Johnny Depp vs Amber Heard

Die meisten Leser dieses Blogs werden vermutlich Kenntnis davon haben, dass Johnny Depp gerade Amber Heard verklagt und Amber Heard eine Gegenklage eingereicht hat.

Johnny Depps Klage bezieht sich darauf, dass
– Amber Heart einen Artikel veröffentlicht haben soll, der ihn (fälschlicherweise) der häuslichen Gewalt bezichtigt und
– ihn in der Konsequenz viel Geld gekostet hat.

Amber Heard hat im Zeugenstand zugegeben, diesen Artikel über Johnny Depp geschrieben zu haben. Der Artikel selbst enthielt zwar nicht Herrn Depps Namen, aber es ließ sich anhand der beschriebenen Details ableiten, dass es sich um Herrn Depp handelt.

Bewiesen ist zudem, dass Herr Depp dadurch viele Einnahmen verloren hat („Pirates of the Caribbean“ und „Fantastic Beasts“ sollen in Zukunft ohne ihn auskommen).

Damit bleibt für Herrn Depp und sein Team nur noch zu beweisen, dass die Vorwürfe der Häuslichen Gewalt substanzlos sind.

Nun ist es natürlich schwierig zu beweisen, dass etwas nicht stattgefunden hat. Es gibt diverse Audioaufnahmen, in denen Frau Heard zu hören ist, wie sie zugibt ihn geschlagen zu haben, es gibt Fotos und Arztberichte, die beweisen, dass Herr Depp angegriffen wurde. Aber eben andersherum nicht. Solche Beweise fehlen für Frau Heard.

Passenderweise hat eben jene, wie oben erwähnt, eine Gegenklage eingereicht, die sich darauf bezieht, dass Herr Depp sie zu Unrecht als Lügnerin bezeichnet.

Sie muss also beweisen, dass Sie tatsächlich von ihm angegriffen wurde – was ihr bisher nach meinem Kenntnisstand nicht gelungen ist.

Es sieht also alles nach einem Sieg für Herrn Depp aus. Und ich freue mich für ihn, wenn er die Gerechtigkeit erfährt, die er verdient.

Dem geneigten Leser wird aus den obigen Zeilen herauslesen, dass da noch ein klitzekleines „ABER“ kommt.

Der Hintergrund ist, dass einer meiner besten Freunde eine Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) hat. Das Verhalten von Frau Heard im Zeugenstand hat mich umgehend an diesen Freund erinnert. Auch die Beschreibungen die Herr Depp über den Beziehungsanfang gegeben hat war sehr ähnlich dem, wie ich die Beziehung mit meinem Freund und seiner Ex-Freundin wahrgenommen habe. Glücklicherweise kam es in dieser Beziehung nicht zu Gewalt. Sicherlich auch, weil bei ihm die BPS nicht so stark ausgeprägt ist, wie bei Frau Heard.

Mein Eindruck bestätigte sich, als eine Zeugin (klinische und forensische Psychologin Dr. S. Curry) aussagte und angab mit entsprechenden Tests die Diagnose BPS gestellt zu haben. Zudem diagnostizierte sie noch eine histrionische Persönlichkeitsstörung. Ich muss gestehen, dass mir diese Störung nichts sagte. Ich kann aber, nachdem ich Dr. Wikipedia konsultierte, sagen, dass ich durchaus einige Elemente im Verhalten von Frau Heard sehe, die zu dieser Diagnose geführt haben könnten, auch wenn ich persönlich nicht alle notwendigen Punkte bzw. ausreichend notwendige Punkte bei ihr erkennen kann. Aber ich bin weder Psychiater noch habe ich Gespräche mit Frau Heard geführt noch kenne ich sie in irgendeiner anderen Form näher.

Worauf ich hinauswill ist folgendes: Frau Heard hat die Diagnose zweier psychischer Störungen, die die emotionale Einordnung von Ereignissen und die Reaktionen auf Ereignisse verzerren. D.h., dass Frau Heard nicht in der Lage ist gewisse Situationen korrekt einzuschätzen und darauf zu reagieren. So kommt es dazu, dass sie sich in aufeinanderfolgenden Sätzen inhaltlich logisch widersprechen kann ohne das sie diesen Widerspruch wahrnimmt. Sie ist dazu auf Grund ihrer psychischen Störung – ihrer Krankheit – schlicht nicht in der Lage.

Wenn die Jury das versteht, wird Herr Depp vermutlich keine 50mio$ bekommen, sondern wesentlich weniger – wenn er überhaupt finanziell entschädigt wird. Und Frau Heard wird sich einer Therapie unterziehen müssen. Etwas, was sie meiner Ansicht nach eh machen sollte.

Was man aber mit relativer Sicherheit sagen kann ist, dass Johnny Depps guter Ruf in der Öffentlichkeit im Großen und Ganzen wieder hergestellt zu sein scheint – aber Hater gibt es immer.


