Nürnberger Geschlechtergesetze

Heute mal zwei Blogposts.

Dieses Zeit-Interview ist, sagen wir mal, merkwürdig ( Archiv ). Ich habe mich daher dazu entschlossen, mich einfach mal wieder selbst in das Interview reinzuschreiben.


 

ZEIT ONLINE: In Mecklenburg-Vorpommern dürfen nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden. Das hat das Landesverfassungsgericht in einem Urteil bestätigt. Hat Sie das als Verfassungsrechtlerin überrascht?

Anna Katharina Mangold: Nein, gar nicht. Unsere Verfassung, das Grundgesetz, lässt dem Gesetzgeber viel Spielraum für die Gleichstellung der Geschlechter. Im Artikel Drei, Absatz zwei steht: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Mit der Verfassungsreform 1994 kam der Satz dazu: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.“ Es geht also nicht nur um eine rechtliche Angleichung. Der Staat soll aktiv auf die Durchsetzung der Gleichberechtigung hinwirken.

ZEIT ONLINE: Und Sie Herr Chips?

Stapel Chips: Sehr. Vor allem, weil das was Frau Mangold da von sich gibt ziemliches Halbwissen ist. Unser Grundgesetz spricht nicht von Gleichstellung sondern von Gleichberechtigung. Und es geht in der Tat um eine rechtliche Angleichung, denn in besagtem Absatz steht auch “ und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“. Des weiteren sagt Absatz drei , dass man auf Grund des Geschlechtes weder bevorzugen noch benachteiligen darf. Unter diesem Gesichtspunkt ist es für mich absolut unverständlich, wie man solch eine Benachteiligung als Verfassungsgericht bestätigen kann.

ZEIT ONLINE: Frau Mangold, darf der Staat dafür Männer von bestimmten Posten ausschließen?

Mangold: In meiner Lesart des Grundgesetzes bedeutet das, dass es dem Staat nicht verfassungsrechtlich verwehrt ist, für die Gleichstellung von Männern und Frauen solche Maßnahmen zu treffen. Andererseits ist aber nicht verfassungsrechtlich vorgeschrieben, in welcher Weise Gleichstellungspolitik zu erfolgen hat. Das ist eine politische Entscheidung.

Chips: Womit dann klargestellt wäre, dass Sie a) unser Grundgesetz nicht gelesen haben und b) Gleichstellungspolitik einer Gleichberechtigungspolitik im Wege steht. Ich meine es steht mehrfach drin. Allein in Artikel 3 (2) wird das drei Mal gesagt und in Absatz 3 wird noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass weder eine Bevorzugung noch eine Benachteilung erlaubt ist. Wie kann man das überlesen?

ZEIT ONLINE: Viele kritisieren die Entscheidung als diskriminierend. Wie sehen Sie das?

Chips: Ich gehöre offensichtlich zu denen, die das so sehen.

Mangold: Diese Kritiker unterliegen einem Irrtum. Sie setzen den Gleichstellungsauftrag mit dem Anspruch auf formale Gleichbehandlung gleich. Dabei stellt das Grundgesetz explizit klar, dass es nicht ausreicht, rein formal Männer und Frauen gleich zu behandeln, mithin Männer wie Frauen überhaupt Beamtinnen und Beamte im öffentlichen Dienst sein dürfen. Sie müssen auch tatsächlich die gleichen Chancen bekommen.

Chips: Lesen Sie bei Gelegenheit den Artikel 3 nochmal. Könnte helfen. Ich frage mich übrigens, wie Männer und Frauen die gleichen Chancen bekommen, durch ein Gesetz, dass Männern eine 0%-Chance garantiert. Und natürlich brauche ich für Chancengleichheit auch eine formale Gleichbehandlung.

ZEIT ONLINE: Doch wer kümmert sich dann um die Anliegen der Männer? Immerhin gibt es sie auch: die Männer in Teilzeit, die alleinerziehenden Väter, Transmänner, und so weiter.

Mangold: Bestimmt werden auch Männer diskriminiert und müssen geschützt werden. Das will ich gar nicht in Abrede stellen. Der Punkt ist nur, dass diese Gleichstellungsvorschriften sich auf ein generelles Problem richten: dass nämlich weit überwiegend Frauen von diskriminierenden und ausschließenden Strukturen betroffen sind. Der neuerdings eingeschlagene Weg, sprachlich neutralisierende Regelungen zu treffen, verschleiert genau diesen Zusammenhang.

ZEIT ONLINE: Sie meinen, dass Frauenförderung heute Gleichstellung heißt?

Mangold: Die Benennung der Gleichstellungsbeauftragten hat verschleiert, dass es in Wahrheit darum geht, Frauenbelange zu schützen. Nach wie vor ist es so, dass Frauen überwiegend mit der Doppelbelastung von Sorgearbeit und Berufstätigkeit zu kämpfen haben. Nur neun Prozent der erwerbstätigen Männer zwischen 20 und 64 Jahren haben 2015 in Teilzeit gearbeitet, dagegen waren es 47 Prozent der Frauen.

Chips: Was hat die „Doppelbelastung“ mit diesem Gesetz zu tun?
Ich sehe es ja so. Wird gegen jemanden diskriminiert, sollte man diese Ungerechtigkeit beheben und die verantwortlichen Personen bestrafen. Dabei ist mir das Geschlecht vollkommen egal. Zu sagen ‚die sind aber mehr Opfer‘ ist absolut bedeutungslos. Bedeutend ist, DASS jemand Opfer wurde.
Sie sagen, es gebe diskriminierende und ausschließdende Strukturen die überwiegend Frauen betreffen. Aber nicht ausschließlich. Wie wollen sie gegen Strukturen vorgehen, die Männer ausschließen. Z.B. ein Gesetz, dass Männer ausschließt?
Nehmen wir an, die von Ihnen genannten Benachteiligungen würde es geben, dann haben Sie durch dieses Gesetz nur eine weitere hinzugefügt. Good job.
Ach und noch eins. Sie sagten gerade, dass es bei Gleichstellungsbeauftragten nicht darum geht Gleichstellung oder Gleichberechtigung zu erlangen, sondern Frauenbelange zu schützen. Falls nochmal wer fragt, warum Feministen oft als „Female-Supremacy“ Bewegung wahrgenommen werden, zitiere ich einfach Sie.

ZEIT ONLINE: Braucht es zum Schutz von Frauenbelangen weibliche Gleichstellungsbeauftragte?

Mangold: Aus einer theoretischen Sicht halte ich das In-eins-setzen der Gruppenzugehörigkeit mit den politischen Interessen für hochproblematisch. Ich vertrete eher eine Auffassung, dass eine einzelne Person nicht per se Gruppeninteressen verkörpert. Denn es ist nicht nur so, dass eine Frau nicht automatisch Fraueninteressen vertritt. Vielmehr sind Fraueninteressen ja auch sehr unterschiedlich. Man müsste zugleich intersektionale Zusammenhänge berücksichtigen…

ZEIT ONLINE:  …also Zusammenhänge von Diskriminierungsformen.

