Coronarantblog

Ich habe vorhin auf Twitter angekündigt, einen Corona-Rant-Blogpost zu machen, denn ich muss sagen, ich bin es mittlerweile etwas leid. [Anmerkung: Aus Datenschutzgründen sind einige Details im beruflichen Bereich weggelassen oder leicht verändert worden; Sie spiegeln aber immernoch die Tatsachen wieder]

Vom Anbeginn der C-Zeit

Es begann, wie so oft, mit Social Media. Über meine Lieblings-Bloodwars-Arena Twitter wurden mir immer wieder Berichte aus China/Wuhan in die Timeline gespült bezüglich des Viruses. Die erste Seriöser-Als-Twitter Quelle erhielt ich über die Weltraumaffen. Damals, im Januar 2020, als man noch Verschwörungstheoretiker, Rechts und Schmuddelkind war, wenn man sagte, dass das Virus ein Problem werden könnte.

Ca. einen Monat später bemerkt dann auch die Bundesregierung, dass das vielleicht doch ernstzunehmen ist. Der ÖRR braucht noch etwas länger.

Soweit so schlecht der Start.

Es folgt ein ängstlicher Blick nach Italien. Dort schießen die Zahlen in die Höhe, es wird von Landstrichen in Quarantäne und Hilfe des Militärs bei der Pandemiebekämpfung berichtet. Die Bundesregierung zögert.

Und zögert.

und zögert.

UND VERFICKT NOCH MAL ZÖGERT.

und organisiert ordnet dann den Lockdown an.

Lock it down

In der Zwischenzeit (also zwischen Januar und Lockdownbeginn) hatten wir bei uns auf der Arbeit unseren Vorrat an Masken, Einmalhandschuhen, anderer Schutzkleidung und Hände- und Flächendesinfektionsmittel aufgestockt. Sie sind bei uns größtenteils normale Verbrauchsgegenstände. Es wurde ein Plan erarbeitet, wie wir agieren sollten, falls jemand das Virus zu uns kommen sollte.

Danach sah erstmal alles tutti aus. Der Lockdown schien seine Wirkung zu zeigen, im Sommer beruhigte sich die Lage wieder deutlich. Konsens im Freundes-und Familienkreis sowie im beruflichen Umfeld: Wir brauchen einen Fahrplan. Bei diesen und jenen Infektionszahlen passiert das, sinken die Zahlen passiert jenes. Doch das sollte nicht kommen. Es wurde zweiwöchentlich neu entscheiden. Die Masken, wenn auch ungewohnt, zeigen zu Recht in der Bevölkerung eine breite Zustimmung und auch die Maßnahmen werden als weitestgehend angemessen empfunden. Auch wenn manche davon nicht so ganz nachvollziehbar sind. Manche Maßnahmen konnte man ganz gut erklären, bei anderen musste man schon etwas weiter ausholen und bei wieder anderen mussteman sich eingestehen, dass man da auch keinen Sinn drin sieht.
Die Arbeit als Heilerziehungspfleger bekommt eine Dimension, die stark belastend ist. Wichtig ist, dass man, spätestens wenn man an der eigenen Wohnungstür angekommen ist, nicht mehr an die Arbeit denkt. Abschalten von der Arbeit.
Das ist jetzt nicht mehr möglich. Allen Kollegen ist klar: Wenn Corona zu unseren Bewohnern kommt, dann sind wir es, die das Virus einschleppen. Extra große Vorsicht. Im Supermarkt wird ein Umweg mehr gegangen, Desinfektionstücher und Händedesinfektionsmittel werden zum ständigen Begleiter. Bloß das scheiß Virus nicht mit zur Arbeit bringen. X Kontakte sind erlaubt? Sicherheitshalber machen wir dann mal X-5 Kontakte. Das Virus soll ja nicht zur Arbeit kommen.
Als ausgleich dafür muss ich erwähnen, das es nett war, das jemand bei uns vor der Einrichtung mit Kreide ein Dankeschön gemalt hat. Gut, dafür war es nötig unsere Warnschilder zu missachten, dass man bitte nur als Anlieferer oder Angehöriger das Grundstück betreten soll, um das Infektionsrisiko zu minimieren… aber hey Danke, dass Du Danke gesagt hast.
Ach ja, der einmalige Coronabonus den es geben sollte und dann wieder nicht und dann wieder doch und dann nur für Krankenpfleger und dann für alle außer Krankenpfleger und dann doch für alle.
Erwähnte ich eigentlich, dass die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen teilweise von Mitte März bis Mitte Juli geschlossen waren, so dass man in den Wohneinrichtungen nun an fünf Tagen in der Woche jeweils 8,5h mehr abdecken musste bei gleichem Stellenschlüssel und gleichem Personal? Is ja nix. Mach’n wa doch mit links.
Vor allem dann, wenn man einen Bewohner aus DUMMHEIT der Angehörigen insgesamt 28 Tage in Quarantäne stecken muss – mit allen entsprechenden Maßnahmen. Schutzkleidung an, Schutzkleidung aus. Nach jedem Toilettengang desinfizieren und stetige Beobachtung, dass nicht noch eine angehörige Person so einen Scheiß abzieht.