Über meinen Twitterfeed wurde mir folgender Tweet in die Timeline gespült:

Amber Heard vilification is already being used like Gamergate, a lure issue to funnel men into far-right politics via witch-hunting“

Als alter GamerGater erregte dieser Tweet natürlich mein Interesse. Ich möchte nicht den gesamten verlinkten Artikel kommentieren, nur zwei Dinge:

1.: Der letzte Absatz des Artikels ist doch recht bemerkenswert:

“The ultimate outcome of this is the demonisation of women,” said Beirich of the Global Project Against Hate and Extremism reflecting on the Depp and Heard case and how online activity can directly translate into violence against women and misogynistic terrorism. “Women face a completely different online milieu and offline milieu than men do.”

„Das ultimative Resultat hiervon ist die Dämonisierung von Frauen“, sagte Beirich vom Global Project Against Hate and Extremism im Rückblick auf den Depp/Heard Fall und wie online Aktivitäten direkt zu Gewalt gegen Frauen und frauenfeindlichem Terrorismus führen können. „Frauen haben ein komplett anderes online und offline Milieu als Männer.“

Bemerkenswert, weil sich alle einig zu sein scheinen, dass sowohl Dr. S. Curry als auch die Rechtsanwältin C. Vasquez einen phänomenalen Job abliefern. (Wer hat schon mal gehört, dass eine Rechtsanwältin eine Fanbase bekommt, weil sie einen so guten Job macht?) Und wenn ich die Youtube-Kommentare so lese, scheinen auch immer mehr Leute Mitleid mit dem Team von Frau Heard zu haben, speziell mit Frau E. Bredehoft, dass sie mit diesem Fall gestraft sind [Anmerkung: Frau Bredehoft ist eine sehr erfahrene und herausragende Juristin].

Wenn überhaupt wird Frau Heard dämonisiert und nicht „Frauen“.

Das ausgerechnet ein Fall, in dem ein Mann es als Unrecht ansieht als Frauenschläger bezeichnet zu werden und er Kompensationen dafür haben will, dass allein der Vorwurf ihn Geld und Karriere gekostet hat, herangezogen wird um daraus eine direkte Verbindung zu mehr Gewalt gegen Frauen zu ziehen erstaunt mich dann doch. Denn offensichtlich ist alleine der Vorwurf schon rufschädigend und Karriere-zerstörend und man muss in aller Öffentlichkeit sein Privatleben, Fotos, Videos und Audio-Aufnahmen von Tiefpunkten seines Lebens betrachten und durchsprechen um die Chance auf Reparation von Ruf und Karriere zu bekommen. Oh… man muss sich natürlich auch die besten Rechtsanwälte leisten können.

2.: Im gesamten Artikel wird GamerGate nicht genannt. Es wird nicht einmal eine Andeutung dahin gemacht.

Genauer betrachtet ist der Tweet (ohne den Artikel) aber gar nicht ganz falsch. Es gab durchaus Leute, die versucht haben Anhänger der Konsumentenrevolte GamerGate ins rechte Spektrum zu ziehen (man denke z.B. an Steve Bannon).

In dem Artikel wird mehrfach erwähnt, dass The Daily Wire rechte Fehlinformationen verbreiten würde. Der verlinkte Artikel dazu ist allerdings nicht ohne Weiteres öffentlich einsehbar, so dass ich das nicht verifizieren kann. Es kommen noch einige Experten zu Wort, die das ebenfalls bestätigen sollen, auch wenn die Belege, die geliefert werden, sehr dünn sind. Wie das natürlich in den Rahmen passt, dass Daily Wire den Prozess als „Must-See TV“ bezeichnet, wie selbst Vice zugeben muss, ist mir da schleierhaft. Immerhin sagt Daily Wire direkt, dass sich die Leser den Prozess selbst und ungefiltert angucken sollen.

Sicherlich wird The Daily Wire der Story einen rechten Spin geben, da habe ich keine Zweifel, genauso wie sich der Artikel von Vice eher wie ein linkes Hit Piece liest und nicht wie ein gut recherchierter Artikel.

Die „vilification“, also die Herabwürdigung Amber Heards ist nicht etwas, das mit ihr gemacht wird. Sie selbst gibt immer wieder Falschaussagen zum Besten, lügt offen, widerspricht sich selbst und schiebt sogar die Schuld auf ihre letzten verbliebenen Verbündeten, ihre Anwälte. Sie musste zugeben, dass sie die 7mio$ aus der Scheidung, die sie, wie sie öffentlichkeitswirksam kund tat, spenden wollte, bisher noch nicht gespendet hat. Die Scheidung war 2017. Sie selbst reitet sich in die Scheiße.

Und bei einem Gerichtsprozess indem Ankläger und Angeklagte bzw. Anklägerin und Angeklagter zu Wort kommen, Beweise liefern können, Top-Juristen auf beiden Seiten haben, Zeugen vernommen werden usw. von einer Hexenjagd zu sprechen… Das hier ist nicht #MeToo. Das ist ein ordentliches Gerichtsverfahren.