Gestern war International Mens Day…

… und ich habe nichts geblogt, kein Video gemacht. Warum? Weil ich es verbockt habe etwas vorzubereiten. Ganz großes Tennis meinerseits.

Ich habe auch wenig getwittert, weil 1. Arbeit und 2. habe ich meinen Vater zum Frühstück eingeladen.

 

Normalerweise würde ich so eine Kleinigkeit nicht bloggen, aber ich dachte mir „etwas musst Du schon sagen“.

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Gleichberechtigung und Demokratie? Lächerlich

In Anlehnung an meinen vorherigen Blogpost (Archiv) möchte ich noch einmal kurz auf „Berliner Erklärung 2017“ eingehen (Archiv).

Frauenverbände sind alarmiert und befürchten, eine Jamaika-Koalition wird an den Zuständen wenig ändern und die Gleichberechtigung von Frauen und Gesellschaft nicht ausreichend fördern. Ein Beispiel: Die  FDP lehnt die Frauenquote konsequent ab.
Eine Quote ist nicht – und kann niemals – Gleichberechtigung der Geschlechter fördern. Eine Quote kreiert ein Setting , in dem es ok sein soll, gegen Menschen zu diskriminieren, weil sie geboren wurden wie sie geboren wurden. Deshalb ist das Ablehnen einer Quote mehr Kampf für Gleichberechtigung, als das Fordern einer Quote.
Doch kommen wir zu „Berliner Erklärung 2017“
Die 17 Frauenverbände, darunter unter anderem der Deutsche Frauenrat (DF), der Verbund deutscher Unternehmerinnen (VdU) oder  der Deutsche  Juristinnenbund (DJB),haben daher den  gemeinsamen Forderungskatalog „Berliner Erklärung 2017“  aufgestellt und mahnen die Gleichstellungspolitik der verhandelnden Koalitionspartner an.
Aha. Also Juristinnen, Unternehmerinnen und der deutsche Frauenrat.
Außerdem soll die kommende Regierung ein konformes Paritätsgesetz auf den Weg bringen, um den Frauenanteil im Bundestag zu erhöhen. „Wir brauchen Regelungen für die Politik. Das funktioniert offenbar nicht von selbst“, sagte Lukoschat.
Verstehe ich das richtig? Per Gesetz soll das Wahlergebnis manipuliert werden? Ernsthaft? Wahlmanipulation per Gesetz?
Können wir jetzt offiziell sagen, dass der Feminismus eine Demokratie und Verfassungsfeindliche Ideologie ist? Antwort: Nicht erst seit heute…
Maria Wersig, Präsidentin beim Deutschen Juristinnenbund, betonte,  es sei wichtig Demokratie und Gleichstellung ins Verhältnis miteinander zu setzen.
Hier möchte ich Hadmut Danisch (Archiv) zitieren, der das schon nett zusammengefasst hat (und über den ich auch an diesen Artikel gekommen bin):
Die setzt Demokratie und Gleichstellung als Gegensätze (sind sie ja auch) und fordert, Demokratie zugunsten von Gleichstellung abzubauen. Also eine marxistisch-sozialistische Diktatur mit Planwirtschaft nach Schema der DDR.
Danke Hadmut.
Schließlich sei die Gleichstellung von Mann und Frau auch im Artikel 3 des Grundgesetzes verankert.
Nein, da ist Gleichberechtigung (gleiche Chancen und Möglichkeiten bei offenem Ergebnis; Ein liberales System) verankert und nicht Gleichstellung (ungleiche Chancen und Möglichkeiten um ein gleiches Ergebnis zu erzielen; Ein autoritäres System).
Es sei ein Versagen der Parteien, dass so wenige Frauen nun im Parlament säßen, man müsse das regulieren, so Wersig.
Das ist eine haltlose Unterstellung und ich würde allen Parteien raten diese Frau wegen übler Nachrede anzuzeigen.

Aber nicht alles was gefordert wird ist verfassungs- und demokratiefeindlicher Müll. Nein, es gibt auch gute Forderungen (wobei es, wie Herr Danisch das schon sagte, schon dreist ist, dass diese nicht demokratisch legitimierten Verbände meinen sich in Koalitionsverhandlungen einzumischen). Z.B.:

Außerdem wolle man eine gerechtere Bezahlung zum Beispiel in der Pflege,
„Gerechtere“ ist vielleicht nicht das Wort das man nehmen sollte- „bessere“ wäre besser. Zudem würde ich hier die Kirchen entmachten, denn viele Pflegejobs gibt es bei kirchlichen Verbänden (Caritas, Diakonie) und hier hat man kein Recht auf einen Betriuebsrat (allenfalls eine Mitarbeitervertretung) und kein Streikrecht…
transparente Prüfverfahren zur geschlechterdifferenzierten Lohnanalyse in Unternehmen
Volle Zustimmung. Die Löhne sollten transparenter überprüft werden können – vor allem, damit ihr mit eurem GPG Gejaule endlich aufhört.
Einführen des Pflichtfaches Wirtschaft und Lebensökonomie und Informatik/Technik in der Schule
Volle Zustimmung – ohne bissigen Kommentar.
Aber dann gibts auch wieder Unsinn dabei.
Noch immer würden  bei den Mädchen Verkäuferin und medizinische Fachkraft als beliebtester Beruf angegeben, bei den Jungs sei das der Beruf des Mechatronikers. In typischen Frauenberufen verdiene man aber immer auch deutlich weniger, so Grosse-Leege.
Und obwohl sie schlechter bezahlt werden, wollen Mädchen trotzdem in den Beruf? Merkwürdig. Es ist ja fast so, als wäre Geld ihnen gar nicht so wichtig. Es ist ja fast so, als wären sie der Meinung, dass für den Job, den sie machen wollen, die Bezahlung angemessen, ja geradezu GERECHT, wäre.
Die Verbände fordern zudem die Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form. Die Lohnsteuerklasse V führt zu einem niedrigeren Nettoeinkommen und benachteiligt überwiegend Frauen.
Ihr wisst schon was eine (Ehe-)Partnerschaft ist oder?

REVERSE Reality „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“

Es ist am 9.11.2017 folgende Nachricht aufgetaucht: Bundesministerium fördert Gender-Forschung mit knapp einer Million Euro (Archiv)

Nach dem Lesen dieses Schriftstückes, habe ich mich gefragt, ob ich irgendwie im falschen Film bin, doch der Reihe nach. (Und die Reihe ist lang.)

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE.

Schauen wir uns doch mal das Projekt „REVERSE“ erst einmal an (Archiv). [Zur Abgrenzung zum Artikel „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“ sind die Zitate von der Beschreibung des REVERSE-Projektes in kursiv gehalten]

Hintergrund

Angesichts einer als krisenhaft wahrgenommenen Modernisierung der Geschlechterverhältnisse formiert sich aktuell in Deutschland gegen den sog. „Gender-Wahn“ (Wahlplakat der AfD 2013) ein breites Spektrum, das sich gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse (Bsp.: Homosexualität) richtet.

Dieses BREITE SPEKTRUM formiert sich bestimmt nicht, weil die Arbeit der Genderia so toll ist. Nur mal so ein Gedanke: Wenn sich ein breites Spektrum gegen das Gendergedöns formiert, kann es dann vielleicht sein, dass das was ihr tut immer weniger mit der Lebensrealität der meisten Menschen in Deutschland zu tun hat? Und das nicht in der Form von Weltraumforschung, sondern in der Form, dass Eure Forderungen und Ergebnisse Einfluss auf das Leben der Menschen nehmen, die diese nicht für gut befinden.

Es ist relativ typisch, dass Vertreter der „Modernisierung der Geschlechterverhältnisse“ ihre Gegner in die rechte Ecke stellen, obwohl es Unmengen an politisch Linken Feminismuskritikern gibt. Was diese gemein haben ist, dass es sich bei diesen Linken (und auch feminismuskritischen Rechten) um libertäre Menschen handelt. Menschen, die sich nicht alles vorschreiben lassen wollen.

Und es handelt sich um Menschen, die an Tatsachen interessiert sind. Sie wissen zum Beispiel, dass Homosexualität kein Geschlecht ist, sondern eine sexuelle Orientierung.

Zwar adressieren die entsprechenden Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse.

Also, diese Diskurse werfen brisante Fragen auf. Spielen die in der gleichen Liga wie die Diskurse darüber ob Genderstern*innen oder Gendergap_innen inklusiver sind, oder geht es doch eher um die strukturelle Benachteiligung von Jungen in der Schule, dem Hinweis darauf, dass „Man muss dem Opfer glauben“ ein direkter Angriff auf das Menschenrecht der Unschuldsvermutung (Art. 6 Absatz 2) ist. (Freuen wir uns auf die nächsten Hexenverbrennungen.) Die Tatsache, dass unser Bundesgleichstellungsgesetz an mehreren Punkten gegen unser Grundgesetz und das Menschenrecht der Gleichberechtigung verstößt (Archiv).

Zugleich bedrohen sie jedoch den gesellschaftlichen

Zusammenhalt, indem Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher bzw. sexueller Identität als neue politische Spaltungslinie verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt werden.

Ich bitte um Verzeihung, aber als Feminist*_Inx anderen vorzuwerfen, die Geschlechterpolitik ideologisch aufzuladen zeigt von einem extremen Mangel an Selbstreflektion. Anderen vorzuwerfen, anhand der geschlechtlichen bzw. sexuellen Identität zu spalten, ist – gerade im Hinblick auf den intersektionalen Feminismus – eine bodenlose Frechheit.

Natürlich werden die „Errungenschaften“ von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt. Und das ist auch gut so, denn nichts ist zwangsläufig gut oder gar perfekt. Es gibt immer Raum nach oben und es gibt auch immer falsch eingeschlagene Wege. Zum Beispiel wenn man gegen diverse Menschenrechte verstößt.