Mangold: Genau. Es gibt eben nicht die eine Gruppe der Frauen, sondern sehr viele Untergruppen. Es gibt Arbeiterinnen oder Frauen, die aus einem Nichtakademikerhaushalt kommen und sich hochgearbeitet haben. Sie kämpfen mit anderen Herausforderungen als, sagen wir einmal, gläubige muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen. Es gibt Frauen mit Behinderung oder Frauen, die nichttraditionelle Familienentwürfe leben, zum Beispiel lesbische Frauen. Die Vorstellung, dass es die Gruppe der Frauen gäbe, die von nur einer Frau repräsentiert werden, ist also verkürzt. Andererseits sehe ich durchaus, dass Frauen sich als von Diskriminierung Betroffene mehr mit Fragen von Frauendiskriminierung auseinandersetzen.

Chips: Alternativ: Einfach nicht gegen Menschen auf Grund von Geburtsmerkmalen diskriminieren. Aber das wäre ja zu einfach.
Mal ehrlich. Sie verstehen, dass eine Frau nicht alle Frauen vertreten kann, weil nicht alle Frauen die selben Erfahrungen haben. Sie verstehen, dass es eine verkürzte Sichtweise ist. Ist ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass es auch daran liegen könne, dass Menschen Individuen sind? Ist ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass eine solche kollektivistische Sichtweise dann vielleicht, sagen wir mal, suboptimal ist? Ist das vielleicht der Grund, warum Artikel 3 in den Grundrechten, also den Individualrechten, unseres Grudngesetzes verankert ist? Darum ist das was sie weiter oben sagten ‚Frauen sind aber häufiger…‘ vollkommener Nonsense in dieser Diskussion.

ZEIT ONLINE: Was wäre denn eine Alternative zu ausschließlich weiblichen Gleichstellungsbeauftragten?

Mangold: Man könnte sagen, wir stellen eine Person ein, die einen ganz klaren Auftrag hat, nämlich die Gleichberechtigung der Geschlechter. Das könnte auch darin bestehen, besonders Männer zu fördern, die sich in einer rollenuntypischen Lage befinden. Also alleinerziehende Väter, oder solche, die Teilzeit arbeiten, um sich auch um Kinder zu kümmern. Insgesamt fände ich es schön, wenn wir Interessen kollektiv aushandeln würden, wir uns also gemeinsam fragen: Was ist die Richtung, die wir einschlagen wollen? Und dies immer wieder überprüfen und neu bewerten.

Chips: Ich denke dass dieser Posten ein Überwachungsinstrument sein sollte. Der oder die Gleichstellungsbeauftragte passt auf, dass gegen niemanden diskriminiert wird. Egal ob Mann oder Frau, rollenuntypisch oder typisch usw. .

ZEIT ONLINE: Ist Gleichstellung wichtiger als Gleichbehandlung?

Mangold: Wenn man tatsächliche Gleichstellung herbeiführen möchte, dann muss man die Dinge verändern. Gleichstellung ist kein Nullsummenspiel. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts hat da eine progressive Linie vorgegeben. Demnach ist nicht jede Förderung von Frauen im Umkehrschluss eine automatische Benachteiligung von Männern. Das Landesverfassungsgericht ist dieser Linie nun gefolgt.

Chips: Technisch gesehen ist das korrekt. Wenn ich eine Förderung von Frauen habe ist dies nicht zwangsläufig eine Benachteiligung von Männern. Nämlich genau dann, wenn ich Männer entsprechend fördere. Wenn ich aber nur Frauenförderung betreibe ohne etwas Vergleichbares für Männer anzubieten, dann priviligiere ich Frauen – und benachteilige Männer.
Zumal der Begriff „Frauenförderung“ hier absolut irreführend ist. Hier werden Frauen nicht gefördert. Sie werden nicht geschult oder ausgebildet oder sonst irgendwie in ihren Kompetenzen gestärkt. Das wäre Förderung. Hier werden Frauen priviligiert. Sie bekommen einen Job, weil sie eine Frau sind. Das ist das was man „den Arsch nachtragen“ nennt. Mit Förderung hat das nichts zu tun.

Aber zurück zur Frage: Nein. Gleichstellung steht einer freien, gerechten und gleichberechtigten Gesellschaft im Weg. Gleichstellung ist zutiefst autoritär und verlangt von uns gegen Menschen auf Grund von geburtsmerkmalen zu diskriminieren.

Diese Gesetze, also Bundesgleichstellungsgesetz, Geschlechterquote und alle anderen nicht geschlechtsneutralen und/oder diskriminierenden Gesetze sollten in einen Ordner gepackt werden, wo dann dick draufsteht „Nürnberger Geschlechtergesetze„. Einfach damit jeder versteht, was für eine ideologische Ekelhaftigkeit hinter solchen Gesetzen steckt.

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Na, Süßer? Auch schon die Studie gelesen?

Ich bin über Genderama ( Archiv ) auf einen Artikel der Zeit gestoßen ( Archiv ).

Dabei ist mir eine Passage aufgefallen, die meine Erinnerung hat aufblitzen lassen:

Ja, von sexueller Belästigung sind mehr Frauen betroffen als Männer. 17 Prozent der Frauen geben an, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren zu haben – das ist das Ergebnis einer Befragung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vor zwei Jahren. Allerdings haben das auch sieben Prozent der Männer schon erlebt.

Mir war da, als hätte ich das Ding schonmal gelesen und das als irreführend erkannt. Deshalb habe ich in besagter Studie nochmal nachgeschaut.

Und es hat sich herausgestellt, das ich mich korrekt erinnert habe. Richtig ist, dass 17 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz „nach EIGENEM Begriffsverständnis“ schon einmal erlebt haben. Nimmt man aber die rechtliche Definition, haben Männer zu 56 % das schonmal erlebt und Frauen „nur“ zu 49 %. Das sind 7 Prozentpunkte Unterschied zum Nachteil von Männern. Tatsächlich erfahren Männer sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz also mehr als Frauen.

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(Original der Publikation, Archiv , Seite 6)

Jetzt ist die Frage was wir aus den Zahlen machen.

  • Wissen Männer und Frauen zu wenig, was sexuelle Belästigung ist?
    (Ja, siehe S.10 der Publikation)
  • Daraus folgend: Wissen Männer das noch weniger als Frauen?
    (keine Ahnung)
  • Oder ist vielleicht die rechtliche Grundlage zu breitgefächert und deckt Dinge ab, die nicht als sexuelle Belästigung eingestuft werden sollten?
    (Ja, siehe unten)
  • Sind vielleicht die Vorfälle bei Frauen einfach krasser?
    (Ja, siehe unten)

Zurück zum Zeit-Artikel

Beide Geschlechter beobachten und erleben am häufigsten Belästigungen durch Männer.

Das ist korrekt. Frauen und Männer sehen und erleben Männer deutlich häufiger als Täter. Allerdings ist mir beim Nachprüfen etwas aufgefallen. Wenn die Situation nur beobachtet wurde, dann sehen Leute ihre Geschlechtsgenossen kritischer. Frauen stufen das Verhalten einer anderen Frau eher als sexuele Belästigung ein als Männer (11 zu 3) und Männer stufen das Verhalten eines anderen Mannes eher als sexuelle Belästigung ein, als Frauen (75 zu 67).

