Random Thoughts: US-Wahl Spezial

Zuersteinmal möchte ich die Rangliste, nach der ich gewählt hätte, präsentieren. Auf die Idee hat mich Frank gebracht:

So here it is:

0. Bernie Sanders
1. Jill Stein
2. Gary Johnson
3. Donald Trump
4. Hillary Clinton

So, nachdem ich mich als der frauenfeindliche Sexist geouted habe der ich bin, kommen wir zum Tagesgeschäft.


Nun gab es diverse Artikel die darüber sprachen, dass weiße bzw. weiße Männer verantwortlich für den Tyrannen Trump sind. Alice Schwarzer hat ins selbe Horn geblasen und wurde zum Glück teilweise zurückgepfiffen. Es ist aber gar nicht so verkehrt was sie sagt. Eine nicht falsche Analyse der Ursache dieser Wahl und ebenfalls ein Symptom für den Anstieg.

Warum ist die Analyse der Wahl richtig? Weil nunmal mehrheitlich weiße und darunter mehrheitlich weiße Männer Trump gewählt haben. Und mit Sicherheit auch weil sie weiß bzw. männlich sind. Das ist aber kein Zeichen von Rassismus – zu mindest nicht auf Seiten der Wähler, denn man darf nicht vergessen, dass unheimlich viele dieser Wähler in den vergangenen zwei Wahlen auch Barak Obama gewählt haben.

Warum ist dieser Vorwurf aber auch gleichzeitig Symptom? Nun, die meisten meiner Leser werden die Antwort vermutlich kennen: Identity Politics. Es wird ständig Politik gemacht die „marginalisierten Gruppen“ helfen soll. Dabei werden Weiße und speziell weiße Männer als priviligiert betrachtet, WEIL sie weiß /männlich sind. Worum sollten Weiße eine Politik wählen, die gegen sie diskriminiert? Warum sollten Männer eine Feministin wählen die gesagt hat, dass Frauen die primären Opfer des Krieges sind, weil diese Ehemänner, Väter und Söhne verlieren. Was soll ein Mann, der seine Sorgen und Nöte ernstgenommen haben will, von einer Frau erwarten, die der Meinung ist, dass die Trauer von Frauen über den Tod eines Mannes schlimmer sei als der Tod des Mannes.

So paradox es klingen mag, aber die Wahl Donald Trumps ist ein Aufstand gegen den Rassismus und Sexismus der Demokraten.


Sam Harris ist ein Atheist, dem ich sehr gerne zuhöre wenn er spricht. Fast genauso gerne wie Christopher Hitchens. Ein sehr intelligenter Mann, der einem gerne auch mal neue Wege aufzeigt. Nun bin ich vor nicht allzulanger Zeit auf ein Video von ihm gestoßen, in dem er sagt, dass Hillary das kleiner der beiden Übel ist und er sie deshalb wählt und man deshalb auch keine dritte Partei wählen sollte, weil man damit nur die Menge der Stimmen reduziert, mit der Clinton oder Trump gewinnt. Womit er impliziert, dass es keine ungünstigere Wahl gibt als diese, um eine dritte Partei zu wählen.

Ich würde das komplett anders sehen. Es gab nie eine günstigere Wahl als diese um dritte Partei zu wählen. Trump und Clinton wurden nicht nur von mir als Wahl zwischen Pest und Cholera begriffen. Nahezu alle mit denen ich in den vergangenen Wochen gesprochen habe, haben mir da zugestimmt. Es ging nur noch um die Frage: Was ist das kleinere Übel. Was Sam ja auch in dem Video sagte.

Aber warum soll ich überhaupt ein Übel wählen, wenn ich doch eine dritte Partei wählen kann. Wie soll ich den beiden großen Parteien sagen, dass sie sich so sehr von mir entfernt haben, dass ich sie nur noch als Übel wahrnehme, wenn nicht durch eine dritte Partei. Wenn selbst bei Kandidaten wie Clinton und Trump es nicht dazu kommt, dass eine dritte Partei ernst genommen werden kann, dann kann eine dritte Partei nie ernst genommen werden.


Ich hatte vor einen Brief in Englisch zu schreiben und zwar an den lieben Donald. Leider versagen mir meine schreiberischen Englischkenntnisse immer mal wieder. Darum auf Deutsch und später dann mal auf Englisch.

