#Maleprivilege by @smokemoney11

 

Archiv

C2Y_HD6WQAEu9G0.jpg large

1)Wenn du nachts nach Hause gehst musst du nicht checken ob dir jemand folgt

Stimmt, wie du auch nicht.

2)Wenn du alleine im Wagon sitzt ist es nicht vor allem besorgniserregend

Wieso sollte es besorgniserregend sein, alleine in einem Wagon zu sein? Ist doch niemand da der einem was tun könnte.

3) wenn du viel oder laut redest wird die Beurteilung davon nicht an deinem Geschlecht fest gemacht

#mensplaining

4) du kannst physisch mehr Raum einnehmen

Sprach die 30 jährige 45kg Frau zu dem 3 Monate alten 4kg Jungen. Oder ist das #fatshaming?

5) du brauchst in überfüllten Bahnen weniger Angst haben gegrabscht zu werden

Stimmt, ich werde eher zusammengeschlagen.

6) wenn dich in öffentlichen Räumen jemand belästigt (verbal/physisch) musst du nicht Abwegen inwiefern deine Reaktion die Situation für dich schlimmer macht

Doch.

7) du hast nicht das Gefühl im akademischen Feld deine Kompetenz wegen deines Geschlechts extra beweisen zu müssen

Weil ich weiß, dass das Gefühl im akademischen Feld nicht relevant ist sondern Fakten.

8) du brauchst weniger Angst vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu haben

Doch, siehe hier.

Zusammengefasst: Männer sind häufiger Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

9) und weniger sorgen dass dir die Schuld gegeben wird wenn du outcallst

Weil ich mir vorher überlege, inwiefern meine Reaktion die Situation für mich schlimmer machen könnte.

10) du braust dir keine Gedanken machen ob du wegen deines Aussehens eingestellt/ nicht-eingestellt wurdest

Wer zu nem Vorsdtellungsgespräch nicht gepflegt kommt, ist selbst schuld – unabhängig des Geschlechtes.

11) du kannst dir sicher sein, dass die Möglichkeit dass du schwanger wirst nichts mit der Entscheidung zu tun hat ob du eingestellt wirst

Das ist wahr.

12) du brauchst dir keine Sorgen machen dass falls du vergewaltigt wirst irgendwer deiner Kleiderwahl als wichtigen Faktor sieht

Schön (ganz ehrlich), dass Du anerkennst, dass Männer vergewaltigt werden können. Ist unter Feministen nicht so üblich.

Und du hast recht. Meistens gehen die Menschen bei vergewaltigten Männern davon aus, dass das in der Gefängnisdusche beim Seife aufheben passiert. Da ist man naturgemäß nicht begleidet.

13) wenn du viele sexpartner*innen hast bist du keine schlampe

Stimmt, ein Arschloch.

14) wenn du weniger hattest nicht prüde

Stimmt, ein Looser.

15) wenn du selbstsicher auftrittst wird das nicht als aggressiv gewertet

Auch selbstsichere Frauen werden nicht als aggressiv betrachtet. Aggressive Menschen werden als aggressiv betrachtet.

16) wenn du stark deine Meinung vertrittst bedeutet dass das du dir in deinen Ansichten sicher bist und nicht dass du stur bist

Es sei denn ich vertrete meine Meinung stark, obwohl es einen Haufen Gegenbeweise oder Gegenargumente gibt.

17) Leute auf der Straße sagen dir nicht dass du mehr Lächeln sollst

Stimmt, niemand interessiert sich für meine Gefühlsalage.

18) du kennst das Gefühl nicht, dass wenn jmd. dich auffordert mehr zu Lächeln dir die Emotion untersagt wird die sich in dem Moment auf deinem Gesicht wiederspiegel.

Stimmt man bittet mich nicht zu Lächeln, man nennt mich entweder direkt einen Jammerlappen oder man interessiert sich nicht.

19) keiner erhebt Anspruch auf deinen Körper!!!!!

Aha? Mir war irgendwie so, als wenn die meisten Kindersoldaten und Sklaven Männer wären. Mir ist so als wäre da diese #HeForShe Kampagne, das Beschützer/Versorger Rollenmodell usw. wo auf meinen Aktivismus und meine Arbeitskraft (meinen Körper) abgeziehlt wird.

20) wenn du schlecht drauf bist wird es nicht auf Hormone oder Köperfunktionen zurückgeführt – zB auf die Periode

Stimmt, die Ausrede hab ich nicht. Und es kann bei mir auch nicht tatsächlich daran liegen.

21) wenn du sauer bist und oder laut wirst entwertet es keiner in dem er sagt „du bist süß wenn du sauer bist“

Ne, es bekommen alle Angst und nennen mich aggressiv und unterdrückend.

22) du kannst erwarten für deine Arbeit das gleiche Geld oder mehr als andere Geschlechter zu bekommen

Das ist hart erarbeitet und daher kein Privileg.

23) du wirst im Haushalt nicht mehr Arbeit leisten

Als?

Also ich wohne alleine und bei mir mache ich 100% der Arbeit im Haushalt.

24) es wird auch nicht von dir erwartet

Wenn ich zu Hause bleibe und das Kind hüte / weniger Zeit auf der Arbeit bin, dann mache ich mehr im Haushalt und das wird auch von mri erwartet. Du weißt schon: Partnerschaftliches Verhalten, Arbeitsteilung, Teamwork und so.

25) auch vorrangig für Kindererziehung verantwortlich zu sein nicht

Weshalb mir, wenn es zu einer Trennung kommt, das Sorgerecht bzw. der Umgang verwehrt werden kann, so dass ich mein Kind nicht sehen kann. Gaaanz tolles Privileg.

26) deine Entscheidung keine Kinder zu bekommen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird nicht fortwährend hinterfragt

Stimmt.

27) keiner denkt du bist die Quoten-Frau in deinem Betrieb die nur deswegen eingestellt wurde

Stimmt, bedank dich beim Feminismus dafür. Wenn es übrigens eine Männerquote geben würde, würde man das bei mir vermutlich auch denken – es seid enn ich bin halt einfach gut…

28) deine Stimme wird gehört mehr als die aller anderen

Liegt daran, dass ich

a) die deutsche Sprache ganz gut beherrsche

und

b) mit zunehmendem Alter sowohl Männer als auch Frauen höhere Frequenzen nicht mehr so gut wahrnehmen können und Frauen nunmal eine höhere Stimme (im Schnitt) haben.

29) dir wird nicht schon als Kind eingeredet dass du dafür verantwortlch dafür bist ob du vergewaltigt wird

Stimmt, mir wird eingeredet, dass ich WEIL ich ein Mann bin ein Vergewaltiger bin. Übrigens wird DIR die Verantwortung für die mögliche Vergewaltigung auch nicht zugeschoben.

30) auch dein Alkohol/Drogen Konsum hat nichts damit zu tun ob dich jemand belästigt

Äh, doch.

31) mehrer tausend Menschen gehen nicht jährlich auf die Straße um dir dein Recht über deinen Körper abzusprechen Stichwort marsch für das Leben

Also die Leute vom Marsch für das Leben wollen Dir das Recht auf einen eigenen Körper absprechen?

Spaß beiseite. Ist Dir eigentlich klar, dass in anderen Bereichen, Männern das Recht auf Entscheidungen über den eigenen Körper genommen ist (Stichworte Wehrpflicht und Genitalverstümmlung).

32) in der Regel werden Eigenschaften die deinem Geschlecht zugerordnet werden nicht abwertend konnotiert

Männern wird zum Beispiel die Eigenschaft zugeordnet, nur im Interesse von Männern Politik zu machen, was – auch wenn die Prämisse schon falsch ist – als Unterdrückung angenommen wird.

Männern wird die Eigenschaft zugeordnet Frauen zu unterbrechen #Mensterrupting.

Männern wird die Eigenschaft zugeordnet zuviel Platz im ÖPNV einzunehmen #menspreading.

Männern werden die folgenden Eigenschaft zugeordnet: empathielos, rücksichtslos, aggressiv, brutal, potenzieller Vergewaltiger.

Soll ich weitermachen?

33) die die für das Vertreten der Interessen in der Gesellschaft verantwortlich sind haben vorrangig dein Geschlecht (checkt Bundestagsquoten)

Nur Sexisten interessieren sich für das Geschlecht, der Rest interessiert sich für Inhalte. Oder anders ausgedrückt: Was für eine Politik wird denn gemacht?

34) die Die Gesetze schreiben damit auch

Das muss der Grund sein warum es keine einzige rechtliche Benachteiligung von Frauen gibt, aber einige für Männer (Stichworte: Genitalverstümmlung, Wehrpflicht, Unterstützung als Eltern, Quoten, Bundesgleichstellungsgesetz, Exhibitionismus, Familienrecht usw.).

35) Rechtssprechung ist auch immernoch männerdominiert

Und das bringt genau was?

36) Jobs in denen dein Geschlecht dominiert sind in der Regel besser bezahlt (im Gegensatz zu zB. Pflege und Erziehungsberufen)

Stichwort: Mehrwert.

36) du wirst seltener .Opfer von Stalking

Stimmt.

Aber wenn ich Opfervon Stalking werde, ist die wahrscheinlichkeit deutlich geringer, dass man mir hilft.

37) masturbation wird nicht stigmatisiert oder tabuisiert

Das Stimmt. Auch bei Frauen übrigens. Da das also auf alle zutrifft…

38) ganz großes Stichwort hier pornos gucken

Frauen können auch Pornos gucken und sind ~ ein drittel der Konsumenten. Wo ist hier das Privileg?

39) Pornos zielen hauptsächlich auf dein Vergnügen ab / female-pleasure ist eine kleine Nischen-Kategorie

Echt? Ich hab den Eindruck, dass zum Beispiel Lesben-Pornos ziemlich beliebt sind (auch bei Frauen) und da geht es nur um female-pleasure.

40) wenn du bestimmte Haare an deinem Körper nicht entfernst wird dir nicht die Zugehörigkeit zu deinem Geschlecht abgesprochen

Hier brauch ich mal Hilfe. Was für Haare? Und wer spricht Dir die Zugehörigkeit zu Deinem Geschlecht ab?

Wenn Du den Damenbart meinst, dann wirf noch einmal einen genauen Blick auf das Wort.

41) Verhütung ist idR immernoch weniger deine Sache als andersrum

Das Stimmt, zum einen weil es weniger nicht-permanente Verhütungsmethoden für Männer gibt, zum anderen weil ich natürlich nicht schwanger werde.

42) von dir wird nicht erwartet eine nachgewiesen für dich schädliche Verhütungsmethode zu verwenden einfach um auf das Kondom verzichten zu können

Stimmt nicht.

43) von dir wird auch nicht erwartet irgendwelche kosten für Verhütungsmittel die deine Partnerin anwendet damit ihr Sex haben könnt zu übernehmen

Stimmt nicht. Außerdem ist das immernoch Sache der Paare.

44) Hygieneartikel marketed to your gender sind günstiger auch wenn das gleiche drin ist

Du willst mir also sagen, dass Du so leicht beeinflussbar bist, dass du das teurere Produkte kaufst, obwohl es gleich ist? Oder unterscheiden sich die Artikel doch?

45) deine Kosten für Hygieneartikel bzg der Periode fallen weg möchte nicht wissen was das im Jahr alles kostet

Das ist wohl wahr.

46) du wirst immer und überall angesprochen Stichwort generisches Maskulinum

Das schöne bei solchen Formulierungen ist, dass es nur eines Gegenbeweises bedarf, um die Prämisse zu wiederlegen.

Übrigens: Das generische Maskulinum spricht alle an.

47) selbst in der Verfassung

Artikel 3 Absatz 2

48) daher kommt auch das Privileg Gegenderte Sprache unnötig zu finden

Ungeachtet der Tatsache, dass es auch Frauen gibt, die diese Sprache überflüssig finden und es Männer gibt, die diese NICHT überflüssig finden, sind Gefühle kein Privileg.

48) gerne auch in Worten „Mannschaft“ „Feuerwehrmann“ „herrlich“ „fachmännisch“ könnte ewig weiter machen

s.o.

49) wenn du einen akademischen Titel hast spielt dein Geschlecht bei der Anrede eine weniger große Rolle: Prof. Dr. Müller vs FRAU prof. Dr. Müller

Da gehe ich konform. Ich verstehe auch nicht, warum ein Frau davor gesetzt wird. Wobei HERR Prof. Dr. Müller durchaus nicht unüblich ist.

50) du wirst nicht Opfer von mansplaning

Ich werde auch nicht Opfer von Koboldflüchen.

52) […] du bekommst keine Komplimente für deine Kleider Wahl oder dein Aussehen in unpassenden Umfeld (academia, Arbeitsplatz)

Stimmt, ich bekomme keine Komplimente für…

Ernsthaft jetzt?

53) du wirst weniger unbezahlten Arbeit leisten (Haushalt Kinder) die sowieso nicht im gleichen Maße geschätzt wird wie bezahlte

Erst zu letzterem: Das ist eine Behauptung die derartig weit von der Realität entfernt ist, dass du es vermutlich aus einem Fantasybuch, der Bibel oder einer feministischen Schrift hast.

Zu ersterem: Stimmt, allerdings Leiste ich mehr bezahlte Arbeit und habe weniger Zeit für meine persönliche Entspannung.

54) du wirst auch weniger emotionale Arbeit leisten in deinen Beziehungen ( wenn du hetero bist)

Emotionale Arbeit? Ne, ich kann mich beherrschen und schmeiße nicht wegen jedem Scheiß nen hissyfit.

55) es wird nicht als professionell erachtet Schuhe zu tragen die deinem körper schaden

In meinem Berufsfeld wird das auch nicht als professionell erachtet.

56) wenn du „übergewichtig“ bist ist es weniger schlimm gesellschaftlich gesehen

Siehe „Privileg“ 4 *hüstel*

57) die Diät-Industrie richte sich nicht vorrangig an dich

Stimmt. Aber ich kauf auch nichts, was ich nicht haben will. Angebot und Nachfrage und so.

58) das gleiche bei plastischer Chirurgie

Siehe oben

59) von dir wird nicht erwartet auszuweichen

Doch wird es. Das nennt man Höflichkeit und die wird von allen erwartet. Aber wenn Dir das schon zu anstrengend ist…

60) wenn du schlecht drauf bist denkt keiner es liegt daran dass du schon lange nicht mehr richtig gefickt wurdest

Aber wenn ich gut drauf bin denken alle, meine Freundin hätte mich mal wieder ran gelassen.