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(Seite 7)

Ein Drittel der betroffenen Männer gab aber an, schon einmal von Frauen belästigt worden zu sein.

Eher zwei Fünftel, doch weiter im Text. Es folgt eine Auflistung von Prozenten aus dieser Publikation von Seite 5, die korrekt sind bis zu folgendem Punkt:

Witze mit sexuellem Bezug oder zweideutige Kommentare hören Männer sogar häufiger als Frauen: 47 Prozent im Vergleich zu 39 Prozent hatten das erlebt.

„Sogar“. Ich betone das mal, denn wie wir gleich sehen werden, ist dies hier etwas irreführend. Man könnte meinen, dass dies der einzige Punkt ist, wo Männer häufiger betroffen sind, das dies die Ausnahme sei. Dem ist nicht so, denn nicht nur bei den zweideutigen Kommentaren bzw. Witzen sind Männer häufiger betroffen.

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Auch bei

  • Bemerkungen mit sexuellem Inhalt
  • Unerwünschten E-Mails, SMS, Fotos, Videosmit sexuellem Bezug
  • Nötigung zum Ansehen pronographischen Materials

Das schmälert natürlich nicht, dass ich ungewünschte Berührungen/Annäherungen, Küsse und Umarmungen schlimmer finde (hier sind mehr Frauen als Männer betroffen). Ich fand lediglich das Wort „sogar“ irreführend.

Ich muss übrigens anmerken, dass ich „zweideutige Kommentare“ bzw. „Witze mit sexuellem Bezug“ als ziemlich harmlos erachte und ich keinen Grund sehe, warum das unter sexuelle Belästigung fallen sollte.

Es folgen einige anekdotische Beispiele und ein paar Expertenmeinungen und dann eine Studie der Rice University:

In einem Experiment legten US-Psychologen der Rice University Studenten die Akten eines fiktiven Falls vor. Ein Betroffener berichtete darin, von dem Kollegen unangenehm berührt und nach einem Rendezvous gefragt worden zu sein. Das private Treffen sei wichtig für die Karriere, habe der zudringliche Kollege gesagt. In einer Version der Geschichte war der Täter ein Mann und das Opfer eine Frau, in einer anderen war es umgekehrt. Die Probanden sollten angeben, für wie glaubwürdig sie die Darstellung hielten. Das Ergebnis: Einer Frau nahmen sie die Geschichte deutlich eher ab als einem Mann.

(Studienabstrakt im Original, Archiv )

Auch hier findet man eine merkwürdige Ungenauigkeit. Es ist nicht nur so, dass man Frauen die Geschichte eher abnahm als Männern, sondern man wollte Männer auch härter bestrafen und hat sie weniger gemocht.

Results for the complainants of sexual harassment confirmed that men were believed less, liked less, and punished more than women.


Zu dem zweiten Punkt mit der Attraktivität der sich-beschwerenden Person (ob sie auch eine Rolle spielt) und der Studie aus Australien muss ich meine Überschrift mit: „Nein habe ich nicht“ beantworten. Ich muss mich wieder ans studieren machen ;-). Vielleicht folgt später noch eine Ergänzung.

 

 

#NetzDG – Antwortschreiben

Etwas (sehr) spät, aber ich möchte euch die Antwort meines Vertreters nicht vorenthalten. Die Antwort ist übrigens Ende Juli gekommen, ich hatte sie nur schlicht übersehen. Meine initiale Mail könnt ihr hier lesen.

herzlichen Dank für Ihre E-Mail zum NetzDG. Gerne möchte ich Ihnen die Position der CDU hierzu darlegen.

Das Gesetz ist ein weiterer Schritt in einem bereits mehr als zwei Jahre andauernden Diskussionsprozess zwischen dem Justizministerium und den sozialen Netzwerken. Bereits im Dezember 2015 hatten sich die Anbieter sozialer Netzwerke in einer „Task Force“ zu konkreten Maßnahmen gegen rechtswidrige Inhalte auf ihren Plattformen verpflichtet. Konkrete Meldungen über rechtswidrige Inhalte sollten demnach unverzüglich, aber in der Regel in weniger als 24 Stunden auf Grundlage des geltenden deutschen Rechts -und nicht der Nutzungsbedingungen einzelner Anbieter- geprüft und ggf. entfernt werden. Bewirkt hat dies allerdings lange nichts. Seit über einem Jahr diskutieren wir daher darüber, wie in sozialen Netzwerken den bestehenden Gesetzen Geltung verschafft werden kann.

Im Januar 2017 haben wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Positionspapier zum Thema beschlossen. Darin haben wir auch gesetzliche Regelungen eingefordert im Hinblick auf Mindeststandards wie schnellere Reaktionszeiten, transparente Löschregeln, ordentliche Widerspruchsverfahren und Schutzstandards für Mitarbeiter in den Beschwerdestellen für Plattformanbieter. Denn: Meinungsfreiheit heißt nicht Straffreiheit. Wer sich rechtswidrig äußert und dabei Straftaten begeht, kann dafür keinen Schutz beanspruchen.

Die Meinungsfreiheit wird in Artikel 5 des Grundgesetzes definiert. Doch wer -wie im Straftatenkatalog im NetzDG festgehalten- beispielsweise Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet (Strafgesetzbuch StGB § 86a), öffentlich zu Straftaten auffordert (StGB § 111) oder eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet (StGB § 89a), der befindet sich außerhalb dieses Rahmens der Meinungsfreiheit und begeht schlicht eine Straftat.

Der jetzt vorliegende Kompromiss für das NetzDG, den wir als CDU/CSU-Fraktion maßgeblich beeinflusst haben, ist eine Stärkung des Rechtsstaats. Er beeinträchtigt nicht die Freiheit im Netz, sondern sorgt dafür, dass Opfer von Hass und Hetze besser geschützt werden. Die oft befürchtete „Privatisierung“ der Durchsetzung von geltendem Recht findet gerade nicht statt – mit der neu geschaffenen Möglichkeit einer Co- und Selbstregulierung im Bereich der sozialen Netzwerke geben wir den Anbietern die Möglichkeit, Institutionen vergleichbar dem Jugendmedienschutz aufzubauen. Plattformen sollen zukünftig zusammen mit anderen Anbietern in einer gemeinsamen Einrichtung Beschwerden überprüfen lassen können, – und das transparent und ausreichend ausgestattet – und so die Vorgaben des NetzDG einhalten können. Ein so genanntes „Overblocking“ aus Angst vor Sanktionen wird so vermieden, denn die Anbieter können die Entscheidung über Löschungen damit in rechtlich schwierigen Fällen an die Einrichtungen der Selbstregulierung delegieren.