Die Große Lee(h)re

Und dann gab es ja auch noch die Warnungen vor einer zweiten Welle. Doch die Warnungen verpufften.

„Aber die Merkel hat doch vorgerechnet wie hoch die Zahlen gehen werden!!!!!“ Und was hat sie dagegen getan?

Der Sommer wurde von der Regierung genutzt um nichts zu tun. Nichts?

Na gut, man hat versucht einen durchaus annehmbaren Preis für einen Impfstoff zu drücken, weil es manchen EU-Staaten zu teuer war. Ja, sie haben richtig gelesen. Menschenleben retten ist der EU, der jedes Menschenleben kostbar ist, zu teuer gewesen! Aber das erfahren wir chronologisch erst Anfang 2021.

Also im Sommer schien von Regierungsseite nichts zu passieren. Der Markt ließ Erfolge bei der Impfstoffentwickelung vermeldeten und in die Testphasen gehen. Woraufhin sich viele skeptisch über die kurze Entwicklungs- und Testzeit äußerten – inklusive mir. Was auch in normalen Unständen gerechtfertigt wäre, doch, wie wir ja wissen, sind das keine normalen Umstände. Die Impfstoffe wurden an ungewöhnlich vielen Menschen getestet, dann auch noch weltweit und dann auch noch – als ganz besonderes Schmankerl – an Frauen. Dumm nur, dass man diese Information – wieder mal – über Social Media von „irgendwelchen“ Medizinern und Fachleuten erfuhr und nicht über den ÖRR oder die Regierung. Gut, vielleicht haben die auch was geschrieben, aber aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen sind die Medizinier, denen ich nicht folg(t)e in meiner Timeline mit Erklärungen aufgetaucht und die Regierungsaccounts und ÖRR Accounts denen ich folge nicht. Naja.
Übrigens: Vielleicht gab es eine PK oder der Dr. Drosten hat in seinem Potcast darüber gesprochen, aber manchmal habe ich einfach nicht die Zeit mir 3h Potcast anzuhören für eine Essenz die in 3 Tweets passt.
Und auch das sind wieder Informationen, die den Angehörigen, Bewohnern und Kollegen vermittelt werden müssen (was mich übrigens in der Annahme bestärkte, dass von Regierungsseite und ÖRR nicht ausreichend informiert wurde).

Fröhliche Weihnacht überall

Die Zweite Welle bahnt sich an und nach ca. 6 Monaten Vorbereitungszeit, nach der ersten Welle, ist das was der Regierung einfällt: Lass uns nochmal einen Lockdown machen – nur diesmal noch undurchdachter als der Paniklockdown den wir vor 8 Monaten veranlasst haben. Ach ja, und über Weihnachten, da lockern wir den mal kurz. Denn der Lockdown soll ja Kontakte beschränken und so die Ausbreitung des Viruses eindämmen. Aber über Weihnachten braucht man das ja nicht, da sollte man mehr Kontakte ermöglichen, da feiert das Virus mit seinen kleinen Viruskindern und deren Mu-Tante nämlich auch Weihnachten und breitet sich nicht aus – oder irgendwie so.

Anders kann ich mir die Gedankengänge nicht erklären. Und erneut musste ich diese Ungereimtheiten den Angehörigen und Bewohnern so gut es geht erklären. Und oft genug musste ich mit den Schultern Zucken und sagen „Ich versteh’s auch nicht, aber wenn die uns den Laden nicht dicht machen sollen…“.