Sehr geehrter Herr Trump

Meinen Glückwunsch zur Wahl zum US-Präsidenten. Ich bin deutscher Staatsbürger, es braucht Sie also nicht wirklich zu interessieren, welche Ansichten ich vertrete, dennoch habe ich einen Vorschlag, der sie vielleicht interessieren könnte.

Sie sagten einmal, dass Wahlmänner ein Desaster für die Demokratie seien.

Nun sind Sie ja zum Präsidenten gewählt worden obwohl sie weniger Stimmen in der Bevölkerung hatten als Mrs. Clinton. Ähnlich gewann auch George W. Bush gegen Al Gore.

Wie wäre es, wenn Sie, nachdem sie den Amtseid abgelegt haben usw. verkünden, dass Sie das Wahlsystem verändern wollen? Ungefähr so:

„Meine Damen und Herren

wenn wir uns das Wahlergebnis anschauen stellen wir fest, dass Hillary Clinton ca. 200 000 Amerikaner mehr hinter sich vereinigen konnte als ich. Ich jedoch, auf Grund der Wahlmänner, die Präsidentschaft gewonnen habe. Das ist unfair gegenüber Frau Clinton, es war unfair gegenüber Al Gore. Und vor allem ist es undemokratisch. Es zeigt, dass die Präsidentschaftswahl nicht zwangsläufig den Willen der Wähler wiederspiegelt. Ich habe es im November 2012 schon einmal gesagt und ich sage es jetzt wieder: „The electoral college is a disaster for a democracy.“

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass ich zurücktreten soll, dass ich das Oval Office frei machen soll. Doch wer garantiert uns, dass mein Nachfolger dieses System reformieren wird? Wer garantiert, dass wir nicht wieder in so eine Misere kommen? Ich habe in meiner Siegesrede gesagt, dass ich allen Amerikanern, auch denen die gegen mich gewählt haben, ein guter Präsident sein will. Dieses Versprechen will ich auch einlösen.

Deshalb werde ich alles dafür tun, dieses System abzuschaffen, so dass die Amerikaner ihren Präsidenten selbst wählen können und ihr Wille nicht verzerrt wird. Eine Reformation des Wahlsystems ist zwingend erforderlich, damit Amerika eine Demokratie wird.“

Wenn ich ehrlich bin Herr Trump, kann ich mir keinen geeigneteren Kandidaten für eine so grundlegende Reform vorstellen als Sie es sind. Sie haben schon immer kein Blatt vor den Mund genommen, haben gesagt, dass sie mit den Wahlmännern nicht zufrieden sind und sind von Medien allgemein verachtet worden. Sie sind sogar als Faschist beschimpft worden. Es wäre eine optimale Lösung, wie sie

a) Anerkennung an Clintons eigentlichen Sieg zeigen ohne ihre Position aufzugeben

b) allen zeigen, dass ihnen Demokratie wichtig ist (und sie kein Faschist sind)

c) sich volksnah präsentieren können

d) ihre Versprechen und Aussagen umsetzen können

e) und als selbstlos darstehen

Take Care


Update:

Ich habe noch was vergessen und zwar das „Mit der Angst spielen“. Unserer Rechten aber auch Trump wurde immer wieder vorgeworfen, dass sie mit der Angst der Wähler spielen würden, Angst und Hass schüren usw. .

Wie erklärt man sich dann „the literal shakening“ (schöne Zusammenfassung von Shoe0nHead). Wie kann es sein, dass Leute die keine Angst hatten sooo auf eine demokratische Wahl reagieren. Wie kann es sein, dass !Politiker! eines demokratischen Landes mit Schock auf eine demokratische Wahl reagieren, deren Ergebnis durchaus immer im Bereich des Möglichen gelegen hat. Wie kann man derart heftige Reaktionen erklären, wenn nicht mit Angst.

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Ein Gedanke zu “Random Thoughts: US-Wahl Spezial

  1. „Warum ist dieser Vorwurf aber auch gleichzeitig Symptom? Nun, die meisten meiner Leser werden die Antwort vermutlich kennen: Identity Politics.

    So paradox es klingen mag, aber die Wahl Donald Trumps ist ein Aufstand gegen den Rassismus und Sexismus der Demokraten.“

    Ja, sehr gut.

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