Vor allem ist dieses „Argument“ von selbst ernannten Progressiven zutiefst konservativ: „Oh nein, ihr stellt den Status Quo in Frage.“

Mal zusammengefasst: Ihr teilt die Menschen nach Geschlecht und Sexualität ein. Fordert Privilegien auf Basis dessen. Greift Grundrechte an. Bemerkt, dass sich ein breites Spektrum an Kritik bildet. Schiebt diese Kritik stumpf in die rechte Ecke und werft dann anderen vor, die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben?

Nicht zuletzt sehen sich Einzelpersonen und Institutionen, wie z.B. Geschlechterforscher*innen, Frauen-/Gleichstellungsbeauftragte oder politische Aktivist*innen, zunehmend mit anti-feministischen Angriffen und Drohungen konfrontiert.

Ahh, damsel in distress mal wieder. ‚Wir armen Opfer von bösartigen antifeministischen Monstern, sie bedrohen uns. Zu Hülf, zu Hülf!!!‘

Womit wird denn gedroht? Mit Gerichtsverfahren gegen eure grundgesetzwidrige und menschenrechtsverachtende (verzeihung) Genderkacke? Was wird denn angegriffen? Eure Argumente vielleicht. Ach ne, von 20 000 Zuschriften die da so kommen stand in einer, dass ihr was „aufs Maul bekommt“ oder so.

Mal zusammengefasst: Ihr teilt die Menschen nach Geschlecht und Sexualität ein. Fordert Privilegien auf Basis dessen. Greift Grundrechte an. Bemerkt, dass sich ein Breites Spektrum an Kritik bildet. Schiebt diese Kritik stumpf in die rechte Ecke und wundert euch dann, dass ihr nicht nur freundliches Feedback bekommt? Wie es in den Wald hineinruft…

Diese Phänomene und Diskurse gefährden die Geschlechtergerechtigkeit und die Akzeptanz von Pluralität als normative Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.

Der normative Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung ist die MEINUNGSpluralität. Und diese scheinen Sie mit diesem Projekt unterbinden zu wollen. Geschlechtergerechtigkeit ist kein normativer Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung (außer im Bezug auf gleiches aktives und passives Wahlrecht).

Außerdem ist der Begriff „Geschlechtergerechtigkeit“ irreführend. Gerechtigkeit ist eine schwierige Sache. Ist es gerecht, wenn ich 50/50 Ergebnisse anstrebe, dabei aber gegen Individuen diskriminiere? Oder ist es gerecht, wenn ich nicht gegen Individuen diskriminiere, bei offenem Ergebnis, was die Geschlechterverteilung angeht? Ersteres wäre Gleichstellungspolitik, letzteres Gleichberechtigungspolitik.


Soviel zum Hintergrund des REVERSE Projektes. Zurück zum eigentlichen Artikel.

Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, die Forscherinnen und Forscher als Gefährdung für die Demokratie einschätzen.

Bitte was? Ich möchte hier einmal kurz auf meinen Blogpost „Demokratie“ vom 23. Oktober 2017 hinweisen (Archiv), wo ich darstelle wie Feministen sich darüber beschweren, dass nicht genug Frauen in den Bundestag gekommen sind – nach freien, gleichen und geheimen Wahlen in einer repräsentativen Demokratie. Es wird offen darüber nachgedacht, ob man nicht das Männerwahlrecht abschaffen solle. Aber anti-feministische Diskurse (gaaanz gefährlich: Meinungspluralität) sind eine Gefährdung für Demokratie. Klar.

„In politischen und medialen Debatten wird die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse häufig als Krise dargestellt“, sagt Prof. Dr. Annette Henninger, die das Projekt REVERSE leitet.

Veränderung bringt immer Unsicherheit mit sich, das ist normal und auch ersteinmal nicht schlimm. Schlimm wird es erst, wenn diese Unsicherheit nicht addressiert wird, dann hat man eine Krise. Man hat auch eine Krise, wenn man das Geschlechterverhältnis nur einseitig „modernisiert“ die andere Seite aber vollkommen ignoriert. Beides ist in der aktuellen Situation der Fall. Unsicherheiten von Männern werden weggewischt, Benachteiligungen von Männern billigend in Kauf genommen.

„Oftmals ist von einem regelrechten ‚Gender-Wahn‘ die Rede, der Menschen in ihren Werten und ihrer Mündigkeit angreife.

Für Gender-Wahn hatte ich ja schon das Beispiel mit dem Stern* und dem Gap_. Das mutet doch recht wahnhaft an, sich über solche Trivialitäten Gedanken zu machen. Dazu dann noch Ampelmännchen oder diese ständigen geschlechtsspezifischen Negativzuschreibungen a la menspreading, manterrupting, mansplaining, hepeating usw. . Oder die Fokussierung auf Frauen als Opfer. Auch hier möchte ich mal wieder auf einen Blogpost von mir verweisen „Wohnungslosigkeit im Patriarchat“ (Archiv).

