Der Wert der weiblichen Sexualität

Ich habe diese Argumentation selbst schon einmal verwendet und auch oft gelesen, aber je länger ich darüber nachdenke, desto weniger richtig erscheint mir die Argumentation. Die Rede ist vom Reproduktionsverhalten von Männern und Frauen.

Es ist, hoffe ich mal, bekannt, dass Männer und Frauen einen unterschiedlichen Einsatz bei dem Reproduktionprozess leisten müssen (*1). Während der Mann in ein paar Minuten ein paar Kalorien verbrennt und etwas Ejakulat abgibt und damit seinen notwendigen Soll am Reproduktionsprozess geleistet hat.

Eine Frau dagegen verbrennt nicht nur die Kalorien beim Sex sondern ist nachher 9 Monate damit beschäftigt (bei steigender Anstrengung) das Kind in sich heranwachsen zu lassen um dann unter großen Schmerzen das Kind zu gebären und anschließend mit einem Körper darzustehen, der sich ersteinmal wieder neu ordnen muss.

Wenn wir jetzt also betrachten, dass um 1850 rum die Kindersterblichkeitsrate bei ~50% lag, dann können wir postulieren, dass es in den Jahrtausenden davor eine ähnlich hohe, wenn nicht gar höhere, Kindersterblichkeitsrate gab. Nun ist eine Geburt natürlich kein Zuckerschlecken. Es kommt durchaus heute noch vor, dass eine Frau im Kindbett also bei oder kurz nach der Geburt – wegen der Geburt – stirbt. Auch heute noch, auch in Deutschland. Auch das dürfte in den vergangenen Jahrtausenden kaum besser gewesen sein.

Nun dürfte vielen Menschen bekannt sein, dass eine Hochschwangere sich auch nicht mehr so gut bewegen kann und auch Schmerzen hat. Dies ist heute oftmals eher eine lästige Sache und wir haben Mittel und wege gefunden die Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit ein Stück weit zu erhalten. Vor sagen wir mal 10 000 Jahren, konnte das aber lebensbedrohlich werden.

Fassen wir zusammen: Sowohl der Aufwand als auch die Gefahren bei der Reproduktion sind bei Frauen deutlich größer. Zudem kommt noch nachher das Stillen dazu und dass das Neugeborene viel Schutz und Zuwendung benötigt. Letzteres muss nicht zwangsläufig die Frau erledigen wurde aber oft.

Jetzt wird daraus geschlossen, dass es für eine Frau natürlich ungünstig ist, wenn sie mit einem Mann Sex hat, der genetisch einen niedrigen Standart hat, denn ein niedriger genetischer Standart heißt, dass diese Frau sich in eine potenziell lebensbedrohliche Situation bringt, für ein Kind, dass – auf Grund des genetischen Erbes – nur wenige Überlebenschancen hat.

Und soweit gehe ich noch absolut konform. Doch dann kommt das, woran ich immer mehr zweifele.

Weiter wird geschlussfolgert, dass, weil Frauen soviel in die Waagschale werfen, sie auch die Auswahl treffen.

Das ist tatsächlich heute so, dass Frauen eigentlich erwarten, dass sie angesprochen werden um dann zu entscheiden, ob es zu einem Kennenlernen kommt oder sogar zum Sex führt. Schaue ich mir aber andere soziale Säugetiere an (also Rudeltiere z.B.) , so geht es häufig darum, dass unter den Männchen die Rangordnung entschieden wird. Und wer da der Boss ist hat dann das alleinige „Recht“ auf die Weibchen. Nun kommt es zum Beispiel bei diversen Affenarten vor, dass auch weniger „qualifizierte“ Männchen durch Geschenke usw. die Aufmerksamkeit der Weibchen bekommen.

Nun unterscheiden wir uns natürlich auch von Affen ein großes Stück. Wir sind zwar Säugetiere aber wir zeichnen uns auch durch einen deutlich höheren Intellekt aus als Tiere, was uns von diesen im wesentlichen unterscheidet. Es ist also nicht 1 zu 1 übertragbar. Dennoch haben wir eine Evolution hinter uns, wie alle Lebewesen dieses Planeten. Wir waren einmal deutlich tierähnlicher. Deshalb ist es anzunehmen, dass wir uns in der Vergangenheit ähnlich verhalten haben. Die Männer kämpften untereinander darum, wer am stärksten ist und derjenige bekam die Weibchen. Wir sehen soetwas immernoch bei z.B. Harems oder auch darin, dass Männer mit hohem Status oftmals weniger Probleme haben Frauen abzubekommen als Männer mit einem niedrigeren Status.

Aber schauen wir in der Geschichte zurück. Die Ehe war eine monogame Institution (offiziell). Das hinterte zwar niemanden daran fremd zu gehen oder Mätressen und Liebhaber zu haben, aber es war grundlegend eine Monogame Angelegenheit und wenn man nicht die notwendige Macht hatte, konnte ein Übertreten der monogame Beziehung schwere Folgen haben. Diese Ehen waren auch nahezu nie Ehen aus Liebe sondern oftmals arangiert. Hier hatten oftmals weder Mann noch Frau ein Mitspracherecht, sondern die Eltern (meist der Vater) entschieden und handelten es aus. Ehen aus Liebe waren selten.

Das bringt mich zu der Schlussfolgerung, dass Frauen eben nicht die Auswahl getroffen haben. Das es evolutionär auch nicht der Fall ist, dass Frauen dei Auswahl trafen, sehr wohl aber, dass der weiblichen Sexualität – genauer: der weiblichen Reproduktionsfähigkeit – viel Wert beigemessen wurde.

Was auch Sinn macht. Ein (deutlich vereinfachtes) Rechenbeispiel:

  • Ein Mann kann 10 Mal am Tag ejakulieren.
  • Jeder Monat hat 30 Tage.
  • Die Schwangerschaft dauert exakt 9 Monate.
  • Weiter nehmen wir an, dass „jeder Schuss ein Treffer ist“

Bei diesen deutlich vereinfachten Annahmen würde sich ergeben, dass ein Mann sich 2700 Mal (9 x 30 x 10 =2700) reproduzieren könnte, in einer Zeit in der eine Frau sich einmal reproduziert. Womit natürlich ihre Reproduktionsfähigkeit deutlich mehr wert ist als seine. Die Tatsache, dass eine Frau nicht rund um die Uhr fruchtbar ist, sondern nur für einen kurzen Zeitraum im Monat gleicht das ganze auch nicht wirklich aus.