Darüber hinaus müssen soziale Netzwerke einen Ansprechpartner für Strafverfolgungsbehörden im Inland benennen. Diese Kontaktstelle muss Anfragen binnen 48 Stunden erschöpfend beantworten, passiert das nicht, kann ein Bußgeld verhängt werden.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz schafft keine neuen Pflichten, es verbessert die Durchsetzung der geltenden Rechtslage. Anbieter haften schon heute für rechtswidrige Inhalte, wenn sie davon Kenntnis erhalten – also Inhalte gemeldet werden. Dass bisher der Eindruck entstand, Anbieter seien hier rechtlich privilegiert, seien also für diese rechtswidrigen Inhalte nicht verantwortlich, ist vielleicht eher Ausdruck gerade des Durchsetzungsdefizits, das wir mit dem NetzDG beenden wollen.

 

Ich lasse das unkommentiert und gehe mich jetzt betrinken.

 

Bewunderung = Sexismus

An der Alice Salomon Hochschule ist ein Gedicht angebracht worden, über das sich die AStA beschwert. (Archiv)

Downdate:-) : Diese Beschwerde ist 2016 eingangen und hat mittlerweile seine Folgen gehabt. Dennoch möchte ich meine Meinung zu diesem offenen Brief auch über ein Jahr später noch kund tun.

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Übersetzung (auf Wunsch aus den Kommentaren):

„Alleen

Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer“

 

In meine Überschrift und meinem dazugehörigen Tweet, hatte ich noch „Sinn für Ästhetik“ stehen gehabt. Allerdings habe ich mich eines Besseren besonnen. Wer so einen trivialen und einfallslosen Text schreibt, hat mit Sicherheit keinen Sinn für Ästhetik. Und wer das auch noch mit einem Preis würdigt…

Selbst mein Gedicht über Heiko Maas ist sowohl linguistisch als auch intellektuell anspruchsvoller als dieses Machwerk. Und von der Ästhetik wollen wir mal gar nicht anfangen. Aber sind wir ehrlich: Der Maßstab ist auch wirklich niedrig angesetzt.

Es geht aber in der Tat nicht um eine künstlerische oder handwerkliche Beschwerde, sondern darum, dass dieses Gedicht totaaaal schlimm ist:

Ein Mann, der auf die Straßen schaut und Blumen und Frauen bewundert. Dieses Gedicht reproduziert nicht nur eine klassische patriarchale Kunsttradition, in der Frauen* ausschließlich die schönen Musen sind, die männliche Künstler zu kreativen Taten inspirieren, […]

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. „Dieses Gedicht reproduziert nicht nur eine klassische patriarchale Kunsttradition, in der Frauen* ausschließlich die schönen Musen sind […]“. Und ich dachte immer, dass man, um an einer Hochschule zu lernen, des Lesens mächtig sein müsse. Also „Lesen und Verstehen“ versteht sich. Textanalyse und so. Realschule 6. Klasse.

Nirgendwo in dem Gedicht steht, das

1.: Frauen ausschließlich dazu da sind als Musen zu dienen. Tatsächlich steht nichts darüber, dass Frauen inspirieren. Da steht nur, dass dort Frauen sind und ein Bewunderer.

2.: Nirgendwo erwähnt der Autor, dass die dortigen Frauen schön sind. Der Autor beschreibt einen Bewunderer von Frauen (und Blumen und Alleen) vollkommen losgelöst von Attributen.

es erinnert zudem unangenehm an sexuelle Belästigung, der Frauen* alltäglich ausgesetzt sind.

Wie bitte? Wie das denn? Da ist ein Bewunderer, Frauen (plural) und es wird keine einzige Handlung beschrieben, außer das Bewundern. Wie zum Geier kommt man da auf sexuelle Belästigungen?

Geneigte Leserinnen und Leser, verzeihen Sie mir die Polemik, aber wie krank im Kopf muss man eigentlich sein, um aus diesem Gedicht irgendetwas mit sexuellen Belästigungen herbei zu fantasieren.

An der Strahlkraft des Kunstwerkes zweifeln wir keinesfalls, scheint es doch thematisch nicht viel anderes in den Fokus zu stellen, als den omnipräsenten objektivierenden Blick auf Weiblichkeit.

Oder die Schönheit der Natur (Blumen), das ästhetische Zusammenspiel aus Zivilisation und Natur bzw. totem Material und Leben (Alleen) und [attributfrei, da ich ja sonst ein widerlicher Sexist wäre. Aber wenn hier eins stehen würde, würden nicht-geistig-durchgeknallte es als ein positives Attribut bezeichnen] Frauen.

Aber viel wichtiger ist die Frage, inwiefern er denn die Frauen objektiviert. Klar, grammatisch sind sie das Objekt, denn sie werden bewundert. Aber wo spricht er ihnen denn Subjektivität ab? Wo spricht er ihnen ab, selbst handlungsfähig zu sein?

Zwar beschreibt Gomringer in seinem Gedicht keineswegs Übergriffe oder sexualisierte Kommentare und doch erinnert es unangenehm daran, dass wir uns als Frauen* nicht in die Öffentlichkeit begeben können, ohne für unser körperliches „Frau*-Sein“ bewundert zu werden. Zwar beschreibt Gomringer in seinem Gedicht keineswegs Übergriffe oder sexualisierte Kommentare und doch erinnert es unangenehm daran, dass wir uns als Frauen* nicht in die Öffentlichkeit begeben können, ohne für unser körperliches „Frau*-Sein“ bewundert zu werden. Eine Bewunderung, die häufig unangenehm ist, die zu Angst vor Übergriffen und das konkrete Erleben solcher führt.

That escalated quickly. Also nur um das nochmal in eigenen Worten niederzuschreiben.

Jemand bewundert euch wegen eurer Weiblichkeit. Das ist euch unangenehm (Komplimente können einen Verlegen machen, aber sind eigentlich was Positives). Und deshalb könnt ihr euch nicht in die Öffentlichkeit begeben. Weil ihr Angst vor Übergriffen habt (ob begründet oder nicht) und es zu tatsächlichen Übergriffen kommt. Bemerkenswert finde ich bei dieser Aufzählung wo das erste Komma steht. Vergleiche:

[Original]: Eine Bewunderung, die häufig unangenehm ist, die zu Angst vor Übergriffen und das konkrete Erleben solcher führt.

[Verändert]: Eine Bewunderung die häufig, unangenehm ist, […] zu Angst vor Übergriffen und das konkrete Erleben solcher führt.

Warum bemerkenswert? Weil in der veränderten Variante unangenehm, Angst und das konkrete Erleben alle häufig vorkommen, im Original aber nur das Unangenehme häufig vorkommt und die Angst und das konkrete Erleben immer. Bei aller Liebe und bei allem Verständnis für die Sorge um die eigene Unversehrtheit, aber kann es vielleicht sein – nur gaaaanz vielleicht – dass ihr massivst übertreibt. Ich meine, selbst meine veränderte Variante, die noch eine Abmilderung zum Original ist, wäre schon extrem übertrieben. Es steckt nicht hinter jeder Ecke ein/e Sexualstraftäter*in.

Die U-Bahn-Station Hellersdorf und der Alice-Salomon-Platz sind vor allem zu späterer Stunde sehr männlich dominierte Orte, an denen Frauen* sich nicht immer wohl fühlen können.