 

Für „Menschen in ihren Werten“ gibt es zwei Interpretationsmöglichkeiten. Entweder Werte in Form von Moral oder Werte in Form von Wertigkeit des Menschen bzw. Über-/Untermensch.

Zu Moral / Werte: Wenn ich es als einen grundlegenden Wert ansehe , dass man gegen keinen Menschen diskriminieren darf, dann ist so etwas wie das Bundesgleichstellungsgesetz ein Angriff auf diesen Wert.
Wenn ich der Ansicht bin, dass Männer und Frauen gleichwertig sind, dann ist ein Angriff auf freie, gleiche und geheime Wahlen mit Bezug auf das „Geschlechterergebnis“ ein Angriff auf diesen Wert.

Zu Wertigkeit von Menschen: Ich denke ich muss jetzt nicht die intersektionale Feminismus… Verzeihung… Nazi-Keule rausholen um zu erklären, warum das scheiße ist.

 

Nehmen wir für „Mündigkeit“ mal das Beispiel Gender Pay Gap.

FeministIn: „Oh nein, Frauen bekommen 21% weniger Geld als Männer. Frauen werden unterdrückt.“
Mensch der Frauen als mündig ansieht: „Das liegt an den Lebensentscheidungen die Männer und Frauen treffen. Frauen entscheiden sich z.B. häufiger für schlechter bezahlte Berufe.“
FeministIn: „Frauen treffen diese Entscheidungen aber nur, weil die Gesallschaft ihnen das so beibringt. Es wird von ihnen erwartet in Pflegeberufe zu gehen.“
Mensch der Frauen als mündig ansieht: „Selbst wenn das so wäre (was es nicht ist, weil sonst würden Frauen nur in solche Berufe gehen und andere Berufe wie alle Variationen von Kauffrauen z.B. kämen nicht/nur selten vor), dann müsste immernoch geklärt werden, wie wir es schaffen, dass in unserer kapitalistischen Gesellschaft, in der Geld eine unheimlich wichtige Ressource ist, Frauen beizubringen, auf diese Ressource zu verzichten. Eine Möglichkeit wäre anzunehmen, dass Frauen zu dumm sind (was ich nicht glaube) um zu kapieren, dass besser bezahlter Job = mehr Geld ist. Die andere Möglichkeit wäre, dass Frauen das sehr wohl kapieren (was ich glaube), aber auf das Geld zu Gunsten von etwas anderem Verzichten. Zum Beispiel: Zufriedenheit. Wenn man Frauen in ihrer Mündigkeit ernst nehmen will, muss man sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind zwischen Geld und Zufriedenheit abzuwägen. Gerade vor dem Gesichtspunkt, dass sie sich darauf verlassen können, dass sie aus anderen Quellen (z.B. Partner) Geld bekommen können.“
FeministIn: „Da kannste mal das ausgeklügelte Patriarchats-System sehen. Was nicht alles gemacht wird, um Frauen in diese Richtung zu lenken. Das ist gar nicht ihre eigene, informierte [Anmerkung der Redaktion: mündige] Entscheidung, sondern die des Patriarchates. Frauen sind Objekte des Patriarchats!!!“

So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen.“

Naja, das ist beides ja auch nicht ganz abwegig. Zur unwissenschaftlichkeit der Gender Studies hat Sciencefiles etwas geschrieben (was passenderweise auch diesen Artikel als Hintergund hat; Archiv).

Interessant wäre hier eine Aufschlüsselung WARUM diese sprache als Kulturfrevel bezeichnet wird. Hier einmal ein Interview mit einem Sprachwissenschaftler im Deutschlandfunk (Archiv). Daraus möchte ich nur eine Sache besonders hervorheben (wegen der demokratiefeindlichkeit die Anti-Feministen untergeschoben werden soll): „Sie erkennen nur noch Texte an, die nach ihrer Regel, die es im Deutschen nicht gibt, die frei erfunden ist, einen gegenderten Text enthält. Da muss man rechtlich gegen vorgehen, meiner Meinung nach, kann man auch. Solche Eingriffe in die Sprache sind typisch für autoritäre Regimes, aber nicht für Demokratien.

Gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse formiere sich aktuell politische Kritik von rechts, die teils auch im konservativen oder liberalen Lager auf Zustimmung stoße.

Oder um es mit den Worten aus dem Hintergrundtext des Projektes zu beschreiben: „ein breites Spektrum“.

Ich stelle mir gerade die Frage, was wohl in einem Kopf falsch laufen muss, wenn man aus allen Ecken des politischen Spektrums (außer der autoritären Linken) Feuer bekommt und man immernoch glaubt, dass das was man tut total gut und beschützenswert ist. Ach ja, man will ein autoritäres Regime, dass einen feuchten **** auf den Willen der Bevölkerung gibt. Aber Anti-Feministen sind demokratiefeindlich oder so.