Natürlich ist das stark überdramatisiert, aber das ist theoretisch im Rahmen des Möglichen. Es zeigt aber auch, dass in einer äußerst gefährlichen Wedlt (wie der von vor 50 000 Jahren) der Verlust eines Weibchens/einer Frau ein großes Problem für die Sippe darstellen konnte. Weshalb es im Interesse aller war, die Frauen vor Leid und Tod zu beschützen. Man stelle sich vor, eine Sippe bestünde aus 5 Männern und 5 Frauen. Stirbt ein Mann können sich nur noch maximal vier Männer, aber immernoch 5 Frauen reproduzieren und es gibt 5 Nachkommen. Stirbt aber eine Frau, können sich nur noch vier Frauen (und nur noch maximal 4 Männer) reproduzieren und es gibt nur 4 Nachkommen. Frauen also unnötigen Gefahren auszusetzen hätte die Existenz der Sippe gefährdet.

Deshalb war es notwendig unter allen Umständen zu verhindern, dass sich Frauen in (zusätzliche) Gefahren begeben – auch gegen ihren Willen. Der Wert ihrer Sexualität ist einfach (evolutionstechnisch) zu wichtig.

Übrigens ist genau dieses „auch gegen ihren Willen“ der Grund, warum primär Frauen „Slut-Shaming“ betreiben. Also extrem promiskuitive Frauen als Schlampen bezeichnen. Männer tun dies zwar auch, aber meistens eher als eine generelle Beleidigung und nicht weil diese spezielle Frau die so genannt wird promiskuitiv ist.

 


 

(*1) Ich breche hier einige Dinge vom heutigen Stand (z.B. 9 Monate Schwangerschaft) auf einen Stand von vor mehreren tausend Jahren herunter. Das muss so nicht genau zutreffen, da ja auch Menschen eine Evolution durchmachen, aber die Deimensionen sind ähnlich. Ob eine Frau vor 50 000 Jahren nun neun Monate oder nur fünf oder sogar 18 Monate schwanger war, ist aber unerheblich für das Argument.

Random Thoughts: US-Wahl Spezial

Zuersteinmal möchte ich die Rangliste, nach der ich gewählt hätte, präsentieren. Auf die Idee hat mich Frank gebracht:

So here it is:

0. Bernie Sanders
1. Jill Stein
2. Gary Johnson
3. Donald Trump
4. Hillary Clinton

So, nachdem ich mich als der frauenfeindliche Sexist geouted habe der ich bin, kommen wir zum Tagesgeschäft.


Nun gab es diverse Artikel die darüber sprachen, dass weiße bzw. weiße Männer verantwortlich für den Tyrannen Trump sind. Alice Schwarzer hat ins selbe Horn geblasen und wurde zum Glück teilweise zurückgepfiffen. Es ist aber gar nicht so verkehrt was sie sagt. Eine nicht falsche Analyse der Ursache dieser Wahl und ebenfalls ein Symptom für den Anstieg.

Warum ist die Analyse der Wahl richtig? Weil nunmal mehrheitlich weiße und darunter mehrheitlich weiße Männer Trump gewählt haben. Und mit Sicherheit auch weil sie weiß bzw. männlich sind. Das ist aber kein Zeichen von Rassismus – zu mindest nicht auf Seiten der Wähler, denn man darf nicht vergessen, dass unheimlich viele dieser Wähler in den vergangenen zwei Wahlen auch Barak Obama gewählt haben.

Warum ist dieser Vorwurf aber auch gleichzeitig Symptom? Nun, die meisten meiner Leser werden die Antwort vermutlich kennen: Identity Politics. Es wird ständig Politik gemacht die „marginalisierten Gruppen“ helfen soll. Dabei werden Weiße und speziell weiße Männer als priviligiert betrachtet, WEIL sie weiß /männlich sind. Worum sollten Weiße eine Politik wählen, die gegen sie diskriminiert? Warum sollten Männer eine Feministin wählen die gesagt hat, dass Frauen die primären Opfer des Krieges sind, weil diese Ehemänner, Väter und Söhne verlieren. Was soll ein Mann, der seine Sorgen und Nöte ernstgenommen haben will, von einer Frau erwarten, die der Meinung ist, dass die Trauer von Frauen über den Tod eines Mannes schlimmer sei als der Tod des Mannes.

So paradox es klingen mag, aber die Wahl Donald Trumps ist ein Aufstand gegen den Rassismus und Sexismus der Demokraten.


Sam Harris ist ein Atheist, dem ich sehr gerne zuhöre wenn er spricht. Fast genauso gerne wie Christopher Hitchens. Ein sehr intelligenter Mann, der einem gerne auch mal neue Wege aufzeigt. Nun bin ich vor nicht allzulanger Zeit auf ein Video von ihm gestoßen, in dem er sagt, dass Hillary das kleiner der beiden Übel ist und er sie deshalb wählt und man deshalb auch keine dritte Partei wählen sollte, weil man damit nur die Menge der Stimmen reduziert, mit der Clinton oder Trump gewinnt. Womit er impliziert, dass es keine ungünstigere Wahl gibt als diese, um eine dritte Partei zu wählen.

Ich würde das komplett anders sehen. Es gab nie eine günstigere Wahl als diese um dritte Partei zu wählen. Trump und Clinton wurden nicht nur von mir als Wahl zwischen Pest und Cholera begriffen. Nahezu alle mit denen ich in den vergangenen Wochen gesprochen habe, haben mir da zugestimmt. Es ging nur noch um die Frage: Was ist das kleinere Übel. Was Sam ja auch in dem Video sagte.

Aber warum soll ich überhaupt ein Übel wählen, wenn ich doch eine dritte Partei wählen kann. Wie soll ich den beiden großen Parteien sagen, dass sie sich so sehr von mir entfernt haben, dass ich sie nur noch als Übel wahrnehme, wenn nicht durch eine dritte Partei. Wenn selbst bei Kandidaten wie Clinton und Trump es nicht dazu kommt, dass eine dritte Partei ernst genommen werden kann, dann kann eine dritte Partei nie ernst genommen werden.


Ich hatte vor einen Brief in Englisch zu schreiben und zwar an den lieben Donald. Leider versagen mir meine schreiberischen Englischkenntnisse immer mal wieder. Darum auf Deutsch und später dann mal auf Englisch.

Sehr geehrter Herr Trump

Meinen Glückwunsch zur Wahl zum US-Präsidenten. Ich bin deutscher Staatsbürger, es braucht Sie also nicht wirklich zu interessieren, welche Ansichten ich vertrete, dennoch habe ich einen Vorschlag, der sie vielleicht interessieren könnte.

Sie sagten einmal, dass Wahlmänner ein Desaster für die Demokratie seien.

Nun sind Sie ja zum Präsidenten gewählt worden obwohl sie weniger Stimmen in der Bevölkerung hatten als Mrs. Clinton. Ähnlich gewann auch George W. Bush gegen Al Gore.