61) du brauchst dir um die Worte „zickig“ und „hysterisch“ keine Gedanken zu machen sie werden nicht auf dein Geschlecht angewendet

Bei uns heißt es Bockig (von männliche Ziege; äquivalent dazu zickig von Zicke -> weibliche Ziege). Hysterisch ist übrigens ein Wort, dass auch auf Männer angewendet wird, wenn auch seltener, weil Männer im Regelfall nicht so schnell hysterisch werden.

62) wenn du jemanden datest der erheblich jünger ist ist das normal

Ja ist es. Bei Dir nicht? Sagt Dir der Begriff: Toy Boy etwas?

63) du läufst nicht Gefahr als eklig dafür Betrachter zu werden oder dass die jüngere Person nur dein Sex-toy ist

Ähmmm. Hier entlang gehts zur Realität, einmal nähertreten bitte. Danke.

64) Danke an dir wird beim sex nicht die passive Rolle zugeschrieben „gefickt werden“ selbst der medizinische Begriff „Penetration“ impliziert das

Männer werden durchaus auch gefickt (Stichwort: Reiterstellung).

65) von dir wird nicht erwartet bei der Ehe deinen Nachnamen abzugeben

Ich komme aus dem Erzkonservativen Münsterland und selbst hier wird as nicht von der Frau erwartet.

66) wenn du ein Kind bekommst und deiner Partnerin und du einen unterschiedlichen Namen haben ist die Wahrscheinlichkeit größer dass das Kind deinen Nachnamen bekommt

Öhm. NEIN.

Das Kind bekommt den Nachnamen der Mutter. Wenn ich mein Kind nicht anerkenne (sofern ich nicht mit der Frau verheiratet bin) geht das auch nur, wenn die Mutter mich als Vater bestätigt UND der Namensgebung zustimmt.

67) in einer heterosexuellen Beziehung ist die Chance wesentlich geringer Gewalt zu erfahren

Männer sind rund die Hälfte der Opfer häuslicher Gewalt. Bei schwulen Paaren ist die Gewaltrate niedriger als bei lesbischen Paaren.

68) und falls du Gewalt erfährst oft aus Selbstverteidigungsgründen deiner Partnerin

In 70% der wechselseitigen Gewalt ist die Frau diejenige, die als erstes Gewalt anwendet. zudem benutzt sie häufiger Gegenstände (oder Waffen) als Waffen.

69) wenn du alterst und man es dir ansieht ist es keine Schande

Geht Frauen genauso. Es ist eien Schande, wenn man zwanghaft versucht jung zu bleiben…

70) deine Symptome werden von Ärzten ernster genommen

Deshalb sterben Männer früher, haben häufiger Herzinfarkte, eine höhere Suizidrate und weniger Krankheitstage…

71) Du darfst Oberkörperfrei in der Öffentlichkeit rumlaufen

Volle Zustimmung. Frauen sollten das auch tun dürfen.

72) deinen freien Oberkörper auf Instagram zu zeigen verletzt keine Richtlinien und wird deshalb gelöscht

Weil es keine Richtlinien verletzt wird es gelöscht? Merkwürdig.

Dir ist aber schon bewusst, dass die weibliche Brust ein sekundäres Geschlechtsorgan ist?

73) du brauchst nicht befürchten dass dein freier Oberkörper sexualisiert wird

Das liegt aber daran, dass ich dick bin. Wenn ich Six-Pack und Muskelpakete hätte…

Warum eigentlich befürchten? Entsteht dadurch schaden?

74) es wird als weniger eklig erachtet wenn du schwitzt

Schwitzende Frauen sind sexy.

75) als vorrangige Nationalmannschaft eines Landes wird grundsätzlich die deines Geschlechts erachtet

Männer sind schneller und muskulöser als Frauen. Das macht den Sport schneller und dynamischer und deshalb spannender zu gucken.

Aber in wiefern ist es ein Privileg für mich?

76) der Großteil der Hauptcharaktere in Filmen haben dein Geschlecht

Sowohl die guten, als auch die bösen.

Wie bereits oben gesagt: nur Sexisten achten auf das Geschlecht, der Rest achtet auf Inhalte.

77) dir wird in der Regel nicht suggeriert dass dein geschlecht nur da ist um zu gefallen/ am Rande gut auszusehen

Stimmt, mir wird suggeriert, dass mein geschlecht überflüssig und mängelhaft ist.

78) wenn du hetero und cis bist ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering dass dir online mit Vergewaltigung gedroht wird

Viel wichtiger ist noch, dass ich a) nicht damit hausieren gehe, welche sexuelle Orientierung ich habe, b) nicht damit hausieren gehe, welches Geschlecht ich habe, c) nicht damit hausieren gehe, welche Geschlehctsidentität ich habe, d) nicht alles unter diesen Gesichtspunkten…

Ach lassen wir das. Viel wichtiger ist, dass ich mich online auch nicht wie ein Arschloch aufführe. Aktion – Reaktion. Du verstehst?

79) In Videospielen dominieren männlichen Helden

Helden dominieren immer, sonst wären sie keine Helden.

79) in Videospielen sind Männer nie Belohnungen

Sie sind die die umgemetzelt werden.

81) du kannst Karriere machen und eine Familie haben ohne dass in frage gestellt wird ob das denn überhaupt klappen kann

Weil alle von Dir erwarten, dass Du die Karriere über deine Kinder stellst, obwohl du lieber bei deinen Kindern wärst.

82) von dir wird nicht erwartet dass du das Baby-Jahr nimmst

Meist wird es untersagt.

83) falls du es doch tust oder 1 Teil davon erhältst du ungleich l mehr Praise dafür als die Mutter des Kindes

Weil ich es gegen Gesellschaftliche Konventionen durchgesetzt habe? Es also erarbeitet habe und es daher kein Privileg ist?

84) falls es darum geht dass 1 Elternteil zuhause bleibt ist es unwahrscheinlich dass es von dir erwartet wird

Man erwartet, dass ich nicht bei meiner Familie bin um Geld für meine Familie ranzuschaffen. Geil!

85) I’m umkehrschluss ist es auch unwahrscheinlicher dass du von deiner Partnerin finanziell abhängig bist, finanzielle Abhängigkeit erschwert eine Trennung aus einer toxischen Beziehung

Wenn wir Kinder haben, dann ist es wahrscheinlich, dass ich den Besitz den ich mehrheitlich erwirtschaftet habe teilen muss UND mein Kind nicht mehr so oft sehe.

DAS erschwert eine Trennung aus einer „toxischen“ / gescheiterten Beziehung.

86) wenn du viel Geld ausgibst hat das für andere nichts mit deinem Geschlecht zu tun

Aha, da hat er sich also eine vierreifige Schwanzverlängerung gekauft! Muss der was kompensieren?

87) wenn du viele Klamotten hast auch nicht

Äääääh?

88) bei Schuhen auch nicht

Ääääääääääääääääääääääääh?

89) wenn du in deinem Beruf scheiterst wird es nicht als Beweis angeführt dass dein Geschlecht in diesem Job nix zu suchen hat

Es sei denn ich scheiter in einem frauendominierten Beruf.

90) schon als Kind wurdest du mehr für deine Fähigkeiten gelob als für dein Aussehen

WENN ich den lobenswerte Fähigkeiten habe. Sonst werde ich gar nicht gelobt.

91) du kannst Priester werden

Können Frauen auch.

92) wenn du in der Öffentlichkeit irgendwo hinpinkelst ist das normal Danke an

Und wird nicht gern gesehen.

93) wenn du dich mit deinem Chef gut verstehst wird dir nicht vorgeworfen dass du mit ihm schläfst Danke an

Es sei denn mein Chef ist eine Chefin.

94) wenn du befördert worst wird dir nicht vorgeworfen dass du dich hochgeschlafen hast

Das passiert bei Frauen auch nur, wenn es keine andere Erklärung für ihren Aufstieg gibt.

95) dein Geschlecht ist kein Synonym für schwach (Du mädchen!)

Sondern für Verrohung (Kerl)

96) die Gefahr dass dir jemand etwas in den Drink tut beim weggehen ist weitaus geringer

Stimmt.

97) Spielzeug dass an dein geschlecht gemarktet ist ist günstiger

Dann kauf das, dass nicht an dein Geschlecht „gemarktet“ ist.

98) du brauchst dir keine Gedanken über die pink tax zu machen

Du Dir auch nicht.

99) wenn du dich dafür entscheidest deinen Intimbereich nicht zu rasieren ist das keine Kategorie auf Porno Seiten, einf mal gucken „Hairy“

Ob ich das mache oder nicht hat keinen Einfluss auf die Existenz von Kategorien auf Pornoseiten. Genausowenig ob Du das machst.

100) schon als Kind wurde dir und Frauen suggerier das ein bisschen übergriffigkeit nicht so schlimm ist sonder Ausdruck deiner Zuneigung „Was sich liebt das neckt sich“ „wenn er dich ärgert bedeutet das er mag dich“

Also necken bzw. ärgern = übergriffig. Alles klar.

101) die Chance ist geringer dass du von alters-Armut betroffen sein wirst

Stimmt. Dafür knechte ich auch mein Leben lang. Ich knechte auch länger. UND ich habe nicht so lange was davon weil ich früher sterbe. Statistisch gesehen.

Also kein Privileg sondern verdient.

#MeToo

Was soll man zu #MeToo noch sagen, was nicht längst gesagt wurde? Ist das Thema bereits zerredet und von jedem Winkel betrachtet worden? Ich muss gestehen – ich weiß es nicht.

Ich habe mich in den letzten Wochen relativ rar gemacht, vor allem, weil ich derzeit nicht in meiner eigentlichen Wohnung wohne, sondern in einem 16m² Apartment (inklusive Küche und Bad) mit einem Internet, dass so stabil ist, wie ein aus Strohalmen gebauter Eiffelturm in Originalgröße ohne Fundament und Verbindung zwischen den einzelnen Halmen. Ich denke, dass das in den kommenden Wochen wieder besser wird.

Ich schiebe das ein, weil ich tatsächlich in den vergangenen Wochen zwar viele Artikel wahrgenommen habe, die sich um #MeToo drehten, aber nur noch wenige gelesen habe.

#MeToo und die Debatte

Es gibt Menschen die nennen die Ereignisse um #MeToo eine Debatte und wieder andere, die das verneinen. Ich meine in mindestens zwei Fällen darüber gestolpert zu sein, dass Leute behauptet haben, dass die Kritik an #MeToo nieder gebrüllt werden würde (und wenn ich mich nicht ganz täusche, habe ich selbige Aussage auch getroffen, kann sie aber nicht wiederfinden). Doch denke ich, dass dies mittlerweile nicht mehr derartig der Fall ist. Die Kritik an #MeToo ist mittlerweile sehr vielfältig, kommt aus unterschiedlichen politischen Lagern und sowohl von Männern als auch Frauen. Genauso kommt die Befürwortung von #MeToo aus unterschiedlichen politischen Lagern (mit #120dB als vermeintlich rechtem Ableger) und auch von Männern und Frauen. Mit Fug und recht kann man behaupten, dass hier zumindest unterschiedliche Argumente publiziert werden – und das ist weit näher an einer Debatte, als das was wir unter #aufschrei oder #imzugpassiert oder Ähnlichem erlebt haben.

Das Aufbrechen von Machtstrukturen.

Die damalige Frauenministerin Katharina Barley wird in der taz folgendermaßen zitiert: „Wer hat wann was getan – am Ende geht es nicht um eine Hand auf einem Knie, sondern es geht um Macht. Übergriffe sind eben nicht nur Einzelfälle, sondern Ausdruck der Machtstrukturen, aus denen heraus bestimmte Rollenbilder entstehen.“ (Archiv)

In EditionF (Archiv) kommen gleich mehrere Feministinnen zu Wort:

Dabei geht es fast immer um Macht, Machtgefälle und Machtmissbrauch. In Hollywood, in Unternehmen und in der Politik. Diese teilweise über Jahrhunderte geformten Machtstrukturen müssen wir aufbrechen.“ Jenna Behrends

„Ich halte es für möglich, dass es da draußen genauso viele Männer wie Frauen gibt, die die üblichen Unterdrückungs- und hierarchischen Machtspielchen nicht mehr ertragen.“ Lisa Ortgies

„Oder um mit Beauvoir zu argumentieren: Die Komplizenschaft mancher Frauen mit der institutionalisierten Herrschaft des Patriarchats zeigt sich in diesem Zusammenhang mancherorts leider immer noch.“ Katja Kipping

„Deswegen muss die Relevanz noch mal klar gemacht werden: Es geht nicht (nur) um Sex, es geht nicht (nur) um Hollywood. Es geht um Machtstrukturen, die überall (wirklich überall!) zu finden sind, und die man nur im Ganzen angehen kann.“ Barbara Vorsamer

„Körper und Macht: Natürlich geht es bei der #Metoo-Debatte um unsere Körper. Und es geht um Macht. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die in den allermeisten Fällen von Männern ausgeht und Frauen in ihrer Freiheit einschränkt. Das hat etwas mit Machtgefällen zu tun.“ Terry Reintke

Und so weiter…

Aber auch in anderen Publikationen wie zum Beispiel dem Handelsblatt (Archiv; Original) wird von Machtstrukturen geredet:

„Aber im Kern geht es bei der #MeToo-Debatte um Macht. Um Machtmissbrauch, um Machtstrukturen und um Machtgefälle, die schamlos und würdelos ausgenutzt werden. „

Geht es denn meiner Meinung wirklich um das Aufbrechen von Machtstrukturen? Ja und nein. Wenn es um Machtstrukturen zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz geht, könnte man sagen, dass es sich dabei um ein Aufbrechen von Machtstrukturen handelt – mit Einschränkungen. Denn in der überwältigenden Mehrheit der bekannten Fälle geht es um eine männlicher Chef/Strar – weibliche Untergebene/(noch) nicht Star. Es geht nicht um: Weiblicher Chef/Star – männlicher Untergebener/(noch) nicht Star.

Es geht also um die Machtstrukturen von mächtigen Männern und weniger mächtigen Frauen am Arbeitsplatz. Wobei hier natürlich Kevin Spaceys männliches Opfer und Jennifer Lawrences weibliche Täterin Ausnahmen bilden.