„Zwar adressieren diese Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse“, sagt Henninger. „Die Art und Weise, wie diese Themen verhandelt werden, bedroht zugleich aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Sie meinen sowas wie bei der #metoo Debatte, wo jedes Quäntchen an Kritik am Frau = Opfer, Mann = Täter Narrativ niedergebrüllt wurde? Wo sexuelle Belästigung, Sexismus und unverschämtes Verhalten wild durcheinandergerührt wurde und wenn daran Kritik kam wurde es auch niedergebrüllt.

Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Meinungen diktiert werden. Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Politik von oben diktiert wird.
Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt mit euch, weil ihr die Gesellschaft aus dem Diskurs ausschließt.

Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher beziehungsweise sexueller Identität seien verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften würden zum Teil sehr aggressiv in Frage gestellt.

Ah wat? Echt? Naja, hab ich oben ja schon was zu geschrieben, weils aber lange her ist einmal in Kurzform. Wie es in den Wald hineinruft so schallt es auch heraus.

Neu sei auch, dass Geschlechterforscherinnen und -forscher zunehmend mit persönlichen Drohungen konfrontiert seien. „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft. Das gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie.“

Natürlich. Wenn ihr fordert, dass rechtsstaatliche Prinzipien zu Gunsten von „Schuldig weil angeklagt“ aufgeweicht werden sollen. Wenn ihr fordert, dass Menschenrechte wie Gleichberechtigung verletzt werden sollen, dann kann man davon ausgehen, dass die Menschen nicht sonderlich begeistert sind. Aber wir wiederholen uns. Seid einfach keine autoritären, menschenverachtenden, demokratiefeindlichen Arschlöcher, dann sind wir auch wieder nett zu euch.


Ich möchte an dieser Stelle aus den bisher zitierten Sachen noch zwei Dinge besonders hervorheben.

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE. Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, […]

 

So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen

Also:

  • Gruppe A (Anti-Feministen) bezeichnet Gruppe B (Gender“forscher“) als unwissenschaftlich und ideologisch.
  • Gruppe B wirft Gruppe A vor demokratiefeindlich zu sein.
  • Gruppe C (BMBF, verantwortlich für Bildung und Forschung) gibt Gruppe B (die als unwissenschaftlich und ideologisch in der Kritik stehen) Geld um Gruppe A (die von Gruppe B als demokratiefeindlich betrachtet wird) zu analysieren.

Was könnte schief laufen? Wer genehmigt sowas? Irgendjemandem muss doch im Bundesministerium aufgefallen sein, dass das schief gehen wird. Du hast zwei Gruppen, die sich offensichtlich nicht ausstehen können und als Bundesministerium drückst Du der einen Geld in die Hand und der anderen nicht. Das funktioniert wirklich nur wenn man es entweder mit Idioten zu tun hat oder an einem gesellschaftlichen Diskurs nicht interessiert ist und alles dafür tun will, dass der Kurs von Gruppe B eingeschlagen wird/bleibt. Oder anders ausgedrückt: Wenn man an einem demokratischen Austausch nicht interessiert ist.


 

Im Projekt REVERSE („Krise der Geschlechterverhältnisse? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“) soll diese Entwicklung innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit genauer analysiert werden. An dem interdisziplinären Forschungsprojekt sind die Fächer Politikwissenschaft, Psychologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Europäische Ethnologie sowie die Erziehungswissenschaft beteiligt.

Bitte bitte nehmen sie meinen Text mit dazu.

Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien zu Anti-Feminismus in der Wissenschaft, zur Debatte um „Frühsexualisierung“, zur Ethnisierung von Sexismus sowie zu Diskursen über Mutterschaft durchgeführt. Das Ziel: Die verschiedenen Dimensionen des Anti-Feminismus auszudifferenzieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Ich kann die Handlungsempfehlung jetzt schon geben: Entkräften sie die Argumente der Gegenseite wo es nötig ist. Finden sie Konsens wo es möglich ist. Stimmen sie der Gegenseite zu wenn es richtig ist. Sie wissen schon. Gesellschaftlicher Austausch. Demokratie. So ne Sachen halt.

Aber es klingt so, als wenn sie das nicht meinen. Welche Handlungsempfehlungen wollen sie darüber hinaus geben? Denkverbote? Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Keine Plattform bieten? Warum zum Geier sind sie eigentlich der Ansicht, dass aus diesen Forschungsergebnissen Handlungsempfehlungen entwickelt werden müssen. Sollte die Forschung nicht ergebnisoffen sein. Ach ne, dass wäre ja wissenschaftlich…

„Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur empirischen Analyse anti-feministischer Bewegungen und Diskurse in Deutschland – bisher eine Forschungslücke.

Nein. Wichtig wäre der Beitrag nur, wenn er wissenschaftlich wäre. Dieser Punkt ist auf Grund der offensichtlichen ideologischen Färbung und auf Grund der offensichtlichen negativen Haltung zum Forschungsobjekt nicht gegeben.