Wie wäre es, wenn Sie, nachdem sie den Amtseid abgelegt haben usw. verkünden, dass Sie das Wahlsystem verändern wollen? Ungefähr so:

„Meine Damen und Herren

wenn wir uns das Wahlergebnis anschauen stellen wir fest, dass Hillary Clinton ca. 200 000 Amerikaner mehr hinter sich vereinigen konnte als ich. Ich jedoch, auf Grund der Wahlmänner, die Präsidentschaft gewonnen habe. Das ist unfair gegenüber Frau Clinton, es war unfair gegenüber Al Gore. Und vor allem ist es undemokratisch. Es zeigt, dass die Präsidentschaftswahl nicht zwangsläufig den Willen der Wähler wiederspiegelt. Ich habe es im November 2012 schon einmal gesagt und ich sage es jetzt wieder: „The electoral college is a disaster for a democracy.“

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass ich zurücktreten soll, dass ich das Oval Office frei machen soll. Doch wer garantiert uns, dass mein Nachfolger dieses System reformieren wird? Wer garantiert, dass wir nicht wieder in so eine Misere kommen? Ich habe in meiner Siegesrede gesagt, dass ich allen Amerikanern, auch denen die gegen mich gewählt haben, ein guter Präsident sein will. Dieses Versprechen will ich auch einlösen.

Deshalb werde ich alles dafür tun, dieses System abzuschaffen, so dass die Amerikaner ihren Präsidenten selbst wählen können und ihr Wille nicht verzerrt wird. Eine Reformation des Wahlsystems ist zwingend erforderlich, damit Amerika eine Demokratie wird.“

Wenn ich ehrlich bin Herr Trump, kann ich mir keinen geeigneteren Kandidaten für eine so grundlegende Reform vorstellen als Sie es sind. Sie haben schon immer kein Blatt vor den Mund genommen, haben gesagt, dass sie mit den Wahlmännern nicht zufrieden sind und sind von Medien allgemein verachtet worden. Sie sind sogar als Faschist beschimpft worden. Es wäre eine optimale Lösung, wie sie

a) Anerkennung an Clintons eigentlichen Sieg zeigen ohne ihre Position aufzugeben

b) allen zeigen, dass ihnen Demokratie wichtig ist (und sie kein Faschist sind)

c) sich volksnah präsentieren können

d) ihre Versprechen und Aussagen umsetzen können

e) und als selbstlos darstehen

Take Care


Update:

Ich habe noch was vergessen und zwar das „Mit der Angst spielen“. Unserer Rechten aber auch Trump wurde immer wieder vorgeworfen, dass sie mit der Angst der Wähler spielen würden, Angst und Hass schüren usw. .

Wie erklärt man sich dann „the literal shakening“ (schöne Zusammenfassung von Shoe0nHead). Wie kann es sein, dass Leute die keine Angst hatten sooo auf eine demokratische Wahl reagieren. Wie kann es sein, dass !Politiker! eines demokratischen Landes mit Schock auf eine demokratische Wahl reagieren, deren Ergebnis durchaus immer im Bereich des Möglichen gelegen hat. Wie kann man derart heftige Reaktionen erklären, wenn nicht mit Angst.

Random Thoughts Nr.5

Zuerst einmal möchte ich mich bei den mehr oder weniger regelmäßigen Lesern meines Blogs entschuldigen für die Abwesenheit der letzten Tage. Ich war kurzfristig viel unterwegs und hatte dann keine Zeit zu bloggen (was, wie ich ja schon mal erwähnte, bei mir immer lange braucht). Ab morgen bin ich dann in Urlaub in Berlin. Da habe ich aber Internetanschluss und ich denke ich werde da auch weiterbloggen. Ich kann das aber bis nächste Woche Sonntag nicht garantieren, da das in erster Linie Urlaub ist. Falls jemand Interesse an einem Gastbeitrag hat kann er mir diesen unter stapelchips-youtube@web.de zusenden. Nächste Woche Sonntag gibt es dann auch die Themensammlung, die ich ja erst kürzlich bei mir eingeführt habe. Doch jetzt zu den eigentlichen random thoughts:


Drogen

Ich habe glaube ich noch nie meinen Standpunkt im Bezug auf Drogen publik gemacht. Zu mir: Ich nehme keine Drogen, ich Rauche nicht, trinke nur selten Alkohol und kiffe nicht. Die härtesten Drogen die regelmäßig zu mir nehme sind Kaffee und Döner.

Dennoch bin ich dafür Drogen zu legalisieren – und zwar radikal. Alle Drogen sollten meiner Meinung nach erlaubt sein. Warum? Weil man erstens besser regulieren kann und man zweitens auch gleich sauberes Besteck mit verticken kann. Das Zeug sollte natürlich nicht ganz frei erhältlich sein, also im Supermarkt oder so, sondern in Apotheken oder spezialisierten (und zertifizierten) Läden.

Ich meine: Ist es nicht sinnvoller Standards zu setzen, wieviel Wirkstoff in einer bestimmten Menge der Substanz sein soll, anstelle massiv gestrecktes und unreines Zeug zu verticken? Ist es nicht sinnvoller bei einem Päckchen Heroin gleich auch eine saubere Spritze mitzuverticken?

Man umgeht damit (theoretisch) vorzeitige Tode durch Überdosis oder unreine Substanzen sowie Infektionen durch verunreinigte Spritzen. Natürlich kann man dagegen halten, dass dann mehr Leute diese Drogen nehmen würden.

Darauf erwiedere ich, dass man die Mittel für Bekämpfung von Drogenkriminalität dann natürlich herunterschrauben kann, die man dann wieder für Bildung und Prävention einsetzen kann.

Was spricht dagegen in Chemie oder Biologie über den Einfluss von Drogen zu sprechen. Was spricht gegen einen „Drogen-Unterricht“?

Natürlich sind Drogen ein kritisches Thema wegen der Abhängigkeitsgeschichte und den körperlichen Schäden die entstehen können. Aber auch das ist für mich wieder ein Grund, Drogen zu legalisieren. Die Scham, sich in einen Entzug begeben zu müssen ist an sich schon schlimm genug, allerdings muss man jetzt auch zugeben, sich rechtlich in einem dunkelgrauen Bereich bewegt zu haben, das würde dann entfallen.


US-Wahl

Alles sieht ja nun nach einem Sieg von Trump aus. Das beängstigt mich ehrlich gesagt ziemlich. Mag für den einen oder anderen überraschend klingen, aber das tut es wirklich.

Allerdings hätte ich auch gesagt, dass mich Clintons Sieg beängstigen würde.

