Wohnungslosigkeit im Patriarchat

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung hat einen dpa-Artikel über Wohnungslosigkeit veröffentlicht (Archiv). An dieser Stelle danke an @SpookyMoth dafür, dass Sie mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht hat.

Mehr als 25.000 Menschen in NRW sind wohnungslos

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Knapp 40 Prozent der gemeldeten Wohnungslosen in NRW sind Frauen.

Ok, also 15.000 Männer und 10.000 Frauen sind in NRW wohnungslos. Die 15.000 Männer sind übrigens nur vom Patriarchat bezahlte Statisten, damit Feministen nicht sofort auffällt, wie unterdrückt Frauen in NRW sind.

Spaß beiseite. Warum zum Geier wird hier der Fokus auf Frauen gelegt?

Aus Angst vor männlicher Gewalt in Notunterkünften suchen viele Frauen verzweifelt nach Alternativen – und zahlen dabei oft einen hohen Preis.

Ok… Ist die Gewalt denn da so gravierend? Und wenn ja, wie wäre es mit einem Sicherheitsdienst, abschließbaren Einzelzimmern oder getrennten Schlafräumen?

Oder verhindert das allumfassende Patriarchat solche Maßnahmen?

Die Zahl der wohnungslosen Menschen steigt in Nordrhein-Westfalen seit Jahren kontinuierlich. Seit 2011 hat sich die Zahl der gemeldeten Wohnungslosen hier um fast 60 Prozent auf über 25.000 erhöht. Das geht aus einem Bericht von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) an den Düsseldorfer Landtag hervor.

Das ist übel. Durch die Massenmigration dürfte das durchaus schlimmer geworden sein – was ja auch später noch gesagt wird. Mich würde aber das Thema Gewalt nochmal interessieren. Wie gravierend ist das denn da in den Notunterkünften?

Besonders problematisch ist die Lage demnach für Frauen: Die Hilfsangebote für Wohnungslose erreichen sie kaum, weil Frauen die männlich dominierten Notunterkünfte scheuen.

Also erreichen diese Hilfsangebote Frauen sehr wohl, diese entscheiden sich nur dagegen weil … Patriarchat? Lieber auf der Straße pennen als mit Männern unter einem Dach? Das bringt mich zu der Frage zurück: Wie krass ist denn die Gewalt in den Notunterkünften?

Wie das Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte, gibt es in NRW inzwischen allerdings 70 von bundesweit 180 Diensten und Angeboten ausschließlich für Frauen.

Ok, also hat NRW fast 40 % aller Dienste und Angebote die es bundesweit ausschließlich für Frauen gibt. Also entweder ist das schlicht zu wenig oder viel zu uneffizient.

Regional große Unterschiede bei Hilfsangeboten

Dennoch sei der Bedarf weiterhin groß, sagte Laumann. Die Angebote sind laut Wohnungslosenhilfe regional sehr ungleich verteilt: Unterkünfte, die sich speziell an Frauen richten, finden sich demnach vor allem in Großstädten – überwiegend im Ruhrgebiet und an der Rheinschiene.

Ich stelle mir gerade die Frage: Gibt es Notunterkünfte die sich speziell an Männer richten? Ich meine, wir leben ja immerhin in einem Patriarchat.

„Im Bestreben nach einem gesicherten Schlafplatz gehen wohnungslose Frauen häufig Beziehungen ein, aus denen Abhängigkeitsverhältnisse resultieren, die oft von sexueller Gewalt, Angst und Stress geprägt sind“, heißt es in Laumanns Bericht.

Also nicht in eine Notunterkunft wegen der Gewalt der Männer (die nochmal wie hoch und prävalent dort ist?) aber in Beziehungen gehen, wo sie sich in ein Abhängigkeitsverhältnis begeben… Da brennt der Zyniker mit mir durch.

Schlüsseln wir das mal auf. Also sie gehen Beziehungen ein um nicht obdachlos zu sein. Kann ich nachvollziehen. Aber wie kommt es dann zu einem Abhängigkeitsverhältnis? Doch nur, wenn Du es nicht schaffst auf eigenen Beinen zu stehen, also einen Job zu finden und nach einer eigenen Wohnung zu  suchen. Natürlich gibt es auch stark kontrollierende Partner die das Abhängigkeitsverhältnis forcieren, aber dann bleibt immernoch der Weg in die Obdachlosigkeit – so hart es klingen mag. Denn eine emotionale Bindung war hier ja wohl kaum seitens der Frau vorhanden, wenn die Beziehung nur aus einem „Bestreben nach einem gesicherten Schlafplatz“ eingegangen wird. Gesichert ist dieser dann wohl kaum.

