische Gesellschaft nicht in der Lage ist, Lohfink Gerechtigkeit zukommen zu lassen, zeigt die Grenzen dieser Gesellschaft auf.
Wäre es wirklich gerecht, einen Menschen nicht zu verurteilen, obwohl alle dargelegten Beweise gegen diesen Menschen sprechen? Natürlich liegen unsere Grenzen in den Möglichkeiten der Beweisfindung. Möglicherweise wird es in drölf Jahren Zeitreisen geben, so dass am Prozess beteiligte zu Zeit und Ort des Geschehens zurückreisen können und gucken können was Sache ist. Darin sind wir tatsächlich limitiert. Aber so lange müssen wir mit den zur Verfügung stehenden Mitteln agieren. Übrigens würde ein Sozialismus niemals eine solche Zeitmaschine bauen können, ein Kapitalismus schon.
Damit zeichnen sich zugleich die Grenzen der zulässigen Gesellschaftskritik ab. Genauso einfach, wie es gewesen wäre, Lohfink in Berlin freizusprechen, genauso einfach wäre es für die deutsche Linke und ihre Blätter gewesen, sich mit ihr zu solidarisieren.
Und es wäre beides genauso falsch gewesen.
Selbst wenn man der Ansicht ist, dass Frauen ihre Vergewaltigungsvorwürfe bitte durch objektiver Beweise zu unterlegen hätten, hätte es hier mehr als genug Beweise und Indizien über die Täter gegeben.
Nun ich bin definitiv der Ansicht, dass eine Person, die jemand anderes beschuldigt eine Straftat begangen zu haben, auch entsprechende Beweise vorlegt. Vollkommen unabhängig des Geschlechtes übrigens. Sonst hätten wir nämlich ein Prinzip, dass Anschuldigung = Verurteilung ist. Und solch einen Rückschritt ins Mittelalter möchte ich ehrlich gesagt nicht.
Welche Indizien und Beweise hat es denn gegeben? Ein Video, dass scheinbar doch eher keine Vergewaltigung zeigt. Das die beiden Männer Arschlöcher sind? Das einer der beiden Frauen wohl eher scheiße behandelt?
Letzteres sind keine Beweise, dass sie Frau Lohfink vergewaltigt haben.
Stattdessen wiederholt die linke Szene- und Pressewelt bloß in abgewandelter Form die Deutungen der patriarchalen Mehrheitsgesellschaft, deren kleiner Bruder sie ist.
Ich finde das bemerkenswert. Kann es dann vielleicht sein, dass die patriarchale Mehrheitsgesellschaft eine liberale, freiheitliche, demokratische, rechtsstaatliche Gesellschaft ist und Du autoritär? Oder Du leidest an paranoider Schizophrenie.
Vor der „Regression“ einer Vorverurteilung der Täter, die bitte Angeklagte heißen sollen, warnte die szenelinke „jungle World“ (21.07.). Es sei Sache der Gerichte, die Schuld festzustellen, und die Infragestellung von Justiz und Presse wäre das gemeinsame Element von #teamginalisa und Pegida, kann man dort lesen.
Ja, so handhabt man das in einem Rechtsstaat.
Auch der Linksliberalismus der „taz“ hielt sich von Anfang an auf Distanz und war schlussendlich von der Gerechtigkeit des Urteil erleichtert: „es ist richtig, dass Lohfink wegen falscher Verdächtigung erstinstanzlich zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. […] Gina-Lisa Lohfink taugt nicht als Galionsfigur des Feminismus. Im Gegenteil: Sie hat mit ihren Vergewaltigungsvorwürfen, die vom Gericht als falsch verurteilt wurden, allen Frauen und Männern geschadet, die tatsächlich Opfer von sexualisierter Gewalt werden.“ (taz, 23.8.) Wenn die Bruchstellen der kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft im 21. Jahrhundert auftauchen, zeigt die Linke, wo sie steht.
Hier scheint aber keine Bruchstelle zu existieren – außer natürlich Deinen Bruch mit der Realität.
„Ich kann keine Gewalt erkennen“, sagte Richterin Eberle beim Betrachten des Vergewaltigungsvideos. Warum Lohfink sich dagegen wehren sollte, das Video nochmal anzusehen und im Gerichtssaal abzuspielen, konnte sie nicht verstehen.
Was? Keine Gewalt? Und eine Frau die das sagt? PATRIARCHAT!!!!!111elf

Und dann auch noch so harmlos, dass frau sich das ganz entspannt angucken kann, sogar öffentlich?

Sind wir mal ehrlich, wenn die Richterin nicht einmal verstehen kann, warum dies nicht im Gerichtssaal abgespielt werden sollte, dann ist doch naheliegender, dass das Video wirklich absolut harmlos ist.

Dass Frau Lohfink es dennoch nicht abspielen lassen will, ließe sich dann aber nur damit erklären, dass sie genau das weiß und nicht will, dass alle anderen es auch wissen. Aber das ist reine Spekulation meinerseits.

Ich darf übrigens gestehen, dass ich mich freue, bald mit dieser Abstrusität an „Kritik“ fertig zu sein. Es bereitet mir ehrlich seelische Qual solche wahnhaften Gedanken zu lesen. Ich spüre mein Mitleid mit Dir körperlich.

„Ich kann keine Gewalt erkennen“, sagt die über beide Ohren feixende kapitalistische Presse, links, mittig oder rechts, arriviert oder hipp-szenetrendig. Die Wahrheit ist, dass Millionen Männer auf die Suche nach dem Internetvideo gingen, um an der gewaltsamen Erniedrigung Lohfinks zu partizipieren.

Nun, ich habe mir das Video angeguckt um mir ein eigenes Bild zu machen. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wieviele Männer dieses Video gesehen haben, wieviele es mehrfach gesehen haben. Ich habe keine Ahnung wieviele Frauen das getan haben. Und ich habe erst recht keine Ahnung was deren Intention war. Woher Du das weißt kann ich nicht erkennen. Aber solltest Du ein Mensch sein, muss ich Dir Böswilligkeit unterstellen.

Es gibt keine Möglichkeit, diese Gewalt in den eigenen Rechtsbegriffe [sic!] der bürgerlichen Gesellschaft zu verfolgen.

Welche? Die Gewalt, dass alle Medien eine Richterin zitieren? Die Gewalt, dass diese Videos millionen Klicks generiert haben? Einige vielleicht sogar nur, weil jemand zufällig darauf gestoßen ist?

Das Recht und die Presse sind die Verteidigungslinien der kapitalistisch-patriarchalen Herrschaft. Radikale Gesellschaftskritik das Versprechen ihrer emanzipatorischen Überwindung.

Jetzt brauche ich Alkohol. Ich wünsche euch allen einen schönen Tag und empfehle dem Autor oder der Autorin ganz dringend eine psychische Behandlung.

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