Das ideale Ergebnis wäre nun, dass Hillary einen Herzinfarkt bek… (nein, man wünscht niemandem den Tod)… dass Hillary ins Wachkoma fällt und sich Trump darüber so freut, dass er irre kichernd, von 100 000 Kameras begleitet, in einer weißen Jacke zwangseingewiesen wird.

Und dann wird neu gewählt.

Ich bin übrigens am überlegen morgen in Berlin eine #MAGA Kappe zu tragen oder noch besser, eine #FeelTheBern Kappe.

Übrigens noch etwas:

(Archiv)

Möglicherweise wollen die Alten auch das erhalten was sie aufgebaut haben ODER möglicherweise haben diese einfach mehr Erfahrung UND wählen auch das was sie für ihre Kinder als das Beste erachten.

Und noch etwas:

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Ich habe die Originalseite leider nicht archiviert, dennoch ist das ein Screenshot von http://www.tagesschau.de/ .

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass es immer sehr knapp war für Clinton, sogar dass Trump sie immer mal wieder überholt hatte. Clinton als „klare Favoritin“ zu bezeichnen ist schon ein bisschen frech. Nahezu dreist in einer Zeit, wo sich die Mainstreammedien mit dem Vorwurf der „Lügenpresse“ auseinandersetzen müssen.

Vielleicht ist Clinton die persönliche „klare Favoritin“ des Schreiberlings, aber nicht in den Umfrageergebnissen. Ich lege dem Schreiberling nahe sich in Zukunft auf die einfachste Variante des Journalismus zurückzubesinnen: Reine Fakten berichten.


Netzfrauen

Der Netzfrauenbeitrag über The Red Pill Movie dürfte ja mittlerweile allen bekannt sein, weshalb ich nur ganz kurz etwas zu diesem Beweis geistiger Umnachtung von mir geben möchte. Dieser Beitrag hat mich ernsthaft wütend gemacht.

Überschrift:
Hier wird „Männerrechte“ mit „Frauenhass“ bzw. „Frauenfeindlichkeit“ gleichgesetzt. Und da wundert sich noch jemand, dass Feminismus ein Synonym für Männerhass geworden ist.

Absatz 1:
Julien Blanc ist kein Männerrechtler. Pic Up Artists sind keine Männerrechtler. Bekommt das endlich in eure verblödeten Schädel rein.

Absatz 2:
Vergewaltigung als Sport der Männer„. Sag mal brennts bei Dir? Merkst Du eigentlich noch was für billige Hetze Du betreibst? Vermutlich nicht. Ich helfe Dir mal: ‚Vergewaltigung als Sport der Schwarzen‘. Na? Merkste was? Jetzt vielleicht? Man nennt sowas im Fachjargon „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.

Absatz 3:
Ist das dieses „whataboutism“ oder ist das schon „derailing“. Es geht hier um einen Film über Männerrechtler. Über Menschen die gegen die (rechtlichen) Probleme von Männern ankämpfen. Und in diesem speziellen Fall über Menschen in den USA und Canada. Und dann kommst Du mit Indien? Nehmen wir mal an, dass Indien repräsentativ für die USA/Kanada/den Rest der Welt wäre. Nehmen wir mal an, dass es flächendeckend so ist, dass es Frauen extrem schlimm haben. Das sagt nichts, absolut nichts darüber aus, wie es Männern geht. Es sagt nichts, absolut nichts darüber aus, welche rechtlichen Benachteiligung Männer haben. Du versuchst diese Probleme unsichtbar zu machen und zu marginalisieren.

Absatz 4:
Ja, ich kenne dies „Frauenproteste“ aus Argentinien.

2012:

2013:

2015:

Ich drücke mich mal so aus: Wer derartig Gewalt provoziert muss damit rechnen, dass irgendwann ein Backlash kommt. Das irgendwann die Leute kein Bock mehr darauf haben, sich mit Farbe in die Augen sprühen zu lassen, bespuckt zu werden, angemalt zu werden, Sachbeschädigung zu tolerieren, als Hitler verschrien zu werden und mit Gegenständen beworfen zu werden. Verdammte Axt, diese „Frauenproteste“ lassen selbst die katholische Kirche gut aussehen.

Absatz 5:
Hier lohnt es sich zu zitieren:
Während immer mehr Frauen gegen Gewalt auf die Straße gehen, macht genau eine Frau das Gegenteil: Die Filmemacherin Cassie Jaye versucht, die Männerrechtsbewegung zu verstehen und drehte dazu eine Dokumentation, die schon jetzt für heftigen Protest sorgt.
Ein Film über die Männerrechtsbewegung zu machen ist also das Gegenteil von gegen Gewalt zu sein? Wirklich? Also ich meine jetzt echt? Merkste selbst wie dumm das ist, ne? Nich? Wundert mich nicht.

Zuerst bekam sie kein Geld für die Produktion zusammen, das war auch gut so, dann fanden sich doch fleißige Geldgeber, Sie dürfen raten, aus welcher Szene?
Ist das jetzt eine Frage oder eine Aufforderung? Egal. Es war kaum die Männerrechtsszene, weil diese schwere Bedenken hatte (aus Erfahrung mit den Medien), ob Cassie Jaye die Männerrechtsszene auch nur ansatzweise akkurat darstellen würde. Das meiste Geld kam aus der libertären Szene. Aus der Szene die für freie Meinungsäußerung steht. Ich zähle mich persönlich übrigens zu beidem und habe auch dafür 50$ gespendet. Das DU allerdings GEGEN freie Meinungsäußerung bist, zeigt Dein „das war auch gut so„. Ich HASSE autoritäre Spinner wie dich.

Und jetzt haben schon Länder, da wo damals schon Julien Blanc ausgewiesen wurden, diesen Film verweigert.
Nope. Ein Kino hat die Ausstrahlung gecancelt. Der Film ist mit nichten verboten.

Hier wollte ein Kino diesen Beitrag zeigen, doch durch heftigen Protest hat das Kino bekannt gegeben, darauf zu verzichten.
Richtig. 2500 Unterschriften war der „heftige Protest“ stark.

Absatz 6 & 7:
PICKUP ARTISTS SIND KEINE MÄNNERRECHTLER.

Zudem ist auch Bil Cosby kein Männerrechtler.

Absatz 8:
Du meinst also, dass „vergewaltigte Frauen“ irgendwie in der selben Liga spielt wie „einen Film zeigen“?

Absatz 9:
Ich bin nicht bei Reddit und habe nie im Red Pill Forum gelesen. „Red Pill“ bezieht sich auf eine Szene in „The Matrix“. Ich würde ihnen den Film empfehlen. Da dieser aber ab 16 freigegeben ist vermute ich, dass ihnen sowohl die intellektuelle als auch die emotionale Reife fehlt diesen Film verstehen zu können. Deshalb vereinfache ich das für sie: Rote Pille = Realität, Blaue Pille = Gender Studies.