Was Angst und Stress angeht kommt dann noch eine Komponente hinzu: Was wenn der Mann merkt, dass sie ihn eigentlich gar nicht liebt, sondern ihn nur benutzt um nicht auf der Straße schlafen zu müssen. Was ist wenn er merkt, dass sie seine Gefühle missbraucht um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen? Ich meine, wie assi ist das eigentlich? Nachvollziehbar ja, aber assi.

Das Frauenforum im Kreis Unna betreibt eines der vom Land geförderten Projekte zur Unterstützung wohnungsloser Frauen. Geschäftsführerin Birgit Unger kennt die Problematik aus der Praxis. „Für Frauen aus den Frauenhäusern und diejenigen, die wir betreuen, wird es immer schwieriger, eine Wohnung zu finden“, berichtet sie. „Wir brauchen viel mehr Sozialwohnungen.“

Brauchen wir nicht nur für obdachlose Frauen. Der Sozialwohnungsmarkt in NRW ist unter aller Kanone (Lange Jahre SPD geführt. Was soll man anderes erwarten?). Wir haben einen Bewohner, der in zwei Jahren so massive Fortschritte gemacht hat, dass er von einer prognostizierten Wohneinrichtungs-Karriere zum alleine selbstständig wohnen befähigt wurde. Und jetzt finden wir keine Wohnung für ihn. Super geil, mit jeder Woche sinkt seine Motivation.

Wussten sie übrigens, dass es keine mit Frauenhäusern vergleichbare Einrichtung für Männer in NRW gibt?

„Der Konkurrenzdruck auf dem angespannten Wohnungsmarkt sei nicht zuletzt auf die steigende Zahl anerkannter Asylbewerber zurückzuführen, bilanziert die aktuelle Sozialberichterstattung des Statistischen Landesamts. Dadurch seien im unteren Preissegment kaum bezahlbare Wohnungen zu finden.

Da ich das ja weiter oben schonmal erwähnte, kommentiere ich dazu weiter Nichts und stelle stattdessen die Frage: Wie gravierend ist die Gewalt durch Männer in den Notunterkünften?

Frauen müssen Unterkunft nicht selten mit sexuellen Dienstleistungen bezahlen

Knapp 40 Prozent der gemeldeten Wohnungslosen in NRW sind Frauen. „Frauen versuchen allerdings mit vielen Mitteln, nicht als Wohnungslose identifiziert zu werden“, erläutert das Sozialministerium. „Sie versuchen meist sehr lange, sich ohne institutionelle Hilfe durchzuschlagen.

Ich kann mir vorstellen, dass das generell so ist. Man müsste das eigene (gefühlte) Versagen ja auch vor anderen – und dann auch noch fremden- Menschen zugeben. Männer dürften da nicht viel anders sein.

„Rund 44 Prozent der wohnungslosen Frauen kommen bei Bekannten unter – bei den Männern liegt dieser Anteil nur bei 33 Prozent.

Also rund 4400 Frauen und 5000 Männer kommen bei Bekannten unter. Das lässt uns 5600 Frauen und 10000 Männer die anderweitig betreut werden müssen.

Nicht selten müssten Frauen einen Unterschlupf bei männlichen Bekannten allerdings mit sexuellen Dienstleistungen bezahlen, weiß Birgt Unger.

Müssen oder bieten sie das an? Ernst gemeinte Frage. Das ist ja durchaus ein legitimes Tauschgeschäft. Zwar eine Art der Prostitution aber legitim. Und „sexuelle Dienstleistung“ kann von täglichen Massagen / kuscheln bis hin zu Sexsklavin alles sein. Klar gibt es auch Männer die solch eine Situation ausnutzen. Aber wir müssen auch nicht überdramatisieren. Vor allem nicht wenn es so schwammig mit „nicht selten“ formuliert wird.

Wir brauchen ja nun wirklich nicht so zu tun als wären Frauen nur das arme Hascherl, dass vom bösen Mann ausgebeutet wird. Frauen sind ja durchaus selbst in der Lage Fähigkeiten einzusetzen. Sie sind ja keine Objekte (Grüße vom Patriarchat an die eigenständigen Individuen die ihr Frauen seid).

Ohne jegliche Unterkunft, das heißt auf der Straße, lebt nur etwa jeder zwölfte Wohnungslose – bei den betroffenen Frauen etwa jede Siebzehnte.

Also etwa 590 Frauen und 1250 Männer in NRW. Da sollte doch was machbar sein oder?

