Väterrechte

Ich wurde kürzlich darum gebeten mehr über die Rechte von Vätern zu sprechen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich selbst dort sehr wenig Erfahrungen und Kenntnisse habe. Ich kann höchstens von Anekdoten aus meinem (teils entfernten) Bekanntenkreis sprechen.

Es gibt andere Blogs/Websites die sich damit intensiver und fachlich korrekter auseinander setzen. Z.B. Kuckucksvater und man-tau.

Jetzt ist es natürlich so, dass ich an anderer Stelle schon angemerkt habe, dass mich Artikel 6 (4) unseres Grundgesetzes schon etwas irritiert.

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

Warum nur jede Mutter? Warum nicht auch jeder Vater? Auch Väter können alleinerziehend sein.

Kommen wir mal zu meinen Anekdoten. Aus meinem Verwandtenkreis habe ich tatsächlich kein einziges Beispiel aus dem ich etwas erzählen könnte. Mein Patenonkel ist zwar alleinerziehend gewesen, allerdings weil seine Frau verstorben ist. Zudem war das jüngste Kind bereits 17 Jahre alt. Hier hat sich väterrechtlich nicht viel getan. Eben dieses Kind – ein Sohn – hat eine Tochter mit seiner Ex-Freundin zusammen. Und diese gescheiterte Beziehung ist ein gutes Beispiel dafür, dass trotz gescheiterter Beziehung die gemeinsame Erziehung der Kinder immer noch gut funktionieren kann.

Ähnlich sieht es auch bei meiner Schichtleitung aus. Sie hat drei Kinder ungefähr in meinem Alter und sie Lebt seit mittlerweile ~15 Jahren getrennt und geschieden von ihrem Ex-Mann. Auch hier hat die gemeinsame Erziehung wunderbar funktioniert.

Ich kenne allerdings auch andere Fälle.


Während meiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger (meine 2. Ausbildung) war ich mit einem jungen Mann in der Klasse,  der sehr hart um das Umgangsrecht mit seinem Sohn kämpfen musste. Er hatte das Glück, dass die Eltern der Mutter (er und die Mutter waren beide zum Zeitpunkt der Geburt des Sohnes unter 18) sehr vernünftig waren und positiv auf die Mutter eingewirkt haben und auch bei Jugendamtterminen durchaus mal Partei für meinen Ausbildungskollegen ergriffen haben, wenn irgendwelche Aussagen zu viel sachzwangreduzierte Ehrlichkeiten enthielten. Auch haben die Eltern darauf bestanden, dass mein Ausbildungskollege den gemeinsamen Sohn regelmäßig sieht.

Das Problem war/ist, dass die Mutter bei nichtehelichen Kindern ersteinmal das alleinige Sorgerecht hat und das ein Vater das Sorgerecht erst beantragen muss oder gemeinsam mit der Mutter eine gemeinsame Sorgerechtserklärung abgeben muss.

Diese hatte die Mutter verweigert und in dem Gerichtsverfahren vor dem Familiengericht hatte sie versucht das Sorgerecht meines Ausbildungskollegen anzufechten. Sie hat dies aber irgendwann fallen gelassen und das gemeinsame Sorgerecht akzeptiert.

Ich habe ihn nach unserer Ausbildung aus den Augen verloren, allerdings war die gemeinsame Erziehung bis zum Ende unserer Ausbildung noch im vollen Gange und es gab auch keine Probleme mit Besuchen o.Ä.. Da ich mit ihm zusammen ein paar Projekte gemacht habe, bin ich auch mit seiner Exfreundin in Kontakt gekommen, die ein paar der Sachen bestätigte – wobei ich sie natürlich nicht ausgefragt habe.


Über den Fall einer Mitauszubildenden weiß ich nicht sonderlich viel. Sie hat ebenfalls einen Sohn mit einem Mann den sie… nicht sonderlich wertschätzt. Auch hier ein uneheliches Kind. Sie hat einmal gesagt (sinngemäß): „Von dem Versager will ich kein Geld, ich will keine Unterstützung und auch keinen Kontakt.“ Allerdings war es wohl auch so, dass er keinen Kontakt zu ihr oder dem Sohn haben wollte. Ob das stimmt, weiß ich nicht.


Der dritte und letzte Fall aus meiner Heilerziehungspflegerausbildung ist ein Mitauszubildender um die 50. Dieser hat ebenfalls einen unehelichen Sohn. Zur damaligen Zeit war das allerdings noch ein no-go, weshalb er die Mutter heiratete. Die Beziehung ging allerdings schnell in die Brüche und er konnte nur ein Besuchsrecht für jedes zweite Wochenende erwirken. Dieses wurde allerdings oft unterbunden, indem das Kind (angeblich) bei Freunden/der Oma war oder angeblich krank war.