Und selbst wenn man in Betracht zieht, dass die Übergriffe teils Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte zurückliegen und es mehr als nur einen Hinweis darauf gibt, dass sich Männer schon länger gegen falsche Behauptungen absichern (Grundschullehrer, die nicht in die Nähe der Schüler-Toiletten gehen, Lehrer, die die Klassenzimmertür offen lassen, Chefs, die nicht alleine mit einer Frau in einem Raum sein wollen, allgemein Männer, die nicht alleine mit einer Frau in den Fahrstuhl gehen, usw.) so gab es (und gibt es auch heute noch) Männer, die ihre Machtposition im Berufsleben ausnutzen. Doch denke ich, dass diejenigen, die ihre Macht jetzt in der angeprangerten Weise ausnutzen, wesentlich weniger werden. Und auch diejenigen, die ihre Macht nicht entsprechend ausnutzen (weder früher, noch jetzt, noch in der Zukunft) werden (noch) vorsichtiger im Umgang mit Frauen sein.

In sofern sind die Machtstrukturen aufgebrochen worden.

Andersherum, wird durch diese erhöhte Vorsicht auch gewissen Frauen die Möglichkeit genommen ihre Sexualität (ihre sexuelle Macht) zu nutzen, um Vorteile zu erhalten.

Auf einer anderen Ebene, nämlich der sozialen Ebene, sind Machtstrukturen zementiert worden. Schon früher haben sich primär Männer gegen falsche Beschuldigungen abgesichert, denn der Vorwurf einer sexuellen Belästigung oder gar Vergewaltigung konnte und kann auch heute deinen Ruf zerstören, wie wir wunderbar bei #MeToo gesehen haben. Mächtige, hoch angesehene Männer mussten ihren Hut nehmen, wurden teils in den Suizid getrieben (Archiv 1Archiv 2).

Diese soziale Macht ist somit offensichtlich nicht unerheblich und lag primär bei Frauen. Das hat sich auch kaum geändert, außer, dass jetzt wirklich jeder weiß, dass Frauen diese Macht haben.

Macht und Machtmissbrauch

Aber wie es mit Macht nun mal ist: Es gibt immer Menschen – egal ob Männer oder Frauen – die diese Missbrauchen. Der Macht, die eigene Position zu nutzen um sexuelle Gefälligkeiten einzufordern, wird nun die soziale Macht massiv entgegen gesetzt, dass sich so etwas nicht gehört und daher eine absolute Vernichtung der Reputation und der Lebensleistung als gerechtfertigt wahrgenommen wird – auch ohne Beweise.

Und das wiederum öffnet Machtmissbrauch (diesmal primär durch Frauen) Tür und Tor. Wenn ich etwas unredliches (Falschbeschuldigung) machen kann ohne das diese Handlung negative Auswirkungen auf mich hat, es aber das Opfer (beschuldigte Person) beruflich wie sozial vernichten kann, dann habe ich alle Anreize geschaffen, Macht zu missbrauchen. Minimaler Einsatz bei maximalem Effekt. Jetzt kann eine freiwillige zwei-Wochen Praktikantin einem etablierten, guten, umgänglichen, männlichen Chef das Leben zerstören, weil ihr gerade danach ist.

Das ist gefährlich. Brandgefährlich. Nicht umsonst haben wir Menschenrechte etabliert wie die Unschuldsvermutung. Nicht umsonst haben wir einen Rechtsstaat etabliert, wo neutrale Profis (Richter) das Urteil über Strafen im Rahmen eines Gesetzes fällen. Nicht umsonst hat in diesem Rechtsstaat jeder das Recht auf einen professionellen Verteidiger. Zumindest vor Gericht.

Doch diese Rechtsstaatlichkeit wurde mit #MeToo vollständig ausgehebelt. Nicht umsonst wird von Hexenjagden geredet (Archiv).

Nehmen wir an, Manager XY hätte Frau YZ die Hand auf das Knie gelegt und ihr vielleicht auch spontan und überraschend einen Kuss auf den Mund gegeben, was sie wiederum nicht wollte… Rechtfertigt das ernsthaft, dass er das verliert, wofür er sein Leben gearbeitet hat? Rechtfertigt das, ihn sozial und beruflich zu vernichten? Vielleicht sogar ihn in den Suizid zu treiben?

Rollenstereotype

Feminist*_InnenX sprechen gerne davon, dass sie Rollenstereotype aufbrechen wollen. Die Geschlechterrollen gehören abgeschafft, so schallt es aus ihren Reihen. Für den Mann galt einmal, dass er der zu respektierende Herr des Hauses sein soll. Der Beschützer und Versorger der Familie.

In meinen Augen durchaus positive Dinge.

All dies wurde im Laufe der Jahre negiert. Der Mann soll nicht mehr Versorger sein, wenn es nach Feminist*_InnenX geht. Das ist ja auch ganz schlimm, das Männer mehr verdienen (GPG und so), weil sie es wollen und Frauen es eben nicht wollen. Der Mann ist auch nicht mehr Beschützer, denn wie wir an den ganzen „Anti-Sexismus“ Hashtags wie #MeToo, #aufschrei und wie sie alle heißen gesehen haben, beim Thema häusliche Gewalt und auch in anderen Bereichen sehen (http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-8955202.html ) wird der Mann als Gruppe immer mehr zum gewaltbereiten, Trieb gesteuerten, Macht besessenen Sexmonster degradiert und verliert somit jeglichen Respekt, der ihm gebührt.

Diese Degradierung des Mannes, die Zerstörung aller positiven Attribute, bei gleichzeitiger Verweigerung der Möglichkeit für neue positive Eigenschaften ist vielleicht der Grund dafür, das der Feminismus immer häufiger als Synonym für Männerhass verwendet wird bzw, Feminist*_InnenX Männerhass vorgeworfen wird. #MeToo ist nur ein Baustein in der Dämonisierung des Mannes.

Wir sind auf einem merkwürdigen Pfad in der Geschichte der Menschheit. Errungenschaften wie Unschuldsvermutung, Rechtsstaat, Individualismus und Menschenrechte werden zu Gunsten von Schuldig weil angeklagt, Mobjustiz und Kollektivismus. Alles Dinge, die sich als amoralisch und nicht geeignet Gerechtigkeit zu bringen erwiesen haben. Alles Dinge, die mehr Schaden angerichtet haben, als dies sie nutzten. Wir entwickeln uns gesellschaftlich zurück.

Halleluja, die Heilige Femquisition wird uns retten

Guten Morgen

Dieser Post ist als eine Ergänzung zu „Berauscht von Macht“ (Archiv) zu verstehen.

Ich bin über ein Video von Philip DeFranco auf einige Tweets von Amber Tamblyn aufmerksam geworden (Archiv)

THREAD: Rose McGowan is a friend and while I support her kind of movement, I do not support any woman (or man) shaming or taunting the movements of other women who are trying to create change. Telling us to all wear Marchesa? This is beneath you, Rose.

You don’t have to support and stand with us, but we stand and support you. You may take below the belt shots at us but we will not take them at you in return.

Our movement is big. And a black dress is just the beginning of the darkness that will be drained from every industry across the country by the time we’re done. That’s a promise.

And we stand together in this fight, shoulder to shoulder, weapon to weapon, woman to woman (and man), body to burned body. And our arms are open. And our hearts two fold. And our fire will be a universal scorch. Heed the mantra:

Zu deutsch:

Rose McGowan ist eine Freundin und obwohl ich ihre Art von Bewegung unterstütze, unterstütze ich Frauen (und Männer) nicht, die Bewegungen anderer Frauen die Veränderung herbeiführen wollen, mit Hohn und Spott überziehen. Wir sollen alle Marchesa tragen? Das ist unter deiner Würde Rose.

Du musst nicht an unserer Seite stehen und uns unterstützen, aber wir unterstützen Dich. Du magst uns unter der Gürtellinie treffen, abert wir werden das nicht mit Dir machen.

Unsere Bewegung ist groß. Und ein schwarzes Kleid ist nur der Anfang der Dunkelheit, die aus jeder Industrie im Land gesogen sein wird, wenn wir fertig sind. Das ist ein Versprechen.

Und wir stehen zusammen in diesem Kampf, Schulter an Schulter, Waffe an Waffe, Frau an Frau (und Mann), Körper an verbranntem Körper. Und unsere Arme sind offen. Und unsere Herzen zweifach. Und unser Feuer wird eine allgemeine Brandwunde sein. Hört das Mantra: #VeränderungKommt

HALLELUJA!!! HALLLELUJAAAAAAAAAA!!!

Mal ehrlich, das klingt doch nach religiösen Fanatikern oder? Der Aufruf zu Säuberungsaktionen. Dazu die Kriegsrhetorik um dann gleich drauf einzuschwenken, dass man selbst ja nur ganz lieb ist.

Die Femquisition wird euch alle holen.

 

Berauscht von Macht

Seit gestern Abend habe ich mir fest vorgenommen etwas über #metoo zu schreiben. Ich weiß allerdings bis zum jetzigen Zeitpunkt ehrlich nicht, was ich von diesem 7mrd-Köche-Brei halten soll. Und ich muss ehrlich sagen. Der „moral outrage“ ist relativ emotionslos an mir vorbeigegangen. Möglicherweise, weil nach #aufschrei, #ausnahmslos, #imzugpassiert und wie sie nicht alle heißen, das wirklich keine neue Sache war. Und auch bei #GamerGate z.B. waren sexuelle Belästigungen usw. ja durchaus Thema.

Es gab Menschen, die davon sprachen, dass „das Tabu gebrochen“ wurde. Das „endlich das Schweigen beendet ist (Z.B.: DeutschlandfunkArchiv). Doch welches Schweigen? Welches Tabu?

2013: #aufschrei (deutschsprachig)

2014: #Gamergate und #NotYourShield (weltweit), #YesAllWomen, #Shirtgate (Dr. Matt Taylor) (jeweils international)

2015: Sir Tim Hunt

2016: #kölnhbf (weltweit), #ausnahmslos, #imzugpassiert, #neinheißtnein (jeweils deutschsprachig), #WhenIWas, #NotOkay (jeweils international) und Sexualstrafrechtsverschärfung in Deutschland

Gerade 2016 hatte eine Unmenge an „Anti-Sexismus“ Hashtags und Themen (Jenna Behrends z.B.), die allesamt durchaus auch in den Medien diskutiert wurden und somit auch den Nicht-Twitterern ein Begriff wurden.

Man kann weder in Deutschland noch in den USA davon reden, dass ein Tabu gebrochen wurde. Gerade im Bezug auf #metoo mit dem direkten Bezug zu Hollywood finde ich das merkwürdig.

Courtney Love hat 2005 was dazu gesagt. Seth Macfarlane hat bei DEN OSCARS 2013 auf Harvey Weinsteins Verhalten und in einer Family Guy Episode auf Kevin Spacys Verhalten mehr als nur deutlich angespielt. Selbst der erzkonservative, jüdischstämmige Nazischwule Milo Yiannopoulus hat Anfang diesen Jahres Pädophilie-Probleme in Hollywood angesprochen.

Und machen wir uns nichts vor. Auch das Konzept der Besetzungscouch ist weder neu noch nur ein Gegenstand von Witzen. Zudem brauchen wir auch nicht so zu tun, als wenn nur Männer ihre Machtposition missbraucht hätten um an Sex zu gelangen, sondern dass es mit Sicherheit auch Frauen gibt, die Sex eingesetzt haben um die „Macht der Männer“ zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Ich kann mir diesen plötzlichen Ausbruch in Hollywood nur durch eine Art „Mexican Standoff“ erklären: Jede/r wusste, dass die anderen genauso Dreck am Stecken hatten wie man selbst und jede/r wusste das die anderen es auch wussten.Wie sonst ist zu erklären, dass ein so außergewöhnlich talentierter und erfahrener (und beim Publikum beliebter) Schauspieler wie Kevin Spacy aus einem Film kurz vor Veröffentlichung herausgeschnitten wird?

Und dann geschah etwas, was diesen Mexican Standoff zerrissen hat. Doch was war es? Das irgendwelche Frauen mal den Mund aufgemacht haben? Nichts Neues, gab es vorher schon. Das Männer den Mund auf gemacht haben? Dito.

Bei dem Womens-March entstand der Eindruck, dass Feministinnen die Angst schüren wollten, dass Frauen nun alle Rechte entzogen werden würden. Was wäre, wenn diese Feministinnen tatsächlich diese Angst haben, also wirklich davon überzeugt sind, dass mit Trump die Frauenrechte abgeschafft werden und sich daher nun gedacht haben: ‚Scheiß wat druff, wir ham eh nix mehr zu verliern.‘

Sollte das wiederum stimmen, dann müsste man sich jetzt eigentlich (gerade als Feministin) fragen, warum sich die beschuldigten Männer nicht wehren, warum ihre patriarchale Macht sie nicht schützt.

Warum werden mächtige Männer im Patriarchat so abgesägt? Wo doch das Patriarchat ein System ist, das Männer bevorzugt und schützt?

Warum werden mächtige Männer gesellschaftlich ausgestoßen wegen solcher Beschuldigungen? Wo wir doch in einer Rape Culture leben?

Wie kann es sein, dass die Beschuldigung durch arme, unterdrückte Frauen das Abrücken von der Unschuldsvermutung zur Folge hat? Die Unschuldsvermutung ist ja nicht weniger als ein Menschenrecht.

Wenn ich genauer drüber nachdenke… Selbst wenn meine Annahme wie es zu dieser Eruption gekommen ist nicht stimmt, müssten sich Feministen diese Fragen gefallen lassen und beantworten.

Wo ist das Patriarchat, dass diese Männer schützt? Wie können diese Anschuldigungen (flächendeckend) als negativ empfunden werden, wo wir doch angeblich in einer Rape-Culture leben?

Und vor allem: Warum dreht sich die gesamte Debatte über den Machtmissbrauch von Männern gegenüber Frauen, wenn doch auch – wie in Kevin Spacys Fall – angeblich Jungs Opfer sind oder in Jennifer Lawrences Fall, Frauen die Täter.


 

Time Magazin hat #metoo zur „Person des Jahres“ gekührt (bzw. natürlich die Frauen dahinter). Nun ist dies nicht zwangsläufig als Ehrung zu verstehen. Es geht laut Wikipedia um Menschen, die „die Welt im jeweiligen Jahr maßgeblich verändert oder bewegt haben – zum „Guten“ oder zum „Schlechten“. “

Vermutlich der Grund warum sich sowohl Adolf Hitler als auch Josef Stalin auf dieser Liste befinden. Und jetzt eben auch #metoo (wenn gleich die Redaktion des Time Magazines davon ausgeht, dass es etwas Positives/Gutes war).