Seit wann haben Frauen (und auch Männer) das Recht sich immer wohl zu fühlen? Warum sollten sie sich immer wohl fühlen? Wenn Du Scheiße baust, dann musst du damit rechnen, dass Dich jemand dafür anpampt. Zu Recht möchte ich anmerken. Und Sinn der Sache ist, dass Du Dich damit nicht wohl fühlst. Was für eine Anspruchshaltung ist es eigentlich, „sich immer wohl fühlen zu können“?

Übrigens. Finden Sie es nicht eigentlich übelst abwertend gegenüber Männern (sprich: sexistisch), dass sie männlich dominierte Bereiche als eine Bedrohung aufbauen?

 Dieses Gedicht dabei anzuschauen wirkt wie eine Farce und eine Erinnerung daran, dass objektivierende und potentiell übergriffige und sexualisierende Blicke überall sein können.

„potentiell übergriffige […] Blicke“. Ok. Ihr habt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Nein wirklich. Ihr seid absolut durchgeknallte Irre. Ihr redet den ganzen Text über von konkreten Erlebnissen sexueller Übergriffe, von der Angst vor selbigen, von bedrohlichen Situationen und jetzt stellt sich heraus, dass ihr damit POTENTIELL ÜBERGRIFFIGE BLICKE meint? Ihr habt Angst vor Blicken, die möglicherweise wie-auch-immer übergriffig sind? Es kommt also zu keinem Kontakt, weder physisch noch verbal? Es schaut euch lediglich jemand an und das ist euer Grund so ein Fass aufzumachen? Man sollte euch von der Hochschule schmeißen.

Eine Entfernung oder Ersetzung des Gedichtes wird an unserem Sicherheitsgefühl nichts ändern.

Nein, aber ihr fühlt euch ja auch schon unsicher, wenn euch jemand anguckt. Für euch kommt jede Hilfe zu spät. Alles was man versuchen würde um euch zu helfen ist Verschwendung. Zeit, Geld und Emotionen sollten lieber denen zu Gute kommen, für die nicht alle Hoffnung verloren ist und vor allem denen, die es verdienen.

Dennoch wäre es ein Fortschritt in die Richtung, dass es unsere Degradierung zu bewunderungswürdigen Objekten im öffentlichen Raum, die uns Angst macht, nicht auch noch in exakt solchen Momenten poetisch würdigen würde.

Nein, es wäre lediglich ein „Erfolg“ der euer kaum vorhandenes Ego streicheln würde, euer Selbstbewusstsein kurzfristig anheben würde, bis wieder so ein mörderisches, animalisches, nagetierartiges Nazischwein (kurz: manN) euch anblickt.

Und es wäre Zensur. Schonmal was von Kunstfreiheit gehört?

Aus diesen Gründen fordern wir folgendes:
Einen Blick nicht aushalten können, aber dann was fordern… Wie nutzlos seid ihr eigentlich? Wenn überhaupt könnt ihr die Leute bitten.
  1. eine Stellungnahme, von wem und mit welcher Begründung dieses Gedicht für die Hochschulwand ausgewählt wurde

Ich. Um euch zu triggern.

Spaß Beiseite: Würde ich auch gerne wissen. Diese Person/en sollte/n dringenst ihre Aufgabe an Leute mit Kunstverständnis abgeben.

2. die Thematisierung einer Gedichts-Entfernung/-ersetzung im Akademischen Senat zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Wir würden es begrüßen, wenn zu dieser Sitzung alle Unterzeichnerinnen des Briefes eingeladen werden.

Aber immer drauf achten, die Unterzeichnerinnen nicht anzugucken. Sie könnten diese potentiell übergriffig ansehen.

Übrigens finde ich auch, dass sie die Gedichts-Entfernung thematisieren sollten. Als ein bisschen Aufheiterung zum Schluss, während sie diesen offenen Brief vorlesen. Am Besten machen sie davon ein Video und stellen es online. Wie sich der versammelte akademische Senat über die Unterzeichnerinnen lustig macht. Und dann zum Schluss wird die Namensliste vorgelesen und dann gesagt: „Alle oben genannten Personen werden wegen absoluter geistiger Unreife vom Hochschulbetrieb an der Alice Salomon Hochschule ausgeschlossen.“ (Möglicherweise sollten sie in dem veröffentlichten Video die Namen aber rausschneiden, wir wollen ja keinen Pranger.)

Unsere Forderungen stellen wir nicht nur als Frauen*, sondern vor allem auch als Studierende einer „Hochschule mit emanzipatorischem Anspruch[, die] dem gesellschaftlichen Auftrag Sozialer Gerechtigkeit und kritischer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen verpflichtet“

Sehr emanzipiert. „WÄÄÄÄÄÄH, da hat mich mal wer potentiell übergriffig angeguckt. WÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHH, dieses Gedicht erinnert mich daran. WÄÄÄÄÄÄÄHHHHH ändert das!“ *mit Fuß aufstampf*

Wenn irgendjemand der Emanzipation der Frauen im Weg steht, dann sind es die Unterzeichnerinnen dieses offenen Briefes.

 

Update: Ich habe gemäß des Aufrufes in der FAZ mich selbst künstlerisch versucht.

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Männer sind Experten, Frauen sind schön

So titelt die Tagesschau.

Der erste Kritikpunkt den ich zu diesem Artikel anbringen möchte bezieht sich auf fehlenden Inhalt: Ich hätte gerne einen Link zu dieser Studie bzw. den Namen. Denn so muss ich auf die reinen Daten der Tagesschau eingehen ohne zu wissen/nachprüfen zu können, ob diese korrekt wiedergegeben wurden bzw. korrekt interpretiert wurden.

Das [Frau unterrepräsentiert] ist ein erstes Ergebnis einer repräsentativen Studie der Uni Rostock. Untersucht wurden 17 Fernsehsender über zwei Wochen – immer von 14 bis 24 Uhr, vier Kindersender von 6 bis 20 Uhr und alle deutschen Kinofilme, zwischen 2011 und 2016. Und das erste Fazit ist eindeutig: Frauen sind in Film und Fernsehen in Deutschland unterrepräsentiert.

Interessant wäre:
– Welche Fernsehsender?
– Was war das Auswahlkriterium?
– Warum nur zwei Wochen?
– Warum keine Analyse von 0 – 14 Uhr bzw. 20 – 6 Uhr?

Gerade Letzteres kann das Ergebnis massiv verzerren.