Absatz 10:
Das muss ein Missverständnis sein. Alphas sind Männer mit Selbstvertrauen und einer I don’t give a fuck – Attitüde. Das kann sehr wohl auch mit Geld einhergehen.

Absatz 11:
Oh, das Subreddit ist also ein Pick-Up Artist Forum (Dating-Coach)? Ist ja interessant. Ist es übrigens irgendwie schlimm sich abends zu treffen und Sex zu wollen? Vor 100 Jahren wärst Du eine von den Knalltüten gewesen, die homosexuelle Beziehungen verdammt hätten. Heute dürfen heterosexuelle Männer sich Deiner Einmischung in ihr Sexleben gewiss sein.

Absatz 12:
Nochmal: PickUp Artists sind keine Männerrechtler.

Und nur so ein Gedanke: Wenn es viele Frauen gibt, die solche Kerle gut finden, dann musst Du Dir doch die Frage stellen, ob das was Du willst wirklich „Frauenrechte“ sind bzw. „eine Verbesserung für Frauen“ oder nur das was Du willst. Es scheint doch so zu sein, dass sich scheinbar eine signifikante Gruppe Frauen etwas forschere Männer wünscht. Es scheint so zu sein, dass immer mehr Frauen mit Deiner Ideologie nichts mehr anfangen können, weil es ihnen nichts mehr bringt und es ihnen und den Männern in ihrer Umgebung schadet.

Absatz 13:
Eine Dokumentation einer Frau über eine Anleitung zur Gewalt gegen Frauen. Und diese Dokumentation findet das irgendwie gut… Wenn bei Dir hier nicht alle intellektuellen Warnglocken klingeln bist Du geistesgestört. Und ich meine wirklich geistesgestört… Dir muss doch auffallen, dass hier offensichtlich Fehler in der Informationslage sein MÜSSEN.

Absatz 14:
Schon erstaunlich, dass ein Film der über die Männerrechtsbewegung (und damit auch zwangsläufig über die Probleme der Männer) redet an einem Tag gezeigt werden soll, an dem es um die Probleme von Männern geht. Das ist natürlich höchst erstaunlich. Wer hätte darauf kommen können…

Absatz 15:
Sie hinterfragt ihre feministische Überzeugung in einer Welt in der Frauen noch für ihre Rechte kämpfen müssen. Die feministische Überzeugung scheint aber zu sein, dass „Männer alle Rechte haben“ und nur „Frauen immernoch um ihre Rechte kämpfen“ müssen. Es scheint fast so zu sein, als hätte sie gemerkt, dass diese (Deine) Annahme falsch ist.

Paradox: Sie fand es unglaublich, dass in der Männerwelt Filme von Männern immer finanziert werden, aber von Frauen nicht. Und nun sympathisiert ausgerechnet sie mit der Männerrechtsbewegung?
Nur ein Sexist würde sowas schreiben. Tatsache ist, dass es nicht um das Geschlecht von Cassie Jaye ging, sondern um den Inhalt des Filmes. DER war nicht erwünscht. Das hatte nichts mit ihrem Geschlecht zu tun. Aber soweit denken Sexistenschweine wie Du natürlich nicht. Und jetzt löse mir das Paradoxon, dass wir in einer Männerwelt leben, in der Filme über Männerprobleme nicht finanziert werden. Leben wir vielleicht gar nicht in einer M… ich will Dich nicht überfordern.

Absatz 16:
Jop, es gab auch eine Unmenge an Frauen in diesen Bewegungen damals. Tatsächlich war eine der größten Oppositionsdemographien zum Frauenwahlrecht Frauen. Warum? Weil sie befürchteten, dass sie die selben Pflichten (Wehrpflicht z.B.) wie Männer bekommen würden. Das ist aber auch vollkommen unerheblich gegenüber der Bewegung heute. Denn Cassie Jaye hat eine Dokumentation über die Männerrechtsbewegung in diesem Jahrhundert gemacht.

Absatz 17:
Fazit: Selbst bei dem Nonsens den Du geschrieben hast kannst Du nicht zu dem Fazit kommen, das du geschrieben hast. Es ist kein Fazit, es ist eine Vorannahme. DEINE Vorannahme.

Absatz 18:
Oh, ist diese Szene so schlimm? Also ich meine die Männerrechtler. Jemand weiß das diese Szene existiert. WELTUNTERGANG! Dir ist schon klar, dass jetzt nach Deinem Artikel noch mehr Menschen wissen, dass es diese Bewegung gibt? Klar, du hast natürlich ein vollkommen unzureichendes und sau dämliches Bild von dieser Szene gezeichnet, aber immerhin wissen jetzt mehr Menschen das es diese Szene gibt. Um bei Deiner Analogie zu bleiben: Die Uhr tickt weiter und Du kommst immer später…

Übrigens: Was für „scheinheilige Begründungen“? Es gab eine Kickstarterkampagne um den Film hier in Deutschland zu zeigen. Leute haben dafür bezahlt, also sollen sie ihn auch kriegen. Das ist nicht scheinheilig. Er ist nicht verboten und nach allem was ich weiß, zeigt er keine verbotenen Inhalte.

Absatz 19:
Vielleicht weil wir nicht zum dritten mal in 100 Jahren in ein totalitäres Regime rennen wollen?

Absatz 20:
Klarer Fall von: Film nicht gesehen.

Absatz 21:
Die Seite heißt „A Voice for Men“ nicht „A Voice from Men for Men“. Und ja, sie behaupten, dass Frauen in Vergewaltigungs- und Häusliche Gewaltfällen lügen KÖNNEN. Übrigens hat Paul Elam das Ding nicht finanziert.

Absatz 22:
Nochmal: PickUp Artists sind keine Männerrechtler.

Absatz 23:
Nun dann schau Dir doch die Männerrechtsbewegung an, denn um diese gehts nämlich.

Absatz 24:
Den hatten wir schon als Absatz 5.

 

Fazit: Eine Person, die die eigenen Vorstellungen als Vorstellungen aller Frauen klassifiziert, Probleme auf das Geschlecht herunterbricht ohne dabei Inhalt und andere Faktoren zu berücksichtigen, die intellektuelle Kapazität nicht aufbringt, sich mit Männerrechtlern auseinanderzusetzen sondern sich lieber an Pick Up Artists abarbeitet möchte, dass es einen Aufschrei gegen einen Film gibt, den sie – ohne ihn zu sehen – scheiße findet und möchte, dass die Bewegung um diesen Film ausradiert und nicht beachtet wird. Sie möchte die Stimmen von Männern und Frauen die mit dem Umgang mit Männern nicht einverstanden sind zum Schweigen bringen. Sie möchte die Hoheit im Diskurs behalten, ihre Macht erhalten. Gegenteilige Meinungen sind in ihrem totalitären schwarz-weiß Weltbild zu unterdrücken. Solche Menschen ekeln mich an.