Das dies nicht stimmte ist natürlich immer schnell aufgeflogen, weil beim nächsten Besuch Fragen kamen, wie es denn bei der Oma oder bei dem Freund war bzw. es dem Sohn besser ginge usw. . Oder halt eben umgekehrt, wenn der Sohn fragte, warum mein Ausbildungskollege beim letzten Mal nicht da war.

Als die Mutter darauf angesprochen wurde, wurde dieses Verhalten noch extremer bis mein Ausbildungskollege seinen Sohn nicht mehr sehen durfte. Unterstützung vom Jugendamt gab es keine. Man schrieb meinem Ausbildungskollegen, dass sie als Mutter das entscheiden müsse und dass dies das Jugendamt auch nichts angehen würde, da dem Kind kein Schaden zugefügt werden würde. Der Begriff, den mein Ausbildungskollege diesbezüglich verwendete war glaube ich „eine grausame, nicht enden wollende Ohnmacht“.

Ich habe meinem Ausbildungskollegen bei einem Umzug geholfen und bin dabei auf die bestimmt 30 Aktenordner gestoßen, die alle mit Sorgerecht oder Jugendamt betitelt waren. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass er ein Kind hat und habe da mal arglos nachgefragt. Mit Unterstützung durch die Unterlagen hat er mir dann die Geschichte erzählt.


In dem halben Jahr, indem ich als Monteur gearbeitet habe, hatte ich für eine Woche einen Kollegen, der mitten in einem Scheidungskrieg steckte, indem auch die gemeinsamen drei Kinder involviert waren. Ich habe lediglich zwei SMS gelesen, in denen sie ihm damit drohte ihn zu beschuldigen sie geschlagen und getreten zu haben. Ob er das wirklich getan hat weiß ich nicht und was letztendlich aus dem Streit wurde vermag ich nicht zu sagen.


In meiner ersten Ausbildung (zum Industrieelektroniker) hatte ich einen Ausbildungskollegen der ein Jahr älter war als ich (also er war zu dem Zeitpunkt 18). Auch hier kenne ich nur seine Version der Geschichte. Es war wohl so, dass er auf einer Party mit einer Bekannten Sex hatte. Da er kein Kondom dabei hatte, sie ihm aber versicherte die Pille zu nehmen, hat er sich wohl recht wenige Gedanken dazu gemacht. Einige Zeit später teilte sie ihm dann mit, dass sie schwanger wäre und das Kind behalten wolle. Er hingegen wollte das Kind nicht und teilte ihr dies auch mit (das habe ich tatsächlich in einem Telefongespräch in der Pause mitgehört). Nach der Geburt wollte sie von ihm Unterhalt haben und hat dies auch rechtlich erwirkt (wobei das bei unserem Ausbildungsgehalt wohl eher erstmal vom Staat bezahlt wurde). Nach etwas über einem Jahr hat sie dann einem Vaterschaftstest zugestimmt, der dann zum Leitwesen meines Ausbildungskollegen ihn als Vater bestätigte.

Wie sich das weiterentwickelt hat weiß ich allerdings nicht.


Die folgende Geschichte kenne ich nur aus zweiter Hand und ist deshalb mit besonderer Vorsicht zu lesen:

Der Ex-Freund einer Arbeitskollegin hatte aus einer früheren Beziehung zwei (erneut uneheliche) Kinder und war alleinerziehender Vater. Er hatte sehr große Probleme das Sorgerecht zu erwirken, da er mit Falschbeschuldigungen überschüttet wurde (z.B. dass das eine Kind das Resultat einer Vergewaltigung durch ihn wäre, dass er gewalttätig wäre usw.). Einige dieser Anschuldigungen konnten wohl wiederlegt werden, so dass er letztendlich das Sorgerecht erhielt.

Nachdem die Kinder nach einem Besuch nicht mehr zurück zur Mutter wollten, weil diese oft stark alkoholisiert war und dann gewalttätig wurde, hat er versucht das alleinige Sorgerecht zu erwirken. Dieses Verfahren muss sich wohl, obwohl die Kinder diese Anschuldigungen gegen die Mutter wiederholten und obwohl es mehrfach eindeutige medizinische Beweise für wiederholte Gewalthandlungen gab über vier Jahre hingezogen haben – in denen die Kinder noch bei der Mutter lebten.


 

Ich habe mich bemüht, die Beweise für die einzelnen Fälle zu nennen, da solche Fälle immer sehr emotional sind und ja jeder gerne in seiner Geschichte gut darsteht. Zudem kenne ich vielfach natürlich nur die eine Version der Geschichte.

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