Gut, konnte mir egal sein, denn…

Ab Juli hatte die WfbM, zu der die meisten meiner Betreuten arbeiten gehen wieder geöffnet und Anfang Dezember ist das passiert, was wir befürchtet hatten. Der Anruf vom Gesundheitsamt, dass 10 von 12 Bewohnern kam um ca. 11 Uhr. Um 11:15 Uhr erfuhr ich als Gruppenleiter von meiner Chefin davon. Ich war zu Hause. Um 12 Uhr hatte ich zusammen mit einer direkt danach kontaktierten Kollegin die Wohngemeinschaft so umgestaltet, dass die zwei verblieben Bewohner geschützt sind und die anderen zehn Bewohner in Quarantäne betreut werden können. Es war der 9.12.2020.
Man stelle sich die Betreuung bitte einmal vor: Vor jedem der neun Bewohnerzimmer liegen sechs schwarze Säcke. Jeder Sack gekennzeichnet mit dem Namen eines Mitarbeiters des Tagdienstes und dem entsprechenden Bewohner. Jeder Mitarbeiter hat pro Bewohner einen Satz Schutzkleidung der angezogen wird, wenn das Zimmer betreten wird und ausgezogen wird, wenn das Zimmer verlassen wurde. Masken und Handschuhe werden jedesmal entsorgt, die restliche Kleidung einmal täglich (oder bei Beschädigung oder Kontamination). Bringt man also zehnMenschen das Essen zieht man sich zehn Mal an und aus. Aber man bringt ja nicht nur das Essen. Sondern auch Wasser. Oder ein Spiel. Oder der CD-Player muss neu eingestellt werden…


Dabei schwingt immer die Sorge mit, dass man es potentiell mit einem Coronainfizierten zu tun haben könnte und man das Virus in die anderen Zimmer tragen könnte, wenn man irgendetwas falsch macht. Oder man steckt sich selbst an.
Und man darf auch nicht vergessen, dass man es mit Menschen mit geistiger Behinderung und teilweise zusätzlichen psychischen Erkrankungen zu tun hat. Das macht es, glaubt mir einfach, nicht leichter. Schonmal Blut von der Wand gewischt, weil jemand wiederholt den Kopf vor die Wand geschlagen hat, weil er es nicht aushält? Auf meiner Liste an Dingen die ich niemals tun wollte, ist das jetzt abgehakt.


… oder jemand braucht dringend soziale Kontakte und braucht Ansprache und eine Umarmung. Ja, es sieht unheimlich fürsorglich aus, und fühlt sich genauso an, wenn ein Mensch in voller Schutzkleidung mit Atemschutzmaske, Handschuhen, Schutzbrille usw. einen Menschen in den Arm nimmt und ihn trösten muss, dass er noch mindetsens eine Woche die meiste Zeit alleine verbringen muss.

Am 16.12.2020 durfte ich dann endlich die Schnelltestschulung machen.
Am selben Tag stellten wir fest: 2 Bewohner Corona-Positiv aus unserer Gruppe, ein weiterer in einer anderen Gruppe, eine Kollegin, die aus dem Urlaub kam durfte direkt wieder gehen. Vier positive Fälle.
Dabei blieb es.
Und wir hatten auch noch Glück im Unglück, denn die drei entsprechenden Bewohner, waren allesamt weder psychisch krank noch geistig so eingeschränkt, dass sie nicht verstünden, was vor sich geht.
Dennoch: Erhöhte Vorsicht bei diesen Bewohnern – und bei den anderen, denn man könnte bei den Corona-Patienten einen Fehler gemacht haben.
Ach nebenbei: Durch das Gesundheitsamt ist telefonisch am 9.12. die Quarantäne verordnet worden, am 22. sollte sie, wenn keine Symptome auftreten (oder keine positiven Tests da wären), enden. Am 18. wurden sie darüber schriftlich informiert. Das heißt: Am 18. wurden die Info-Briefe geschrieben. Am 22. haben sie diese erhalten.
Die beiden Corona-Bewohner aus meiner Gruppe wurden noch bis zum 28. in Quarantäne belassen. Wobei einer bereits wieder negativ getestet wurde, der andere jedoch nicht (er musste bis zum 4. Januar 2021 in Quarantäne verbleiben, weil er so lange positiv getestet wurde). Das heißt: Der Herr S.Chips hat seine Weihnachtszeit damit verbracht, da er ja keine eigene Familie mit Kindern hat, zwei Coronainfizierte zu versorgen, damit die anderen halbwegst sicher mit ihrem engsten Familienkreis feiern können. Und alle Kollegen, haben nur mit der im Haushalt lebenden Familie gefeiert, weil man das Risiko nicht eingehen wollte, im Falle eines Fehlers bei der Arbeit, das Virus noch weiter zu tragen als unbedingt nötig. Meine Familie hat mich an Weihnachten nur über Skype gesehen.