Es stimmt, wenn es um Liebe und Beziehung geht

Der Intendant des ZDF, Thomas Bellut, ist davon nicht begeistert: „Das geht nicht. Es muss die Gesellschaft abgebildet werden.“ Das sieht Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks und derzeit ARD-Vorsitzende, genauso: „Fernsehen sollte die gesellschaftliche Realität abbilden.“
Das ist Unsinn. Fernsehen hat sehr viele unterschiedliche Aufgaben. Informieren und Unterhalten gehört dazu. Das heißt, dass auch fiktive Geschichten in fiktiven Ländern gezeigt werden können und dürfen. Der Herr der Ringe wird nicht schlecht dadurch, dass er nicht die Realität abbildet. Tatsächlich ist Lotr mit absoluter Sicherheit besser als viele Daily Soaps und Reality TV Formate, die den Anschein erwecken wollen die Realität abzubilden.
Als Qualitätskriterium für Fernsehen die gesellschaftliche Realität anzunehmen ist eigentlich nur dann zulässig, wenn es bei der gezeigten Sendung genau darum geht. UNd selbst dann ist das Geschlechterverhältnis meistens vollkommen irrelevant. Oder wollen Sie bei den Nachrichten eine Geschlechterquote einführen?
Das reale Verhältnis von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft stimmt auf dem Bildschirm nur in Soaps und Telenovelas – wie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ oder „Verbotene Liebe“ – also in Rollen, die mit Liebe und Beziehung zu tun haben.
Danke, dass mein Punkt untermauert wird.
Das untersucht die Studie der Uni Rostock mit einem speziellen Test. Er stellt vier Fragen: Gibt es zwei Frauen? Haben sie erkennbare Namen? Sprechen sie miteinander? Über etwas anderes als Beziehungen? In der Realität könnte man alle vier Fragen klar mit „ja“ beantworten. In über 40 Prozent aller TV-Sendungen fehlt allerdings ein Kriterium.
Ah, der Bechdeltest. Ein selten dämlicher Test, der letztendlich nichts, aber auch wirklich gar nichts über die Qualität eines Filmes aussagt. Z.B. Gladiator, Herr der Ringe, Inglorious Bastards. Alle drei (fünf) Filme bestehen den Test nicht, sind aber herausragende Filme. Aber die gesamte Gina Wild Reihe besteht den Test. Qualitätsfernsehen.
Und in einem Drittel der fiktionalen Sendungen kommt erst gar keine Frau vor. Und wenn sie es dann doch ins Programm schaffen, dann meist als Alltagspersonen.
Und? Sind die Sendungen gut gemacht? Haben sie Aussage? Bilden sie? Sind sie spannend? Haben sie eine gute Story?
„Experte sein“ zum Beispiel ist im deutschen Fernsehen zu 80 Prozent den Männern vorbehalten – so ein weiteres Ergebnis der Studie. Damit hatte MDR-Intendantin Wille nicht gerechnet. „Die hohe Zahl hat mich in der Tat überrascht. Dass im non-fiktionalen Bereich die Männer die Welt erklären.“
Oh, das muss dieses „mensplaining“ sein. Ich würde vorschlagen, dann nehmen sie doch einfach beim nächsten Mal eine Frau als Erklärbärin. Oder haben sich einfach zu wenige beworben bzw. waren nicht qualifiziert genug.
Dabei läuft es für Frauen unter 30 noch relativ gut – danach geht die Kurve aber steil bergab. Ab 50 kommen auf eine Frau drei Männer – egal welcher Sender, welches Format und welches Genre – deutsche Kinofilme inbegriffen.
Sie meinen dann, wenn viele Frauen aus ihren Jobs rausgehen um Kinder zu kriegen?
Und die Rollen bleiben geschlechtsspezifisch, so Schauspielerin Maria Furtwängler: „Feen, Hexen, Mütter oder eben die Attraktive – das ist eben nicht die Weltenretterin, nicht die Pilotin, die Erfinderin. Und Microsoft hat eine schöne Studie gemacht, die eben zeigt, dass solche Vorbilder – insbesondere auch filmisch – sehr stark wirken können auf Mädchen.“
Feen, Hexen und Mütter mit Männern zu besetzen ist auch… sagen wir mal… kognitiv suboptimiert. Alles andere kommt aber sehr wohl auch vor. UND es ist realistisch. Denn die meisten Piloten und Erfinder sind männlich. Und um die Welt zu retten muss man risikoaffin sein – und das sind mit deutlicher Tendenz eher Männer.
Ich hätte die Microsoft-Studie gerne gesehen.
Trotzdem wachsen laut der Studie schon die Kleinsten mit einem männerdominierten Fernsehbild auf: Und das sei problematisch, sagt MDR-Intendantin Wille: „Eins ist richtig: Dass Geschlechterstereotype im frühen Kindesalter erworben werden und dass sie änderungsresistent sind. Und insofern haben die Medien schon eine Vermittlungsfunktion, was Rollenbilder anbelangt.“
Das ist durchaus nicht von der Hand zu weisen.
Nur eine von vier Figuren in deutschen Kindersendungen ist, laut der Studie, weiblich.
Und was machen diese Figuren? Ich würde mich kein Stück wundern, wenn 80%+ der Bösewichte männlich sind und 90%+ der weiblichen Charaktere die Guten sind. Die Anzahl alleine ist vollkommen irrelevant. Wichtig ist, wie diese präsentiert werden.
Fazit: Mit den gegebenen Daten der Studie ist die Studie das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben wurde. Und wir stellen ein weiteres Mal fest, dass feministisches Denken, von den wesentlichen Fragen der Qualität ablenkt und die Welt verschlechtert. Feminism is truely cancer.

Berliner Sexismus

Einen wunderschönen guten Tag mal wieder!

Ich bin heute über einen Artikel des Tagesspiegels gestolpert…
(… worden durch Tamara Wernli) (Archiv)

Diesen möchte ich nur bedingt Stück für Stück zerpflücken, aber er bietet einfach alle Stichpunkte, die man benötigt um „das Verbieten von sexistischer Plakatwerbung“ zu besprechen.

Anlass des Artikels ist, dass in der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD, Linken und Grünen Berlins steht: „In der aktuellen Ausschreibung von Werberechten des Landes Berlin wird der Ausschluss von sexistischer Werbung und diskriminierenden Inhalten eine harte Vergabebedingung. Auf privaten Werbeflächen wird die Koalition diskriminierende Werbung durch Einrichtung eines Expert*innengremiums prüfen und verhindern.“ (S. 101)

Gegen Sexismus und Diskriminierung einzutreten ist natürlich ein heheres Ziel. Warum sollte man dies also hinterfragen?

1.: Es soll die Freiheit von Menschen eingeschränkt werden, kreative Werke zu schaffen [*1] und zu veröffentlichen.

2.: Weil es in einem Koalitionsvertrag drin steht.

Zuersteinmal beginnt der Artikel mit folgender Aussage:

Spärlich bekleidete Frauen auf Werbeplakaten werden von Berliner Politikern schon seit Jahren nicht gern gesehen.

Auch in den beiden verlinkten Artikeln geht es ausschließlich um Sexismus gegen Frauen. Und auch der oben verlinkte Koalitionsvertrag spricht über Sexismus wie folgt:

Sexismus beginnt mit einem herabwürdigen Bild von Frauen
und LSBTTIQ*, das in vielen Bereichen des Alltags vermittelt wird.

Diese Definition und Sichtweise auf Sexismus ist falsch. Beginnen wir ganz entspannt mit der Google-Definition:

Se·xịs·mus
Substantiv [der]
Bezeichnung für alle Formen der Unterdrückung und der Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.