Soziale Konstruktion

Laut einigen Feministen_*Innen (*1) ist Gender nur ein soziales Konstrukt. Die Art wie wir leben, uns präsentieren und damit unser Geschlecht ausleben ist rein sozial konstruiert.

Als Begrifflichkeit wurde gender erstmals in der Medizin in der Forschung mit Intersexuellen in den 1960er Jahren verwendet, um die Annahme zu verdeutlichen, dass die Sozialisation der Individuen für die Geschlechterzugehörigkeit bzw. Geschlechtsidentität verantwortlich ist. So wurde das soziale Geschlecht (gender) im weiteren Verlauf als unabhängig vom biologischen Geschlecht (sex) betrachtet. In den 70er Jahren wurde der englische Begriff gender im feministischen Sprachgebrauch als Analysekategorie aufgenommen, um die Unterscheidung zwischen biologischem und sozialen Geschlecht zu betonen und so einen Ansatz zu entwickeln, der die Veränderbarkeit von Geschlecht [*1] in den Blickpunkt rückt: Geschlechterrollen sind kein biologisches Phänomen, sondern stellen soziale Zuschreibungen dar. Sie werden in sozialen Interaktionen und symbolischen Ordnungen konstruiert und sind damit veränderbar.

[*1] Ich vermute die Uni Bielefeld (bzw. die ‚Projektgruppe Genderportal‘) hat hier vergessen Geschlecht durch Gender zu ersetzen.

Nun habe ich dem in einem gewissen Rahmen sogar zugestimmt und tue das auch weiterhin. Am 20. Oktober schrieb ich in meinem Blogartikel „Was der Gender Pay Gap impliziert“ folgendes:

Ich wäre natürlich nicht so vermessen zu behaupten, dass unsere Sozialisation keinen Einfluss auf unser Verhalten hat. Das wäre vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kulturen weltweit, aber auch von Subkulturen oder „Szenen“ eine nicht haltbare Behauptung. Also spielt Sozialisation eine Rolle.

Interessant ist dabei, dass innerhalb dieser Kulturen die Geschlechterrollen durchaus nicht so sehr abweichen, wie die Werte und Traditionen der Kulturen. Man könnte fast sagen, dass die klassischen Rollenbilder Human Universals sind.


Gestern habe ich über die hormonelle Verhütung von Männern, bzw. das unqualifizierte Verhalten von Pinkstinks.de im Beitrag „Wer lesen kann…“ gesprochen.

Darin habe ich die Nebenwirkungen der Studie grafisch dargestellt.

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Wir sehen: 320 Teilnehmer und 913 Nebenwirkungen. Ziehen wir davon alle physiologischen Nebenwirkungen ab (also Schmerzen, Akne, Juckreiz, usw.) kommen wir auf 427 Nebenwirkungen die die Psyche bzw. das Verhalten betreffen. Also im Schnitt ungefähr 1,33 psychische Nebenwirkungen pro Teilnehmer. Wobei Juckreize und Schmerzen natürlich ebenfalls unser Verhalten beeinflussen und damit die Hormone auch hier indirekt Einfluss auf unser Verhalten nehmen. Im Gegenzug könnte ich anführen, dass es nicht überall erwiesen ist, dass diese Dinge wirklich auf das Präparat zurückzuführen sind (*2). Aber wir wollen ja mal nicht päpstlicher sein als der Papst.

Denn alleine die Tatsache, dass diese Wissenschaftler einige der psychischen Nebeneffekte definitiv auf das Präparat zurückführen spricht Bände. Unter diesen ist besonders „increased libido“ zu erwähnen. 63 der Vorfälle waren definitiv auf das Präparat zurückzuführen. Bei 320 Teilnehmern sind das 19,69% der Teilnehmer also fast ein Fünftel. Aber das ist nur das mit absoluter Sicherheit. Nehmen wir die wahrscheinlichen Zusammenhänge und die möglichen hinzu steigt der Einfluss des Präparates über 35,31% auf 38,75% der Teilnehmer. Also fast zwei Fünftel. Und das NUR bei dem gesteigerten Sexualtrieb.

Als kleine Anmerkung: Broadly verlinkte eine Studie zu den Einflüssen, die die Anti-Baby Pille (also auch eine hormonelle Verhütungsmethode) bei Frauen hat und auch diese bestätigt scheinbar einen Zusammenhang zwischen Hormonänderung und Stimmungsveränderung.

Doch kommen wir mal weg von diesen Präparaten und gehen über zu Psychopharmaka. Das sind Medikamente, die bestimmte Stoffwechselvorgänge im Gehirn beeinflussen.

Bei den Psychopharmaka werden üblicherweise sieben Gruppen unterschieden:

  •     Antidepressiva
  •     Stimmungsstabilisierer (Phasenprophylaktika)
  •     Antipsychotika (Neuroleptika)
  •     Anxiolytika / Hypnotika
  •     Antidementiva
  •     Psychostimulanzien
  •     Sonstige Psychopharmaka

Man kann also durch Zugabe von Medikamenten die Stimmung des Menschen verändern. Und damit auch ihr Verhalten.

Letztendlich gibt es diese Funktion auch bei Drogen (s.g. Upper und Downer) oder Alkohol. Bei Alkohol sehen wir im Alltag die enthemmende Wirkung nahezu überall. Aber wir wissen auch um die Wahrnehmungsstörungen, den Verlust der motorischen Fähigkeiten und um die Beeinträchtigung des Gedächtnisses (Filmriss).


Wir haben nun bis jetzt aber nur die Zugabe von Wirkstoffen in den menschlichen Körper besprochen. Jetzt wäre es an der Zeit einmal über die Veränderungen im Verhalten durch körpereigene Stoffe zu sprechen. Dafür nur zwei Beispiele.

Das erste wäre Adrenalin: Dieses Stresshormon hat, neben Einwirkungen auf die Muskulatur (speziell Herz) und Adern auch einen Einfluss auf das Gehirn. Es steigert zum Beispiel die Leistungsbereitschaft und stellt unseren Körper auf wichtige Überlebensstrategien wie Kampf oder Flucht ein. Ich habe kürzlich über die „Kampfbereitschaft“ gesprochen, jedoch nicht über die Nachwirkungen. Meine Arbeitskollegin hat nach dem Vorfall stark gezittert und war nachher ganz erschöpft. Eine Nebenwirkung von Adrenalin.