Falls übrigens wer mitgerechnet hat: Die meisten Bewohner waren (einschließlich dem 9. und 22. Dezember) 14 Tage in Quarantäne. Die eine Person 20 Tage (Symptome: 1 Tag 38,6°C und 3 Tage Husten) und die nächste Person 27 Tage (Symptome: Leichter Schnupfen in den ersten 2 Tagen). 27 Tage wo der einzige soziale Kontakt übers Handy und mit Menschen in vollkommener Schutzausrüstung stattfindet. Doch dazu später mehr.

Meine Eltern sind mitte November beide positiv auf Corona getestet worden. Sie sollten vom Gesundheitsamt 10 Tage in Quarantäne und wenn sie drei (?) Tage keine Symptome mehr hätten, dürften sie so wieder herausgehen. Wie kann es sein, dass Leute die Quarantäne verlassen dürfen, nur weil sie symptomfrei sind, bei einem Virus wo man weiß, dass es auch ansteckend sein kann, wenn man nichts merkt?

Übrigens: am 16. und 17. 12. haben wir alle Bewohner und Kollegen anlassbezogen verpflichtent getestet (verpflichtent oder nciht ist hier egal, es wollten alle). Man konnte den Kollegen ansehen und anhören welche Steinlawine ihnen vom Herzen gefallen ist, wenn die Tests negativ waren. Da war bei allen Kollegen eine massive Anspannung, die sich löste. Man ist nicht mehr im Ungewissen.

Impf Wars – Eine neue Hoffnung

DIE IMPFSTOFFE SIND ZUGELASSEN. YAAAAAAAAY. Hoffnung keimt auf. Gut. Es ist zu wenig bestellt, die EU macht sich zum Obst, die Bundesregierung nicht minder, Kritiker werden als Impfnationalisten bezeichnet und über allem schwebt Trumps signature-Grinsen, denn die USA machts besser. Viel besser. Und das ist Trump – auch wenn nicht mehr in Amt und Wür – zu verdanken, der früher mehr eingekauft hat und auch bereit war den Preis zu zahlen. Gut, vielleicht nicht er selbst, aber seine Administration.
Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass ich Trump nicht ganz so scheiße finde, wie die meisten es tun, aber man muss es schon wirklich so richtig und absolut verbockt haben, wenn sogar Trump es viel, viel besser macht.

Aber gut. Der Impfstoff muss ja auch erstmal produziert werden. Das ist nicht so leicht und braucht auch eine Gewisse Zeit. Und – sind wir ehrlich – Wir müssen schon einen Großteil der Weltbevölkerung geimpft haben, damit das was wird.

Impf Wars – Die Regierung schlägt zurück

Das ursprüngliche Impfkonzept sieht eine Priorisierung gewisser gefährdeter Personengruppen vor. Menschen über 80 Jahren oder Menschen in Alten- und Pflegeheimen. So weit so gut. Doch alles geht schief. Wirklich alles. Es sind nicht genug Impfstoffe da. Dann werden Leute geimpft, die eigentlich nicht dran waren (wofür die Regierung ausnahmsweise einmal nichts kann). Den Impfzentren fehlt entweder Personal, und/oder Impfstoff und/oder Leute die geimpft werden dürfen/wollen – und das nicht zuletzt, weil das Anmeldeverfahren gerüchteweise sehr kompliziert ist. Optimal für Menschen 80+ die meist nicht sooooo internetaffin sind.
Dann wird zwischendurch noch einmal die Prioritätenliste umgeschmissen. Auch immer gut. Sorgt für Vertrauen in die Verlässlichkeit und so.

Am 23. Januar sollten die Bewohner und das Betreuungspersonal unserer Einrichtung geimpft werden. Was als Mitglieder der ersten Impfrunde durchaus normal wäre. Am 20. Januar erhielt ich folgenden Anruf von meiner Chefin: „Stapel [Name geändert], unser Impfstoff wurde beschlagnahmt. Ich weiß nicht warum.“ Das Licht am Ende des Tunnels erlischt.

Äh, bitte was? Beschlagnahmt?

Das war schon ziemlich ernüchternd. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Mitarbeiter seit 10 Monaten in hoher Alarmbereitschaft, konnten, ja durften nicht mal, die Arbeit auf der Arbeit lassen, sind eingesprungen, haben Dienste abgedeckt und sich ein Bein ausgerissen um die Coronazeit gut erträglich zu machen. Was natürlich auch dafür gesorgt hat, dass die Sylvesterparty mit zwei Kollegen und 11 Bewohnern die vermutlich größte Sylvesterparty im Umkreis war.