Wir möchten Erkenntnisse darüber gewinnen, was genau am Wandel der Geschlechterverhältnisse als krisenhaft empfunden wird,

Kurz zusammengefasst: Der Wandel der Geschlechterverhältnisse ist undemokratisch, menschenrechtsverletzend und autoritär. Überweisen sie mir bitte 1 Millionen Euro liebes BMBF.

wie anti-feministische Diskurse vor diesem Hintergrund mobilisierend wirken und wie der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder gestärkt werden kann“, sagt Henninger.

Wie es mobilisierend wirkt? Menschenrechte werden mit Füßen getreten, auf die Demokratie gespuckt. Natürlich machen Menschen etwas dagegen. Euer wiederwärtiges Verhalten ist es, was Menschen mobilisiert. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist stark. Nur ihr verliert die Verbindungen dazu. Ihr kappt diese Verbindungen. Baut Brücken keine Mauern.

Für das Vorhaben erhält das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg über 975.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Prof. Dr. Henninger und ihr Team haben Anfang Oktober ihre Forschungsarbeit aufgenommen.

Oh, „nur“ 975.000€. Die nehm ich aber auch gerne.

Den Rest schenke ich mir. Ist schon lang genug.

Fassen wir zusammen: Die Texte bezüglich des Hintergrundes des REVERSE Projektes sowie der Genehmigung der 975.000€ belegen, dass die dem Anti-Feminismus vorgeworfenen Dinge (Spaltung der Gesellschaft, demokratiefeindlichkeit, Angriff auf Wertigkeit von Menschen sowie deren Mündigkeit) auf die derzeitigen Genderideologen zutreffen. Zudem belegen sie die Vorwürfe der Anti-Feministen von Unwissenschaftlichkeit und ideologischer Durchdringung. Ich würde sagen: Da hat man sich selbst ins Knie geschossen.

 

Wohnungslosigkeit im Patriarchat

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung hat einen dpa-Artikel über Wohnungslosigkeit veröffentlicht (Archiv). An dieser Stelle danke an @SpookyMoth dafür, dass Sie mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht hat.

Mehr als 25.000 Menschen in NRW sind wohnungslos

[Bild]

Knapp 40 Prozent der gemeldeten Wohnungslosen in NRW sind Frauen.

Ok, also 15.000 Männer und 10.000 Frauen sind in NRW wohnungslos. Die 15.000 Männer sind übrigens nur vom Patriarchat bezahlte Statisten, damit Feministen nicht sofort auffällt, wie unterdrückt Frauen in NRW sind.

Spaß beiseite. Warum zum Geier wird hier der Fokus auf Frauen gelegt?

Aus Angst vor männlicher Gewalt in Notunterkünften suchen viele Frauen verzweifelt nach Alternativen – und zahlen dabei oft einen hohen Preis.

Ok… Ist die Gewalt denn da so gravierend? Und wenn ja, wie wäre es mit einem Sicherheitsdienst, abschließbaren Einzelzimmern oder getrennten Schlafräumen?

Oder verhindert das allumfassende Patriarchat solche Maßnahmen?

Die Zahl der wohnungslosen Menschen steigt in Nordrhein-Westfalen seit Jahren kontinuierlich. Seit 2011 hat sich die Zahl der gemeldeten Wohnungslosen hier um fast 60 Prozent auf über 25.000 erhöht. Das geht aus einem Bericht von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) an den Düsseldorfer Landtag hervor.

Das ist übel. Durch die Massenmigration dürfte das durchaus schlimmer geworden sein – was ja auch später noch gesagt wird. Mich würde aber das Thema Gewalt nochmal interessieren. Wie gravierend ist das denn da in den Notunterkünften?

Besonders problematisch ist die Lage demnach für Frauen: Die Hilfsangebote für Wohnungslose erreichen sie kaum, weil Frauen die männlich dominierten Notunterkünfte scheuen.

Also erreichen diese Hilfsangebote Frauen sehr wohl, diese entscheiden sich nur dagegen weil … Patriarchat? Lieber auf der Straße pennen als mit Männern unter einem Dach? Das bringt mich zu der Frage zurück: Wie krass ist denn die Gewalt in den Notunterkünften?

Wie das Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte, gibt es in NRW inzwischen allerdings 70 von bundesweit 180 Diensten und Angeboten ausschließlich für Frauen.

Ok, also hat NRW fast 40 % aller Dienste und Angebote die es bundesweit ausschließlich für Frauen gibt. Also entweder ist das schlicht zu wenig oder viel zu uneffizient.

Regional große Unterschiede bei Hilfsangeboten

Dennoch sei der Bedarf weiterhin groß, sagte Laumann. Die Angebote sind laut Wohnungslosenhilfe regional sehr ungleich verteilt: Unterkünfte, die sich speziell an Frauen richten, finden sich demnach vor allem in Großstädten – überwiegend im Ruhrgebiet und an der Rheinschiene.