Natürlich hat #metoo nicht einen solchen Schaden angerichtet wie Hitler oder Stalin. Und natürlich ist es richtig wenn Menschen für Fehlverhalten bestraft werden. Aber dieses Maß wurde hier weit überschritten.

Wie ich bereits erwähnte, wurde hier die Unschuldsvermutung ausgehebelt. Menschen (vor allem Männer) mussten ihre Posten räumen, wurden ausgeschlossen, vorloren die Früchte jahrelanger, harter Arbeit, weil sie beschuldigt wurden. Nur beschuldigt. Nicht verurteilt. Letztendlich führte dies auch dazu, dass sich ein britischer Politker in Folge der Anschuldigungen das Leben nahm.

Diese #metoo Kampagne zerstört Leben. Nicht nur den Ruf, Familienleben, Partnerschaften sondern auch richtig. Gleichzeitig gibt es Menschen wie Jakob Augstein, die diese Entwicklung positiv beschreiben und überhaupt kein Problem damit haben, dass Unschuldige „unter die Räder kommen“ (Archiv).


 

Als Jack Thomson in den USA wegen „Gewalt in Videospielen“ gegen Games vorging, bastelte jemand ein Beat-Him-Up Game. Selbiger jemand bastelte ein vergleichbares Spiel mit Anita Sarkeesian, als sie wegen „Sexismus in Videospielen“ gegen Videospiele vorging. Dies passte einer Dame namens Stephanie gar nicht und sie entfesselte den SJW-Twittermob um sein Leben zu zerstören. Potenzielle Arbeitgeber sollten informiert werden usw. Ich möchte hier auf ein Video von Vernaculis (englisch) verweisen, der das in 40 Minuten auseinandernimmt. Sowohl das Video, als auch der Kanal sind eine absolute Empfehlung.

Ich schrieb oben bereits über Dr. Matt Taylor und Sir Tim Hunt. Dr. Taylor trug ein Hemd, dass manche SJWs/FeministInnen als „sexistisch“ ansahen und bedekcten ihn mit einem Shitstorm. Dr. Taylor entschuldigte sich daraufhin unter Tränen.

Sir Tim Hunt machte einen Witz über sich selbst, dann einen über Frauen um dann ernsthaft den Beitrag von Wissenschaftlerinnen zu preisen. Er verlor alle seine Posten und dachte über Suizid nach.

Und jetzt hatten wir den nächsten SJW/FeministInnen – Shitstorm. Die Pornodarstellerin August Ames hatte verkündet, dass sie keine Sexszenen mit Darstellern drehen würde, die Schwulenpornos gemacht hätten. Nun sollte man meinen, dass „her body her choice“ und „only a clear and laud consent is consent“ Rufer das verstehen würden. Aber nö. Natürlich nicht, das ist nämlich homophob, muss man wissen. Deshalb: Shitstorm. Kurze Zeit später ist sie tot aufgefunden worden. Sie hat sich erhängt.


 

Wenn diese moralingetränkte Hysterie nicht aufhört wird es bald noch mehr Tote geben. Und nicht nur welche, die sich selbst das Leben nehmen, sondern welche, die getötet werden. FeministInnen haben längst jedes Maß verloren.

Ich bin prinzipiell der Ansicht, dass Menschen die Dinge tun die sie tun, nicht tun, weil sie böse sind. Und so ist meine einzige Erklärung für diese immer häufiger auftretenden Shitstorms und „Anti-Sexismus Hashtags“, dass diese Feministinnen berauscht von Macht sind. Sie bekommen nicht mehr mit, welche Schäden sie anrichten. Sie bekommen nicht mehr mit, dass sie Menschen töten.

 


Notrufnummern für Suizidgefährdete bieten Hilfe für Personen, die an Selbstmord denken – oder sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen. Die Nummer der Telefonseelsorge in Deutschland ist: 0800 111 0 111.

REVERSE Reality „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“

Es ist am 9.11.2017 folgende Nachricht aufgetaucht: Bundesministerium fördert Gender-Forschung mit knapp einer Million Euro (Archiv)

Nach dem Lesen dieses Schriftstückes, habe ich mich gefragt, ob ich irgendwie im falschen Film bin, doch der Reihe nach. (Und die Reihe ist lang.)

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE.

Schauen wir uns doch mal das Projekt „REVERSE“ erst einmal an (Archiv). [Zur Abgrenzung zum Artikel „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“ sind die Zitate von der Beschreibung des REVERSE-Projektes in kursiv gehalten]

Hintergrund

Angesichts einer als krisenhaft wahrgenommenen Modernisierung der Geschlechterverhältnisse formiert sich aktuell in Deutschland gegen den sog. „Gender-Wahn“ (Wahlplakat der AfD 2013) ein breites Spektrum, das sich gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse (Bsp.: Homosexualität) richtet.

Dieses BREITE SPEKTRUM formiert sich bestimmt nicht, weil die Arbeit der Genderia so toll ist. Nur mal so ein Gedanke: Wenn sich ein breites Spektrum gegen das Gendergedöns formiert, kann es dann vielleicht sein, dass das was ihr tut immer weniger mit der Lebensrealität der meisten Menschen in Deutschland zu tun hat? Und das nicht in der Form von Weltraumforschung, sondern in der Form, dass Eure Forderungen und Ergebnisse Einfluss auf das Leben der Menschen nehmen, die diese nicht für gut befinden.

Es ist relativ typisch, dass Vertreter der „Modernisierung der Geschlechterverhältnisse“ ihre Gegner in die rechte Ecke stellen, obwohl es Unmengen an politisch Linken Feminismuskritikern gibt. Was diese gemein haben ist, dass es sich bei diesen Linken (und auch feminismuskritischen Rechten) um libertäre Menschen handelt. Menschen, die sich nicht alles vorschreiben lassen wollen.

Und es handelt sich um Menschen, die an Tatsachen interessiert sind. Sie wissen zum Beispiel, dass Homosexualität kein Geschlecht ist, sondern eine sexuelle Orientierung.

Zwar adressieren die entsprechenden Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse.

Also, diese Diskurse werfen brisante Fragen auf. Spielen die in der gleichen Liga wie die Diskurse darüber ob Genderstern*innen oder Gendergap_innen inklusiver sind, oder geht es doch eher um die strukturelle Benachteiligung von Jungen in der Schule, dem Hinweis darauf, dass „Man muss dem Opfer glauben“ ein direkter Angriff auf das Menschenrecht der Unschuldsvermutung (Art. 6 Absatz 2) ist. (Freuen wir uns auf die nächsten Hexenverbrennungen.) Die Tatsache, dass unser Bundesgleichstellungsgesetz an mehreren Punkten gegen unser Grundgesetz und das Menschenrecht der Gleichberechtigung verstößt (Archiv).

Zugleich bedrohen sie jedoch den gesellschaftlichen

Zusammenhalt, indem Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher bzw. sexueller Identität als neue politische Spaltungslinie verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt werden.

Ich bitte um Verzeihung, aber als Feminist*_Inx anderen vorzuwerfen, die Geschlechterpolitik ideologisch aufzuladen zeigt von einem extremen Mangel an Selbstreflektion. Anderen vorzuwerfen, anhand der geschlechtlichen bzw. sexuellen Identität zu spalten, ist – gerade im Hinblick auf den intersektionalen Feminismus – eine bodenlose Frechheit.

Natürlich werden die „Errungenschaften“ von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt. Und das ist auch gut so, denn nichts ist zwangsläufig gut oder gar perfekt. Es gibt immer Raum nach oben und es gibt auch immer falsch eingeschlagene Wege. Zum Beispiel wenn man gegen diverse Menschenrechte verstößt.

Vor allem ist dieses „Argument“ von selbst ernannten Progressiven zutiefst konservativ: „Oh nein, ihr stellt den Status Quo in Frage.“

Mal zusammengefasst: Ihr teilt die Menschen nach Geschlecht und Sexualität ein. Fordert Privilegien auf Basis dessen. Greift Grundrechte an. Bemerkt, dass sich ein breites Spektrum an Kritik bildet. Schiebt diese Kritik stumpf in die rechte Ecke und werft dann anderen vor, die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben?

Nicht zuletzt sehen sich Einzelpersonen und Institutionen, wie z.B. Geschlechterforscher*innen, Frauen-/Gleichstellungsbeauftragte oder politische Aktivist*innen, zunehmend mit anti-feministischen Angriffen und Drohungen konfrontiert.

Ahh, damsel in distress mal wieder. ‚Wir armen Opfer von bösartigen antifeministischen Monstern, sie bedrohen uns. Zu Hülf, zu Hülf!!!‘

Womit wird denn gedroht? Mit Gerichtsverfahren gegen eure grundgesetzwidrige und menschenrechtsverachtende (verzeihung) Genderkacke? Was wird denn angegriffen? Eure Argumente vielleicht. Ach ne, von 20 000 Zuschriften die da so kommen stand in einer, dass ihr was „aufs Maul bekommt“ oder so.

Mal zusammengefasst: Ihr teilt die Menschen nach Geschlecht und Sexualität ein. Fordert Privilegien auf Basis dessen. Greift Grundrechte an. Bemerkt, dass sich ein Breites Spektrum an Kritik bildet. Schiebt diese Kritik stumpf in die rechte Ecke und wundert euch dann, dass ihr nicht nur freundliches Feedback bekommt? Wie es in den Wald hineinruft…

Diese Phänomene und Diskurse gefährden die Geschlechtergerechtigkeit und die Akzeptanz von Pluralität als normative Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.

Der normative Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung ist die MEINUNGSpluralität. Und diese scheinen Sie mit diesem Projekt unterbinden zu wollen. Geschlechtergerechtigkeit ist kein normativer Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung (außer im Bezug auf gleiches aktives und passives Wahlrecht).

Außerdem ist der Begriff „Geschlechtergerechtigkeit“ irreführend. Gerechtigkeit ist eine schwierige Sache. Ist es gerecht, wenn ich 50/50 Ergebnisse anstrebe, dabei aber gegen Individuen diskriminiere? Oder ist es gerecht, wenn ich nicht gegen Individuen diskriminiere, bei offenem Ergebnis, was die Geschlechterverteilung angeht? Ersteres wäre Gleichstellungspolitik, letzteres Gleichberechtigungspolitik.


Soviel zum Hintergrund des REVERSE Projektes. Zurück zum eigentlichen Artikel.

Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, die Forscherinnen und Forscher als Gefährdung für die Demokratie einschätzen.

Bitte was? Ich möchte hier einmal kurz auf meinen Blogpost „Demokratie“ vom 23. Oktober 2017 hinweisen (Archiv), wo ich darstelle wie Feministen sich darüber beschweren, dass nicht genug Frauen in den Bundestag gekommen sind – nach freien, gleichen und geheimen Wahlen in einer repräsentativen Demokratie. Es wird offen darüber nachgedacht, ob man nicht das Männerwahlrecht abschaffen solle. Aber anti-feministische Diskurse (gaaanz gefährlich: Meinungspluralität) sind eine Gefährdung für Demokratie. Klar.

„In politischen und medialen Debatten wird die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse häufig als Krise dargestellt“, sagt Prof. Dr. Annette Henninger, die das Projekt REVERSE leitet.

Veränderung bringt immer Unsicherheit mit sich, das ist normal und auch ersteinmal nicht schlimm. Schlimm wird es erst, wenn diese Unsicherheit nicht addressiert wird, dann hat man eine Krise. Man hat auch eine Krise, wenn man das Geschlechterverhältnis nur einseitig „modernisiert“ die andere Seite aber vollkommen ignoriert. Beides ist in der aktuellen Situation der Fall. Unsicherheiten von Männern werden weggewischt, Benachteiligungen von Männern billigend in Kauf genommen.

„Oftmals ist von einem regelrechten ‚Gender-Wahn‘ die Rede, der Menschen in ihren Werten und ihrer Mündigkeit angreife.

Für Gender-Wahn hatte ich ja schon das Beispiel mit dem Stern* und dem Gap_. Das mutet doch recht wahnhaft an, sich über solche Trivialitäten Gedanken zu machen. Dazu dann noch Ampelmännchen oder diese ständigen geschlechtsspezifischen Negativzuschreibungen a la menspreading, manterrupting, mansplaining, hepeating usw. . Oder die Fokussierung auf Frauen als Opfer. Auch hier möchte ich mal wieder auf einen Blogpost von mir verweisen „Wohnungslosigkeit im Patriarchat“ (Archiv).

 

Für „Menschen in ihren Werten“ gibt es zwei Interpretationsmöglichkeiten. Entweder Werte in Form von Moral oder Werte in Form von Wertigkeit des Menschen bzw. Über-/Untermensch.

Zu Moral / Werte: Wenn ich es als einen grundlegenden Wert ansehe , dass man gegen keinen Menschen diskriminieren darf, dann ist so etwas wie das Bundesgleichstellungsgesetz ein Angriff auf diesen Wert.
Wenn ich der Ansicht bin, dass Männer und Frauen gleichwertig sind, dann ist ein Angriff auf freie, gleiche und geheime Wahlen mit Bezug auf das „Geschlechterergebnis“ ein Angriff auf diesen Wert.

Zu Wertigkeit von Menschen: Ich denke ich muss jetzt nicht die intersektionale Feminismus… Verzeihung… Nazi-Keule rausholen um zu erklären, warum das scheiße ist.

 

Nehmen wir für „Mündigkeit“ mal das Beispiel Gender Pay Gap.