Oder zwei Beispiele die etwas geschlechterspezifischer sind und damit eine hervorragende Überleitung zu meinem späteren Fazit darstellen.

Erstens: Der weibliche Zyklus. Ich denke es gibt kaum einen Menschen, der nicht eine Frau kennt, die während „ihrer Tage“ nicht eine Verhaltensänderung an den Tag legt. Oftmals in Verbindung mit Regelschmerzen, die durch die Ablösung der Gebärmutterschleimhaut entstehen (die wiederum durch den verringerten Hormonspiegel von Progesteron entsteht). Die Prävalenz dieser Verhaltensänderung zeigt sich in der Frage „Hast du wieder deine Tage?“ wenn eine Frau besonders aggressiv bzw. reizbar ist.

Zweitens: Testosteron in Verbindung mit Kortisol. Ich hatte schon länger vor darüber einen Blogeintrag zu machen, hatte aber nie die Gelegenheit dazu das passend auszuformulieren, aber jetzt bietet es sich an. Im populärwissenschaftlichen Magazin „Psychologie Heute“ gab es einen Artikel der sich „Bloß kein Stresshormon!“ nennt (*3). In diesem wird beschrieben, dass Testosteron dabei hilft Hierarchien zu erklimmen. Gary Sherman und sein Team der Harvard University haben das anhand von 78 Führungskräfte im Staatsdienst (alles Männer) nachgewiesen. Alle mussten angeben, wieviele Untergebene sie hatten und mussten, um die Hormone zu bestimmen, Speichelproben abgeben. Heraus kam, dass diejenigen mit mehr Testosteron „mehr Rangniedere kommandierten“. Jedoch nur, wenn diese nicht auch viel Kortisol im Blut hatten. Denn war dies der Fall, war die Menge von Testosteron nicht mehr so wichtig. Diese Männer hatten nur eine mittlere Anzahl an Rangniederen. Kortisol funktionierte quasi als Gleichmacher.

Es ist noch nicht klar, auf welche Weise Kortisol seine gleichmacherische Wirkung entfaltet. Vielleicht liegt es daran, dass es Testosteron rein biologisch hemmt. Es könnte aber auch die psychologischn Wirkungen des Testosterons unterdrücken: Aggression, Machtstreben, Angstminderung und Risikobereitschaft.

Nun muss ich gestehen, dass ich die niedrige Anzahl der Testpersonen eher… so so lala finde. Aber wir können zu mindest eine Korrelation von Hormonmengen damit belegen (das in Kombination mit der Hormonverhütungsstudie, wo es auch um Testosteron ging).

Ich habe dann übrigens mal nachgeschaut was Kortisol sonst noch so macht und bin dabei auf etwas ganz Interessantes gestoßen. Der Kortisolwert steigt zum Beispiel bei Östrogentherapien, wenn jemand die „Pille“ (d.h. die Anti-Baby Pille; hormonelles Verhütungsmittel der Frau) nimmt oder in Schwangerschaften.

Nun ist für mich persönlich gerade ersteres besonders, sagen wir mal, nett zu wissen, da Frauen ja nunmal mehr Östrogen im Körper haben als Männer und Männer mehr Testosteron als Frauen. Ich habe keine Quelle gefunden, die einen unterschiedlichen Kortisolwert bei Männern und  Frauen ausgibt (wohl aber, dass der Kortisolwert schwankt, weil Kortisol in Schüben ausgegeben wird).

Wenn aber nun Kortisol, wie die Studie von Gary Sherman suggeriert Testosteron entgegenwirkt, dann wird die gleiche Menge Kortisol unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen haben. Nehmen wir an die Menge von Kortisol bei Männern und Frauen ist im Schnitt gleich. Diese Menge kann eine bestimmte Menge Testosteron neutralisieren. Jetzt haben Frauen aber im Schnitt weniger Testosteron als Männer  woraus folgt, dass die Restmenge Testosteron, die wirksam ist, bei Männern im Schnitt höher ist als bei Frauen. Woraus folgt, dass Männer im Schnitt häufiger „Aggression, Machtstreben, Angstminderung und Risikobereitschaft“ zeigen als Frauen.


All dies zusammengenommen belegt ziemlich eindeutig, dass Gender halt nicht nur ein soziales Konstrukt ist. Tatsächlich möchte ich provokant die Frage aufwerfen, ob der Prozentsatz der Beteiligung der sozialen Konstruktion an Gender im einstelligen Bereich zu finden ist – oder nur in Kommastellen nach der Null?



(*1) Ich benutze diese übertrieben gegender Schreibweise nicht um diese Menschen zu veräppeln. Ich wollte nur alle Special Snowflakes mit dem „*“ inkludieren.

(*2) Das kann ich jedoch nicht ausklamüsern. Immerhin haben Experten 4 Jahre gebraucht um das zu bearbeiten. Zitat: „and the last participant completed the study on May 30, 2012“.

(*3) Psychologie Heute 11/2016; S.54

Wer lesen kann…

…ist klar im Vorteil. Lesen heißt aber nicht nur die Worte aneinanderreihen können, sondern der Reihe an Wörtern auch einen Zusammenhang zu geben und ein Verständnis zu entwickeln, was diese Wortreihen einem sagen wollen. Aber nicht nur die Wortreihen sind relevent, sondern auch Satzzeichen, Zeilenumbrüche und Absätze. Ja, meist bedeutet ein Zeilenumbruch, dass jetzt ein neuer Absatz kommt, indem thematisch etwas Neues angeschnitten wird.

Dies scheint den Damen und dem Herren von Pinkstinks.de (und broadly.com) nicht ganz bewusst zu sein. Mit einem doch leicht abwertenden Kommentar versehen verlinkten sie einen Beitrag von broadly.com (Archiv).

(Archiv)

Nach dieser Einleitung die ich gebracht habe, fokussiere ich mich natürlich zuerst einmal auf den zweiten Satz von Pinkstinks.de: „aber #etwasdownfühlen ist für Männer wohl nicht zumutbar.“

Das steht im Bezug zu dem Artikel von Broadly. Ließt man sich diesen Artikel durch, dann wird ersteinmal verglichen zwischen den Problemen die die Anti-Baby Pille mit sich bringt und der neuen hormonellen Verhütungsmethode bei Männern. Dabei gibt es Stimmungsschwankungen, was „ziemlich nach dem [klingt], was Frauen seit Jahrzehnten durchmachen“.