Nächster Impfversuch Mitte Februar. Es dauerte von der Bestätigung der Bestellung bis zur Beschlagnahmung etwa 45 Minuten. Immerhin wurde diesmal ein nachvollziehbarer Grund genannt: Ein anderes Wohnheim benötigte noch die zweite Dosis, die sie sonst nicht im angemessenen Zeitrahmen bekommen könnten.

Dann, endlich am 13.03.2021 war es soweit, die ersten wurden mit AstraZeneca geimpft, passenderweise wurde der Impfstoff kurz vorher sogar für die Ü65 Fraktion zugelassen. am 17.03.2021 soll der Rest geimpft werden.
Doch… Zwei Tage nach dem ersten Impftermin ist der Impfstoff dann vielleicht doch nicht so geil und wird vorerst ausgesetzt. *Kopfkratz* Wer labert da denn jetzt Scheiße? Die die das Zeug für die Ü65 Fraktion zugelassen haben oder die, die das Zeug jetzt für insgesamt zu gefährlich halten.

Jetzt halte ich meine Impfungen immer aktuell. Und ich hatte es noch NIE, dass ich am nächsten Tag nicht irgendwelche Auswirkungen bemerkt habe. Der Körper zeigt nunmal Reaktionen auf eine Impfung – und das soll er ja auch. Zugegeben, so dreckig ging es mir schon lange nicht mehr nach einer Impfung, aber mir ging es schonmal so schlecht. Ich habe heute im Radio auf der Arbeit gehört, dass AstraZeneka gestoppt werden soll. Ein O-Ton von Jens Spahn wird abgespielt indem er von 7 Blutgerinseln auf 1,6 mio Impfdosen in Deutschland verweist.

Nehmen wir einmal an, dass alle diese Blutgerinsel auf den Impfstoff zurückzuführen sind, dann sind wir bei nicht einmal 0,5 / 100 000 Personen. Zum Vergleich: Bei Medikamenten, ist 1 von 10.000 die Kategorie „sehr selten“. Die nachfolgende Kategorie ist „Unbekannt“. Ich habe mir heute bei drei random Medikamenten unserer Bewohner die Nebenwirkungen durchgelesen. Ich schlage vor ihr bringt mich in den Knast, denn jedes Mal wenn ich Medikamente verteile, scheine ich vorsätzlichen Mord zu begehen.

7 aus 1,6 mio. ICH. FASSE. ES. NICHT.

WOLLT IHR DÄMLICHEN SPAHNTEN JETZT DAS CORONAVIRUS BEKÄMPFEN ODER NICHT? WIE WILL MAN – BEI EINEM SOLCHEN DUMM-DÄMLICHEN VERHALTEN – ES DA NOCH LEUTEN VERDENKEN, DASS SIE SICH NICHT MEHR AN DIE MASSNAHMEN HALTEN.

IHR SCHWACHKÖPFE!

Impf Wars – Die Rückkehr der offenen Enden

Erinnert sich noch wer an den Corornabonus? Ich habe den Satz in „Lock it Down“ bewusst so frei stehen lassen. 50% meines Teams haben diesen bereits erhalten. WOHOOO.

Erinnert sich noch wer an den Bewohner, der 27 Tage in Quarantäne war? Erinnert ihr euch auch noch dran, dass er nicht psychisch krank war? Jetzt ist er es. Er ist in Therapie und bekommt Medikamente gegen seine Angststörung.

Letzte Gedanken

Dem geneigten Leser wird aufgefallen sein, dass ich immer mal wieder eingestreut habe, dass man diverse Dinge den Angehörigen, Betreuten und Kollegen erklären muss. Natürlich, man ist – gerade als Gruppenleitung – Ansprechpartner. Das Dumme ist nur. Die Dienstzeit ist für die Beschaffung solcher Informationen nicht vorgesehen (abgesehen davon, dass das auch zeitlich gar nicht drin sitzt). Also MUSS vieles in der privaten Zeit stattfinden. Und da reichen dann auch die normalen Artikel nicht aus, sondern man muss die Infektionsschutzverordnungen lesen und verstehen (und ich bin Heilerziehungspfleger, kein Rechtsanwalt). Also die Primärquellen. Und man muss sich intensiv über das Coronavirus und Epidemologie informieren. Und über die Impfstoffe und ihre Wirkung… Und das eben nciht nur oberflächlich, denn Du musst den Angehörigen und Betreuten ein kompetenter Ansprechpartner sein und Sicherheit verschaffen.