FeministIn: „Oh nein, Frauen bekommen 21% weniger Geld als Männer. Frauen werden unterdrückt.“
Mensch der Frauen als mündig ansieht: „Das liegt an den Lebensentscheidungen die Männer und Frauen treffen. Frauen entscheiden sich z.B. häufiger für schlechter bezahlte Berufe.“
FeministIn: „Frauen treffen diese Entscheidungen aber nur, weil die Gesallschaft ihnen das so beibringt. Es wird von ihnen erwartet in Pflegeberufe zu gehen.“
Mensch der Frauen als mündig ansieht: „Selbst wenn das so wäre (was es nicht ist, weil sonst würden Frauen nur in solche Berufe gehen und andere Berufe wie alle Variationen von Kauffrauen z.B. kämen nicht/nur selten vor), dann müsste immernoch geklärt werden, wie wir es schaffen, dass in unserer kapitalistischen Gesellschaft, in der Geld eine unheimlich wichtige Ressource ist, Frauen beizubringen, auf diese Ressource zu verzichten. Eine Möglichkeit wäre anzunehmen, dass Frauen zu dumm sind (was ich nicht glaube) um zu kapieren, dass besser bezahlter Job = mehr Geld ist. Die andere Möglichkeit wäre, dass Frauen das sehr wohl kapieren (was ich glaube), aber auf das Geld zu Gunsten von etwas anderem Verzichten. Zum Beispiel: Zufriedenheit. Wenn man Frauen in ihrer Mündigkeit ernst nehmen will, muss man sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind zwischen Geld und Zufriedenheit abzuwägen. Gerade vor dem Gesichtspunkt, dass sie sich darauf verlassen können, dass sie aus anderen Quellen (z.B. Partner) Geld bekommen können.“
FeministIn: „Da kannste mal das ausgeklügelte Patriarchats-System sehen. Was nicht alles gemacht wird, um Frauen in diese Richtung zu lenken. Das ist gar nicht ihre eigene, informierte [Anmerkung der Redaktion: mündige] Entscheidung, sondern die des Patriarchates. Frauen sind Objekte des Patriarchats!!!“

So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen.“

Naja, das ist beides ja auch nicht ganz abwegig. Zur unwissenschaftlichkeit der Gender Studies hat Sciencefiles etwas geschrieben (was passenderweise auch diesen Artikel als Hintergund hat; Archiv).

Interessant wäre hier eine Aufschlüsselung WARUM diese sprache als Kulturfrevel bezeichnet wird. Hier einmal ein Interview mit einem Sprachwissenschaftler im Deutschlandfunk (Archiv). Daraus möchte ich nur eine Sache besonders hervorheben (wegen der demokratiefeindlichkeit die Anti-Feministen untergeschoben werden soll): „Sie erkennen nur noch Texte an, die nach ihrer Regel, die es im Deutschen nicht gibt, die frei erfunden ist, einen gegenderten Text enthält. Da muss man rechtlich gegen vorgehen, meiner Meinung nach, kann man auch. Solche Eingriffe in die Sprache sind typisch für autoritäre Regimes, aber nicht für Demokratien.

Gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse formiere sich aktuell politische Kritik von rechts, die teils auch im konservativen oder liberalen Lager auf Zustimmung stoße.

Oder um es mit den Worten aus dem Hintergrundtext des Projektes zu beschreiben: „ein breites Spektrum“.

Ich stelle mir gerade die Frage, was wohl in einem Kopf falsch laufen muss, wenn man aus allen Ecken des politischen Spektrums (außer der autoritären Linken) Feuer bekommt und man immernoch glaubt, dass das was man tut total gut und beschützenswert ist. Ach ja, man will ein autoritäres Regime, dass einen feuchten **** auf den Willen der Bevölkerung gibt. Aber Anti-Feministen sind demokratiefeindlich oder so.

„Zwar adressieren diese Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse“, sagt Henninger. „Die Art und Weise, wie diese Themen verhandelt werden, bedroht zugleich aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Sie meinen sowas wie bei der #metoo Debatte, wo jedes Quäntchen an Kritik am Frau = Opfer, Mann = Täter Narrativ niedergebrüllt wurde? Wo sexuelle Belästigung, Sexismus und unverschämtes Verhalten wild durcheinandergerührt wurde und wenn daran Kritik kam wurde es auch niedergebrüllt.

Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Meinungen diktiert werden. Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Politik von oben diktiert wird.
Es gibt keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt mit euch, weil ihr die Gesellschaft aus dem Diskurs ausschließt.

Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher beziehungsweise sexueller Identität seien verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften würden zum Teil sehr aggressiv in Frage gestellt.

Ah wat? Echt? Naja, hab ich oben ja schon was zu geschrieben, weils aber lange her ist einmal in Kurzform. Wie es in den Wald hineinruft so schallt es auch heraus.

Neu sei auch, dass Geschlechterforscherinnen und -forscher zunehmend mit persönlichen Drohungen konfrontiert seien. „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft. Das gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie.“

Natürlich. Wenn ihr fordert, dass rechtsstaatliche Prinzipien zu Gunsten von „Schuldig weil angeklagt“ aufgeweicht werden sollen. Wenn ihr fordert, dass Menschenrechte wie Gleichberechtigung verletzt werden sollen, dann kann man davon ausgehen, dass die Menschen nicht sonderlich begeistert sind. Aber wir wiederholen uns. Seid einfach keine autoritären, menschenverachtenden, demokratiefeindlichen Arschlöcher, dann sind wir auch wieder nett zu euch.


Ich möchte an dieser Stelle aus den bisher zitierten Sachen noch zwei Dinge besonders hervorheben.

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg erhält knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Projekt REVERSE. Ziel ist die Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland, […]

 

So wird beispielsweise gendergerechte Sprache als ‚Kulturfrevel‘ bezeichnet, und Gender Studies werden als unwissenschaftliche Ideologie gesehen

Also:

  • Gruppe A (Anti-Feministen) bezeichnet Gruppe B (Gender“forscher“) als unwissenschaftlich und ideologisch.
  • Gruppe B wirft Gruppe A vor demokratiefeindlich zu sein.
  • Gruppe C (BMBF, verantwortlich für Bildung und Forschung) gibt Gruppe B (die als unwissenschaftlich und ideologisch in der Kritik stehen) Geld um Gruppe A (die von Gruppe B als demokratiefeindlich betrachtet wird) zu analysieren.

Was könnte schief laufen? Wer genehmigt sowas? Irgendjemandem muss doch im Bundesministerium aufgefallen sein, dass das schief gehen wird. Du hast zwei Gruppen, die sich offensichtlich nicht ausstehen können und als Bundesministerium drückst Du der einen Geld in die Hand und der anderen nicht. Das funktioniert wirklich nur wenn man es entweder mit Idioten zu tun hat oder an einem gesellschaftlichen Diskurs nicht interessiert ist und alles dafür tun will, dass der Kurs von Gruppe B eingeschlagen wird/bleibt. Oder anders ausgedrückt: Wenn man an einem demokratischen Austausch nicht interessiert ist.


 

Im Projekt REVERSE („Krise der Geschlechterverhältnisse? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“) soll diese Entwicklung innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit genauer analysiert werden. An dem interdisziplinären Forschungsprojekt sind die Fächer Politikwissenschaft, Psychologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Europäische Ethnologie sowie die Erziehungswissenschaft beteiligt.

Bitte bitte nehmen sie meinen Text mit dazu.

Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien zu Anti-Feminismus in der Wissenschaft, zur Debatte um „Frühsexualisierung“, zur Ethnisierung von Sexismus sowie zu Diskursen über Mutterschaft durchgeführt. Das Ziel: Die verschiedenen Dimensionen des Anti-Feminismus auszudifferenzieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Ich kann die Handlungsempfehlung jetzt schon geben: Entkräften sie die Argumente der Gegenseite wo es nötig ist. Finden sie Konsens wo es möglich ist. Stimmen sie der Gegenseite zu wenn es richtig ist. Sie wissen schon. Gesellschaftlicher Austausch. Demokratie. So ne Sachen halt.

Aber es klingt so, als wenn sie das nicht meinen. Welche Handlungsempfehlungen wollen sie darüber hinaus geben? Denkverbote? Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Keine Plattform bieten? Warum zum Geier sind sie eigentlich der Ansicht, dass aus diesen Forschungsergebnissen Handlungsempfehlungen entwickelt werden müssen. Sollte die Forschung nicht ergebnisoffen sein. Ach ne, dass wäre ja wissenschaftlich…

„Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur empirischen Analyse anti-feministischer Bewegungen und Diskurse in Deutschland – bisher eine Forschungslücke.

Nein. Wichtig wäre der Beitrag nur, wenn er wissenschaftlich wäre. Dieser Punkt ist auf Grund der offensichtlichen ideologischen Färbung und auf Grund der offensichtlichen negativen Haltung zum Forschungsobjekt nicht gegeben.

Wir möchten Erkenntnisse darüber gewinnen, was genau am Wandel der Geschlechterverhältnisse als krisenhaft empfunden wird,

Kurz zusammengefasst: Der Wandel der Geschlechterverhältnisse ist undemokratisch, menschenrechtsverletzend und autoritär. Überweisen sie mir bitte 1 Millionen Euro liebes BMBF.

wie anti-feministische Diskurse vor diesem Hintergrund mobilisierend wirken und wie der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder gestärkt werden kann“, sagt Henninger.

Wie es mobilisierend wirkt? Menschenrechte werden mit Füßen getreten, auf die Demokratie gespuckt. Natürlich machen Menschen etwas dagegen. Euer wiederwärtiges Verhalten ist es, was Menschen mobilisiert. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist stark. Nur ihr verliert die Verbindungen dazu. Ihr kappt diese Verbindungen. Baut Brücken keine Mauern.

Für das Vorhaben erhält das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg über 975.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Prof. Dr. Henninger und ihr Team haben Anfang Oktober ihre Forschungsarbeit aufgenommen.

Oh, „nur“ 975.000€. Die nehm ich aber auch gerne.

Den Rest schenke ich mir. Ist schon lang genug.

Fassen wir zusammen: Die Texte bezüglich des Hintergrundes des REVERSE Projektes sowie der Genehmigung der 975.000€ belegen, dass die dem Anti-Feminismus vorgeworfenen Dinge (Spaltung der Gesellschaft, demokratiefeindlichkeit, Angriff auf Wertigkeit von Menschen sowie deren Mündigkeit) auf die derzeitigen Genderideologen zutreffen. Zudem belegen sie die Vorwürfe der Anti-Feministen von Unwissenschaftlichkeit und ideologischer Durchdringung. Ich würde sagen: Da hat man sich selbst ins Knie geschossen.

 

Wohnungslosigkeit im Patriarchat

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung hat einen dpa-Artikel über Wohnungslosigkeit veröffentlicht (Archiv). An dieser Stelle danke an @SpookyMoth dafür, dass Sie mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht hat.

Mehr als 25.000 Menschen in NRW sind wohnungslos

[Bild]

Knapp 40 Prozent der gemeldeten Wohnungslosen in NRW sind Frauen.

Ok, also 15.000 Männer und 10.000 Frauen sind in NRW wohnungslos. Die 15.000 Männer sind übrigens nur vom Patriarchat bezahlte Statisten, damit Feministen nicht sofort auffällt, wie unterdrückt Frauen in NRW sind.

Spaß beiseite. Warum zum Geier wird hier der Fokus auf Frauen gelegt?

Aus Angst vor männlicher Gewalt in Notunterkünften suchen viele Frauen verzweifelt nach Alternativen – und zahlen dabei oft einen hohen Preis.

Ok… Ist die Gewalt denn da so gravierend? Und wenn ja, wie wäre es mit einem Sicherheitsdienst, abschließbaren Einzelzimmern oder getrennten Schlafräumen?

Oder verhindert das allumfassende Patriarchat solche Maßnahmen?

Die Zahl der wohnungslosen Menschen steigt in Nordrhein-Westfalen seit Jahren kontinuierlich. Seit 2011 hat sich die Zahl der gemeldeten Wohnungslosen hier um fast 60 Prozent auf über 25.000 erhöht. Das geht aus einem Bericht von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) an den Düsseldorfer Landtag hervor.

Das ist übel. Durch die Massenmigration dürfte das durchaus schlimmer geworden sein – was ja auch später noch gesagt wird. Mich würde aber das Thema Gewalt nochmal interessieren. Wie gravierend ist das denn da in den Notunterkünften?

Besonders problematisch ist die Lage demnach für Frauen: Die Hilfsangebote für Wohnungslose erreichen sie kaum, weil Frauen die männlich dominierten Notunterkünfte scheuen.

Also erreichen diese Hilfsangebote Frauen sehr wohl, diese entscheiden sich nur dagegen weil … Patriarchat? Lieber auf der Straße pennen als mit Männern unter einem Dach? Das bringt mich zu der Frage zurück: Wie krass ist denn die Gewalt in den Notunterkünften?

Wie das Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte, gibt es in NRW inzwischen allerdings 70 von bundesweit 180 Diensten und Angeboten ausschließlich für Frauen.

Ok, also hat NRW fast 40 % aller Dienste und Angebote die es bundesweit ausschließlich für Frauen gibt. Also entweder ist das schlicht zu wenig oder viel zu uneffizient.

Regional große Unterschiede bei Hilfsangeboten

Dennoch sei der Bedarf weiterhin groß, sagte Laumann. Die Angebote sind laut Wohnungslosenhilfe regional sehr ungleich verteilt: Unterkünfte, die sich speziell an Frauen richten, finden sich demnach vor allem in Großstädten – überwiegend im Ruhrgebiet und an der Rheinschiene.

Ich stelle mir gerade die Frage: Gibt es Notunterkünfte die sich speziell an Männer richten? Ich meine, wir leben ja immerhin in einem Patriarchat.

„Im Bestreben nach einem gesicherten Schlafplatz gehen wohnungslose Frauen häufig Beziehungen ein, aus denen Abhängigkeitsverhältnisse resultieren, die oft von sexueller Gewalt, Angst und Stress geprägt sind“, heißt es in Laumanns Bericht.

Also nicht in eine Notunterkunft wegen der Gewalt der Männer (die nochmal wie hoch und prävalent dort ist?) aber in Beziehungen gehen, wo sie sich in ein Abhängigkeitsverhältnis begeben… Da brennt der Zyniker mit mir durch.

Schlüsseln wir das mal auf. Also sie gehen Beziehungen ein um nicht obdachlos zu sein. Kann ich nachvollziehen. Aber wie kommt es dann zu einem Abhängigkeitsverhältnis? Doch nur, wenn Du es nicht schaffst auf eigenen Beinen zu stehen, also einen Job zu finden und nach einer eigenen Wohnung zu  suchen. Natürlich gibt es auch stark kontrollierende Partner die das Abhängigkeitsverhältnis forcieren, aber dann bleibt immernoch der Weg in die Obdachlosigkeit – so hart es klingen mag. Denn eine emotionale Bindung war hier ja wohl kaum seitens der Frau vorhanden, wenn die Beziehung nur aus einem „Bestreben nach einem gesicherten Schlafplatz“ eingegangen wird. Gesichert ist dieser dann wohl kaum.

Was Angst und Stress angeht kommt dann noch eine Komponente hinzu: Was wenn der Mann merkt, dass sie ihn eigentlich gar nicht liebt, sondern ihn nur benutzt um nicht auf der Straße schlafen zu müssen. Was ist wenn er merkt, dass sie seine Gefühle missbraucht um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen? Ich meine, wie assi ist das eigentlich? Nachvollziehbar ja, aber assi.