Ich stelle mir gerade die Frage: Gibt es Notunterkünfte die sich speziell an Männer richten? Ich meine, wir leben ja immerhin in einem Patriarchat.

„Im Bestreben nach einem gesicherten Schlafplatz gehen wohnungslose Frauen häufig Beziehungen ein, aus denen Abhängigkeitsverhältnisse resultieren, die oft von sexueller Gewalt, Angst und Stress geprägt sind“, heißt es in Laumanns Bericht.

Also nicht in eine Notunterkunft wegen der Gewalt der Männer (die nochmal wie hoch und prävalent dort ist?) aber in Beziehungen gehen, wo sie sich in ein Abhängigkeitsverhältnis begeben… Da brennt der Zyniker mit mir durch.

Schlüsseln wir das mal auf. Also sie gehen Beziehungen ein um nicht obdachlos zu sein. Kann ich nachvollziehen. Aber wie kommt es dann zu einem Abhängigkeitsverhältnis? Doch nur, wenn Du es nicht schaffst auf eigenen Beinen zu stehen, also einen Job zu finden und nach einer eigenen Wohnung zu  suchen. Natürlich gibt es auch stark kontrollierende Partner die das Abhängigkeitsverhältnis forcieren, aber dann bleibt immernoch der Weg in die Obdachlosigkeit – so hart es klingen mag. Denn eine emotionale Bindung war hier ja wohl kaum seitens der Frau vorhanden, wenn die Beziehung nur aus einem „Bestreben nach einem gesicherten Schlafplatz“ eingegangen wird. Gesichert ist dieser dann wohl kaum.

Was Angst und Stress angeht kommt dann noch eine Komponente hinzu: Was wenn der Mann merkt, dass sie ihn eigentlich gar nicht liebt, sondern ihn nur benutzt um nicht auf der Straße schlafen zu müssen. Was ist wenn er merkt, dass sie seine Gefühle missbraucht um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen? Ich meine, wie assi ist das eigentlich? Nachvollziehbar ja, aber assi.

Das Frauenforum im Kreis Unna betreibt eines der vom Land geförderten Projekte zur Unterstützung wohnungsloser Frauen. Geschäftsführerin Birgit Unger kennt die Problematik aus der Praxis. „Für Frauen aus den Frauenhäusern und diejenigen, die wir betreuen, wird es immer schwieriger, eine Wohnung zu finden“, berichtet sie. „Wir brauchen viel mehr Sozialwohnungen.“

Brauchen wir nicht nur für obdachlose Frauen. Der Sozialwohnungsmarkt in NRW ist unter aller Kanone (Lange Jahre SPD geführt. Was soll man anderes erwarten?). Wir haben einen Bewohner, der in zwei Jahren so massive Fortschritte gemacht hat, dass er von einer prognostizierten Wohneinrichtungs-Karriere zum alleine selbstständig wohnen befähigt wurde. Und jetzt finden wir keine Wohnung für ihn. Super geil, mit jeder Woche sinkt seine Motivation.

Wussten sie übrigens, dass es keine mit Frauenhäusern vergleichbare Einrichtung für Männer in NRW gibt?

„Der Konkurrenzdruck auf dem angespannten Wohnungsmarkt sei nicht zuletzt auf die steigende Zahl anerkannter Asylbewerber zurückzuführen, bilanziert die aktuelle Sozialberichterstattung des Statistischen Landesamts. Dadurch seien im unteren Preissegment kaum bezahlbare Wohnungen zu finden.

Da ich das ja weiter oben schonmal erwähnte, kommentiere ich dazu weiter Nichts und stelle stattdessen die Frage: Wie gravierend ist die Gewalt durch Männer in den Notunterkünften?

Frauen müssen Unterkunft nicht selten mit sexuellen Dienstleistungen bezahlen

Knapp 40 Prozent der gemeldeten Wohnungslosen in NRW sind Frauen. „Frauen versuchen allerdings mit vielen Mitteln, nicht als Wohnungslose identifiziert zu werden“, erläutert das Sozialministerium. „Sie versuchen meist sehr lange, sich ohne institutionelle Hilfe durchzuschlagen.

Ich kann mir vorstellen, dass das generell so ist. Man müsste das eigene (gefühlte) Versagen ja auch vor anderen – und dann auch noch fremden- Menschen zugeben. Männer dürften da nicht viel anders sein.

„Rund 44 Prozent der wohnungslosen Frauen kommen bei Bekannten unter – bei den Männern liegt dieser Anteil nur bei 33 Prozent.

Also rund 4400 Frauen und 5000 Männer kommen bei Bekannten unter. Das lässt uns 5600 Frauen und 10000 Männer die anderweitig betreut werden müssen.

Nicht selten müssten Frauen einen Unterschlupf bei männlichen Bekannten allerdings mit sexuellen Dienstleistungen bezahlen, weiß Birgt Unger.