Wachsende Wohnungslosigkeit sei ein bundesweites Problem, stellte Laumann fest. NRW sei das einzige Bundesland, das Projekte gegen Wohnungslosigkeit – und eine jährliche Statistik dazu – aus dem Landeshaushalt finanziere, obwohl dies eine kommunale Aufgabe sei.

Mag daran liegen, dass wir ein Ballungsgebiet namens Ruhrgebiet haben, wo man teilweise nicht merkt, dass man von der einen in die andere Stadt gegangen ist. Hier auf kommunaler Ebene zu agieren wäre geographisch eher suboptimal.

NRW hat seit 1996 Programm gegen Wohnungslosigkeit

„Die dafür veranschlagten Mittel von einer Million Euro jährlich sind gut ausgegebenes Geld. Das soll auch so bleiben.“ Um Wohnungslosigkeit schon im Ansatz zu vermeiden, sei es vor allem wichtig, in bezahlbaren Wohnraum zu investieren und die Menschen in Arbeit zu bringen, betonte er.

Sehe ich ähnlich.

Das schon 1996 aufgelegte Landesprogramm gegen Wohnungslosigkeit setzt inzwischen verstärkt auf Prävention. Bei Miet- oder Stromschulden soll Mietern schnell geholfen werden, damit die Wohnung gar nicht erst gekündigt wird. Auch bei Entlassungen aus der Haft oder Therapien wird inzwischen nach Angaben des Sozialministeriums verschärft darauf geachtet, dass Betroffene nicht in die Wohnungslosigkeit entlassen werden.

Und werden auch Wohnungen gebaut?

Wenn es dennoch dazu komme, müssten Frauen aber mehr viel [sic] Hilfsangebote vorfinden, unterstrich Birgt Unger.

Also wir haben in NRW für 10000 Frauen 70 Dienste und Angebote speziell für Frauen. Dazu noch die, die sich nicht nur an Frauen richten, die Frauen aber nutzen können.

Im Vergleich dazu 15000 Männer mit keinen Angeboten, die sich speziell an sie richten und die sich die Angebote, die sie nutzen können, mit Frauen teilen.

Jap. Ganz klar. Frauen müssen mehr viel Hilfsangebote vorfinden.

Zu Wohnprojekten für Frauen gehöre auch qualifiziertes Personal für Sozialarbeit und Hauswirtschaft, um eine Brücke ins normale Leben zu bauen.

Ich würde mich jetzt arg wundern, wenn das für Männer nicht auch notwendig wäre.

„Man muss ihnen auch zeigen, dass Wohnungen geputzt werden müssen, wie man mit Geld umgeht und bei Behördengängen helfen.“

Jaja, das Patriarchat, indem Frauen nicht mal dazu gezwungen werden zu lernen wie man putzt…

Übrigens: Wie war das nochmal mit der Gewalt in Notunterkünften? Ich meine: Alles was wir aus diesem Artikel zu dem Thema wissen ist, dass Frauen sich davor fürchten und deshalb nicht in diese Notunterkünfte gehen, die sie nutzen könnten und die Wohnungssituation für sie zu mindest leicht entschärfen würde. Ist diese Gewalt nur ein vorgeschobener Grund? Existiert sie überhaupt? Wenn ja, wie prävalent ist das? Wäre es nicht im Interesse aller, diese Gewalt zu unterbinden?

Aber um mal auf meine erste Frage zurückzukommen: Männer sind 1,5x so häufig wohnungslos wie Frauen. Sie sind mehr als doppelt so häufig ohne jegliche Unterkunft.  Und es gibt 70 speziell für Frauen ausgerichtete Angebote und Dienste. Also warum zum Geier wird der Fokus auf Frauen gelegt?

3 Gedanken zu “Wohnungslosigkeit im Patriarchat

  1. München leistet sich 100 Millionen im Jahr für Schulz und Merkels Goldstücke.

    „„Die dafür veranschlagten Mittel von einer Million Euro jährlich sind gut ausgegebenes Geld. Das soll auch so bleiben.“ Um Wohnungslosigkeit schon im Ansatz zu vermeiden, sei es vor allem wichtig, in bezahlbaren Wohnraum zu investieren und die Menschen in Arbeit zu bringen, betonte er.“

    Wenn ich in einen PKW mit 5 Sitzplätzen 6 Personen rumkarre kommt die Polizei und bereitet dem Spaß ein Ende.

    Wie auch immer, die Damen sollen einfach weiter Sozen oder Schlimmeres wählen….

    Gefällt mir

  2. Pingback: REVERSE Reality „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“ | stapelchipsblog

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