Das Frauenforum im Kreis Unna betreibt eines der vom Land geförderten Projekte zur Unterstützung wohnungsloser Frauen. Geschäftsführerin Birgit Unger kennt die Problematik aus der Praxis. „Für Frauen aus den Frauenhäusern und diejenigen, die wir betreuen, wird es immer schwieriger, eine Wohnung zu finden“, berichtet sie. „Wir brauchen viel mehr Sozialwohnungen.“

Brauchen wir nicht nur für obdachlose Frauen. Der Sozialwohnungsmarkt in NRW ist unter aller Kanone (Lange Jahre SPD geführt. Was soll man anderes erwarten?). Wir haben einen Bewohner, der in zwei Jahren so massive Fortschritte gemacht hat, dass er von einer prognostizierten Wohneinrichtungs-Karriere zum alleine selbstständig wohnen befähigt wurde. Und jetzt finden wir keine Wohnung für ihn. Super geil, mit jeder Woche sinkt seine Motivation.

Wussten sie übrigens, dass es keine mit Frauenhäusern vergleichbare Einrichtung für Männer in NRW gibt?

„Der Konkurrenzdruck auf dem angespannten Wohnungsmarkt sei nicht zuletzt auf die steigende Zahl anerkannter Asylbewerber zurückzuführen, bilanziert die aktuelle Sozialberichterstattung des Statistischen Landesamts. Dadurch seien im unteren Preissegment kaum bezahlbare Wohnungen zu finden.

Da ich das ja weiter oben schonmal erwähnte, kommentiere ich dazu weiter Nichts und stelle stattdessen die Frage: Wie gravierend ist die Gewalt durch Männer in den Notunterkünften?

Frauen müssen Unterkunft nicht selten mit sexuellen Dienstleistungen bezahlen

Knapp 40 Prozent der gemeldeten Wohnungslosen in NRW sind Frauen. „Frauen versuchen allerdings mit vielen Mitteln, nicht als Wohnungslose identifiziert zu werden“, erläutert das Sozialministerium. „Sie versuchen meist sehr lange, sich ohne institutionelle Hilfe durchzuschlagen.

Ich kann mir vorstellen, dass das generell so ist. Man müsste das eigene (gefühlte) Versagen ja auch vor anderen – und dann auch noch fremden- Menschen zugeben. Männer dürften da nicht viel anders sein.

„Rund 44 Prozent der wohnungslosen Frauen kommen bei Bekannten unter – bei den Männern liegt dieser Anteil nur bei 33 Prozent.

Also rund 4400 Frauen und 5000 Männer kommen bei Bekannten unter. Das lässt uns 5600 Frauen und 10000 Männer die anderweitig betreut werden müssen.

Nicht selten müssten Frauen einen Unterschlupf bei männlichen Bekannten allerdings mit sexuellen Dienstleistungen bezahlen, weiß Birgt Unger.

Müssen oder bieten sie das an? Ernst gemeinte Frage. Das ist ja durchaus ein legitimes Tauschgeschäft. Zwar eine Art der Prostitution aber legitim. Und „sexuelle Dienstleistung“ kann von täglichen Massagen / kuscheln bis hin zu Sexsklavin alles sein. Klar gibt es auch Männer die solch eine Situation ausnutzen. Aber wir müssen auch nicht überdramatisieren. Vor allem nicht wenn es so schwammig mit „nicht selten“ formuliert wird.

Wir brauchen ja nun wirklich nicht so zu tun als wären Frauen nur das arme Hascherl, dass vom bösen Mann ausgebeutet wird. Frauen sind ja durchaus selbst in der Lage Fähigkeiten einzusetzen. Sie sind ja keine Objekte (Grüße vom Patriarchat an die eigenständigen Individuen die ihr Frauen seid).

Ohne jegliche Unterkunft, das heißt auf der Straße, lebt nur etwa jeder zwölfte Wohnungslose – bei den betroffenen Frauen etwa jede Siebzehnte.

Also etwa 590 Frauen und 1250 Männer in NRW. Da sollte doch was machbar sein oder?

Wachsende Wohnungslosigkeit sei ein bundesweites Problem, stellte Laumann fest. NRW sei das einzige Bundesland, das Projekte gegen Wohnungslosigkeit – und eine jährliche Statistik dazu – aus dem Landeshaushalt finanziere, obwohl dies eine kommunale Aufgabe sei.

Mag daran liegen, dass wir ein Ballungsgebiet namens Ruhrgebiet haben, wo man teilweise nicht merkt, dass man von der einen in die andere Stadt gegangen ist. Hier auf kommunaler Ebene zu agieren wäre geographisch eher suboptimal.

NRW hat seit 1996 Programm gegen Wohnungslosigkeit

„Die dafür veranschlagten Mittel von einer Million Euro jährlich sind gut ausgegebenes Geld. Das soll auch so bleiben.“ Um Wohnungslosigkeit schon im Ansatz zu vermeiden, sei es vor allem wichtig, in bezahlbaren Wohnraum zu investieren und die Menschen in Arbeit zu bringen, betonte er.

Sehe ich ähnlich.

Das schon 1996 aufgelegte Landesprogramm gegen Wohnungslosigkeit setzt inzwischen verstärkt auf Prävention. Bei Miet- oder Stromschulden soll Mietern schnell geholfen werden, damit die Wohnung gar nicht erst gekündigt wird. Auch bei Entlassungen aus der Haft oder Therapien wird inzwischen nach Angaben des Sozialministeriums verschärft darauf geachtet, dass Betroffene nicht in die Wohnungslosigkeit entlassen werden.

Und werden auch Wohnungen gebaut?

Wenn es dennoch dazu komme, müssten Frauen aber mehr viel [sic] Hilfsangebote vorfinden, unterstrich Birgt Unger.

Also wir haben in NRW für 10000 Frauen 70 Dienste und Angebote speziell für Frauen. Dazu noch die, die sich nicht nur an Frauen richten, die Frauen aber nutzen können.

Im Vergleich dazu 15000 Männer mit keinen Angeboten, die sich speziell an sie richten und die sich die Angebote, die sie nutzen können, mit Frauen teilen.

Jap. Ganz klar. Frauen müssen mehr viel Hilfsangebote vorfinden.

Zu Wohnprojekten für Frauen gehöre auch qualifiziertes Personal für Sozialarbeit und Hauswirtschaft, um eine Brücke ins normale Leben zu bauen.

Ich würde mich jetzt arg wundern, wenn das für Männer nicht auch notwendig wäre.

„Man muss ihnen auch zeigen, dass Wohnungen geputzt werden müssen, wie man mit Geld umgeht und bei Behördengängen helfen.“

Jaja, das Patriarchat, indem Frauen nicht mal dazu gezwungen werden zu lernen wie man putzt…

Übrigens: Wie war das nochmal mit der Gewalt in Notunterkünften? Ich meine: Alles was wir aus diesem Artikel zu dem Thema wissen ist, dass Frauen sich davor fürchten und deshalb nicht in diese Notunterkünfte gehen, die sie nutzen könnten und die Wohnungssituation für sie zu mindest leicht entschärfen würde. Ist diese Gewalt nur ein vorgeschobener Grund? Existiert sie überhaupt? Wenn ja, wie prävalent ist das? Wäre es nicht im Interesse aller, diese Gewalt zu unterbinden?

Aber um mal auf meine erste Frage zurückzukommen: Männer sind 1,5x so häufig wohnungslos wie Frauen. Sie sind mehr als doppelt so häufig ohne jegliche Unterkunft.  Und es gibt 70 speziell für Frauen ausgerichtete Angebote und Dienste. Also warum zum Geier wird der Fokus auf Frauen gelegt?

Flirten mit der taz

Ich habe kürzlich erneut eine Umfrage gemacht – und ganz demokratisch bei der Vorauswahl das Video als Antwortoption ausgelassen. Es geht um den Artikel „Debatte Sexismus: Flirtfreiheit des Mannes“ von Sibel Schick (Archiv).

Ich werde dabei nicht wie üblich alles zitieren, weil ein altes Düsseldorfer Altbier mir heute tatsächlich den Schädel sprengt.

Eigentlich gibt es eine große Auswahl an Orten, um in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen: Fitnessstudio, Arbeitsumfeld, politisches Engagement – überall, wo sich Menschen befinden, können sich romantische Verhältnisse entwickeln – nicht nur in Clubs und Bars. Denn: Nur weil eine Frau allein in einer Bar sitzt oder in einem Club tanzt, ist sie nicht unbedingt offen für Angebote.

Was ich aber erst herausfinde, wenn ich den Kontakt aufnehme.

Dasselbe gilt auch für andere Geschlechter:

Korrekturvorschläge:

  • Dasselbe gilt auch für das andere Geschlecht:
  • Dasselbe gilt auch für Männer:

Menschen wollen und müssen nicht ständig und überall daran erinnert werden, ein Geschlecht zu haben, ein sexuelles Wesen zu sein.

Ob dieses Individuum das aber (gerade) möchte oder (gerade) will finde ich aber erst heraus, wenn ich Kontakt aufnehme.

Die Angesprochenen haben das Recht, so zu reagieren, wie sie möchten.

Nein, haben sie nicht. Nur weil jemand Kontakt auf nimmt, ist das kein Persilschein dafür sich wie ein Arschloch oder gar gewalttätig zu verhalten.

Sie haben das Recht, von dem Flirtversuch zu halten, was sie halten möchten. Da bleibt euch eins: in Ruhe lassen.

Was ist, wenn ich versuchen möchte das gerade zu biegen was ich möglicherweise verbockt habe um doch noch eine Beziehung zu ermöglichen?

Frauen* kennen es gut: Wenn sie mit Männern* in einem Club sind und diese mal kurz verschwinden, findet ein Tanzwettbewerb um sie herum statt. Die Begleitung merkt das nicht mal: Sobald sie wieder zurück sind, verschwinden diese Antänzer.

Ist das eine neuere Entwicklung? Ich bin seit ~10 Jahren nicht mehr in Clubs gewesen aber damals war ich immer (auch) mit Frauen da und es gab nie auch nur den Hauch von Beschwerden.

Vor allem war es immer so voll, dass man „Zurückkehrende“ meistens erst bemerkt hat, wenn sie einem auf die Schulter getippt haben. Ich weiß nicht wie die Zeiten sich geändert haben, aber ein „sich so verkrümeln, dass die begleitenden Männer es nicht mitbekommen“ war schliecht nicht möglich. Aber gut. Als 31 jähriger, alter, weißer Mann bin ich natürlich vollkommen unqualifiziert dazu was zu sagen.

Dasselbe gilt auch auf der Straße: Unterwegs mit einem Mann*, wird die Frau* nicht blöd angemacht. Sobald sie allein ist, schon.

Das glaube ich schon eher. Wobei auch Frauen angemacht werden, die in Begleitung von Männern sind. Und Frauen nicht angemacht werden, wenn sie alleine sind.

Und was soll eigentlich dieser bescheuerte Stern?

Natürlich können auch in Clubs romantische Beziehungen beginnen. Hier ist es ganz wichtig festzustellen, ob die Person, die angetanzt oder angesprochen wird, ein deutliches Interesse zeigt. Das lässt sich ganz leicht feststellen: Ignoriert dich die Person, vermeidet Augen- und Körperkontakt, dann hat sie keine Lust. Was macht man dann? Man lässt die Person in Ruhe. Alles, was darüber hinaus passiert, ist sexuelle Belästigung.

Erstmal wäre festzustellen, ob sie auf Dich nicht reagiert, weil sie dich nicht bemerkt hat. Again: vielleicht hat sich das in den letzten 10 Jahren geändert, aber damals war es in Clubs meistens laut und eng.

Wenn du festgestellt hast, dass sie tatsächlich keinen Kontakt zu dir sucht, dann solltes man situationsbedingt aufhören. Aber, nur weil ich mit jemandem spreche, ist das KEINE sexuelle Belästigung.

Nein heißt nein

Heißt nein wirklich immer nein? Ja.

Nein.

Es gibt so etwas wie paraverbale Kommunikation und nonverbale Kommunikation. Bei der paraverbalen Kommunikation sind Betonung, Lautstärke und Tonfall der gesprochenen Worte relevant. Ironie und Sarkasmus sind dafür sehr populäre Beispiele. Jetzt ist es natürlich nciht einfach sowas schriftlich darzustellen, aber ich versuchs:

„Neeeeeeiiiiin, es gibt natürlich KEINE Möglichkeit wo nein etwas anderes als nein bedeuten könnte. Gibts nich.“

Dazu Frau Anne breakpoint Nühm auch mal was geschrieben (Archiv).

Dazu gibt es dann auch die nonverbale Kommunikation. Also Körpersprache, Mimik Schrift, Stummfilm, Bilder zum Beispiel.

Wenn verbale Kommunikation und paraverbale bzw. nonverbale Kommunikation nicht übereinstimmen, dann spricht man von „inkongruenten Botschaften“. Dazu habe ich bereits einmal einen Blogpost geschrieben, den ich hier nochmal wärmstens ans Herz legen möchte (Archiv). Den relevanten Teil mit Beispielen findet man unter Punkt 2. (Aus dem Buch „wie generiere ich Klicks“ von S. Chips)

Das Bild, das wir von romantischen Fiktionen vermittelt bekommen, in denen der Mann nach dem Nein der Frau hartnäckig bleibt, bis er sie endlich überzeugt – das müssen wir verlernen.

Ich konnte mir hier das Lachen nicht verkneifen. Hat meinen Kopfschmerzen gut getan – die sind jetzt präsenter als zuvor. Dir ist schon klar, dass Frauen diese Filme tendenziell eher gucken und die meisten Männer diese Filme eher nicht gucken und wenn, dann eher aus Zuneigung zu der Frau. Das wiederum passiert aber meistens erst lange nach der ersten Kontaktaufnahme…

Es ist wichtig, die sexuelle Belästigung nicht nur aus der Perspektive zu betrachten, was sich der Mann erlauben darf und wie weit er geht. Die „Flirtfreiheit des Mannes“ ist hier nicht der einzige Gesichtspunkt.

Stimmt. Frauen können natürlich genauso sexuelle Belästigen.

Wichtiger sind die Grenzen der Person, der das Angebot gemacht wird.