Oder, etwas handfester, die Duden-Definition:

  1. <ohne Plural> Vorstellung, nach der ein Geschlecht dem anderen von Natur aus überlegen sei, und die [daher für gerechtfertigt gehaltene] Diskriminierung, Unterdrückung, Zurücksetzung, Benachteiligung von Menschen, besonders der Frauen, aufgrund ihres Geschlechts
  2. etwas, was auf Sexismus (1) beruht, sexistische Verhaltensweise

Auch wenn hier von „besonders der Frauen“ gesprochen wird, steht hier nichts von ‚ausschließlich Frauen‘.


 

Doch das ist natürlich relativ uninteressant. Sollen sie das Wort doch falsch bzw. einseitig benutzen bzw. sollen diese Regelungen aus einem einseitigen GRUND entstehen – mir egal. Die AUSFÜHRUNG muss natürlich geschlechtsneutral sein. D.h. selbst wenn die Intention ist Frauen „zu schützen“, muss das Durchführung in gleichem Maße natürlich auch Männer schützen.

Warum mich diese Art und Weise dennoch stört? Weil ich das Gefühl habe, dass die Menschen, die auf diesem Weg sind weder das Wesen von Werbung verstehen, noch Frauen als Menschen wertschätzen, noch die Freiheit der Menschen schätzen, noch Sexualität.

Dies mag jedes einzelne für sich schon weit hergeholt klingen, aber alles zusammen ist natürlich schon eine nahazu unverschämte Äußerung. Deshalb muss ich erklären wie ich dazu komme.


 

Das Wesen der Werbung

Werbung ist dafür da, dass ein Produkt, eine Marke, eine Organisation oder ähnliches bekannt gemacht wird. Dadurch soll das Produkt /die Produkte der Marke besser verkauft werden, die Organisation soll Zulauf bekommen usw. . Wahlplakate im Wahlkampf sind letztendlich auch nichts anderes als Werbung für die Partei.

Es geht bei Werbung also darum möglichst positive Informationen an potenzielle Käufer / Wähler/ Nutzer zu bringen. Sei es um klar darzulegen, warum man dieses Produkt braucht oder um das Produkt mit etwas Positivem zu verbinden (wie z.B. Humor, Erotik oder Ästhetik). Dabei muss nicht einmal die Realität abgebildet werden. Man kann der Wahrheit durchaus Spielraum geben bzw. sachzwangreduzierte Ehrlichkeiten verbreiten. Da es hier vornehmlich um Produktwerbung geht, möchte ich der Einfachheit halber beim „Produkt“ bleiben.

Dennoch liegt der Fokus der Koalitionsvertragsparteien auf Diskriminierung, Herabwürdigung, Sexismus und all die anderen negativen Begriffe.

Doch ist ein ansprechendes, d.h. schönes, Äußeres denn etwas Schlimmes? Ist es eine Herabwürdigung? Wohl eher nicht. Und ich höre sie schon schreien: „Aber die Frauen werden auf ihre Äußerlichkeit reduziert! Das IST Herabwürdigung!“

Wie zum Geier soll man auf einem Plakat, einem nicht beweglichen Bild, mehr als nur visuelle Reize setzen? Natürlich kann ich ganz viele tolle Sachen schreiben, in einer Sprechblase, in der die Frau eloquent das Produkt beschreibt, aber mal ehrlich: Wer bleibt den stehen um sich sowas durchzulesen? Selbst wenn einen das Produkt tatsächlich interessiert. Nein, die Werbung muss schnell erfasst sein und die Aufmerksamkeit erregen. Gleichzeitig muss es in dieser kurzen Zeit (wir sprechen hier von Sekundenbruchteilen) mit etwas Positivem in Verbindung gebracht werden.

Das hier mehrheitlich kein schöner Mann, sondern eine schöne Frau verwendet wird ist ein klares Zeichen für den hohen Status von Frauen in unserer Gesellschaft und nicht für deren Herabwürdigung oder Diskriminierung (in Form von Benachteiligung).


 

Die Wertschätzung von Frauen

Einen Teil der mangelnden Wertschätzung von Frauen habe ich in den vorherigen Absätzen beschrieben, ich möchte aber noch konkreter werden.

In einem langen Kriterienkatalog listen die Linken auf, wann Werbung unzulässig sein soll – zum Beispiel, wenn Frauen zwar als schön dargestellt werden, aber zugleich als „(willens)schwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig, naiv, ausschließlich emotionsgesteuert etc.“

Zur Wertschätzung eines Menschen gehört auch, dass man auch seine negativen Seiten akzeptiert. Und Frauen können (willens)schwach, hysterisch… was auch immer sein. Sowohl temporär als auch als wesentlicher Charakterzug. Wie dies übrigens auch bei Männern der Fall ist. Daran ist absolut nichts sexistisch. Was hier gefordert wird ist, dass eine Frau immer entweder als absolutes Idealwesen (schön und ohne Charakterfehler) oder als absolutes Mängelwesen (nicht schön mit Charakterfehlern) dargestellt wird. Frauen mit Nuancen – also als Menschen – darstellen? Fehlanzeige.

Gerade im Bezug auf

Menschen aufgrund ihres Geschlechts […] herabwürdigt

bekommt dies ein besonderes Geschmäckle.

Denn offensichtlich will die Linksfraktion Frauen nicht als absoluten Mängelwesen auf Plakaten sehen, sondern nur als Idealwesen. Abweichungen davon wären eine Herabwürdigung des Idealwesens. Frauen als Frauen mit positiven wie negativen Attributen wertschätzen? Nicht mit der Linksfraktion Charlottenburg-Wilmersdorf.

[*2]

Hinzu kommen noch weitere Dinge, die nicht nur das Dargestellte betreffen, sondern die Models, Mitarbeiterinnen der Werbeindustrie und natürlich auch die Betrachterinnen dieser Werbung.

Das Model und die Mitarbeiterinnen der Werbeindustire haben sich dafür entschieden an einer solchen Werbekampagne mitzuwirken. Das Model möchte sich so zeigen, fühlt sich möglicherweise sogar „empowered“. Lebt einen Teil ihrer Sexualität aus. Die Mitarbeiterinnen gehen ihrem Beruf nach, können sich künstlerisch entfalten, treffen möglicherweise sogar die Entscheidungen zu einer solchen Kampagne und wirken am Endprodukt mit. Diese Entscheidung wird von den Anti-Sexy-Werbung Leuten (wie z.B. auch pinkstinks) als herabwürdigend, sexistisch und diskriminierend herabgewürdigt. Eine Wertschätzung der individuellen Entscheidungen, Wünsche und Bedürfnisse dieser Frauen wird nicht vorgenommen – leider eher im Gegenteil.

Zu guter Letzt noch die potenziellen Kundinnen. Was für eine abgrundtief niedrige Meinung muss man eigentlich von Frauen haben, wenn man unterstellt, dass diese Werbung nicht als Werbung verstehen, sondern als Realitätsbeschreibung.
Ich meine: Allen ist klar, dass die Werbung nicht die Realität wiederspiegelt. Allen ist klar, dass die Werbung eben werben soll. Allen ist klar, dass für eine Werbung oft ins „Extrem“ gegangen wird. Sei es nun in der Farbwahl, der Schönheit, der Erotik, der dargestellten Szene… Die Werbenden wollen Aufmerksamkeit erregen.
Das versteht doch – eigentlich – jeder. Doch das möchten die Koalitionspartner Frauen nicht zugestehen.