Müssen oder bieten sie das an? Ernst gemeinte Frage. Das ist ja durchaus ein legitimes Tauschgeschäft. Zwar eine Art der Prostitution aber legitim. Und „sexuelle Dienstleistung“ kann von täglichen Massagen / kuscheln bis hin zu Sexsklavin alles sein. Klar gibt es auch Männer die solch eine Situation ausnutzen. Aber wir müssen auch nicht überdramatisieren. Vor allem nicht wenn es so schwammig mit „nicht selten“ formuliert wird.

Wir brauchen ja nun wirklich nicht so zu tun als wären Frauen nur das arme Hascherl, dass vom bösen Mann ausgebeutet wird. Frauen sind ja durchaus selbst in der Lage Fähigkeiten einzusetzen. Sie sind ja keine Objekte (Grüße vom Patriarchat an die eigenständigen Individuen die ihr Frauen seid).

Ohne jegliche Unterkunft, das heißt auf der Straße, lebt nur etwa jeder zwölfte Wohnungslose – bei den betroffenen Frauen etwa jede Siebzehnte.

Also etwa 590 Frauen und 1250 Männer in NRW. Da sollte doch was machbar sein oder?

Wachsende Wohnungslosigkeit sei ein bundesweites Problem, stellte Laumann fest. NRW sei das einzige Bundesland, das Projekte gegen Wohnungslosigkeit – und eine jährliche Statistik dazu – aus dem Landeshaushalt finanziere, obwohl dies eine kommunale Aufgabe sei.

Mag daran liegen, dass wir ein Ballungsgebiet namens Ruhrgebiet haben, wo man teilweise nicht merkt, dass man von der einen in die andere Stadt gegangen ist. Hier auf kommunaler Ebene zu agieren wäre geographisch eher suboptimal.

NRW hat seit 1996 Programm gegen Wohnungslosigkeit

„Die dafür veranschlagten Mittel von einer Million Euro jährlich sind gut ausgegebenes Geld. Das soll auch so bleiben.“ Um Wohnungslosigkeit schon im Ansatz zu vermeiden, sei es vor allem wichtig, in bezahlbaren Wohnraum zu investieren und die Menschen in Arbeit zu bringen, betonte er.

Sehe ich ähnlich.

Das schon 1996 aufgelegte Landesprogramm gegen Wohnungslosigkeit setzt inzwischen verstärkt auf Prävention. Bei Miet- oder Stromschulden soll Mietern schnell geholfen werden, damit die Wohnung gar nicht erst gekündigt wird. Auch bei Entlassungen aus der Haft oder Therapien wird inzwischen nach Angaben des Sozialministeriums verschärft darauf geachtet, dass Betroffene nicht in die Wohnungslosigkeit entlassen werden.

Und werden auch Wohnungen gebaut?

Wenn es dennoch dazu komme, müssten Frauen aber mehr viel [sic] Hilfsangebote vorfinden, unterstrich Birgt Unger.

Also wir haben in NRW für 10000 Frauen 70 Dienste und Angebote speziell für Frauen. Dazu noch die, die sich nicht nur an Frauen richten, die Frauen aber nutzen können.

Im Vergleich dazu 15000 Männer mit keinen Angeboten, die sich speziell an sie richten und die sich die Angebote, die sie nutzen können, mit Frauen teilen.

Jap. Ganz klar. Frauen müssen mehr viel Hilfsangebote vorfinden.

Zu Wohnprojekten für Frauen gehöre auch qualifiziertes Personal für Sozialarbeit und Hauswirtschaft, um eine Brücke ins normale Leben zu bauen.

Ich würde mich jetzt arg wundern, wenn das für Männer nicht auch notwendig wäre.

„Man muss ihnen auch zeigen, dass Wohnungen geputzt werden müssen, wie man mit Geld umgeht und bei Behördengängen helfen.“

Jaja, das Patriarchat, indem Frauen nicht mal dazu gezwungen werden zu lernen wie man putzt…

Übrigens: Wie war das nochmal mit der Gewalt in Notunterkünften? Ich meine: Alles was wir aus diesem Artikel zu dem Thema wissen ist, dass Frauen sich davor fürchten und deshalb nicht in diese Notunterkünfte gehen, die sie nutzen könnten und die Wohnungssituation für sie zu mindest leicht entschärfen würde. Ist diese Gewalt nur ein vorgeschobener Grund? Existiert sie überhaupt? Wenn ja, wie prävalent ist das? Wäre es nicht im Interesse aller, diese Gewalt zu unterbinden?

Aber um mal auf meine erste Frage zurückzukommen: Männer sind 1,5x so häufig wohnungslos wie Frauen. Sie sind mehr als doppelt so häufig ohne jegliche Unterkunft.  Und es gibt 70 speziell für Frauen ausgerichtete Angebote und Dienste. Also warum zum Geier wird der Fokus auf Frauen gelegt?