Versteh ich nicht. Die Grenzen der Person, der das Angebot gemacht wird, sind der Punkt wie weit die anbietende Person gehen darf ohne das es der Person der das Angebot gemacht wird unangenehm wird. Aber sexuelle Belästigung ist ein Straftatbestand (§184i StGB). Die Sache ist, dass die Grenzen einer – um bei deinem Beispiel zu bleiben – Frau durchaus sein können: Kannst mir an den Hintern fassen, mein Gesicht streicheln, aber nicht an meine Brüste gehen. Oder: Du darfst mir die Hand auf die Hüften legen, eng mit mir tanzen, dabei sogar deine Hüfte an meine schmiegen (so von wegen antanzen und so).

Aber all dies kann auch schon den Straftatbestand der sexuellen Belästigung erfüllen. Aber gesprochene Worte erfüllen diesen Straftatbestand definitiv nicht. Und das ist auch verdammt gut so.

Wiederholung: An einem normalen Tag können insbesondere Frauen* von mehreren Menschen blöd angemacht werden.

*sight*

kann man das noch schwammiger ausdrücken?

normalen Tag – An einem unnormalen Tag ist es nur ein Mensch oder gar keiner?

können – klar kann das passieren. Muss aber nicht.

blöd angemacht – Es mag vielleicht in deinem Dunstkreis anders sein, aber in meinem erzkonservstiven Fleckchen Erde gilt “ Was guckstn so doof“ auch als blöd anmachen.

Wenn sie Nein sagen, dann meinen sie es auch so. Und wenn sie jede*n einzelne*n mehrmals Nein sagen müssen, wird aus dem Flirtversuch Unterdrückung.

Nein (siehe oben) und nein. Und jetzt muss ich mal ein bisschen ranten.

IHR SCHEISS WICHSER. Juden wurden im dritten Reich unterdrückt, Sklaven wurden (und werden) unterdrückt. Wagt es nicht euch mit dem auf eine Stufe zu stellen.

Kommt mir nicht mit „Mehr als einmal nein sagen müssen ist Unterdrückung“. Ihr seid geistig grenzdebile verzogene Wohlstandsgören, die in ihrem Leben nie was schlimmeres erleben mussten, als dass sie einmal in ihrem Leben nicht sofort das bekommen haben was sie wollten. „Unterdrückung“. Total. Das Problem was ihr habt ist Realitätsverlust.

Noch ein Hinweis: Anbaggern ist kein Kompliment. Punkt.

Doch. Rufzeichen.

Die Geschlechtsorgane an wildfremden Menschen zu reiben oder sie zu begrabschen ist ausnahmslos immer sexuelle Belästigung und kein Kompliment.

Wie oben schon erwähnt ist das nicht ausnahmslos immer der Fall. DEINE Grenzen sind nicht automatisch die Grenzen von anderen Menschen. Dazu noch die Stichpunkte: Swingerpartys / Gangbangpartys und schwuppdiwupp wissen wir, dass Du vollkommenen Unsinn redest.

Wenn wir uns hier einig sind, können wir weitermachen:

Können wir auch so. Ich bin nicht so kleinkariert, dass ich glaube, nur weil Du die meiste Zeit unter geistiger Umnachtung leidest, dass Du nicht auch mal wache Momente haben könntest. Ein blindes Huhn findet…

Wenn jemand nicht angebaggert werden möchte, dann möchte er es einfach nicht. Da ist keine Diskussion notwendig, weil das keine Debatte ist.

Siehste. War doch gar nicht so schwer. Dir muss aber bewusst sein, dass dies individuelle befindlichkeiten sind, die vom Gegenüber, der Situation, der Tageszeit, dem Zeitpunkt im weiblichen Zyklus und dem Alkoholpegel abhängen können. Und um herauszufinden, ob jemand von dir angebaggert werden möchte, musst du die Person anbaggern.

Ein Eingriff in die persönlichen Grenzen ist psychologische Gewalt.

Der Begriff den Du suchst ist „psychische Gewalt“. Und nein ist es nicht – also nicht zwangsläufig.

Aber ganz ehrlich. Ich habe kein Bock mehr dir die Komplexität menschlichen Sozialverhaltens zu erklären. Mein Kopf brummt vom 7 Jahre alten Altbier und Dein soziopathisches Geschreibsel bereitet mir seelische Schmerzen. Für Menschen wie Dich gibt es professionelle Hilfe.

Ich rate Dir einfach mal über folgendes Zitat aus Deiner Speicherplatzverschwendung ernsthaft nachzudenken:

Jemandem dann auch noch zu sagen, er habe das Ganze als Kompliment zu verstehen, ist schlichter Faschismus: „Sei doch froh, dass ich überhaupt Interesse an dir habe“ heißt: „Lass dir alles gefallen, was ich mit dir anstellen möchte.“ Außerdem – wann habt ihr denn das letzte Mal jemandem ein Kompliment gemacht? Gehört das überhaupt zum Alltag in Deutschland?

Heterosexuelle Männer, die Datingapps nutzen, erzählen häufig, dass die Interaktion in der Regel nur auf die Initiative des Mannes hin erfolgt. Ein Grund dafür ist möglicherweise, dass es Frauen* schon früh beigebracht wird, so wenig offensiv zu sein wie möglich. So schwierig zu haben zu sein, wie es geht – das soll ihren Wert bestimmen.

Dabei verstärkt das nur die Ver­gewaltigungskultur: Ein nicht ernst genommenes Nein kann schwere Folgen haben. Da hilft es allen Geschlechtern zu versuchen, über die patriarchalen Strukturen hinauszuwachsen.

Man kann es Menschen schon ansehen, wenn sie Lust haben, in Kontakt zu treten. Wenn man es sehen und wahrhaben will, ist es überhaupt nicht schwierig. Wenn einem aber nur die eigenen Bedürfnisse wichtig sind und die von dem Gegenüber egal, dann sollte man auch nicht rumheulen, wenn man die Sache beim richtigen Namen nennt – nämlich sexuelle Belästigung.

 

Demokratie

Nach „Das Spinnenetz der Demokratie“ möchte ich mal wieder was über Demokratie schreiben.

Kürzlich hatte ich schon einmal einen Tweet gefunden, in dem sich beklagt wurde, dass in unserem Land mal wieder Frauen unterrepräsentiert seien. Bei diesem Tweet handelt es sich um einen des WDR 360, einer „Anstalt des öffentlichen Rechts“ ( Archiv ). Dieser Tweet verlinkt auf das Video eines Interviews mit Teresa Bücker des feministischen Magazins „Edition F“.

Einige Zitate daraus:

Interviewer: Und mit ihr spreche ich gerade über folgendes Problem: 30,7%. So niedrig war der Frauenanteil im Bundestag das letzte Mal, als ich fünf Jahre alt war. Nämlich 1998.

Ich frage mich: Wie ist sowas im Jahr 2017 möglich.

 

Interviewer: Das erklärt zwar, warum der Anteil von Frauen in der Politik so niedrig ist, aber nicht, warum der Anteil genau dieses Jahr, so niedrig ist.

 

Philipp: Zum einen hat es sicherlich damit zu tun, dass Fr… äh… Parteien im Moment erfolgreich sind, die sich nicht so sehr für Frauenrechte einsetzen oder nicht so aktiv für Frauenrechte einsetzen.

 

Interviewer: Stattdessen kamen viele Politiker über ein Direktmandat in den Bundestag. Der Großteil von ihnen is männlich.

Wie zum Beispiel Steffen Bilger. Ich kann ihn auch hier im Hauptstadtstudio treffen und gleich fragen, was mit den Landeslisten und der CDU überhaupt schief gelaufen ist [im Bezug auf den niedrigen Frauenanteil den die CDU im Bundestag hat].

 

Steffen Bilger: Wir haben es jetzt in meinen sechs Jahren Amtszeit geschafft, dass wir bei allen drei Nominierungen die es da gab immer 50% Frauen aufgestellt haben im Reißverschlußverfahren – ganz ohne vorgeschriebene Quote – sondern weil alle erkannt haben: `Wir müssen da etwas machen!`

Nur haben wir jetzt ja bei der Bundestagswahl das Problem, dass die Union fast nur direkt gewählte Abgeordnete hat. Das heißt, die vielen Frauen auf den Listen helfen gar nicht so sehr das auszugleichen.

 

Kerstin Griese: Denn ohne Quote klappts anscheinend nicht, mit dem höheren Frauenanteil.

 

Interviewer [paraphrasierend]: Was soll diese Diskussion? Was ist denn daran so schlimm, dass es mehr Männer im Bundestag gibt?

[normal] Das hat aber Gründe. Der Bundestag sollte ein Abbild der Gesellschaft sein und kein exklusiver Club. Egal ob mit oder ohne Quote.

[…]

Oder habt ihr andere Ideen, wie man das Problem lösen kann.


Jetzt bin ich wieder über einen gestolpert ( Archiv ):

In 2 Ländern sind Frauen entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil vertreten. Herzlichen Glückwunsch.

Danach ein Link auf einen Artikel der Süddeutschen Zeitung ( Archiv ). Darin finden sich ebenfalls ein paar merkwürdige Aussagen:

Frauenanteil: Deutschland stürzt im internationalen Vergleich ab

 

Der Frauenanteil im Bundestag ist so gering wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Knapp 31 Prozent der Abgeordneten sind weiblich – so wenig wie zuletzt 1998. Der Frauenanteil des vergangenen Bundestags lag bei 37 Prozent. Im internationalen Vergleich stürzt die Bundesrepublik von Platz 22 auf Platz 45 ab, im Vergleich mit anderen EU-Ländern von Platz sieben auf Platz zwölf.

 

Der Einzug der AfD und die Rückkehr der FDP ins Parlament erklären die niedrige Quote. Diesen beiden Fraktionen gehören 145 Männer an, aber nur 29 Frauen.


Man merkt an diesen drei Beispielen (Video, Tweet und Artikel), dass der Frauenanteil als zu gering, als Problem angesehen wird. Die Rhetorik suggeriert genau das, bzw. sagt es direkt. „Das Problem“, „stürzt ab“ oder „exklusiver Club“.

Man muss an dieser Stelle wohl erklären, dass es in Deutschland so etwas wie freie, gleiche und geheime Wahlen gibt. Dass wir eine – obacht – repräsentative (!) Demokratie haben. D.h. Alle Bürger des Landes haben ab einem bestimmten Alter das gleiche Recht zu wählen oder nicht zu wählen (aktives Wahlrecht, keine Wahlpflicht). Egal ob Mann oder Frau. Und sie haben auch das gleiche Recht sich wählen zu lassen (passives Wahlrecht). Ebenfalls egal ob Mann oder Frau. Jeder Mensch darf die Person bzw. Partei wählen, die er für richtig hält. Und richtig geil: Du bist niemandem darüber Rechenschaft schuldig. Also von Wegen „exklusiver Club“.

Das ist Demokratie. Und dabei kann halt rauskommen, dass der Frauenanteil eben nicht 50% ist. Und weil es eine REPRÄSENTATIVE Demokratie ist, in der die Bevölkerung ihre Repräsentanten in Person (Direktmandate, Erstsstimme) und Partei (Mehrheitsverhältnis, Zweitstimme) selbst wählt.

Wenn jetzt also eine Partei durch die Zweitstimme Anspruch auf X Plätze hat und X auch zufällig nahezu gleich der Anzahl der Direktmandate ist, dann ist das überhaupt nichts „schief gelaufen“.

Jetzt zu sagen, dass der Frauenanteil ein Problem ist, weil die Prozentzahl nicht gleich dem Anteil an Frauen in der Bevölkerung ist, ist nichts anderes als zu sagen: Demokratie ist scheiße, das Volk weiß nicht was es tut.

Ganz im Ernst, ihr stellt die Demokratie in Frage. Ihr solltet euch was schämen.

Ich möchte übrigens anmerken, dass Frau Bücker (eine Feministin), die einzige war, die durchaus auch die Verantwortung – um nicht zu sagen „Schuld“ – bei Frauen gesehen hat.

 

Nürnberger Geschlechtergesetze

Heute mal zwei Blogposts.

Dieses Zeit-Interview ist, sagen wir mal, merkwürdig ( Archiv ). Ich habe mich daher dazu entschlossen, mich einfach mal wieder selbst in das Interview reinzuschreiben.


 

ZEIT ONLINE: In Mecklenburg-Vorpommern dürfen nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden. Das hat das Landesverfassungsgericht in einem Urteil bestätigt. Hat Sie das als Verfassungsrechtlerin überrascht?

Anna Katharina Mangold: Nein, gar nicht. Unsere Verfassung, das Grundgesetz, lässt dem Gesetzgeber viel Spielraum für die Gleichstellung der Geschlechter. Im Artikel Drei, Absatz zwei steht: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Mit der Verfassungsreform 1994 kam der Satz dazu: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.“ Es geht also nicht nur um eine rechtliche Angleichung. Der Staat soll aktiv auf die Durchsetzung der Gleichberechtigung hinwirken.

ZEIT ONLINE: Und Sie Herr Chips?

Stapel Chips: Sehr. Vor allem, weil das was Frau Mangold da von sich gibt ziemliches Halbwissen ist. Unser Grundgesetz spricht nicht von Gleichstellung sondern von Gleichberechtigung. Und es geht in der Tat um eine rechtliche Angleichung, denn in besagtem Absatz steht auch “ und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“. Des weiteren sagt Absatz drei , dass man auf Grund des Geschlechtes weder bevorzugen noch benachteiligen darf. Unter diesem Gesichtspunkt ist es für mich absolut unverständlich, wie man solch eine Benachteiligung als Verfassungsgericht bestätigen kann.

ZEIT ONLINE: Frau Mangold, darf der Staat dafür Männer von bestimmten Posten ausschließen?

Mangold: In meiner Lesart des Grundgesetzes bedeutet das, dass es dem Staat nicht verfassungsrechtlich verwehrt ist, für die Gleichstellung von Männern und Frauen solche Maßnahmen zu treffen. Andererseits ist aber nicht verfassungsrechtlich vorgeschrieben, in welcher Weise Gleichstellungspolitik zu erfolgen hat. Das ist eine politische Entscheidung.

Chips: Womit dann klargestellt wäre, dass Sie a) unser Grundgesetz nicht gelesen haben und b) Gleichstellungspolitik einer Gleichberechtigungspolitik im Wege steht. Ich meine es steht mehrfach drin. Allein in Artikel 3 (2) wird das drei Mal gesagt und in Absatz 3 wird noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass weder eine Bevorzugung noch eine Benachteilung erlaubt ist. Wie kann man das überlesen?

ZEIT ONLINE: Viele kritisieren die Entscheidung als diskriminierend. Wie sehen Sie das?

Chips: Ich gehöre offensichtlich zu denen, die das so sehen.