 

Die Freiheit der Menschen

Menschen genießen diverse Freiheitsrechte. Zum Beispiel dürfen sich Menschen informieren und andere informieren. Sie dürfen miteinander kommunizieren (egal ob durch Worte, Körpersprache, Schriften, Bilder usw.). Sie dürfen sich versammeln, Meinungen haben, austauschen und entwickeln. Sie dürfen Kunst schaffen und verbreiten. Sie haben freie Berufswahl und Vertragsfreiheit. Sie haben das Recht als unschuldig zu gelten, bis zum Beweis der Schuld usw.

Viele dieser Rechte sind hier uninteressant. Andere hingegen schon. Ich habe das Recht ein Produkt oder eine Dienstleistung anzubieten. Ich habe das Recht Menschen zu suchen, die ein Produkt oder eine Dienstleistung anbieten. Dabei müsen natürlich Produkt und Dienstleistung legal sein. Ist es illegal dumm zu sein? Schön zu sein? Schön und dumm zu sein? Fotos zu machen? Fotos von sich machen zu lassen? Als schöner, dummer Mensch Fotos von sich machen zu lassen, um dadurch Geld zu erhalten? Nein, ist es nicht.

Es ist absolut legal. Es gibt auch keinen Grund dies zu verbieten. Es wird kein schützenswertes Rechtsgut angegriffen. Gegen Frauen wird weder diskrimminiert noch werden sie in ihrer Würde als Menschen verletzt (s.o.). Kein Mensch wird verletzt oder geschädigt.

Solche Werbung würde das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, Informationsfreiheit und freie Berufswahl einschränken.

-> #HerBodyHerChoice


 

Die Sexualität

Habe ich schon an mehreren Stellen angeschnitten, deshalb zusammengefasst: Solche Werbung zu verbieten würde bedeuten Frauen, die so ihre Sexualität ausleben wollen, den Weg zu versperren, sich so ausleben zu können.

Dazu noch eine Frage: Wie prüde muss man eigentlich sein?


[*1] Ich habe bewusst nicht „Kunst“ geschrieben, weil Werbung zwar durchaus künstlerische Elemente besitzt, sogar Kunst sein kann, aber nicht muss.

[*2] Es scheint als würde dieser Teil dem Teil „Wesen der Werbung“ widersprechen. Doch handelt es sich um Chronologisch unterschiedliche Bedingungen. Erst muss man die Aufmerksamkeit bekommen, danach können die Details analysiert werden. Jedoch geschieht auch das meist nur im Vorbeigehen, weshalb auch Details einfach und überschaubar sein müssen.

Netzdurchsetzungsgesetz / #NetzDG – Brief an das MdB || #KeinWortIstIllegal

Sehr geehrte/r < Name >

Ich schreibe Ihnen, weil mich das Netzdurchsetzungsgesetz (kurz: NetzDG) sehr besorgt. Am 19.05.2017 wird über das von der SPD und der CDU/CSU <(zu der ja auch Sie gehören)> eingebrachte Gesetz beraten.

Es gibt zwei Dinge bei diesem Gesetz, die mir unheimliche Bauchschmerzen bereiten.

1.: Unterwanderung des Rechtsstaates

Durch die Formulierung des Gesetzes wird der Eindruck erweckt, dass die Entscheidungskompetenz bezüglich der Strafbarkeit von Nutzerinhalten beim Plattformbetreiber liegt. Dies wäre eine Umgehung des Rechtsstaates, denn in einem solchen entscheiden Gerichte und nicht private Unternehmen, was strafbar ist und was nicht.

2.: Einschränkung der Meinungsfreiheit

Den Plattformbetreibern werden Strafen angedroht, wenn sie nicht schnell genug die Beiträge löschen. In der Masse können diese durchaus dem Betreiber erheblichen Schaden zufügen. Folglich ist davon auszugehen, dass diese, um die Strafen zu vermeiden, lieber schnell und ungenau löschen, als genau zu prüfen. Somit geraten auch nicht strafrechtlich relevante Beiträge der Nutzer unter den „Löschhammer“. Dabei ist zu bedenken, dass das Bundesverfassungsgericht in der „Pressemitteilung Nr. 48/2016 vom 2. August 2016“ geschrieben hat:

„1. Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit schützt nicht nur sachlich-differenzierte Äußerungen. Vielmehr darf Kritik auch pointiert, polemisch und überspitzt erfolgen. Einen Sonderfall bilden herabsetzenden Äußerungen, die sich als Formalbeleidigung oder Schmähung darstellen. In diesen Fällen ist ausnahmsweise keine Abwägung zwischen der Meinungsfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht notwendig, weil die Meinungsfreiheit regelmäßig hinter den Ehrenschutz zurücktritt. Diese für die Meinungsfreiheit einschneidende Folge gebietet es aber, hinsichtlich des Vorliegens von Formalbeleidigungen und Schmähkritik strenge Maßstäbe anzuwenden“

Daher ist eine individuelle und genaue Einzelfallprüfung erforderlich, die ein Privatunternehmen in dieser Form weder leisten kann noch darf/dürfen sollte.

Wie wichtig die Meinungsfreiheit ist, muss ich ihnen sicherlich nicht erklären. Unsere Demokratie lebt schließlich von der Meinungspluralität.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass es nie förderlich ist, ein Gesetz zu erlassen, das derart leicht missbraucht werden kann, gezielt Meinungen oder gar Informationen zu unterdrücken. Dieses Gesetz in den Händen eines Unternehmens mit einer politischen Agenda wäre gefährlich. Man stelle sich vor, Facebook würde ein besonderes Augenmerk darauf legen, Befürworter der Flüchtlingspolitik schnell zu löschen und Gegner der Flüchtlingspolitik möglichst lange unbehelligt lassen – oder eben andersherum.

Grundsätzlich kann man wohl sagen: „Schaffe nie Systemstrukturen, die in den Händen Deines Gegners Dich ausschalten können.“ Daher meine Bitte an Sie:

Stimmen Sie gegen das Gesetz. Kein Wort ist illegal.

Mit freundlichen Grüßen:

 


 

Danke an Leonie für die Ergänzungen

Nochmal nochmal nochmal Meinungsfreiheit

Manch ein geneigter Leser mag sich vielleicht noch an meine Beiträge vom 16. August 2016 und vom 18. August 2016 erinnern. Dabei ging es um einen Beitrag von Carsten Dobschat, der auf einen Beitrag von Thomas Ney geantwortet hat. [*1]

Nun hat Herr Dobschat erneut bei mobilgeeks einen Artikel verfasst, den ich hier gerne verlinken möchte. (Archiv)

Dazu fällt mir nur ein Kommentar ein:

Ich hab es Ihnen ja gesagt, aber sie wollten ja nicht hören.


Chronologie:

  1. Thomas Ney
  2. Carsten Dobschat
  3. 16. August 2016
  4. Kommentar von Herrn Dobschat der in 18. Augist 2016 zu sehen ist
  5. 18. August 2016