Gleichberechtigung und Demokratie? Lächerlich

In Anlehnung an meinen vorherigen Blogpost (Archiv) möchte ich noch einmal kurz auf „Berliner Erklärung 2017“ eingehen (Archiv).

Frauenverbände sind alarmiert und befürchten, eine Jamaika-Koalition wird an den Zuständen wenig ändern und die Gleichberechtigung von Frauen und Gesellschaft nicht ausreichend fördern. Ein Beispiel: Die  FDP lehnt die Frauenquote konsequent ab.
Eine Quote ist nicht – und kann niemals – Gleichberechtigung der Geschlechter fördern. Eine Quote kreiert ein Setting , in dem es ok sein soll, gegen Menschen zu diskriminieren, weil sie geboren wurden wie sie geboren wurden. Deshalb ist das Ablehnen einer Quote mehr Kampf für Gleichberechtigung, als das Fordern einer Quote.
Doch kommen wir zu „Berliner Erklärung 2017“
Die 17 Frauenverbände, darunter unter anderem der Deutsche Frauenrat (DF), der Verbund deutscher Unternehmerinnen (VdU) oder  der Deutsche  Juristinnenbund (DJB),haben daher den  gemeinsamen Forderungskatalog „Berliner Erklärung 2017“  aufgestellt und mahnen die Gleichstellungspolitik der verhandelnden Koalitionspartner an.
Aha. Also Juristinnen, Unternehmerinnen und der deutsche Frauenrat.
Außerdem soll die kommende Regierung ein konformes Paritätsgesetz auf den Weg bringen, um den Frauenanteil im Bundestag zu erhöhen. „Wir brauchen Regelungen für die Politik. Das funktioniert offenbar nicht von selbst“, sagte Lukoschat.
Verstehe ich das richtig? Per Gesetz soll das Wahlergebnis manipuliert werden? Ernsthaft? Wahlmanipulation per Gesetz?
Können wir jetzt offiziell sagen, dass der Feminismus eine Demokratie und Verfassungsfeindliche Ideologie ist? Antwort: Nicht erst seit heute…
Maria Wersig, Präsidentin beim Deutschen Juristinnenbund, betonte,  es sei wichtig Demokratie und Gleichstellung ins Verhältnis miteinander zu setzen.
Hier möchte ich Hadmut Danisch (Archiv) zitieren, der das schon nett zusammengefasst hat (und über den ich auch an diesen Artikel gekommen bin):
Die setzt Demokratie und Gleichstellung als Gegensätze (sind sie ja auch) und fordert, Demokratie zugunsten von Gleichstellung abzubauen. Also eine marxistisch-sozialistische Diktatur mit Planwirtschaft nach Schema der DDR.
Danke Hadmut.
Schließlich sei die Gleichstellung von Mann und Frau auch im Artikel 3 des Grundgesetzes verankert.
Nein, da ist Gleichberechtigung (gleiche Chancen und Möglichkeiten bei offenem Ergebnis; Ein liberales System) verankert und nicht Gleichstellung (ungleiche Chancen und Möglichkeiten um ein gleiches Ergebnis zu erzielen; Ein autoritäres System).
Es sei ein Versagen der Parteien, dass so wenige Frauen nun im Parlament säßen, man müsse das regulieren, so Wersig.
Das ist eine haltlose Unterstellung und ich würde allen Parteien raten diese Frau wegen übler Nachrede anzuzeigen.

Aber nicht alles was gefordert wird ist verfassungs- und demokratiefeindlicher Müll. Nein, es gibt auch gute Forderungen (wobei es, wie Herr Danisch das schon sagte, schon dreist ist, dass diese nicht demokratisch legitimierten Verbände meinen sich in Koalitionsverhandlungen einzumischen). Z.B.:

Außerdem wolle man eine gerechtere Bezahlung zum Beispiel in der Pflege,
„Gerechtere“ ist vielleicht nicht das Wort das man nehmen sollte- „bessere“ wäre besser. Zudem würde ich hier die Kirchen entmachten, denn viele Pflegejobs gibt es bei kirchlichen Verbänden (Caritas, Diakonie) und hier hat man kein Recht auf einen Betriuebsrat (allenfalls eine Mitarbeitervertretung) und kein Streikrecht…
transparente Prüfverfahren zur geschlechterdifferenzierten Lohnanalyse in Unternehmen
Volle Zustimmung. Die Löhne sollten transparenter überprüft werden können – vor allem, damit ihr mit eurem GPG Gejaule endlich aufhört.
Einführen des Pflichtfaches Wirtschaft und Lebensökonomie und Informatik/Technik in der Schule
Volle Zustimmung – ohne bissigen Kommentar.
Aber dann gibts auch wieder Unsinn dabei.
Noch immer würden  bei den Mädchen Verkäuferin und medizinische Fachkraft als beliebtester Beruf angegeben, bei den Jungs sei das der Beruf des Mechatronikers. In typischen Frauenberufen verdiene man aber immer auch deutlich weniger, so Grosse-Leege.
Und obwohl sie schlechter bezahlt werden, wollen Mädchen trotzdem in den Beruf? Merkwürdig. Es ist ja fast so, als wäre Geld ihnen gar nicht so wichtig. Es ist ja fast so, als wären sie der Meinung, dass für den Job, den sie machen wollen, die Bezahlung angemessen, ja geradezu GERECHT, wäre.
Die Verbände fordern zudem die Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form. Die Lohnsteuerklasse V führt zu einem niedrigeren Nettoeinkommen und benachteiligt überwiegend Frauen.
Ihr wisst schon was eine (Ehe-)Partnerschaft ist oder?

Ein Gedanke zu “Gleichberechtigung und Demokratie? Lächerlich

  1. Ich lese ja auch manchmal den Danisch, aber manchmal schreibt der auch Blödsinn. Feminismus in seiner heutigen Form hat mit Marxismus oder Sozialismus nicht das geringste zu tun. Dafür aber sehr viel mit Neoliberalismus. Mit Gleichstellung ist nämlich keinesfalls verbunden, dass es angeblich oder tatsächlich benachteiligten Gruppen mal besser gehen soll. Da ist das Gerede von den angeblichen männlichen Privilegien sehr entlarvend. Privilegien erhält man nämlich ohne eigene Leistung und sind daher ungerecht. Also so altmodische Errungenschaften wie ordentliche Tarif- und Arbeitsverträge, unbefristete Arbeitsverhältnisse und eine gut organisierte Arbeiterschaft. Alles eher in männlich dominierten Branchen zu finden, hart erkämpft und ungemein störend beim hemmungslosen Geldverdienen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s