Mangold: Diese Kritiker unterliegen einem Irrtum. Sie setzen den Gleichstellungsauftrag mit dem Anspruch auf formale Gleichbehandlung gleich. Dabei stellt das Grundgesetz explizit klar, dass es nicht ausreicht, rein formal Männer und Frauen gleich zu behandeln, mithin Männer wie Frauen überhaupt Beamtinnen und Beamte im öffentlichen Dienst sein dürfen. Sie müssen auch tatsächlich die gleichen Chancen bekommen.

Chips: Lesen Sie bei Gelegenheit den Artikel 3 nochmal. Könnte helfen. Ich frage mich übrigens, wie Männer und Frauen die gleichen Chancen bekommen, durch ein Gesetz, dass Männern eine 0%-Chance garantiert. Und natürlich brauche ich für Chancengleichheit auch eine formale Gleichbehandlung.

ZEIT ONLINE: Doch wer kümmert sich dann um die Anliegen der Männer? Immerhin gibt es sie auch: die Männer in Teilzeit, die alleinerziehenden Väter, Transmänner, und so weiter.

Mangold: Bestimmt werden auch Männer diskriminiert und müssen geschützt werden. Das will ich gar nicht in Abrede stellen. Der Punkt ist nur, dass diese Gleichstellungsvorschriften sich auf ein generelles Problem richten: dass nämlich weit überwiegend Frauen von diskriminierenden und ausschließenden Strukturen betroffen sind. Der neuerdings eingeschlagene Weg, sprachlich neutralisierende Regelungen zu treffen, verschleiert genau diesen Zusammenhang.

ZEIT ONLINE: Sie meinen, dass Frauenförderung heute Gleichstellung heißt?

Mangold: Die Benennung der Gleichstellungsbeauftragten hat verschleiert, dass es in Wahrheit darum geht, Frauenbelange zu schützen. Nach wie vor ist es so, dass Frauen überwiegend mit der Doppelbelastung von Sorgearbeit und Berufstätigkeit zu kämpfen haben. Nur neun Prozent der erwerbstätigen Männer zwischen 20 und 64 Jahren haben 2015 in Teilzeit gearbeitet, dagegen waren es 47 Prozent der Frauen.

Chips: Was hat die „Doppelbelastung“ mit diesem Gesetz zu tun?
Ich sehe es ja so. Wird gegen jemanden diskriminiert, sollte man diese Ungerechtigkeit beheben und die verantwortlichen Personen bestrafen. Dabei ist mir das Geschlecht vollkommen egal. Zu sagen ‚die sind aber mehr Opfer‘ ist absolut bedeutungslos. Bedeutend ist, DASS jemand Opfer wurde.
Sie sagen, es gebe diskriminierende und ausschließdende Strukturen die überwiegend Frauen betreffen. Aber nicht ausschließlich. Wie wollen sie gegen Strukturen vorgehen, die Männer ausschließen. Z.B. ein Gesetz, dass Männer ausschließt?
Nehmen wir an, die von Ihnen genannten Benachteiligungen würde es geben, dann haben Sie durch dieses Gesetz nur eine weitere hinzugefügt. Good job.
Ach und noch eins. Sie sagten gerade, dass es bei Gleichstellungsbeauftragten nicht darum geht Gleichstellung oder Gleichberechtigung zu erlangen, sondern Frauenbelange zu schützen. Falls nochmal wer fragt, warum Feministen oft als „Female-Supremacy“ Bewegung wahrgenommen werden, zitiere ich einfach Sie.

ZEIT ONLINE: Braucht es zum Schutz von Frauenbelangen weibliche Gleichstellungsbeauftragte?

Mangold: Aus einer theoretischen Sicht halte ich das In-eins-setzen der Gruppenzugehörigkeit mit den politischen Interessen für hochproblematisch. Ich vertrete eher eine Auffassung, dass eine einzelne Person nicht per se Gruppeninteressen verkörpert. Denn es ist nicht nur so, dass eine Frau nicht automatisch Fraueninteressen vertritt. Vielmehr sind Fraueninteressen ja auch sehr unterschiedlich. Man müsste zugleich intersektionale Zusammenhänge berücksichtigen…

ZEIT ONLINE:  …also Zusammenhänge von Diskriminierungsformen.

Mangold: Genau. Es gibt eben nicht die eine Gruppe der Frauen, sondern sehr viele Untergruppen. Es gibt Arbeiterinnen oder Frauen, die aus einem Nichtakademikerhaushalt kommen und sich hochgearbeitet haben. Sie kämpfen mit anderen Herausforderungen als, sagen wir einmal, gläubige muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen. Es gibt Frauen mit Behinderung oder Frauen, die nichttraditionelle Familienentwürfe leben, zum Beispiel lesbische Frauen. Die Vorstellung, dass es die Gruppe der Frauen gäbe, die von nur einer Frau repräsentiert werden, ist also verkürzt. Andererseits sehe ich durchaus, dass Frauen sich als von Diskriminierung Betroffene mehr mit Fragen von Frauendiskriminierung auseinandersetzen.

Chips: Alternativ: Einfach nicht gegen Menschen auf Grund von Geburtsmerkmalen diskriminieren. Aber das wäre ja zu einfach.
Mal ehrlich. Sie verstehen, dass eine Frau nicht alle Frauen vertreten kann, weil nicht alle Frauen die selben Erfahrungen haben. Sie verstehen, dass es eine verkürzte Sichtweise ist. Ist ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass es auch daran liegen könne, dass Menschen Individuen sind? Ist ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass eine solche kollektivistische Sichtweise dann vielleicht, sagen wir mal, suboptimal ist? Ist das vielleicht der Grund, warum Artikel 3 in den Grundrechten, also den Individualrechten, unseres Grudngesetzes verankert ist? Darum ist das was sie weiter oben sagten ‚Frauen sind aber häufiger…‘ vollkommener Nonsense in dieser Diskussion.

ZEIT ONLINE: Was wäre denn eine Alternative zu ausschließlich weiblichen Gleichstellungsbeauftragten?

Mangold: Man könnte sagen, wir stellen eine Person ein, die einen ganz klaren Auftrag hat, nämlich die Gleichberechtigung der Geschlechter. Das könnte auch darin bestehen, besonders Männer zu fördern, die sich in einer rollenuntypischen Lage befinden. Also alleinerziehende Väter, oder solche, die Teilzeit arbeiten, um sich auch um Kinder zu kümmern. Insgesamt fände ich es schön, wenn wir Interessen kollektiv aushandeln würden, wir uns also gemeinsam fragen: Was ist die Richtung, die wir einschlagen wollen? Und dies immer wieder überprüfen und neu bewerten.

Chips: Ich denke dass dieser Posten ein Überwachungsinstrument sein sollte. Der oder die Gleichstellungsbeauftragte passt auf, dass gegen niemanden diskriminiert wird. Egal ob Mann oder Frau, rollenuntypisch oder typisch usw. .

ZEIT ONLINE: Ist Gleichstellung wichtiger als Gleichbehandlung?

Mangold: Wenn man tatsächliche Gleichstellung herbeiführen möchte, dann muss man die Dinge verändern. Gleichstellung ist kein Nullsummenspiel. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts hat da eine progressive Linie vorgegeben. Demnach ist nicht jede Förderung von Frauen im Umkehrschluss eine automatische Benachteiligung von Männern. Das Landesverfassungsgericht ist dieser Linie nun gefolgt.

Chips: Technisch gesehen ist das korrekt. Wenn ich eine Förderung von Frauen habe ist dies nicht zwangsläufig eine Benachteiligung von Männern. Nämlich genau dann, wenn ich Männer entsprechend fördere. Wenn ich aber nur Frauenförderung betreibe ohne etwas Vergleichbares für Männer anzubieten, dann priviligiere ich Frauen – und benachteilige Männer.
Zumal der Begriff „Frauenförderung“ hier absolut irreführend ist. Hier werden Frauen nicht gefördert. Sie werden nicht geschult oder ausgebildet oder sonst irgendwie in ihren Kompetenzen gestärkt. Das wäre Förderung. Hier werden Frauen priviligiert. Sie bekommen einen Job, weil sie eine Frau sind. Das ist das was man „den Arsch nachtragen“ nennt. Mit Förderung hat das nichts zu tun.

Aber zurück zur Frage: Nein. Gleichstellung steht einer freien, gerechten und gleichberechtigten Gesellschaft im Weg. Gleichstellung ist zutiefst autoritär und verlangt von uns gegen Menschen auf Grund von geburtsmerkmalen zu diskriminieren.

Diese Gesetze, also Bundesgleichstellungsgesetz, Geschlechterquote und alle anderen nicht geschlechtsneutralen und/oder diskriminierenden Gesetze sollten in einen Ordner gepackt werden, wo dann dick draufsteht „Nürnberger Geschlechtergesetze„. Einfach damit jeder versteht, was für eine ideologische Ekelhaftigkeit hinter solchen Gesetzen steckt.

Na, Süßer? Auch schon die Studie gelesen?

Ich bin über Genderama ( Archiv ) auf einen Artikel der Zeit gestoßen ( Archiv ).

Dabei ist mir eine Passage aufgefallen, die meine Erinnerung hat aufblitzen lassen:

Ja, von sexueller Belästigung sind mehr Frauen betroffen als Männer. 17 Prozent der Frauen geben an, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren zu haben – das ist das Ergebnis einer Befragung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vor zwei Jahren. Allerdings haben das auch sieben Prozent der Männer schon erlebt.

Mir war da, als hätte ich das Ding schonmal gelesen und das als irreführend erkannt. Deshalb habe ich in besagter Studie nochmal nachgeschaut.

Und es hat sich herausgestellt, das ich mich korrekt erinnert habe. Richtig ist, dass 17 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz „nach EIGENEM Begriffsverständnis“ schon einmal erlebt haben. Nimmt man aber die rechtliche Definition, haben Männer zu 56 % das schonmal erlebt und Frauen „nur“ zu 49 %. Das sind 7 Prozentpunkte Unterschied zum Nachteil von Männern. Tatsächlich erfahren Männer sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz also mehr als Frauen.

DGs3e7AWsAElzM9

(Original der Publikation, Archiv , Seite 6)

Jetzt ist die Frage was wir aus den Zahlen machen.

  • Wissen Männer und Frauen zu wenig, was sexuelle Belästigung ist?
    (Ja, siehe S.10 der Publikation)
  • Daraus folgend: Wissen Männer das noch weniger als Frauen?
    (keine Ahnung)
  • Oder ist vielleicht die rechtliche Grundlage zu breitgefächert und deckt Dinge ab, die nicht als sexuelle Belästigung eingestuft werden sollten?
    (Ja, siehe unten)
  • Sind vielleicht die Vorfälle bei Frauen einfach krasser?
    (Ja, siehe unten)

Zurück zum Zeit-Artikel

Beide Geschlechter beobachten und erleben am häufigsten Belästigungen durch Männer.

Das ist korrekt. Frauen und Männer sehen und erleben Männer deutlich häufiger als Täter. Allerdings ist mir beim Nachprüfen etwas aufgefallen. Wenn die Situation nur beobachtet wurde, dann sehen Leute ihre Geschlechtsgenossen kritischer. Frauen stufen das Verhalten einer anderen Frau eher als sexuele Belästigung ein als Männer (11 zu 3) und Männer stufen das Verhalten eines anderen Mannes eher als sexuelle Belästigung ein, als Frauen (75 zu 67).

df

(Seite 7)

Ein Drittel der betroffenen Männer gab aber an, schon einmal von Frauen belästigt worden zu sein.

Eher zwei Fünftel, doch weiter im Text. Es folgt eine Auflistung von Prozenten aus dieser Publikation von Seite 5, die korrekt sind bis zu folgendem Punkt:

Witze mit sexuellem Bezug oder zweideutige Kommentare hören Männer sogar häufiger als Frauen: 47 Prozent im Vergleich zu 39 Prozent hatten das erlebt.

„Sogar“. Ich betone das mal, denn wie wir gleich sehen werden, ist dies hier etwas irreführend. Man könnte meinen, dass dies der einzige Punkt ist, wo Männer häufiger betroffen sind, das dies die Ausnahme sei. Dem ist nicht so, denn nicht nur bei den zweideutigen Kommentaren bzw. Witzen sind Männer häufiger betroffen.

C2Y_HD6WQAEu9G0.jpg large.jpg

Auch bei

  • Bemerkungen mit sexuellem Inhalt
  • Unerwünschten E-Mails, SMS, Fotos, Videosmit sexuellem Bezug
  • Nötigung zum Ansehen pronographischen Materials

Das schmälert natürlich nicht, dass ich ungewünschte Berührungen/Annäherungen, Küsse und Umarmungen schlimmer finde (hier sind mehr Frauen als Männer betroffen). Ich fand lediglich das Wort „sogar“ irreführend.

Ich muss übrigens anmerken, dass ich „zweideutige Kommentare“ bzw. „Witze mit sexuellem Bezug“ als ziemlich harmlos erachte und ich keinen Grund sehe, warum das unter sexuelle Belästigung fallen sollte.

Es folgen einige anekdotische Beispiele und ein paar Expertenmeinungen und dann eine Studie der Rice University:

In einem Experiment legten US-Psychologen der Rice University Studenten die Akten eines fiktiven Falls vor. Ein Betroffener berichtete darin, von dem Kollegen unangenehm berührt und nach einem Rendezvous gefragt worden zu sein. Das private Treffen sei wichtig für die Karriere, habe der zudringliche Kollege gesagt. In einer Version der Geschichte war der Täter ein Mann und das Opfer eine Frau, in einer anderen war es umgekehrt. Die Probanden sollten angeben, für wie glaubwürdig sie die Darstellung hielten. Das Ergebnis: Einer Frau nahmen sie die Geschichte deutlich eher ab als einem Mann.

(Studienabstrakt im Original, Archiv )

Auch hier findet man eine merkwürdige Ungenauigkeit. Es ist nicht nur so, dass man Frauen die Geschichte eher abnahm als Männern, sondern man wollte Männer auch härter bestrafen und hat sie weniger gemocht.

Results for the complainants of sexual harassment confirmed that men were believed less, liked less, and punished more than women.


Zu dem zweiten Punkt mit der Attraktivität der sich-beschwerenden Person (ob sie auch eine Rolle spielt) und der Studie aus Australien muss ich meine Überschrift mit: „Nein habe ich nicht“ beantworten. Ich muss mich wieder ans studieren machen ;-). Vielleicht folgt später noch eine Ergänzung.