Nun ist Stimmungsschwankungen aber ein sehr dehnbarer Begriff. Es kann von bipolaren Verhaltensstörungen (manisch-depressive Verhaltensstörung z.B.) bis zu einem leichten Wechsel alles gemeint sein. Auch die Art der Stimmung kann unterschiedlich sein. Wenn man die ganze Zeit zwischen „Ich will jetzt sofort Sex“ und „ich hab das Gefühl nie wieder Sex haben zu wollen“ schwankt oder zwischen radikalem Hass auf die Welt und unbedingter Liebe auf die Welt schwankt, dann kann das belastend sein. Auch wenn man merkt, dass man sich selbst nicht mehr motivieren kann bestimmte Dinge zu tun, was einem vorher möglicherweise problemlos möglich war, kann man das durchaus nachvollziehen – shit needs to be done… .  Stimmungsschwankung ist ersteinmal nur ein Begriff, der eine Veränderung beschreibt. Wie stark diese ist und in welcher Form sie auftritt muss genauer spezifiziert werden.

20 Männer brachen die Studie vorzeitig ab. Von diesen 20 waren es sechs die wegen Stimmungsänderung (welcher Art und Intensität unbekannt) abbrachen. Weitere 8 schieden ebenfalls wegen Stimmungsänderungen aus. Wobei hier ebenfalls nicht klar ist welcher Art und Intensität diese Stimmungsschwankungen gewesen sind und wie sich diese von den vorherigen sechs abgrenzen.

Und dann kommt ein Zeilenumbruch (ergo: neues Thema) mit einem Absatz der erklärt, dass die Studie laut WHO dennoch ein Erfolg ist. Dann ein neuer Zeilenumbruch mit neuem Absatz, wo einer der Autoren dieser Untersuchung zu Wort kommt und der WHO zustimmt.

Und hier wirds interessant.

Auch wenn die Studie aufgrund der Nebenwirkungen behindert wurde, sagt Anderson, „haben viele der Teilnehmer nur von sehr leichten Nebenwirkungen berichtet und es sind auch nicht besonders viele aus der Studie ausgeschieden.“ Das heißt, obwohl es Bedenken gab, haben sich diese letztendlich als ziemlich harmlos entpuppt. Einige Teilnehmer gaben lediglich an, dass sie sich „etwas down fühlten.“

Denn hier steht nicht, dass die Studienteilnehmer, die die Studie abgebrochen haben wegen „sich etwas down fühlen“ die Studie abgebrochen haben. Tatsächlich steht hier nichts darüber, warum die Studienteilnehmer die Studie abgebrochen haben.

Fangen wir mal am Anfang an:
Die Studie wurde auf Grund der Nebenwirkungen behindert, wobei viele der Teilnehmer nur von sehr leichten Nebenwirkungen berichteten. Viele heißt nicht alle. Es gibt also eine Gruppe von Teilnehmern die entweder keine Nebenwirkungen hatte oder stärkere Nebenwirkungen. Also entweder besteht diese Gruppe entweder aus nur aus Leuten komplett ohne Nebenwirkungen, nur stärkere Nebenwirkungen oder (mMn am wahrscheinlichsten) einem Mix aus Teilnehmer ohne Nebenwirkungen und mit stärkeren Nebenwirkungen. Keine Nebenwirkungen hätten die Studie aber wohl kaum behindert.

Nun macht hier Broadly einen Verständnisfehler, der den von Pinkstinks erklären aber keinesfalls entschuldigen kann, denn Broadly schließt aus „viele Teilnehmer“ und „leichte Nebenwirkungen“, dass die Bedenken nur harmlos sind und begründen dass damit, dass „einige“ (nichtmehr viele) Teilnehmer, sich „etwas down fühlten“. Dieser Fehler ist aber derartig offensichtlich, dass man sich Fragen muss, wieso das den Leuten bei Broadly und Pinkstinks nicht aufgefallen ist.

Diese Teilnehmer sind die mit den leichten Nebenwirkungen. Wohlkaum die mit den schweren Nebenwirkungen. Also die, die mit ziemlicher Sicherheit die sind, die die Studie abbrachen.

Wir können uns natürlich auch einfach mal die Daten anschauen die Broadly so schön in ihrem Artikel verlinkt hat.

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Ob diese sechs wohl die erstgenannten bei der Stimmungsänderung waren? Da wo Art und Intensität nicht genauer spezifiziert wurde? Ich meine, dass ein massiver Anstieg des Sexualtriebs durchaus Probleme nach sich ziehen kann dürfte nicht überraschen. Vor allem nicht, wenn die Partnerin, dass nicht will. Auch bei einer Depression bzw. schweren depressiven Verstimmungen ist das durchaus nachzuvollziehen. Und wenn es um die Reizbarkeit geht, dann kann man sich ja eigentlich nur wünschen, dass Personen, die das Produkt benutzt haben, es absetzen. Auch wenn wir und Aggression angucken, kann man es sogar bei der „moderaten“ Form verstehen, dass Leute das nicht wollen. Wir haben es hier eindeutig nicht nur mit „etwas down fühlen“ zu tun, sondern mit durchaus auch schweren Stimmungsbeeinträchtigungen, die einem selbst oder auch anderen schaden können. Man darf dabei nämlich auch nicht vergessen, dass alle Teilnehmer in stabilen Beziehungen waren und das mit Sicherheit auch bleiben wollten.

Ich möchte übrigens noch was aus dem deutschen Ärzteblatt zitieren:

Nur 20 Männer brachen die Studie vorzeitig ab. Bei einigen Männern kam es jedoch zu schweren Nebenwirkungen, die ein übergeordnetes Komitee der WHO im März 2011 bewog, die Studie vorzeitig abzubrechen, während die studieninterne Prüfkommission wenige Wochen zuvor keine Einwände gegen eine Fortsetzung der Studie hatte.

Zu den Gründen für den Studienabbruch zählte vor allem eine schwere Depression, die bei einem Teilnehmer auftrat und wahrscheinlich auf die Hormone zurückzuführen war. (Ein weiterer Mann nahm sich das Leben, was jedoch auf persönliche Probleme zurückgeführt wurde). Hinzu kam eine Paracetamol-Überdosierung, die laut Festin eventuell mit der Hormoneinnahme in Verbindung stand, sowie eine Tachykardie infolge eines paroxysmalen Vorhofflimmerns mit möglichem Zusammenhang zu den Hormonspritzen.

Und dann erinnern wir uns an den Pinkstinks-Tweet:

: „Etwas down fühlen“ vs die Nebenwirkungen der Pille. aber ist für Männer wohl nicht zumutbar.

Ja, das sind die Leute, die uns erklären wollen wie sexistisch doch Werbung ist… Ganz ehrlich Pinkstinks: Löscht Euch.