Ich habe das vor etwa einem halben Jahr aufgegeben. Ich habe keine Lust mehr daran jedem Gerücht hinterherzujagen, damit ich es korrekt adressieren kann. Ich habe keine Lust mehr alle zwei Wochen mich durch einen Verordnungstext durchzuquälen, der zwar eine ganze Menge Ausdrücke verwendet, die vielleicht rechtlich definiert sind aber im „Realdeutsch“ nicht vorkommen. Ich bin es Leid.

Ich bin es Leid zu Hause jede Vorsichtsmaßnahme zu beachten, mich sozial abzugrenzen, alles in meiner Macht stehende zu tun um meine Angehörigen, meine Betreuten, meine Kollegen und mich so viel wie möglich zu schützen, wenn die Politik gleichzeitig auf allen Ebenen vollkommen versagt. „Aber die Leute halten sich nicht an die Maßnahmen.“ Glaubt irgendjemand wirklich, dass die jetzt wieder steigenden Zahlen damit zusammenhängen, dass die Leute sich nicht an die Maßnahmen halten oder eher dass die Maßnahmen möglicherweise doch nicht so geil sind? Zumal jetzt, bei steigenden Zahlen, die Maßnahmen ja wieder gelockert wurden, was… moment… die Zahlen steigen und es wird gelockert?

IHR SPAHNKÖPFE

Es war 3:24Uhr

…als ich den obigen Text abschickte. Ich lasse ihn, mit all seinen Fehlern so stehen. War ja immerhin ein Rant.

Ich habe allerdings noch einen Nachtrag. Irgendeiner der „Experten“ meinte (ich glaube es war #WirWollenKarl Lauterbach), dass sechs von 10 Schnelltests negativ sind, obwohl sie eigentlich positiv sind.

Ich hab seit dem 16.12.2020 über 350 Schnelltests durchgeführt. An Bewohnern, Kollegen, mir selbst, Angehörigen und Handwerkern. Ich habe insgesamt 9 positive Tests gehabt, die sich durch PCR-Tests allesamt als richtig erwiesen haben. Will der Herr Experte mir jetzt sagen, dass ich bei ~340 negativen Tests 204 Positive dabei hatte, die ich nicht erfasst habe? Das wäre schon sehr merkwürdig, denn viele Leute teste ich 2-3x pro Woche. Müsste da nicht zwischendurch dann doch mal einer positiv anschlagen? Und vor allem: Sind die alle asymptomatisch, soll heißen: ohne Symptome?

Und wenn dem so wäre: Wie in aller Welt willst du die Zahlen eigentlich beziffern? Wie kommst du zu diesem Ergebnis? Woher weißt Du, dass negative Schnelltests eigentlich positiv sind?

7 Gedanken zu “Coronarantblog

  1. Bei einigen Details, insbesondere Impfen bin ich anderer Meinung. Aber sag mal, ist das normal in eurem Job, dass ihr einfach eine Verordnung oder Massnahme auf den Tisch geknallt bekommt, dann heisst es umsetzen, und ihr wisst gar nicht was das soll und warum? Kommt da keiner vom z.B. Gesundheitsamt vorbei und macht mal 1 Stunde Aufklaerung mit Fragen?

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  2. Ich nehme an, dass der Lauterbach „pcr-positiv“ meint…das ist deswegen ein geringeres Problem weil die schnelltests ja nur anschlagen, wenn man auch ausreichend infektiös ist, pcr aber eben viel früher (laut Streeck). Von lauterbachs „eigentlich positiven“ ist eben nicht klar, ob sie Symptome entwickeln werden, bei „Schnelltest positiven“ kann man schon eher davon ausgehen.
    Mit dem gleichen schnelltest bleibt also auch die gleiche virenmenge „negativ“ auch wenn der pcr jedes mal anschlagen würde…das ist also kein Fehler bei den Schnelltests.
    Insofern ist das höchstens halb richtig von Lauti…wenn ich mit meinem Ferrari im Schnee gegen dem Käfer mit Schneeketten verlier, ist auch nicht der Ferrari das langsamere Auto…ohne „kontext“ ist halt mal wieder alles nichts 😜

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  3. Pingback: Coronarantblog Zwo | stapelchipsblog

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